"Bewegungspass im Stadt- und Landkreis Karlsruhe" - Projektevaluation und Fortführung

Vorlage: 2023/1124
Art: Informationsvorlage
Datum: 27.09.2023
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Schul- und Sportamt
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Sportausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 25.10.2023

    TOP: 2

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Informationsvorlage
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/1124 Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: Schul- und Sportamt "Bewegungspass im Stadt- und Landkreis Karlsruhe" - Projektevaluation und Fortführung Beratungsfolge Termin Öffentlichkeitsstatus Zuständigkeit Sportausschuss 25.10.2023 öffentlich Kenntnisnahme Kurzfassung Der Sportausschuss nimmt Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen 1. Vorbemerkung Am 27. März 2019 wurde der Sportausschuss über die Einführung des Bewegungspasses im Stadt- und Landkreis Karlsruhe informiert. Zur Umsetzung des Bewegungspasses im Stadt- und Landkreis Karlsruhe wurde eine Steuerungs- gruppe gebildet, bestehend aus Mitgliedern der Kommunalen Gesundheitskonferenz von Stadt- und Landkreis Karlsruhe (Gesundheitsamt Karlsruhe, Schul- und Sportamt sowie Umwelt- und Arbeits- schutz Stadt Karlsruhe). Das Netzwerk mit Akteuren aus Stadt- und Landkreis in Zusammenarbeit mit dem überregionalen Netzwerk Baden-Württemberg, zu dem das Ministerium für Kultus, Jugend und Sport, das Ministerium für Soziales und Integration, das Landesgesundheitsamt und die Landeshauptstadt Stuttgart gehören, unterstützt das Projekt bei der landesweiten Umsetzung in Baden-Württemberg. Die Steuerungsgruppe strebt die flächendeckende und nachhaltige Implementierung des Bewegungs- passes in allen Kitas in der Stadt und im Landkreis Karlsruhe an. Der Bewegungspass ist in Karlsruhe eine Erweiterung des langjährigen, erfolgreichen Programms „Bewegungswelt Karlsruher Kindergarten“. In diesem Zusammenhang stellt der Bewegungspass einen weiteren Baustein des Programms zur nachhaltigen Förderung von mehr Bewegung in Kitas dar. 2. Umsetzungsstand / Ergebnisse innerhalb der Stadt Karlsruhe Von 2019 bis Oktober 2023 gab es in Karlsruhe 16 Zertifizierungsschulungen (11 für pädagogische Fachkräfte / 5 für Übungsleitende aus Sportvereinen), an denen 100 Erziehungsfachkräfte aus 55 Kitas und 24 Übungsleitende aus 14 Sportvereinen teilgenommen haben. In der Folge wurden 1.698 Bewegungspässe an Kita-Kinder und 107 Bewegungspässe an Vereinskinder ausgegeben. Hat ein Kind alle Bewegungsaufgaben absolviert, erhält es einen Drachenbeutel. In Karlsruhe waren dies bisher 229 Kinder (176 Kita-Kinder, 53 Kinder aus Sportvereinen). Der Bewegungspass wurde in den vergangenen Jahren laufend angepasst, insbesondere beim Material. Neben einer ergänzenden, gebundenen Spielesammlung gibt es den Drachenbeutel als Anerkennung für die Kinder, die den Bewegungspass absolviert haben und einen Aufkleber „Wir sind dabei“ für zertifizierte Einrichtungen. Im Jahr 2022 wurde das Bewegungspassheft neu aufgelegt mit Anpassungen bei der Illustration der Drachen und Tiere und der Anordnung der Aufkleber. An den beiden sozialpädagogischen Fachschulen, dem Haus Bethlehem und der Bertha-von-Suttner- Schule, werden bereits angehende Erziehungsfachkräfte von zwei Multiplikatorinnen zertifiziert. Insgesamt waren dies von 2019 bis Oktober 2023 bereits 118 angehende Erziehungsfachkräfte. 3. Projektevaluation durch das Forschungszentrum für den Schulsport und den Sport von Kindern und Jugendlichen (FoSS) Bei der Evaluation, die den Zeitraum Oktober 2019 bis Oktober 2022 umfasst, handelt es sich um eine externe, spezifische Prozessevaluation des Projekts. Ziel einer spezifischen Prozessevaluation ist es, Schwachstellen und Fehlsteuerungen noch während des Projektverlaufs zu identifizieren. Hier sind die wesentlichen Aussagen/Ergebnisse aus dem Evaluationsbericht zusammengefasst. – 3 – Ergebnisse Von den 27 Stadtteilen der Stadt Karlsruhe haben 21 Stadtteile mindestens eine zertifizierte Kita, und 11 Stadtteile einen für den Bewegungspass zertifizierten Verein. Sechs Stadtteile haben bisher keine Kita mit zertifizierten Fachkräften und zehn keinen Verein mit zertifizierten Übungsleitenden. Dabei variiert der Anteil der Kitas und Sportvereine (Zielgruppe Kinder) je Stadtteil zum Teil stark. Trotz Herausforderungen (vor allem die Covid19-Pandemie) konnten der Zeitplan eingehalten und Zertifizierungsschulungen durchgeführt werden, wenn auch zum Teil mit einer reduzierten Anzahl an Teilnehmenden aufgrund der vorgegebenen Coronaverordnung. Kitas Stadtteile mit Kitas - gesamt 27 Stadtteile mit Kitas - zertifiziert 21 prozentualer Anteil 77,8 Sportvereine Stadtteile mit Sportverein/Kinder- gesamt 21 Stadtteile mit Sportverein/Kinder- zertifiziert 11 prozentualer Anteil 52,4 – 4 – Der Ansatz beim Bewegungspass Karlsruhe ist nachhaltig, da er bei der Schulung der pädagogischen Fachkräfte ansetzt. Dadurch werden diese befähigt, mehr Bewegung in den Kita-Alltag zu bringen. Eine Umsetzung über das Projektende hinweg ist wahrscheinlich und spricht somit im besten Falle für eine nachhaltige Implementierung des Projekts in den Kita-Alltag. Bei vergleichbaren Projekten kommt oft eine Fachkraft von extern, um Bewegungsangebote beispielhaft durchzuführen, was neben einem höheren Planungsaufwand möglicherweise auch mit Blick auf eine nachhaltige Wirkung kritisch gesehen werden sollte. In-House-Schulungen dagegen wären ein probates Mittel, um den Erzieher*innen vor Ort aufzuzeigen, wie sie die Ressourcen der Einrichtung am sinnvollsten und effektivsten einsetzen können. Der Bewegungspass Karlsruhe ist ein Projekt mit positivem Verlauf. Der Anteil der zertifizierten Kitas ist hoch, ein Großteil der zertifizierten Erziehungsfachkräfte setzt den Bewegungspass und Teile daraus regelmäßig in der Arbeit mit den Kindern um, beziehungsweise integriert Bewegung in den Kita- Alltag. Aspekte aus dem Evaluationsbericht: Argumentationsgrundlage für die Bestands- und Entwicklungsgarantie schärfen o Formulierung der Ziele muss noch konkreter gefasst werden, um spezifischer an der Zielerreichung zu arbeiten (z.B. Definition von „flächendeckend“). Bewusste Entscheidung für die definierte Zielgruppe der Erziehungsfachkräfte treffen o Vorstellung des Bewegungspasses Karlsruhe am Pädagogischen Fachseminar, um das Tool mittelfristig als Teil des Curriculums einzubinden. o In-House-Schulungen für ein gesamtes Kita-Team anbieten. Alleinstellungsmerkmal Bewegungspass Karlsruhe – Mut zur Langfristigkeit zeigen o Der Bewegungspass Karlsruhe stellt keine Konkurrenz zu anderen Bewegungsangeboten dar, sondern ergänzt diese. Die Bewegungsförderung im Alltag steht dabei im Vordergrund. Hierfür werden bei der Zertifizierungsschulung viele Ideen und Impulse zur Umsetzung gegeben. Die Quote von jeweils fast 50 Prozent der Befragten ohne Zertifizierung (Kita und Verein) mit Interesse an einer zukünftigen Zertifizierungsschulung, lässt das Ziel einer flächendeckenden Implementierung realistisch erscheinen. Weiterentwicklung des Projekts durch die Steuerungsgruppe o Die Entscheidung, Drachenbeutel an die Kinder mit absolviertem Bewegungspass auszugeben und die Weiterentwicklung einer Karlsruher Spielesammlung im Karteikastenformat, zeigen den Willen zur kontinuierlichen Verbesserung des Projekts. Dies sollte unbedingt beibehalten und gefördert werden. o Problematisch war in der Vergangenheit die personelle Fluktuation innerhalb der Steuerungs- gruppe. Schwerpunkte der kommenden Jahre Aus den Ergebnissen der Evaluation und den Erfahrungen der zurückliegenden Projektjahre ergeben sich für die Fortführung die folgenden Schwerpunkte: o Aktivierung derjenigen Kitas, die an einer Zertifizierungsschulung teilgenommen haben, aber nach außen hin noch nicht aktiv geworden sind. o Anpassung der Schulungsinhalte auf die Gegebenheiten in den Kitas (Alltagsmaterialien, für Bewegung braucht es nicht unbedingt ausgewiesene Bewegungsräume). o Schulung weiterer sozialpädagogischer Multiplikator*innen für den Einsatz des Bewegungs- passes im Unterricht für angehende Erziehungsfachkräfte. o Flächendeckende Einführung mit Blick auf die Sozialdaten in den verschiedenen Stadtteilen. o In-House-Schulungen für Kitas mit großen Teams (> 10 Erziehungsfachkräfte). o Bewegungspass inklusiv – Stärkung der Erziehungsfachkräfte bei der inklusiven Umsetzung. – 5 – 4. Projektförderung Die AOK Baden-Württemberg hat das Projekt im Rahmen des Präventionsgesetzes (Prävention und Gesundheitsförderung in den nichtbetrieblichen Lebenswelten) zunächst für den Projektzeitraum vom 1. Juli 2019 bis 30. Juni 2023 gefördert. Nach erfolgreichen Gesprächen im Frühjahr 2023 bleibt die AOK Gesundheitspartner des Projektes „Bewegungspass“ und unterstützt dieses für weitere zwei Jahre, bis Ende Juni 2025. Die Mittel der AOK wurden bisher eingesetzt für: o Druck- und Fertigungskosten Stulpschachtel, Spielesammlung, Sticker und Bewegungspass o Anschaffung der Bewegungstaschen, Drachenbeutel o Kosten für Grafiker o Honorare für durchgeführte Zertifizierungsschulungen an die Multiplikator*innen o Veranstaltungen (Netzwerk, Auftakt, Austausch)