Projektverlängerungen: Internationaler Elterntreff und „Individuelle Unterstützung beim Deutschlernen“

Vorlage: 2023/1099
Art: Beschlussvorlage
Datum: 20.09.2023
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Büro für Integration
Erwähnte Stadtteile: Weststadt

Beratungen

  • Integrationsausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 23.11.2023

    TOP: 4

    Rolle: Beratung

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Beschlussvorlage
    Extrahierter Text

    Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/1099 Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: BfI Projektverlängerungen: Internationaler Elterntreff und „Individuelle Unterstützung beim Deutschlernen„ Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Integrationsausschuss 23.11.2023 4 Ö Beratung Kurzfassung Der Integrationsausschuss stimmt der Vorlage zu und empfiehlt für 2024 und 2025, im Rahmen der Förderrichtlinien zur Förderung von Migrantenvereinen, die weitere finanzielle Förderung der Projekte: - Internationaler Elterntreff, AWO Karlsruhe gGmbH - „Individuelle Unterstützung beim Deutschlernen“, AWO Kreisverband Karlsruhe-Stadt e.V. Die Finanzierung erfolgt vorbehaltlich der Bereitstellung von Mitteln für den Integrations- und Flüchtlingsfond und Mittel für das Büro für Integration im Doppelhaushalt 2024/25 (freiwillige Aufgabe) durch den Gemeinderat, im Rahmen der Haushaltsberatungen. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☐ Investition ☒ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☒ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen In den Integrationsausschusssitzungen der vergangenen Jahre wurde die finanzielle Förderung der Projekte Internationaler Elterntreff und „Individuelle Unterstützung beim Deutschlernen“ empfohlen. Die Förderung soll jeweils um weitere 2 Jahre verlängert werden: Projekt Internationaler Elterntreff Individuelle Unterstützung beim Deutschlernen Träger AWO Karlsruhe gGmbH AWO Kreisverband Karlsruhe-Stadt e.V. Laufzeit 01.01.2024- 31.12.2025 01.01.2024- 31.12.2025 Zuschuss geplant 32.400 € (16.200 € je HH-Jahr) 20.000 € (10.000 € je HH-Jahr) Fördertopf Integrations- und Flüchtlingsfonds 2024 & 2025 Integrations- und Flüchtlingsfonds 2024 &2025 und BfI-Mittel 2025 Die Projekte werden im Weiteren mit Erfahrungsberichten aus der letzten Förderperiode sowie aktuellen Entwicklungen vorgestellt. 1. Internationaler Elterntreff Der Internationale Elterntreff wird seit September 2019 mit Mitteln des Integrationsfonds finanziert. Der Internationale Elterntreff ist einer von insgesamt zehn niederschwelligen Treffs für Eltern von Schulkindern und deckt den Bedarf nach einem außerschulischen Elterntreff im Stadtzentrum. In der vergangenen Förderperiode lag die Teilnehmerzahl im Durchschnitt bei 7 bis zu 20 Frauen. Auch von ukrainischen Familien wurde der Treff sehr gut angenommen. Es wird ein Sprachkurs für ukrainische Geflüchtete angeboten. Es wurden sowohl Öffnungstage mit offener Themenwahl als auch Treffs mit festgelegten Themen angeboten. Alle Kurse und Angebote haben das Ziel, die Mütter und Frauen in ihrem Alltag zu unterstützen und wurden sehr gut angenommen. Themenschwerpunkte waren in der letzten Förderperiode: Das Bildungssystem in Deutschland und die Übergänge von der Kita in die Schule und von der Schule in die Ausbildung, Entwicklungsphasen von Kindern und Jugendlichen und wie Eltern ihre Kinder unterstützen können, Unterstützungsmöglichkeiten für Familien mit geringem Einkommen und Work-Life Balance. In der kommenden Förderperiode soll an diese Angebote angeknüpft werden. In der kommenden Förderperiode sollen weitere Treffzeiten in der Drais-Gemeinschaftsschule angeboten werden, um die Eltern direkt vor Ort zu erreichen und um die Menge der Teilnehmenden in den anderen beiden Elterntreffs besser zu verteilen. In der letzten Förderperiode wurde festgestellt, dass eine zu hohe Anzahl an Teilnehmenden dafür sorgt, dass die Teilnehmenden nicht optimal beraten und unterstützt werden können. Die weitere Finanzierung wird wie folgt beantragt: Projektlaufzeit 01.01.2024 – 31.12.2025 Kosten pro Jahr: Personalkosten 16.200 Euro Sachkosten 4.050 Euro Gesamtsumme 20.250 Euro – 3 – Finanzierung: Eigenanteil/ Drittmittel 4.050 Euro (20% der Projektkosten) Beantragter Städtischer Zuschuss 16.200 Euro (80% der Projektkosten) Geplanter Städtischer Zuschuss/Förderjahr 16.200 Euro Das Büro für Integration befürwortet die Fortsetzung der Förderung. Der Internationale Elterntreff ist ein wichtiges niedrigschwelliges Angebot für Eltern in der Innenstadt und der Weststadt. Er erfüllt sein primäres Ziel, Eltern, insbesondere Eltern mit Migrationshintergrund, zu informieren und eine Möglichkeit zum Austausch und zur Vernetzung zu geben. Offene, niederschwellige Elterntreffs, wie der Internationale Elterntreff, sind als Bildungsprogramme zu verstehen, die Eltern und Familien dabei helfen, ihren Alltag besser zu bewältigen. Gerade im Hinblick auf die steigenden Zahlen von Geflüchteten aus der Ukraine im Stadtgebiet (zumeist Mütter mit Kindern) und deren Bedarfe an Beratung und Unterstützung, sind Elterntreffs notwendige, niedrigschwellige, vertrauensbildende Maßnahmen, die die Integration fördern und damit die Beratungsstrukturen und das Integrationsmanagement in den städtischen Unterkünften und im Stadtgebiet insgesamt, entlasten bzw. ergänzen. Das Projekt setzt die Ziele des Karlsruher Integrationsplans um. 2. Individuelle Unterstützung beim Deutschlernen Das Projekt „Individuelle Unterstützung beim Deutschlernen“ wird seit dem Jahr 2020 mit den Mitteln des Integrationsfonds finanziert. Das Projekt ist ein niedrigschwelliges Angebot, für Menschen mit wenigen oder keinen Deutschkenntnissen, die aus unterschiedlichen Gründen (z.B. arbeitsbedingte Gründe, Schichtarbeit, Montage oder fehlender Kitaplatz, kulturelle und/ oder religiöse Gründe, Ängste oder Unsicherheiten) keine Regelsprachkurse besuchen können. Aktuell betreuen 34 Ehrenamtliche 35 Teilnehmende aus dem Irak, Marokko, Nigeria, dem Libanon, Chile, Syrien, der Ukraine, Kamerun, Serbien, Saudi-Arabien, Palästina, Venezuela, Jemen, Afghanistan, Eritrea, Russland, Togo und der Türkei. Das Projekt wurde ab April 2022 auch für die Geflüchteten aus der Ukraine geöffnet. Besonders Frauen nehmen das Angebot sehr gerne an. Im Jahr 2022 wurden insgesamt 72 Teilnehmende gefördert und beim Erreichen des Zielsprachniveaus unterstützt. Davon erreichten sieben Personen das C1-Sprachniveau, 19 Personen das B1- oder B2- Niveau und 13 Personen das A1- oder A2-Niveau. 13 Personen wurden in die deutsche Sprache eingeführt, davon acht Frauen aus der Ukraine. 11 Teilnehmende fanden einen Arbeitsplatz, fünf Personen haben während der Förderung mit einer Ausbildung begonnen und wurden dabei begleitet. Drei Personen gelang es einen Praktikumsplatz zu finden. Der Eins-zu-eins-Austausch zum Erlenen der deutschen Sprache und die persönliche Begleitung in der ersten Phase der Integration gibt den Teilnehmenden neues Selbstbewusstsein und „empowert“ sie. In der kommenden Förderperiode soll mit dem städtischen Zuschuss den beteiligten Ehrenamtlichen auch weiterhin eine finanzielle Anerkennung zuteilwerden. Außerdem sollen durch die Wertschätzung des ehrenamtlichen Engagements und durch die Bekanntmachung des Projekts mehr Ehrenamtliche auf dem hart umkämpften „Ehrenamtsmarkt“ erreicht und gewonnen werden. Es besteht eine gute Zusammenarbeit mit verschiedenen Hochschulen in Karlsruhe. Um das Projekt optimal zu betreuen, hat der AWO Kreisverband Karlsruhe-Stadt e.V. die Eigenmittel von 14.900 Euro auf 18.500 Euro erhöht. Damit ist die Projektleitung mit einem Stellenanteil von 25% für das Projekt zuständig. Die weitere Finanzierung wird wie folgt beantragt: – 4 – Projektlaufzeit 01.01.2024 – 31.12.2025 Kosten pro Jahr: Personalkosten 18.500 Euro Sachkosten 10.000 Euro Gesamtsumme 28.500 Euro Finanzierung: Eigenanteil/ Drittmittel 18.500 Euro (65% der Projektkosten) Beantragter Städtischer Zuschuss 10.000 Euro (35% der Projektkosten) Geplanter Städtischer Zuschuss/Förderjahr 10.000 Euro Das Büro für Integration befürwortet die Fortsetzung der Förderung. Das Projekt „Individuelle Unterstützung beim Deutschlernen (IUD)“ ist ein wichtiges niedrigschwelliges Angebot im Bereich des Spracherwerbs. Das zugrunde liegende Konzept wird laufend fortgeschrieben, um der aktuellen Bedarfslage gerecht zu werden. Das Büro für Integration sieht die Besonderheit der Projektkonzeption in Form von Einzelförderung darin, dass sich durch die enge persönliche Beziehung zwischen Ehrenamtlichen und Teilnehmenden, zusätzlich zum sprachlichen Aspekt, auch ein menschlicher und sozialer Austausch entwickelt. Dies führt zu mehr Offenheit und Vertrauen, was wiederum den Teilnehmenden bei Bedarf und mit Unterstützung der Ehrenamtlichen und/ oder der Projektleitung den Zugang zu den bestehenden sozialen Strukturen ermöglicht und eine aktive Teilnahme am gesellschaftlichen Leben in Karlsruhe erleichtert. Weiterhin erreicht dieses Projekt Zugewanderte, die aufgrund ihrer individuellen Voraussetzungen sonst kaum Anteil am gesellschaftlichen Leben oder aufgrund ihrer beruflichen Situation keine Möglichkeit für den Besuch eines Sprach- oder Integrationskurses haben. Es fördert das beidseitige Verständnis der Lebensgewohnheiten sowohl in Deutschland als auch in den Herkunftsländern der Teilnehmenden. Das Projekt setzt Ziele des Karlsruher Integrationsplans um. Die integrationsfördernde Wirkung für die Teilnehmenden ist unmittelbar und offensichtlich. 3. Finanzielle Auswirkungen Die Verlängerungen der oben genannten Projekte soll in 2024 über den Karlsruher Integrations- und Flüchtlingsfonds erfolgen, in 2025 auch über den Fonds und zusätzlich über Mittel des Büros für Integration. Die Finanzierung erfolgt vorbehaltlich der Bereitstellung von Mitteln für beide Finanzposten im Doppelhaushalt 2024/25 durch den Gemeinderat, im Rahmen der Haushaltsberatungen. – 5 – Beschluss: Antrag an den Integrationsausschuss: Der Integrationsausschuss stimmt der Vorlage zu und empfiehlt für 2024 und 2025, im Rahmen der Förderrichtlinien zur Förderung von Migrantenvereinen, die weitere finanzielle Förderung der folgenden Projekte: - Internationaler Elterntreff, AWO Karlsruhe gGmbH - „Individuelle Unterstützung beim Deutschlernen“, AWO Kreisverband Karlsruhe-Stadt e.V. Die Finanzierung erfolgt vorbehaltlich der Bereitstellung von Mitteln für den Integrations- und Flüchtlingsfond und Mittel für das Büro für Integration im Doppelhaushalt 2024/25 (freiwillige Aufgabe) durch den Gemeinderat, im Rahmen der Haushaltsberatungen.