Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Daxlanden: Ergebnisse der Bestandsanalyse zu Stärken, Defiziten, Potentialen und Herausforderungen (SWOT-Analyse)

Vorlage: 2023/0658
Art: Informationsvorlage
Datum: 16.06.2023
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Amt für Stadtentwicklung
Erwähnte Stadtteile: Beiertheim-Bulach, Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Grünwettersbach, Grünwinkel, Hagsfeld, Hohenwettersbach, Knielingen, Mühlburg, Nordstadt, Nordweststadt, Oberreut, Oststadt, Rintheim, Rüppurr, Stupferich, Südstadt, Südweststadt, Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock, Weststadt

Beratungen

  • Hauptausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 11.07.2023

    TOP: 2

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Informationsvorlage_Hauptausschuss
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/0658 Verantwortlich: Dez. 2 Dienststelle: Afsta Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Daxlanden: Ergebnisse der Bestandsanalyse zu Stärken, Defiziten, Potentialen und Herausforderungen (SWOT-Analyse) Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 11.07.2023 2 x Information (Kurzfassung) Der Hauptausschuss nimmt die Ergebnisse der Bestandsanalyse zu Stärken, Defiziten, Potentialen und Herausforderungen (SWOT-Analyse) zum Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept Daxlanden zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Soziale Stadt (Bunte Stadt) Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Die Ergebnisse der Bestandsanalyse zu Stärken, Defiziten, Potentialen und Herausforderungen (SWOT- Analyse) im Rahmen des Integrierten Stadtteilentwicklungskonzeptes (STEK) Daxlanden werden nach einem halben Jahr Beteiligung und sozial- sowie stadträumlicher Analyse vorgelegt. Nachdem bereits Ende 2022 ein Stadtteilspaziergang, geführt durch den Bürgerverein Daxlanden und unter Beteiligung des örtlichen Quartiersmanagements, erfolgte, startete der Beteiligungsprozess zum STEK Daxlanden mit Beginn des Jahres 2023. Durch das Einberufen der Steuerungs- und Lenkungsgruppe wurde die Kooperation aller für den Prozess relevanten Akteure frühzeitig sichergestellt. Neben der ämter- und dienststellenübergreifenden Zusammenarbeit sind sowohl der Bürgerverein als auch das Quartiersmanagement Daxlanden eng in die Prozessplanung einbezogen. Die Analysephase des Stadtteilentwicklungsprozesses startete mit der Vorstellung des Prozesses beim Treffen des Stadtteilnetzwerkes Daxlandens, einem bereits bestehenden Austauschformat für Vereine, Institutionen und Einwohnerschaft des Stadtteils im März 2023. In diesem Rahmen wurde gemeinsam mit den Teilnehmenden eine erste Sammlung von relevanten Themen und Zielgruppen erstellt. Daran anknüpfend erfolgte eine breit angelegte Befragung der Einwohnerschaft unter Einsatz aktivierender und aufsuchender Formate sowie parallel die sozial- und stadträumliche Analyse des Stadtteils. Im Rahmen der Befragung wurden die Bürgerinnen und Bürger sowohl online über das Beteiligungsportal der Stadt Karlsruhe als auch vor Ort an zwei Terminen nach Stärken, Schwächen und Verbesserungsvorschlägen zu ihrem Stadtteil befragt und über den Stadtteilentwicklungsprozess informiert. Parallel erfolgte die Meinungsabfrage mittels einer Postkartenaktion an fünf Standorten im Stadtteil, über welche sich die Einwohnerschaft ebenfalls mit ihren Sichtweisen einbringen konnte. Zudem wurden an drei weiteren Ortsterminen vertiefende Zielgruppengespräche geführt, unter anderem mit Jugendlichen sowie Seniorinnen und Senioren des Stadtteils. Insgesamt wurden im Rahmen der Befragungen 186 Stimmen aus der Einwohnerschaft Daxlandens erfasst. Die Ergebnisse der Befragung und die sozial- und stadträumliche Analyse auf Grundlage der ausgewerteten statistischen Daten zu Daxlanden sowie Datengrundlagen und Prognosen auf Stadt-, Stadtteil- und Stadtviertelebene sind in die Bestandsanalyse eingeflossen und bilden die Grundlage für die im Anhang befindliche SWOT-Analyse. Im Hinblick auf den weiteren Stadtteilentwicklungsprozess wurden die folgenden sieben Handlungsfelder identifiziert: Soziales, Mobilität, Kultur und Freizeit, Natur und Umwelt, Bauen und Wohnen, Wirtschaft und Versorgung sowie Bildung. Das IQ-Korridorthema „Soziale Stadt“ wurde inhaltlich in den Beteiligungsprozess und die bisher erarbeiteten Inhalte einbezogen. Insbesondere das Leitprojekt „Bunte Stadt“ hat eine enge Verknüpfung zum STEK Daxlanden, da dessen schwerpunktmäßige Umsetzung aktuell in Daxlanden stattfindet. Die Ergebnisse der SWOT-Analyse werden im vierten Quartal 2023 im Rahmen einer Stadtteilkonferenz der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Veranstaltung stellt den Startschuss für die zweite Beteiligungsphase des Stadtteilentwicklungsprozesses dar, in welcher im Rahmen von acht Beteiligungsveranstaltungen zu den wichtigsten Ergebnissen der Analyse gearbeitet wird. Zudem können in diesem Zeitraum eigene Stadtteilprojekte der Bürgerinnen und Bürger Daxlandens über den Verfügungsfond des Stadtteilentwicklungsprozesses gefördert werden. Mit Auslaufen des Stadtteilentwicklungsprozesses werden alle erarbeiteten Ergebnisse, Ziele und Projektideen in das STEK Daxlanden einfließen. Anlage SWOT-Analyse – 3 – Beschluss: Der Hauptausschuss nimmt die Ergebnisse der Bestandsanalyse zu Stärken, Defiziten, Potentialen und Herausforderungen (SWOT-Analyse) zum Integrierten Stadtteilentwicklungskonzept Daxlanden zur Kenntnis.

  • Anlage STTE Daxlanden_SWOT_Analyse
    Extrahierter Text

    Bearbeitung: Bürogemeinschaft metris | PLAN:KOOPERATIV metris studio für architektur, stadt und landschaft Bartels, Erl, Nichtern Partnerschaft mbB Architekt:innen und Stadtplaner:innen PLAN:KOOPERATIV Steffen Becker & Matthias Burgbacher GbR Beauftragt und herausgegeben durch: Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Büro für Mitwirkung und Engagement Zähringerstraße 61, 76133 Karlsruhe Layout Bürogemeinschaft metris | PLAN:KOOPERATIV Druck Stadt Karlsruhe, Rathausdruckerei, Recyclingpapier Bildquellen Bürogemeinschaft metris | PLAN:KOOPERATIV, Stadt Karlsruhe weitere nach Quellenangabe Bearbeitungsstand Juni 2023 SWOT-Analyse | Stadtteilentwicklungsprozess Daxlanden Impressum 6 Inhalt 1. Einleitung 8 1.1 Ziel und Anlass des Stadtteilentwicklungskonzeptes 8 1.2 Was ist eine SWOT-Analyse? 9 1.3 Gesamtstädtische konzeptionelle Grundlagen 11 1.4 Stadtteil Daxlanden 14 2. Analyse- und Beteiligungsprozess 19 2.1 Verzahnung von Analyse und Beteiligung 19 2.2 Zeitlicher Ablauf der Beteiligung 21 3. Grundlagenermittlung Daxlanden 27 4. SWOT-Analyse 46 4.1 Soziales 48 4.2 Bauen und Wohnen 62 4.3 Bildung 72 4.4 Wirtschaft und Versorgung 82 4.5 Mobilität 94 4.6 Kultur und Freizeit 106 4.7 Natur und Umwelt 118 Resümee und Ausblick 130 Anhang 132 7 8 1. Einleitung 1.1 Ziel und Anlass des Stadtteilentwicklungs- konzeptes Die im folgenden beschriebene SWOT-Analyse (Stärken-Schwächen-Chancen-Risiken-Analyse) ist Bestandteil des Stadtteilentwicklungskonzeptes (STEK) Daxlanden, das bis Mitte 2024 erstellt werden soll. Eine gründliche Bestandsanalyse der aktuell bestehenden Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken des Stadtteils bildet die Grund- und Ausgangslage für die zukunftsfähige Weiterentwicklung des Stadtteils. Dabei werden vorhan- dene Verwaltungsdaten und wichtige Akteur*innen vor Ort sowie Bürgerinnen und Bürger miteinbezogen. Das STEK Daxlanden legt den Fokus auf Themen wie „Älter werden“, „Gesundheit“, „Nachbarschaft“ sowie „Teil- habe und soziales Miteinander“. Ziel ist es, vorhandene soziale und kulturelle Angebote zu identifizieren, zu fördern und auszubauen, um Wertschätzung, Vielfalt und Inklusion für die Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. Der Entwicklungsprozess strebt auch die Stärkung des gesell- schaftlichen Zusammenhalts und der Gemeinwesensarbeit an und will verschiedene Projekte der Bürgerschaft in den Bereichen Kultur, Umweltbildung und anderen relevanten Themenfeldern initiieren. Der Stadtteilentwicklungsprozess in Daxlanden bietet die Möglichkeit, die Integrierte Stadtteilentwicklung mit der Sozialen Quartiersentwicklung zu verknüpfen und gemein- sam mit der Bürgerschaft an der Weiterentwicklung des Stadtteils zu arbeiten. Die Soziale Quartiersentwicklung ist ein Konzept der Stadt Karlsruhe zur Unterstützung und Vernetzung bürgerschaftlichen und hauptamtlichen Engagements in den Stadtteilen. Über die Ergänzung verschiedener För- dermöglichkeiten sollen die Lebensqualität der Menschen verbessert, Teilhabechancen erhöht und Benachteiligungen abgemildert werden. 9 1.2 Was ist eine SWOT-Analyse? Die SWOT-Analyse (S = strengths, W = weaknesses, O = opportunities, T = threats), deren Ursprung im Unternehmensbereich liegt und in den 1960er Jahren in England entwickelt wurde, findet auch Anwendung auf die Bewertung und Planung von Stadtteilen. Sie ist ein wirkungsvolles Werkzeug, um die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken eines Stadtteils zu untersuchen und bietet somit einen umfassenden Überblick über dessen aktuelle Situation. Bei der SWOT-Analyse werden sowohl interne Faktoren als auch externe Umweltfaktoren berücksichtigt. Sie beginnt mit einer Bewertung der aktuellen Situation des Stadtteils. Stärken können vielfältig sein und reichen von einer guten Verkehrsanbindung über schöne Grünflächen und eine reiche kulturelle Szene bis hin zu einer hohen Lebensqua- lität. Diese Merkmale machen den Stadtteil attraktiv und locken Menschen an, dort zu leben, zu arbeiten oder ihn zu besuchen. Dem gegenüber stehen Schwächen, die den im Stadtteil lebenden Personen potenzielle Nachteile bringen können. Eine unzureichende Infrastruktur, räumliche Barrieren, ein schlechtes Image oder ein geringer gesellschaftlicher Zusammenhalt sind Beispiele für mögliche Schwächen. Es gilt, diese Schwachstellen zu identifizieren und gezielte Maßnahmen zu ergreifen, um die Attraktivität des Stadtteils zu steigern sowie eine zukunftsfähige Weiterentwicklung zu fördern. Darüber hinaus werden bei der SWOT-Analyse Faktoren oder Trends betrachtet, die für den Stadtteil sowohl mit Chancen als auch Risiken einhergehen können. Chancen können beispielsweise in einer wachsenden Nachfrage nach Wohnraum, der Ansiedlung neuer Unternehmen, der Förderung von kulturellen Veranstaltungen oder dem Ausbau der öffentlichen Verkehrsmittel liegen. Diese 10 Chancen ermöglichen es dem Stadtteil, sein Potenzial auszuschöpfen und sich weiterzuentwickeln. Gleichzeitig gibt es auch Risiken, die potenzielle Probleme oder He- rausforderungen für den Stadtteil darstellen können. Ein wirtschaftlicher Abschwung, steigende Mieten, der Verlust von Arbeitsplätzen oder der Verfall der Infrastruktur sind Beispiele für Risiken, die es zu erkennen und zu bewältigen gilt. Basierend auf der SWOT-Analyse können gezielte Maßnah- men ergriffen werden, um die Stärken des Stadtteils weiter auszubauen, die Schwächen zu beheben, die Chancen zu nutzen und den Risiken entgegenzuwirken. Ziel ist es, den Stadtteil insgesamt attraktiver, lebenswerter und zukunfts- fähiger zu gestalten. Für die Vorbereitung einer SWOT-Analyse werden verschie- dene Schritte auf unterschiedlichen Ebenen durchgeführt. Neben der Auswertung statistischer und anderer verfüg- barer Informationen sind Arbeitsgespräche mit den betei- ligten Akteur*innen sowie Bürger*innenbefragungen von großer Bedeutung. Die Ergebnisse dieser Befragungen und Vorschläge aller Beteiligten fließen in die SWOT-Analyse und den weiteren Planungsprozess mit ein, um ein ganz- heitliches Bild des Stadtteils zu erhalten und eine breite Basis für die strategische Planung zu schaffen. 11 1.3 Gesamtstädtische konzeptionelle Grundlagen Insgesamt hängt die Entwicklung von Daxlanden als Stadt- teil von der Stadt Karlsruhe ab und soll in die bestehenden Konzepte und Strategien der Stadt eingebunden werden. Für die Erarbeitung des STEK werden das Räumliche Leitbild Karlsruhe, die Klimaanpassungsstrategie und das Integrierte Stadtentwicklungskonzept 2020 zugrunde- gelegt. Sie wurden im Zuge der Grundlagenermittlung mit Blick auf Daxlanden ausgewertet und in die SWOT-Analyse eingearbeitet. Räumliches Leitbild Karlsruhe Das räumliche Leitbild der Stadt Karlsruhe ist eine Zu- sammenfassung der städtebaulichen Ziele und Visionen für die zukünftige Entwicklung der Stadt. Es definiert die grundlegenden Prinzipien und Leitlinien für die Gestaltung des städtischen Raums. Das räumliche Leitbild legt als Rahmenplan großen Wert auf eine nachhaltige und lebenswerte Stadtentwicklung. Es strebt an, eine ausgewogene Balance zwischen urbanem Leben, Natur- und Umweltschutz sowie wirtschaftlicher Entwicklung zu schaffen. Dabei werden verschiedene Handlungsfelder betrachtet, wie beispielsweise Wohnen, Mobilität, Grünflächen, Kultur und Bildung. Ein zentrales Anliegen des Räumlichen Leitbildes ist die Förderung einer kompakten und gemischten Stadtstruk- tur. Das bedeutet, dass Wohnen, Arbeiten, Freizeit- und Versorgungseinrichtungen möglichst nah beieinander liegen sollen, um kurze Wege und eine gute Erreichbarkeit zu gewährleisten. Gleichzeitig soll der Erhalt und Ausbau von Grün- und Freiflächen im städtischen Umfeld Priorität haben, um eine hohe Lebensqualität und einen Ausgleich zur verdichteten Bebauung zu schaffen. 12 Die Förderung einer nachhaltigen Mobilität spielt ebenfalls eine wichtige Rolle im Räumlichen Leitbild. Hierbei werden umweltfreundliche Verkehrsmittel wie Fahrrad, öffentlicher Nahverkehr und Fußgängerverbindungen priorisiert. Ziel ist es, den Individualverkehr zu reduzieren und alternative Mobilitätsformen attraktiver zu gestalten. Das kulturelle Erbe der Stadt Karlsruhe wird ebenfalls im Räumlichen Leitbild berücksichtigt. Es werden Maßnah- men zur Erhaltung und Weiterentwicklung des historischen Stadtbildes sowie zur Förderung von Kunst, Kultur und Bildung vorgesehen. Dadurch soll das kulturelle Erbe bewahrt und gleichzeitig eine vielfältige und lebendige Kulturszene gefördert werden. Das Räumliche Leitbild der Stadt Karlsruhe dient als Leit- faden und Orientierung für die städtebauliche Entwicklung. Es bildet die Grundlage für Planungsentscheidungen und Projekte, um eine nachhaltige, lebenswerte und zukunfts- fähige Stadt zu schaffen. Klimaanpassungsstrategie Die Klimaanpassungsstrategie der Stadt Karlsruhe befasst sich mit den Herausforderungen des Klimawandels und zielt darauf ab, die Stadt und ihre Bewohner*innen auf die zunehmenden Auswirkungen von Hitze, Starkregen und anderen klimatischen Veränderungen vorzubereiten. Die Strategie umfasst verschiedene Maßnahmen und Handlungsfelder, die dazu beitragen sollen, die Resilienz der Stadt zu stärken und die negativen Auswirkungen des Klimawandels zu minimieren. Ein zentraler Aspekt der Klimaanpassungsstrategie ist die Schaffung von grünen und klimaresilienten Freiräumen in der Stadt. Dies umfasst die Begrünung von Dächern und Fassaden, sowie die Förderung von urbanem Grün und von Kühlinseln, um das städtische Mikroklima zu verbes- sern. 13 Die Stadt Karlsruhe legt außerdem großen Wert auf die Anpassung der städtischen Infrastruktur an die Folgen des Klimawandels. Dies beinhaltet beispielsweise die Über- prüfung und Anpassung von Entwässerungssystemen, um Starkregenereignissen besser standzuhalten, die Förde- rung von Maßnahmen zur Wasserrückhaltung sowie die Entwicklung von Notfallplänen für Extremwetterereignisse. Ein weiterer Schwerpunkt der Klimaanpassungsstrategie ist die Sensibilisierung der Bevölkerung für die Auswir- kungen des Klimawandels und die Förderung von indivi- duellem Handeln. Hierzu werden Informationskampagnen durchgeführt, Workshops und Schulungen angeboten und Bürger*innen ermutigt, Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel in ihrem eigenen Umfeld umzusetzen. Integriertes Stadtentwicklungs- konzept 2020 Das Integrierte Stadtentwicklungskonzept 2020 der Stadt Karlsruhe ist ein umfassendes Konzept zur langfristigen Entwicklung der Stadt. Als strategisches Leitbild legt es Ziele und Maßnahmen fest, um Karlsruhe zu einer lebens- werten und zukunftsfähigen Stadt zu machen. Die einzelnen Handlungsschwerpunkte und Projekte sind dabei den fünf Fokusbereichen – Technologiestadt, Stadt- gesellschaft, Kulturstadt, Umweltstadt sowie Innenstadt und Stadtteile – zugeordnet. Es setzt sich unter anderem mit den Themen Mobilität, Umwelt, Wirtschaft und Kultur auseinander und legt großen Wert auf eine nachhaltige Stadtentwicklung, die ökologi- sche, soziale und wirtschaftliche Aspekte berücksichtigt. Im Bereich Mobilität setzt das Konzept auf eine nach- haltige Verkehrsgestaltung. Es werden Maßnahmen zur Förderung des öffentlichen Nahverkehrs, des Radverkehrs und der Fußgängerfreundlichkeit ergriffen, um den Auto- 14 verkehr zu reduzieren und umweltfreundliche Alternativen zu fördern. Der Umweltaspekt des Konzepts konzentriert sich auf den Schutz und die Aufwertung der natürlichen Ressourcen in der Stadt. Maßnahmen zur Energieeffizienz, zum Kli- maschutz, zur Förderung erneuerbarer Energien und zum Naturschutz werden umgesetzt, um eine nachhaltige und umweltfreundliche Stadt zu schaffen. Im Bereich Wirtschaft setzt das Konzept auf die Stärkung der lokalen Wirtschaft und die Förderung von Innovation und Unternehmertum. Es werden Maßnahmen ergriffen, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu verbes- sern, Arbeitsplätze zu schaffen und die Attraktivität des Wirtschaftsstandorts Karlsruhe zu erhöhen. Der kulturelle Aspekt des Konzepts beinhaltet die Förde- rung von Kunst, Kultur und Kreativwirtschaft. Es werden Maßnahmen ergriffen, um kulturelle Vielfalt zu erhalten, kulturelle Bildung zu fördern und kulturelle Angebote für alle Bevölkerungsgruppen zugänglich zu machen. 1.4 Stadtteil Daxlanden Daxlanden ist seit 1910 ein eingemeindeter Stadtteil der Stadt Karlsruhe, dessen historische Entwicklung jedoch bis in die Römerzeit zurückreicht. Erstmals 1261 unter der Bezeichnung villa daslar ur- kundlich erwähnt, entwickelte sich Daxlanden in den folgenden Jahrhunderten Dank seiner Lage am Rhein und seiner fruchtbaren Böden als landwirtschaftlich geprägtes Fischer- und Bauerndorf. Nach mehreren schweren Rhein- überschwemmungen ereignete sich 1651 die schlimmste Hochwasserkatastrophe für Daxlanden, woraufhin das Dorf zurückversetzt auf dem Hochgestade an seiner heutigen Stelle wieder errichtet wurde. 15 Infolge des Dreißigjährigen Krieges sowie des Pfälzischen Erbfolgekrieges war Daxlanden von zahlreichen Zerstö- rungen und Wiederaufbauten geprägt. Danach kehrte eine gewisse Stabilität in die Entwicklung des Dorfes ein. Durch die Rheinbegradigung durch Johann Gottfried Tulla 1819 bis 1821 verlor es jedoch seine Funktion als Schiffs- und Zollstation an Maxau, was zu einem Rückgang der Fischerei führte. Gleichzeitig wurde die Altrheininsel Rap- penwört endgültig rechtsrheinisch. Mit der fortschreitenden Industrialisierung und der Eröffnung des Rheinhafens 1901 im benachbarten Mühlburg verwandelte sich Daxlanden immer stärker in ein Arbeiterdorf. Heute hat der Stadtteil rund 11.200 Einwohner*innen und ist in vier Stadtviertel mit heterogenen Siedlungsstrukturen und Typologien untergliedert: Alt-Daxlanden, Neu-Daxlan- den, Daxlanden-Ost und die Rheinstrandsiedlung. Der historisch gewachsene Kern Alt-Daxlandens erinnert mit seinen Fachwerkhäusern und kleinen Gassen immer noch an das idyllische Fischer- und Bauerndorf, das es ur- sprünglich gewesen ist. Im angrenzenden Neu-Daxlanden ist die Bebauungsstruktur aufgelockerter und moderner. Hier finden sich die meisten Geschäfte des alltäglichen Bedarfs (Bäckereien, Metzger, Apotheken) wieder. Daxlan- den-Ost ist von einer grobkörnigeren Siedlungsstruktur mit einer Mischung von Einparteien- und Reihenhäusern wie auch Gewerbebetrieben und Sonderbauten gekennzeich- net. Mit dem derzeit entstehenden August-Klingler-Areal und den Planungen für den Zanderweg wird sich der Stadtteil auch in Zukunft weiter entwickeln. Die Rhein- strandsiedlung wiederum, entstanden ab den 1930er Jahren, weist viele Einfamilienreihenhäuser, mehrgeschos- sige Wohnblöcke und achtgeschossige Punkthäuser mit einem hohem Grünflächenanteil auf. Im Westen Daxlandens dominieren Naturschutzgebiete wie die Fritschlach und kleinere Gewässer wie die Saumseen, der Federbach und der Ententeich. 16 Abb. 1: Kirche St. Valentin Abb. 2: Spielplatz „Loch“ Abb. 3: Haltestelle Hammweg Abb. 4: Hammweg Abb. 5: Schlaucherplatz Abb. 6: Rasengleise an der S-Bahn-Strecke 17 Abb. 4: Hammweg Abb. 5: Schlaucherplatz Abb. 6: Rasengleise an der S-Bahn-Strecke Abb. 7: Rheinstrandhalle und Kinder- und Jugendhaus WEST Abb. 8: Rheinstrandsiedlung - Kleiner Anger Abb. 9: Federbachschule 18 19 2. Analyse- und Beteiligungsprozess 2.1 Verzahnung von Analyse und Beteiligung Die vorliegende SWOT-Analyse entstand ausgehend von der Grundlagenermittlung bzw. dem Status Quo aus aufei- nanderfolgenden Planungs- und Beteiligungsschritten. Die wichtigsten Ergebnisse aus der Öffentlichkeitsbeteiligung sowie der planerischen Untersuchungen sind hier zusam- mengefasst und grafisch aufbereitet. Als Auftraggeberin hat die Stadt Karlsruhe, vertreten durch das Amt für Stadtentwicklung, Büro für Mitwirkung und Engagement die Verantwortung über die Inhalte des STEK. Regelmäßige Abstimmungen erfolgten in einer dafür eingerichteten Steuergruppe, bestehend aus Vertreter*in- nen der Stadt Karlsruhe, dem Amt für Stadtentwicklung, weiteren Fachämtern, dem Bürgerverein Daxlanden, der Volkswohnung, dem Quartiersmanagement Daxlanden und dem Planungsteam. Alle im Stadtteil Daxlanden tätigen städtischen Dienststellen und Gesellschaften sind in der sogenannten Lenkungsgruppe vertreten. Das aus verschiedenen Fachdisziplinen zusammengesetz- te Planungsteam übernahm Aufgaben der städtebaulichen Analyse und der Partizipation. 20 Abb. 10: Beteiligte Akteur*innen im Prozess zur SWOT-Analyse Stadt Karlsruhe Verwaltung Amt für Stadtentwicklung Fachämter Quartiersmanagement Volkswohnung Bürgerverein Senior*innen Planungsteam Steuergruppe / Lenkungsgruppe Stadtteil Daxlanden zufällig ausgewählte Passant*innen Kinder und Jugendliche Planung und Beteiligung Beteiligte Auftrag- geber*in Input und Konzeption Beteiligte 21 2.2 Zeitlicher Ablauf der Beteiligung Der Prozess startete mit Abstimmungen in den für diesen Prozess etablierten Gremien der Steuer- (SG) und Len- kungsgruppe (LG). Dabei wurden sowohl die grundlegende Ausrichtung des Prozesses als auch die nächsten Schritte besprochen und erste inhaltliche Fragen geklärt. Am 01.03.23 fand im Rahmen des Runden Tisches des Stadtteilnetzwerks (SN) ein intensiver Austausch mit Vertreter*innen von im Stadtteil tätigen städtischen Dienststellen, Gesellschaften, Vereinen und dem Quar- tiersmanagement statt. Anschließend begann die breit angelegte Beteiligung der Bewohner*innen des Stadtteils. Diese bestand aus einer aktivierenden Stadtteilbefragung an unterschiedlichen zentralen Orten Daxlandens, einer Online-Beteiligung bestehend aus Fragebogen und Mapping-Prozess sowie einer Postkartenaktion durch das Büro für Mitwirkung und Engagement. Bei mehreren aufsuchenden Beteiligungsaktionen wurden zudem gezielt unterschiedliche Orte und Einrichtungen in Daxlanden besucht. Die aufsuchende Beteiligung umfasste neben einer mobilen Aktion im Stadtteil das Maibaumstellen am Schlaucherplatz, einen Termin im Kinder- und Jugendhaus sowie einen Termin im Senior*innenzentrum St. Valentin. Im Rahmen dieser Aktionen konnten die Teilnehmenden Stärken und Schwächen, gegliedert nach sieben Hand- lungsfeldern, benennen. Insgesamt nahmen 186 Personen an den verschiedenen Formaten teil. Die SWOT-Analyse setzt sich weitestgehend aus der Zu- sammenführung von planerischer Analyse und Beteiligung zusammen. Lediglich die Grundlagenermittlung wurde anhand einer durch die Stadt Karlsruhe zur Verfügung gestellten Sammlung von Unterlagen, Konzepten und Daten erarbeitet. In der folgenden Prozessdarstellung sind die Analyseschritte und Beteiligungsformate noch einmal schematisch dargestellt. 22 Ergebnis Prozess- abschnitt Planung Phase Beteiligung Abstimmung online und analog vor Ort 1. Grundlagenermittlung Grundlagenermittlung Bezug der gesamtstädtischen Konzepte und Grundlagen auf den Stadtteil Einordnung von Daxlanden in die Gesamtstadt Karlsruhe Stadtteil- spaziergang Auftakt Abb. 11: Ablauf des Planungs- und Beteiligungsprozesses – SWOT-Analyse Teil I: Grundlagen – SWOT-Analyse – Handlungsfelder Einholen von Informationen zur Erarbeitung der SWOT-Analyse SG kontinuierliche Abstimmung 23 1. Grundlagenermittlung Grundlagenermittlung Bezug der gesamtstädtischen Konzepte und Grundlagen auf den Stadtteil Einordnung von Daxlanden in die Gesamtstadt Karlsruhe Teil I: Grundlagen – SWOT-Analyse – Handlungsfelder Einholen von Informationen zur Erarbeitung der SWOT-Analyse Daxlanden in Zahlen: statistische Eckwerte je Handlungsfeld Kartografische Analyse des Status Quo und der räumlichen Gegebenheiten in Daxlanden Textliche Auswertung als sozialräumliche SWOT-Analyse kartografische SWOT-Analyse tabellarische Sammlung der Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken Abstimmung SWOT mit Verwaltung LG Statistische Auswertung Räumliche Bestandsaufnahme Evaluierung sektoraler Handlungsfelder Sozialräumliche SWOT-Analyse Stadträumliche SWOT-Analyse Einarbeitung der Beteiligungsergebnisse 2. Analyse Status Quo3. SWOT-Analyse Mobile Aktion SN Aktivierende Stadtteilbefragung an Supermärkten Maibaum- stellen Senior*innen Kinder + Jugendliche kontinuierliche Abstimmung Postkartenaktion Online-Mapping über städtische Beteiligungs- plattform 24 Abb. 12: Ortsbegehung mit dem Stadtteilverein Abb. 13: mobile Aktion am Kirchplatz Abb. 14: Stand für die mobile Aktion Abb. 15: Postkartenaktion Gemeinsam Daxlanden gestalten Abb. 16: Stand für die mobile Aktion Abb. 17: Verortung der Aufenthaltsorte der Befragten (mobile Aktion) Gemeinsam Daxlanden gestalten. 25 Abb. 15: Postkartenaktion Gemeinsam Daxlanden gestalten Abb. 16: Stand für die mobile Aktion Abb. 17: Verortung der Aufenthaltsorte der Befragten (mobile Aktion) Gemeinsam Daxlanden gestalten. Abb. 18: Dokumentation der Ergebnisse Abb. 19: mobile Aktion Pappelallee Abb. 20: aufsuchende Beteiligung Schlaucherplatzfest 26 27 Ziel dieses Kapitels ist, zunächst die Ausgangslage der SWOT-Analyse möglichst anschaulich und kompakt darzu- stellen. Räumliche Analysekarten ergeben die Zusammen- schau verschiedener für die städtebauliche Planung und Entwicklung Daxlandens relevanter Ebenen. Diese lassen sich wie folgt thematisch gruppieren (Abb. 21): 3. Grundlagenermittlung Daxlanden Ausgangssituation in Karten Abb. 21: thematische Ebenen der Analyse des Status Quo Daxlanden als Stadtteil von Karlsruhe 1. 2. 5. 3. 4. Mobilität • Soziale Infrastruktur • Versorgung und Gesundheit Zentralität und Erreichbarkeiten Homogenität und Heterogenität Schutzgebiete • Grün- und Freiflächen 28 14 min Auto 15 min S-Bahn 18 min Fahrrad KARLSRUHE INNENSTADT DAXLANDEN 1 km 2 km 5 km Landschafts- schutzgebiet Rhein Rheinhäfen Karlsruhe MÜHLBURG KNIELINGEN SÜDWESTSTADT SÜDSTADT RINTHEI M DURLACH HAGSFELD WALDSTADT NEUREUTH RÜPPURR HOHENWETTERSBACH GRÜNWINKEL GRÖTZINGEN GRÜNWETTERSBACH STUPFERICH NORDWESTSTADT WESTSTADT OSTSTADT NORDSTADT OBERREUT BEIERTHEIM- BULACH WEIHERSFELD- DAMMERSTOCK Abb. 22: Daxlanden als Stadtteil von Karlsruhe - ohne Maßstab RICHTUNG HEIDELBERG MANNHEIM FRANKFURT RICHTUNG TÜBINGEN SCHWARZWALD RICHTUNG FREIBURG SCHWEIZ RICHTUNG KAISERSLAUTERN PFALZ 29 14 min Auto 15 min S-Bahn 18 min Fahrrad KARLSRUHE INNENSTADT DAXLANDEN 1 km 2 km 5 km Landschafts- schutzgebiet Rhein Rheinhäfen Karlsruhe MÜHLBURG KNIELINGEN SÜDWESTSTADT SÜDSTADT RINTHEIM DURLACH HAGSFELD WALDSTADT NEUREUTH RÜPPURR HOHENWETTERSBACH GRÜNWINKEL GRÖTZINGEN GRÜNWETTERSBACH STUPFERICH NORDWESTSTADT WESTSTADT OSTSTADT NORDSTADT OBERREUT BEIERTHEIM- BULACH WEIHERSFELD- DAMMERSTOCK RICHTUNG TÜBINGEN SCHWARZWALD Daxlanden als Stadtteil von Karlsruhe Der Karlsruher Stadtteil Daxlanden ist der westlichste von 27 Stadtteilen Karlsruhes, in direkter Lage zum Rhein. Er grenzt im Norden an die Stadtteile Knielingen und Mühlburg, im Osten an den Stadtteil Grünwinkel, im Süden an das Areal der neuen Messe und Rheinstetten und im Westen an den Rhein. Die überregionale verkehrliche An- bindung wird sowohl über das Straßennetz als auch über das überregionale Schienennetz durch die gute Anbindung an den Hauptbahnhof Karlsruhe und den Bahnhof Durlach gewährleistet. Erläuterung der nachfolgenden Grundlagen- karten Der Stadtteil hat einen bedeutenden Freiflächenanteil von 70 %, von dem der Großteil in Schutzgebieten liegt. Diese stellen den Schutz und den Erhalt verschiedener Schutz- gegenstände sicher, wie z. B. Landschaft, Natur, Wasser und Vogelarten. Durch die überlagerte Darstellung wird deutlich, dass fast alle nicht-besiedelten Flächen in min- destens einem der Schutzgebiete liegen. Daxlanden liegt landschaftlich eingebettet in der Oberrheinischen Tiefebe- ne und ist durch sein abwechslungsreiches Landschafts- bild mit verschiedenen Flächennutzungen wie Wald, Landwirtschaft, Gärten und Grünflächen geprägt. Die Rheinauen und der Rhein bieten nicht nur Lebensräume für Flora und Fauna sondern auch naturnahe Erholungsmög- lichkeiten und sind ein beliebtes Naherholungsgebiet für die Bewohner:innen. Die Analyse der Mobilität zeigt das örtliche Straßen- und Schienennetz mit Bahn- und Bushaltestellen sowie die wichtigsten Radverbindungen. Die Straßenbahn und die S-Bahnline stellen, wie oben erläutert, einen wichtigen Anschluss nach Karlsruhe dar. Durch ihre räumliche Lage und die Abstände der Haltestellen ist ein Großteil der be- siedelten Fläche nahe an einem ÖPNV-Haltepunkt gelegen. Die Hauptradwegeverbindungen sind auf die Vernetzung Daxlandens in die Nachbarorte und die Kernstadt ausge- legt. Zu den wichtigsten Anlaufpunkten im Stadtteil gehören Einrichtungen der soziale Infrastruktur, Sport- und Spielflä- chen sowie Versorgungs- und Gesundheitseinrichtungen. Sie sind in zwei Grundlagenkarten verortet. Hierbei wird RICHTUNG HEILBRONN RICHTUNG STUTTGART 30Abb. 23: Orthophoto - ohne Maßstab deutlich, dass die Orte sich im besiedelten Bereich an verschiedenen Punkten konzentrieren und sogenann- te Subzentren entstehen, wie z. B. im alten Ortskern in Alt-Daxlanden. Die meisten größeren Sport- und Spielflächen befinden sich am Rand der Siedlung im Übergang zum Freiraum. Größere Unternehmen liegen nicht direkt in Daxlanden, jedoch in räumlicher Nachbarschaft am Rheinhafen und südlich im Bereich der Messe. Diese befinden sich sowohl als Arbeits- als auch Versorgungsstandort in erreichbarer Nähe. Aus der Überlagerung der verschiedenen themati- schen Ebenen lassen sich integrierte Rückschlüsse über die Gegebenheiten in Daxlanden ziehen. Daher wurden in der Karte Homogenität und Heteroge- nität die Quartiere Daxlandens in Hinblick auf die Bebauungsstruktur und Verteilung der sozialen Einrichtungen untersucht. Dabei ist Alt-Daxlanden hauptsächlich durch das gemischte Baugebiet mit Ein- und Mehrparteienhäusern mit Hof sowie das Industrie- und Gewerbegebiet geprägt. In Neu-Dax- landen liegt der Schwerpunkt auf Wohnbebauung mit einer oder mehr Parteien, die in einer lockeren Blockstruktur gegliedert sind. Daxlanden-Ost und die Rheinstrandsiedlung haben ebenfalls Wohngebiet- charakter mit einer Mischung aus Reihenhäusern, Geschosswohnungsbau und Sondertypen, jedoch auch punktuell Einparteienhäusern. Die Überlagerung der Mobilitätsgrundlagen mit den wichtigsten Anlaufstellen ist in der Karte zu Zentralität und Erreichbarkeiten zusammengeführt. Die Vertei- lung der Einrichtungen über die gesamte Siedlungsflä- che lässt auf eine gute Erreichbarkeit zu Fuß und mit dem Rad schließen, die meisten liegen zusätzlich auch in der direkten Umgebung von ÖPNV-Haltestellen. 31 Wasserschutz- gebiet IIIA Naturschutzgebiet Wasserschutzgebiet IIIB Wasserschutz- gebiet II Landschaftsschutzgebiet Rhein Vogelschutzgebiet Vogelschutzgebiet Landschaftssc hutzgebiet 0,10,51 km0,3 Wasserschutzgebiet II Wasserschutzgebiet IIIA Gemarkung Daxlanden Vogelschutzgebiet Wasserfläche Wasserschutzgebiet IIIB Naturschutzgebiet Landschaftsschutzgebiet 32 Schutzgebiete Abb. 24: Schutzgebiete Wasserschutz- gebiet IIIA Naturschutzgebiet Wasserschutzgebiet IIIB Wasserschutz- gebiet II Landschaftsschutzgebiet Rhein Vogelschutzgebiet Vogelschutzgebiet Landschaftssch utzgebiet 0,10,51 km0,3 33 0,20,612 km Rappenwört Fritschlach Saumseen Baggersee Kirchplatz Schlaucherplatz Freizeitzentrum "Loch" Kleingarten- anlage Kleingarten- anlage Kleingarten- anlage Friedhof Garten- anlagen Sportanlage Sportanlage Wald (halb-)öffentliche Grünflächen Besondere Vegetationsfläche (Gartenanlage, Golfplatz, Friedhof) Landwirtschaft Gemarkung Daxlanden Verkehrsfläche Industrie / Gewerbe sonstige bebaute Fläche Wasserfläche 34 Freiflächen Abb. 25: Freiflächen Rappenwört Fritschlach Saumseen Baggersee Kirchplatz Schlaucherplatz Freizeitzentrum "Loch" Kleingarten- anlage Kleingarten- anlage Kleingarten- anlage Friedhof Garten- anlagen Sportanlage Sportanlage 35 0,1 0,3 0,5 1 km Rheinradweg Richtung Karlsruhe Richtung Rheinstetten Richtung Karlsruhe Rheinradweg Richtung Grünwinkel Richtung Bulach Alb-Radweg Karl-Delisle-Straße Rheinhafenstraße Kirchstraße Turnerstraße Waidweg Rappenwört Aug.- Dosenbach Str. Thomas-Mann-Str. Pappelallee Dornröschenweg Hammäcker Nussbaumweg Falterweg Agathenstraße Altrheinbrücke Hammweg Ankerstraße Kirchplatz Mauerweg Hauptstraße Nebenstraße Radweg S-Bahn-Haltestelle Schulbus-Haltestelle zur Sophie-Scholl-Realschule Radius 300 m Bahnlinie Straßenbahn-Haltestelle Gemarkung Daxlanden Wasserfläche Verkehrsfläche 36 Mobilität Abb. 26: Mobilität Rheinradweg Richtung Karlsruhe Richtung Rheinstetten Richtung Karlsruhe Rheinradweg Richtung Grünwinkel Richtung Bulach Alb-Radweg Karl-Delisle-Straße Rheinhafenstraße Kirchstraße Turnerstraße Waidweg Rappenwört Aug.- Dosenbach Str. Thomas-Mann-Str. Pappelallee Dornröschenweg Hammäcker Nussbaumweg Falterweg Agathenstraße Altrheinbrücke Hammweg Ankerstraße Kirchplatz Mauerweg 37 0,1 0,3 0,5 1 km Adam-Remmele-Schule Grundschule Kath. Kirche Rheinstrandhalle Ev. Kirche Kita Sportzentrum Spielfläche Freiwillige Feuerwehr Kita Kinder- garten Kindergarten Kita Kinder- und Familienzentrum Kindergarten Kinder- & Jugendhaus WEST SBBZ Rheinstrandbad Rappenwört Moschee Kindergarten Schüler- betreuung Ev. Kirche Sportzentrum Bürgerzentrum/ Seniorenzentrum soziale Infrastruktur: Bildung, Betreuung, kritische Infrastruktur, religiöse Einrichtungen Sport- und Spielflächen Sportfläche Spielfläche / Spielplatz Skateplatz Gemarkung Daxlanden Verkehrsfläche Wasserfläche 38 Soziale Infrastruktur und Sport- und Spielflächen Abb. 27: Soziale Infrastruktur und Sport- und Spielflächen Adam-Remmele-Schule Grundschule Kath. Kirche Rheinstrandhalle Ev. Kirche Kita Sportzentrum Spielfläche Freiwillige Feuerwehr Kita Kinder- garten Kindergarten Kita Kinder- und Familienzentrum Kindergarten Kinder- & Jugendhaus WEST SBBZ Rheinstrandbad Rappenwört Moschee Kindergarten Schüler- betreuung Ev. Kirche Sportzentrum Bürgerzentrum/ Seniorenzentrum 39 0,1 0,3 0,5 1 km Rheinhafen Dampfkraftwerk CONTARGO Wörth-Karlsruhe MOCOPINUS Werk Karlsruhe Renus Ports Logistics Karlsruhe Umspannwerk Daxlanden Oiltanking Deutschland GmbH &Co EnBW Energie Baden-Württemberg Knettenbrech+ Gurdulic Basalt-Aktien- Gesellschaft Egon Gutman Jalousien+ Sonnenschutz Offerta Einkaufs- und Erlebnismesse Rehab Messe Karlsruhe GLS Paketzentrum Druckhaus Karlsruhe Edeka Südwest Fleisch Fiebig Palapharm ALBA Nordbaden Nahversorgung Gastronomie Gesundheit Angesiedelte Unternehmen (Auswahl) Dienstleistungen Gemarkung Daxlanden Verkehrsfläche Wasserfläche Lebensmittel Bäckerei Metzgerei Restaurant Café Eiscafé Schankwirtschaft / Kneipe Arzt Apotheke Post Schreibwaren 40 Versorgung und Gesundheit Abb. 28: Versorgung und Gesundheit Rheinhafen Dampfkraftwerk CONTARGO Wörth-Karlsruhe MOCOPINUS Werk Karlsruhe Renus Ports Logistics Karlsruhe Umspannwerk Daxlanden Oiltanking Deutschland GmbH &Co EnBW Energie Baden-Württemberg Knettenbrech+ Gurdulic Basalt-Aktien- Gesellschaft Egon Gutman Jalousien+ Sonnenschutz Offerta Einkaufs- und Erlebnismesse Rehab Messe Karlsruhe GLS Paketzentrum Druckhaus Karlsruhe Edeka Südwest Fleisch Fiebig Palapharm ALBA Nordbaden 41 0,1 0,3 0,5 1 km Adam-Remmele-Schule Grundschule Kath. Kirche Rheinstrandhalle Ev. Kirche Kita Sportzentrum Spielfläche Freiwillige Feuerwehr Kita Kinder- garten Kindergarten Kita Kinder- und Familienzentrum Kindergarten Kinder- & Jugendhaus WEST SBBZ Rheinstrandbad Rappenwört Moschee Kindergarten Schüler- betreuung Ev. Kirche Sportzentrum Bürgerzentrum/ Seniorenzentrum August-Klingler-Areal Rheinhafen Dampfkraftwerk CONTARGO Wörth-Karlsruhe MOCOPINUS Werk Karlsruhe Renus Ports Logistics Karlsruhe Umspannwerk Daxlanden Oiltanking Deutschland GmbH &Co EnBW Energie Baden-Württemberg Knettenbrech+ Gurdulic Basalt-Aktien- Gesellschaft Egon Gutman Jalousien+ Sonnenschutz Offerta Einkaufs- und Erlebnismesse Rehab Messe Karlsruhe GLS Paketzentrum Druckhaus Karlsruhe Edeka Südwest Fleisch Fiebig Palapharm ALBA Nordbaden Rheinstrandsiedlung Daxlanden-Ost Neu-Daxlanden Alt-Daxlanden Gemischtes Baugebiet Ein- /Mehrparteienhaus mit Hof Wohngebiet Ein- /Mehrparteienhaus, lockere Blockbildung Wohngebiet Reihenhaus/ Sondertypen / Geschosswohnungsbau Gewerbe / Ver- und Entsorgung Wohngebiet Reihenhaus / Einparteienhaus Sonderbauten Gemarkung Daxlanden Wasserfläche 42 Homogenität und Heterogenität Abb. 29: Homogenität und Heterogenität Adam-Remmele-Schule Grundschule Kath. Kirche Rheinstrandhalle Ev. Kirche Kita Sportzentrum Spielfläche Freiwillige Feuerwehr Kita Kinder- garten Kindergarten Kita Kinder- und Familienzentrum Kindergarten Kinder- & Jugendhaus WEST SBBZ Rheinstrandbad Rappenwört Moschee Kindergarten Schüler- betreuung Ev. Kirche Sportzentrum Bürgerzentrum/ Seniorenzentrum August-Klingler-Areal Rheinhafen Dampfkraftwerk CONTARGO Wörth-Karlsruhe MOCOPINUS Werk Karlsruhe Renus Ports Logistics Karlsruhe Umspannwerk Daxlanden Oiltanking Deutschland GmbH &Co EnBW Energie Baden-Württemberg Knettenbrech+ Gurdulic Basalt-Aktien- Gesellschaft Egon Gutman Jalousien+ Sonnenschutz Offerta Einkaufs- und Erlebnismesse Rehab Messe Karlsruhe GLS Paketzentrum Druckhaus Karlsruhe Edeka Südwest Fleisch Fiebig Palapharm ALBA Nordbaden Rheinstrandsiedlung Daxlanden-Ost Neu-Daxlanden Alt-Daxlanden 43 0,1 0,3 0,5 1 km Rheinradweg Richtung Karlsruhe Richtung Rheinstetten Rheinradweg Alb-Radweg 44 Zentralität und Erreichbarkeiten Abb. 30: Zentralität und Erreichbarkeiten Hauptstraße Nebenstraße Radweg S-Bahn-Haltestelle Schulbus-Haltestelle zur Sophie-Scholl-Realschule Radius 300 m Bahnlinie Straßenbahn-Haltestelle Gemarkung Daxlanden Wasserfläche Verkehrsfläche soziale Infrastruktur: Bildung, Betreuung, kritische Infrastruktur, religiöse Einrichtungen Sport- und Spielflächen Sportfläche Spielfläche / Spielplatz Skateplatz Nahversorgung Gastronomie Gesundheit Dienstleistungen Lebensmittel Bäckerei Metzgerei Restaurant Café Eiscafé Schankwirtschaft / Kneipe Arzt Apotheke Post Schreibwaren Rheinradweg Richtung Karlsruhe Richtung Rheinstetten Rheinradweg Alb-Radweg 45 5. 0,1 0,3 0,5 1 km 46 Sowohl aus der räumlich-thematischen Analyse als auch aus Gesprächen und Beteiligungsformaten mit den Ak- teur*innen aus Daxlanden haben sich sieben Handlungsfel- der herauskristallisiert: • Soziales • Bauen und Wohnen • Bildung • Wirtschaft und Versorgung • Mobilität • Kultur und Freizeit • Natuwr und Umwelt Anhand dieser Handlungsfelder lassen sich die für Daxlandens Entwicklung maßgeblichen Stärken, Schwä- chen, Chancen und Risiken gliedern. Diese sektorale Betrachtung dient der Vereinfachung von und Übersicht- lichkeit über komplexe und sich gegenseitig beeinflussen- de Zusammenhänge. Während der Aufstellung der Stadtteilanalyse wurde deut- lich, dass die gemeinsame Betrachtung dieser Themen maßgeblich für die Stadteiltentwicklung sind. Ziel einer integrierten Stadtentwicklung ist es, auf die Herausforde- rungen der Handlungsfelder adäquate und zukunftsfähige Antworten zu liefern. Die in diesem Kapitel zusammengefassten Ergebnisse dienen einerseits der Bewertung des Status Quo. An- dererseits wird durch diese Form der Analyse die in der nächsten Prozessphase folgende Aufstellung von Zielen und Maßnahmen vorbereitet. Für die Stadt Karlsruhe und ihren Stadtteil Daxlanden besteht die Aufgabe darin, die Inhalte der SWOT-Analyse als Grundlage für die weitere Entwicklung zu nutzen, sie kontinuierlich fortzuschreiben und letztendlich umzusetzen. Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken von Daxlanden 4. SWOT-Analyse 47 MOBILITÄT FREIZEIT UND KULTUR SOZIALES NATUR UND UMWELT BAUEN UND WOHNEN WIRTSCHAFT UND VERSORGUNG BILDUNG S t a d t t e i l e n t w i c k l u n g S t a d t t e i l e n t w i c k l u n g S t a d t t e i l e n t w i c k l u n g Abb. 31: Handlungsfelder und Metathemen für Daxlanden 48 Abb. 32: Vergleich Jugend- und Altenquotient Daxlanden - Karlsruhe (Quelle: Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung│Sta- tistikstelle, Stand 31.12.2022). Abb. 33: Bevölkerungsentwicklung in Daxlanden. Der Wert bezieht sich auf die Bevölkerung mit Hauptwohnung (Quelle: Stadt Karlsru- he, Beschlussvorlage; Amt für Stadtentwicklung | Statistikstelle, Stand 31.12.2022). 11.189 Bürger*innen (Stand 2022) Tendenz steigend 2012 2022 2024 -4,2% +9% Jugendquotient < 20 Jahre Altenquotient > 65 Jahre auf 100 Erwerbstätige zwischen 20 und 65 Jahren kommen ... Jugendliche 20 - 65 Jahre Erwerbstätige 20 - 65 Jahre = 10 Personen Senior*innen 20 - 65 Jahre 100100100100 48,7 29 30,2 26,2 DAX KA 4.1 Soziales 49 Altersstruktur Stand 2022 3 - U60 - U3Alter 2,5%2,4%7,2%2,5% 6,5% 22,0%29,6%12,6% 9,9%4,9% 6 - U1515 - U1818 - U2525 - U4545 - U6565 - U75 75 - U85> 85 Abb. 34: Haushaltstypen Daxlanden (Quelle: Amt für Stadtentwicklung | Statistikstelle, Stand 31.12.2022). Abb. 35: Altersstruktur Daxlanden (Quelle: Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung | Statistikstelle, Stand 31.12.2022). Singlehaushalte KA-Stadt Daxlanden 46,1% Ø 49,4% Ø 55,6% Ø 29,4% Ø 23,9% Ø 4,1% Ø 3,8% 48,4% 46,6% 52,8% 33,0% 29,0%30,5% 27,4% 3,4% 3,6% 4,9% 4,4% PaarhaushalteAlleinerziehende ADNDDORH ADNDDORHADNDDORHADNDDORHADNDDORH AD Alt-Daxlanden, ND Neu-Daxlanden, DO Daxlanden-Ost, RH Rheinstrandsiedlung Ø 11,8% Ø 11,7% Ø 5,4% Ø 4,9% 12,9% 12,9% 12,8% 10,1% 4,7% 6,2% 5,2% 5,3% Paare mit Kindern Sonstige Mehrperso- nenhaushalte 50 Demographie Daxlanden hat derzeit eine Bevölkerung von 11.198 Ein- wohner*innen (Anm.: alle Angaben beziehen sich auf die Bevölkerung mit Hauptwohnung) mit einem Frauenanteil von 51,5 %. Der Anteil an Ausländer*innen beträgt 12,4 %, was unter dem Karlsruher Durchschnitt von 20 % liegt (Stadt Karlsruhe 2023a). Durch den Neubau im August-Kling- ler-Areal wird bis Ende 2024 ein Bevölkerungszuwachs von 9 % erwartet (Stadt Karlsruhe 2022b). Die Altersstruktur in Daxlanden weist überdurchschnittliche Werte in der Überalterung auf. Der Altenquotient liegt bei 48,7 und damit deutlich über dem Karlsruher Durchschnitt von 30,2. Im Vergleich dazu lag der Altenquotient in Daxlanden 2012 bei 44,0. Waren 2012 noch 28,4 % der Daxlander*innen unter 30 Jahre alt, ist diese Gruppe in den darauffolgenden zehn Jahren um 11 % (bzw. 2,0 Prozent- punkte) zurückgegangen und macht derzeit nur noch einen Anteil von 26,4 % der Gesamtbevölkerung Daxlandens aus. Demgegenüber ist die Anzahl der über 60-Jährigen im gleichen Zeitraum um 4,2 % (bzw. 2,7 Prozentpunkte) gewachsen und beläuft sich 2022 auf einen Anteil von 33,5 % der Gesamtbevölkerung gegenüber 30,8 % im Jahr 2012. Besonders stark ist das Wachstum bei den 80- bis 89-Jährigen (+ 51,6 %) und der Gruppe 90 Jahre und älter (+ 67 %). Da die Größe dieses Bevölkerungsteils aufgrund der natürlichen Sterblichkeitsrate erheblich kleiner ist als die der jüngeren Jahrgänge, wirkt sich der prozentuale Zuwachs anteilig an der Gesamtbevölkerung zwar nicht ganz so stark aus, der Anteil der über 80-Jährigen ist von 5,5 % auf 9 % dennoch merklich gestiegen. Was die Entwicklungen der einzelnen Altersstufen von 2012 bis 2022 im Gesamten betrifft, sind die beschriebenen Effekte fast vollständig mit Kohorteneffekten zu begründen (Stadt Karlsruhe 2023a) . Von allen Karlsruher Stadtteilen weist Daxlanden heute den zweithöchsten Anteil an über 65-Jährigen auf (Stadt Karlsruhe 2022b) . Nach Bevölkerungsprognosen des Amts für Stad- 51 tentwicklung Karlsruhe wird sich der Anteil bis 2035 halten und ist vor allem in der Rheinstrandsiedlung (mit 30,3 %) als steigend zu erwarten: Hierbei handelt es sich um ein Gebiet, in dem derzeit hauptsächlich Familien, häufig in privatem Wohneigentum leben und in dem gleichzeitig kaum Neubau stattfindet. Es ist zu erwarten, dass die jün- gere Generation zukünftig das Haus verlässt und die Eltern in der Wohnung verbleiben, was langfristig zu einer relativ starken Alterung innerhalb des Stadtviertels führt (Stadt Karlsruhe 2016b) . In der Prognose unberücksichtigt blieben jedoch die Neubauvorhaben des August-Klingler-Areals, weshalb davon auszugehen ist, dass die demographische Alterung in Daxlanden-Ost weniger stark voranschreitet. Inwieweit sich dieser Effekt auf den gesamten Stadtteil auswirkt, ist aktuell quantitativ noch nicht abzuschätzen. Daxlanden weist ein Geburtendefizit von aktuell 95 Kindern auf (Stand 2022). Nach einem negativen Wanderungssaldo in den Jahren 2019-2021 (2019: -2, 2020: -13, 2021: -15) erfuhr Daxlanden 2022 erstmals wieder einen leichten Wanderungsgewinn von 3 Menschen auf jeweils 1.000 Einwohner*innen (im Vergleich liegt der Karlsruher Durch- schnitt bei 10) (Stadt Karlsruhe 2023a). Bildung und Arbeit Im Vergleich zur Gesamtstadt Karlsruhe ist der Bildungs- grad in Daxlanden deutlich geringer. Besonders deutlich werden die Unterschiede zwischen den Anteilen der Menschen mit akademischem Abschluss (Hochschul-/ Fachhochschulabschluss: -16,9 Prozentpunkte gegen- über Karlsruhe) sowie mit den niedrigsten Abschlüssen (Volks-/Haupt-/Sonderschul- oder kein Abschluss: + 16,2 Prozentpunkte). Innerhalb Daxlandens liegt Alt-Daxlanden in allen Bildungsgraden mit leichten Abweichungen im Stadtteildurchschnitt. Neu-Daxlanden weist den stärksten Akademisierungsgrad auf (+13,7 Prozentpunkte über dem Stadtteildurchschnitt), Daxlanden-Ost den höchsten Anteil 52 an niedrigsten Bildungsabschlüssen (+ 6,8 Prozentpunkte). In der Rheinstrandsiedlung liegt die Quote von Menschen mit Realschulabschluss/Mittlere Reife mit +10,2 Prozent- punkten deutlich über dem Stadtteildurchschnitt. Das gewichtete monatliche Pro-Kopf-Einkommen der Daxlander*innen ist mit dem von ganz Karlsruhe vergleich- bar. Während das Einkommen im mittleren bis oberen mittleren Segment etwas höher ist als in der Gesamtstadt (2.000 bis unter 3.000 €: + 2,7 Prozentpunkte, 3.000 bis unter 4.000 €: + 2,2 Prozentpunkte), liegt es im obersten Bereich (4.000 € und mehr) 3,8 Prozentpunkte darunter. Innerhalb von Daxlanden fällt auf, dass sich die höchste Einkommensklasse fast vollständig in Alt-Daxlanden verdichtet, die hohe mittlere in Neu-Daxlanden, die mittlere in der Rheinstrandsiedlung und die untere mittlere sowie untere Einkommensklasse in Daxlanden-Ost. Gemäß mehrerer Bürgerumfragen aus den Jahren 2019- 2022 liegt der Anteil ganztags Berufstätiger in Daxlanden mit 43,5 % nahe am Karlsruher Durchschnitt von 45,4 %. Auf Stadtteilebene weist demnach Neu-Daxlanden den höchsten Anteil auf (5,2 Prozentpunkte über dem Stadtteildurchschnitt), Alt-Daxlanden den niedrigsten (6,1 Prozentpunkte darunter). Der Anteil in Teilzeit oder Kurzarbeit tätiger Personen ist in Daxlanden höher als im Karlsruher Vergleich (19,7 % ggü. 13,9 %). Der niedrigste Wert findet sich in Alt-Daxlanden (7,2 Prozentpunkte unter dem Stadtteildurchschnitt) und ist mit dem Anteil an Renter*innen, Hausfrauen und -männern zu begründen, der sich in Alt-Daxlanden mit 40,4 % am höchsten darstellt (11,2 Prozentpunkte über dem Stadtteildurchschnitt). Im Vergleich zur Gesamtstadt ist deren Anteil in Daxlanden insgesamt etwas erhöht (29,2 % in Daxlanden ggü. 24,1 % in Karlsruhe) (Stadt Karlsruhe 2022a). Der Arbeitslosenanteil in Daxlanden liegt im Allgemeinen mit 4,7 % über dem Karlsruher Durchschnitt von 3,6 %. Noch deutlicher ist der Unterschied der Arbeitslosen unter 25 Jahre: hier liegt Daxlanden derzeit bei 3,6 % gegenüber 53 1,7 % im Karlsruher Vergleich. Der Anteil der Kinder unter 18 Jahren in Bedarfsgemeinschaften, die SGB II-Leistun- gen erhalten, liegt bei 14,8 % und ist der siebthöchste Wert in Karlsruhe (Stadt Karlsruhe 2023a). Haushaltstypen Hinsichtlich der prozentualen Anteile an Single- und Paar- haushalten ergeben sich zwischen dem Karlsruher und Daxlandener Durchschnitt Abweichungen: Singlehaushalte liegen in Daxlanden mit 49,4 % um 6,2 Prozentpunkte unter, Paarhaushalte mit 29,4 % um 5,5 Prozentpunkte über dem Durchschnitt Karlsruhes. Der Anteil an Paaren mit Kindern unterscheidet sich in Daxlanden (11,8 %) kaum vom stadtweiten Wert (11,7 %), auch bei den Alleinerziehenden decken sich die Anteile nahezu (4,1 % in Daxlanden gegenüber 3,8 % in Karlsruhe). Sonstige Mehrpersonenhaushalte sind in Daxlanden geringfügig mehr vertreten (5,4 %) als im Karlsruher Durchschnitt (4,9 %). Auffallend hoch ist im stadtweiten Vergleich allerdings der Anteil an Einpersonenhaushalten im Alter 60 Jahre und älter: Dieser liegt in Daxlanden bei 49,9 % und damit 19,1 Prozentpunkte über dem der Gesamtstadt (30,8 %). Damit weist Daxlanden den zweithöchsten Wert aller Karlsruher Stadtteile auf (Stadt Karlsruhe 2023a). Zwischen den Stadtvierteln Daxlandens fallen die Unterschiede in der Haushaltsstruktur geringfügig aus: Zu verzeichnen ist eine erhöhte Konzentration an Sing- lehaushalten in der Rheinstrandsiedlung (52,8 % bzw. 3,4 Prozentpunkte über dem Stadtteildurchschnitt) sowie an Paarhaushalten in Alt-Daxlanden (33,0 % bzw. 3,4 Prozentpunkte über dem Stadtteildurchschnitt). Der Anteil an Alleinerziehenden, Paaren mit Kindern sowie sonstigen Mehrpersonenhaushalten befindet in allen Stadtvierteln jeweils nahezu im Stadtteildurchschnitt. Die höchste Abweichung von nur -1,7 Prozentpunkten liegt hier bei Paaren mit Kindern in der Rheinstrandsiedlung vor (Stadt Karlsruhe 2023a) . 54 Betreuung Daxlanden verfügt mit dem Kinder- und Familienzentrum, dem Bürgerverein, dem Bürgerzentrum Daxlanden, dem Sozialen Dienst der Stadt Karlsruhe und der Sozialsprech- stunde der Caritas über fünf Anlauf- und Beratungsstellen für alle Altersklassen. Es gibt sieben Einrichtungen für Kinder unter drei Jahren sowie im Kindergartenalter, zwei Grundschulen (Adam-Remmele-Grundschule und Grundschule Daxlanden) sowie ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum (Federbachschule). Au- ßerschulisch wird das Betreuungsangebot für Kinder und Jugendliche vor allem durch das Kinder- und Jugendhaus WEST und den Verein der Jugendhilfe e. V. abgedeckt. Menschen höheren Alters können im Caritas-Seniorenzen- trum St. Valentin vollstationäre Pflege, betreutes Wohnen und Lotsenprojekte in Anspruch nehmen. Daneben beste- hen Beratungs- und Betreuungsangebote von der evange- lischen und katholischen Kirchengemeinde (Philippusge- meinde und Heilig-Geist), den Paritätischen Sozialdiensten und vom Pflegestützpunkt Karlsruhe (Stadt Karlsruhe 2023c). In den Befragungen vor Ort wurde die soziale Infrastruktur Daxlandens durchgehend positiv bewertet. Durch das breite Angebot für Kinder und Jugendliche, vor allem das des KJH, existiert in Daxlanden ein großes Jugendnetz- werk über die Stadtteilgrenzen hinaus. Erwachsene heben vor allem das soziale Angebot des Bürgerzentrums in St. Valentin hervor. Das Elterncafé bietet jeden Mittwoch Möglichkeiten zum Austausch für junge Familien, daneben kann an zahlreichen öffentlichen Veranstaltungen des Bürgerzentrums und Quartiersmanagements teilgenom- men werden. Sozialer Zusammenhalt Daxlanden ist ein Stadtteil mit einer lebendigen Gemein- schaft und hohem Engagement der Bewohner*innen. Das spiegelt sich nicht nur objektiv im aktiven Vereinsle- ben und dem unter „Freizeit und Kultur“ ausgeführten 55 Veranstaltungsangebot wieder, sondern auch in den persönlichen Aussagen der Bevölkerung vor Ort: Die nachbarschaftlichen Verhältnisse in Daxlanden werden als positives soziales Miteinander beschrieben. Besonders in Alt-Daxlanden bestehe eine langjährige Verbundenheit, ein hohes Sicherheitsgefühl und enge Beziehungen unter den Bewohner*innen. Auffallend ist allerdings, dass in diesem Teil der Bewohnerschaft die restlichen Stadtteile Daxlan- dens häufig nicht mehr als „Daxlanden“ wahrgenommen werden. Bewohner*innen anderer Gebiete des Stadtteils wie der Rheinstrandsiedlung weisen sich selbst primär mit dem eigenen Quartier aus (Jugendlicher im KJH: „Ich bin aus der Rheinstrandsiedlung, nicht aus Daxlanden“). Dies deutet auf eine Barrierewirkung durch starke Unterschiede in der sozialen Struktur hin, die auch baulich ablesbar wird. Insgesamt wurde in allen Beteiligungsformaten jedoch der starke Heimatbezug zu Daxlanden deutlich, was auf eine hohe Identifikation mit und Bindung an den Stadtteil schließen lässt. Hinsichtlich ungezwungener sozialer Zusammenkünfte mangle es laut Aussagen der Befragten aber an geeigne- ten Orten. Fehlende überdachte Treffpunkte führten dazu, dass sich Jugendliche um das KJH, die Rheinstrandhalle und das „Loch“ versammeln. Für höhere Altersgruppen gebe es neben dem Schlaucher- und Kirchplatz, die nur zu bestimmten Veranstaltungen bespielt werden, keine Kommunikationszentren. 56Abb. 36: SWOT-Analyse Soziales Wasserfläche Siedlungsfläche 0,10,30,51km Wasserfläche Siedlungsfläche 57 Stärken Sozialstruktur +positive Wachstumsprognose der Bevölkerung bis Ende 2024 +durchschnittliches Pro-Kopf-Einkommen vergleichbar mit Ge- samtstadt Soziale Treffpunkte +attraktive Treffpunkte im Außenraum: Schlaucherplatz, Kirchplatz, Loch +vielfältiges Angebot im Bürgerzentrum Daxlanden +Elterncafé Angebot für Kinder und Jugendliche +vielfältiges Angebot im Kinder- und Jugendhaus (KJH) West mit starkem Jugendnetzwerk über Daxlanden hinaus Angebote für Ältere +umfangreiches Pflege- und Betreuungsangebot durch Seniorenzent- rum St. Valentin, inkl. Lotsen-Programm Gemeindepsychiatrische Dienste +Gemeindepsychiatrische Dienste des Caritas Verbandes im Senio- renzentrum St. Valentin sowie Caritas Ambulant in St. Barbara Nachbarschaften und Identifikation +starke Identifikation mit den eigenen Stadtvierteln +hoher sozialer Zusammenhalt 58 Schwächen Sozialstruktur +Überdurchschnittlich hoher Altenquotient im gesamtstädtischen Vergleich +Geburtendefizit +geringe Durchmischung der Einkommensklassen innerhalb des Stadt- teils +erhöhter Arbeitslosenanteil, v. a. bei den unter 25-Jährigen +erhöhter Anteil der Kinder unter 18 Jahren in Bedarfsgemeinschaften mit SGB II-Leistungen Soziale Treffpunkte -Mangel an inoffiziellen Treffpunkten im Stadtraum Nachbarschaften und Identifikation -teilweise wenig Identifikation mit dem Stadtteil als Ganzem, sowohl in Eigen- als auch in Fremdwahrnehmung -Rheinstrandsiedlung und Daxlanden-Ost oft als nicht zugehörig zu Daxlanden empfunden 59 Chancen Sozialstruktur +Entwicklung der Neubaugebiete kann zum Zuzug jüngerer Menschen und Familien führen und die Heterogenität in Daxlanden steigern Quartiersentwicklung +Entwicklungsgebiete am August-Klingler-Areal und am Zanderweg können zum Ausbau neuer sozialer Infrastrukturen führen und beste- hende Einrichtungen entlasten Nachbarschaften +Abbau der wahrgenommenen Abgrenzung zwischen den Stadtvier- teln kann zu einer stärkeren Identifikation mit Daxanden und einer höheren Durchmischung im Stadtteil führen Weitere Chancen +Schaffung neuer Begegnungsräume und sozialer Infrastrukturen kann Attraktivität Daxlandens als Wohnort steigern 60 Risiken Sozialstruktur -drohende Überalterung durch Wegzug der jüngeren Generation, v. a. in der Rheinstrandsiedlung, und damit höhere Belastung der Sozialsyste- me und öffentlichen Dienste -Tendenz zur sozialen Homogenisierung in den Stadtvierteln, z. B. Konzentration von Menschen mit niedrigen Einkommen und Bildungs- ständen in Daxlanden-Ost -Hoher Jugendarbeitslosenanteil kann langfristige negative Auswir- kungen auf die berufliche Entwicklung und die zukünftigen Beschäfti- gungsaussichten der jungen Menschen bedeuten Nachbarschaften und Identifikation -Abgrenzung der Stadtviertel gegeneinander führt potenziell zum weiteren Auseinanderdriften dieser Nutzungskonflikte -fehlende inoffizielle Treffpunkte führen zur Konzentration von Men- schenansammlungen an wenigen Orten (z. B. KJH) und kann Konflikte zwischen Nutzenden und Anwohnenden verstärken 61 62 4.2 Bauen und Wohnen KA-Stadt Daxlanden Ø 67,1% Ø 62,1% Ein- / Zweiparteienhäuser Abb. 37: Gebäudegrößenstruktur, Vergleich Daxlanden und Gesamtstadt (Quelle: Melderegister der Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung, Stand 31.12.2022). Abb. 38: Gebäudetypologien der Stadtviertel (Quelle: eigene Ermittlung). Alt-Daxlanden: kleinkörnige Strukturen vorr. Ein-/Zweiparteienhäuser Neu-Daxlanden: Heterogene modernere Bebauung, einige Geschosswohnungsbauten Daxlanden Ost: Heterogene Bebauung, vorr. Einparteienhäuser, Reihenhäuser und Gewerbe Rheinstrandsiedlung: vorr. Einparteienhäuser, mehrge- schossige Wohnblöcke und Punkthäuser hoher Grünflächenanteil 63 KA-Stadt Daxlanden Ø 32,9% Ø 37,9% Mehrparteienhäuser Zanderweg ca. 160 WE August-Klingler-Areal 357 WE + Gemeinschaftsraum + Gästewohnung + Kita mit 5 Gruppen + Gastro-Nutzung + Tagespflegeeinrichtung Daxlanden Ost: Heterogene Bebauung, vorr. Einparteienhäuser, Reihenhäuser und Gewerbe Neue Quartiersentwicklungen Abb. 39: Quartiersentwicklungen in Daxlanden (Quelle: Stadt Karlsruhe 2023b). 64 Standort und Typologie Daxlanden wird von seinen Bewohner*innen als attraktiver Wohnort mit vielen verschiedenen Vorzügen geschätzt. Dazu gehören die ruhige Wohnlage in der Nähe zu Natur und Rhein, die gute räumliche Anbindung sowie die vorhandene Infrastruktur. Daxlanden ist durch eine heterogene Siedlungsstruktur und Typologie geprägt, die in den unterschiedlichen Vierteln deutlich wird: Alt-Dax- landen zeichnet sich durch ein gewachsenes Gefüge und traditionelle Siedlungsstrukturen eines Arbeiterdorfs aus, die bereits im 18. Jahrhundert in Folge von Hochwasser entstanden. Hier finden sich typischerweise historische Ein- und Mehrparteienhäuser mit Höfen, kleine Gassen und eine dichte Bebauung. Neu-Daxlanden hingegen ist durch eine modernere Bebauung, eine stärkere Präsenz von Geschosswohnungsbauten sowie einer größeren Körnung in der Bebauungsstruktur gekennzeichnet. Die Siedlungs- struktur in Daxlanden-Ost ist weit heterogener und besteht aus einer Mischung von Einparteien- und Reihenhäusern wie auch Gewerbebetrieben und Sonderbauten. Die Rheinstrandsiedlung wiederum, entstanden in den 1930er Jahren, weist viele Einfamilienreihenhäuser, mehrgeschos- sige Wohnblöcke und achtgeschossige Punkthäuser mit einem hohem Grünflächenanteil auf (Open Street Map). Die Siedlung am Nussbaumweg ist vom Rest der Rheinstrand- siedlung ungewöhnlich stark getrennt und wirkt damit wie ein Satellit des Stadtteils. Ein Lückenschluss ist nach aktueller übergeordneter Planung nicht vorgesehen. Angebot Daxlanden zählt rechnerisch zu den am wenigsten verdich- teten Stadtteilen Karlsruhes. Der größte Teil der Gesamtflä- che besteht jedoch aus Wald-, Wasser- und Auenflächen, (Schreber-)gartensiedlungen sowie Gewerbeflächen. Reine Wohnflächen machen etwa 23 % aus, was dazu führt, dass Daxlanden im Vergleich zu den insgesamt 27 Stadt- teilen in Karlsruhe mit etwa 4.657 Menschen pro km² oder 214,71 m² pro Einwohner*in faktisch zu den am dichtesten besiedelten Gebieten gehört. Die höchste Dichte weist das Daxlanden-Ost auf (5.810 Einw./km²), welches zukünftig 65 das sich aktuell entwickelnde August-Klingler-Areal (AKA), ein Stadtentwicklungsprojekt der Volkswohnung Karlsruhe mit einer Fläche von rund 33,5 Hektar beinhaltet (vhw 2022). Dieses soll bis Ende 2024 302 Mietwohnungen und 55 Ei- gentumswohnungen mit einem Mix aus Ein- bis Fünf-Zim- mer-Wohnungen, einer Tagespflege-Einrichtung, einer Kindertagesstätte und zwei Gewerberäumen bereitstellen. Ein weiteres Neubauprojekt der Volkswohnung mit ca. 160 Wohnungen ist am Zanderweg vorgesehen, dessen Fertig- stellung auf Ende 2026 angesetzt war, aufgrund aufkom- mender Unsicherheiten in der Wohnungs- und Baubranche bislang jedoch nicht abzusehen ist (Stadt Karlsruhe 2023b). In den Befragungen wurde das Angebot an Wohnraum als sehr begrenzt und kostspielig erachtet. Die Vermietung und der Verkauf von Wohnungen erfolgten demnach haupt- sächlich über persönliche Kontakte, was zu langen Warte- zeiten führe und insbesondere für neu Zuziehende große Herausforderungen darstelle. Unter jüngeren Stimmen wurde der Mangel an 1- bis 2-Raum-Wohnungen betont. Attraktivität und Gestaltung In Alt-Daxlanden werden insbesondere die historischen Gebäude und Gässchen positiv wahrgenommen, während in der Rheinstrandsiedlung die Naherholungsflächen als attraktiv empfunden werden. Neubauprojekte wie das August-Klingler-Areal oder einzelne Bauvorhaben im histo- rischen Kern Daxlandens stoßen vereinzelt auf Ablehnung. Insbesondere die Siedlung am Nussbaumweg weist einige Baumängel und Sanierungs- bzw. Modernisierungsbedarf auf. Mit einem Neuanstrich der Fassaden verbinden einige Befragte die Hoffnung auf eine Verbesserung der äußerli- chen Wahrnehmung und einen Imagewandel. Zudem wird das Erscheinungsbild der Rheinstrandhalle, der Kirchplatz und das Wohngebiet am Zanderweg als vernachlässigt empfunden. Bei letzterem sind jedoch die angesetzten Planungen der Volkswohnung zu berücksichtigen, deren Umsetzung noch aussteht. 66Abb. 40: SWOT-Analyse Bauen und Wohnen 67 0,10,30,51km Wasserfläche Siedlungsfläche Stärken Wichtige Verbindung +Kurze Entfernung zur Innenstadt Karlsruhe +Kurze Wege ins Grüne Identitätsmerkmal, Identifikationsraum +Alt-Daxlanden als identitätsstiftende historische Siedlung +Identifikationspunkte Schlaucherplatz und Kirchplatz +Rheinstrandhalle und Kinder- und Jugendhaus WEST als Orte star- ken Interesses Wohnlage und Aufenthaltsqualität +attraktive Grundstücke in ruhigen Bereichen +gute Anbindung aller Verkehrsarten nach Karlsruhe +direkte Verbindung zu Grünzügen und Naherholung +viele Grundstücke mit Garten oder angrenzenden Grünflächen +gute Wohnlagen in den Randlagen des Siedlungskörpers, Blick und kurze Wege ins Grüne Weitere Stärken +am wenigsten dicht besiedelter Stadtteil in Bezug auf Gesamtfläche aufgrund hohen Freiflächenanteils 68 Schwächen Städtebauliche Missstände -sanierungsbedürftige Gebiete mit städtebaulichen Missständen, z. B. Areale am Zanderweg und Nussbaumweg -Barrierewirkung der Daxlander Straße zwischen den Quartieren, wenig Überquerungsmöglichkeiten -Barrierewirkung der Bundesstraße B36 als räumlich klare Trennung zum Stadtteil Grünwinkel Räumliche Verbindungen -fehlender räumlicher Bezug zum Rest des Siedlungskörpers, z. B. Nussbaumweg und 60er-Jahre-Siedlung im Nordwesten Identitätsmerkmal, Identifikationsraum -teilweise Wohngebiete ohne Identifikationsmerkmal oder Treffpunkt, v. a. in der Rheinstrandsiedlung Wohnlage und Aufenthaltsqualität -Stadtbereiche mit erhöhter Privatheit / Isolation, z. B. Rheinstrandsied- lung und Nussbaumweg -teilweise autogerechtes Wohnumfeld mit geringer Aufenthaltsqualität -Lärmquellen: Bundesstraße, Straßenbahn, Gewerbe und Industrie Stadteingänge / Raumkanten -teilweise unattraktive Stadteingänge, z. T. fehlende Raumkante und undefinierte Endpunkte der Achse bzw. uneinsichtige Wegeführung Weitere Schwächen -begehrter Wohnraum führt zu langen Such- und Wartezeiten 69 Chancen Quartiersentwicklung +Projektentwicklungen der Volkswohnung schafft neuen Wohnraum im August-Klingler-Areal (302 Wohneinheiten) und Zander-Areal (160 Wohneinheiten) Identifikationsraum +Imagewandel und Stärkung der Identifikation durch Sanierung und Unterhalt der Gebäude im Nussbaumweg 70 Risiken Nutzungskonflikte -verschiedene Interessen zwischen Quartiersentwicklung und Anwohnenden (Neubau Zander-Areal) Entwicklungsgebiete -eine Nichtberücksichtigung potenziell benötigter Infrastruktur für Zuziehende kann zur Überlastung bestehender Einrichtungen und Angebote führen -eine zu geringe soziale Durchmischung der zukünftigen Mieterstruktur kann Gentrifizierung fördern -nicht absehbare Unsicherheiten in der Wohnungs- und Baubranche Weitere Risiken -Städtebauliche Angliederung des Nussbaumwegs an den Stadtteil in übergeordneter räumlicher Planung (FNP) bisher nicht vorgesehen 71 72 Bildungsangebot im Stadtteil 4.3 Bildung Abb. 41: Bildungsorte und Fahrtzeiten zur nächstgelegenen weiterführenden Schule (Quelle: Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 2023 / eigene Ermittlung). Sophie-Scholl- Realschule Lessing- Gymnasium SBBZGSKigaKita ca. 10 min 73 Sophie-Scholl- Realschule Lessing- Gymnasium Kindertages- stätten Kindergärten3 Grundschulen2 SBBZ (Sonderpädagogische Bildungs- und Beratungszentren) 1 weiterführende Schulen0 4 Abb. 42: Formelle Bildungsorte in Daxlanden (Quelle: Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 2023). 74 Kinderbetreuung Daxlanden verfügt über sieben Betreuungseinrichtungen für Kinder bis zur Einschulung. Davon werden drei von katholischen Trägern, drei von evangelischen Trägern und eine Einrichtung (Thomas-Mann-Straße) von der Stadt betrieben, die auch Hortplätze anbietet. Für Kinder unter drei Jahren werden in Daxlanden insgesamt 63 Plätze angeboten, was einer Versorgungsquote von 24,1 % entspricht. Der Bedarf in dieser Altersgruppe liegt bei 46 %, sodass ein Fehlbedarf von 57 Plätzen besteht, wenn die Kindertagespflege nicht einberechnet wird. Durch zusätzliche Kindertagespflegepersonen stehen stadtweit 635 Plätze bereit, wodurch die angestrebte Versorgungs- quote von 46 Prozent bei den 0-3 Jährigen im gesamten Stadtgebiet erfüllt werden kann. Für Kinder im Alter von drei Jahren bis zum Schuleintritt gibt es in Daxlanden 296 betriebserlaubte Plätze, was einer Versorgungsquote von 91,2 % entspricht. Hieraus folgt ein Fehlbedarf von 29 Plätzen. Insgesamt liegt im Planungs- gebiet West, zu dem neben Mühlburg, Grünwinkel und Oberreut auch Daxlanden gehört, die Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren bei 32,7 Prozent und für Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren bei 77,6 Prozent (alle Daten Stand 31.12.2021). Die Abdeckung der 0-3 Jährigen Kinder weist in Daxlanden somit auf ein hohes Potenzial für den Ausbau hin – insbesondere im Hinblick auf die erwarteten zusätzlichen Kinder des geplanten AKA-Gebiets. Erweiterungen der Kapazitäten sind an der Kita St. Barbara in der Kastanienallee geplant (30 U3-Plätze und 40 Ü3-Plätze). Aufgrund von Bauverzögerungen liegt ein explizites Datum zur Fertigstellung derzeit noch nicht vor. Auf unbestimmte Zeit ist außerdem die Schaffung von drei U3-Plätzen und 24 Ü3-Plätzen durch einen freien Träger vorgesehen (Stadt Karlsruhe 2023e). Auf dem August-Kling- ler-Areal entsteht eine zusätzliche Kindertagesstätte. 75 Schulbildung 2022 wurden insgesamt 376 Schulkinder der Klassen 1-4 durch zwei Grundschulen sowie ein Sonderpäda- gogisches Bildungs- und Beratungszentrum versorgt. Die Adam-Remmele-Grundschule und die Grundschule Daxlanden bieten in jeweils acht Klassen insgesamt Platz für 328 Schüler*innen. Die Federbachschule, eine Einrich- tung für sonderpädagogischen Förderbedarf, ergänzt das Bildungsangebot für den Primarbereich um etwa 48 Kinder. Das Betreuungsangebot für Schüler*innen in Daxlanden wird außerschulisch durch mehrere Anlaufstellen ergänzt: Das Kindertageszentrum in der Thomas-Mann-Straße wird von der Stadt betrieben und vereint Kindertages- stätte, Schülerhort und Kinder- und Familienzentrum. Der Schülerhort bietet insgesamt 60 Plätze an und wird hauptsächlich von Kindern der Adam-Remmele-Schule besucht, vereinzelt auch von Kindern der Vogesenschule (Grünwinkel), der Federbachschule und der Grundschule Daxlanden. Zusätzlich gibt es im Nussbaumweg 5 einen von der evangelischen Kirche getragenen Nachmittagshort (ohne Mittagessen). Dieser bietet 30 Plätze für Kinder im Alter von 6-14 Jahren an. Ein weiteres Angebot für Kinder und Jugendliche in Daxlanden ist das Kinder- und Jugend- haus West, das vom Stadtjugendausschuss betrieben wird. Es befindet sich in der Lindenallee 10 (Stadt Karlsruhe 2023e) . Mit den zu erwartenden Kindern aus dem August-Kling- ler-Areal liegt eine steigende Nachfrage der beiden Schu- len, vor allem der nahegelegenen Adam-Remmele-Schule, nahe. Es bestehen mittelfristige Pläne zur Modernisierung und Erweiterung der Adam-Remmele-Schule, diese ist angesichts der angespannten Haushaltssituation jedoch mindestens auf den Doppelhaushalt 2026/27 hinausge- schoben (Stadt Karlsruhe 2023b). Da es keine weiterführenden Schulen in Daxlanden gibt, müssen Kinder und Jugendliche ab der 5. Klasse außer- 76 halb von Daxlanden entsprechende Bildungsangebote aufsuchen, was mit längeren Schulwegen verbunden ist. Aus den Beteiligungsformaten vor Ort ergibt sich eine insgesamt zufriedene Haltung der Daxlander*innen mit dem bestehenden Bildungs- und Betreuungsangebot für Kinder und Schüler*innen. Die Versorgung an Schulen wird einerseits als ausreichend betrachtet, andererseits wird die Erreichbarkeit der weiterführenden Schulen mit dem Fahrrad als zu weit angesehen. Die Fahrtzeit beträgt zwar nur 10-20 Minuten, wird aber durch große Straßen und wenig ausgebaute Radwege als unattraktiv empfunden. Besonders positiv wird der Lernhort an der Thomas-Mann-Straße bewertet. Mit dem Bau des Neubau- gebiets am August-Klingler-Areal besteht die Sorge um die Kapazität der Adam-Remmele-Schule. Erwachsenenbildung In Daxlanden sind keine Einrichtungen der kulturellen Bildung wie Museen, Theater, Kinos, Zoos oder Bibliothe- ken vorhanden. Die Bildungsangebote für Erwachsene sind daher innerhalb des Stadtteils begrenzt: Fachseminare zum Thema Umwelt- und Naturschutz können im Natur- schutzzentrum Karlsruhe-Rappenwört besucht werden. Im Bürgerzentrum Daxlanden organisieren das Quar- tiersmanagement Daxlanden oder die Volkshochschule regelmäßig Vorträge und Informationsveranstaltungen zu verschiedenen Themen der Gesundheit, Pflege, IT-Bera- tung oder Lebensgestaltung. Gelegentlich bieten auch die Kirchengemeinden Vorträge oder Veranstaltungen zu bestimmten Themen an. Unter den befragten Daxlander*innen wurde häufig die Abschaffung des Medienbusses der Stadtbücherei bedau- ert, wodurch der Zugang zu Büchern und anderen Medien eingeschränkt wurde. Deutlich wurde in diesem Zusam- menhang der Wunsch nach einer öffentlichen Bibliothek im Stadtteil. 77 78Abb. 43: SWOT-Analyse Bildung 79 0,10,30,51km Wasserfläche Siedlungsfläche Stärken Schwächen Schule +ausreichende Abdeckung für Kinder der Primarstufe durch zwei Grundschulen und ein Sonderpädagogisches Bildungs- und Bera- tungszentrum Betreuung +ausreichendes außerschulisches Betreuungsangebot durch Schüler- horte im Kindertageszentrum und Nussbaumweg sowie durch das Kinder- und Jugendhaus WEST Bildungs- und Betreuungsangebot -keine weiterführende Schule -Fehlbedarf an Betreuungsplätzen für Kinder unter 3 Jahren, wenn Kindertagespflege nicht mit berechnet wird -leichter Fehlbedarf an Betreuungsplätzen für Kinder zwischen 3-6 Jahren -kaum Angebot zur Erwachsenenbildung -Medienbus als außerschulisches Bildungsangebot wurde abgeschafft -Modernisierung und Erweiterung der Adam-Remmele-Schule auf 2026-27 verschoben 80 Chancen Risiken Kindergarten / Kindertagesstätte +zusätzliche Betreuungsangebote in den Entwicklungsgebieten, Erweiterungen in bestehenden Einrichtungen (Kita St. Barbara) sowie die Schaffung weiterer Plätze durch einen freien Träger können dem aktuellen Fehlbedarf an Betreuungsplätzen entgegenwirken Schule +Modernisierung und Erweiterung der Adam-Remmele-Schule steigert Attraktivität des Schulstandorts und wirkt der zu erwartenden Nach- frage entgegen Weitere Chancen +Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln und sicheren Radverbin- dungen Richtung Grünwinkel und Oberreut können die Erreichbarkeit weiterführender Schulen und Bildungsangebote erleichtern -steigende Nachfrage an Betreuungs- und Bildungsangeboten durch Zuzug in den Neubaugebieten kann zu Engpässen der bestehenden Kapazitäten führen (v. a. Adam-Remmele-Schule) -starke Belastung des Haushalts durch Ausbau von Bildungseinrichtun- gen und zusätzlicher Betreuung -fehlendes Bildungsangebot für Erwachsene kann die Attraktivität des Stadtteils für potenzielle Bewohner*innen mindern und zu einem Wegzug junger Erwachsener führen 81 82 4.4 Wirtschaft und Versorgung Abb. 44: Erreichbarkeit Lebensmittelgeschäft und Versorgungsgrad - Vergleich Daxlanden - Karlsruhe (Quelle: Nahver- sorgung in den Stadtteilen 2016 bis 2022, Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 2023). 10,4 min 56,6 % 9,9 min 100 % Erreichbarkeit meistgenutztes Lebensmittelgeschäft Versorgungsgrad Abb. 45: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Daxlanden. *Anm.: Zahl bezieht sich auf die Angestellten in den angesie- delten Unternehmen (Quelle: Statistisches Unternehmensregister, Statistisches Landesamt Baden-Württemberg; Berichtsjahr 2020). DAXKA davon 80 % in Alt-Daxlanden 2.660 sozialversicherungs- pflichtig Beschäftigte* Auspendel- überschuss 83 Abb. 46: Verkehrsmittelwahl beim Lebensmitteleinkauf - Vergleich Daxlanden - Karlsruhe. *Umweltverbund: Fuß, Rad, ÖPNV (Quelle: Nahversorgung in den Stadtteilen 2016 bis 2022, Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 2023). 7 Lebensmittelgeschäfte 2 Vollversorger 1 Discounter 4 Lebensmittel spezial 7 Bäckereien 3 Apotheken 1 Metzgerei 1 Postfiliale 4 Paketshops 3 Bankfilialen 1 Bäckerei je 1.600 EW 1 Apotheke je 3.700 EW Abb. 47: Versorgung und Einzelhandel in Daxlanden (Quelle: Nahversorgung in den Stadtteilen 2016 bis 2022, Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung 2023). Verkehrsmittelwahl Lebensmitteleinkauf 63,3 % PKW 37,9 % PKW 34,9 % Umwelt- verbund* 61,2 % Umwelt- verbund 1,8 % Andere 0,8 % Andere DAXKA = 200 EW 84 Täglicher Bedarf Insgesamt sind 402 Betriebe mit einer Sozialversicherungs- beschäftigtenanzahl von 2.660 Menschen (Stand 2020) in Daxlanden angesiedelt. Über drei Viertel der Betriebe befinden sich in Alt-Daxlanden, die anderen verteilen sich über die übrigen Stadtviertel. Neben der Einzelhandelsver- sorgung innerhalb der Wohngebiete sitzen am Rheinhafen noch das Rheinhafen Dampfkraftwerk und das Umspann- werk Daxlanden (Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 2020). Ebenfalls zu nennen ist die Nähe zur Messe Karlsru- he im Süden als starker Wirtschaftsstandort. In Daxlanden sind derzeit 15 Lebensmittelbetriebe mit einer Gesamtverkaufsfläche von 2.488 Quadratmetern angesiedelt. In Relation zur Stadt Karlsruhe liegt der Versorgungsgrad bei 56,6 Prozent. Unter den vorhande- nen drei Supermärkten, die sich relativ gleichmäßig im Stadtteil verteilen, befinden sich ein Discounter (Penny) und zwei Vollversorger (Nahkauf und Edeka). Bis auf eine Drogerie werden darüber hinaus nahezu alle Angebote des täglichen Bedarfs abgedeckt. Jeden Dienstag und Freitag findet zudem ein Wochenmarkt auf dem Vorplatz der Heilig-Geist-Kirche statt. Eine Erhebung des Amts für Stadtentwicklung Karlsruhe aus dem Jahr 2022 zeigt, dass sich 91 % der Einwoh- ner*innen von Daxlanden in ihrem oder einem benachbar- ten Stadtteil mit Lebensmitteln versorgen, dabei allerdings im Vergleich zur Gesamtstadt überdurchschnittlich oft das Auto nutzen. Seit 2016 hat die Anzahl der Lebensmittel- angebote um drei Betriebe abgenommen, darunter zwei Metzgereien im Stadtteilinneren. Mit dem Bau des Edekas im Waidweg 2017 gewann Daxlanden insgesamt an Ver- kaufsfläche dazu, wodurch der Versorgungsgrad von 47,4 % im Jahr 2016 auf derzeit 56,6 % gestiegen ist. Nach den Ergebnissen der genannten Erhebung bewerten 52,8 % der Daxlander*innen die Einzelhandelsversorgung in ihrem Stadtteil als sehr gut oder gut, was im Vergleich zur Gesamtstadt unterdurchschnittlich ausfällt. Von den etwa 30 %, die eine Unterversorgung im Stadtteil wahr- nehmen, vermissen 19,7 % vor allem eine Metzgerei (Stadt Karlsruhe 2023d ). In den Beteiligungsformaten vor Ort wurde dieses Bild im Allgemeinen bestätigt: Größtenteils wird die Versorgung für den täglichen Bedarf in Daxlanden als ausreichend bewer- tet. Allerdings bemängeln einige Stimmen das Fehlen einer Drogerie und den Wegfall der Metzgereien. Kritisch gese- hen wird die zunehmende Verdrängung familiengeführter Geschäfte durch größere Ketten. Darüber hinaus besteht vor allem unter älteren Menschen der Bedarf nach einem zusätzlichen Einkaufsladen mit reduziertem Sortiment (ähnlich einem Tante-Emma-Laden) innerhalb des Zent- rums, um nicht auf das Auto angewiesen sein zu müssen. Ein großes Defizit wird in der geringen Anzahl an Kneipen, Bars und gastronomischen Einrichtungen in Daxlanden wahrgenommen. Bis auf den „Adler“ besteht dahinge- hend kein niedrigschwelliges Angebot im Ortskern. Viele Erwachsene bedauern das Fehlen eines Ortes ähnlich des früheren Gasthauses „Blume“, um sich in ungezwungener Atmosphäre abends treffen zu können. Auch Jugendliche finden keine passende Angebote für ihre Altersklasse und suchen diese somit häufig außerhalb des Stadtteils. Gesundheit Der Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e.V. zeigte in einer Studie zu den Sport- und Bewegungs- landschaften Daxlandens auf, dass der Stadtteil zwar eine hohe Versorgung an Allgemeinärzt*innen aufweist, anderer- seits einen Mangel an Zahnärzt*innen, Fachärzt*innen und Physiotherapeut*innen, was auf längere Wege in andere Stadtteile für medizinische Versorgung schließen lässt (vhw 2022) . Bei drei Apotheken im Stadtteil ist Daxlanden mit etwa 3.760 Einwohner*innen pro Apotheke besser versorgt als der nationale Durchschnitt von etwa 4.545 Einwoh- ner*innen pro Apotheke (ABDA 2022). 85 86 Gegenüber der Gesamtstadt geben in Daxlanden deutlich mehr Personen an, einen Hausarzt bzw. eine Hausärztin zu haben: In Daxlanden sind es 94 %, in Karlsruhe 86,5 %. Die Hausarztpraxis sitzt in Daxlanden zu 63,4 % im eige- nen Stadtteil oder der Nähe, was sich mit dem Karlsruher Durchschnitt (63,2 %) nahezu deckt. Innerhalb Daxlandens sticht diesbezüglich Neu-Daxlanden hervor: 71,1 % geben an, eine Praxis in der Nähe, im Stadtteil oder im Nachbarstadtteil zu haben, was 8,3 Prozentpunkte über dem Stadtteildurchschnitt liegt. Aus den Daten geht jedoch nicht hervor, was als eigener Stadtteil definiert wird (vgl. S. 53 Sozialer Zusammenhalt). 71,1 % der Daxlander Bevölkerung ist mit der Hausarzt- praxis im Stadtteil „eher“ oder „sehr zufrieden“ (vgl. Karls- ruhe: 73,5 %). Noch höher sind die Angaben bezüglich der Apotheken im Stadtteil: 79,9 % sind sehr zufrieden (vgl. Karlsruhe: 70,3 %), 18,2 % eher zufrieden (vgl. Karlsruhe: 23,6 %) (Stadt Karlsruhe 2022a). Durch die Ansiedlung neuer Bewohner*innen auf dem August-Klingler-Areal wird ein Anstieg des Bedarfs an Infrastruktur, sowohl von Apotheken als auch anderen Dienstleistungen, erwartet. 87 88Abb. 48: SWOT-Analyse Wirtschaft und Versorgung 89 0,10,30,51km Wasserfläche Siedlungsfläche Nahversorgung +3 Nahversorgungsstandorte, 2 davon Vollversorger +Wochenmarkt an zwei Tagen in der Woche +alle Bereiche der Nahversorgung außer Drogerie werden abgedeckt +Versorgung für den täglichen Bedarf wird als ausreichend bewertet Gesundheit +hoher Versorgungsgrad an Allgemeinärzt*innen +hohe Abdeckung durch Apotheken +hoher Anteil an Personen mit Hausärzt*innen im Stadtteil +hohe Zufriedenheit bezüglich Hausärzt*innen und Apotheken Gewerbe- und Industriestandort +Lage am Rheinhafen und den dort angesiedelten Unternehmen +Nähe zur Messe Karlsruhe als starker Wirtschaftsstandort 90 Stärken Nahverversorgung -Versorgungsgrad deutlich geringer als in Karlsruhe -Zahl der Metzereien und Bäckereien rückläufig -fehlende Drogerie Gastronomie -geringes Angebot an Kneipen, Bars, gastronomisches Angebot -dadurch wenig niedrigschwellige Treffpunkte für Jugendliche und Erwachsene Gesundheit -geringe Versorgung an Zahnärzt*innen, Fachärzt*innen und Physiothe- rapeut*innen -Konzentration der Apotheken an zwei Standorten Schwächen 91 Subzentren +Subzentren der Quartiere stärken +Pappelallee und Kirchplatz als Potenziale für Einzelhandel und Dienstleistungen Gastronomie +Kneipen und Cafés als Treffpunkte und identitätsstiftende Orte Weitere Chancen +Angebote des Umweltverbundes (Fuß, Rad, ÖPNV) stärken und ausbauen, um das einkaufsbedingte Verkehrsaufkommen des MIV im Ortskern einzudämmen 92 Chancen Leerstände -Flächenleerstände im Stadtteil, z. B. Daxlanden-Ost Nahversorgung -Aufgabe inhaber*innengeführter Geschäfte und Verdrängung durch größere Ketten Risiken 93 94 Abb. 49: Frage aus der Online-Befragung der Bürgerinnen und Bürger (April 2023). 4.5 Mobilität immer oft gelegentlich selten nie 50 0 % 100 Wie oft nutzen Sie Auto/ ÖPNV/ Fahrrad, um sich innerhalb Daxlandens fortzubewegen? 95 Wie oft nutzen Sie Auto/ ÖPNV/ Fahrrad, um sich innerhalb Daxlandens fortzubewegen? Abb. 50: Fahrtzeiten nach Verkehrsmittel von Daxlanden bis Karlsruhe Marktplatz (eigene Ermittlung). Abb. 51: Entfernungen zur nächsten ÖPNV-Haltestelle (Quelle: eigene Ermittlung). *Empfehlungen für Planung und Betrieb des öffentlichen Personennahverkehrs nach FGSV 2010. der besiedelten Fläche liegt in direkter Nähe zur ÖPNV-Haltestelle (Radius S-Bahn/ Tram 300m*) der besiedelten Fläche liegt außerhalb des angestrebten Radius zur nächsten ÖPNV-Haltestelle (Radius S-Bahn/ Tram 300m*) 27,4 % 72,6 % Karlsruhe Marktplatz 14 min 15 min 18 min besiedelt unbesiedelt 96 MIV Eingebettet zwischen dem Rhein im Westen und der Alb im Osten liegt Daxlanden verkehrsgünstig an der Bundesstraße 36 und ist gut in das regionale Straßennetz eingebunden. Aus der aktuellen Statistik geht hervor, dass 82,7% der Haushalte in Daxlanden mindestens einen PKW besitzen, was deutlich über dem gesamtstädtischen Durchschnitt (+11,1 Prozentpunkte) liegt. Innerhalb Daxlan- dens besteht die stärkste Varianz zwischen Alt-Daxlanden (+6,8 Prozentpunkte im Vergleich zu ganz Daxlanden) und Daxlanden-Ost (-5,5) (Stadt Karlsruhe 2022a). Die Anzahl der Kraftfahrzeuge pro 1.000 Einwohner*innen beträgt in Daxlanden etwa 657, was den durchschnittlichen Wert Karlsruhes (559) weit übertrifft (Stadt Karlsruhe 2023a). Dies könnte auf Probleme bei der Erschließung von Infrastruktur für alternative Verkehrsmittel hinweisen, insbesondere im Bereich aktiver Mobilität wie Gehen, Fahrradfahren oder Rollerfahren. Aus den Beteiligungsformaten vor Ort geht hervor, dass ein Großteil der Daxlander*innen nach wie vor auf das Auto angewiesen ist. Mit dem Verbot des Gehwegparkens seit Anfang 2019 sowie der verstärkten Ausweisung von 30er-Zonen wurden im Stadtteil Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung umgesetzt. In diesem Zusammenhang wird von einigen Bewohner*innen eine erhöhte Abgas- und Lärmbelastung durch den stoppenden Verkehr wahrgenommen. Die Ver- engung des Straßenraums führe in Alt-Daxlanden zu neuen Nutzungskonflikten zwischen dem Auto- und Radverkehr. Außerdem wird die Verkehrssituation um das Seniorenzen- trum St. Valentin als gefährlich eingestuft. ÖPNV Daxlanden wird durch die Stadtbahnlinie 2 sowie Tram linie 3 bedient, die eine regelmäßige und schnelle Anbindung an das Karlsruher Stadtzentrum gewährleisten: 97 Im 10-Minuten-Takt ist der Europaplatz vom Kirchplatz (Tramlinie 3) in 15 min zu erreichen, von der Thomas- Mann-Str. (Stadtbahnlinie 2) in 17 min. Ca. 73 % der besiedelten Fläche Daxlandens liegt im Radius von 300 m zur nächsten Straßenbahnhaltestelle. Bis auf den Schulbus zur Realschule Oberreut ist Daxlanden hingegen durch keine Busverbindung erschlossen (eigene Erhebung). Aus den Befragungen und Analysen vor Ort geht der Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs weitgehend positiv hervor, insbesondere die Erreichbarkeit der Karlsruher Innenstadt durch die Straßenbahn. Demgegenüber stelle die fehlende Erschließung innerhalb des Stadtteils – ent- lang der Nordwest-Südost-Achse von St. Valentin bis zur Adam-Remmele-Schule – eine Herausforderung für Menschen mit körperlichen Einschränkungen dar. Für diese werden zudem die nach wie vor nicht barrierefreien Haltestellen der Linie 3, etwa am Hammweg, Waidweg und Kirchplatz zum Problem. Der Umbau dieser Haltestellen ist derzeit von den Verkehrsbetrieben Karlsruhe in Planung. Der barrierefreie Umbau der Haltestellen Eckenerstraße, Thomas-Mann-Straße, Karl-Delisle-Straße, Dornröschen- weg und Nussbaumweg ist bereits abgeschlossen, der Ausbau der Haltestelle Rheinhafenstraße noch zurückge- stellt (Stadt Karlsruhe 2023b). Mit dem Einsatz von Rasengleisen an der Stadtbahn- linie 2, eine Maßnahme im Zuge der Klimaanpassungs- strategie der Stadt Karlsruhe, wird aktiv zur Reduzierung von Hitzeinseln und zur Verbesserung des Stadtklimas beigetragen (Stadt Karlsruhe 2021). Außerdem ist im Rahmen des räumlichen Leitbilds eine neue Tramlinie über die Pulverstraße/Bannwaldallee in Grünwinkel (Junker und Ruh) geplant, wodurch zukünftig eine neue Anbindung vom Hauptbahnhof bis nach Daxlanden geschaffen wird (Stadt Karlsruhe 2016) . 98 Fuß- und Radwege Im Westen Daxlandens verläuft die nationale Euro- Velo-Route EV15 (Rheinradweg), außerdem ist der Stadtteil durch den regionalen Radrundweg NaturRADtour sowie lokale innerstädtische Haupt- und Nebenrouten entlang der Stadtbahnlinie 2 und der Rheinhafenstraße erschlos- sen. Verschiedenste Angebote über Daxlanden hinaus sind somit ohne Probleme mit dem Fahrrad zu erreichen. Die Fuß- und Radwege in Daxlanden werden insgesamt als sicher bewertet und bieten laut Aussagen der Befragten auch Kindern ideale Voraussetzungen zur Fortbewegung innerhalb des Stadtteils. Lediglich an den Stellen Kas- tenwörtstraße/Hammweg sowie am Kirchplatz wird die Überquerung der Straße laut Aussagen der Befragten als uneinsichtig beschrieben. Als Beispiel für eine gelungene Radinfrastruktur werden die Fahrradwege entlang der Alb in Richtung Grünwinkel genannt. Allerdings kommt es hier laut Aussagen zu Nutzungskonflikten mit Erholungssuchenden. Zu Fuß sei die Alb schwieriger zu erreichen: Die stark frequentierte Rheinhafenstraße wirke als Barriere und bietet nur wenige Fußwegüberquerungen. Nach Westen hin habe die Linden- allee als Übergang zur Fritschlach trotz der bestehenden Fußwege eine Trennwirkung. Der Radweg entlang der Dax- lander Straße wird als zu schmal, gefährlich und schlecht ausgeschildert bewertet. Ein weiteres Risiko stelle der fehlende Fahrrad- und Fußweg zwischen Rheinstrandsied- lung und Nussbaumweg dar: Der Bahnumbau habe hier zu einer Verschlechterung der Situation für Fußgänger*innen geführt, zumal ein Ampelübergang fehlt. Die Rheinstrand- siedlung ist seither nur über eine autobefahrene Straße erreichbar. Die Installation zusätzlicher Beleuchtung der Fuß- und Radwege, insbesondere entlang der Daxlander Straße, sowie mehr Zebrastreifen und Maßnahmen zur Einhaltung der Geschwindigkeit (beispielsweise am Waidweg) würde 99 das Sicherheitsempfinden laut Aussagen der betroffenen Verkehrsteilnehmer*innen verbessern. Sonstiges / Alternative Verkehrsmittel Das Angebot an Carsharing beläuft sich derzeit auf zwölf Fahrzeuge an sieben Standorten im Stadtteilgebiet Daxlan- den (Stadtmobil 2023). Davon befindet sich eines am Waid- weg/Bürgerzentrum Daxlanden, was laut einiger Aussagen vor Ort als zu wenig erachtet wird. Die Ergebnisse meh- rerer Bürgerumfragen der Stadt Karlsruhe zeigen jedoch, dass 93,7 % der Daxlander*innen Carsharing-Angebote nie in Anspruch nehmen (in Karlsruhe gesamt: 83,7 %). In Alt-Daxlanden nutzen 10,5 % die Carsharing-Angebote höchstens ein Mal im Monat oder noch seltener, in der Rheinstrandsiedlung 7,8 %, in Neu-Daxlanden 6,6 %. In Daxlanden-Ost nutzen keine der 55 befragten Personen Carsharing-Angebote (Stadt Karlsruhe 2022a). Hinsichtlich der hohen Abdeckung an privaten Kraftfahrzeugen scheint der Anreiz zum Umstieg auf Sharing-Angebote zu fehlen. Im Sinne einer nachhaltigen Mobilitätswende ist das beste- hende Angebot in Daxlanden jedoch als Chance zu werten. Durch eine optimierte Gestaltung von teilweise überdimen- sionierten Straßenquerschnitten wie der Lindenallee oder Parkplätzen wie an der Ecke Turner-, Kastenwört- und Pfalzstraße könnten zudem Flächen für alternative Ver- kehrsmittel und Freiräume geöffnet werden. Am entste- henden August-Klingler-Areal wurden bereits Stellplätze zugunsten von Frei- und Grünräumen reduziert, zusätzlich sind neue Carsharing-Stellplätze geplant (Stadt Karlsruhe 2021) . 100Abb. 52: SWOT-Analyse Mobilität Wasserfläche Siedlungsfläche Radius 300m 101 0,10,30,51km Stärken Verbindungen +gute Verbindungen in die Karlsruher Innenstadt +Daxlander Straße/Rheinhafenstraße und B36 als Umgehungsstraßen: wenig Durchgangsverkehr innerhalb des Stadtteils +gute Voraussetzungen auch für Kinder Fußverkehr +sichere Fußwege innerhalb des Stadtteils +verkehrsberuhigende Maßnahmen in den letzten Jahren (30er-Zonen, Gehwegparkverbot seit 2019) führt zu mehr Sicherheit Radverkehr +sichere und gut ausgebaute Radinfrastruktur innerhalb des Stadtteils und darüber hinaus; alle wichtigen Anlaufstellen mit dem Fahrrad erreichbar +Lage an überregionalen Fernradwegen, z. B. Rheinradweg, Natur- RADtour ÖPNV +enge Taktung der Straßenbahn +schnelle Anbindung an zentrale Orte außerhalb Daxlandens (Innen- stadt, Rheinstrandbad, ...) +Rasengleise zur Stärkung von Frischluftschneisen +derzeitiger Ausbau barriererfreier Haltestellen +geplante neue Tramlinie über Grünwinkel zum Hauptbahnhof MIV +flächendeckend kostenlose Parkplätze, oft straßenbegleitend +direkte Anbindung an Bundesstraße 36 102 Schwächen Verbindungen -teilweise fehlende Radverbindungen, z. B. nach Oberreut -fehlende ÖPNV-Verbindung innerhalb Daxlandens (Nordwest-Südost) Fußverkehr -teilweise Beeinträchtigung durch hohes Verkehrsaufkommen und enge Straßensituation -teils unübersichtliche Straßenüberquerungen, z. B. Kirchplatz, Hamm- weg, Rheinhafenstraße Radverkehr -fehlende Fahrradstellplätze -Radwege häufig auf der Autostraße ohne bauliche Trennung ÖPNV -eingeschränkte Barrierefreiheit an Haltestellen der Linie 3 -fehlende Busverbindungen in andere Stadtteile, z. B. Oberreut MIV -hohe Anzahl an Kraftfahrzeugen pro Einwohner*in im Vergleich zur Gesamtstadt -wahrgenommen erhöhte Abgasbelastung durch stoppenden bzw. verlangsamten Verkehr in 30er-Zonen -erhöhte Lärmbelastung an den Hauptverkehrsachsen (B36, Rheinha- fenstraße) -teilweise hohes Verkehrsaufkommen in engen Staßen (v. a. Alt-Daxlan- den) Nutzungskonflikte -erhöhte Nutzungskonflikte zwischen Verkehrsteilnehmenden durch stellenweise enge Straßenquerschnitte (v. a. Alt-Daxlanden) 103 Chancen Verbindungen +Ausbau der Verbindungen nach Grünwinkel und Oberreut stärken potenziell urbane Nähe im Sinne des Räumlichen Leitbildes +Ausbau einer ÖPNV-Verbindung zwischen Nordwesten und Südosten Daxlandens beugt der Abhängigkeit vom Auto vor Fußverkehr +Ausbau der Querungshilfen an konfliktbehafteten Stellen (Hammweg, Kirchplatz, Rheinhafenstraße) mindern das Unsicherheitsgefühl Radverkehr +Verbesserung der Radinfrastruktur in Form baulich abgetrennter oder beleuchteter Radwege können Wahl des Fahrrads als Verkehrsmittel erhöhen ÖPNV +Ausbau der ÖPNV-Taktung am Wochenende sowie barrierefreier Halte- stellen können zu höherer Nutzung des ÖPNV führen MIV +Attraktivitätssteigerung von Sharingangeboten kann Mobilitätswandel voranzubringen Intermodale Verkehrssituation +Ausbau der Intermodalknoten an Straßenbahnhaltestellen fördert Attraktivität des Pendelns mit ÖPNV und Sharing-Angeboten 104 Risiken Fußverkehr -fehlende oder eingeschränkte Barrierefreiheit durch Pflasterung oder hohe Bordsteine kann die Förderung des Fußverkehrs behindern -gefährliche Kreuzungsüberquerungen tragen dazu bei, dass Straßen- räume vermieden werden Radverkehr -fehlende bauliche Abtrennungen der Radwege führen dazu, dass diese potenziell weniger genutzt werden ÖPNV -mangelnde Verbindung innerhalb der Nordwest-Südost-Achse Daxlan- dens fördert die zunehmende Separierung der Stadtviertel MIV -Nahversorgung in Randlagen und weiterführende Schulen in anderen Stadtteilen erzeugen weiterhin hohes MIV-Verkehrsaufkommen Nutzungskonflikte -enge Fahrbahnbreiten für verschiedene Verkehrsteilnehmer*innen sorgen dafür, dass Straßenräume gemieden werden 105 106 4.6 Kultur und Freizeit Abb. 53: Vereine, Verbände und Veranstaltungen in Daxlanden (Quelle: Bürgerverein Daxlanden). 42 Vereine / Verbände ca. 109 Veranstaltungen pro Jahr Bürgerverein Caritasverband CDU Ortsverband SPD Ortsverband Tennisclub Daxlander Straßenfest DPSG Pfadfinder Elferrat Edelweiss Schlaucherplatzfest Maibaumstellen Straßenfest Wettkämpfe Turniere Feste Martinsmarkt Christkindlsmarkt Feuerwehr-Triathlon Rudelsingen Fasnacht Narrenbaumstellen Albevent Konzerte Fischerfest Hafenfest freie Narrenzunft Freiwillige Feuerwehr Gehörlosenverein Gesangverein Liederkranz HOD Kanuclub Ruder-Verein Kindertreff jugendhaus Kirchenchor 7 Kleingartenvereine Kleintierzuchtverein Malteser Hilfsdienst Musikverein Naturfreunde Pfarrgemeinderat Seelsorge Reitsportclub Rheinbrüder Sg DJK/FVD Ski-Club Wassersport FC Español Sportschützenverein TSV VDK Verein für Jugendhilfe Anglerverein 1. KG Daxlanden Arbeiterwohlfahrt ASV 107 CDU Ortsverband SPD Ortsverband Konzerte Gesangverein Liederkranz Abb. 54: Treffpunkte für alle Generationen (Quelle: eigene Darstellung). Treffpunkte für alle Generationen Kulturelles Erbe und Heimat »Es gibt im Badner Lande ein kleines Fleckchen Erd‘ Das ist unser Daxlanden, das uns so lieb und wert Daxlanden gibts nur einmal auf dieser schönen Welt der Herrgott hats‘s auf jeden Fall nur einmal hergestellt.« B Ü R G E R Z E N T R U M S C H L A U C H E R P L A T Z K I N D E R - U N D J U G E N D H A U S öffentliche Spielplätze / Sportanlagen Abb. 55: Freizeit-Infrastruktur in Daxlanden (Quelle: vhw 2022) 46 Abb. 56: Kulturelles Erbe und Heimat - Daxlanden Lied „Daxlanden gibt‘s nur eimmal“ (Quelle: Stadtwiki Karlsruhe). Spiel, Sport, Bewegung In Daxlanden gibt es insgesamt 46 öffentlich zugängliche Spiel- und Sportanlagen (vhw 2022). Im stadtweiten Ver- gleich liegt Daxlanden mit einem rechnerischem Überhang an Spielfläche von 23.569 m 2 über dem Karlsruher Schnitt von 45.747 m 2 und somit auf Platz 1 der Spielflächenver- sorgung (Stadt Karlsruhe 2023a). Die drei größten Flächen (ca. 21.000 m²) befinden sich jenseits der verkehrsreichen Rheinhafen- bzw. Vorderstraße und somit außerhalb des geschlossenen Siedlungsbereichs. Besonders hervorgehoben wurden in den Befragungen das „Loch“ an der Lindenallee, die Spielplätze an der Alb und die Skateanlage in der Daxlanderstraße. Es stehen zudem zahlreiche Sportmöglichkeiten wie Fußball, Tennis, Reiten, Kanufahren und Rudern zur Verfügung, die vor allem von den Vereinen vor Ort, aber auch von den Schulen oder dem Kinder- und Jugendhaus (KJH) angeboten werden. Im Zuge der Flächengewinnung für neuen Wohnraum wurde die innerstädtische Sportanlage am August-Klingler-Areal aufgegeben und in der Fritschlach ein neuer Sportraum für zwei fusionierte Sportvereine geschaffen (vhw 2022). Der Waldsportpfad im Jagdgrund bietet Möglichkeiten für sportliche Aktivitäten in der Natur. Außerdem verfügt Daxlanden mit dem Rheinstrandbad Rappenwört über ein eigenes Freizeitbad, das auch über den Stadtteil hinaus als beliebtes Ausflugsziel bekannt ist. Daneben bestehen gute Verbindungen zum nahegelegenen Badesee in Rheinstet- ten oder zum Europabad in der Südweststadt. Trotz der vielen Stärken im Freizeitangebot wurden einige Schwachstellen identifiziert. Als unzureichend bemängelt werden zum einen die Angebote und Attraktionen für Kinder. Viele der bestehenden Spielplätze gelten als zu klein und unattraktiv, wie etwa die Spielplätze an der Adam-Remmele-Schule, am Buschwiesenweg in der Nähe des Friedhofs oder hinter dem Seniorenheim. Im Vergleich zu anderen Stadtteilen wie Oberreut mangele es an kreativen Spielgeräten. Kritisiert wird z. B., dass das ehemalige Piratenschiff am „Loch“ entfernt wurde. Durch das Gartenbauamt sind in den kommenden Jahren Sanie- 108 rungsmaßnahmen für die Spielplätze am Buschwiesenweg, an der Lindenallee (Nordseite, westlich Rheinstrandhalle) sowie Bäumlesäcker avisiert (Stadt Karlsruhe 2023b). Eine zusätzliche Spielfläche im Ortskern, in der Nähe der Grundschule Daxlanden bzw. der Heilig-Geist-Kirche, wird als wünschenswert und gewinnbringend erachtet. Hinsichtlich der innerstädtischen Sportflächen wurde ein mangelnder Zustand erhoben: Sowohl die Fußball- als auch Basketballplätze, besonders die Flächen am Nuss- baumweg, bedürfen einer Modernisierung. Des Weiteren wird das Fehlen eines Volleyballvereins oder von Tanzkur- sen genannt, wofür Daxlander*innen in andere Stadtteile fahren müssen. Vereinsleben Daxlanden zeichnet sich durch ein starkes Vereinsleben aus, das einen bedeutenden Beitrag zur kulturellen und sozialen Vielfalt des Stadtteils leistet: Insgesamt bestehen aktuell 42 Vereine in verschiedenen Bereichen wie Brauch- tum, Garten und Tiere, Musik, soziales Engagement und Sport (Bürgerverein Daxlanden 2023). Aus den Befragungen ging hervor, dass die bestehende Vereinslandschaft ganz wesentlich zum Zusammengehörigkeitsgefühl und der lokalen Identität in Daxlanden beitragen. Mit der reichhaltigen Vereinskultur stellen sich jedoch auch Herausforderungen im Hinblick auf geeignete Räumlich- keiten. Ein konkretes Beispiel ist der Musikverein, der mit seinem derzeitigen Angebot auf räumliche Engpässe stößt. Erschwert wird die Situation dadurch, dass viele ehemalige Räumlichkeiten wie das St. Barbara Gemeindehaus ver- kauft oder abgerissen wurden. Diese Raumknappheit stellt eine Einschränkung sowohl für die Vereinsaktivitäten als auch Veranstaltungsmöglichkeiten in Daxlanden dar. 109 Orte und Treffpunkte Hinsichtlich zentraler Orte und Treffpunkte für ungezwun- gene Zusammenkünfte besteht in Daxlanden akuter Bedarf nach mehr Angeboten. Für die jüngere Generation spielt das Kinder- und Jugendhaus (KJH) eine zentrale Rolle und stellt vielfältige Möglichkeiten wie Tischtennisabende, Billard, Kicker, Flipper, Musikraum, Schach sowie Sport- und Tanzangebote bereit. Auch außerhalb der offiziellen Öffnungszeiten fungiert es als Ort für spontane Treffen. Dies gründet einerseits in den fehlenden überdachten Alternativen in Daxlanden und geht zulasten der Anwoh- nenden mit einer erhöhten Lärm- und Müllproblematik einher. Generell wird das Areal rund um die Rheinstrand- halle und das KJH als vernachlässigt wahrgenommen und der dringende Wunsch nach einer Sanierung erhoben. Das veraltete und als abschreckend bezeichnete Fassadenbild des KJH könnte nach Meinung einiger Teinehmenden der Beteiligung durch jährliche Graffiti-Wettbewerbe unter Einbeziehung der Anwohner*innen neu gestaltet werden. Der Schlaucherplatz und Kirchplatz werden historisch schon immer stark genutzt und bieten potenziell eine hohe Aufenthaltsqualität, zeigen in der Wahrnehmung der Anwohner*innen außerhalb ihrer Veranstaltungsnutzung jedoch einen ungepflegten Zustand auf. In Bezug auf weitere Treffpunkte wurden in den Befragungen vor allem in der Rheinstrandsiedlung Defizite aufgewiesen. Zwar finden sich in der Pappelallee einige als attraktiv gewertete Aufenthaltsflächen inkl. Bücherschrank, darüber hinaus fehle es aber an mehr Sitzgelegenheiten. Weitere Angebote scheinen für die Bewohner*innen zu weit entfernt, was zu einer gewissen Isolation führt. Hoher Bedarf besteht an einem Treffpunkt für Erwachsene bzw. speziell für Seni- or*innen, beispielsweise in Form eines Cafés. Kultur und Veranstaltungen Das Veranstaltungsangebot wird in Daxlanden allgemein als gut und ausreichend bewertet. Veranstaltungen finden v. a. in der Heilig-Geist-Kirche sowie im Bürgerzentrum Daxlanden (im St. Valentin) statt. Insbesondere die Bedeu- 110 tung des letzteren wird von vielen als Bereicherung für den Stadtteil angesehen. Über das Jahr hinweg finden zudem regelmäßig öffentliche Feste statt, die das Gemeinschaftsleben fördern. Hierzu zählen unter anderem das Daxlander Straßenfest, der Weihnachtsmarkt und das Schlaucherplatzfest (Bürgerverein Daxlanden 2023) . Als beliebte Veranstaltung wurde häufig auch das Rudelsingen genannt, eine Gemeinschaftsaktion des Bürgervereins und Quartiersmanagements Daxlanden. Bei den Vor-Ort-Befragungen stellte sich heraus, dass der Wegfall ehemaliger Events mit hoher Anziehungskraft über Daxlanden hinaus bedauert wird, wie etwa die frühere Größe und Attraktivität des Straßenfests, der ehemalige Faschingsumzug oder die „Spanischen Nächte“ des Sport- vereins. Die Problematik der fehlenden Räumlichkeiten für Veranstaltungen wird auch in diesem Zusammenhang genannt. Gegenwärtig sei die Rheinstrandhalle der einzige größere Veranstaltungsort im näheren Umfeld, mit deren Nutzung laut Aussagen der Befragten jedoch hohe Auf- lagen verbunden sind. Seit dem Wegfall des Festplatzes als Veranstaltungsort gebe es wenige Alternativen, v. a. mache sich das fehlende Gemeindehaus bemerkbar. Es besteht Bedarf nach einer trägerunabhängigen Lösung, um den Anforderungen unterschiedlicher Akteure gerecht zu werden. Die Bereitstellung von mehr Veranstaltungs- räumlichkeiten wird als dringend erforderlich erachtet, um die kulturelle Vielfalt in der Gemeinde zu stärken und das Wirken der Vereine zu unterstützen. Der Kunstraum Nordbecken mit verschiedenen Angeboten sowie die Ausstellungen im Naturschutzzentrum Rappen- wört werden von den Befragten positiv wahrgenommen (Stadt Karlsruhe 2023c). Die gute Anbindung an die Stadt Karlsruhe ermögliche es den Bewohner*innen Daxlandens zudem, ein breiteres Kulturangebot zu nutzen. Für Erwach- sene wird das kulturelle Angebot innerhalb Daxlandens insgesamt als nicht ausreichend vielfältig empfunden. 111 112Abb. 57: SWOT-Analyse Kultur und Freizeit 0,10,30,51km Wasserfläche Siedlungsfläche 113 Stärken Bestehende Verbindung +Verknüpfung von Stadt und Natur +Nähe zu Kulturangeboten in Karlsruhe Freizeiteinrichtungen / Sportstandorte / Vereine +lebendige Vereinskultur +vielschichtige Sportangebote für Kinder und Jugendliche +Rheinstrandbad Rappenwört +einige Spiel- und Sportflächen naturnah gelegen +KJH WEST als wichtiger Treffpunkt für Kinder und Jugendliche, auch außerhalb der Öffnungszeiten auf dem Gelände Veranstaltungen / Kultur +Schlaucherplatz als Veranstaltungsort mit kultureller Identität, z.B. Fastnacht, Feste +Rheinstrandhalle als großer Veranstaltungsraum +Bürgerzentrum als wichtige Anlaufstelle und Veranstaltungsort +Religiöse Gemeinden als soziale Treffpunkte und Veranstaltungsorte Kultur und Freizeit im Grünen / Attraktive Landschaft +Fritschlach: Grünes Erholungsgebiet mit Gärten, Wanderwegen, Seen +Alb als Naherholungsgebiet im Norden +viele Spielplätze, auch naturnah an der Alb +verschiedene Grünanlagen und Parks als Treffpunkte, z. B. „Loch“ für Kinder und Jugendliche attraktiv +Kleingartenanlagen und großes Gartengebiet in der Fritschlach 114 Schwächen Freizeiteinrichtungen / Sportstandorte / Vereine -einige Spielplätze unzureichend gepflegt, bzw. von Bürger*innen als zu klein, unkreativ gestaltet und unattraktiv wahrgenommen -ehemalige Sportfläche am August-Klingler-Areal fiel weg Veranstaltungen / Kultur -Fehlende Bürgertreffpunkte -Fehlende Veranstaltungsräume, für Vereinsarbeit oder kleinere private Feiern -ehemalige Räume von St. Barbara fallen weg -kulturelles Angebot für Erwachsene nicht ausreichend vielfältig -fehlende überdachte Treffpunkte für Jugendliche im Außenraum 115 Chancen Veranstaltungen / Kultur +Die Attraktivität des Stadtteils kann durch den Ausbau von Sport- und Kulturangeboten gesteigert werden (Vorschläge aus der Beteiligung: Open-Air-Veranstaltungen, Konzerte, Theater auch für junge Menschen, mehr ortsansässige Vereine auf dem Marktfest, klimaneutrale Woche, Evolutionsweg, etc) +starke Nachfrage nach Räumlichkeiten wie Proberäume und kleine Veranstaltungsräume kann evtl. auftretende Leerstände füllen +Neubaugebiete bieten die Chance, neue Veranstaltungsräume zu schaffen Weitere Chancen +Schaffung inoffizieller Treffpunkte zur Stärkung des Ortskerns +Ausbau von Alb und Rappenwört als Naherholungsziel für ganz Karlsruhe +Förderung des Tourismus 116 Risiken Nutzungskonflikte -Nutzungskonflikte durch Mehrfachnutzung von Flächen -Nutzung der Spielplatzflächen durch Jugendliche -Anwohner*innenkonflikte durch Lärm bei Veranstaltungen Weitere Risiken -Rheinstrandhalle und das umgebende Gelände drohen durch Sanie- rungsbedarf, Müll und Lärm (durch inoffizielle Treffen) als zunehmend unattraktiv und unsicher wahrgenommen zu werden -finanzielle Risiken: Freizeit, Sport und Kulturangebote sind in der Regel stark subventioniert und sind freiwillige Leistungen der Kommune 117 118 Wald Gewässer Auen Gemarkungs- fläche 7 % Sonstiges 4.7 Natur und Umwelt Abb. 58: Flächennutzung in Daxlanden (Quelle: vhw 2022). 70 % 10,93 km 2 d a v o n S c h u t z g e b i e t e 119 Naturschutzgebiet Landschaft- schutzgebiet Wasserschutzgebiete I, IIIA, IIIB Vogelschutzgebiet Siedlungs- fläche 7 % Sonstiges 23 % S c h u t z g e b i e t e 120 Angebot und Erreichbarkeit 70 % der Gesamtfläche Daxlandens besteht aus Wald-, Wasser- und Auenflächen sowie Schrebergartensiedlungen (vhw 2022). Dabei ist die Siedlungsfläche Daxlandens an fast allen Seiten umringt von Naherholungsgebieten, die selbst von den am weitesten entfernten Standorten (etwa um die Haltestelle Thomas-Mann-Str.) zu Fuß in weniger als 15 min erreichbar sind: Im Westen grenzt das Naturschutzge- biet Fritschlach an, im Nordosten die Alb mit Grünflächen und diversen Naherholungsangeboten (OSM). Der Siedlungsrand Daxlandens bildet eine klare Kontur zur Rheinauenlandschaft im Westen und zahlt damit auf das Räumliche Leitbild Karlsruhes ein. Weiterhin wird die Alb als „Grüne Adresse“ in ihrer Verbindungsfunktion zwischen Daxlanden, Mühlburg, Grünwinkel und dem Hafen gestärkt (Stadt Karlsruhe 2016a). Innerhalb der Stadtteile Daxlandens weisen die Rhein- strandsiedlung und Daxlanden-Ost durch die lockerere Bebauung den höchsten Anteil an Grünflächen auf, wozu auch Spiel- und Aufenthaltsflächen wie das „Loch“, das Areal um die Rheinstrandhalle und die Adam-Remme- le-Schule, weitere Spielplätze sowie die Pappelallee gehören (OSM). Neben teils breiten Straßenquerschnitten sind die Bereiche zwischen den Häuserzeilen größtenteils entsiegelt und begrünt, bieten jedoch selten Möglichkeit, sich dort aufzuhalten. Aufenthaltsqualität Die Mehrheit der befragten Bevölkerung vor Ort erachtet das Angebot an Grün- und Freiräumen in Daxlanden als überdurchschnittlich gut und hebt insbesondere die hohe Qualität des Landschaftsschutzgebiets Fritschlach mit dem Alten Federbach und den Saumseen, den angrenzenden Naturraum bis zum Rhein und nach Rheinstetten sowie die Naherholungsgebiete um die Alb hervor. Die in der Fritschlach liegenden privaten Gartenanlagen sowie die 121 öffentlichen am Wanderparkplatz startenden Wege weisen eine hohe Erholungsqualität auf. Positiv herausgestellt wird ebenfalls die Lage am Rhein, die weite Blicke über das Wasser ermöglicht. Lediglich ein Mangel an Sitzge- legenheiten und Bänken an verschiedenen Orten entlang der Saumseen und des Alt-Rheins wird als Schwäche genannt. Vor allem für die nahe wohnenden Senior*innen aus St. Valentin stellt dies eine Beeinträchtigung des Naherholungserlebnisses und eine Einschränkung des Bewegungsradius dar. Innerhalb des besiedelten Raums finden sich Grün- und Freiflächen v. a. in Form der zahlreichen Spielplätze. In diesem Zusammenhang werden von der befragten Bevölkerung bestehende Potenziale zur Aufwertung genannt: Insbesondere der Lochspielplatz wird als schöne Grünanlage erachtet, die durch fehlende Investitionen weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt. Laut Aussagen der Befragten würde das Gelände für unerwünschte Aktivitäten wie Drogenkonsum genutzt, was sowohl das Sicherheitsempfinden als auch die Erholung einschränke. Eine Entwicklung dieser sowie weiterer Spielflächen wird hervorgehoben, da viele Kinder in Daxlanden nicht über einen eigenen Garten verfügen und daher auf Bewegungs- möglichkeiten an der frischen Luft angewiesen sind. Bei der Befragung im Nussbaumweg wurde eine Gefahr in der Wahl des Baumbestands geäußert, der durch seinen Stachelbestand im Sommer Verletzungsrisiken, gerade für spielende Kinder, mit sich bringt. Sonstiges Im Rahmen des Integrierten Rheinprogramms (IRP) bestehen in naher Zukunft Planungsabsichten für den Hochwasserrückhalteraum Bellenkopf/Rappenwört: Durch die Errichtung des Polders zwischen Rheinstetten-Neu- burgweier und dem Rheinhafendampfkraftwerk der EnBW 122 werden in diesem Bereich zukünftig Einschränkungen für die Naherholung entstehen. Es ist jedoch beabsich- tigt, diese so lange wie betriebsbedingt vertretbar zu minimieren. Die besonders bedeutsame Infrastruktur, zu der das Rheinstrandbad, die Vereinsheime und das Naturschutzzentrum gehören, kann bis zur Vorbereitung des Hochwassereinsatzes uneingeschränkt über die höher- gelegte Hermann-Schneider-Allee genutzt werden. Die Wege im Polder können abhängig von den Überflutungen weiterhin genutzt werden. Des Weiteren wird östlich des Polders eine durchgehende Wegeverbindung zwischen dem Rheinhafen Karlsruhe und Rheinstetten-Neuburgweier geschaffen (RP BW 2012). 123 124Abb. 59: SWOT-Analyse Natur und Umwelt 125 0,10,30,51km Wasserfläche Siedlungsfläche Stärken Innerstädtische Grünfläche – Naherholung / Mikrokli- mafaktor +einige innerörtliche Grünflächen zur Naherholung, v. a. Loch, Grünfläche an der Adam-Remmele-Schule und Stadtplätze +viele Spiel- und Sportflächen innerhalb des Siedlungsgebiets Landschaftliche Lage, Qualität der Umgebung +Fritschlach als Naturschutzgebiet mit privaten Gartenanlagen +öffentlicher Wanderparkplatz ermöglicht Naturerlebnis +Alb als grüne Naherholungsoase Gärten +private Gartenanlagen in der Fritschlach +mehrere Kleingartenanlagen am Siedlungsrand Sonstige Stärken +Einsatz von Rasengleisen als aktive Reduzierung von Hitzeinseln und zur Verbesserung des Stadtklimas 126 Schwächen Unzureichendes Erholungsangebot -fehlende Bänke zur Erholung v. a. für Ältere (Saumseen und Alt-Rhein) -fehlende Treffpunkte im Außenraum Belastung durch Verkehr -Lärmbelastung entlang der Straßen und Schienen -Verkehrsbelastung entlang der Hauptverkehrsachsen, Einzugsgebiet von Karlsruher Pendler*innen -Bundesstraße und Daxlander Straße: hohe Lärm- und Abgasemissio- nen 127 Chancen Schutzgebiete +Erhaltung und Stärkung der Schutzgebiete: Naturschutz, Wasserschutz, Landschaftsschutz, Vogelschutz zum Erhalt und zur Förderung von Biodiversität und Artenschutz sowie von ökologisch wertvollen Gebieten Aufwertung der Grünstrukturen +höhere Aufenthaltsqualität und weniger Nutzungskonflikte durch Aufwertung von Spiel- und Aufenthaltsflächen Weitere Chancen +Anzahl der Straßenbäume ausbaufähig: Förderung des Mikroklimas (Staub, Schatten, Verdunstung), z. B. am Schlaucherplatz +Potenzial von (klimaangepasster) Begrünung auf privaten und öffent- lichen Flächen +Förderung von Urban Gardening-Angeboten kann die Pflege inner- städtischer Grünflächen erleichtern +Reduktion der nächtlichen Straßen- und Gebäudebeleuchtungen schafft CO 2 -Einsparung und verringert die Lichtverschmutzung +Förderung der regionalen Lebensmittelversorgung (bspw. durch Solidarische Landwirtschaft, Urban Gardening, Streuobstwiesen, Direktvermarktung, Marktangebote oder „Essbare Stadt“) 128 Risiken Schutzgebiete -Sorge der Daxlander*innen: Bau des Polders Rappenwört könnte Zugänglichkeit und Aufenthaltsqualität der Naherholungsfläche ein- schränken Allgemeine Risiken durch den Klimawandel -Schäden durch den Klimawandel bei unzureichenden Klimaschutz- und Klimanpassungsmaßnahmen (z. B. zunehmende Starkregenereig- nisse) -Verlust von Straßenbäumen durch Hitze, Trockenheit etc. 129 130 Resümee und Ausblick Handlungsfelder Zur besseren Übersichtlichkeit und thematischen Gliede- rung der SWOT-Analyse wurden sieben Handlungsfelder für Daxlanden identifiziert: Mobilität, Kultur und Freizeit, Soziales, Natur und Umwelt, Bauen und Wohnen, Wirt- schaft und Bildung. Sie werden auch in der folgenden Phase zur Aufstellung von Zielen und Maßnahmen genutzt, um die Wirkung und Zusammenhänge von diesen besser einordnen zu können. (SWOT-)Analyse Es wurden verschiedene thematische „Layer“ zum Status Quo Daxlandens untersucht und die Stärken, Schwächen, Chancen und Risiken je Handlungsfeld ermittelt. Aus Sicht der Bewohner*innen sind vor allem die Aufenthaltsqualität auf den innerstädtischen Freiflächen und das gastronomi- sche und kulturelle Angebot verbesserungswürdig. Aus sozialstruktureller Perspektive zeichnet sich eine drohende Überalterung, v. a. Alt-Daxlandens, und eine zunehmende Homogenisierung der Stadtviertel ab. Insgesamt zeigt sich aber, dass Daxlanden eine hohe Lebensqualität aufweist, die besonders von der Nähe zu Naturräumen und einem überdurchschnittlichen sozialen Angebot durch die ansässigen Träger und Vereine profitiert. Auch wenn sich nicht alle Bewohner*innen der unter- schiedlichen Viertel dem Stadtteil zugehörig fühlen, so herrscht doch in allen Teilen Daxlandens eine hohe Identifi- kation und Zufriedenheit mit dem eigenen Wohnstandort. Weiteres Vorgehen Für den weiteren Prozess wird auf den Erkenntnissen der SWOT-Analyse aufgebaut. Es folgen die Zusammenstel- lung von bereits bekannten Zielen und Maßnahmen, aber auch die Neuentwicklung der Entwicklungsziele für Daxlan- den und darauf aufbauender Maßnahmen, die zur Zielerrei- chung beitragen. Dies wird unterstützt durch verschiedene kreative und crossmediale Beteiligungsformate und die begleitende Abstimmung in der Steuer- sowie Lenkungs- gruppe. Somit wird durch die Integration der Ergebnisse der SWOT-Analyse, der Ziele und der Maßnahmen ein gesamtes Stadtteilentwicklungskonzept entstehen, das für Daxlanden den Weg der kommenden 10-15 Jahre aufzeigt. Ergebnis Prozess- abschnitt Planung Phase Beteiligung Abstimmung online und analog vor Ort 131 Ergebnis Planung Phase Beteiligung Abstimmung online und analog vor Ort Teil II: Ziele und Maßnahmen 4. Ziele Zusammenstellung der Ziele für Daxlanden Einholen von Informationen zur Erarbeitung von Zielen und Maßnahmen Ziele je Handlungsfeld für die Entwicklung Daxlandens räumliche und strategische Maßnahmen, die zur Erreichung der Entwicklungsziele für Daxlanden beitragen SGSGLGLG AuftaktAbschluss Verortung / Verräumlichung der angestrebten Maßnahmen planerisch-räumliche Darstellung der Ergebnisse des STEK 5. Maßnahmen mehrere Veranstaltungen zur Erarbeitung von Zielen mehrere Veranstaltungen zur Erarbeitung von Maßnahmen kontinuierliche Abstimmung Beteiligungstool 1. Stadtteil- konferenz 2. Stadtteil- konferenz 132 Anhang AKA August-Klingler-Areal EW Einwohner:innen EZH Einzelhandel GS Grundschule IRP Integriertes Rheinprogramm Kiga Kindergarten Kita Kindertagesstätte KA Karlsruhe KVV Karlsruher Verkehrsverbund KJH Kinder- und Jugendhaus West LG Lenkungsgruppe MIV motorisierter Individualverkehr OSM OpenStreetMaps ÖPNV öffentlicher Personennahverkehr SBBZ Sonderpädagogisches Bildungs- und Beratungszentrum SG Steuergruppe SN Stadtteilnetzwerk STEK Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept SWOT strengths, weaknesses, opportunities, threats / Stärken, Schwächen, Chancen, Risiken Abkürzungsverzeichnis 133 ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände e. V (2022): Die Apotheke. Zahlen, Daten, Fakten 2022. Online unter: https://www.abda.de/fileadmin/user_upload/ assets/ZDF/ZDF22/ABDA_ZDF_2022_Broschuere.pdf (letzter Zugriff: 26.05.2023). Bürgerverein Daxlanden (2023): Daxlander Vereine und Institutionen. Online unter: https://www.buergerverein-dax- landen.de/vereine.html (letzter Zugriff: 26.05.2023). Eigene Ermittlung - ermittelt durch metris | PLAN:KOOPE- RATIV FGSV – Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrs- wesen e. V. (2010): Empfehlungen für Planung und Betrieb des öffentlichen Personennahverkehrs, FGSV-Verlag, Köln. RP BW – Regierungspräsidien Baden-Württemberg (2023): Bellenkopf/Rappenwört. Online unter: https://rp.baden-wu- erttemberg.de/themen/wasser/irp/rueckhalteraeume/pol- der-bellenkopf/rappenwoert/ (letzter Zugriff: 26.05.2023). Stadt Karlsruhe (2016a): Räumliches Leitbild Karlsruhe. Stadt Karlsruhe (2016b): Kleinräumige Bevölkerungsprog- nose 2035. Stadt Karlsruhe (2021): Klimaapassungsstrategie 2021. Monitoringbericht und 1. Fortschreibung. Stadt Karlsruhe (2022a): Ergebnisse der Bürgerumfrage 2019 (Kulturumfrage), 2020 (Wohnen und Bauen) und 2022 (Einkaufen und Nahversorgung). Stadt Karlsruhe (2022b): Beschlussvorlage 2022/0672: Bürgerbeteiligungsprozess zur Erarbeitung eines Integrier- ten Stadtteilentwicklungskonzepts Daxlanden. Quellenverzeichnis 134 Stadt Karlsruhe (2023a): Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtent- wicklung│Statistikstelle, Stand 31.12.2022. Online unter: https://web6.karlsruhe.de/Stadtentwicklung/statistik/atlas/ (letzter Zugriff: 26.05.2023). Stadt Karlsruhe (2023b): Ämterabfrage zu laufenden und geplanten Projekten, Stand Januar 2023. Stadt Karlsruhe (2023c): Aufstellung sozialer und kultureller Angebote für den Stadtteil Daxlanden, Stand Januar 2023. Stadt Karlsruhe (2023d): „Nahversorgung in den Stadtteilen 2016 bis 2022“, Beiträge zur Stadtentwicklung, Heft Nr. 62. Stadt Karlsruhe (2023e): Sozial- und Jugendbehörde: Sozialplanung. Stadtmobil (2023): Stationen. Online unter: https://karlsru- he.stadtmobil.de/privatkunden/stationen/ (letzter Zugriff: 26.05.2023). Stadtwiki Karlsruhe: https://ka.stadtwiki.net, 01.06.23,15:29 Statistisches Landesamt Baden Württemberg (2020): Statistisches Unternehmensregister, Berichtsjahr 2020. vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V. (2022): Kooperative Sport- und Bewegungslandschaf- ten. Quartiers- und Sportentwicklung am Beispiel von Karlsruhe-Daxlanden. vhw Schriftenreihe 34. 135 Abb. 1: Kirche St. Valentin 16 Abb. 2: Spielplatz „Loch“ 16 Abb. 3: Haltestelle Hammweg 16 Abb. 4: Hammweg 16 Abb. 5: Schlaucherplatz 16 Abb. 6: Rasengleise an der S-Bahn-Strecke 16 Abb. 7: Rheinstrandhalle und Kinder- und Jugendhaus WEST 17 Abb. 8: Rheinstrandsiedlung - Kleiner Anger 17 Abb. 9: Federbachschule 17 Abb. 10: Beteiligte Akteur*innen im Prozess zur SWOT-Analyse 20 Abb. 11: Ablauf des Planungs- und Beteiligungsprozesses – SWOT-Analyse 22 Abb. 12: Ortsbegehung mit dem Stadtteilverein 24 Abb. 13: mobile Aktion am Kirchplatz I 24 Abb. 14: Stand für die mobile Aktion 24 Abb. 15: Postkartenaktion Gemeinsam Daxlanden gestalten 24 Abb. 16: Stand für die mobile Aktion 24 Abb. 17: Verortung der Aufenthaltsorte der Befragten (mobile Aktion) 24 Abb. 18: Dokumentation der Ergebnisse 25 Abb. 19: mobile Aktion Pappelallee 25 Abb. 20: aufsuchende Beteiligung Schlaucherplatzfest 25 Abb. 21: thematische Ebenen der Analyse des Status Quo 27 Abb. 22: Daxlanden als Stadtteil von Karlsruhe - ohne Maßstab 28 Abb. 23: Orthophoto - ohne Maßstab 30 Abb. 24: Schutzgebiete 32 Abb. 25: Freiflächen 34 Abb. 26: Mobilität 36 Abb. 27: Soziale Infrastruktur + Sport- und Spielflächen 38 Abb. 28: Versorgung + Gesundheit 40 Abb. 29: Homogenität + Heterogenität 42 Abb. 30: Zentralität und Erreichbarkeiten 44 Abb. 31: Handlungsfelder und Metathemen für Daxlanden 47 Abb. 33: Bevölkerungsentwicklung in Daxlanden 48 Abb. 32: Vergleich Jugend- und Altenquotient Daxlanden - Karlsruhe 48 Abb. 34: Haushaltstypen Daxlanden 49 Abb. 35: Altersstruktur Daxlanden 49 Abb. 36: SWOT-Analyse Soziales 56 Abb. 37: Gebäudegrößenstruktur, Vergleich Daxlanden und Gesamtstadt 62 Abb. 38: Gebäudetypologien der Stadtviertel 62 Abb. 39: Quartiersentwicklungen in Daxlanden 63 Abb. 40: SWOT-Analyse Bauen und Wohnen 66 Abb. 41: Bildungsorte und Fahrtzeiten zur nächstgelegenen weiterführenden Schule 72 Abbildungsverzeichnis 136 Abb. 42: Formelle Bildungsorte in Daxlanden 73 Abb. 43: SWOT-Analyse Bildung 78 Abb. 44: Erreichbarkeit Lebensmittelgeschäft und Versorgungsgrad 82 Abb. 45: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Daxlanden 82 Abb. 46: Verkehrsmittelwahl beim Lebensmitteleinkauf 83 Abb. 47: Versorgung und Einzelhandel in Daxlanden 83 Abb. 48: SWOT-Analyse Wirtschaft und Versorgung 88 Abb. 49: Frage aus der Online-Befragung der Bürgerinnen und Bürger (April 2023) 94 Abb. 51: Entfernungen zur nächsten ÖPNV-Haltestelle 95 Abb. 50: Fahrtzeiten nach Verkehrsmittel von Daxlanden bis Karlsruhe Marktplatz 95 Abb. 52: SWOT-Analyse Mobilität 100 Abb. 53: Vereine, Verbände und Veranstaltungen in Daxlanden 106 Abb. 55: Freizeit-Infrastruktur in Daxlanden 107 Abb. 54: Treffpunkte für alle Generationen 107 Abb. 56: Kulturelles Erbe und Heimat - Daxlanden Lied „Daxlanden gibt‘s nur eimmal“ 107 Abb. 57: SWOT-Analyse Kultur und Freizeit 112 Abb. 58: Flächennutzung in Daxlanden 118 Abb. 59: SWOT-Analyse Natur und Umwelt 124 137 Abbildungsquellenverzeichnis Abb. 1 - 23: Eigene Darstellung oder eigenes Foto metris | PLAN:KOOPERATIV (m|P:K) Abb. 24: Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung, Büro für Mitwirkung und Engagement Abb. 25: Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung, Büro für Mitwirkung und Engagement Abb. 26 - 60: Eigene Darstellung (m|P:K)

  • Protokoll TOP 2 HA_11.07.2023
    Extrahierter Text

    Niederschrift 42. Sitzung Hauptausschuss 11. Juli 2023, 16:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitz: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 2. Punkt 2 der Tagesordnung: Integriertes Stadtteilentwicklungskonzept Daxlanden: Ergebnisse der Bestandanalyse zu Stärken, Defiziten, Potentialen und Herausforderungen (SWOT-Ana- lyse) Vorlage: 2023/0658 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 2 zur Behandlung auf. Stadtrat Löffler (GRÜNE) fragt nach dem weiteren Vorgehen. Er regt an, in der Veranstal- tung im Herbst nicht nur die Ergebnisse vorzustellen, sondern auch eine Aussage zu treffen was als nächstes angegangen wird. Stadtrat Hofmann (CDU) plädiert dafür, dass realistische Ziele gesetzt werden, da nicht alles Wünschenswerte auch umsetzbar sei. Stadträtin Melchien (SPD) dankt der Verwaltung und den Bürger*innen von Daxlanden, die sich in dieses umfassende Projekt eingebracht haben. Sie bittet darum, die Bürgerbeteiligung mit deren Aussagen und Prioritäten ernst zu nehmen. Der Vorsitzende nimmt den Vorschlag von Stadtrat Löffler (GRÜNE) auf, die Veranstaltung im Herbst mit dem Ziel zu verfolgen, was in Daxlanden umgesetzt werden soll und kann. Herr Riedel (Amt für Stadtentwicklung) erläutert, dass die SWOT-Analyse die Grundlage für das weitere Vorgehen darstelle. Die weiteren Maßnahmen werden mit der – 2 – Stadtteilbevölkerung vor Ort erarbeitet. Dies beinhalte auch das Erwartungsmanagement ohne jedoch zu sehr einzuengen. Der Vorsitzende stellt, nachdem keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, die erfolgte Kenntnisnahme fest. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 21. Juli 2023