Anschwimmen gegen Personalmangel in Karlsruher Bädern

Vorlage: 2023/0501
Art: Antrag
Datum: 05.05.2023
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Bäderbetriebe
Erwähnte Stadtteile: Durlach, Grötzingen, Neureut, Rüppurr

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 27.06.2023

    TOP: 30

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Beratung im Fachgremium/Arbeitskreis

  • Bäderausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 21.07.2023

    TOP: 5

    Rolle: Beratung

    Ergebnis: einverstanden

Zusätzliche Dateien

  • Antrag
    Extrahierter Text

    Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier CDU-Gemeinderatsfraktion Eingang: 05.05.2023 Vorlage Nr.: 2023/0501 Anschwimmen gegen Personalmangel in Karlsruher Bädern Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 27.06.2023 30 X Bäderausschuss 21.07.2023 x Die CDU-Gemeinderatsfraktion Karlsruhe beantragt: 1. Die Stadtverwaltung legt in einem Kurzbericht dar, wie sich der derzeitige Fachkräfte- und Personalmangel auf die einzelnen Einsatzbereiche (z.B. Kassenbereich, Beckenaufsicht, Technik und Anlagenwartung usw.) der Karlsruher Bäder auswirkt und welche Gegenmaßnahmen sie eingeleitet hat. 2. Die Stadtverwaltung prüft, ob und unter welchen beruflichen Anforderungen zur Deckung des Personalbedarfs auch Unternehmen in der Region angefragt werden können, deren Personal geschäfts- oder saisonbedingt im Sommer weniger nachgefragt wird. 3. Die Stadtverwaltung prüft, ob für den technischen Betrieb auch kommunale Wassermeister oder externe Dienstleister zum Einsatz kommen können. 4. Die Stadtverwaltung prüft, ob die Einführung von online buchbaren Tickets dazu beitragen kann, möglichen Personalengpässen im Kassenbereich entgegenzuwirken. 5. Die Stadtverwaltung tritt in Kontakt mit der derzeit forschenden Projektgruppe des Bundesinstituts für Berufsbildung. Anschließend berichtet sie im Bäderausschuss über neueste Erkenntnisse und Potenziale zur Attraktivierung des Ausbildungsberufs und überprüft diese auf ihre zeitnahe Anwendbarkeit in Karlsruhe. Sachverhalt/Begründung Bundesweit führt der Fachkräfte- und Personalmangel auch im Jahr 2023 wieder dazu, dass Schwimmbäder zeitweise oder dauerhaft schließen müssen. Um Personal zu gewinnen, machen die Karlsruher Bäderbetriebe in den Medien bereits umfänglich auf sich aufmerksam. Dennoch führt der Personalmangel auch bei uns zu ersten Konsequenzen: mit dem Beginn der Freibadsaison ist es voraussichtlich so geregelt, dass das am stärksten frequentierte und attraktivste Bad, das Rheinstrandbad Rappenwört, an einigen Tagen unter der Woche geschlossen sein wird. Außerdem soll das Freibad in Rüppurr täglich kürzer geöffnet sein und die Hallenbäder in Neureut, Grötzingen und Durlach für den öffentlichen Betrieb ganz geschlossen sein. An sich zählt der Betrieb von Schwimmbädern zwar nicht zu den Aufgaben der kommunalen Daseinsvorsorge. Dennoch stehen die Karlsruher Bäder für Lebensqualität und gehen mit Blick auf die Förderung der Schwimmfähigkeit von Kindern auch über bloßes Freizeitvergnügen hinaus. Insofern wollen wir dazu beitragen, dass sich die Situation wieder stabilisiert, um auch dauerhaft zu einem Normalbetrieb zu finden. Daher regen wir folgende kurz- und mittelfristige Lösungen an: Kurzfristige Stabilisierung: Personalmangel in Schwimmbädern muss sich nicht allein am Beckenrand bemerkbar machen, sondern kann auch im Bereich des technischen Betriebs oder im Kassenbereich – 2 – auftreten. Um grundsätzlich einen Überblick über die Personalsituation in den Bädern zu erhalten, regen wir einen Kurzbericht an, aus dem hervorgeht, in welchen Einsatzbereichen es an Personal mangelt. Daraus abgeleitet, beantragen wir, dass die Stadtverwaltung prüft, ob zur Deckung des Personalbedarfs auch Unternehmen in der Region angefragt werden können, die aufgrund ihrer Geschäftsart in der Sommersaison Personal zur Verfügung stellen könnten. Hierbei denken wir zum Beispiel an die Hotellerie oder an Betreiber von Eishallen oder Fitnessstudios. Wichtig ist dabei auch die Klärung, welche beruflichen Voraussetzungen diesbezüglich erfüllt sein müssen. Weiterhin beantragen wir die Prüfung, ob auftretendem Personalmangel im technischen Bereich etwa durch externe Dienstleister oder kommunale Wassermeister begegnet werden kann. Gleichzeitig regen wir die Prüfung an, inwiefern der Einsatz von online buchbaren Tickets für die Karlsruher Bäder zu einer personellen Entlastung im Kassenbereich führen kann. Langfristige Stabilisierung: Die Zukunft von Schwimmbädern kann langfristig nicht durch den Einsatz von Studierenden, Freiwilligen oder Ferienjobbern sichergestellt werden. Vielmehr sollten wir einen Fokus darauf legen, das Berufsbild des Fachangestellten für Bäderbetriebe noch weiter zu stärken, da laut Bundesverband Deutscher Schwimmmeister e.V. bundesweit aktuell rund 3.000 Fachkräfte für einen regulären Betrieb fehlen. Diesbezüglich erforscht das Bundesinstitut für Berufsbildung im Auftrag verschiedener Bundesministerien (BMBF, BMI, BMWi) derzeit Möglichkeiten zur Novellierung der Aus- und Fortbildung im Bereich Bäderbetriebe, deren Ausbildungsordnung aus dem Jahr 1997 dringend überarbeitet werden muss. Im laufenden Forschungsprojekt („2.2.380 Voruntersuchung der beruflichen Aus- und Fortbildung im Bereich der Bäderbetriebe“ – Beschreibung: https://www.bibb.de/dienst/dapro/daprodocs/pdf/at_22380.pdf) soll es unter anderem darum gehen, das Berufsbild weiterzuentwickeln und beispielsweise dahingehend zu öffnen, dass der anschließende Einstieg in technische Berufe oder in Heil- und Pflegeberufe erleichtert wird. Von einer Ausweitung der beruflichen Qualifizierungsmöglichkeiten versprechen wir uns, dass das Bild des Fachangestellten für Bäderbetriebe langfristig noch attraktiver wird. Aus diesem Grund beantragen wir, dass sich die Stadtverwaltung mit dem Bundesinstitut für Berufsbildung abstimmt und im Bäderausschuss über neueste Erkenntnisse, konkrete Potenziale zur Attraktivierung des Ausbildungsberufs und deren zeitnahe Anwendbarkeit in Karlsruhe berichtet. Unterzeichnet von: Stadtrat Detlef Hofmann Stadtrat Karsten Lamprecht Stadtrat Sven Maier Stadtrat Thorsten Ehlgötz

  • Stellungnahme
    Extrahierter Text

    Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier CDU-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2023/0501 Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: BB Anschwimmen gegen Personalmangel in Karlsruher Bädern Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 27.06.2023 x Bäderausschuss 21.07.2023 5 x Die Stadtverwaltung berichtet zum Personalmangel in Karlsruher Bädern. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Zu 1: Die Stadtverwaltung legt in einem Kurzbericht dar, wie sich der derzeitige Fachkräfte- und Personalmangel auf die einzelnen Einsatzbereiche (z.B. Kassenbereich, Beckenaufsicht, Technik und Anlagenwartung usw.) der Karlsruher Bäder auswirkt und welche Gegenmaßnahmen sie eingeleitet hat. Es gibt bei der Stadtverwaltung und den Karlsruher Bädern in erster Linie (noch) keinen Fachkräftemangel. Auch im Kassenbereich und bei den technischen Bereichen besteht derzeit kein Personalkräftemangel. Die Problematik des Personalmangels besteht bei der Gewinnung von befristeten Saisonkräften (Wasseraufsicht, Reinigungsarbeiten) zum zusätzlichen Betrieb der Freibäder. Hinzu kommt, dass Saisonkräfte mindestens einen Beschäftigungsgrad von 80 Prozent erbringen sollten, um eine verbindliche Personalplanung bei Hochwetterperioden und Krankheitsausfällen für den Badbetrieb gewährleisten zu können. Neben der regulären jährlichen Personalakquise und des ganzjährigen Personalmarketings für den Betrieb der Karlsruher Bäder, werden seit Anfang des Jahres verstärkt weitere Aktionen zur Personalgewinnung durchgeführt. Diese sind unter anderem die Bewerbung mit Citylight-Plakaten, Straßenbahnen, Litfaßsäulen, Jobportalen, auf der Karlsruher Bäder Homepage, in Bewerberforen sowie Social-Media Plattformen wie TikTok, Facebook und Instagram und der Werbung mittels klassischer Printmedien in der Region. Weiter gibt es und gab es punktuell auch Kontakte mit Flüchtlingsinitiativen und Personalvermittlungsagenturen sowie Veranstaltungen auf Messen, bspw. Ettlinger Ausbildungsbörse, Messe Einstieg Beruf. zu 2: Die Stadtverwaltung prüft, ob und unter welchen beruflichen Anforderungen zur Deckung des Personalbedarfs auch Unternehmen in der Region angefragt werden können, deren Personal geschäfts- oder saisonbedingt im Sommer weniger nachgefragt wird. Angedacht und bereits in Abstimmung ist eine Kooperation mit „Fit-in Fitnessclubs“ für den Personaleinsatz im Sommer. Weiterhin besteht seit mehreren Jahren bereits eine Zusammenarbeit mit der DLRG und Unterstützung durch das SchwimmFix Programm das gemeinsam mit dem FOSS (Forschungszentrum für den Schulsport und den Sport von Kindern und Jugendlichen) Studierende des KIT und der PH erreicht. Zu 3: Die Stadtverwaltung prüft, ob für den technischen Betrieb auch kommunale Wassermeister oder externe Dienstleister zum Einsatz kommen können. Für technischen Betrieb wird kein zusätzliches Personal benötigt (s. Ziffer 1). Zu 4: Die Stadtverwaltung prüft, ob die Einführung von online buchbaren Tickets dazu beitragen kann, möglichen Personalengpässen im Kassenbereich entgegenzuwirken. In der Regel gibt es keine Engpässe im Kassenbereich bzw. es besteht derzeit kein akuter Personalmangel im Kassenbereich (s. Ziffer 1). Es wird in der diesjährigen Sommerschließzeit in drei Bädern (Europabad, Fächerbad, Therme Vierordtbad) ein neues Kassensystem eingeführt. Dies bietet künftig mehr Möglichkeiten für online buchbare Tickets und zu einem einfacheren und schnelleren Badzutritt („Check-In“). Dies wird mit großer Wahrscheinlichkeit den Kassenbereich insbesondere bei Hochbetrieb entlasten und bei etwaigen Personalengpässen (teilweise) hilfreich sein. Die Ausweitung des neuen Kassensystems auf die kommunalen Hallen- und Freibäder wird sich für die Hallenbäder auf die Sommerschließzeit 2024 und für die Freibäder auf die Winterschließzeit 2024 erstrecken. Grundsätzlich ist ein Badzutritt mittels einer sogenannten „Fastlane“, ohne Kassenvorgang direkt an einem Drehkreuz, eingeplant. – 3 – Zu 5: Die Stadtverwaltung tritt in Kontakt mit der derzeit forschenden Projektgruppe des Bundesinstituts für Berufsbildung. Anschließend berichtet sie im Bäderausschuss über neueste Erkenntnisse und Potenziale zur Attraktivierung des Ausbildungsberufs und überprüft diese auf ihre zeitnahe Anwendbarkeit in Karlsruhe. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung hat gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und dem Bundesinnenministerium das Bundesinstitut für Berufsbildung beauftragt eine Voruntersuchung der Aus- und Fortbildung im Bereich der Bäderbetriebe durchzuführen. In der Voruntersuchung ist zu überprüfen, ob sich zwischenzeitlich Änderungen bei den zu erwerbenden Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten ergeben haben. Im Zuge der Voruntersuchungen gab es eine Onlinebefragung. Im Anschluss an die Auswertung erfolgt eine Veröffentlichung der Ergebnisse. Derzeit kann deshalb noch nicht beurteilt werden, ob es künftig Veränderungen bzw. Anpassungen für die berufliche Aus- und Fortbildung im Bereich der Bäder geben wird.

  • Protokoll GR TOP 30
    Extrahierter Text

    Niederschrift 51. Plenarsitzung des Gemeinderates 27. Juni 2023, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 29. Punkt 30 der Tagesordnung: Anschwimmen gegen Personalmangel in Karlsruher Bädern Antrag: CDU Vorlage: 2023/0501 Beschluss: Beratung im Bäderausschuss am 21. Juli 2023, öffentlich Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 30 auf und teilt mit, der Antrag werde ohne Aussprache in den Bäderausschuss verwiesen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 7. Juli 2023