Gemeindehaus/ Wohnung Serbisch-Orthodoxe Kirche

Vorlage: 2024/0061
Art: Informationsvorlage
Datum: 26.01.2024
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Stadtplanungsamt
Erwähnte Stadtteile: Nordstadt

Beratungen

  • Gestaltungsbeirat (öffentlich/nichtöffentlich)

    Datum: 09.02.2024

    TOP: 1

    Rolle: Beratung

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Informationsvorlage Serbisch-Orthodoxe Kirche
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2024/0061 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: Stadtplanungsamt Gemeindehaus/ Wohnung Serbisch-Orthodoxe Kirche Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gestaltungsbeirat 09.02.2024 Ö Beratung Kurzfassung Lage Die Serbisch Orthodoxe Kirchengemeinde möchte auf ihrem Grundstück in der Erzbergerstraße 170 in Nachbarschaft der Kirche ein zweigeschossiges Gebäude mit Flachdach errichten. Die Kirche befindet sich mittig auf dem Grundstück und ist von Bäumen umgeben. Der Standort des Neubaus liegt im Nordosten des Grundstücks. Das Gebäude ist freistehend, ohne bauliche Verbindung zur Kirche. Im Erdgeschoss befindet sich ein Multifunktionsraum mit Nebenräumen und eine Garage. Die Wohnung ist im nördlichen Teil des Gebäudes im Obergeschoss untergebracht. – 2 – Vorhaben Die Kirche wurde 1952 im Zusammenhang mit den Wohnquartieren für die Streitkräfte der Vereinigten Staaten als Garnisonskirche mit Gemeindezentrum errichtet und entspricht laut Ausweisungstext der amtlichen Denkmalliste einer „Standard Church“. Der Entwurf stammt vom Mannheimer Architekten Emil Serini. Nach Weggang der US-Streitkräfte wurde die Kirche zunächst als ökumenisches Gemeindezentrum St. Maria-Magdalena genutzt. Die Serbisch Orthodoxe Kirchengemeinde befindet sich seit 2012 an diesem Ort. Die Zeilenbebauungen in der Umgebung der Serbisch Orthodoxen Kirche östlich der Erzbergerstraße wurden als Wohngebäude für die Streitkräfte der Vereinigten Staaten errichtet. Nach Weggang der Streitkräfte wurde ein Großteil von der städtischen Wohnbaugesellschaft VOLKSWOHNUNG GmbH umgebaut und aufgestockt. Die Zeilen im Norden und Süden der Kirche haben jeweils vier und fünf Geschosse. Auch die benachbarte Grundschule (Marylandschule) war eine Schule der Streitkräfte der Vereinigten Staaten, sie ist jetzt in städtischem Eigentum. Westlich der Erzbergerstraße am Rand des Naturschutzgebietes Alter Flugplatz befinden sich unter anderem die Duale Hochschule Baden-Württemberg Karlsruhe und das ehemalige Versorgungszentrum der Streitkräfte der Vereinigten Staaten, für das derzeit neues Planungsrecht geschaffen wird. Dort ist auf 27 Hektar der neue nachhaltig mobile Stadtteil „Zukunft Nord“ in Planung. Hier gilt der Bebauungsplan Nr. 790 „Flächen für Kirche und Bildung an der Rhode-Island- Allee (Nutzungsfestsetzung)“. Er setzt für das Grundstück der Kirche „Fläche für den Gemeinbedarf ‚Kirche‘“ fest. Zulässig sind Kirchen und kirchlichen Zwecken dienende Gebäude und Einrichtungen. Das Maß der baulichen Nutzung richtet sich nach § 34 BauGB „Einfügen in die Umgebung“. Des Weiteren gilt hier die Erhaltungssatzung 6/3.7 "Ehemalige Amerikanersiedlung (Paul- Revere-Village) in der Karlsruher Nordstadt". Die Gestaltung der ehemaligen Amerikanersiedlung mit ihren offenen Freiräumen soll bewahrt werden. Denkmalschutz: Die Kirche ist ein Denkmal nach § 2 Denkmalschutzgesetz. Ein Umgebungsschutz besteht demnach nicht. Die Neuplanung ist losgelöst vom Kirchengebäude. Die Serbisch Orthodoxe Kirchengemeinde hatte im Frühjahr 2022 eine Bauvoranfrage eingereicht. Im Juni 2022 hat die erste Behandlung im Gestaltungsbeirat stattgefunden. Am 3. Februar 2023 wurde das Vorhaben erneut im Gestaltungsbeirat behandelt. Am 1. März wurde in einem Vor-Ort-Termin mit dem Dezernat 6, dem Stadtplanungsamt und dem Gartenbauamt der Gebäudekörper und seine Position neu festgelegt. Ein weiterer außerordentlicher Termin fand im April statt. In diesem Termin wurden insbesondere die Themen wie Erschließung, Nebenanlagen, Grundrissaufteilung, Materialität, Fassaden, Begrünung und Photovoltaik besprochen. Nach dem Termin wurde die genaue Lage der Leitungen überprüft, die sich auf dem Grundstück befinden. In einem weiteren Vor-Ort-Termin haben die Architekten mit dem Gartenbauamt und den Stadtwerken ihre Abstimmungen vertieft. Die Positionierung des Gebäudes wurde angepasst. – 3 – Bei der dritten Behandlung im Gestaltungsbeirat am 24. Juni 2023 wurden vor allem Empfehlungen zur detaillierteren Hochbaugestaltung weitergegeben. Im Herbst 2023 hat die Serbisch Orthodoxe Kirchengemeinde den Bauantrag eingereicht. Beim Sitzungstermin am 9. Februar 2024 werden Farb- und Materialmuster gezeigt.

  • Protokoll Ausschuss
    Extrahierter Text

    Empfehlung Sitzung Gestaltungsbeirat 09.02.2024, 13:30 Uhr öffentlich Großer Sitzungssaal, Rathaus Marktplatz Vorsitzender: Markus Müller . TOP 1 der Tagesordnung: Gemeindehaus / Wohnung Serbisch-Orthodoxe Kirche Vorlage: 2024/0061 Der Gestaltungsbeirat beschäftigt sich mit diesem schwierigen Projekt - das sich inzwischen im Stadium der Baugenehmigung befindet - bereits zum 4. Mal, diesmal abschließend mit der Material- und Farbgestaltung der Fassade sowie den Freianlagen. Der Gestaltungsbeirat stellt mit Bedauern fest, dass seine Anregungen zu Konstruktion und Fassade (nachhaltiger Holzbau mit Fassadenverkleidung aus Holz und Fassadenbegrünung) von den Vertretern der Kirche aus Kostengründen bei Erstellung und Unterhalt weiterhin abgelehnt werden. Die Fassade soll verputzt und erdfarben (d. h. dunkel abgetönt) werden. Letzteres wird begrüßt, um den dienenden Baukörper neben der dominanten Kirche so unauffällig wie möglich in die parkartige Umgebung einzufügen. Es wird der Kirchengemeinde ausdrücklich aufgegeben, die endgültige Farbgestaltung mittels alternativer Farbmuster am Objekt mit der Stadtverwaltung abzustimmen. Die flachen Dachflächen sind mit extensiver Begrünung und auf der oberen Dachebene zusätzlich mit PV-Paneelen geplant. Regenwasser wird dadurch zurückgehalten und soll im Übrigen – 2 – konsequent auf dem Grundstück versickert werden. Ebenfalls sehr positiv aufgenommen wird die Entscheidung der Kirchengemeinde, anstelle der bisher störend auf dem Dach vorgesehenen Wärmepumpe einen Fernwärmeanschluss zu realisieren und damit Technikaufbauten auf der 5. Fassade (mit Ausnahme der hinter der erhöhten Attika weitgehend verschwindenden Photovoltaik) zu vermeiden. Bei den Freianlagen wird angeregt, die beidseitig der Hauptzuwegung zu Kirche und Gemeindehaus mit Rasengitter vorgesehenen Stellplätze (mit Ausnahme der Behindertenstellplätze) an weniger prominenter Stelle zu verorten - zum Beispiel auf der straßenbegleitenden Trasse der Fernwärmeleitungen auf der Ostseite des Grundstücks, die weder überbaut noch mit Großbäumen bepflanzt werden kann. Es ist dem Gestaltungsbeirat ein besonderes Anliegen, auf der Ostseite des Gemeindehauses Großbaumpflanzungen einerseits zur Kompensation der wegen des Neubaus zu entfernenden Bestandsbäume und andererseits zur Überstellung des Objekts mit großkronigen Ergänzungspflanzungen sicherzustellen. Da dies wegen der Fernleitungstrasse nur auf öffentlicher Fläche (konkret dem überbreiten und ohnehin gesperrten Straßenraum) möglich ist, appelliert der Gestaltungsbeirat an die anwesenden Vertreter*innen des Gemeinderates und der Verwaltung, dies trotz der hierzu komplexen Abstimmungsnotwendigkeiten zu ermöglichen. Bei der Gestaltung der Belagsflächen für Wege und Plätze würde der Gestaltungsbeirat eine eher orthogonale Linienführung (gegenüber der vorgeschlagenen geschwungenen Ausformung) bevorzugen, da diese besser mit den baulichen Anlagen korrespondiert. Weiterhin wird vorgeschlagen, den Vorplatz auf der Westseite des Neubaus entlang der gesamten Fassade des Gemeindesaals zu verlängern, damit er von allen raumhohen und öffenbaren Fenstertüren des Raumes erreichbar ist. Der Gestaltungsbeirat verabschiedet sich mit diesen Empfehlungen von diesem Objekt und wünscht der Kirchengemeinde eine erfolgreiche Umsetzung. Abschließende Klärungen sind direkt mit den städtischen Ämtern abzustimmen.