Bericht zum Quartiersmanagement und dem Projekt Nachbarschaftslotsen in Durlach-Aue
| Vorlage: | 2023/0462 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 26.04.2023 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Stadtamt Durlach |
| Erwähnte Stadtteile: | Daxlanden, Durlach, Grünwettersbach, Grünwinkel, Hohenwettersbach, Innenstadt-Ost, Mühlburg, Oststadt, Palmbach, Rüppurr, Südstadt, Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock |
Beratungen
- Ortschaftsrat Durlach (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 13.09.2023
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
-
Extrahierter Text
Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier B ́90/DIE-GRÜNEN-OR-Fraktion eingegangen am: 19.04.2023 Vorlage Nr.: 2023/0462 Verantwortlich: Dez. 1 Dienststelle: StaDu Bericht zum Quartiersmanagement und dem Projekt Nachbarschaftslotsen in Durlach-Aue Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Durlach 13.09.2023 5 x Kurzfassung Die Stadtverwaltung hat gemeinsam mit Zivilgesellschaft und sozialen Trägern und Institutionen das Konzept der Sozialen Quartierentwicklung erarbeitet, das der Gemeinderat im Jahr 2020 beschlossen hat. Dieses hat zum Ziel, Strukturen der Vernetzung und Kooperation zu schaffen, beziehungsweise Zielsetzungen und Aufgaben einer sozialen Quartiersentwicklung konzeptionell zu verankern. Die Weiterentwicklung der Sozialen Quartiersentwicklung wird am 12. Juli im Sozialausschuss vorberaten und danach im Gemeinderat zur Abstimmung gebracht Auch das Projekt Nachbarschaftslotsen gibt es in mehreren Stadtteilen, unter anderen in Durlach-Aue beim Diakonischen Werk Karlsruhe. Die finanzielle Förderung für alle Lotsen-Projekte durch die Gertrud-Maria-Doll-Stiftung läuft Ende 2023 aus. Aktuell werden unterschiedliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten und Anpassungen des Projekts durch die Träger eruiert sowie finanzielle Förderwege mit einem reduzierten Betrag von der Stadt Karlsruhe ausgelotet. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen | Erträge (Zuschüsse und Ähnliches) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzüglich Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja ☐ Nein ☒ Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja ☐ Nein ☐ Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: ☐ Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) ☐ Umschichtungen innerhalb des Dezernates ☐ Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☐ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen I. Soziale Quartiersentwicklung in Karlsruhe Im Jahr 2017 hat das Sozialministerium Baden-Württemberg mit dem Ideenwettbewerb „Quartier 2020 – Gemeinsam. Gestalten.“ Impulse zur Etablierung von partizipativen und auf Teilhabe ausgerichteten Quartiersentwicklungsprozessen in kommunaler Steuerung gesetzt. Ziel war es, das Recht auf Teilhabe und alters- und generationengerechte Quartiere zu unterstützen. Das Pilotprojekt Mehrgenerationenquartier Mühlburg wurde im Rahmen des Ideenwettbewerbs gefördert. Auf Grundlage dieses Pilotprojekts hat die Stadtverwaltung gemeinsam mit Zivilgesellschaft und sozialen Trägern und Institutionen das Konzept der Sozialen Quartierentwicklung erarbeitet, das der Gemeinderat im Jahr 2020 beschlossen hat. Dieses hat zum Ziel Strukturen der Vernetzung und Kooperation zu schaffen beziehungsweise Zielsetzungen und Aufgaben einer sozialen Quartiersentwicklung konzeptionell zu verankern. Ein wichtiger Baustein dieses Konzepts ist die hauptamtliche und von Trägern der Wohlfahrtspflege getragene Quartiersarbeit (Quartiersmanagement/Quartiersprojekte). In Karlsruhe gibt es seit vielen Jahren in verschiedenen Stadtteilen Quartiersarbeit von unterschiedlichen Trägern. Die bisher umgesetzten Maßnahmen in den verschiedenen Stadtteilen zur Beteiligung und Aktivierung der Bewohnerinnen und Bewohner sind innovativ und erfolgreich und berücksichtigen ungleiche Teilhabechancen, Armutslagen und vielfältige Bedarfe. Diese Quartiersarbeit wurde zunächst durch Fördermittel des Deutsche Hilfswerks ermöglicht. Aktuell arbeitet die Verwaltung an der Förderrichtlinie Quartiersarbeit, um die Verstetigung dieser zeitlich begrenzten Projekte zu gewährleiten. Die Auswahl von Stadtteilen, in denen Quartiersarbeit von Trägern der freien Wohlfahrtspflege städtisch gefördert werden kann, soll indikatorenbasiert erfolgen. Mit Hilfe statistischer Indikatoren werden die Bedarfe vulnerabler Bevölkerungsgruppen an Teilhabe und Unterstützung identifiziert. Dies ermöglicht bei begrenzten Ressourcen eine Priorisierung der Stadtteile mit geförderter Quartiersarbeit. Die weiteren Fördermöglichkeiten der Sozialen Quartiersentwicklung sollen sich ergänzen, um die vielfältigen sozialen Aktivitäten zu stärken. Die Stadt unterstützt das haupt- und ehrenamtliche Engagement in allen Stadtteilen durch ▪ die Förderung von Stadtteilhäusern, ▪ die finanzielle Förderung von Trägern und ehrenamtlichen Initiativen der Altenhilfe und ▪ durch Vernetzung, Beratung und Unterstützung in allen Stadtteilen und stadtteilübergreifend. Die Weiterentwicklung der Sozialen Quartiersentwicklung wird am 12. Juli im Sozialausschuss vorberaten und danach im Gemeinderat zur Abstimmung gebracht II. Projekt Nachbarschaftslotsen Auch das Projekt Nachbarschaftslotsen gibt es in mehreren Stadtteilen. In Daxlanden und Grünwinkel sind die Lotsen bei der Caritas Karlsruhe angesiedelt und in der Oststadt, Durlach-Aue und Wettersbach beim Diakonischen Werk Karlsruhe. Die finanzielle Förderung für alle Lotsen-Projekte durch die Gertrud-Maria-Doll-Stiftung läuft Ende 2023 aus. Aktuell werden unterschiedliche Weiterentwicklungsmöglichkeiten und Anpassungen des Projekts durch die Träger eruiert sowie finanzielle Förderwege mit einem reduzierten Betrag von der Stadt Karlsruhe ausgelotet. – 3 – III. Zu den einzelnen Fragen des Antrags a. Welche Zielgruppen sollen erreicht werden? Quartier: Senior*innen, Familien, Kinder und Jugendliche und Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund Nachbarschaftslotsen: Senior*innen und Nachbar*innen ab 16 Jahren als Ehrenamtliche b. Welche Hürden bestehen, um einsame Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen zu erreichen? In Durlach Aue fehlen im Besonderen Orte der Begegnung: Geschäfte und Cafés. Um bereits zurückgezogen lebende Menschen zu erreichen, ist die einzige Möglichkeit häufig der öffentliche Raum. Auch das Fehlen von Parkbänken auf Grünflächen, auf denen Senior*innen sich ausruhen können, und das Fehlen zugehender Angebote zählen als Hürden. Weiterhin fehlen niederschwellige Angebote, die kostenlos sind und Teilhabe ermöglichen, ohne dass sie verpflichtend sind oder Anforderungen an die Teilnehmenden stellen. Besonders herausfordernd ist es, zurückgezogene Senior*innen oder Menschen, für die unsere Sprache noch eine Hürde darstellt, über bestehende Angebote und Aktionen zu informieren. (Print- und Online-Medien) Trotz vieler Hürden haben die Angebote einige Zugangswege gefunden: Das Quartiersprojekt konnte in Kooperation mit dem KiFaz Durlach-Aue (Kinder- und Familienzentrum) und dem Kinderbüro Karlsruhe einen wöchentlichen Nachbarschaftstreff starten, der nun für die Zielgruppen Familien und Menschen mit Flucht- und Migrationshintergrund ein gut besuchtes und wachsendes Begegnungsangebot darstellt. Mit der Aktionswoche “Älter werden in Durlach-Aue" konnten die Nachbarschaftslotsen und das Quartiersmanagement bereits mehrmals gemeinsam mit Akteur*innen vor Ort ein buntes Informations- und Begegnungsprogramm auf die Beine stellen. c. Auf welchen bestehenden Strukturen in Aue konnte aufgebaut werden? Das Quartiersmanagement kooperiert mit den bestehenden Strukturen der Gemeinden bzw. Gruppen wie Seniorenkreis, Frauenkreis, etc. und Einrichtungen wie Kindertagesstätten. Eine Vernetzung findet auch mit der ARGE Durlach und ARGE Aue sowie mit der Bürgergemeinschaft Durlach und Aue statt. Auch die Nachbarschaftslotsen sind in Kontakt mit Netzwerkpartner*innen und Angeboten für Senior*innen vor Ort (Frauenkreise, Seniorenkreise, dem Seniorenclub Durlach, Café Grüne Aue u.vm.) sowie mit Institutionen wie dem Stadtamt Durlach, dem Seniorenbüro und dem Pflegestützpunkt. d. Was sind die mittel- und langfristigen Ziele? Mittelfristigen Ziele des Quartiersmanagements sind: - Schaffen von Begegnungsorten - Aufbau des generationsübergreifenden Kontakts / Miteinanders und Sozialkompetenzen – 4 – - Stärken von Vernetzung und Familien–Sozialraum-Begegnungen - Fördern der Teilhabe am sozialen Leben (besonders bei Familien mit mangelhaften Sprachkenntnissen und Alleinerziehenden) - Motivation zum ehrenamtlichen Engagement Langfristige Ziele des Quartiersmanagements: - Aufbau der Ortsidentität / eines Wir-Gefühls - Vertrauensaufbau des Quartiersmanagements als Anlaufstelle für alle Themen - Nachhaltigkeit: Nachbarschaftsnetzwerk - Aufbau der Organisation von nachbarschaftlichem Miteinander, Initiativen Mittelfristige und Langfristige Ziele der Nachbarschaftslotsen: - Niederschwelliger Zugang zu Informationen - Erleichterter Zugang zu Angeboten - Schaffung von sinnvoller Freizeitaktivität (Für Lots*innen) - Bestärken von selbstständiger Lebensführung - Schaffung eines breiten Felds an Ehrenamtseinsatzes (Verschiedene Möglichkeiten und Umfang von Begleitungen, je nach Bedarf, sowohl für Seite der Senior*innen als auch der Lots*innen) - Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und des nachbarschaftlichen Hilfenetzwerks - Ermöglichung und Rückgewinnung von Teilhabe am gesellschaftlichen Leben - Sicherstellung einer hohen Lebensqualität im eigenen Zuhause - Sicherstellung wohnortnaher Beratung - Ausbau eines funktionierenden (professionellen) Hilfenetzwerks durch Kooperationen - Entstehung vertrauensvoller Kontakte (im Sozialraum) e. Mit welchen Stellenanteilen sind die Mitarbeiterinnen beschäftigt? Zu Beginn waren die Stellen in Aue befristet gefördert – inwieweit sind sie inzwischen langfristig gesichert? Das Quartiersprojekt wurde im ersten Projektjahr (09/2019 – 09/2020) mit einer 50%-Stelle über die Deutsche Fernsehlotterie gefördert. In den Förderjahren zwei und drei (10/2020 – 09/2022) wurde ein 75%-Deputat von der Deutschen Fernsehlotterie gefördert. Seit 10/2022 wurde aufgrund des zeitweisen Förderstopps der Deutschen Fernsehlotterie in Baden- Württemberg eine 50%-Stelle von Seiten des Diakonischen Werks Karlsruhe eigenfinanziert, um das Quartiersmanagement weiter zu erhalten. Ein weiterer Förderantrag wird aktuell bei der Deutschen Fernsehlotterie für ein 75%-Deputat für weitere zwei Jahre (ab 2024) gestellt. Sollte der Förderantrag nicht bewilligt werden, so wird auf die Förderung der Stadt Karlsruhe im Rahmen des Sozialen Quartiersentwicklungskonzepts für den Doppelhaushalt 2024/2025 gehofft. Hier bedarf es noch des Zuspruchs des Sozialausschusses, so dass der Gemeinderat bewilligen kann. Die Nachbarschaftslotsen Durlach-Aue werden seit 01/2020 bis 12/2023 durch die GDMS – die Gertrud-Maria-Doll-Stiftung – gefördert. Das Deputat beträgt 30% für diesen Stadtteil.Die Förderung durch die GDMS galt bisher ebenfalls für die Nachbarschaftslotsen in der Oststadt und Wettersbach (Grünwettersbach, Hohenwettersbach und Palmbach) mit einem Stellenanteil von je 30%. Das Gesamtdeputat wurde seit Anfang des Jahres ausgeweitet auf den gesamten Karlsruher Osten (östlich von Rüppurr, Weiherfeld- Dammerstock, Südstadt, Innenstadt-Ost und Waldstadt). Zukünftig ist ein Finanzierungsmix aus verschiedenen Förderungen und Finanzierungen angedacht. Dies befindet sich gerade in der Prüfung und Vorbereitung. – 5 – f. Sind andere Quartiere in Durlach im Blick, um die Quartiersarbeit weiter auszubauen? Das Quartiersprojekt plant eine Quartiersgrenzen-Erweiterung in die Richtung Nord-Osten: dadurch erweitert sich das Quartiersprojekt um die südliche Durlacher Altstadt und das ehemalige Pfaff- Areal im Westen. Dies ist allerdings nur möglich, wenn die erneute Förderung durch die Deutsche Fernsehlotterie stattfindet und sich das Deputat dadurch erneut auf 75% erhöht. Ein größeres Gebiet von mehr als 25.000 Einwohner*innen wird außerdem von Seiten der Deutschen Fernsehlotterie als nicht mehr “bespielbar” gesehen.
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Extrahierter Text
Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier B ́90/DIE-GRÜNEN-OR-Fraktion eingegangen am: 19.04.2023 Vorlage Nr.: 2023/0462 Verantwortlich: Dez. 1 Dienststelle: StaDu Bericht zum Quartiersmanagement und dem Projekt Nachbarschaftslotsen in Durlach-Aue Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Durlach 13.09.2023 5 x „Quartiere gemeinsam gestalten“ gilt als eines der wichtigen Projekte der Landesregierung. Dabei geht um das Recht auf gesellschaftliche Teilhabe und um eine alters- und generationengerechte Quartiersentwicklung. Wie kann Gemeinschaft auch jenseits von familiären Strukturen gestaltet werden? Seit ein paar Jahren gibt es in Aue ein Quartiersmanagement sowie das Projekt der Nachbarschaftslotsen mit dem Diakonischen Werk als Träger. Wir halten diesen Ansatz für zukunftsweisend und stellen von daher folgenden Antrag: Bericht zum Quartiersmanagement und zu den Nachbarschaftslotsen in Aue durch die Mitarbeiterinnen des Diakonischen Werkes Dabei bitten wir u. a. folgende Fragen zu beantworten: Welche Zielgruppen sollen erreicht werden? Welche Hürden bestehen, um einsame Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen zu erreichen? Auf welchen bestehenden Strukturen in Aue konnte aufgebaut werden? Was sind die mittel- und langfristigen Ziele? Mit welchen Stellenanteilen sind die Mitarbeiterinnen beschäftigt? Zu Beginn waren die Stellen in Aue befristet gefördert – inwieweit sind sie inzwischen langfristig gesichert? Sind andere Quartiere in Durlach im Blick, um die Quartiersarbeit weiter auszubauen? unterzeichnet von: Ulrich Wagner und die Fraktion B90/Die Grünen im OR Durlach