Klärwerk Karlsruhe, Schlammbehandlung, Neubau einer Faulungsanlage
| Vorlage: | 2023/1026 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 04.09.2023 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Tiefbauamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Bauausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 05.10.2023
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: einstimmig beschlossen
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/1026 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: Tiefbauamt Klärwerk Karlsruhe, Schlammbehandlung, Neubau einer Faulungsanlage Vergabe der Ingenieurleistungen für die Tragwerksplanung Stufenweise Beauftragung der Leistungsphasen 1 bis 6 Beratungsfolge Termin Öffentlichkeitsstatus Zuständigkeit Bauausschuss 05.10.2023 öffentlich Entscheidung Beschlussantrag Der Bauausschuss genehmigt die Vergabe folgender Arbeiten: Klärwerk Karlsruhe, Schlammbehandlung, Neubau einer Faulungsanlage Vergabe der Ingenieurleistungen für die Tragwerksplanung Stufenweise Beauftragung der Leistungsphasen 1 bis 6 an das Ingenieurbüro: Ingenieurgruppe Bauen PartG mbB, Karlsruhe zum Angebot vom: 28. Juli 2023 abschließend mit: 1.000.989 Euro Die Verwaltung wird ermächtigt, den Zuschlag zu erteilen. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☒ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Planungskosten: 1.000.989 Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☒ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – 1. Beschreibung des Leistungsumfangs In den zurückliegenden Jahren wurden verschiedene Studien und Planungen zu Aufgabenstellungen der Abwasserreinigung und der Schlammbehandlung auf dem Klärwerk Karlsruhe bearbeitet. Insbe- sondere der Bau einer anaeroben Schlammbehandlung (Faulbehälter) und die energetische Verwer- tung des Klärgases in Blockheizkraftwerken ermöglichen einen deutlich höheren Anteil der Eigen- stromerzeugung und damit einen niedrigeren Strombezug sowie eine stabilere Reinigungsleistung durch die verfahrenstechnische Entkopplung der Abwasserreinigungs- und Schlammbehandlungspro- zesse. Zudem wird durch die Ausfaulung in den Faulbehältern der Klärschlamm zwischenlagerfähig, was vor dem Hintergrund der anstehenden Transformation des Entsorgermarktes eine sehr wichtige Eigenschaft zur Gewährleistung der Klärschlammentsorgungssicherheit sein wird. Das räumliche Zu- sammenfügen von Faulung und Verbrennung an einen neuen Standort am Rande des Klärwerks er- möglicht einerseits eine optimierte Abstimmung der Stoff- und Wärmeströme, andererseits werden neue Freiräume für das Entwicklungspotenzial der Abwasserreinigung geschaffen. Die Gesamtkonzep- tion, bei der die Schlammbehandlung durch die erste Komponente, Bau einer Faulungsanlage, geplant werden soll, wurde im Rahmen der „Umsetzungsstrategie klimafreundliches Klärwerk 2035“ im Juli 2022 vorgestellt. Die neue Schlammbehandlung soll die nachfolgend genannten Anlagenkomponenten umfassen. Hier- bei handelt es sich um jeweils exemplarische, unvollständige Aufzählungen bzw. eine Darstellung ver- fahrenstechnischer Komponenten von prinzipieller Bedeutung, die für die anstehenden Planungen ei- nen Leitfaden darstellen sollen. ▪ Maschinelle Überschussschlammeindickung (eine Planung bis Leistungsphase 3 liegt vor, gegebe- nenfalls wird eine Anpassung der Pläne und Aktualisierung der Kostenberechnung erforderlich). ▪ 2-4 Faulbehälter in zylindrischer Bauweise mit flacher Sohle und Gaseinpressung zur Durchmi- schung ▪ Faulschlammspeicher ▪ Gasaufbereitung, -speicher und -verwertung in Blockheizkraftwerken (Nutzung der Abwärme als Prozesswärme und für Gebäude) ▪ Elektro-, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik ▪ Energiezentrale für Faulung und Gasverwertung (20kV/400V/USV, zusätzlich Notstromversorgung) ▪ Zweiter Einspeisungspunkt des Klärwerks aus neuem Netzknoten (20 kV) ▪ Gebäude und Treppenturm mit Aufzug ▪ Verkehrskonzept und Verkehrswege zur Anlieferung und Abholung Optional: ▪ Voreindicker für Primärschlamm ▪ Umbau der bestehenden Voreindicker zu Schlammspeichern ▪ Annahmestation, Speicherbehälter und Dosiervorrichtungen für Fettabscheiderinhalte aus Stadt- und Einzugsgebiet ▪ Annahmestation für Substrate zur Kohlenstoff-Vergärung ▪ Prozesswasserspeicher oder Prozesswasserbehandlungsanlage mit Feststoffabscheidung ▪ Abluftbehandlung für geruchsintensive Anlagenteile ▪ Netzersatzkonzept/Erdgasanschluss Die Ermittlung der endgültigen Anlagenkomponenten ist Gegenstand der Planungen im Einvernehmen zwischen dem Planungsbüro und den Planungs- und Betriebsbeteiligten der Stadtentwässerung Karls- ruhe. – 3 – Folgende Planungsleistungen werden für den Neubau der Faulungsanlage notwendig: - Ingenieurbauwerke - Technische Ausrüstung Starkstrom/Mittelspannung (Anlagengruppe 4) - Technische Ausrüstung Niederspannung/Anlagenautomation (Anlagengruppe 8) - Tragwerksplanung - Gebäudeautomation - Projektsteuerung In der vorliegenden Beschlussvorlage steht die Vergabe der Ingenieurleistungen für die Tragwerkspla- nung an. Die Leistung soll nach der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure (HOAI) in zwei Stufen be- auftragt werden. Zunächst erfolgt die Vergabe der Stufe 1 mit den Leistungsphasen 1 bis 3 (Grundla- genermittlung, Vorplanung und Entwurfsplanung). Die bis dahin erreichte Planungstiefe ist Grundlage für die Ausführungsplanung sowie die Projektvorstellung im Rahmen des gemeinderätlichen Kosten- kontrollverfahrens. Die weitere Stufe (Leistungsphasen 4 bis 6) wird erst nach Vorliegen der haushalts- rechtlichen Ermächtigung beauftragt. 2. Ausschreibungsverfahren Bei zu erwartenden Baukosten in Höhe von rund 80 Millionen Euro liegen die Planungshonorare ober- halb des Schwellenwertes von 215.000 Euro netto, so dass die Beauftragung dieser Leistungen im Rahmen eines europaweiten Vergabeverfahrens nach der Vergabeverordnung (VgV) zu erfolgen hat. Das vorläufige Honorar berechnet sich für die Tragwerksplanung auf der Basis von anrechenbaren Kosten in Höhe von 26.092.500 Euro. In der Auswahlstufe 1 des Verfahrens wurden die Bewerbungsunterlagen von 5 Ingenieurbüros ange- fordert. Davon haben eine Bietergemeinschaft sowie drei weitere Ingenieurbüros ihre Bewerbungen fristgerecht eingereicht. Anhand von Nachweisen und Referenzen in Bezug auf die vorgegebenen Eig- nungskriterien wurde die Leistungsfähigkeit der Bewerber nachgewiesen und bepunktet. Alle vier wur- den zum Verhandlungsverfahren eingeladen. Zur Bewertung der Ingenieurbüros in der Auswahlstufe 2 war für die Bieterpräsentation ein Aufgaben- katalog mit Bewertungskriterien erarbeitet und den Bietern vorab bekanntgegeben worden. Folgende Punkte wurden durch die Jury geprüft: • Qualität, Kompetenzen und Erfahrung des Projektteams (155 Punkte) 31 % • Arbeitsweise, Kosten-, Qualitäts-, Termin -und Nachtragsmanagement (70 Punkte) 14 % • Erkennung der Aufgabenstellung und Projektanforderung (110 Punkte) 22 % • Umgang mit Rückfragen (40 Punkte) 8 % • Honorar (125 Punkte) 25 % Dies führte zu folgender Bepunktung und Reihenfolge in der Auswahlstufe 2: Bewertungsergebnis: Von 500 erreichbaren Punkten erzielten die genannten Büros folgendes Ergebnis: Nr. Büro Honorar netto in Euro Punkte 1 Ingenieurgruppe Bauen 1.000.989 Euro 442 2 3 4 Ingenieurbüro B Ingenieurbüro C Ingenieurbüro D 1.181.971 Euro 1.107.339 Euro 1.004.226 Euro 430 333 326 – 4 – 3. Honorar Die Honorierung der zu beauftragenden Planungsleistungen erfolgt gemäß dem im VgV-Verfahren vorgelegten Angebot vom 28. Juli 2023 auf der Grundlage der HOAI. Das vorläufige Honorar beträgt für die Leistungsphasen 1 bis 6 zusammen 1.000.989 Euro inklusive Besonderen Leistungen und Mehrwertsteuer. Das Tiefbauamt schlägt vor, die Ingenieurgruppe Bauen PartG mbB aus Karlsruhe mit der Erbringung der Planungsleistungen für die Tragwerksplanung in den Leistungsphasen 1 bis 6 stu- fenweise zu beauftragen. 4. Erläuterungen zu finanziellen Auswirkungen Die Gesamtplanung wurde in einem europaweiten VgV-Verfahren ausgeschrieben. Wie unter Punkt 2 beschrieben, erfolgt in einer ersten Stufe die Beauftragung der Leistungsphasen 1 bis 3.Hier stehen im Teilhaushalt 7400 bei Projekt 7.740999 (Planungskosten Stadtentwässerung) die Mittel und Verpflich- tungsermächtigungen teilweise zur Verfügung. Die weiteren erforderlichen Verpflichtungsermächti- gungen können im Deckungskreis von Projekt 7.740217 (Neubau Labor- und Verwaltungsgebäude) verwendet werden, da dieses erst im nächsten Jahr zur Ausschreibung vorgesehen ist. Beschluss: Antrag an den Bauausschuss Der Bauausschuss genehmigt die Vergabe folgender Arbeiten: Klärwerk Karlsruhe, Schlammbehandlung, Neubau einer Faulungsanlage Vergabe der Ingenieurleistungen für die Tragwerksplanung Stufenweise Beauftragung der Leistungsphasen 1 bis 6 an die Bietergemeinschaft: Ingenieurgruppe Bauen PartG mbB, Karlsruhe zum Angebot vom: 28. Juli 2023 abschließend mit: 1.000.989 Euro Die Verwaltung wird ermächtigt, den Zuschlag zu erteilen.