Naturnahe Beisetzungsformen – Wald- und Wiesengräber auf dem Friedhof Palmbach

Vorlage: 2023/1173
Art: Beschlussvorlage
Datum: 12.10.2023
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Ortsverwaltung Wettersbach
Erwähnte Stadtteile: Grünwettersbach, Palmbach

Beratungen

  • Ortschaftsrat Wettersbach (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 12.12.2023

    TOP: 1

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: mehrheitlich beschlossen

Zusätzliche Dateien

  • Beschlussvorlage Wettersbach
    Extrahierter Text

    Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/1173 Verantwortlich: Dez. 5 Dienststelle: FBA Naturnahe Beisetzungsformen – Wald- und Wiesengräber auf dem Friedhof Palmbach Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Ortschaftsrat Wettersbach 12.12.2023 1 Ö Entscheidung Kurzfassung Beschlussantrag (Kurzfassung) Der Ortschaftsrat Wettersbach nimmt die Vorlage zur Kenntnis und empfiehlt, die nachfolgende Entwicklungsplanung in 2024 umzusetzen. Friedhofsentwicklungsplanung für den Stadtteilfriedhof Palmbach Aufgrund des Antrags der CDU/FW-Wähler-Fraktion im Ortschaftsrat Wettersbach vom 25.06.2022 wurde durch das Friedhofs- und Bestattungsamt der aktuelle bzw. künftige Bedarf an Beisetzungs- und Grabarten für den Friedhof Palmbach ermittelt. Dabei wird bei der Prognose für die nächsten 20 Jahre von den Entwicklungen in den zurückliegenden 3 Dekaden und den Erfahrungen auf anderen Friedhöfen, insbesondere in Grünwettersbach, ausgegangen. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☐ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☐ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen Von folgenden Rahmenbedingungen ist auszugehen: 1. Das Bestattungsverhalten der Bevölkerung hat sich in den letzten 20 Jahren umgekehrt. Während vor wenigen Jahrzehnten zu einem weit überwiegenden Teil Sargbestattungen durchgeführt wurden, hat sich der Anteil der Feuerbestattungen auf über 75 % entwickelt. 2. Der Bestand an Urnengräbern hat sich zu Lasten der Sarggräber deutlich erhöht und wird sich auch in Zukunft weiter verändern. 3. Nachfrage nach pflegefreien- oder gärtnergepflegten Gräbern nimmt auf den Stadtteilfriedhöfen deutlich zu. Gleichzeitig ist auch eine Tendenz zu natürlichen oder naturnahen Beisetzungsformen festzustellen. Entsprechende Angebote, die wir mittlerweile auf dem Hauptfriedhof sowie einigen Stadtteilfriedhöfen umgesetzt haben, finden deutlichen Zuspruch aus der Bevölkerung. 4. Pflegefreie Grabangebote werden bei den Nutzer*innen immer beliebter. Insbesondere bei neuen Grabformen ist zu berücksichtigen, dass bei Trauernden häufig ein großes Bedürfnis besteht, die Gräber von Verstorbenen mit individuellem Grabschmuck zu versehen. Die Gestaltungsregeln und -möglichkeiten von Grabstätten sollten diese Bedürfnisse nach aktiver Trauerarbeit unterstützen. Die Entwicklung des Friedhofs Palmbach sollte sich deshalb, kurz- bzw. mittelfristig an folgenden Zielen orientieren: 1. Angebot von individuell zu pflegenden Grabstätten für Urnen bzw. Sargbestattungen im Verhältnis zu derzeitiger Nachfrage. 2. Gärtnergepflegte, parkähnliche Grabstätten entsprechend Position 1 3. Naturnahe Beisetzungsformen (Baum- und Wiesengräber) mit einem minimierten Pflege- und Unterhaltungsaufwand. 4. Mittelfristige Gestaltung eines parkähnlichen Grünbereichs mit entsprechender Aufenthalts- und Erholungsqualität für die Bevölkerung. Bei der nachfolgenden Entwicklungsplanung wurde zunächst das oben beschriebene veränderte Nachfrageverhalten berücksichtigt. Die Bereitstellung der Wiesengräber von Urnen- und Sargbestattungen ist kurzfristig, im Laufe des kommenden Jahres, möglich. Hierzu ist zunächst der Rückbau des befestigten Weges zwischen den Grabfeldern 7 und 8 erforderlich. Mit der Anlage von Wiesengrabstätten wird auch die Anlage einer Blühfläche angestrebt, die extensiv zu bewirtschaften ist. Die Anlage von Grabstätten am Baum (Baumgräber) wird für den alten Friedhofsteil vorgeschlagen. Bei Bedarf ist in diesem Bereich die Bereitstellung von gärtnergepflegten Urnengräbern sowie Grabstätten mit individueller Pflege vorgesehen. Entsprechend dem oben genannten Antrag sollte auch der alte Friedhofsteil weiterentwickelt und einer sinnvollen Nutzung zugeführt werden. Beide neuen Beisetzungsformen werden seitens der Verwaltung mit Mustergrabzeichen versehen. Die Wiesengräber lassen aufgrund ihres räumlichen Zuschnittes auch individuelle Gestaltungswünsche zu. An den ausgewählten Bäumen werden Grabzeichen in natürlicher Form verwendet und den Nutzer*innen in Form eines Gesamtpaketes (Grabstätte, Grabmal, Grabpflege) angeboten. Die Umsetzung der beiden beschriebenen Maßnahmen ist im Rahmen der laufenden Friedhofsunterhaltung mit eigenem Personal des Friedhofs- und Bestattungsamtes möglich. Notwendige Kooperationen mit Friedhofsgärtnern bzw. Steinmetzen werden entsprechend bestehender Vereinbarungen auf anderen Friedhöfen der Stadt angestrebt. – 3 – – 4 – – 5 –