Energieleitplan mit integrierter kommunaler Wärmeplanung der Stadt Karlsruhe
| Vorlage: | 2023/0840/6 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 27.11.2023 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Umwelt- und Arbeitsschutz |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 28.11.2023
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/0840/6 Eingang: 24.11.2023 Fragen zum Fernwärme- und Wasserpumpenausbau für die Roadmap Anfrag: FW|FÜR Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 28.11.2023 14.5 Ö Entscheidung 1. Wie viele Kilometer Leitungen an Fernwärme und wie viele Fernwärmeanschlüsse sollen auf der Zeitachse bis 2040 umgesetzt werden pro Jahr? a) Wieviel hat man bisher pro Jahr geschafft? b) Wieviel wird das kosten? 2. Gibt es Alternativszenarien falls sich die MiRO in Zukunft zurückziehen sollte oder die Abwärme bei einen Umstieg der MiRO auf eFuels nicht mehr ausreichen sollte? 3. Wie viele Erdgas oder Ölheizungen sollen auf Wärmepumpe umgestellt werden, wieviel schafft man pro Jahr? 4. Wie viele Wärmepumpen sind in Karlsruhe bis 2040 geplant? Wie viele Heizungseinzellösungen bleiben nach Ausbau der Fernwärme und Umrüstung auf Wärmepumpen übrig? Begründung Im Rahmen der aktuellen Diskussion und Planung des Energieleitplans für die Stadt Karlsruhe, welcher den Umstieg auf Fernwärme und Wärmepumpen vorsieht, möchten wir als Fraktionsgemeinschaft FW|FÜR Karlsruhe entscheidende Fragen, die wir auch in unserem Positionspapier zum Energieleitplan aufwerfen, stellen. Welche quantitativen Ziele für den Ausbau von Fernwärme in den kommenden Jahren vorgesehen sind ist dabei eine wichtige Frage. Konkret möchten wir wissen, wie viele Kilometer Leitungen bis 2040 verlegt werden sollen und wie viele Fernwärmeanschlüsse pro Jahr geplant sind. Eine detaillierte Einsicht in die bisherige Umsetzung ist ebenfalls von Bedeutung, um den Fortschritt und die Realisierbarkeit der gesetzten Ziele zu bewerten. Ein weiterer zentraler Aspekt betrifft die finanzielle Dimension des Vorhabens. Daher ersuchen wir um Angaben zu den geschätzten Gesamtkosten für die Umsetzung des Energieleitplans. Eine transparente Kostenanalyse ist unerlässlich, um sicherzustellen, dass die finanziellen Ressourcen effektiv und nachhaltig eingesetzt werden. Dies gilt auch im Blick auf die Bevölkerung: Welche Mindeststandards gelten für die Sanierung von Altbauten, um als Wärmepumpen-tauglich angesehen werden zu können. Gibt es Fördermittel, die die Umstellung auf diese Standards unterstützen? Diese Informationen sind wesentlich, um Hauseigentümer bei der Umstellung auf umweltfreundliche Heizsysteme zu fördern. Ein weiterer Fokus liegt auf der Umstellung von Erdgas- und Ölheizungen auf Wärmepumpen. Hierbei bitten wir um konkrete Informationen darüber, wie viele Heizungen pro Jahr umgestellt werden sollen. Diese Daten sind entscheidend, um den Fortschritt bei der Reduzierung fossiler Brennstoffe im Wärmesektor zu evaluieren. – 2 – Im Hinblick auf die mögliche Rolle der MiRO in der Zukunft und deren Beitrag zur Fernwärmeversorgung interessieren uns zudem etwaige Alternativszenarien. Sollte die MiRO sich zurückziehen oder die Abwärme nicht mehr ausreichen, möchten wir wissen, wie die Stadt Karlsruhe darauf vorbereitet ist, diese potenziellen Herausforderungen zu bewältigen. Die Beantwortung dieser Fragen ist von großer Bedeutung, um eine fundierte Entscheidung über die Zustimmung zum Energieleitplan zu treffen. Wir streben Transparenz und Klarheit an, um sicherzustellen, dass die Energiewende in Karlsruhe auf einem soliden und nachhaltigen Fundament basiert. Unterzeichnet von: Jürgen Wenzel Friedemann Kalmbach Petra Lorenz
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Extrahierter Text
Stellungnahme zur Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/0840/6 Verantwortlich: Dez. 5 Dienststelle: Umwelt- und Arbeitsschutz Fragen zum Fernwärme- und Wasserpumpenausbau für die Roadmap Anfrage: FW|FÜR Gremien Termin TOP Ö / N Zuständigkeit Gemeinderat 28.11.2023 14.5 Ö Entscheidung 1. Wie viele Kilometer Leitungen an Fernwärme und wie viele Fernwärmeanschlüsse sollen auf der Zeitachse bis 2040 umgesetzt werden pro Jahr? Die Stadtwerke unterscheiden in Verteilnetzausbau und Bau von Hausanschlüssen. Derzeit wird dort von einem Ausbau des Fernwärme-Verteilnetzes von ca. 36 km bis 2035 ausgegangen (durchschnittlich 3 km/Jahr). Zusätzlich erwarten die Stadtwerke bis dahin ca. 2.200 neue Hausanschlüsse mit rund 50 km Hausanschluss-Länge (durchschnittlich ca. 200 Hausanschlüsse/Jahr mit jeweils durchschnittlich 20 - 25 m Hausanschluss-Länge). Ab 2035 gehen die Stadtwerke von einem Rückgang der Bautätigkeit aus, da die am wirtschaftlichsten zu hebenden Potenziale bis dahin erschlossen sein müssen, um das Ziel der Klimaneutralität rechtzeitig erreichen zu können. a) Wieviel hat man bisher pro Jahr geschafft? Das Fernwärme-Verteilnetz umfasst derzeit ca. 160 km. Es gibt ca. 2.300 Hausanschlüsse mit ca. 60 km Hausanschlusslänge. In der Vergangenheit wurden zwischen 70 und 100 Hausanschlüsse / Jahr erstellt. b) Wieviel wird das kosten? Der Trassenmeter im Verteilnetz kostet derzeit ca. 2.000 bis 2.500 €; diese Größenordnung gilt auch für Hausanschlüsse. Damit ergeben sich mit den heutigen Kostenansätzen bis 2035 durchschnittlich jedes Jahr Kosten für den Verteilnetzausbau von rund 7 Mio. € sowie für Hausanschlüsse von rund 10 Mio. €. 2. Gibt es Alternativszenarien falls sich die MiRO in Zukunft zurückziehen sollte oder die Abwärme bei einem Umstieg der MiRO auf eFuels nicht mehr ausreichen sollte? Für die Mineralölraffinerie Mittlerer Oberrhein (MiRO) ist im Energieleitplan grundsätzlich die Annahme hinterlegt, dass diese als Abwärmequelle bis 2040 zur Verfügung steht. Die Stadtwerke gehen davon aus, dass der Produktionsstandort, ggf. mit angepassten Produktionsprozessen und Produkten, auch im nächsten Jahrzehnt bestehen bleibt und weiterhin Abwärme im für die Fernwärme nutzbaren Umfang bzw. Temperaturniveau auftritt. 3. Wie viele Erdgas- oder Ölheizungen sollen auf Wärmepumpe umgestellt werden, wieviel schafft man pro Jahr? In Karlsruhe gibt es derzeit rund 28.000 Gasnetzanschlüsse und geschätzt 10.000 Ölheizungen, die auf eine CO 2 -neutrale Wärmeversorgung umgestellt werden müssen. – 2 – Wie viele Wärmepumpen pro Jahr realisiert werden können, hängt von vielen Faktoren ab, die bislang nicht realistisch abgeschätzt werden können. Hierzu gehören die finanziellen Möglichkeiten der Bürger*innen und in diesem Zuge auch die Verfügbarkeit von Fördermitteln von Bund und/oder Land. Die Verfügbarkeit von Material, den Wärmepumpen selbst und Handwerker*innen, die die Installation vornehmen können, sind weitere Faktoren. 4. Wie viele Wärmepumpen sind in Karlsruhe bis 2040 geplant? Wie viele Heizungseinzellösungen bleiben nach Ausbau der Fernwärme und Umrüstung auf Wärmepumpen übrig? Der Energieleitplan kann zu diesen Fragen keine Antworten liefern, da er als strategisches Planungsinstrument keine Detailplanung vornehmen kann. Derzeit wird davon ausgegangen, dass bis 2040 der überwiegende Teil der Ein- und Zweifamilienhäuser sowie der Reihenhäuser und kleineren Mehrfamilienhäuser Wärmepumpen als dezentrales Heizsystem verwenden.