Klärwerk Karlsruhe, Schlammbehandlung, Neubau einer Faulungsanlage
| Vorlage: | 2023/1176 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 12.10.2023 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Tiefbauamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Bauausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 30.11.2023
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: einstimmig beschlossen
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/1176 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: TBA Klärwerk Karlsruhe, Schlammbehandlung, Neubau einer Faulungsanlage Vergabe der Leistungen für die Projektsteuerung Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Bauausschuss 30.11.2023 1 Ö Kurzfassung Der Bauausschuss genehmigt die Vergabe folgender Leistungen: Klärwerk Karlsruhe, Schlammbehandlung, Neubau einer Faulungsanlage Vergabe der Leistungen für die Projektsteuerung an das Beratungsunternehmen: Drees & Sommer SE, Stuttgart zum Angebot vom: 8. September 2023 abschließend mit: 1.240.833 Euro Die Verwaltung wird ermächtigt, den Zuschlag zu erteilen. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☒ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: 1.240.833 Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☒ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – 1. Beschreibung des Leistungsumfangs In den zurückliegenden Jahren wurden verschiedene Studien und Planungen zu Aufgabenstellungen der Abwasserreinigung und der Schlammbehandlung auf dem Klärwerk Karlsruhe bearbeitet. Insbe- sondere der Bau einer anaeroben Schlammbehandlung (Faulbehälter) und die energetische Verwer- tung des Klärgases in Blockheizkraftwerken ermöglichen einen deutlich höheren Anteil der Eigen- stromerzeugung und damit einen niedrigeren Strombezug sowie eine stabilere Reinigungsleistung durch die verfahrenstechnische Entkopplung der Abwasserreinigungs- und Schlammbehandlungspro- zesse. Zudem wird durch die Ausfaulung in den Faulbehältern der Klärschlamm zwischenlagerfähig, was vor dem Hintergrund der anstehenden Transformation des Entsorgermarktes eine sehr wichtige Eigenschaft zur Gewährleistung der Klärschlammentsorgungssicherheit sein wird. Das räumliche Zu- sammenfügen von Faulung und Verbrennung an einen neuen Standort am Rande des Klärwerks er- möglicht einerseits eine optimierte Abstimmung der Stoff- und Wärmeströme, andererseits werden neue Freiräume für das Entwicklungspotenzial der Abwasserreinigung geschaffen. Die Gesamtkonzep- tion, bei der die Schlammbehandlung durch die erste Komponente, Bau einer Faulungsanlage, geplant werden soll, wurde im Rahmen der „Umsetzungsstrategie klimafreundliches Klärwerk 2035“ im Juli 2022 vorgestellt. Aufgrund der aktuellen Lage im Klärwerk, welche durch die gleichzeitige Planung und Umsetzung ei- ner hohen Anzahl an Bauprojekten gekennzeichnet ist sowie die Komplexität der Maßnahme mit ge- schätzten Baukosten von circa 80 Millionen Euro, wird die Einbindung eines Projektsteuerers als erfor- derlich erachtet. Die Projektsteuerung durch einen externen Dienstleister bietet eine umfangreiche Pro- jektkoordination durch Abstimmungen zwischen den eingebundenen Objekt- und Fachplanern, den Aufbau eines Berichtswesen zur Kontrolle von Kosten-, Qualitäts- und Terminzielen sowie eine Pla- nung von Mittelbedarf und -abfluss über den Zeitraum des Gesamtprojekts. Dadurch kann das Perso- nal der Bauabteilung möglichst effizient eingesetzt werden, da mit einer gleichbleibenden Anzahl an Mitarbeitern mehrere Projekte umgesetzt werden können, ohne dabei die wesentlichen Bauherrenauf- gaben und Entscheidungen der Projektleiter aus der Hand zu geben. Die Leistung soll nach der Honorarordnung für Projektmanagementleistungen in der Bau- und Immo- bilienwirtschaft (AHO) in zwei Stufen beauftragt werden. Zunächst erfolgt die Vergabe der Projektstu- fen 1 und 2 (Projektvorbereitung und Planung). Die bis dahin erreichte Planungstiefe ist Grundlage für die Ausführungsvorbereitung sowie die Projektvorstellung im Rahmen des gemeinderätlichen Kosten- kontrollverfahrens. Die drei weiteren Projektstufen (Ausführungsvorbereitung, Ausführung und Projek- tabschluss) werden erst nach Vorliegen der haushaltsrechtlichen Ermächtigung nach Bedarf beauf- tragt. 2. Ausschreibungsverfahren Bei zu erwartenden Baukosten in Höhe von rund 80 Millionen Euro liegt das Honorar für die Projekt- steuerung oberhalb des Schwellenwertes von 215.000 Euro netto, so dass die Beauftragung dieser Leistungen im Rahmen eines europaweiten Verhandlungsverfahrens nach der Vergabeverordnung (VgV) zu erfolgen hat. Das vorläufige Honorar berechnet sich auf der Basis von anrechenbaren Kosten in Höhe von 60 Millionen Euro. In der Auswahlstufe 1 des Verfahrens wurden die Bewerbungsunterlagen von 16 Ingenieurbüros an- gefordert. Davon haben sieben Unternehmen ihre Bewerbungen fristgerecht eingereicht. Anhand von Nachweisen und Referenzen in Bezug auf die vorgegebenen Eignungskriterien wurde die technische, berufliche sowie wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Bewerber nachgewiesen und bepunktet. Die vier Unternehmen mit der höchsten Punktzahl wurden daraufhin zur Abgabe eines Angebots aufge- fordert und zum Verhandlungsverfahren eingeladen. – 3 – Zur Bewertung der Ingenieurbüros in der Auswahlstufe 2 war für die Bieterpräsentation ein Aufgaben- katalog mit Bewertungskriterien erarbeitet und den Bietern vorab bekanntgegeben worden. Folgende Punkte wurden durch die Jury geprüft: • Vorstellung eines Referenzprojektes (30 Punkte) • Projektanalyse und strukturelle Herangehensweise (30 Punkte) • Fragen im Rahmen der Bieterpräsentation (10 Punkte) • Honorar (30 Punkte) Bewertungsergebnis: Von 100 erreichbaren Punkten erzielten die genannten Büros folgendes Ergebnis: Nr. Büro Honorar brutto in Euro Punkte 1 Drees & Sommer SE 1.240.833 Euro 92,3 2 3 4 Ingenieurbüro B Ingenieurbüro C Ingenieurbüro D 1.562.536 Euro 1.751.039 Euro 2.088.316 Euro 77,8 62,1 55,6 3. Honorar Die Honorierung der zu beauftragenden Leistungen erfolgt gemäß dem im VgV-Verfahren vorgelegten Angebot vom 8. September 2023 auf der Grundlage der AHO. Das vorläufige Honorar beträgt für die Projektstufen 1 bis 5 insgesamt 1.240.833 Euro inklusive besonderen Leistungen, Nebenkosten, Mehr- wertsteuer sowie eines gewährten Preisnachlasses. Der Anteil für die erste Beauftragung der Projekt- stufen 1 und 2 beläuft sich auf 471.350 Euro. Das Tiefbauamt schlägt vor, die Drees & Sommer SE aus Stuttgart mit der Erbringung der Leistungen für die Projektsteuerung in den Projektstufen 1 bis 5 stu- fenweise zu beauftragen. 4. Erläuterungen zu finanziellen Auswirkungen Die Gesamtplanung wurde in einem europaweiten VgV-Verfahren ausgeschrieben. Wie unter Punkt 2 beschrieben, erfolgt in einer ersten Stufe die Beauftragung der Projektstufen 1 und 2. Hier stehen im Teilhaushalt 7400 bei Projekt 7.740999 (Planungskosten Stadtentwässerung) die Mittel und Verpflich- tungsermächtigungen teilweise zur Verfügung. Die weiteren erforderlichen Verpflichtungsermächti- gungen können im Deckungskreis von Projekt 7.740217 (Neubau Labor- und Verwaltungsgebäude) verwendet werden, da dieses erst im nächsten Jahr zur Ausschreibung vorgesehen ist. – 4 – Beschluss: Antrag an den Bauausschuss Der Bauausschuss genehmigt die Vergabe folgender Leistungen: Klärwerk Karlsruhe, Schlammbehandlung, Neubau einer Faulungsanlage Vergabe der Leistungen für die Projektsteuerung an das Beratungsunternehmen: Drees & Sommer SE zum Angebot vom: 8. September 2023 abschließend mit: 1.240.833 Euro Die Verwaltung wird ermächtigt, den Zuschlag zu erteilen.