Bürgerumfrage 2022 Einkaufen und Nahversorgung

Vorlage: 2023/0991
Art: Antrag
Datum: 29.08.2023
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Amt für Stadtentwicklung
Erwähnte Stadtteile: Durlach

Beratungen

  • Ortschaftsrat Durlach (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 11.10.2023

    TOP: 6

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • TOP 6 Antrag - Bürgerumfrage 2022
    Extrahierter Text

    Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/0991 Eingang: 28.08.2023 Bürgerumfrage 2022 Einkaufen und Nahversorgung Antrag der B'90/DIE GRÜNEN-OR-FRAKTION vom 28.08.2023 Gremium Termin Öffentlichkeitsstatus Zuständigkeit Ortschaftsrat Durlach 11.10.2023 öffentlich Beratung Zwischen dem 16. Mai 2022 und dem 24. Juni 2022 befragte die Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung, Bürgerinnen und Bürger zum Thema „Einkaufen und Nahversorgung“. Von 24.032 zur Umfrage eingeladenen Personen beteiligten sich über 7.300 Bürgerinnen und Bürger. Befragt wurden Personen mit Hauptwohnsitz in Karlsruhe zwischen 18 bis unter 90 Jahren sowie Bewohner*innen in Alten- und/oder Pflegeheimen. Die Auswertungen der Bürgerbefragung liegen nun Gesamtstädtisch sowie Stadtteilbezogen vor. Antrag • Die Stadtverwaltung berichtet über die Ergebnisse der Befragung für das B-Zentrum Durlach • Welche Handlungsempfehlungen leitet die Verwaltung aus den Ergebnissen der Umfrage für das B-Zentrum Durlach ab? Martin Pötzsche und die Fraktion B90/Die Grünen im OR Durlach

  • TOP 6 Stellungnahme - Bürgerumfrage 2022
    Extrahierter Text

    Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/0991 Verantwortlich: Dez. 2 Dienststelle: AfSta Bürgerumfrage 2022 Einkaufen und Nahversorgung Antrag der B'90/DIE GRÜNEN-OR-FRAKTION vom 28.08.2023 Beratungsfolge Termin Öffentlichkeitsstatus Zuständigkeit Ortschaftsrat Durlach 11.10.2023 öffentlich Beratung Kurzfassung Die Nahversorgungssituation in Durlach ist insgesamt als gut einzustufen. Dies spiegelt sich sowohl im Versorgungsgrad als auch in den Zufriedenheitswerten der Durlacherinnen und Durlacher wider. Die Verwaltung wird die Entwicklung der Nahversorgungssituation weiterhin bedarfsgerecht begleiten. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Erläuterungen Ergebnisse der Untersuchung „Einkaufen und Nahversorgung“ (2023) für Durlach Die Untersuchung der Nahversorgungssituation in Karlsruhe basiert sowohl auf der Bürgerumfrage 2022 als auch auf den jährlichen städtischen Erhebungen der Nahversorgungsangebote (LeNa- Monitoring). In Durlach umfasst das Nahversorgungsangebot im Lebensmittelbereich insgesamt 55 Betriebe mit einer Gesamtverkaufsfläche von 11.357 Quadratmetern. Alle Branchen der Lebensmittel- Nahversorgung (u.a. acht Lebensmittelgeschäfte aller Art, 15 Bäckereien, vier Obst- und Gemüsefachgeschäfte, eine Metzgerei) sind vertreten. Bei den Gütern und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs im Non-Food Bereich (u.a. drei Drogerien, sieben Apotheken, drei Postfilialen) ist ein umfassendes Angebot in Durlach vorhanden. Um die Nahversorgungssituation in Durlach innerhalb der Gesamtstadt Karlsruhe einzuordnen, wird der sogenannte Versorgungsgrad als Vergleichsmaßstab herangezogen. Basierend auf dem Verhältnis von Lebensmittelverkaufsfläche zur Bevölkerungszahl gibt der Versorgungsgrad eines Gebiets Auskunft darüber, wie sich die dortige Ausstattung mit Lebensmittelangeboten im Vergleich zur Gesamtstadt darstellt. Mit einem Versorgungsgrad von 94,8 % liegt die Lebensmittelverkaufsfläche pro Kopf in Durlach lediglich knapp unter dem gesamtstädtischen Wert (100 %). Im Ranking der Versorgungsgrade aller Stadtteile nimmt Durlach einen Platz im oberen Drittel ein (8. Platz). Die Ergebnisse der Bürgerumfrage 2022 zeugen von einer hohen Zufriedenheit der Durlacherinnen und Durlacher mit dem vorhandenen Lebensmittelangebot: 89,6 % bewerten das Angebot an Lebensmittelgeschäften vor Ort mit sehr gut oder gut (Karlsruhe insgesamt: 84,3 %). Auch der mit 91,2 % vergleichsweise hohe Anteil derjenigen, die ihre Lebensmitteleinkäufe wohnortnah tätigen, weist auf eine zufriedenstellende Nahversorgungssituation in Durlach hin. Nichtsdestotrotz zeigen die Ergebnisse der Bürgerumfrage auch, dass rund 30 Prozent der Durlacherinnen und Durlacher Versorgungsdefizite im Stadtteil wahrnehmen und dabei am häufigsten den Wunsch nach einem Bioladen und/oder einer Metzgerei äußern. Abgeleitete Handlungsempfehlungen für Durlach Aus der Bürgerumfrage geht hervor, dass die Durlacherinnen und Durlacher überdurchschnittlich zufrieden mit der örtlichen Nahversorgung sind. Aus Sicht der Verwaltung besteht daher zunächst kein akuter Handlungsbedarf im Hinblick auf die Nahversorgung. Ein Teil der Bürgerinnen und Bürger in Durlach sieht Bedarf bei der Versorgung mit Bioläden und Metzgereien. Durch den zentralen Lebensmittelvollsortimenter (Scheck-in) und die übrigen Lebensmittelmärkte werden sowohl Bio-Lebensmittel, wie auch Fleisch- und Wurstwaren angeboten, was das Fehlen weiterer Metzgereien und eines Biomarktes in Teilen kompensieren kann. Sofern es in Durlach Bestandsimmobilien oder Neubauprojekte gibt, die sich insbesondere durch ihre Größe für eine Nutzung als Biomarkt eignen, wird die Wirtschaftsförderung den Kontakt zwischen Immobilieneigentümern und Betreibern von Biomärkten herstellen. In der verdichteten Bebauung Durlachs gibt es aus Sicht der Verwaltung aktuell keine Möglichkeit bzw. kein Grundstück für die Realisierung eines neuen Bio-Marktes, das zudem die Anforderungen an eine wohnortnahe, fußläufige Nahversorgung erfüllen kann. Im Hinblick auf die Versorgung mit Metzgereien stellt sich die Lage in Durlach, wie auch überregional, schwierig dar. So ist die Zahl der Metzgereien im Stadtgebiet Karlsruhe seit 2016 von 37 auf zuletzt 23 – 3 – Betriebe gesunken. Bei dem Wegfall von Metzgereien handelt es sich um einen bundesweiten Trend. Zu den Gründen hat die Wirtschaftsförderung ein Statement von Sven Herrwerth, Obermeister der Fleischerinnung Karlsruhe Bruchsal, eingeholt. Demzufolge gab es im Jahr 2000 im Stadt- und Landkreis noch 100 Metzgereien, heute sind es nur noch 43. Hauptgründe dafür, dass immer mehr Metzgereien verschwinden und/oder keine neuen hinzukommen, sind: • Personalmangel, vor allem im Verkauf (weniger in der Herstellung), • Nachfolge kann oft nicht gefunden werden, • Auflagen für das Lebensmittelhandwerk nehmen zu, • Ausbildungszahlen sind rückläufig (auch wegen der abnehmenden Anzahl von Ausbildungsbetrieben). Dass die Zahl der Metzgereien sinkt, liegt laut Herrn Herrwerth nicht an zu geringen Umsätzen. Die Kunden, die Wert auf Qualität und Herkunft legen, seien vorhanden. Deren Zahl nehme eher stetig zu. Aktuell beenden im Stadt- und Landkreis Karlsruhe und in Mannheim 28 Fleischergesellinnen und -gesellen sowie 20 Fleischereifachverkäuferinnen und -verkäufer ihre Ausbildung. Aus Sicht der Fleischerinnung fehlen insgesamt die Anreize für junge Menschen, diese Berufe zu ergreifen. Die Wirtschaftsförderung versucht bereits gemeinsam mit der Handwerkskammer und den Innungen – zum Beispiel durch Veranstaltungen in Schulen und Werbung für das Handwerk – mehr junge Menschen für Handwerksberufe zu begeistern.