Karlsruhe-Pune – Zwischenfazit und Ausblick der bilateralen Zusammenarbeit
| Vorlage: | 2023/1378 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 05.12.2023 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Wirtschaftsförderung |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 20.02.2024
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/1378 Eingang: 05.12.2023 Karlsruhe-Pune– Zwischenfazit und Ausblick der bilateralen Zusammenarbeit Anfrage: FDP Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 20.02.2024 20 Ö Kenntnisnahme 1. Welche Fortschritte und messbaren Erfolge in Wissenschaft und Wirtschaft können seit 2014 für die Stadt Karlsruhe hinsichtlich der Kooperation mit der indischen Stadt Pune im Bundesstaat Maharashtra bereits festgehalten werden? a) Wie sieht der aktuelle Stand bezüglich der Ansiedlung von Unternehmen und der Schaffung neuer Arbeitsplätze insbesondere im IT-Bereich und für die Technologieregion Karlsruhe aus? b) Wie viele Fachkräfte konnten bisher für die Karlsruher Wirtschaft angeworben werden? 2. In welchen Bereichen soll die Kooperation auch mithilfe des Karlsruher Verbindungsbüros in Pune noch verstärkt werden? a) Welche Pläne und Überlegungen gibt es hierzu– auch gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg? b) In welchen Bereichen müssen Arbeits- und Austauschprozesse noch verstärkt und beschleunigt werden? c) In welchen wichtigen Feldern der Zusammenarbeit muss noch nachgebessert werden, um weiter voranzukommen und für beide Seiten einen größeren Nutzen zu erreichen? 3. Wie sieht die bilaterale Zusammenarbeit im Bereich Pflege aus? Welche generellen Pläne bestehen hier zu einer möglichen Kooperation? 4. Wie hoch lassen sich die Gesamtkosten und Investitionssummen der Stadt Karlsruhe für die seit dem Jahr 2014 bestehenden Kooperation beziffern? a) Wie hoch werden die Gesamtkosten seit 2014 für die jeweiligen (längeren) Reisen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Karlsruhe einschließlich personalisierter Einladungen beziffert? b) Welche Klima- und Umweltbilanz der seit 2014 stattfindenden Reisen zieht die Stadtverwaltung angesichts der selbst gesetzten städtischen Klimaschutzziele? Welche Änderungen könnten hinsichtlich der großen Distanz der beiden Städte noch vorgenommen und forciert werden? c) Wie bewertet die Stadtverwaltung diese Gesamtsumme abschließend in einer Kosten- und Nutzenanalyse für die Stadt Karlsruhe und ihre Bürgerinnen und Bürger? Wie ordnet sie diese angesichts der aktuellen städtischen Haushaltslage und weiteren Einschränkungen und Leistungskürzungen für die Einwohnerinnen und Einwohner ein? – 2 – Sachverhalt / Begründung: Bereits seit 2014 besteht nun das Karlsruher Marketing- und Kooperationsbüro in der indischen Stadt Pune im Bundesstaat Maharashtra, das für die Intensivierung der Zusammenarbeit der beiden Städte zuständig ist. Let’s bridge IT (LBIT) leitet hierbei das Büro der Stadt Karlsruhe in Pune und hat „[...] die Absicht, deutsche Unternehmen aus der Technologieregion Karlsruhe (TRK) in und um Pune bekannt zu machen sowie indischen Firmen die Möglichkeiten der Ansiedlung in Karlsruhe aufzuzeigen“ (https://www.lets-bridge-it.com/). Nach fast zehnjährigem Bestehen des vertieften Austauschs sollte nun ein erstes Zwischenfazit gezogen werden. Deshalb sollten nun in einer kritischen Analyse gemeinsame Fortschritte, Vorteile und Nutzen für beide Seiten, messbare Erfolge für unsere regionale Wirtschaft und unsere Stadtgesellschaft sowie fiskalische Kosten für die Stadt Karlsruhe und Auswirkungen für Umwelt und Klima genauer betrachtet werden, um qualitative Verbesserungen und Änderungen in den bilateralen Beziehungen herbeizuführen. Unterzeichnet von: Tom Høyem Thomas H. Hock Annette Böringer Karl-Heinz Jooß
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Stellungnahme zur Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/1378 Verantwortlich: Dez. 4 Dienststelle: Wirtschaftsförderung Karlsruhe - Pune – Zwischenfazit und Ausblick der bilateralen Zusammenarbeit Anfrage: FDP Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 20.02.2024 20 Ö Kenntnisnahme Seit 2012 unterhält die Stadt Karlsruhe intensive Wirtschaftsbeziehungen nach Pune/Indien, von 2014 bis Ende 2023 mit einem eigenen Kooperationsbüro vor Ort. Steuerung und Koordination der städtischen Indien-Aktivitäten liegen bei der Wirtschaftsförderung. Schon zuvor gab es Kontakte von Karlsruhe Tourismus mit Indien, Schwerpunkt Bundesstaat Maharashtra. Mit Maharashtra besteht seit 2015 eine Partnerschaft mit dem Land Baden-Württemberg. Durch das India Board Netzwerk unter Vorsitz von OB Dr. Frank Mentrup findet ein Informationsaustausch zwischen städtischen Akteuren und der regionalen Wissenschaft und Wirtschaft statt. Im Netzwerk sind rund 250 Mitglieder aktiv, davon 1/3 Verwaltung, 1/3 Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie 1/3 Unternehmen. Leitlinie für alle wirtschaftlichen Indien-Aktivitäten der Stadt Karlsruhe war und ist die Strategie der Wirtschaftsförderung für den Bereich Internationales. Die internationale Ausrichtung und die Zielmärkte wurden zuletzt im Ausschuss für Wirtschaftsförderung am 24.06.2022 vorgestellt und diskutiert. Zudem wurde im Ausschuss für Wirtschaftsförderung am 27.09.2019 eine Übersicht über die Internationalisierungsaktivitäten in den Entwicklungen zur Firmenakquise, zur Markterschließung für Karlsruher Unternehmen und Hochschulkooperationen bzw. Projektpartnerschaften dargestellt. Daneben gibt es Aktivitäten von KME und KTG sowie des ZKM in Pune und Mumbai. 1. Welche Fortschritte und messbaren Erfolge in Wissenschaft und Wirtschaft können seit 2014 für die Stadt Karlsruhe hinsichtlich der Kooperation mit der indischen Stadt Pune im Bundesstaat Maharashtra bereits festgehalten werden? Zur Erfüllung der Ziele wurde ein Netzwerk auf politischer Ebene aufgebaut. Über die Indien- Aktivitäten gibt es intensive Kontakte mit dem Staatsministerium, dem Wirtschaftsministerium, dem Wissenschaftsministerium des Landes BW, der Landesagentur bw-i, der Indien-Abteilung des Auswärtigen Amts in Berlin sowie mit dem indischen Generalkonsulat in München, dem indischen Honorarkonsulat in Stuttgart und den regionalen Vorort-Partnern, wie der Handelskammer MCCIA in Pune, der Handelskammer IMC in Mumbai sowie der städtischen Administration in Aurangabad. In regelmäßigen Austausch-Gesprächen können hier Karlsruher Anliegen eingebracht und entwickelt werden. Daraus resultieren gemeinsame Projekte von Karlsruher Hochschulen sowie dem Stadtplanungsamt mit indischen Verwaltungen zur Beratung für die Gestaltung nachhaltiger Gewerbegebiete und auch ein aktiver Austausch der DHBW mit dem Indo-German Training Center in Mumbai. Ein Erfolg des Standortmarketings ist sicherlich die zunehmende Anzahl indischer Delegationen und deren politische und wirtschaftliche Relevanz. Von diesen Besuchen profitieren lokale – 2 – Unternehmen beim Markteintritt durch politische Kontakte und auch Akteure wie die Kreishandwerkerschaft. Insbesondere trägt das stetig wachsende, eigene regionale Netzwerk - das India Board Karlsruhe unter Vorsitz von Oberbürgermeister Dr. Mentrup - mit rund 250 Kontakten aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung zu einer wahrnehmbaren Entwicklung Karlsruhes als wirtschaftliches Indien-Kompetenzzentrum bei. Aktivitäten im Rahmen Europäischer Förderprogramme IUCC/IURC 2018 bis 2000 arbeiteten die Nagpur Municipal Corporation und die Stadt Karlsruhe im Rahmen des europäischen IUC- Programms in zwei Projektphasen an Themen der Aktiven Mobilität (Wirtschaftsförderung / Stadtplanung, ergänzt durch die Hochschule Karlsruhe). 2022 bis 2023 wurde das europäische Programm mit der Metropolregion Pune (PMRDA) zur Entwicklung eines Eco Industrial Townships (45 ha) abgeschlossen. Der parallel abgeschlossene MoU zwischen der Stadt Karlsruhe und der PMRDA hat noch eine Laufzeit bis 2025. a) Wie sieht der aktuelle Stand bezüglich der Ansiedlung von Unternehmen und der Schaffung neuer Arbeitsplätze insbesondere im IT-Bereich und für die Technologieregion Karlsruhe aus? Aktuell ist die Wirtschaftsförderung Karlsruhe mit 45 indischen Unternehmen in Kontakt, die Interesse an einer Firmengründung in Karlsruhe haben. Die Bandbreite der Branchen reicht von einem der größten indischen Konzerne, Aditya Birla, der Investitionen in Karlsruher Start-ups untersucht, über mittelständische Automobilzulieferer (AutoOne), bis hin zu Dienstleistungsunternehmen, wie Softwareanbieter, Vermittler von Outsourcing Leistungen und digitale Beratungen. In den letzten Jahren konnten zehn indische Firmen im mittelständischen Bereich in Karlsruhe angesiedelt werden: Als gemeinsame Vertretung im ABPRO Büro: KCP Gauging Technologies Pvt. Ltd.,Vijay Gears Pvt. Ltd., Accrete Electromech Pvt. Ltd., Shubhneel Industries,Tool Tech Toolings, sowie als selbstständige Firmengründungen: Sikraft Technologie GmbH, Mestech Services GmbH, Sönteva GmbH, Impac Labs GmbH, Heidelsoft Beratung. b) Wie viele Fachkräfte konnten bisher für die Karlsruher Wirtschaft angeworben werden? Zur Gewinnung zuverlässiger Zahlen zum Zuzug von Fachkräften wurden Zahlen des Amts für Stadtentwicklung sowie des Welcome Center der TechnologieRegion Karlsruhe herangezogen. Aus den Quellen ergibt sich folgendes Bild: Laut Amt für Stadtentwicklung sind zwischen 2014 bis September 2023 insgesamt 2.920 Indische Personen in der Altersgruppe zwischen 25-45 Jahren nach Karlsruhe gezogen und haben hier ihren Hauptwohnsitz angemeldet. In 2014 waren es 177 Zuzüge aus Indien, 2022: 471 Zuzüge. Zahlen, wo die Personen arbeiten, liegen nicht vor. Gleichzeitig werden auch nicht die indischen Personen erfasst, die im Stadtgebiet arbeiten und im Umland wohnen. Die Tendenz der zunehmenden Zuzüge aus Indien stimmt auch mit den Trends der Zahlen für indische Studierende am KIT, der Europäischen Schule und den Beratungszahlen des Welcome Centers überein. Am KIT sind Studierende indischer Herkunft inzwischen die zweitgrößte internationale Gruppe (2014: 135, 2022:346). – 3 – Aktuell lernen 70 Schülerinnen und Schüler an der Europäischen Schule, vor zehn Jahren waren es 38 Lernende. Aktuell leben laut indischem Generalkonsulat rund 3.000 indische Erwachsene in Karlsruhe. Das Welcome Center der TechnologieRegion Karlsruhe hat seit Gründung 2018 insgesamt 113 Beratungen für indische Fachkräfte durchgeführt. Im Jahr 2018 waren es fünf Beratungen und 25 im Jahr 2023. 2. In welchen Bereichen soll die Kooperation auch mithilfe des Karlsruher Verbindungsbüros in Pune noch verstärkt werden? Der Vertrag mit Let ́s Bridge IT (LBIT), dem Dienstleister für das Karlsruher Kooperationsbüro in Pune, ist zum 31.12.2023 ausgelaufen und wurde in beiderseitigem Einvernehmen nicht verlängert. Für die Vorbereitung von Veranstaltungen in Pune sowie die Gewinnung von Investoren wird eine weiterführende, projektorientierte Zusammenarbeit angestrebt. Zusätzlich wurden und werden weitere Kontakte in Pune genutzt, um eigene Beziehungen vor Ort zu entwickeln. a) Welche Pläne und Überlegungen gibt es hierzu – auch gemeinsam mit dem Land Baden-Württemberg? Das Land Baden-Württemberg hat die Nutzung des Kooperationsbüros bei Let ́s Bridge IT für zwei weitere Jahre (bis Ende 2025) zugesagt und hat mit einer zusätzlichen Finanzierung einen Fachkräfte-Desk für Unternehmen aus Baden-Württemberg eingerichtet. Damit soll es Institutionen und Unternehmen einfacher gemacht werden, indische Fachkräfte gezielt zu identifizieren. Alle geplanten Aktivitäten stehen auch Karlsruher Firmen und Organisationen zur Verfügung. Für die nächste von bw-i geplante Indienreise im Februar 2024 ist die Wirtschaftsförderung in die Vorbereitung eingebunden und nimmt auch teil. b) In welchen Bereichen müssen Arbeits- und Austauschprozesse noch verstärkt und beschleunigt werden? Ein Fokus der zukünftigen Internationalisierungsarbeit wird auf der Nutzung der in Karlsruhe und der Region bereits international arbeitenden Institutionen, Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger liegen. Zum Beispiel birgt die stetig gewachsene Anzahl indischer Studierender Potenzial für Gründungsaktivitäten in Karlsruhe und über die Familien in Indien direkte Kontakte zu mittelständischen Unternehmen vor Ort. c) In welchen wichtigen Feldern der Zusammenarbeit muss noch nachgebessert werden, um weiter voranzukommen und für beide Seiten einen größeren Nutzen zu erreichen? Im Bereich Fachkräfte unterstützt die Wirtschaftsförderung Aktivitäten des Pflegebündnisses der TechnologieRegion Karlsruhe und der Verkehrsbetriebe durch die Nutzung von Kontakten in Pune und Mumbai zu staatlichen indischen Institutionen, die bei der Auswahl und Vorbereitung von in Frage kommenden Personen helfen. Neben diesen Projekten fördert die Wirtschaftsförderung insbesondere Pilotprojekte, unter anderem für indische Fachkräfte in Handwerksberufen, wie sie die Kreishandwerkerschaft Karlsruhe aktuell konzipiert. Zur Aufgabe der Unterstützung regionaler Unternehmen bei der Internationalisierung Richtung Indien besteht grundsätzlich Informationsbedarf. Noch häufig unterschätzen mittelständische Firmen Indien als Markt und Produktionsstandort. Mit der Vermittlung eines realistischen, modernen Indien-Bildes durch die Organisation von Informations- – 4 – Veranstaltungen, wie eines Indien-Wirtschaftstages zum Auftakt der India Summer Days, positioniert sich Karlsruhe noch stärker als Indien-Kompetenzzentrum. 3. Wie sieht die bilaterale Zusammenarbeit im Bereich Pflege aus? Welche generellen Pläne bestehen hier zu einer möglichen Kooperation? Zur Beantwortung dieser Frage sind das Pflegebündnis Karlsruhe und das Städtischen Klinikum zu Indien Aktivitäten angefragt worden. Das Städtische Klinikum hat folgende Information zurückgemeldet: „Eine Kooperation mit der indischen Stadt Pune besteht nicht. Aktuell hat das Städtische Klinikum Karlsruhe (SKK) indische Pflegekräfte gezielt akquiriert, welche allerdings noch nicht eingereist sind.“ 4. Wie hoch lassen sich die Gesamtkosten und Investitionssummen der Stadt Karlsruhe für die seit dem Jahr 2014 bestehenden Kooperation beziffern? Von 2014 bis 2023 betrugen die Gesamtkosten der Wirtschaftsförderung Karlsruhe 792.431,42 Euro, die sich wie folgt zusammensetzen: 1. Personal- und Bürokosten für das Kooperationsbüro (533.786,40 Euro) 2. Ausgaben für Marketing- und Öffentlichkeitsarbeit in Indien und Karlsruhe z. B. für Webseite, Broschüren, Messestand, Anzeigen etc. (68.951,72 Euro) sowie für 3. Delegationsreisen (189.693,30 Euro) a) Wie hoch werden die Gesamtkosten seit 2014 für die jeweiligen (längeren) Reisen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt Karlsruhe einschließlich personalisierter Einladungen beziffert? Seit 2014 fanden acht Reisen statt, die von OB Dr. Mentrup teilweise begleitet wurden, u.a. Delegationen mit Ministerpräsident Kretschmann, verschiedenen Ministerinnen und Ministern sowie Vertreterinnen und Vertretern aus dem Staatsministerium, Wirtschaftsministerium, Wissenschaftsministerium, Umweltministerium und Verkehrsministerium. Die Gesamtkosten hierfür betragen insgesamt 189.693,30 Euro. Pro mitreisender Person aus Dezernat 1, SAM und anderen Ämtern betragen die jeweiligen Reisekosten je nach Programm zwischen 3.000 Euro und 5.000 Euro. b) Welche Klima- und Umweltbilanz der seit 2014 stattfindenden Reisen zieht die Stadtverwaltung angesichts der selbst gesetzten städtischen Klimaschutzziele? Welche Änderungen könnten hinsichtlich der großen Distanz der beiden Städte noch vorgenommen und forciert werden? Seit Bestehen der Zusammenarbeit zwischen Karlsruhe und Pune wurde darauf Wert gelegt, die Reisetätigkeit der Stadt auf notwendige Reisen, mit kurzen, effizienten Programmen zu beschränken (eine Reise pro Jahr). Transporte vor Ort wurden so organisiert, dass wann immer möglich, von mehreren Delegationsteilnehmenden gemeinsam genutzte Überlandfahrten bevorzugt vor Inlandsflügen gebucht wurden. Seit es möglich ist, wurden Langstreckenflüge auch nach dem Kriterium des geringeren CO2-Ausstoßes ausgewählt. Entsprechend der bestehenden Verwaltungsvorschrift werden seit 2023 bei Flugbuchungen Kompensationszahlungen an ein Aufforstungsprojekt in Ecuador entrichtet. Videokonferenzen sind seit der COVID-Pandemie regelmäßige Bausteine des Austauschs und überwiegen in der Zahl die Treffen in Präsenz. – 5 – c) Wie bewertet die Stadtverwaltung diese Gesamtsumme abschließend in einer Kosten- und Nutzenanalyse für die Stadt Karlsruhe und ihre Bürgerinnen und Bürger? Wie ordnet sie diese angesichts der aktuellen städtischen Haushaltslage und weiteren Einschränkungen und Leistungskürzungen für die Einwohnerinnen und Einwohner ein? Die Exportquote der TechnologieRegion Karlsruhe laut IHK-Erhebung wächst kontinuierlich und beträgt 54,4%. Die zunehmende Internationalisierung der Wirtschaft ist bedeutend für Karlsruhe als Wirtschaftsstandort und die hier wirtschaftenden Unternehmen. Die globale Entwicklung hat die wirtschaftliche Gewichtung der Länder verschoben. Insbesondere im Digitalbereich ist mit dem Wegbrechen östlicher Märkte Indien für Unternehmen stärker in den Fokus gerückt. Mit einer Wachstumsrate des BIP von über 6 Prozent in 2023 ist Indien die am schnellsten wachsende Volkswirtschaft der Welt und wird in wenigen Jahren Japan und Deutschland als drittgrößte Volkswirtschaft der Welt überholen. Schon heute kommen viele technologische Innovationen aus Indien, und das Land hat in den letzten zehn Jahren in Infrastruktur und bessere wirtschaftliche Rahmenbedingungen investiert. Die politische Bedeutung als wichtiger Partner in allen globalen Gremien wurde während der G20-Präsidentschaft Indiens 2023 eindrucksvoll belegt. Der Nutzen der Indien-Aktivitäten der letzten Jahre ist gebündelt im India Board Karlsruhe sichtbar. Seit den Anfängen mit acht bis zehn Partnern hat sich das Netzwerk zu einem starken Verbund mit über 250 Kontakten entwickelt. Regionale Unternehmen wie Rosenbauer, Aluplast, init, WIBU konnten über die Netzwerkkontakte Geschäftsmodelle mit indischen Partnern entwickeln. Institutionen und Firmen engagieren sich als Sponsoren. Aktuell belaufen sich die jährlichen Einnahmen durch das finanzielle Engagement auf 27.500 Euro. Die im Rahmen der Haushalts-Sicherung reduzierten Mittel ab 2025 sind notwendig, um die in der Strategie 2023 der Wirtschaftsförderung angestrebten städtischen Ziele in Bezug auf Indien zu erreichen und zu weiteren positiven Entwicklungen für Ansiedlungen, für das Image eines internationalen Innovations- und Gründungsstandorts und für die Akquise von Fachkräften als Rückflüsse der Netzwerkarbeit beizutragen. Der deutsche Fachkräftemangel wird im bevölkerungsreichsten Land der Erde mit unzähligen, gut ausgebildeten, englischsprachigen Menschen hervorragend adressiert: Von Softwareentwicklern bis zu Pflegekräften kann Indien entsprechende Human Ressources liefern, ohne die Gefahr eines Braindrain für Indien. Die breite Bevölkerung Karlsruhes wiederum profitiert vom kulturellen Austausch, etwa bei den India Summer Days. Mit diesem grundsätzlich touristischen Format lassen sich die oben genannten Ziele (siehe Ziffer 2c) verbinden.
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Niederschrift 61. Plenarsitzung des Gemeinderates 20. Februar 2024, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup Punkt 20 der Tagesordnung: Karlsruhe – Pune – Zwischenfazit und Ausblick der bilateralen Zusammenarbeit Anfrage: FDP Vorlage: 2023/1378 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 20 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stel- lungnahme liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen (keine Wortmeldungen). Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 23. Februar 2024