Städtische Investitionen gegen Fachkräftemangel:
| Vorlage: | 2023/0324 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 23.03.2023 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Sozial- und Jugendbehörde |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier SPD-Gemeinderatsfraktion Eingang: 23.02.2023 Vorlage Nr.: 2023/0324 Städtische Investitionen gegen Fachkräftemangel: Evaluation der Einrichtung von PiA-Plätzen Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 25.04.2023 21 X Jugendhilfeausschuss 18.10.2023 x 1. Die Stadtverwaltung evaluiert, wie nachhaltig sich die städtischen Investitionen in die praxisintegrierte Erzieher*innen-Ausbildung erweisen. Dazu stellt sie dar, wie viele der Auszubildenden im Anschluss im Stadtgebiet als Erzieher*innen arbeiten. 2. Es wird aufgezeigt, wie sich die PiA-Förderung im Vergleich zu anderen Städten verhält und ob bereits ähnliche Evaluationen durchgeführt wurden sowie deren Ergebnisse mit den hiesigen in Bezug gesetzt. 3. Zudem wird der jeweilige Besetzungsgrad der zur Verfügung stehenden PiA-Plätze in den einzelnen Förderjahren dargestellt. Begründung/Einordnung: Der Fachkräftemangel ist in Karlsruhe, aber auch bundesweit unter anderem im Bereich der Kinderbetreuung zu spüren. Einige Kindertagesstätten haben ihre Öffnungszeiten dauerhaft verkürzt, zahlreiche tageweise. Die Gründe hierfür sind vor allem ein Mangel an Fachkräften, aber auch Krankheitsquoten. Um der Herausforderung fehlender Fachkräfte im Bereich der frühkindlichen Bildung zu begegnen, hat der Karlsruher Gemeinderat im Jahr 2012 die PiA-Förderung bewilligt. Die praxisintegrierte Erzieher*innen Ausbildung soll die Ausbildungszeit attraktiver gestalten. Durch das duale System, also Schul- und Praxisphasen, erhalten auszubildende Erzieher*innen während der Ausbildung Gehalt. Seit dem Jahr 2012 haben über 1000 Erzieher*innen eine Ausbildung begonnen. Ein Teil der Auszubildenden schloss die Ausbildung nicht ab. Zwischen 2012 und 2020 blieben 65% der Auszubildenden in ihrem Lehrbetrieb. Wie viele nach erfolgreicher Ausbildung in diesem Beruf arbeiten, ist bislang nicht bekannt. Daher soll nun weiter eruiert werden, welche längerfristigen Auswirkungen die hohen Investitionen in Bezug auf den akuten Fachkräftemangel in Karlsruhe haben und inwieweit sich die PiA-Stellen als ein wirksames und nachhaltiges Instrument gegen den Mangel an Erzieher*innen erweist. Unterzeichnet von: Yvette Melchien Irene Moser
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Niederschrift 49. Plenarsitzung des Gemeinderates 25. April 2023, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 23. Punkt 21 der Tagesordnung: Städtische Investitionen gegen Fachkräftemangel: Evaluation der Einrichtung von PiA-Plätzen Antrag: SPD Vorlage: 2023/0324 Beschluss: Beratung im Jugendhilfeausschuss am 18. Oktober 2023, öffentlich Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 21 auf und teilt mit, der Antrag werde ohne Aussprache in den Jugendhilfeausschuss verwiesen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 27. April 2023
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Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier SPD-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2023/0324 Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: SJB Städtische Investitionen gegen Fachkräftemangel: Evaluation der Einrichtung von PiA-Plätzen Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 25.04.2023 21 X Jugendhilfeausschuss 18.10.2023 7 X Kurzfassung Mit Blick auf die Erfüllung der kommunalen Pflichtaufgabe Rechtsanspruch auf Kindertagesbetreuung nach SGB VIII sind die Investitionen in Ausbildungsbemühungen für angehende Erzieher*innen aus Sicht der Stadtverwaltung unausweichlich und zur Sicherstellung des Fachkräftebedarfes unabdingbar. Eine quantitative Evaluation ist mit angemessenem Aufwand in Kürze nicht zu erstellen und aus Sicht der Stadtverwaltung entbehrlich. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – 1. Die Stadtverwaltung evaluiert, wie nachhaltig sich die städtischen Investitionen in die praxisintegrierte Erzieher*innen‐Ausbildung erweisen. Dazu stellt sie dar, wie viele der Auszubildenden im Anschluss im Stadtgebiet als Erzieher*innen arbeiten. Die Aufgabe stellt die Stadtverwaltung vor zwei entscheidende Herausforderungen: Nachverfolgbarkeit von Beschäftigungsverhältnissen und Binnendifferenzierung im Berufsbild Erzieher*in. Personenbezogene Daten sind nicht ohne Weiteres nachverfolgbar und werden nicht über die Stadtgrenze hinaus weiter gereicht. Der Datenschutz muss grundsätzlich beachtet werden. Erfasst werden können maximal PiA-Auszubildende, die mit städtischen Mitteln gefördert werden. Den Trägern ist es unbenommen, PiA-Auszubildende mit Landesförder- oder Eigenmitteln zu refinanzieren. Es gibt verschiedene Datengrundlagen, welche die Anzahl der Absolventinnen und der Absolventen der Ausbildungsformen Erzieher*in abbilden. Der Abschluss staatlich anerkannte*r Erzieher*in kann auf verschiedene Weisen erworben werden. Eine quantitative Evaluation ist mit angemessenem Aufwand in Kürze nicht zu erstellen und aus Sicht der Stadtverwaltung entbehrlich. Im Jahr 2020 fand hierzu eine trägerübergreifende Umfrage statt und die daraus gewonnenen Erkenntnisse können als weiterhin relevant angesehen werden. Die Ergebnisse sind in die Beschlussvorlage beziehungsweise in die Anlage 1 zur Beschlussvorlage im Jugendhilfeausschuss 2021/0158 (JHA 17.03.2021 und GR 23.03.2021) eingeflossen. Deutlich wurde, dass es durch die praxisintegrierte Ausbildung gelungen ist, das Berufsbild der Erzieherinnen beziehungsweise Erzieher attraktiver zu gestalten und nachhaltig junge Menschen zu gewinnen, um damit dem Fachkräftemangel entgegenwirken zu können. Festzustellen war weiterhin, dass PiAs ihre Ausbildung oft erfolgreich abschließen und Absolventinnen beziehungsweise Absolventen häufig in den Beruf einsteigen. Die Erhebung ergab, dass circa 65 Prozent der Berufseinsteigenden vom Ausbildungsträger übernommen wurden und lediglich rund 19 Prozent ihre Ausbildung nicht beendet haben. Wurden PiA-Absolventen nicht übernommen, lag dies überwiegend in der Entscheidung der Absolventinnen und Absolventen beziehungsweise daran, dass Träger keine freien Stellen zur Verfügung hatten. Ablehnungen durch Träger, die mit der Leistung der Bewerber zusammenhingen, wurden selten genannt. Träger und Kindertageseinrichtungen nannten diverse Gründe, warum sie PiAs ausbilden. Wichtig sind dabei unter anderem die Gewinnung qualifizierter Nachwuchskräfte und die aktive Beteiligung an der Ausbildung. PiAs regen Reflexionsprozesse im Team an, bringen neue Impulse in die Einrichtung, inspirieren die pädagogische Arbeit und werden als Bereicherung für den Arbeitsalltag in Kitas wahrgenommen (auch durch berufliche Vorerfahrungen). Die dreijährige Ausbildung wirkt sich positiv auf die Personalbindung und Identifikation mit der Kindertageseinrichtung aus. Ein guter Ausbildungsbetrieb zu sein, sei wichtig für das Image eines Trägers. 13 von 45 Trägern hatten zurückgemeldet, dass sich die Anzahl der herkömmlichen Berufspraktikanten verringert hat, was aber vor allem auf einen Rückgang von Bewerbungen zurückzuführen sei. 19 Träger haben keine Veränderungen in ihrer Bereitschaft und Möglichkeit, herkömmlich auszubilden, gemeldet. Eine konkurrierende Lage zwischen PiA-Azubis und Berufspraktikanten in der Weise, dass Träger wegen der praxisintegrierter Ausbildungsform weniger herkömmlich ausbilden, ist demnach nicht festzustellen. 2. Es wird aufgezeigt, wie sich die PiA‐Förderung im Vergleich zu anderen Städten verhält und ob bereits ähnliche Evaluationen durchgeführt wurden sowie deren Ergebnisse mit den hiesigen in Bezug gesetzt. – 3 – Das Fachkräftebarometer Frühe Bildung der Weiterbildungsinitiative Frühpädagogische Fachkräfte am Deutschen Jugendinstitut zeigt die Dynamik mit Blick auf das Personal, die Beschäftigungssituation, den Arbeitsmarkt und die Ausbildung in diesem Bereich auf und stellt deutlich heraus, dass die Ausbildung zur/zum Erzieher*in Dreh- und Angelpunkt vielfältiger Reformbemühungen ist, um den gestiegenen und weiter steigenden Fachkräftebedarf decken zu können. Bundesweit schreite der Ausbau von berufsbegleitenden Teilzeit- sowie praxisintegrierten Formaten als Ergänzung zur vollzeitschulischen Erzieher*innenausbildung voran. Der Städtetag Baden-Württemberg bezieht über das Projekt „Kita der Zukunft (KidZ)“ die Stadt Karlsruhe über das landesgeförderte, trägerspezifische innovative Projekt „Vielfalt nutzen und Bildung stärken: Qualität entwickeln durch Vielfalt in Kindertageseinrichtungen in Karlsruhe (ViBi-Q)“ als eine Vorzeigestadt zum Projekt in eine Umfrage für Mitarbeitende in diesem Bereich mit ein. Ziel ist es, ein umfassendes Bild zur derzeitigen Arbeitssituation in Kindertageseinrichtungen zu erlangen. Durchgeführt wurde die Befragung mittlerweile in Stuttgart, Esslingen und anderen Städten. Befragt werden sollen die Mitarbeitenden unter anderem über die Art ihrer Ausbildung (PiA, klassisch, Studium) und ihre Absicht, zukünftig die pädagogische Kita-Landschaft in der Stadt Karlsruhe mitgestalten zu wollen. Die Ergebnisse der Befragung können dann in die Diskussion und den Entwicklungsprozess, sowohl in der Stadt Karlsruhe als auch auf Landesebene, eingebracht werden. 3. Zudem wird der jeweilige Besetzungsgrad der zur Verfügung stehenden PiA‐Plätze in den einzelnen Förderjahren dargestellt. Nachfolgend wird die Anzahl der mit städtischen Mitteln geförderten PiA-Auszubildenden (inklusive der PiA-Auszubildenden der Stadt Karlsruhe) in den Jahren 2017 bis 2022 aufgeführt. Jahr Maximale Anzahl der förderfähigen PiA- Ausbildungsverhältnisse Anzahl an PiA- Ausbildungsverhältnissen im Stadtgebiet Karlsruhe Besetzungsgrad in Prozent 2017 300 300 100,00 2018 350 337 96,29 2019 400 389 97,25 2020 450 428 95,11 2021 505 455 90,10 2022 560 460 82,14 Auch an dieser Stelle wird zusätzlich auf die Vorlage 2021/0158 (JHA 17.03.2021 und GR 23.03.2021) verwiesen. Die Stadtverwaltung ist mit den Trägern der Karlsruher Kindertagesstätten in einen gesamtstädtischen, trägerübergreifenden Prozess eingetreten, um gemeinschaftlich und trägerübergreifend Ansätze zu erarbeiten, um die Verlässlichkeit der frühkindlichen Betreuung zu erhöhen und die Attraktivität der in der Fachkräfteverordnung aufgeführten Berufsbilder zu steigern.