Firmengebäude big
| Vorlage: | 2024/0064 |
|---|---|
| Art: | Informationsvorlage |
| Datum: | 15.01.2024 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Stadtplanungsamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Beiertheim-Bulach |
Beratungen
- Gestaltungsbeirat (öffentlich/nichtöffentlich)
Datum: 09.02.2024
Rolle: Beratung
Ergebnis: Keine Angabe
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/0064 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: Stadtplanungsamt Firmengebäude big Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gestaltungsbeirat 09.02.2024 Ö Beratung Kurzfassung Lage Das Grundstück liegt im Stadtteil Karlsruhe-Bulach. In der näheren Umgebung der geplanten Bebauung befinden sich zahlreiche Gewerbebetriebe. Südlich angrenzend an das Grundstück verläuft die Straßenbahnlinie mit der Haltestelle „Bannwaldallee“, das Brückenbauwerk steht unter Denkmalschutz. – 2 – Vorhaben Der Vorhabenträger möchte auf dem Grundstück ein nachhaltiges Quartier entwickeln. Dabei soll ein neuer Firmenstandort der b.i.g. Gruppe umgesetzt werden und zusätzlich Mietflächen entstehen, deren Nutzer die Dienstleistungsangebote der b.i.g. Gruppe in Anspruch nehmen können. Das Planungsbüro aus Karlsruhe beschäftigt sich mit der, an aktuelle Rahmenbedingungen angepasste, Konzeptentwicklung dieses Quartiers. Zum einen durch die Pandemie, als auch durch einen zwischenzeitlich neuen möglichen Geschäftspartner, hat sich die Zielsetzung der Quartiersentwicklung, die Haltung zum Bestandserhalt der vorhandenen Gebäude und die Anforderungen an das umzusetzende Raumprogramm verändert. Mit der jetzigen Zielsetzung, auch die vorhandene Lagerhalle zu erhalten, hat das vorliegende Konzept den Schwerpunkt der funktionalen Machbarkeit. Das vorhandene Bürogebäude soll aufgestockt und zur Vermietung revitalisiert werden. Die Planung sieht vor, die bestehende Lagerhalle im rückwärtigen Bereich des Grundstücks als sogenannte „Markthalle“ mit Küche und Betriebskantine umzubauen und in Teilbereichen aufzustocken. Der neue Partner, mit einem Angebot zur gesunden Ernährung, soll in dieser „Markthalle“ mit Küchenmanufaktur, inklusiven Arbeitsplätzen, Workshop- und Beratungsangeboten ein Dreh- und Angelpunkt sein. Geplant ist ein 6- geschossiger Neubau für die b.i.g. Gruppe im südöstlichen Grundstücksbereich, orientiert zu den bestehenden Baum- und Grünflächen. Im Erdgeschoss des Neubaus soll eine Betriebs-KiTa für die umliegenden Betriebe des Quartiers untergebracht werden Weitere wichtige Aspekte der Kreislaufwirtschaft wie Regenwassernutzung, Nutzung wiederverwertbarer Rohstoffe, Nutzung recyclingfähiger Produkte, Vermeidung von Bauabfällen etc. sollen berücksichtigt werden. Die befestigten Flächen sollen auf das Minimum entsiegelt werden. Die oberirdischen Stellplätze werden daher entlang der westlichen Zufahrtsstraße angeordnet. Weitere Stellplätze sind im Untergeschoss der Lagerhalle sowie unter einem begrünten Vorplatzbereich an der Bannwaldallee vorgesehen. Das Vorhabengrundstück befindet sich im Bereich des qualifizierten Bebauungsplan Nr. 634 „Industriegebiet Bannwaldallee und Unterreut“. Festgesetzt ist für das Grundstück Industriegebiet (GI), ausgeschlossen sind gemäß Bebauungsplan Einzelhandelsbetriebe und Anlagen für kirchliche, kulturelle, soziale, gesundheitliche und sportliche Zwecke. Gemäß Bebauungsplan dürfen in dem GI nur Betriebe zugelassen werden, die durch ihre Immissionen die benachbarten Wohngebiete WS und WA sowie das Erholungsgebiet „Günther-Klotz- Anlage“ nicht wesentlich stören. Zulässig sind teilweise 4 Geschosse, 5 Geschosse und in einem Teilbereich 6 Geschosse. Die Planung überschreitet in einem Teilbereich die festgesetzte Geschossigkeit, hierfür ist die planungsrechtliche Voraussetzung im Weiteren zu klären. Die vorgelegte Grundkonzeption ist anhand eines detaillierten Nutzungskatalogs und Raumprogramms im weiteren Verfahren mit der Verwaltung abzustimmen. – 3 – Das Projekt wurde in verschiedenen Varianten bereits dem Gestaltungsbeirat vorgestellt. Hierbei handelt es sich um die 2. Wiedervorlage. Die im Jahre 2017 in den nicht-öffentlichen Sitzungen vorgestellten Varianten beschäftigten sich mit unterschiedlichen Grundkonzeptionen für das Grundstück. Im Vordergrund stand die Gebäudeanordnung im Zusammenhang mit der Freiraumkonzeption im Sinne eines ganzheitlichen Gestaltungskonzeptes für das Areal. Dabei wurde sowohl der Erhalt der Bestandsgebäude auf dem Grundstück untersucht, als auch zusätzliche Neu- und Ergänzungsbauten in Betracht gezogen. Zudem empfahl der Gestaltungsbeirat eine Ausarbeitung einer detaillierten Freiflächenplanung mit Reduzierung der versiegelten Flächen, insbesondere die Klärung der Stellplatzunterbringung.
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Extrahierter Text
Empfehlung Sitzung Gestaltungsbeirat 09.02.2024, 13:30 Uhr öffentlich Großer Sitzungssaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Markus Müller . TOP 5 der Tagesordnung: Firmengebäude big Vorlage: 2024/0064 Der Gestaltungsbeirat begrüßt den Planungsvorschlag, der im Grundsatz darauf zielt, aus einem Industrieareal (GI) ein Stück Stadt werden zu lassen und dabei explizit auch den Baubestand des Areals aufgreift. Gerade das Thema des Erhalts des baulichen Bestands ist im Hinblick auf den Schutz von Ressourcen und den Erhalt grauer Energie eminent wichtig. Klärungsbedarf sieht der Gestaltungsbeirat vor allem in der städtebaulichen Anordnung und in der Frage, wie der Bestand – auch im Freiraum – interpretiert wird. Generell wird angemerkt, dass der Fußabdruck des Bauvorhabens incl. Parkierung zugunsten möglichst großer klimaaktiver Grünflächen reduziert werden sollte. Die Verfasser sehen eine Erschließung und Adressbildung von der Bannwaldallee vor, was auch der Tradition des Areals entspricht. Gleichwohl regt der Gestaltungsbeirat an, auch den Zugang von Süden stärker zur Aufwertung des Areals zu nutzen. Schließlich besteht hier durch die Tram-Brücke mit Fußgängerzuweg und „Märchenwald“ ein besonderer Freiraum, der nicht vernachlässigt oder zu einem Außengelände eines Kindergartens reduziert werden sollte. Auch formen die beiden zu erhaltenen Bestandsgebäude eine Fuge, die sehr gut in die städtebauliche Gesamtkonzeption passt, langfristig eine innere Erschließung in Nord-Süd-Richtung aufbaut, welche auch über das nun zu bebauende Areal hinausreichen kann. – 2 – Insgesamt sollte eine städtebauliche Überarbeitung das bestehende Bürogebäude („Siemensgebäude“) in seinen ästhetischen Qualitäten als „zeitloser Solitär“ stärker würdigen und daher auch auf eine voluminöse Anbauung verzichten. Eine Aufstockung ist durchaus möglich. Der Umgang mit der Lagerhalle („Boesnerhalle“) sollte geprüft werden. Da das Gebäude aus architektonischer Sicht nicht mit der Qualität des Bürogebäudes vergleichbar ist, sollte vermieden werden, durch den Erhalt zu suboptimalen städtebaulichen Lösungen zu gelangen. In dieser Hinsicht wird der jetzige Entwurf eher als situative Antwort auf den Bestand gelesen, denn als Gebäude mit eigenständiger Identität und einfacher Lesbarkeit. So bleibt u. a. fraglich, warum zur Südseite ein 5-geschossiger Riegel aufgebaut wird, warum sich der Außenbereich der Gastronomie vom Areal abwendet oder ob die Halle dreigeschossig überbaut werden kann – zumal sich daraus erhebliche Probleme im Hinblick auf den Brandschutz ergeben. Gleichwohl begrüßt der Gestaltungsbeirat, wenn es gelingt, die Ressourcen der Lagerhalle in die Zukunft zu überführen. Der jetzige Entwurfsstand macht nur rudimentäre Aussagen zur Gestaltung des Freiraums. Zudem dominieren dort Erschließung und Parkierung. Die Idee einer Parkpalette überzeugt bislang nicht, es bleibt unklar, wie damit an den Solitär des Bürogebäudes angeschlossen wird, ebenso wie dort ein klimawirksamer Baumbestand etabliert werden kann. Insofern empfiehlt der Gestaltungsbeirat eine Wiedervorlage des Projektes, in der das Areal eine angemessene Anbindung nach Süden erhält, der „Märchenwald“ besser in das Gesamtensemble eingebunden wird und die Freiräume insgesamt eine tragfähige Qualität erreichen. Das Siemensgebäude ist als Ankerpunkt des Areals stärker in Szene zu setzen. Insgesamt sollte ein Zusammenhang von visionären Ideen, Nutzungs-Lay-Outs, Atmosphären und Umfeld erarbeitet werden. In der Wiedervorlage sollten auch die Umnutzungsbedingungen (Tragkonstruktion, Statik, Sanierungsbedarf) der Lagerhalle präzisiert werden, soweit weiterhin mit diesem Bestand operiert werden soll.