Jetzt für Karlsruher Kitas: Chancen nutzen und Personal gewinnen
| Vorlage: | 2023/0778 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 07.07.2023 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Sozial- und Jugendbehörde |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
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Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier CDU-Gemeinderatsfraktion Eingang: 07.07.2023 Vorlage Nr.: 2023/0778 Jetzt für Karlsruher Kitas: Chancen nutzen und Personal gewinnen Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 19.09.2023 23 X Jugendhilfeausschuss 18.10.2023 x Die CDU-Gemeinderatsfraktion Karlsruhe beantragt: 1. Die Stadtverwaltung bereitet eine Änderung der „Richtlinie der Stadt Karlsruhe für die Förderung von Kindertagesstätten und Kinderkrippen“ vor, damit Träger zusätzlich zu ihrem Einsatz von pädagogischem Fachpersonal auch eine finanzielle Förderung für die Beschäftigung von nichtpädagogischen Fachkräften und Zusatzkräften erhalten. 2. Um gut ausgebildetes und hochmotiviertes Fachpersonal für Karlsruhe zu gewinnen, knüpft die Stadtverwaltung – analog zu den Fachkräftegewinnungsprojekten in Baden-Baden, Ludwigsburg oder Filderstadt – Kooperationen mit dem europäischen Ausland. Sachverhalt/Begründung In ganz Deutschland mangelt es derzeit an Fachkräften in Kindertagesstätten und Kindergärten – so auch in Karlsruhe. Durch den Fachkräftemangel kommt es vermehrt zu eingeschränkten Öffnungszeiten oder weiteren Schließtagen. Neben den Kindern leiden insbesondere die Eltern unter den geänderten Öffnungszeiten, da sie sich notgedrungen freinehmen müssen und dabei vom Verständnis oder der Kulanz ihrer Arbeitgeberinnen und -geber abhängig sind. Mittelbar ergeben sich dadurch also Konsequenzen für nahezu alle Wirtschaftsbereiche, in denen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mit Kindern im betreuungspflichtigen Alter beschäftigt sind. Unserer Ansicht nach sollten geänderte Öffnungszeiten daher das letzte Mittel der Wahl sein. Bis sich weitere Schließtage oder eingeschränkte Öffnungszeiten nicht mehr abwenden lassen, wollen wir als CDU-Fraktion zuvor alle Möglichkeiten ausschöpfen, um einerseits die Kindertagesstätten und Kindergärten zu entlasten und andererseits die Eltern bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu unterstützen. Wir regen folgende Maßnahmen an: 1) Anerkennung von Förderkosten für Nichtfachkräfte und Zusatzkräfte: Bisher ist es in der „Richtlinie der Stadt Karlsruhe für die Förderung von Kindertagesstätten und Kinderkrippen“ so geregelt, dass die Träger kommunale Fördermittel nur für die Beschäftigung von pädagogischem Fachpersonal erhalten. Zusätzliche nichtpädagogische Fachkräfte müssen von den Einrichtungen selbst finanziert werden. Dadurch kommt es vor, dass Erzieherinnen und Erzieher auch Verwaltungs- und Hauswirtschaftsaufgaben (z.B. Telefondienste bei Krankmeldungen am Morgen, Speisenzubereitung usw.) übernehmen müssen und weniger Zeit für die Betreuung der Kinder haben. Wir wollen das vorhandene pädagogische Personal in Kinderbetreuungseinrichtungen – 2 – entlasten, damit sich die Erzieherinnen und Erzieher in Zeiten akuten Personalmangels wieder mehr auf ihre Kernaufgaben fokussieren können. Zu diesem Zweck beantragen wir die dahingehende Überarbeitung der Förderrichtlinie, dass Kindertageseinrichtungen auch bei der Beschäftigung von nichtpädagogischen Fachkräften (z.B. Hauswirtschafts- oder Sekretariatskräfte) und der Erfüllung nichtpädagogischer Aufgaben finanzielle Förderung erhalten. Um darüber hinaus weiteres Personal zu gewinnen, das die Kinder zusammen mit Erzieherinnen und Erziehern durch den Tag begleitet, sollten Kindertageseinrichtungen finanzielle Förderung auch für die Beschäftigung von Zusatzkräften (z.B. Schreiner, Gärtner, Kunst- oder Musikpädagogen) erhalten. Schließlich können Beschäftigte dieser und weiterer Fachrichtungen einen wichtigen pädagogischen Beitrag zur Erziehung der Kinder leisten. 2) Fachpersonal aus dem europäischen Ausland anwerben: Oft bleibt die Suche nach Fachpersonal erfolglos, da entweder nur unqualifizierte oder überhaupt keine Bewerbungen auf offene Kita- Stellen eingehen. Ein Grund liegt beispielsweise in der Jugendarbeitslosequote, die in Deutschland (6,1 Prozent, siehe jeweils hier: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/74795/umfrage/jugendarbeitslosigkeit-in-europa/) im Vergleich zum europäischen Ausland am niedrigsten liegt. Anders verhält es sich in südeuropäischen Ländern wie Spanien (28,4 Prozent) oder Griechenland (27,4 Prozent). Dort ist nahezu jeder dritte Jugendliche arbeitslos. Einige davon sind gut ausgebildete und hochmotivierte Erzieherinnen und Erzieher. Diesen Menschen wollen wir ein Angebot machen und sie für eine Beschäftigung bei den städtischen und freien Kindertagesstätten in Karlsruhe gewinnen. Aufgrund ihrer bisherigen Perspektivlosigkeit und der hohen Arbeitslosenquote in ihren Heimatländern ist es daher auch nicht so, dass wir unseren europäischen Partnern dringend benötigtes Fachpersonal streitig machen. Es geht vielmehr darum, jungen Erzieherinnen und Erziehern aus dem europäischen Ausland eine berufliche Perspektive in Karlsruhe zu geben. Städte im Umkreis wie Baden-Baden, Filderstadt oder Ludwigsburg sind hier bereits einen Schritt weiter und haben zusammen mit dem Verein Bildungswerk der Baden-Württembergischen Wirtschaft sowie der Bundesagentur für Arbeit erfolgreich Fachpersonal aus Spanien angeworben (siehe z. B. hier: https://www.biwe.de/newsanzeige/spanische-fachkraefte-verstaerken-kita-teams). Außerdem haben auch schon einige überregional organisierte Träger, die Kindertageseinrichtungen unter anderem auch in Karlsruhe betreiben, wertvolle Erfahrungen bei der Anwerbung und Beschäftigung von Fachkräften aus dem europäischen Ausland gesammelt. Unserer Ansicht nach sollte die Stadt Karlsruhe das große Potential nutzen und ein eigenes Fachkräftegewinnungsprojekt auflegen. Daher beantragen wir, dass die Stadtverwaltung entsprechende Kooperationen knüpft, um gut ausgebildetes und hochmotiviertes Fachpersonal aus dem europäischen Ausland zu gewinnen. Unterzeichnet von: Stadtrat Detlef Hofmann Stadträtin Bettina Meier-Augenstein Stadtrat Karsten Lamprecht
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Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier CDU-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2023/0778 Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: SJB Jetzt für Karlsruher Kitas: Chancen nutzen und Personal gewinnen Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 19.09.2023 23 x Jugendhilfeausschuss 18.10.2023 9 x Kurzfassung Fachkräftegewinnungsprojekte, die durch die Stadtverwaltung generiert werden, sind kein geeignetes Mittel zur Deckung des Personalbedarfs von zahlreichen verschiedenen Trägern im Stadtgebiet Karls- ruhe. Vielmehr erarbeitet die Stadtverwaltung gemeinsam mit den Trägern Karlsruher Kindertagesein- richtungen im Rahmen der „Strategie zum Fachkräftebedarf“ alternative Lösungsmöglichkeiten in Be- zug auf dieses wichtige Thema. Die Stadtverwaltung empfiehlt, von einer Änderung der „Richtlinie der Stadt Karlsruhe für die Förde- rung von Kindertagesstätten und Kinderkrippen“ abzusehen und die Wirksamkeit des Strategieprozes- ses abzuwarten. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen 1. Die Stadtverwaltung bereitet eine Änderung der „Richtlinie der Stadt Karlsruhe für die Förderung von Kindertagesstätten und Kinderkrippen“ vor, damit Träger zusätzlich zu ihrem Einsatz von pädago- gischem Fachpersonal auch eine finanzielle Förderung für die Beschäftigung von nichtpädagogischen Fachkräften und Zusatzkräften erhalten. Im Rahmen der „Strategie zum Fachkräftebedarf“ werden alternative Lösungsmöglichkeiten in Bezug auf dieses wichtige Thema mit den Karlsruher Kita-Trägern erarbeitet beziehungsweise eruiert; so auch der Einsatz von nichtpädagogischen Fachkräften und Zusatzkräften. Die Stadtverwaltung wird in die- sem Zusammenhang eine Vorlage ausarbeiten und diese dem Jugendhilfeausschuss / dem Gemeinde- rat zur Beschlussfassung vorlegen. Pädagogische Prozesse und die Wichtigkeit von pädagogischer Interaktion sind elementar für die Qua- lität in Kitas und den Gelingensprozess der Bildungs- und Erziehungsarbeit in Kitas. Es ist nicht ohne weiteres möglich, einzelne Aufgaben aus dem pädagogischen Prozess herauszulösen und an Sekretari- ats- und Hauswirtschaftskräfte abzugeben. Trägern ist es unbenommen, im Rahmen der Trägerhoheit für ihre jeweiligen Kitas individuelle Overhead-Systeme zu schaffen. 2. Um gut ausgebildetes und hochmotiviertes Fachpersonal für Karlsruhe zu gewinnen, knüpft die Stadtverwaltung – analog zu den Fachkräftegewinnungsprojekten in Baden-Baden, Ludwigsburg oder Filderstadt – Kooperationen mit dem europäischen Ausland. Zwischenzeitlich gibt es viel Erfahrung mit großen Anwerbekonzepten im Ausland, die aufzeigen, dass die Rückkehrquote wegen Heimweh und Wohn-Schwierigkeiten sehr hoch ist. Die Stadtverwaltung hält es für sinnvoll, die bisherigen Anerkennungsverfahren ausländischer Fachkräfte über den bekann- ten Weg über die Landesregierung (Regierungspräsidium) für Träger weiterhin offen zu halten und so Fachkräfte für Karlsruher Kitas zu gewinnen. Großformatige Anwerbeabkommen, welche Wohnangebote, Integrationsangebote, Sprachkurse und Schulungen zu pädagogischen Standards als flankierende Angebote erfordern, versprechen keine kurzfristige Entlastung des Fachkräftemangels an Karlsruher Kitas. Sprache ist ein Schlüssel zur Welt. Mehrere Jahre wurde auch in Karlsruher Kitas das Bundes- und Lan- desprogramm Sprache umgesetzt, da man aus der Forschung und Praxis weiß, dass Kinder von Geburt an Sprachvorbilder brauchen. Pädagogische Fachkräfte mit Deutsch als Fremdsprache und ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen in großem Volumen in Karlsruher Kitas zu beschäftigen, steht den Qualitätsansprüchen Karlsruher Kitas diametral entgegen. Sprachbildungsbedarfe, die nicht bedient werden können, verschieben sich ansonsten in den Schulbereich. Die Qualität in der frühkindlichen Bildung darf nicht zur Disposition gestellt werden. Es fällt unter die Trägerhoheit, geeignete Fachkräfte für ihre Kitas zu rekrutieren. Fachkräftegewin- nungsprojekte, die durch die Stadtverwaltung generiert werden, sind kein geeignetes Mittel zur De- ckung des Personalbedarfs von zahlreichen Trägern im Stadtgebiet Karlsruhe.
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Niederschrift 54. Plenarsitzung des Gemeinderates 19. September 2023, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 22. Punkt 23 der Tagesordnung: Jetzt für Karlsruher Kitas: Chancen nutzen und Personal ge- winnen Antrag: CDU Vorlage: 2023/0778 Beschluss: Beratung im Jugendhilfeausschuss am 18. Oktober 2023, öffentlich Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 23 auf und teilt mit, der Antrag werde ohne Aussprache in den Jugendhilfeausschuss verwiesen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 22. September 2023