Errichtung von öffentlicher Ladeinfrastruktur in Grötzingen
| Vorlage: | 2023/1417 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 20.12.2023 |
| Letzte Änderung: | 12.05.2025 |
| Unter Leitung von: | Ortsverwaltung Grötzingen |
| Erwähnte Stadtteile: | Grötzingen, Hagsfeld |
Beratungen
- Ortschaftsrat Grötzingen (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 31.01.2024
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: mehrheitlich beschlossen
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Antrag für die Errichtung von öffentlicher Ladeinfrastruktur in Grötzingen 1. Zusammenfassung In Grötzingen gibt es aktuell noch keine öffentlichen Ladepunkte für Elektrofahrzeuge. Bei der Planung und der Errichtung von öffentlicher Ladeinfrastruktur muss auf eine gewisse Ortsnähe geachtet werden, wobei die maximale Entfernung zu akzeptierten Ladepunkten 2 km nicht überschreiten sollte. Die Anzahl von E-Fahrzeuge im Wohngebiet Im Speitel wird sich von heute ca. 20 bis zum Jahr 2025 auf ca. 68 Fahrzeuge erhöhen. Mit einem üblichen Verhältnis von 1:10 für benötigte Ladepunkte zu E-Fahrzeugen ergeben sich heute 2 und in 2025 ca. 7 öffentliche Ladepunkte im öffentlichen Bereich im Wohngebiet Im Speitel, siehe Bild 1. Im Speitel gegenüber von Hausnummer 45 sind günstige Voraussetzungen für die Installation von 2 öffentlichen Ladepunkten gegeben. Dort stehen entsprechender Parkraum, eine geeignete Stellfläche für die Ladesäule und eine ausreichende Energieversorgung zur Verfügung. Bild 1: Wohngebiet Im Speitel 2. Situation Aktuell gibt es in Grötzingen keine öffentlichen Ladepunkte für Elektrofahrzeuge (BEV) oder Plug-in-Hybridfahrzeuge (PHEV), siehe Bild 2. Die nächsten öffentlichen Ladepunkte liegen nicht in Fußnähe. Dazu zählen zum Beispiel: • 6 Ladepunkte im Bereich des Frauenhofer-Institutes für Chemische Technologie (ICT) • 2 Ladepunkte bei Aldi Süd in Berghausen • 2 Schnellladepunkte der EnBW im Industriegebiet (Auf der Breit, nähe Bosch) • 12 Schnellladepunkte der EnBW beim Kaufland Durlacher Allee 111 • 4 Ladepunkte (Pfalzwerke) bei Hornbach Hagsfeld Bild 2: Karte von Grötzingen mit Ladepunkten Laut dem Kraftfahrtbundesamtes (KBA) hat die Anzahl von Elektrofahrzeugen und Plug-in- Hybridfahrzeugen in Deutschland in den letzten Jahren deutlich zugenommen, siehe Bild 3. Nach der allgemeinen Auffassung und den Plänen der Bundesregierung ist davon auszugehen, dass die Anzahl der Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybridfahrzeuge weiter steigen wird. Die Anzahl der Neuzulassungen belegen diese Annahme, siehe Bild 4. Damit ergibt sich ein steigender Bedarf an öffentlicher Ladeinfrastruktur. Bild 3: Anzahl von Elektrofahrzeugen in Deutschland Bild 4: Neuzulassungen in Deutschland im 1. Quartal 2023 3. Bedarf Die akzeptierte maximale Entfernung zu einem Ladepunkt wird oft mit 2 km angegeben. In der Praxis sind es eher 1.000 Meter. Deshalb muss eine ausreichende Anzahl von Ladepunkten in einer ausreichenden Nähe zum Wohnort realisiert werden. Damit wird deutlich, dass Grötzingen öffentliche Ladepunkte benötigt. Im Wohngebiet Im Speitel wohnen ca. 1.000 Personen. Unterstellt man, dass auch für das Wohngebiet Im Speitel die PKW-Dichte von Baden-Württemberg von 613 (siehe Bild 5) gilt, dann wären dies ca. 613 PKW für das Wohngebiet im Speitel. Bild 5: PKW-Dichte in Deutschland Der Anteil der Elektroautos am Pkw-Bestand in Deutschland stieg in den letzten Jahren kontinuierlich und lag 2023 bei circa 3,9 Prozent (BEV und PHEV). Bei den Neuzulassungen betrug der Anteil der Elektroautos 17,7 (BEV) bzw. 13,7 (PHEV) Prozent. Einer Prognose nach könnte der Anteil der Elektrofahrzeuge am Bestand bis 2025 bereits 11,1 Prozent betragen, 2030 bereits 24,4 Prozent. (Quelle: Elektromobilität in Deutschland | Statista) Damit ergeben sich für das Wohngebiet Im Speitel rein statistisch aktuell ca. 23,9 Fahrzeuge (BEV und PHEV), die eine Ladeinfrastruktur benötigen. Es muss davon ausgegangen werden, dass die Anzahl der Elektrofahrzeuge und Plug-in-Hybridfahrzeuge auch im Speitel weiter steigen wird. Mit den Prognosezahlen für 2025 sind es bereits 11,1 Prozent, was ca. 68 Fahrzeugen (BEV und PHEV) entspricht. Mehrere nicht repräsentative Zählung im Wohngebiet Im Speitel haben ergeben, dass es aktuell bereits ca. 10 Elektrofahrzeuge und ca. 10 Plug-in-Hybridfahrzeuge gibt. Dies entspricht in etwa dem statistisch ermittelten Wert von 23,9 Fahrzeugen. Die nationale Leitstelle Ladeinfrastruktur hat im Rahmen einer Studie für das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Anzahl der Fahrzeuge (BEV und PHEV) pro Ladepunkt betrachtet (https://nationale-leitstelle.de/wp- content/pdf/broschuere-lis-2025-2030-final.pdf). Anhand dieser Studie lässt sich ein Bedarf an öffentlichen Ladepunkte ableiten bzw. prognostizieren. Man geht von einem Bedarf von 1 öffentlichen Ladepunkt für 10 Fahrzeuge (BEV und PHEV) aus. Durch die geringe Verfügbarkeit von privaten Ladepunkten im Wohngebiet Im Speitel wird der tatsächliche Bedarf eher darüber liegen. In Mehrfamilienhäuser ist die Installation von Ladepunkten meist kompliziert. Außerdem ist die Energieversorgung der Mehrfamilienhäuser Im Speitel aufgrund der Nachtspeicherheizungen als angespannt zu betrachten. Mit dem Verhältnis von 1:10 ergibt sich ein aktueller Bedarf von ca. 2 öffentlichen Ladepunkten im Wohngebiet Im Speitel. Bereits im Jahr 2025 ist von einem Bedarf von ca. 7 Ladepunkten auszugehen. 4. Konkreter Lösungsvorschlag Öffentliche Ladeinfrastruktur im Wohngebiet im Speitel kann gegenüber von Haus Nr. 45 Im Speitel im öffentlichen Parkraum eingerichtet werden. Dort gibt es die Möglichkeit die Trafostation N1293 in unmittelbarer Nähe zu nutzen. Die kleine Grünfläche zwischen den Parkplätzen kann als Stellfläche für die Ladesäule dienen. Auf den Bilder 6 bis 8 ist die Situation dargestellt. Laut SWKA steht eine verfügbare Leistung von ?? kW an der Trafostation N1293 zur Verfügung. Damit ist die Energieversorgung für 2 Ladepunkte mit insgesamt 22 kW sichergestellt. Bild 6: Lageskizze zur vorgeschlagenen Ladeinfrastruktur Bild 7: Bild 8: Ansicht auf Parkplätze, möglichen Standort für Ladesäule und Trafohaus N 1293 5. Fachbegriffe und Abkürzungen BEV Batterie elektrisches Fahrzeug E-Auto Elektrofahrzeug E-Fahrzeug Elektrofahrzeug E-Parkplatz Parkplatz für Elektrofahrzeuge EnBW EnBW Energie Baden-Württemberg AG (Energieversorger) KBA Kraftfahrtbundesamt kW Kilowattstunden (Einheit für elektrische Leistung) PHEV Plug-in-Hybrid elektrisches Vehicle (Fahrzeug) PKW Personenkraftwagen SWKA Stadtwerke Karlsruhe GmbH 6. Quellen https://nationale-leitstelle.de/wp-content/pdf/broschuere-lis-2025-2030-final.pdf Pkw-Dichte im Jahr 2021 auf Rekordhoch - Statistisches Bundesamt (destatis.de) Elektromobilität in Deutschland | Statista https://reiner-lemoine-institut.de/studie-bedarf-ladeinfrastruktur- 2030/#:~:text=Abseits%20von%20privaten%20Stellpl%C3%A4tzen%20wird,bei%20440.000 %20bis%20843.000%20Ladepunkten.
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Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/1417 Verantwortlich: Dez. 5 Dienststelle: Umwelt- und Arbeitsschutz Errichtung von öffentlicher Ladeinfrastruktur in Grötzingen (Antrag der FDP) Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Ortschaftsrat Grötzingen 31.01.2024 8 Ö Entscheidung Kurzfassung Der im Antrag vorgeschlagene Standort für eine AC-Ladesäule mit 2 x 22 kW Ladepunkten entspricht nicht dem „Rahmenkonzept für den Ausbau öffentlicher und öffentlich zugänglicher E- Ladeinfrastruktur der Stadt Karlsruhe“ und muss daher abgelehnt werden. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Gründe Stadt, Mobilität Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen Im öffentlichen Raum möchte die Stadt Karlsruhe insbesondere den Ausbau von Schnellladestationen mit Fokus auf Schnelllade-Hubs (DC-Lade-Hubs) rund um das Stadtgebiet forcieren. Das hat der Gemeinderat Ende September 2021 mit dem „Rahmenkonzept für den Ausbau öffentlicher und öffentlich zugänglicher E-Ladeinfrastruktur der Stadt Karlsruhe“ beschlossen. Zur Umsetzung des oben genannten Rahmenkonzepts werden kontinuierlich öffentliche Flächen auf ihre Eignung geprüft, um sie nach Möglichkeit in einem entsprechenden Verfahren Betreibern für den Ausbau und Betrieb von Schnellladeinfrastruktur zur Verfügung zu stellen. In diesem Rahmen wurden auch öffentliche Flächen in Grötzingen überprüft. Mit dem P&R-Parkplatz am Bahnhof Grötzingen konnte eine geeignete Fläche gefunden werden. Die Errichtung von E- Ladeinfrastruktur am P&R-Parkplatz wurde am 15.03.2023 vom Ortschaftsrat Grötzingen beschlossen. Momentan befindet sich ein neues Vergabeverfahren in Vorbereitung. In diesem Zuge wird auch der Standort in Grötzingen ausgeschrieben. Der Standort „P&R-Parkplatz Grötzingen“ ist in weniger als zwei Kilometern von allen Wohnhäusern im Wohngebiet „Im Speitel“ zu erreichen. Die im Anhang des Antrags vorgeschlagene Fläche für den Aufbau von Ladeinfrastruktur erfüllt die Anforderungen des Rahmenkonzeptes nicht, da sie in einem Wohngebiet mit geringen Abständen zur Wohnbebauung und nicht an einer übergeordneten Straße liegt. Weiterhin müsste zur Erstellung einer Ladesäule am vorgeschlagenen Standort die vorhandene Bepflanzung entfernt werden. Der Standort kann daher für eine DC-Ladesäule nicht berücksichtigt werden. AC-Ladesäulen, die ein langsameres Laden bis 22 kW ermöglichen, werden laut Rahmenkonzept seitens der Stadt zurzeit nicht weiterverfolgt. Der Grund hierfür ist, dass bei einer Schnellladesäule die Ladedauer im Gegensatz zu AC-Ladesäulen deutlich kürzer ist. Das bewirkt, dass bei Schnellladesäulen mehr Fahrzeuge in der gleichen Zeit (z. B. an einem Tag) laden können, wodurch die Ladesäule mehr Nutzenden zur Verfügung steht. Das obengenannte Rahmenkonzept wird derzeit einer umfassenden Evaluierung unterzogen. Bei einer Änderung der Standortkriterien werden alle bisher nicht in Frage kommenden Standortvorschläge erneut geprüft.
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Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/1417 Eingang: 14.01.2024 Errichtung von öffentlicher Ladeinfrastruktur in Grötzingen (Antrag der FDP-Ortschaftsratsfraktion) Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Ortschaftsrat Grötzingen 31.01.2024 8 Ö Entscheidung Der Gemeinderat hat Ende September 2021 das „Rahmenkonzept für den Ausbau öffentlicher und öffentlich zugänglicher E-Ladeinfrastruktur der Stadt Karlsruhe“ beschlossen. Im öffentlichen Raum möchte die Stadt Karlsruhe insbesondere den Ausbau von Schnellladestationen rund um das Stadtgebiet forcieren. Für den Aufbau von Schnellladestationen prüft die Stadtverwaltung gerade öffentliche Flächen, um diese bei Eignung entsprechend zur Verfügung stellen zu können. Die Stadt selbst wird keine öffentliche Ladeinfrastruktur betreiben. Derzeit wird eine Ladestation an einem Parkplatz beim Bahnhof in Grötzingen ausgeschrieben. Das Verfahren ist noch nicht abgeschlossen. Im Stadtteil Grötzingen fehlt es derzeit an öffentlichen Ladepunkten. Damit · hinken wir hinter anderen Kommunen her, · verfehlen unsere Klimaziele und · werden der stetig zunehmenden Nachfrage durch unsere Bürger nicht gerecht. Die Erhebungen in der jüngsten Zeit hinsichtlich Neuinstallation bieten bei weitem keine befriedigende Abdeckung der benötigten Ladepunktstationen. Diese wird erheblich durch die Lärmemissionsvorgabe und durch die Forderung eines Aufenthaltsbereichsraums, auch der vorgegebenen Gebiete, eingeschränkt. Zu ersterem gibt es Ausweichmöglichkeiten durch die Modifizierung des Ladevorganges, (z.B. 22kw sind geräuschlos, bis 50kw hinnehmbar). Zweiteres wird in der Realität nicht ernsthaft als notwendig erkannt: Wer steht neben sein Auto und wartet, bis es geladen ist? Wohngebiete sollen ausgeschlossen bleiben (!!). Am Beispiel des am dichtesten besiedelten Gebietes im Stadtteil Grötzingen „Im Speitel“, lassen sich Chancen und Bedarf der Möglichkeiten gut darstellen. Der ins Auge gefasste Punkt lässt zum Beispiel zwei Ladestationen für 22kw ohne große infrastrukturelle Maßnahmen zu. Hier ist eine Trafostation vorhanden. Der Ladevorgang wäre geräuscharm, die Ladestation wiederum zentral gelegen. Dem steht jedoch das "Rahmenkonzept" entgegen. Die FDP beantragt, den beiliegenden Fachbericht zu prüfen und das Rahmenkonzept zum Ausbau der Ladeinfrastruktur zu überdenken, abzuändern und neu den Gemeinderat beschließen zu lassen.