Erfahrungsbericht - Beleuchtung der Calisthenics-Anlage in der Südstadt sowie des Bolzplatzes Geroldsäcker beim „Blauen Haus“

Vorlage: 2023/0556
Art: Informationsvorlage
Datum: 17.05.2023
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Gartenbauamt
Erwähnte Stadtteile: Hagsfeld, Oberreut, Südstadt, Waldstadt

Beratungen

  • Ausschuss für öffentliche Einrichtungen (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 30.06.2023

    TOP: 4

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Informationsvorlage
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/0556 Verantwortlich: Dez. 5 Dienststelle: GBA Erfahrungsbericht - Beleuchtung der Calisthenics-Anlage in der Südstadt sowie des Bolzplatzes Geroldsäcker beim „Blauen Haus“ Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Ausschuss für öffentliche Einrichtungen 30.06.2023 4 X Information (Kurzfassung) Aufgrund der Installierung der Beleuchtungsanlagen an der Calisthenics-Anlage in der Südstadt und des Bolzplatzes Geroldsäcker wurden diese Freizeit- und Spielanlagen in der vergangenen Winterperiode gut genutzt und werden von den jeweiligen Akteur*innen sehr geschätzt. Die Verwaltung empfiehlt dennoch, aus haushalterischen Gründen und Gründen des Umwelt- und Naturschutzes auf die Installation weiterer Beleuchtungsanlagen an anderen Standorten zu verzichten. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Grüne Stadt Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Die öffentlichen Freizeit- und Sportanlagen im Stadtgebiet sind im Normalfall nicht beleuchtet. Das ist gängiger Standard in den deutschen Städten und auch in Karlsruhe. Die erste Ausnahme, die es in Karlsruhe gab, war die Einrichtung einer Bedarfsbeleuchtung im Rahmen des Neubaus der neuen Skate-Anlage im Otto-Dullenkopf-Park. Dort wurde 2015 durch die finanzielle Unterstützung eines Leuchtmittelherstellers die Bedarfsbeleuchtung errichtet. In den Folgejahren wurde seitens der Akteure des Bewegungssportes immer wieder der Wunsch nach Beleuchtung öffentlicher Bolzplätze vorgebracht und auch die Beleuchtung einer Calisthenics-Anlage gefordert. In den beiden Sitzungen des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen am 03.März 2020 sowie am 23.09.2021 wurde diese Thematik ausführlich erörtert. Das Festhalten an der bisherigen Praxis, öffentliche Freizeitanlagen und Bolzplätze generell nicht zu beleuchten, wird seitens der Politik mehrheitlich nicht unterstützt. Seitens der Verwaltung wurde daher zugesagt, sowohl am Bolzplatz Geroldsäcker als auch bei der Calisthenics-Anlage in der Südstadt jeweils eine Beleuchtung zu errichten, um die Nutzung dieser Bewegungssportangebote in die Abendstunden hinein zu verlängern. Eine Vorstellung der Ergebnisse im Ausschuss wurde zugesagt. Die Beleuchtung beim Bolzplatz Geroldsäcker wurde bereits im Herbst 2020 realisiert. Aufgrund der Corona-Pandemie musste die Inbetriebnahme der Anlage jedoch verschoben werden. Die Beleuchtung bei der Calisthenics-Anlage in der Südstadt wurde im Herbst 2022 errichtet. Beide Beleuchtungsanlagen konnten somit im vergangenen Winter 2022/23 vollumfänglich genutzt werden. Die Verwaltung berichtet wie zugesagt über die Erfahrungen hinsichtlich der Nutzung. Sinnvollerweise wäre ein umfassendes Monitoring erforderlich, bei dem in regelmäßigen, eng getakteten Zeitintervallen die jeweiligen Anlagen begangen werden, um die Nutzungszeiten und die Nutzungsintensität, insbesondere die Anzahl der Nutzenden zu erfassen. Das ist leider personell nicht leistbar, so dass nur über Rückmeldung aus der jeweiligen Akteurszene, von den Kolleg*innen des Stadtjugendausschusses, die die Jugendarbeit verantworten und eigenen stichprobenartigen Begehungen berichtet werden kann. Die Erfahrungen beim Bolzplatz Geroldsäcker werden vom Stadtjugendausschuss, der mit seiner Jugendarbeit direkt vor Ort ist, wie folgt beschrieben: „Die Beleuchtungsanlage am Fußballplatz hier neben dem Jugendhaus wird über die Wintermonate fast täglich genutzt. Mehrmals pro Woche verabreden sich dort Kinder oder Jugendliche, weshalb es keine Seltenheit darstellt, wenn dort 10-20 – manchmal sogar mehr – Fußballer*innen gemeinsam unter Flutlicht kicken. Die Nutzungsdauer ist durch eine Zeitschaltuhr von Sonnenuntergang bis 20 Uhr begrenzt. Die Nutzer*innen des Bolzplatzes sind vorwiegend Kinder und Jugendliche aus Hagsfeld und der Waldstadt. Oft kommen aber auch Personen aus anderen Stadtteilen, um die Beleuchtung in den Wintermonaten zu nutzen. Beispielsweise kommt regelmäßig eine Gruppe Jugendlicher extra aus Oberreut zum gemeinsamen Kicken. Die Nutzer*innen sind sehr zufrieden mit der Anlage. Zu Problemen mit Anwohner*innen kam es seit der Inbetriebnahme der Beleuchtung nicht. Von Kindern, Jugendlichen und Eltern kommt immer ein positives Feedback.“ – 3 – Auch dem Gartenbauamt sind bislang keine Beschwerden durch betroffene Nachbar*innen bekannt. Die Anlage wird mit einem Wertmünzautomaten betrieben, die Nutzer*innen müssen diese Münzen einwerfen, um die Beleuchtung anzuschalten. Die Münzen sind im „Blauen Haus“ unentgeltlich erhältlich. Diese Konzeption wurde gewählt, um die Nutzungszeiten zu steuern. In der Rückmeldung des Stadtjugendausschusses wird angemerkt, dass man im Nachhinein einen Tastschalter praktikabler gefunden hätte. Hinsichtlich der Nutzung der Calisthenics-Anlage gab es bereits im Januar 2023 positive Rückmeldungen an die Stadtverwaltung und an die Mitglieder des Ausschusses für öffentliche Einrichtungen. So wurde berichtet, dass neben Nutzer*innen aus der Südstadt auch Bürger*innen aus anderen Stadtteilen das Angebot in der Südstadt nutzen. Eigene stichprobenartige Beobachtungen durch Vertreter*innen der Verwaltung bestätigen, dass auch an sehr kalten Winterabenden die Anlage von mehreren Nutzer*innen genutzt wurde. Beschwerden aus der Nachbarschaft sind der Verwaltung nicht bekannt. Insofern ist die Nutzung der Calisthenics-Anlage trotz der doch recht geringen Entfernung von der Wohnbebauung offenbar nachbarschaftsverträglich, was sicherlich auch an der Nutzungsart liegt: Es hat sich offenbar bestätigt, dass die Calisthenics-Nutzer*innen ihre sportliche Betätigung ohne Lärm ausführen. Zusammenfassend kann man sagen, dass die beiden Beleuchtungsanlagen positiv aufgenommen wurden. Im Hinblick auf die eventuelle Forderung von Beleuchtungswünschen weiterer Anlagen verweist die Verwaltung auf die genehmigungsrechtlich komplexe Fragestellung. Es wird in vielen Fällen nicht einfach sein, bauordnungsrechtliche Genehmigungen für solche Angebote mit zeitlich ausgedehnten Nutzungszeiten zu erlangen, da diese häufig sehr nah zu den Wohngebieten liegen. Hier muss immer die Fragestellung der Lärmemission beurteilt werden. Grundsätzlich stellt sich bei einer gesamtstädtischen Betrachtung die Frage nach der Anzahl beleuchteter Anlagen insgesamt. Die beiden Anlagen werden offenbar auch von Nutzer*innen aus anderen Stadtteilen mitgenutzt. Es kann leider keine Aussage getroffen werden, wie hoch der Anteil der Menschen aus anderen Stadtteilen ist. In der Regel sind Jugendliche und junge Erwachsene sehr mobil und können daher größere Wegstrecken bewältigen, um ein attraktives Ziel zu erreichen. Trotz der guten Erfahrung bei den beiden Projekten möchte die Verwaltung keine weiteren Beleuchtungseinrichtungen an bestehenden oder neuen Freizeit- und Spielanlagen nachrüsten. Dafür gibt es unterschiedliche Gründe, die auch in den beiden genannten Ausschussterminen diskutiert worden waren. Die aus Sicht der Verwaltung bedeutendsten Gründe sind: - der Bedarf an zusätzlichen Finanzmitteln sowohl im investiven Bereich wie auch in der Unterhaltung. Aufgrund der Haushaltssituation der Stadt Karlsruhe und der aktuellen zwei Haushaltssicherungsrunden ist hier kein finanzieller Spielraum gegeben. Zusätzliche Investitions- und Unterhaltungsmittel stehen nicht zur Verfügung. - der Klima- und Umweltschutz. Hierzu ist zu erwähnen, dass die Stadtwerke Karlsruhe in der Stellungnahme der Verwaltung zur Gemeinderatssitzung am 26. Mai 2020 empfohlen haben, auf derartige Beleuchtungen zu verzichten, sofern sie wegen der – 4 – Verkehrssicherung nicht zwingend erforderlich sind. Hier spielt auch das Thema der Lichtverschmutzung mit hinein. Insbesondere in ansonsten nicht beleuchteten Anlagen ist ein zusätzliches Lichtangebot ein sehr starker Störeffekt. - Durch die Energiesparvorgaben der letzten Winterperiode wurde die öffentliche Beleuchtung in Teilen reduziert. Diese Reduzierung wurde seitens der Bevölkerung durchaus positiv aufgenommen. Auch dieser Aspekt sollte mit Berücksichtigung finden. Die Verwaltung bittet um Kenntnisnahme und verantwortungsbewusstes Agieren im Hinblick auf weitere Forderungen seitens der Akteure.