Aufnahme der Grabstätten von Karoline Radke, Prof. Carl Engler und Max Büttner in die Liste der erhaltenswerten Gräber

Vorlage: 2023/2502
Art: Beschlussvorlage
Datum: 24.01.2023
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Friedhofs- und Bestattungsamt
Erwähnte Stadtteile: Mühlburg, Südweststadt

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 16.05.2023

    TOP: 9

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: einstimmig zugestimmt

Zusätzliche Dateien

  • Beschlussvorlage
    Extrahierter Text

    Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/2502 Verantwortlich: Dez. 5 Dienststelle: FBA Aufnahme der Grabstätten von Karoline Radke, Prof. Carl Engler und Max Büttner in die Liste der erhaltenswerten Gräber Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Ausschuss für öffentliche Einrichtungen 02.05.2023 5 x vorberaten Hauptausschuss 09.05.2023 8 x vorberaten Gemeinderat 16.05.2023 9 x Beschlussantrag (Kurzfassung) Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und im Hauptausschuss, die Grabstätten von • Karoline Radke, Hauptweg 24 Nr. 46, Friedhof Mühlburg • Prof. Carl Engler, Parkmauer 249 B, Hauptfriedhof • Max Büttner, Seitliche Parterre Anlage 109, Hauptfriedhof aufgrund ihrer Verdienste für die Stadt Karlsruhe als erhaltungswürdig zu erklären. Die Stadt Karlsruhe übernimmt für die Dauer von 10 Jahren die Kosten für die Nutzungsgebühren und einfache gärtnerische Unterhaltung und Pflege der Grabstätte. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: 3160,00 Euro Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: 316,00 Euro Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Karoline (Lina) Radke (1903-1983), Hauptweg 24 Nr. 46, Friedhof Mühlburg war eine der Wegbereiterinnen der Frauenleichtathletik und gehörte zu den bedeutendsten Karlsruher Sportlerinnen. Sie wurde als Karoline Batschauer 1903 in Karlsruhe geboren, die Familie zog 1917 nach Baden-Baden um. 1927 wurde sie Mitglied der Leichtathletikabteilung des Karlsruher Fußballvereins (KFV), für den sie im selben Jahr in Weltrekordzeit von 2:23,8 Minuten Deutsche Meisterin über 800 m wurde. Den KFV verließ sie noch 1927, da sie nach der Hochzeit mit ihrem Trainer Georg Radke in dessen Heimat Breslau übersiedelte. Höhepunkt ihrer Sportkarriere war die Teilnahme an den Olympischen Spielen 1928 in Amsterdam. In neuer Weltrekordzeit von 2:16,8 Minuten gewann sie die erste Leichtathletik-Goldmedaille für Deutschland und schrieb damit Sportgeschichte. Eine Wiederholung dieses Erfolgs blieb ihr versagt, da alle Strecken über 100 m aus dem olympischen Frauenprogramm gestrichen wurden. 1961 flüchtete die Familie aus Torgau und zog nach Karlsruhe. Aus Anlass ihres 70. Geburtstags 1973 ehrte die Stadt Karlsruhe sie mit der Goldmedaille für besondere Verdienste um den Sport. 2021 wurde die neue Dreifeldsporthalle in der Südweststadt nach Karoline (Lina) Radke benannt. Quelle: Manfred Koch, Artikel „Karoline (Lina) Radke-Batschauer“ im Stadtlexikon Karlsruhe, der vollständige Artikel unter: https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php/De:Lexikon:bio-0517 Carl Engler (1842-1925), Parkmauer 249 B, Hauptfriedhof Das Leben und berufliche Wirken Carl Englers ist eng mit Karlsruhe verbunden. Er studierte von 1859 bis 1861 am Karlsruher Polytechnikum Chemie, anschließend arbeitete er dort bis 1865 als Assistent. Von 1876 bis 1919 hatte er am Polytechnikum (später: Technische Hochschule) Professuren inne – zuerst für chemische Technologie, später für Chemie. Carl Engler war eine der bedeutendsten Wissenschaftlerpersönlichkeiten an der Karlsruher Technischen Hochschule und wirkte weit über Deutschland hinaus. Er gilt als Begründer der Erdölwissenschaft und -technik. „Bedeutend war sein Beitrag zur Entwicklung des Fachs Chemie an der Technischen Hochschule (TH) Karlsruhe. Er richtete das selbstständige Chemisch-Technische Laboratorium ein, erweiterte es erheblich und konnte schon 1882 mit dem Labor ein eigenes Gebäude beziehen. 1880 gründete Engler die Chemisch-Technische Prüfungs- und Versuchsanstalt und 1898 die Karlsruher Chemische Gesellschaft als Bindeglied zwischen Forschung und Industrie. Er initiierte 1900 die Einrichtung eines Lehrstuhls und Instituts für physikalische Chemie und Elektrochemie, ferner holte er Hans Bunte, Fritz Haber und Georg Bredig nach Karlsruhe. Engagiert förderte Engler zudem die völlige Gleichstellung von TH und Universität. Dreimal (1883/84, 1889/90, 1898/99) amtierte er als Rektor der TH. Darüber hinaus ließ er es sich nicht nehmen, in Karlsruhe als 1. Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins (1896-1910) vor Hunderten von Zuhörern naturwissenschaftliche Vorträge mit Experimenten zu halten.“ Aus dem Stadtlexikon Karlsruhe, online unter https://stadtlexikon.karlsruhe.de/index.php/De:Lexikon:bio-0111 Außerdem wirkte Engler als Politiker. Von 1887 bis 1890 gehörte er für die Nationalliberale Partei dem Reichstag an. Außerdem war er von 1891 bis 1902 ernanntes Mitglied der 1. Kammer der Badischen Ständeversammlung. – 3 – Mitgliedschaften (Auswahl): 1893 Preisrichter bei der Weltausstellung in Chicago 1907 Ehrenmitglied des Vereins Deutscher Chemiker 1919-1925 Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften 1903-1925 Mitglied des Aufsichtsrats der BASF Wissenschaftlicher Beirat der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft für Chemie, physikalische Chemie, Elektrochemie und Kohleforschung Mehrere badische und preußische Orden und Auszeichnungen In Karlsruhe sind nach ihm die Carl-Engler-Schule, die Englerstraße sowie auf dem KIT-Gelände der Engler-Bunte-Ring und das Engler-Bunte-Institut benannt. Max Büttner (1857-1927), Seitliche Parterre Anlage 109, Hauptfriedhof Max Büttner wurde in Potsdam geboren. Er ließ sich in Berlin als Sänger ausbilden und hatte dort auch seine ersten Auftritte als Bariton. Es folgten Anstellungen in Sondershausen, Mainz und Coburg., 1901 wurde er am Hoftheater in Karlsruhe engagiert. 1906 wurde er zum Kammersänger ernannt. Bis 1924 war er Mitglied des Hof- bzw. später Landestheaters. In diesen Jahren gehörte er zu den bekanntesten und beliebtesten Mitgliedern der Karlsruher Oper. Später arbeitete er weiter als Gesangslehrer. Seine Bedeutung zeigt sich nicht zuletzt bei seinem Begräbnis 1927: Unter den zahlreichen Trauergästen waren auch Oberbürgermeister Dr. Finter und Regierungsrat Dr. Asal vom Kultusministerium. Das Grabdenkmal Büttners stammt von dem Karlsruher Bildhauer Hermann Föry (1879-1930) (vgl. Karlsruher Zeitung vom 13.8.1929), dessen eigenes Grab seit 1956 ein Ehrengrab ist. Von ihm stammt die „Marktfrau“ auf dem Platz hinter der Kleinen Kirche. Da Büttner zu seiner Zeit zu den bedeutenden Künstlern der Stadt zählte und sein Grabmal von einem bekannten Karlsruher Bildhauer stammt, wird die Erhaltung des Grabes aus stadthistorischer Sicht befürwortet. Beschluss: Der Gemeinderat beauftragt nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und im Hauptausschuss, die Grabstätten von • Karoline Radke, Hauptweg 24 Nr. 46, Friedhof Mühlburg • Prof. Carl Engler, Parkmauer 249 B, Hauptfriedhof • Max Büttner, Seitliche Parterre Anlage 109, Hauptfriedhof aufgrund ihrer Verdienste für die Stadt Karlsruhe als erhaltungswürdig zu erklären. Die Stadt Karlsruhe übernimmt für die Dauer von 10 Jahren die Kosten für die Nutzungsgebühren und einfache gärtnerische Unterhaltung und Pflege der Grabstätte.

  • Abstimmungsergebnis TOP 9
    Extrahierter Text

  • Protokoll GR TOP 9
    Extrahierter Text

    Niederschrift 50. Plenarsitzung des Gemeinderates 16. Mai 2023, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 10. Punkt 9 der Tagesordnung: Aufnahme der Grabstätten von Karoline Radke, Prof. Carl Engler und Max Büttner in die Liste der erhaltenswerten Gräber Vorlage: 2023/2502 Beschluss: Der Gemeinderat beauftragt nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und im Hauptausschuss, die Grabstätten von • Karoline Radke, Hauptweg 24 Nr. 46, Friedhof Mühlburg • Prof. Carl Engler, Parkmauer 249 B, Hauptfriedhof • Max Büttner, Seitliche Parterre Anlage 109, Hauptfriedhof aufgrund ihrer Verdienste für die Stadt Karlsruhe als erhaltungswürdig zu erklären. Die Stadt Karlsruhe übernimmt für die Dauer von 10 Jahren die Kosten für die Nutzungsgebühren und einfache gärtnerische Unterhaltung und Pflege der Grabstätte. Abstimmungsergebnis: Bei 45 Ja-Stimmen einstimmig zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 9 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen am 2. Mai 2023 und im Hauptausschuss am 9. Mai 2023: Ich bitte auch da um Ihr Votum ab jetzt. – Einstimmige Zustimmung. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 2. Juni 2023