Regionsumfrage 2022

Vorlage: 2023/0188
Art: Informationsvorlage
Datum: 15.02.2023
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Amt für Stadtentwicklung
Erwähnte Stadtteile: Durlach, Neureut

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 28.03.2023

    TOP: 5

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Informationsvorlage
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2023/0188 Verantwortlich: Dez. 2 Dienststelle: AfSta Regionsumfrage 2022 Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 14.03.2023 6 X vorberaten Gemeinderat 28.03.2023 5 X Information (Kurzfassung) Der Gemeinderat nimmt die Ergebnisse der Regionsumfrage 2022 zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Seit 1997 führt das Amt für Stadtentwicklung in dreijährigen Abständen repräsentative Befragungen unter den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadtregion durch. Von rund 1.200 Telefoninterviews wurden 61 in französischer Sprache im grenznahen Elsass durchgeführt. Seit den ersten Regionsumfragen wird ein identischer Fragenkanon zu Besuchshäufigkeit, Besuchsanlässen, Image und dem Besuchsverhalten in Bezug auf andere Städte erhoben. So liefern die Umfragen ein langjähriges Profil des Images und der Attraktivität der Stadt Karlsruhe bei der Regionsbevölkerung. Sie zeigen inwieweit insbesondere der Strukturwandel im Einzelhandel, aber auch das Baugeschehen im Rahmen der Kombilösung sowie die Entwicklungen der regionalen Mittelzentren Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Fächerstadt in der Region und das Besuchsverhalten der Regionsbevölkerung haben. Die Hälfte der Regionsbevölkerung (50,1 %) fährt mindestens einmal im Monat in das Oberzentrum Karlsruhe. Überdurchschnittlich häufig besuchen die 18- bis unter 30-Jährigen (63,5 % mindestens einmal im Monat) sowie die Bewohnerinnen und Bewohner des Nachbarschaftsverbands (75,5 %) die Fächerstadt. Hochrechnungen zeigen, dass Karlsruhe von rund 525.000 erwachsenen Regionsbewohnerinnen und -bewohnern monatlich oder häufiger besucht wird. Seit der Eröffnung des Stadtbahntunnels im Dezember 2021 haben binnen eines halben Jahres gut drei Viertel (75,7 %) der Regionsbevölkerung die Fächerstadt besucht. Beim Besuch Karlsruhes nutzen etwa 60 Prozent der erwachsenen Regionsbevölkerung das Auto. Rund ein Drittel (34,4 %) besucht Karlsruhe mit öffentlichen Verkehrsmitteln. Einkaufen ist nach wie vor Hauptanlass für den Besuch des Oberzentrums. Hauptanlässe für den Besuch der Fächerstadt sind für die Regionsbevölkerung das Einkaufen in der Fußgängerzone (88,0 %) sowie im ECE-Center (84,4 %). An dritter Stelle folgt der Besuch von Schloss und Schlossgarten (75,3 %). Damit liegen die Hauptattraktoren für den Besuch Karlsruhes unverändert in der Innenstadt. Im Zeitvergleich lässt sich jedoch feststellen, dass andere Besuchsanlässe – beispielsweise Essen gehen oder Kneipenbesuch (71,6 %; 2019: 64,0 %) – an Relevanz gewonnen haben. Auch räumliche Besonderheiten sind festzustellen: So übt die Karlsruher Bäderlandschaft eine besondere Anziehungskraft auf die in Frankreich wohnende Regionsbevölkerung aus. Die COVID-19-Pandemie hat zu Veränderungen im Besuchs- und Einkaufsverhalten geführt. Nahezu zwei Drittel der Regionsbevölkerung (66,3 %) geben an, dass sie insbesondere die Karlsruher Innenstadt aufgrund der COVID-19-Pandemie seltener besucht haben. Rund die Hälfte (51,5 %) hat aufgrund der Corona-Pandemie vermehrt online eingekauft. Zu Auswirkungen der aktuellen Preissteigerungen als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine können aufgrund des Umfragezeitraums keine Angaben gemacht werden. Das Baugeschehen in Karlsruhe prägt nach wie vor das Image der Fächerstadt in der Region, insbesondere Zoo/Stadtgarten rücken jedoch vermehrt in den Fokus. Mehr als 40 Prozent (43,5 %) der Regionsbevölkerung denken an Baustellen, Verkehrsprobleme etc., wenn sie nach spontanen Assoziationen zu Karlsruhe gefragt werden. An zweiter Stelle folgt als identitätsstiftendes Merkmal das Karlsruher Schloss und dessen Umgebung (34,7 %). Im Vergleich zur Regionsumfrage des Jahres 2019 werden vermehrt der Zoo/Stadtgarten, die Attraktivität Karlsruhes als Stadt insgesamt sowie das Stadtgrün als Assoziationen genannt. Wesentlich häufiger werden auch der Bundesgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht spontan genannt. Schloss, Innenstadt und Zoo/Stadtgarten sind die Besonderheiten Karlsruhes. Auswärtigen würde die Regionsbevölkerung insbesondere das Schloss mit Schlossgarten (70,6 %), die Innenstadt mit ihren Einkaufsorten (37,4 %) und den Zoo/Stadtgarten (27,8 %) zeigen. Diese drei Aspekte zählen auch zu den an den häufigsten genannten Vorzügen der Fächerstadt, wogegen der Hauptnachteil Karlsruhes aus Sicht der Regionsbevölkerung die Bautätigkeiten sind. – 3 – Drei Viertel der Regionsbevölkerung besucht regelmäßig auch andere Städte. Insbesondere die Mittelzentren Baden-Baden, Bruchsal, Landau und Ettlingen haben in den letzten zehn Jahren an Bedeutung gewonnen. Hauptbesuchsgrund dieser Städte ist die jeweilige geringe Entfernung und gute Erreichbarkeit aus Sicht der sie besuchenden Regionsbevölkerung. Bei regelmäßigen Besucherinnen und Besuchern der Oberzentren Stuttgart und Mannheim ist der Hauptbesuchsgrund die dortigen Einkaufsmöglichkeiten. Beschluss: Der Gemeinderat nimmt die Ergebnisse der Regionsumfrage 2022 zur Kenntnis.

  • Regionsumfrage-2022-Anlage
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Regionsumfrage 2022 Karlsruhe aus Sicht der Region Beiträge zur Stadtentwicklung Nr. 61 2 | Regionsumfrage 2022 Impressum Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe Leiter: Christoph Riedel Bereich: Stadt- und Regionalentwicklung Dr. Andrea Hammer Bearbeitung: Benedikt Dierßen Dr. Andrea Hammer Kai Rohweder Titelfoto: Benedikt Dierßen Auskunftsdienst und Bestellung: Telefon: 0721 133-1220 Fax: 0721 133-1209 E-Mail: stadtentwicklung@afsta.karlsruhe.de Internet: www.karlsruhe.de/stadtentwicklung Stand: Februar 2023 Gedruckt in der Rathausdruckerei auf 100 Prozent Recyclingpapier. © Stadt Karlsruhe Alle Rechte vorbehalten. Ohne ausdrückliche Genehmigung des Herausgebers ist es nicht gestattet, diese Veröffentlichung oder Teile daraus zu vervielfältigen oder in elektronischen Systemen anzubieten. Amt für Stadtentwicklung | 3 Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung, Zusammenfassung und Methodik 2. Besuchsverhalten der Regionsbevölkerung 2.1 Besuchshäufigkeit 2.2 Genutzte Verkehrsmittel 2.3 Besuchsanlässe 2.4 Auswirkungen der COVID-19-Pandemie 3. Image von Karlsruhe in der Region 3.1 Spontane Assoziationen zu Karlsruhe 3.2 Besonderheiten von Karlsruhe 3.3 Karlsruhes Vor- und Nachteile 4. Besuch anderer Mittel- und Oberzentren Anhang: Fragebogen 4 8 8 13 16 20 21 21 25 28 34 42 Neben verlässlichen Einschätzungen und Meinungen der Bürger*innen über ihre Stadt, benötigen die Entscheidungsträger*innen der Stadt Karlsruhe regelmäßig Einschätzungen der Bevölkerung in der Region Karlsruhe, für die Karlsruhe als Oberzentrum der Bezugspunkt ist. Seit 1997 führt das Amt für Stadtentwicklung in dreijährigen Abständen repräsentative Befragungen unter den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadtregion durch. Seit den ersten Regionsumfragen wird ein identischer Fragenkanon zu Besuchshäufigkeit, Besuchsanlässen, Image und dem Besuchsverhalten in Bezug auf andere Städte erhoben. So liefern die Umfragen ein langjähriges Profil des Images und der Attraktivität der Stadt Karlsruhe bei der Regionsbevölkerung. Sie zeigen, inwieweit insbesondere der Strukturwandel im Einzelhandel, aber auch das Baugeschehen im Rahmen der Kombilösung sowie die Entwicklungen der regionalen Mittelzentren, Auswirkungen auf die Wahrnehmung der Fächerstadt in der Region und das Besuchsverhalten der Regionsbevölkerung haben. Anders als in vorangegangenen Regionsumfragen sind Fragen, die einen innenstadtspezifischen Inhalt haben, nicht in die vorliegende Broschüre eingeflossen. Diese City-bezogenen Fragen wurden gemeinsam mit entsprechenden Fragen aus der Bürgerumfrage 2022 zum Thema Einkaufen und Nahversorgung sowie der Passantenumfrage 2022 (IFH-Studie Vitale Innenstädte) ausgewertet und erscheinen gebündelt in der Reihe „Stadtentwicklung aktuell“. 1 1. Einleitung, Zusammenfassung und Methodik Stadt Karlsruhe, Amt für Stadtentwicklung (2023): „Stadtentwicklung aktuell: Umfragen zur Karlsruher City 2022“.1 Einleitung 4 | Regionsumfrage 2022 Zusammenfassung © Kai Rohweder Die Hälfte der Regionsbevölkerung (50,1 %) fährt mindestens einmal im Monat in das Oberzentrum Karlsruhe. Überdurchschnittlich häufig besuchen die 18- bis unter 30-Jährigen (63,5 % mindestens einmal im Monat) sowie die Bewohner*innen des Nachbarschaftsverbands (75,5 %) die Fächerstadt. Hochrechnungen zeigen, dass Karlsruhe von rund 525.000 erwachsenen Regionsbewohnerinnen und -bewohnern monatlich oder häufiger besucht wird. Seit der Eröffnung des Stadtbahntunnels im Dezember 2021 haben binnen eines halben Jahres gut drei Viertel (75,7 %) der Regionsbevölkerung die Fächerstadt besucht. Beim Besuch Karlsruhes nutzen etwa 60 Prozent der erwachsenen Regionsbevölkerung das Auto als Selbst- oder Mitfahrer*in. Hierbei hat insbesondere der Anteil der Selbstfahrer*innen abgenommen (2022: 50,4 %; 2019: 59,4 %), während der Anteil der Mitfahrenden leicht gestiegen ist (2022: 10,2 %; 2019: 8,8 %). Rund ein Drittel (34,4 %) besuchen Karlsruhe mit öffentlichen Verkehrsmitteln (2019: 29,4 %). Einkaufen ist nach wie vor Hauptanlass für den Besuch des Oberzentrums. Hauptanlässe für den Besuch der Fächerstadt sind für die Regionsbevölkerung das Einkaufen in der Fußgängerzone (88,0 %) sowie im ECE-Center (84,4 %). An dritter Stelle folgt der Besuch von Schloss und Schlossgarten (75,3 %). Damit liegen die Hauptattraktoren für den Besuch Karlsruhes unverändert in der Innenstadt. Im Zeitvergleich lässt sich jedoch feststellen, dass andere Besuchsanlässe – beispielsweise Essen gehen oder Kneipenbesuch (71,6 %; 2019: 64,0 %) – an Relevanz gewonnen haben. Auch räumliche Besonderheiten sind festzustellen: So übt die Karlsruher Bäderlandschaft eine besondere Anziehungskraft auf die in Frankreich wohnende Regionsbevölkerung aus. Die COVID-19-Pandemie hat zu Veränderungen im Besuchs- und Einkaufsverhalten geführt. Nahezu zwei Drittel der Regionsbevölkerung (66,3 %) geben an, dass Sie insbesondere die Karlsruher Innenstadt aufgrund der COVID-19-Pandemie seltener besucht haben. Rund die Hälfte (51,5 %) hat aufgrund der Corona-Pandemie vermehrt online eingekauft. Zu Auswirkungen der aktuellen Preissteigerungen als Folge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, können aufgrund des Umfragezeitraums keine Angaben gemacht werden. Das Baugeschehen in Karlsruhe prägt nach wie vor das Image der Fächerstadt in der Region, insbesondere Zoo/ Stadtgarten rücken jedoch vermehrt in den Fokus. Mehr als 40 Prozent (43,5 %) der Regionsbevölkerung denken an Baustellen, Verkehrsprobleme etc., wenn sie nach spontanen Assoziationen zu Karlsruhe gefragt werden. An zweiter Stelle folgt als identitätsstiftendes Merkmal das Karlsruher Schloss und dessen Umgebung (34,7 %). Im Vergleich zur Regionsumfrage des Jahres 2019 werden vermehrt der Zoo/ Stadtgarten, die Attraktivität Karlsruhes als Stadt insgesamt sowie das Stadtgrün als Assoziationen genannt. Wesentlich häufiger werden auch der Bundesgerichtshof und das Bundesverfassungsgericht spontan genannt. Schloss, Innenstadt und Zoo/Stadtgarten sind die Besonderheiten Karlsruhes. Auswärtigen würde die Regionsbevölkerung insbesondere das Schloss mit Schlossgarten (70,6 %), die Innenstadt mit ihren Einkaufsorten (37,4 %) und den Zoo/Stadtgarten (27,8 %) zeigen. Diese drei Aspekte zählen auch zu den am häufigsten genannten Vorzügen der Fächerstadt, wogegen der Hauptnachteil Karlsruhes aus Sicht der Regionsbevölkerung die Bautätigkeiten sind. Drei Viertel der Regionsbevölkerung besuchen regelmäßig auch andere Städte. Insbesondere die Mittelzentren Baden- Baden, Bruchsal, Landau und Ettlingen haben in den letzten zehn Jahren an Bedeutung gewonnen. Hauptbesuchsgrund dieser Städte ist die jeweilige geringe Entfernung und gute Erreichbarkeit aus Sicht der sie besuchenden Regionsbevölkerung. Bei regelmäßigen Besucherinnen und Besuchern der Oberzentren Stuttgart und Mannheim sind die dortigen Einkaufsmöglichkeiten der Hauptbesuchsgrund. Amt für Stadtentwicklung | 5 Methodik Für die Regionsumfrage 2022 wurden im Zeitraum von 20. Juni 2022 bis 29. Juli 2022 insgesamt 1.205 repräsentativ ausgewählte Bürger*innen ab 18 Jahren in der Region telefonisch befragt. Die Verteilung der Interviews erfolgte quotiert, entsprechend der Verteilung der Wohnbevölkerung in den Gemeinden der Region, sowie unter Beachtung der Alters- und Geschlechtsverteilung. Gleichzeitig wurden Quoten bezüglich der Haushaltsgröße berücksichtigt. Befragt wurden Personen im Landkreis Karlsruhe plus Bad Herrenalb, im nördlichen Enzkreis, in der Südpfalz (Teile der Landkreise Germersheim und Südliche Weinstraße sowie Stadt Landau plus Verbandsgemeinde Landau-Land), im Landkreis Rastatt, in Baden-Baden sowie im gesamten Canton Wissembourg (Abbildung 1.1). Im elsässischen Grenzgebiet wurden insgesamt 61 telefonische Umfragen in französischer Sprache durchgeführt. © Monika Müller-Gmelin 6 | Regionsumfrage 2022 Karlsruhe Rheinstetten Ettlingen Waldbronn Karlsbad Marxzell Pfinztal Weingarten (Baden) Stutensee Eggenstein- Leopolds- hafen Linkenheim- Hochstetten Canton Wissembourg Wissembourg Landau in der Pfalz VG Landau- Land VG Bad Bergzabern VG HerxheimVG Rülzheim VG Jockgrim VG Kandel Wörth am Rhein VG Hagenbach Keltern Remchingen Kämpfel- bach Ispringen Eisingen Königsbach- Stein Neulingen Ölbronn-Dürrn Maulbronn Knittlingen Sternenfels Walzbachtal Bretten Gondelsheim Bruchsal Oberderdingen Sulzfeld Zaisen- hausen Kürnbach Kraichtal Östringen Ubstadt-Weiher Waghäusel Philippsburg Dettenheim Graben- Neudorf Bad Schönborn Kronau Hambrücken Forst Karlsdorf- Neuthard Durmersheim Au am Rhein Elchesheim- Illingen Bietigheim Malsch Rastatt Steinmauern Ötigheim Gaggenau Muggensturm Kuppenheim Bischweier Bad Herrenalb Loffenau Gernsbach Weisenbach Forbach Baden-Baden Iffezheim Hügelsheim Rheinmünster Lichtenau Ottersweier Bühl Bühlertal Ottersweier Sinzheim Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. Staats- beziehungsweise Landesgrenze Grenze der (Verbands-) Gemeinden beziehungsweise Cantons Zeichenerklärung Gemeinden des Nachbarschaftsverbands übriger Landkreis Karlsruhe, Bad Herrenalb nördlicher Enzkreis nördlicher Landkreis Rastatt Baden-Baden, südlicher Landkreis Rastatt Stadt Landau und Verbandsgemeinde Landau-Land übrige Südpfalz Wissembourg und übriger Canton Wissembourg Teilräume der Region Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. Staats- beziehungsweise Landesgrenze Grenze der (Verbands-) Gemeinden beziehungsweise Cantons Zeichenerklärung Gemeinden des Nachbarschaftsverbands übriger Landkreis Karlsruhe, Bad Herrenalb nördlicher Enzkreis nördlicher Landkreis Rastatt Baden-Baden, südlicher Landkreis Rastatt Stadt Landau und Verbandsgemeinde Landau-Land übrige Südpfalz Wissembourg und übriger Canton Wissembourg Teilräume der Region Abbildung 1.1 Untersuchungsgebiet der Regionsumfrage 2022 mit Abgrenzung der Teilräume Amt für Stadtentwicklung | 7 2. Besuchsverhalten der Regionsbevölkerung 2.1 Besuchshäufigkeit Insgesamt zeigen die in Abbildung 2.1 dargestellten Auswertungen der Besuchshäufigkeit, dass die Hälfte der Regionsbevölkerung (50,1 %) mindestens einmal im Monat in das Oberzentrum Karlsruhe fährt. Etwa jede*r Achte (12,2 %) fährt sogar täglich oder mehrmals pro Woche nach Karlsruhe. Diese Gruppe besteht hauptsächlich aus beruflich einpendelnden Personen. Im Zeitvergleich hat sich die Besuchsfrequenz nach einem Einbruch im Jahr 2016 – in dem der Anteil der mindestens monatlichen Besucherinnen und Besucher bei 44,7 % lag – und einer leichten Erholung im Jahr 2019 (50,4 %) nun auf diesem Niveau stabilisiert, was angesichts der Auswirkungen der COVID-19-Pandemie positiv gewertet werden kann. Das Niveau der Jahre 2006 (60,9 %), 2009 (63,3 %) und 2012 (62,0 %) konnte jedoch nicht wieder erreicht werden. Auffällig ist dabei, dass in den letzten drei Jahren trotz gleichbleibender mindestens monatlicher Besuchender, der Anteil der täglichen oder mehrmals pro Woche Frequentierenden von 20,5 % auf 12,2 % gesunken ist. Diese Entwicklung könnte im Zusammenhang mit der sich ausweitenden Inanspruchnahme von Home-Office-Angeboten in weiten Bereichen des Wirtschaftsraums stehen. Die Anteile der gar nicht in den letzten 12 Monaten oder weniger als einmal im Monat einpendelnden Regionsbevölkerung hat sich in den letzten drei Jahren nur marginal verändert. Basen 2006: 1.146 | 2009: 1.108 | 2012: 1.099 | 2016: 953 | 2019: 1.202 | 2022: 1.205 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. % 3,8 1,4 0,0 26,0 20,3 20,6 35,3 35,4 38,0 29,3 29,3 29,3 17,1 15,6 25,4 13,0 11,8 15,2 16,2 19,2 8,9 12,6 11,9 15,6 8,6 9,5 10,1 6,7 6,2 7,1 19,0 17,6 12,4 20,5 12,2 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 200620092012201620192022 Täglich oder mehrmals pro Woche Einmal pro Woche Zwei- bis dreimal pro Monat Einmal im Monat Weniger als einmal im Monat Bin in den letzten 12 Monaten nicht nach Karlsruhe gefahren „Wie häufig fahrenSie nach Karlsruhe?“ Abbildung 2.1 Besuchshäufigkeitder Regionsbevölkerung 2006 bis 2022 8 | Regionsumfrage 2022 Geschlechterspezifische Unterschiede im Besuchsverhalten sind nur in sehr geringem Ausmaß festzustellen (Tabelle 2.1). Dagegen zeigt sich in Abhängigkeit des Alters der Regionsbevölkerung, dass vor allem Befragte der Altersgruppe 18 bis unter 30 Jahre insgesamt häufiger mehrmals im Monat nach Karlsruhe fahren. Der Anteil der binnen Jahresfrist nicht nach Karlsruhe Fahrenden ist in dieser jüngsten Altersgruppe mit 8,6 % besonders gering und steigt auf 38,8 % unter den Befragten ab 75 Jahren an. MännlichWeiblich 18 bis unter 30 Jahre 30 bis unter 45 Jahre 45 bis unter 60 Jahre 60 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älter Tä glich oder mehrmals pro Woche12,212,412,015,612,217,16,67,5 Einmal pro Woche7,19,05,36,59,28,74,85,0 Zwei- bis dreimal pro Monat15,615,915,326,318,512,312,96,3 Einmal im Monat15,213,916,415,115,912,916,816,3 Weni ger als einmal im Monat29,329,129,428,028,431,429,326,3 Bin in den letzten 12 Monaten nicht nach Karlsruhe gefahren 20,619,621,58,615,917,729,638,8 „Wie häufig fahren Sie nach Karlsruhe?“ davondavon Befragte insgesamt Anteile in Spaltenprozent Tabelle 2.1 Besuchshäufigkeit der Regionsbevölkerung nach Geschlecht und Alter 2022 Basis 1.205 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. © Kai Rohweder Amt für Stadtentwicklung | 9 Karlsruhe Rheinstetten Ettlingen Waldbronn Karlsbad Marxzell Pfinztal Weingarten (Baden) Stutensee Eggenstein- Leopolds- hafen Linkenheim- Hochstetten Canton Wissembourg Wissembourg Landau in der Pfalz VG Landau- Land VG Bad Bergzabern VG HerxheimVG Rülzheim VG Jockgrim VG Kandel Wörth am Rhein VG Hagenbach Keltern Remchingen Kämpfel- bach Ispringen Eisingen Königsbach- Stein Neulingen Ölbronn-Dürrn Maulbronn Knittlingen Sternenfels Walzbachtal Bretten Gondelsheim Bruchsal Oberderdingen Sulzfeld Zaisen- hausen Kürnbach Kraichtal Östringen Ubstadt-Weiher Waghäusel Philippsburg Dettenheim Graben- Neudorf Bad Schönborn Kronau Hambrücken Forst Karlsdorf- Neuthard Durmersheim Au am Rhein Elchesheim- Illingen Bietigheim Malsch Rastatt Steinmauern Ötigheim Gaggenau Muggensturm Kuppenheim Bischweier Bad Herrenalb Loffenau Gernsbach Weisenbach Forbach Baden-Baden Iffezheim Hügelsheim Rheinmünster Lichtenau Ottersweier Bühl Bühlertal Ottersweier Sinzheim Basis 1.203 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. Staats- beziehungsweise Landesgrenze Grenze der (Verbands-) Gemeinden beziehungsweise Cantons Zeichenerklärung 70 % und mehr. 60 % bis unter 70 %. 50 % bis unter 60 %. 40 % bis unter 50 %. 30 % bis unter 40 %. Einmal oder häufiger im Monat nach Karlsruhe fahren ... Abbildung 2.2 Besuchshäufigkeit der Regionsbevölkerung nach Teilräumen 2022 Basis 1.203 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. Staats- beziehungsweise Landesgrenze Grenze der (Verbands-) Gemeinden beziehungsweise Cantons Zeichenerklärung 70 % und mehr. 60 % bis unter 70 %. 50 % bis unter 60 %. 40 % bis unter 50 %. 30 % bis unter 40 %. Einmal oder häufiger im Monat nach Karlsruhe fahren ... Abbildung 2.2 Besuchshäufigkeit der Regionsbevölkerung nach Teilräumen 2022 In Abbildung 2.2 sind die Besuchshäufigkeiten nach Teilräumen dargestellt. Drei von vier Bewohnerinnen und Bewohnern des Nachbarschaftsverbands (75,5 %) fahren mindestens einmal im Monat in die Fächerstadt. Mit einigem Abstand ist der Anteil der mindestens monatlich einfahrenden Regionsbevölkerung aus dem übrigen Landkreis Karlsruhe mit 53,0 %, sowie aus der Südpfalz (ohne Stadt und VG Landau) mit 53,4 % und aus dem nördlichen Teil des Landkreis Rastatt (49,3 %) am nächsthöchsten. Grenzüberschreitend fahren 42,6 % aus Wissembourg und dem übrigen Canton Wissembourg mindestens monatlich in die Fächerstadt. Schließlich liegt der monatliche Besuchsanteil aus den restlichen Umlandregionen bei etwa einem Drittel der Bevölkerung: Stadt Landau und Verbandsgemeinde Landau- Land (33,8 %), nördlicher Enzkreis (33,7 %) und Baden-Baden mit südlichem Landkreis Rastatt (31,8 %). 10 | Regionsumfrage 2022 Die hochgerechneten Besucherzahlen aus der Region haben sich im Zeitverlauf nach einer deutlichen Zunahme zwischen 2016 (rund 445.000) und 2019 (rund 522.000) nochmals geringfügig auf rund 525.000 Besuchende im Jahr 2022 gesteigert. Der deutlichste absolute Zuwachs an mindestens einmal im Monat einfahrenden Personen ist dabei aus dem Teilraum Südpfalz zu verzeichnen (2019: 66.900; 2022: 82.500; + 23 Prozent; Abbildung 2.3). Anteilig betrachtet stiegen die jährlichen Besucherzahlen aus dem nah gelegenen Frankreich sogar um ein Viertel (2019: 17.200; 2022: 21.500; + 25 Prozent). Dagegen nahm der Anteil mindestens einmal im Monat Einfahrender aus dem nördlichen Enzkreis um 22 Prozent ab (2019: 32.600; 2022: 25.600). 10.300 85.100 132.800 258.500 13.500 76.600 116.700 275.700 24.100 29.700 75.600 87.000 229.400 32.600 17.200 66.900 112.700 292.900 25.600 21.500 82.500 114.500 280.800 050.000100.000150.000200.000250.000300.000 nördlicher Enzkreis Wissembourg und übriger Canton Wissembourg Südpfalz Landkreis Rastatt und Baden-Baden Landkreis Karlsruhe, Bad Herrenalb 20222019201620122009 Abbildung 2.3 Hochgerechnete Besucherzahlen der Regionsbevölkerung 2009 bis 2022 TG 1Seit 2016 erweiterter Gebietszuschnitt aufgrund der Gebietsrefrom in Frankreich, Befragungsgebiete 2009 und 2012: Wissembourg, Lauterbourg und Seltz. 2Erstmalige Erhebung im Jahr 2016. TGNur Personen, die in den letzten zwölf Monaten nach Karlsruhe gefahren sind. Basen 2022: 1.205 | 2019: 1.202 | 2016: 953 | 2012: 1.099 | 2009: 1.108 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. „Wie häufig fahren Sie nach Karlsruhe?“ | Befragte, die einmal pro Monat oder häufiger nach Karlsruhe fahren. ab hier eingeschränkte Vergleichbarkeit Amt für Stadtentwicklung | 11 Erstmals wurde neben der Besuchshäufigkeit auch monatsgenau der letztmalige Besuch in der Fächerstadt erfragt. Diese Frage diente vor allem dem Zweck, Einschätzungen und Bewertungen der Regionsbevölkerung dahingehend unterscheiden zu können, ob die Befragten bereits den Ende 2021 eröffneten Stadtbahntunnel mit den sieben unterirdischen Haltestellen erleben konnten. Rund drei Viertel (75,7 %) waren seit der Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels, also zwischen Januar 2022 und dem Ende des Befragungszeitraums Ende Juli 2022 das letzte Mal in Karlsruhe (Abbildung 2.4). Bei 23,1 % liegt der letzte Besuch vor Dezember 2021 und bei 1,2 Prozent datiert der letzte Aufenthalt im Oberzentrum auf Dezember 2021, weswegen keine sichere Zuordnung vorgenommen werden kann. Die höhere Besuchshäufigkeit der jüngeren Regionsbevölkerung spiegelt sich auch hier wider: 88,2 % der Befragten im Alter von 18 bis unter 30 Jahren waren im Jahr 2022 zum Umfragezeitpunkt bereits in Karlsruhe, während dies bei den ab 75-Jährigen nur auf rund zwei Drittel (63,7 %) zutrifft. Abbildung 2.4 Inbetriebnahme des Stadtbahntunnels und letztmaliger Besuch in Karlsruhe Basis 1.205 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. „Wann waren Sie das letzte Mal in Karlsruhe?“ 23,1 1,2 75,7 0 20 40 60 80 Vor Dezember 2021Im Dezember 2021Januar bis Juli 2022 U? % 12 | Regionsumfrage 2022 2.2 Genutzte Verkehrsmittel Von denjenigen, die innerhalb der letzten 12 Monate nach Karlsruhe gefahren sind, wurde für die Fahrt in die Fächerstadt überwiegend das Auto genutzt: 50,4 % fahren in der Regel selbst, weitere 10,2 % kommen als Mitfahrer*in. Gut ein Drittel (34,4 %) nutzen öffentliche Verkehrsmittel (Abbildung 2.5). Im Zeitvergleich ist für die Region insgesamt ein Rückgang der Pkw-Anteile zu erkennen. So ist der Anteil der Pkw-Nutzerinnen und -nutzer von 66,0 % (2016) auf 60,6 % gesunken. Der Anteil der öffentlichen Verkehrsmittel hat gegenüber 2016 (31,2 %) und 2019 (29,4 %) auf nun 34,4 % zugenommen. Der steigende Anteil von mit dem Fahrrad aus der Region einfahrenden Bevölkerungsteilen könnte mit der zunehmenden Verbreitung von Elektro- Fahrrädern in Zusammenhang stehen. 1,9 0,8 5,8 31,2 60,2 0,9 1,5 8,8 29,4 59,4 1,4 3,6 10,2 34,4 50,4 0102030405060708090100 Mofa, Roller, Motorrad Fahrrad, Pedelec, E-Bike Pkw als Mitfahrer*in Öffentlicher Verkehr Pkw als Selbsfahrer*in 202220192016 Abbildung 2.5 Genutzte Verkehrsmittel bei Fahrten nach Karlsruhe 2016 bis 2022 TG, MFN TGNur Personen, die in den letzten zwölf Monaten nach Karlsruhe gefahren sind. MFNMehrfachnennungen möglich. Für die Vergleichbarkeit innerhalb der Zeitreihe wurden die Ergebnisse auf 100 % normiert. Basen2022: 1.103 | 2019: 1.097 | 2016: 1.100 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. „Welches Verkehrsmittel benutzenSie dabei in der Regel?“ | Befragte, die in den letzten zwölfMonaten nach Karlsruhe gefahren sind. % Amt für Stadtentwicklung | 13 Die Auswertung nach Teilräumen (Abbildung 2.6) macht deutlich, dass der Anteil der Pkw-Nutzer*innen als Selbst- oder Mitfahrer*in im Nachbarschaftsverband Karlsruhe mit 54,3 % am geringsten ist, gefolgt vom übrigen Landkreis Karlsruhe mit Bad Herrenalb (57,9 %). In den anderen Teilräumen der Region liegt der Anteil der Pkw-Nutzer*innen jeweils zwischen 60 und 70 Prozent. Der Anteil der Nutzer*innen von öffentlichen Verkehrsmitteln ist vor allem in den besonders gut angeschlossenen Gemeinden des Nachbarschaftsverbands (36,3 %) und allen voran im übrigen Landkreis Karlsruhe mit Bad Herrenalb (39,5 %) stark ausgeprägt. 47,2 48,5 55,1 53,5 53,4 55,2 52,6 43,6 7,1 9,4 13,0 9,9 11,0 6,0 12,0 25,5 36,3 39,5 29,0 31,0 35,0 34,3 29,3 20,0 7,1 5,6 7,3 0102030405060708090100 Gemeinden des Nachbarschaftsverbands übriger Landkreis Karlsruhe, Bad Herrenalb nördlicher Enzkreis Landkreis Rastatt nördlicher Teil Baden-Baden, südlicher Landkreis Rastatt Stadt Landau und Verbandsgemeinde Landau-Land übrige Südpfalz Wissembourg und übriger Canton Wissembourg Pkw als Selbstfahrer*inPkw als Mitfahrer*inÖffentlicher VerkehrMofa, Moped, MotorradFahrrad, Pedelec, E-Bike Abbildung 2.6 Genutzte Verkehrsmittel bei Fahrten nach Karlsruhe nach Teilräumen 2022 TG, MFN Keine Wertbeschriftungen unter 5 %. TGNur Personen, die in den letzten zwölf Monaten nach Karlsruhe gefahren sind. MFNMehrfachnennungen möglich. Für die Vergleichbarkeit innerhalb der Zeitreihe wurden die Ergebnisse auf 100 % normiert. Basis 957 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. „Welches Verkehrsmittel benutzenSie dabei in der Regel?“ | Befragte, die in den letzten zwölfMonaten nach Karlsruhe gefahren sind. % 14 | Regionsumfrage 2022 Die hochgerechneten Besucherzahlen des Jahres 2022 nach Verkehrsmitteln zeigen einen Rückgang der mit dem Pkw als Selbstfahrer*in einpendelnden Regionsbevölkerung bei gleichzeitigem Anstieg der Fahrten für alle anderen Verkehrsmittelnutzungen im Vergleich zu den Jahren 2016 und 2019 (Abbildung 2.7). Aktuell fahren aus dem gesamten Untersuchungsgebiet mehr als eine halbe Million Regionsbesucherinnen und Regionsbesucher (524.900) mindestens einmal pro Monat in die Fächerstadt. Davon fahren rund 263.400 selbst mit dem Pkw, weitere 52.600 nutzen das Auto als Mitfahrer*in. Öffentliche Verkehrsträger werden mindestens einmal monatlich von 182.100 Besucherinnen und Besuchern genutzt. Mit dem Fahrrad (auch E-Bike) kommen monatlich 19.300 und mit Mofa/Roller/ Motorrad 7.300 nach Karlsruhe eingefahren. 4.000 8.600 25.900 139.000 268.300 7.800 4.700 46.000 153.600 310.200 19.300 7.300 52.600 182.100 263.400 050.000100.000150.000200.000250.000300.000350.000 Mofa, Roller, Motorrad Fahrrad, Pedelec, E-Bike Pkw als Mitfahrer*in Öffentlicher Verkehr Pkw als Selbsfahrer*in 202220192016 Abbildung 2.7 Hochgerechnete Besucherzahlen nach Verkehrsmitteln 2016, 2019 und 2022 TG, MFN TGNur Personen, die in den letzten zwölf Monaten nach Karlsruhe gefahren sind. MFNMehrfachnennungen möglich. Für die Vergleichbarkeit innerhalb der Zeitreihe wurden die Ergebnisse auf 100 % normiert. Basen2022: 957 | 2019: 1.202 | 2016: 953 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. „Welches Verkehrsmittel benutzenSie dabei in der Regel?“ | Befragte, die in den letzten zwölfMonaten nach Karlsruhe gefahren sind. Amt für Stadtentwicklung | 15 2.3 Besuchsanlässe Die Anlässe für die Regionsbevölkerung nach Karlsruhe zu fahren, sind vielfältig. Das Oberzentrum lockt mit zahlreichen Veranstaltungen und Einrichtungen, deren Besuch und Nutzung im Rahmen der Telefoninterviews neben weiteren Angeboten und Aktivitäten in der Stadt einzeln abgefragt wurden. Vor allem das Einkaufen – in der Fußgängerzone (88,0 %) und im Einkaufszentrum Ettlinger Tor (84,4 %) – steht bei fast allen Besucherinnen und Besuchern, die binnen Jahresfrist die Fächerstadt besucht haben, hoch im Kurs. Häufig werden außerdem der Besuch von Schloss/ Schlossgarten (75,3 %), Restaurants/Kneipen (71,6 %), Zoo/Stadtgarten (69,6 %) oder der Weihnachtsstadt Karlsruhe (zum Beispiel Christkindlesmarkt: 68,9 %) als Anlässe für Fahrten nach Karlsruhe genannt. Der 2019 erstmals abgefragte Besuch von Events auf dem Schlossplatz, wie etwa die Schlosslichtspiele, wird mit 53,5 % von mehr als der Hälfte der Befragten als Unternehmung genannt. In Abbildung 2.8 sind die Anlässe im Zeitvergleich seit 2016 dargestellt, wobei innerhalb der letzten drei Jahre vor allen Dingen Essen gehen/Kneipenbesuch (+ 7,6 Prozentpunkte) sowie das Einkaufen in der Fußgängerzone und im Einkaufszentrum Ettlinger Tor (+ 7,3 beziehungsweise + 7,1 Prozentpunkte) an Relevanz gewinnen konnten. Verhältnismäßig fallen zusätzlich der Besuch der Karlsruher Mess‘ (+ 15,5 %), das Aufsuchen von Krankenhäusern und (Fach-)Ärztinnen und Ärzten (+ 12,1 %), sowie der Besuch des Europabades (+ 11,3 %) durch vermehrte Nennungen auf. © Monika Müller-Gmelin 16 | Regionsumfrage 2022 2,7 13,2 21,5 21,9 22,8 26,4 29,5 30,4 31,7 36,3 36,5 38,8 39,6 44,8 45,2 45,4 48,4 50,2 50,2 51,0 53,4 53,5 59,1 68,9 69,6 71,6 75,3 84,4 88,0 0102030405060708090100 gehe in Karlsruhe zur Berufsausbildung/Lehre/Schule/Hochschule Besuch anderer Sporteinrichtungen (Tennis, Fitnesscenter etc.) Behördengänge Aufsuchen von Anwälten, Steuerberatern, Banken, Bausparkassen arbeite in Karlsruhe Besuch anderer Frei- oder Hallenbäder Besuch von Diskotheken, Clubs, Tanzlokalen, Kneipen Besuch von Sportveranstaltungen (KSC, Stadtmarathon o. ä.) Besuch des Open-Air-Konzerts „Das Fest“ Besuch eines anderen Kinos oder einer Filmveranstaltung Besuch des Europabades Besuch von Veranstaltungen (Tollhaus, Sandkorntheater usw.) Besuch der Karlsruher Mess‘ Besuch von Freunden, Verwandten, Bekannten Besuch des ZKM-Museums/Städtische Galerie Besuch von Events auf dem Marktplatz (Stadtfest usw.) Einkaufen in Fachmärkten oder Supermärkten außerhalb der Innenstadt Besuch von Museen und Ausstellungen Besuch des Filmpalasts am ZKM Besuch von Theaterveranstaltungen, Konzerten, Musikveranstaltungen Besuch von Messen (Offerta, INVENTA, ART-Karlsruhe usw.) Besuch von Events auf dem Schlossplatz (Schlosslichtspiele usw.) Aufsuchen von Krankenhäusern, Ärzten, Fachärzten Besuch der Weihnachtsstadt Karlsruhe (z. B. Christkindlesmarkt) Besuch von Zoo/Stadtgarten Essen gehen, Kneipenbesuch Besuch von Schloss/Schlossgarten Einkaufen im Einkaufszentrum Ettlinger Tor (ECE-Center) Einkaufen in der Fußgängerzone 202220192016 Abbildung 2.8 Besuchsanlässe 2016, 2019 und 2022 TG, MFN Wertbeschriftungen nur für das Jahr 2022. TGNur Personen, die in den letzten zwölf Monaten nach Karlsruhe gefahren sind. MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basen 2022: 951 | 2019: 951 | 2016: 697 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. „Denken Sie einmaldaran, was Sie im Laufe eines Jahres bei einem Besuch in Karlsruhe so alles unternehmen oder erledigen. Sagen Sie mir bei den folgenden Dingen jeweils einfach „ja“ oder „nein“, ob das auf Sie zutrifft.“ % Amt für Stadtentwicklung | 17 Die Anlässe für Fahrten nach Karlsruhe unterscheiden sich dabei deutlich in Abhängigkeit des Alters der befragten Regionsbevölkerung (Tabelle 2.2). In der Gruppe der 18- bis unter 30-Jährigen werden die Besuchsanlässe Essen gehen, Kneipenbesuch (79,8 %), Besuch von Freunden, Verwandten, Bekannten (57,7 %), sowie der Besuch des Europabades (53,6 %) und von Diskotheken/Clubs (51,8 %) überdurchschnittlich häufig genannt. Mit zunehmendem Alter abnehmende Besuchsanteile lassen sich vor allem für Diskotheken/Clubs, Europabad, andere Frei- und Hallenbäder sowie für Sporteinrichtungen feststellen. Dagegen werden Theaterveranstaltungen, Konzerte, Musikveranstaltungen, medizinische Einrichtungen und Messen mit zunehmendem Alter zu größeren Anteilen besucht. Hervorzuheben ist außerdem, dass sich im Hinblick auf Einkaufen in der Fußgängerzone, Besuche von Schloss, Schlossgarten und Events auf dem Schlossplatz sowie der Besuch des Weihnachtsmarktes keine altersabhängigen Muster abzeichnen und diese Attraktionen für nahezu alle Altersgruppen gleichermaßen attraktiv sind. männ- lich weib- lich 18 bis unter 30 Jahre 30 bis unter 45 Jahre 45 bis unter 60 Jahre 60 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älter Einkaufen in der Fußgängerzone88,087,688,486,987,788,787,691,7 Einkaufen im Einkaufszentrum Ettlinger Tor (ECE-Center)84,483,685,388,187,786,979,566,7 Besuch von Schloss/Schlossgarten75,373,577,174,467,078,577,489,6 Essen gehen, Kneipenbesuch71,672,470,879,877,573,461,554,2 Besuch Zoo/Stadtgarten69,669,569,760,172,771,568,881,3 Besuch der Weihnachtsstadt Karlsruhe68,966,371,469,664,871,267,579,2 Aufsuchen von Krankenhäusern, Ärzten, Fachärzten59,156,661,641,751,169,764,172,9 Besuch von Events auf dem Schlossplatz (Schlosslichtspiele usw.)53,555,651,554,848,057,754,347,9 Besuch von Messen (Offerta, INVENTA, ART-Karlsruhe usw.)53,453,553,439,352,055,562,056,3 Besuch von Theaterveranstaltungen, Konzerten, Musikveranstaltungen51,049,352,732,141,960,259,466,7 Besuch von Museen und Ausstellungen50,251,249,239,344,954,054,370,8 Besuch des Filmpalasts am ZKM50,249,950,456,053,758,437,627,1 Einkaufen in Fachmärkten oder Supermärkten außerhalb der Innenstadt48,452,843,950,055,147,842,343,8 Besuch von Events auf dem Marktplatz (Stadtfest usw.)45,447,643,353,044,543,144,939,6 Besuch des ZKM-Museums/Städtische Galerie45,245,545,041,137,451,846,254,2 Besuch von Freunden, Verwandten, Bekannten44,847,442,257,743,243,141,533,3 Besuch der Karlsruher Mess‘39,642,536,849,441,437,235,033,3 Besuch von Veranstaltungen im Alten Schlachthof, Tollhaus, Sandkorntheater usw. 38,840,237,427,430,848,545,727,1 Besuch des Europabades36,538,134,953,649,332,820,514,6 Besuch eines anderen Kinos oder einer Filmveranstaltung36,334,338,236,933,544,232,122,9 Besuch des Open-Air-Konzerts „Das Fest“31,731,831,535,736,635,824,46,3 Besuch von Sportveranstaltungen30,438,122,735,731,732,825,216,7 Besuch von Diskotheken, Clubs, Tanzlokalen, Kneipen29,529,529,651,838,825,915,0--- Besuch anderer Frei- oder Hallenbäder26,427,425,439,335,223,015,014,6 arbeite in Karlsruhe22,824,621,023,230,832,87,7--- Aufsuchen von Anwälten, Steuerberatern, Banken, Bausparkassen21,924,019,725,015,926,318,829,2 Behördengänge21,522,720,225,022,919,022,610,4 Besuch anderer Sporteinrichtungen13,216,410,125,612,815,04,74,2 Besuch anderer Einrichtungen5,25,54,81,23,17,76,48,3 gehe in Karlsruhe zur Berufsausbildung/Lehre/Schule/Hochschule2,73,42,114,30,40,4------ „Denken Sie einmal daran, was Sie im Laufe eines Jahres bei einem Besuch in Karlsruhe so alles unternehmen oder erledigen. Sagen Sie mir bei den folgenden Dingen jeweils einfach „ja“ oder „nein“, ob das auf Sie zutrifft?" – Befragte, die in den letzten zwölf Monaten nach Karlsruhe gefahren sind. Befragte insgesamt davondavon im Alter von Anteile in Spaltenprozent Tabelle 2.2 Besuchsanlässe nach Geschlecht und Alter 2022 TG, MFN TGNur Personen, die in den letzten zwölf Monaten nach Karlsruhe gefahren sind. MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basis 951 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. 18 | Regionsumfrage 2022 Die Auswertung nach Einkommensklassen legt weitere interessante Details bezüglich der Besuchsanlässe der Regionsbevölkerung offen. Dabei zeigt sich, dass Aktivitäten die ohne Eintrittsgelder zugänglich sind, vor allem in den unteren Einkommensklassen Anklang finden, während der Besuch von Messen sowie kulturellen Veranstaltungen oder Einrichtungen wie Museen, Theater und Kinos gerade bei besser situierten Befragten zum jährlichen Besuchsspektrum gehören. Bezüglich des Besuchsverhaltens nach Teilräumen lässt sich feststellen, dass vor allem Bewohner*innen der Gemeinden des Nachbarschaftsverbandes zum Aufsuchen von Krankenhäusern, Ärzten, Fachärzten (77,8 %) nach Karlsruhe kommen. Die Regionsbevölkerung aus den direkt umliegenden Städten und Gemeinden arbeitet mit 28,9 % überdurchschnittlich häufig in Karlsruhe und kommt binnen Jahresfrist relativ oft zum Aufsuchen von Anwälten, Steuerberatern, Banken, Bausparkassen (34,0 %) oder für Behördengänge (33,0 %) in die Stadt (Tabelle 2.3). Bei Besucherinnen und Besuchern aus Wissembourg und dem übrigen Canton Wissembourg treten die meisten Besuchsanlässe deutlich in den Hintergrund. Eine hohe grenzübergreifende Anziehungskraft übt die Karlsruher Bäderlandschaft mit dem Europabad (65,8 %) und anderen Frei- oder Hallenbädern (50,0 %) aus. Gemeinden des Nachbarschaftsverbandsübriger Landkreis Karlsruhe, Bad Herrenalbnördlicher EnzkreisLandkreis Rastattnördlicher TeilBaden-Baden, südlicher Landkreis RastattStadt Landau undVG Landau-Landübrige SüdpfalzWissembourg und übriger Canton Wissembourg Einkaufen in der Fußgängerzone88,089,787,981,891,286,886,087,786,8 Einkaufen im Einkaufszentrum Ettlinger Tor (ECE-Center)84,484,584,980,083,288,474,088,778,9 Besuch von Schloss/Schlossgarten75,382,076,678,273,575,272,069,855,3 Essen gehen, Kneipenbesuch71,673,267,970,972,679,174,066,076,3 Besuch Zoo/Stadtgarten69,666,066,870,975,280,668,066,063,2 Besuch der Weihnachtsstadt Karlsruhe68,976,368,765,572,666,764,061,360,5 Aufsuchen von Krankenhäusern, Ärzten, Fachärzten59,177,859,243,658,448,140,066,031,6 Besuch von Events auf dem Schlossplatz (Schlosslichtspiele usw.)53,562,452,149,160,252,734,052,836,8 Besuch von Messen (Offerta, INVENTA, ART-Karlsruhe usw.)53,455,255,552,761,954,332,051,936,8 Besuch von Theater-/Musikveranstaltungen, Konzerten51,058,852,840,054,049,634,050,036,8 Besuch von Museen und Ausstellungen50,256,749,838,251,351,242,051,936,8 Besuch des Filmpalasts am ZKM50,266,043,447,354,947,336,051,928,9 Einkaufen in Fach-/ oder Supermärkten außerhalb der Innenstadt48,458,245,327,348,742,644,056,652,6 Besuch von Events auf dem Marktplatz (Stadtfest usw.)45,450,042,341,855,843,444,042,536,8 Besuch des ZKM-Museums/Städtische Galerie45,252,643,438,246,045,738,047,231,6 Besuch von Freunden, Verwandten, Bekannten44,851,045,736,443,446,538,042,534,2 Besuch der Karlsruher Mess‘39,637,643,043,645,139,520,037,736,8 Besuch von Veranstaltungen im Alten Schlachthof, Tollhaus, Sandkorntheater usw. 38,851,538,132,739,838,018,036,821,1 Besuch des Europabades36,535,134,338,241,637,228,031,165,8 Besuch eines anderen Kinos oder einer Filmveranstaltung36,349,532,520,032,740,324,039,621,1 Besuch des Open-Air-Konzerts „Das Fest“31,733,530,230,931,038,022,032,126,3 Besuch von Sportveranstaltungen30,431,426,430,936,338,820,028,326,3 Besuch von Diskotheken, Clubs, Tanzlokalen, Kneipen29,529,427,227,331,934,934,025,531,6 Besuch anderer Frei- oder Hallenbäder26,430,426,021,828,320,214,025,550,0 arbeite in Karlsruhe22,828,923,021,816,819,414,026,423,7 Aufsuchen von Anwälten/Steuerberatern/Banken/Bausparkassen21,934,020,012,719,515,58,025,523,7 Behördengänge21,533,025,320,017,710,912,014,218,4 Besuch anderer Sporteinrichtungen13,216,511,75,513,318,66,011,315,8 Besuch anderer Einrichtungen5,210,84,21,82,75,4---2,87,9 gehe in Karlsruhe zur Berufsausbildung/Lehre/Schule/Hochschule2,73,11,1---2,73,14,06,62,6 „Denken Sie einmal daran, was Sie im Laufe eines Jahres bei einem Besuch in Karlsruhe so alles unternehmen oder erledigen. Sagen Sie mir bei den folgenden Dingen jeweils einfach „ja“ oder „nein“, ob das auf Sie zutrifft?“ – Befragte, die in den letzten zwölf Monaten nach Karlsruhe gefahren sind. Befragte insgesamt davon aus in Prozent Tabelle 2.3 Besuchsanlässe nach Teilräumen 2022 TG, MFN TGNur Personen, die in den letzten zwölf Monaten nach Karlsruhe gefahren sind. MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basis 951 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. Amt für Stadtentwicklung | 19 2.4 Auswirkungen der COVID-19-Pandemie Die Anfang 2020 in Europa beginnende COVID-19-Pandemie beeinflusst nahezu sämtliche Lebensbereiche und hat unter anderem das Mobilitätsverhalten sowie das Einkaufsverhalten der Bevölkerung phasenweise sehr stark geprägt. Der Interview-Zeitraum der Regionsumfrage fiel trotz sommerlicher Temperaturen im Juni und Juli 2022 in eine als „Sommer-Welle“ bezeichnete Phase mit in Deutschland, Karlsruhe und Umgebung steigenden Infektionszahlen. Obwohl rund zwei Jahre nach Beginn der Pandemie zahlreiche Einschränkungen für Handel und Gastronomie aufgehoben waren, lassen sich Verhaltensänderungen bei der Regionsbevölkerung beobachten. Die häufigsten Auswirkungen stellen eine Reduktion der Besuchshhäufigkeit der City, Verkürzung der Aufenthalte sowie verstärkte Nutzung anderer Einkaufskanäle dar. Zwei Drittel der Regionsbevölkerung (66,3 %) geben an, aufgrund der Corona-Pandemie die Karlsruher Innenstadt generell weniger zu besuchen (Abbildung 2.9). Jeweils rund die Hälfte kaufen Corona-bedingt vermehrt im Internet ein (51,1 %) oder geben an, die Besuche in der Karlsruher Innenstadt aufgrund der Pandemie kürzer zu halten (46,9 %). Lediglich knapp ein Fünftel (18,5 %) berichten davon, das Einkaufsverhalten aufgrund von Corona nicht verändert zu haben. Unter den 5,9 % der Befragten, die sonstige Veränderungen angeben, finden sich vor allem Aussagen dazu, dass generell weniger eingekauft wird (40,3 % der sonstigen Aussagen). Daneben erklären manche, dass generell mehr Vorsicht an den Tag gelegt wird und volle Läden oder Menschenansammlungen gemieden werden (16,4 % der sonstigen Aussagen), zum Einkaufen nun eine Gesichtsmaske getragen wird oder aber Läden gemieden werden, in denen Maske getragen werden muss (13,4 % beziehungsweise der sonstigen Aussagen). Die Zugehörigkeit zu einer altersdefinierten Risikogruppe schlägt sich in den geäußerten Auswirkungen der Corona- Pandemie nieder: Bei den Befragten im Alter von 75 Jahren oder älter ist es nur ein Neuntel (11,3 %), das sich im Einkaufsverhalten nicht als beeinflusst beschreibt. In dieser Altersgruppe ist gleichzeitig der Anteil derjenigen, die angeben, generell seltener in die Karlsruher Innenstadt zu fahren, mit 78,8 % am ausgeprägtesten. Vermehrtes Online- Shopping nennen unter den ältesten Befragten 25,0 % als Konsequenz der Corona-Pandemie. 66,3 51,5 46,9 21,6 18,5 6,0 0 10 20 30 40 50 60 70 80 Ich besuche die Karlsruher Innenstadt generell weniger Ich kaufe aufgrund der Corona-Pandemie vermehrt Online ein Meine Besuche in der Karlsruher Innenstadt fallen kürzer aus Ich bevorzuge aufgrund der Corona- Pandemie ein anderes Verkehrsmittel keine Veränderungen Sonstige Veränderungen Abbildung 2.9 Veränderungen im Einkaufsverhalten durch die COVID-19-Pandemie MFN MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basis 1.205 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. „Wie hat sich Ihr Einkaufsverhalten aufgrund der Corona-Pandemie verändert?“ % 20 | Regionsumfrage 2022 3. Image von Karlsruhe in der Region 3.1 Spontane Assoziationen zu Karlsruhe Die Eingangsfrage, die zu Beginn der rund 1.200 Telefon- Interviews gestellt wurde, zielt auf spontane Assoziationen zu Karlsruhe ab: „Wenn Sie Karlsruhe beschreiben sollen, was fällt Ihnen da spontan ein?“. Dabei ist das Baugeschehen nach wie vor das am stärksten mit Karlsruhe in Zusammenhang gebrachte Attribut in der Region. So nennen 43,5 % der Regionsbevölkerung die Stichworte Baustellen, Staus, Chaos, Verkehrsprobleme, Umleitungen. An zweiter Stelle folgen Schloss, Schlossgarten, Botanischer Garten mit 34,7 %. Jeweils rund ein Fünftel denken bei der Beschreibung Karlsruhes an gute Einkaufsmöglichkeiten, Kaiserstraße, ECE-Center (21,7 %) sowie an den Zoo oder Stadtgarten (20,7 %). Weitere Assoziationen können inklusive Zeitvergleichen aus Abbildung 3.1 entnommen werden. Im Zeitverlauf lassen sich einige, teils deutliche Entwicklungen der spontanen Assoziationen mit Karlsruhe erkennen. Vor allem fällt zunächst auf, dass die Häufigkeit der Nennung von Baustellen, Staus, Chaos, Verkehrsproblemen, Umleitungen in den letzten drei Jahren wieder zugenommen hat (auf 43,5 %), nachdem sie zuletzt zwischen 2016 (61,0 %) und 2019 (30,0 %) deutlich gesunken war. Doch auch positive Aspekte in Bezug auf den Verkehr werden als „gutes Verkehrsnetz, guter ÖPNV“ mit 12,4 % häufiger genannt als noch vor drei Jahren (4,2 %). Den ruhenden Verkehr einbeziehende Nennungen zu „schlechte Parkmöglichkeiten, schlechte Erreichbarkeit“ kommen den Befragten mit 16,8 % deutlich häufiger in den Sinn als 2019 (1,8 %). Der Themenkomplex Mobilität und Verkehr wird mit dem Ende 2021 eröffneten Stadtbahntunnel mit darin verkehrender Straßenbahn – die von der Regionsbevölkerung auch U-Bahn genannt wird – komplettiert, der von 10,8 % der Befragten spontan mit Karlsruhe assoziiert wird. Zahlreiche mit der Realisierung der Kombilösung verknüpfte Umbau- und Abschlussarbeiten in der zentralen Innenstadt hatten auch Einfluss auf die Zugänglichkeit und Bespielungsmöglichkeiten des Marktplatzes, der nach rund sieben Jahren Bauzeit Ende 2020 wiedereröffnet wurde. In der Folge werden Marktplatz und Pyramide im Jahr 2022 von 12,7 % der Befragten genannt, nachdem dieser Wert in den letzten Jahren stets um die fünf Prozent lag. Die häufigere Nennung von Bundesgerichtshof und Bundesverfassungsgericht (2022: 13,2 %, 2019: 3,1 %) könnte mit Medienberichten um den 70. Geburtstag des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 2021 sowie mit der viel diskutierten Überlegung, ein Forum Recht in Karlsruhe (und parallel dazu in Leipzig) zu installieren, in Zusammenhang stehen. Insgesamt ist die Reihenfolge der drei häufigsten spontanen Nennungen gleichgeblieben, doch auch Schloss, Schlossgarten, Botanischer Garten (2022: 34,7 %, 2019: 27,4 %) und gute Einkaufsmöglichkeiten (2022: 21,7 %, 2019: 19,1 %) werden etwas häufiger genannt als noch vor drei Jahren. Durch anteilig häufigere Nennungen fällt vor allem der Zoo/Stadtgarten mit rund 20 Prozent gegenüber der Regionsumfrage im Jahr 2019 (9,3 %) auf. Auch die Beschreibungen „schöne Stadt, vielseitig abwechslungsreich, überschaubar“ (18,2 %; 2019: 10,0 %) sowie „viel Grün, Grünflächen, Parks“ (16,2 %; 2019: 4,4 %) kamen im Vergleich zu 2019 vermehrt zur Sprache. © Monika Müller-Gmelin Amt für Stadtentwicklung | 21 6,7 1,2 1,2 1,3 1,7 2,5 2,8 3,3 4,1 5,6 9,0 10,8 10,8 12,4 12,7 13,2 13,7 13,8 14,5 16,2 16,8 18,2 20,7 21,7 34,7 43,5 01020304050607080 Sonstiges (wenig) Kultur, Museen, Ausgehmöglichkeiten, Gastronomie Wirtschaftszentrum, TechnologieRegion angenehmes Arbeiten, Wohnen, Leben meine Heimatstadt, habe da gewohnt, Familie Fahrradstadt Beamtenstadt gibt weniger Baustellen/Baustellen sind weg Studentenstadt/Hochschulstandort eigener Arbeits-/Ausbildungs-/Studienort Großstadt laut, schmutzig, langweilig, unattraktiv Stadtbahntunnel/U-Bahn/Kombilösung gutes Verkehrsnetz, guter ÖPNV Marktplatz, Pyramide Bundesgerichtshof, Bundesverfassungsgericht KSC, Sport, Bäder Fächerstadt (viel) Kultur, Museen, Ausgehmöglichkeiten, Gastronomie viel Grün, Grünflächen, Parks schlechte Parkmöglichkeiten, schlechte Erreichbarkeit schöne Stadt, vielseitig, abwechslungsreich, überschaubar Zoo, Stadtgarten gute Einkaufsmöglichkeiten, Kaiserstraße, ECE-Center Schloss, Schlossgarten, Botanischer Garten Baustellen, Verkehrsprobleme/-chaos, Staus, Umleitungen 202220192016 Abbildung 3.1 Spontane Assoziationen zu Karlsruhe 2016, 2019 und 2022 MFN 1Erstmals 2022 genannt. MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basen 2022: 1.205 | 2019: 951 | 2016: 697 Befragte mit mindestens einer Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. „Wenn Sie Karlsruhe beschreiben sollen, was fällt Ihnen da spontan ein?“ % 1 1 22 | Regionsumfrage 2022 Unterschieden nach der Besuchshäufigkeit in Karlsruhe werden manche Aspekte besonders hervorgehoben. Täglich oder mehrmals wöchentlich Besuchende assoziieren oft Baustellen und Verkehrsprobleme (56,5 %), aber auch viel Grün, Grünflächen und Parks (23,8 %) mit Karlsruhe. Außerdem wird von diesen besonders häufig einfahrenden Besucher*innen oft der neue Stadtbahntunnel/U-Bahn/ Kombilösung (20,4 %) spontan genannt und/oder Karlsruhe stellt für die Befragten den eigenen Arbeits-/Ausbildungs- oder Studienort (16,3 %) dar. In Tabelle 3.1 sind die Assoziationen mit Karlsruhe getrennt nach Geschlecht und Alter der Befragten dargestellt. Zwischen Frauen und Männern zeigen sich dabei nur geringe Unterschiede. Jedoch teilen die Befragten im Alter von 18 bis unter 30 Jahren besonders umfangreich Assoziationen zu Karlsruhe mit. Überdurchschnittlich oft nennen die jüngsten Befragten dabei die Baustellen und Verkehrsprobleme (55,9 %), schlechte Parkmöglichkeiten/Erreichbarkeit (26,3 %) oder führen den KSC/Sport/Bäder (25,8 %) an, wenn sie Karlsruhe beschreiben sollen. Ebenso überdurchschnittlich häufig empfinden die 18 bis unter 30 Jahre alten Regionsbewohner*innen Karlsruhe als schöne Stadt, vielseitig, abwechslungsreich, überschaubar (25,8 %). Etwas weniger als ein Viertel der Befragten schildert die Fächerstadt als laut, schmutzig, langweilig oder unattraktiv (23,7 %). Im Vergleich zu den noch vor drei Jahren festgestellten Unterschieden nach Alter der Befragten bei Assoziationen mit Karlsruhe fällt auf, dass Schloss, Schlossgarten und Botanischer Garten bei den jüngeren Befragten einen Bedeutungszuwachs erfahren haben und mittlerweile in allen Altersgruppen unter 75 Jahren ähnlich häufig genannt werden (zwischen 34,4 % im Alter von 60 bis unter 75 Jahren und 38,6 % von den 45 bis unter 60 Jahre alten Besucher*innen). Vor drei Jahren erwähnten unter den 18- bis unter 30-Jährigen nur unterdurchschnittliche 19,8 % das Karlsruher Schloss, aktuell sind es 34,9 %. Männlich Weiblich 18 bis unter 30 Jahre 30 bis unter 45 Jahre 45 bis unter 60 Jahre 60 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älter 43,539,947,055,953,542,536,215,0 34,733,535,934,932,138,634,427,5 21,719,623,825,325,120,719,217,5 20,718,323,028,026,916,218,98,8 18,218,917,425,819,215,015,621,3 16,817,116,626,322,114,710,811,3 16,217,415,023,119,214,114,46,3 14,514,115,014,017,316,211,113,8 13,815,112,59,714,413,216,811,3 13,715,911,525,819,911,46,63,8 13,212,414,017,214,411,713,26,3 12,711,913,517,215,912,39,37,5 12,413,711,221,014,412,08,45,0 10,810,910,718,310,311,17,86,3 10,810,611,023,714,47,55,16,3 9,011,26,716,711,16,66,63,8 5,65,45,89,16,66,32,72,5 4,14,43,94,83,74,83,63,8 3,33,23,55,44,43,31,52,5 2,83,72,03,21,13,03,92,5 2,52,22,82,71,53,33,0--- 1,72,31,22,22,22,11,2--- 1,31,21,5---0,41,82,41,3 1,21,31,01,61,11,20,91,3 1,21,01,33,8---0,91,20,0 6,76,96,63,84,88,17,511,3 Sonstiges Beamtenstadt Fahrradstadt meine Heimatstadt, habe da gewohnt, Familie angenehmes Arbeiten, Wohnen, Leben Wirtschaftszentrum, TechnologieRegion (wenig) Kultur, Museen, Ausgehmöglichkeiten, Gastronomie gibt weniger Baustellen/ Baustellen sind weg (viel) Kultur, Museen, Ausgehmöglichkeiten, Gastronomie Fächerstadt KSC, Sport, Bäder Bundesgerichtshof, Bundesverfassungsgericht Marktplatz, Pyramide gutes Verkehrsnetz, guter ÖPNV Stadtbahntunnel/U-Bahn/Kombilösung laut, schmutzig, langweilig, unattraktiv Großstadt eigener Arbeits-/Ausbildungs-/Studienort Studentenstadt/Hochschulstandort viel Grün, Grünflächen, Parks „Wenn Sie Karlsruhe beschreiben sollen, was fällt Ihnen da spontan ein?“ Befragte insgesamt davondavon Anteile in Spaltenprozent Baustellen, Verkehrsprobleme/-chaos, Staus, Umleitungen Schloss, Schlossgarten, Botanischer Garten gute Einkaufsmöglichkeiten, Kaiserstraße, ECE-Center Zoo, Stadtgarten schöne Stadt, vielseitig, abwechslungsreich, überschaubar schlechte Parkmöglichkeiten, schlechte Erreichbarkeit Tabelle 3.1 Spontane Assoziationen zu Karlsruhe nach Geschlecht und Alter 2022 MFN MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basis 1.205 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. Amt für Stadtentwicklung | 23 Die Untersuchung nach Teilräumen legt deutlichere Unterschiede in Hinblick auf die Assoziationen zu Karlsruhe offen (Tabelle 3.2). So nennen die besonders häufig nach Karlsruhe einfahrenden Bewohner*innen des Nachbarschaftsverbands Karlsruhe zu überdurchschnittlichen Anteilen Baustellen, Staus, Chaos, Verkehrsprobleme, Umleitungen (50,5 %) bei ihren spontanen Beschreibungen der Fächerstadt. Auch viel Grün und Parks (22,5 %) sowie die Bezeichnung Fächerstadt (19,6 %) kommen vor allem den in nächster Umgebung Wohnenden beim Stichwort Karlsruhe in den Sinn. Die guten Einkaufsmöglichkeiten werden vor allem von Befragten aus den linksrheinischen Teilräumen, namentlich aus Landau (33,8 %) und dem französischen Untersuchungsgebiet (32,8 %) angeführt. Ebenso werden in diesen beiden Teilräumen der Zoo und Stadtgarten überdurchschnittlich häufig genannt (Landau: 35,2 %, Wissembourg: 32,8 %). Gerade die Befragten aus Frankreich kommen auf die Bäderlandschaft, den KSC und Sport allgemein (47,5 %) zu sprechen und beschreiben Karlsruhe als schön, vielseitig, abwechslungsreich und überschaubar (39,3 %). Darüber hinaus ist, wie vor drei Jahren, der Anteil der „gute Einkaufsmöglichkeiten“ Anführenden mit 15,1 % im nördlichen Enzkreis besonders gering. Gemeinden des Nachbarschaftsverbandsübriger Landkreis Karlsruhe,Bad Herrenalbnördlicher EnzkreisLandkreis Rastattnördlicher TeilBaden-Baden,südlicher Landkreis RastattStadt Landau und Verbands-gemeinde Landau-Landübrige SüdpfalzWissembourg und übrigerCanton Wissembourg Baustellen, Verkehrsprobleme/-chaos, Staus, Umleitungen43,550,543,932,640,039,140,849,644,3 Schloss, Schlossgarten, Botanischer Garten34,737,335,833,725,339,735,235,127,9 gute Einkaufsmöglichkeiten, Kaiserstraße, ECE-Center21,717,619,315,122,022,933,823,732,8 Zoo, Stadtgarten20,715,717,820,923,321,235,218,332,8 schöne Stadt, vielseitig, abwechslungsreich, überschaubar18,216,218,715,122,016,219,79,939,3 schlechte Parkmöglichkeiten, schlechte Erreichbarkeit16,816,215,915,113,314,519,722,126,2 viel Grün, Grünflächen, Parks16,222,516,89,312,712,816,913,724,6 (viel) Kultur, Museen, Ausgehmöglichkeiten, Gastronomie14,512,313,114,018,717,921,113,74,9 Fächerstadt13,819,614,014,014,711,211,313,71,6 KSC, Sport, Bäder13,78,39,010,516,713,414,116,847,5 Bundesgerichtshof, Bundesverfassungsgericht13,213,714,314,010,010,125,414,53,3 Marktplatz, Pyramide12,713,214,35,810,012,814,115,39,8 gutes Verkehrsnetz, guter ÖPNV12,412,712,811,68,012,315,513,018,0 Stadtbahntunnel/U-Bahn/Kombilösung10,88,814,69,310,06,714,114,51,6 laut, schmutzig, langweilig, unattraktiv10,811,310,68,19,37,312,716,811,5 Großstadt9,05,44,48,18,013,411,313,023,0 eigener Arbeits-/Ausbildungs-/Studienort5,65,44,79,36,05,64,23,89,8 Studentenstadt/Hochschulstandort4,13,42,29,32,78,94,23,11,6 gibt weniger Baustellen/ Baustellen sind weg3,33,93,71,24,02,22,83,14,9 Beamtenstadt2,83,43,71,22,00,64,25,3--- Fahrradstadt2,53,42,55,81,31,1---2,34,9 meine Heimatstadt, habe da gewohnt, Familie1,73,42,51,2------1,40,84,9 angenehmes Arbeiten, Wohnen, Leben1,32,01,61,21,30,61,40,81,6 Wirtschaftszentrum, TechnologieRegion1,21,00,93,50,71,11,40,81,6 (wenig) Kultur, Museen, Ausgehmöglichkeiten, Gastronomie1,20,51,61,20,71,72,80,8--- Sonstiges6,78,86,210,56,07,85,65,3--- davon aus „Wenn Sie Karlsruhe beschreiben sollen, was fällt Ihnen da spontan ein?“ Befragteinsgesamt Anteile in Spaltenprozent Tabelle 3.2 Spontane Assoziationen zu Karlsruhe nach Teilräumen 2022 MFN MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basis 1.205 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. 24 | Regionsumfrage 2022 3.2 Besonderheiten von Karlsruhe Einwohner*innen der Region, die Karlsruhe binnen Jahresfrist mindestens einmal besucht haben, wurden gefragt, was sie Auswärtigen unbedingt zeigen würden, wenn diese Karlsruhe richtig kennen lernen sollen. An erster Stelle der genannten Attraktionen stehen mit großem Abstand und 70,6 % das Schloss und der Schlossgarten. Darauf folgen Innenstadt, Kaiserstraße, ECE, Postgalerie (37,4 %), Zoo/ Stadtgarten (27,8 %) sowie Marktplatz/Pyramide (20,0 %). Der Fächergrundriss, Architektur, einzelne Plätze und Gebäude werden von 18,6 % und die Museen von 15,8 % als besonders lohnenswert betrachtet, um Auswärtigen Karlsruhe nahezubringen (Abbildung 3.2). Im Vergleich zu den drei vorangehenden Regionsumfragen haben die Befragten 2022 insgesamt mit jeweils 2,8 Angaben wieder deutlich mehr Sehenswürdigkeiten genannt: die durchschnittliche Anzahl der erwähnten Attraktionen lag 2012 bei 2,5, 2016 bei 2,4 und 2019 nur noch bei 2,0. Dies kann als Hinweis dafür gewertet werden, dass die Destinationswirkung Karlsruhes als Ausflugsort nach einer zwischenzeitlichen Abschwächung in den letzten drei Jahren wieder deutlich zugenommen hat. Besonders deutliche Steigerungen zeichnen sich dabei für den Bereich Innenstadt, Kaiserstraße, ECE, Postgalerie ab: Während in der Regionsumfrage 2019 noch 23,3 % der Regionsbevölkerung auswärtigen Besucher*innen die City mit den entsprechenden Einkaufsorten unbedingt zeigen würden, liegt dieser Anteil 2022 mit 37,4 % nun wieder auf dem Niveau des Jahres 2016 (37,1 %). Auch der in den vergangenen Regionsumfragen an Bedeutung verlierende Marktplatz (2016: 14,8 %; 2019: 11,9 %) zeigt sich nach langjährigen Bauarbeiten seit Eröffnung Ende 2020 in neuer Gestalt wieder präsenter in der Region und wird von einem Fünftel der Befragten angeführt; noch etwas häufiger als vor Beginn der Umbaumaßnahmen (2012: 18,3 %). 4,0 3,6 3,9 4,3 4,4 4,8 5,4 5,4 5,5 6,4 7,5 7,6 8,4 9,2 9,3 15,8 18,6 20,0 27,8 37,4 70,6 01020304050607080 Sonstiges Majolika Universität, KIT, Campus Umgebung Karlsruhes, andere Städte Natur um Karlsruhe Rhein(ufer) Bäder einzelne Stadtteile (z. B. Durlach) KSC/Stadion Theater, Konzerte Ausgehmöglichkeiten, Nachtleben, Gastronomie Grünflächen, Günther-Klotz-Anlage Bundesgerichtshof, Bundesverfassungsgericht ZKM Turmberg in Durlach Museen Fächergr., Archi Marktplatz, Pyramide Zoo, Stadtgarten Innenstadt, Kaiserstraße, ECE, Postgalerie Schloss, Schlossgarten 2022 2019 2016 Abbildung 3.2 Besonderheiten von Karlsruhe 2016, 2019 und 2022 MFN MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basen2022: 957 | 2019: 958 | 2016: 663 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. „Was würden Sie einem auswärtigen Besucher in der Stadt unbedingt zeigen, wenn er Karlsruherichtig kennen lernen soll – also welche Besonderheiten, Orte oder Plätze?“ % Fächergrundriss, Architektur, einzelne Plätze und Gebäude Amt für Stadtentwicklung | 25 Tabelle 3.3 schlüsselt die Häufigkeit, mit der typische Besonderheiten Karlsruhes von der Regionsbevölkerung genannt werden, nach Alter und Geschlecht auf. Während Geschlechterunterschiede im Antwortverhalten nur marginal sind, hat das Alter sehr wohl einen Effekt auf Häufigkeit und Auswahl der Nennungen. Insgesamt sinkt die Anzahl der genannten Besonderheiten mit zunehmendem Alter und ist vor allem unter den Befragten im Alter von 18 bis unter 30 Jahren mit durchschnittlich 3,2 genannten Orten/ Einrichtungen besonders hoch. Deutliche altersabhängige Verläufe im Antwortverhalten sind für das Schloss und Schlossgarten, Fächergrundriss und Architektur, sowie für Ausgehmöglichkeiten und Nachtleben festzustellen: Während das barocke Schloss und umliegendes Grün mit höherem Alter der Befragten häufiger genannt werden, werden planerische und architektonische Besonderheiten der Stadt, wie auch die Ausgehmöglichkeiten und das Nachtleben, häufiger angeführt, je jünger die Interviewten sind. So steigt der Anteil der Nennungen von Schloss, Schlossgarten von 55,9 % bei den 18- bis unter 30-Jährigen auf 81,6 % in der Altersklasse ab 75 Jahren. In dieser ältesten Gruppe finden Fächergrundriss, einzelne Plätze oder Gebäude nur von 8,2 % Erwähnung; jüngere Befragte unter 45 Jahren führen diese Besonderheiten dagegen zu jeweils rund einem Viertel an (27,1 % beziehungsweise 24,6 %). Männlich Weiblich 18 bis unter 30 Jahre 30 bis unter 45 Jahre 45 bis unter 60 Jahre 60 bis unter 75 Jahre 75 Jahre und älter 70,667,973,455,958,878,980,981,6 37,438,536,353,546,130,226,832,7 27,826,029,618,830,329,131,124,5 20,020,019,925,923,216,017,916,3 18,618,818,427,124,617,110,68,2 15,816,015,512,414,517,119,110,2 9,310,68,010,09,28,410,28,2 9,28,89,69,49,29,18,910,2 8,410,06,710,66,68,79,42,0 7,69,45,911,211,04,06,08,2 7,56,38,812,910,55,14,72,0 6,45,86,93,55,38,77,24,1 5,56,54,68,89,25,11,3--- 5,45,25,78,88,82,93,8--- 5,44,86,17,67,93,64,7--- 4,85,24,48,24,44,04,7--- 4,44,24,68,25,33,32,62,0 4,34,64,04,74,44,05,1--- 3,94,23,68,23,93,31,72,0 3,65,02,13,53,13,33,86,1 4,02,15,91,22,64,74,712,2 Sonstiges Majolika Bäder einzelne Stadtteile (z. B. Durlach) Rhein(ufer) Natur um Karlsruhe Umgebung Karlsruhes, andere Städte Universität, KIT, Campus KSC/Stadion Innenstadt, Kaiserstraße, ECE, Postgalerie Zoo/Stadtgarten Marktplatz, Pyramide Fächergrundriss, Architektir, einzelne Plätze und Gebäude Museen Turmberg in Durlach ZKM Bundesgerichtshof, Bundesverfassungsgericht Grünflächen, Günther-Klotz-Anlage Ausgehmöglichkeiten, Nachtleben, Gastronomie Theater, Konzerte Schloss, Schlossgarten „Was würden Sie einem auswärtigen Besucher in der Stadt unbedingt zeigen, wenn er Karlsruhe richtig kennen lernen soll – also welche Besonderheiten, welche Orte oder Plätze?“ Befragte insgesamt davondavon Anteile in Spaltenprozent Tabelle 3.3 Besonderheiten von Karlsruhe nach Geschlecht und Alter 2022 TG, MFN TGNur Befragte, die binnen eines Jahres in Karlsruhe waren. MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basis 957 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. 26 | Regionsumfrage 2022 Die Auswertung nach Teilräumen legt offen, dass Bewohner*innen des Nachbarschaftsverbands Karlsruhe besonders häufig (85,6 %) das Schloss und den Schlossgarten zeigen würden. Die verschiedenen Einkaufsorte in der Innenstadt mit der Fußgängerzone Kaiserstraße, dem Einkaufszentrum Ettlinger Tor sowie der Postgalerie wird dagegen überdurchschnittlich oft von Befragten aus Landau – Stadt und der Verbandsgemeinde Landau Land (58,0 %) sowie Frankreich (52,5 %) hervorgehoben. Dies deckt sich mit dem Antwortverhalten bei den spontanen Assoziationen zu Karlsruhe. Auch bei dieser Frage wurden von Befragten der Teilräume Wissembourg und Canton Wissembourg sowie Landau überdurchschnittlich häufig die Einkaufsmöglichkeiten genannt. Gemeinden des Nachbarschaftsverbandsübriger Landkreis Karlsruhe,Bad Herrenalbnördlicher EnzkreisLandkreis Rastattnördlicher TeilBaden-Baden,südlicher Landkreis RastattStadt Landau und Verbands-gemeinde Landau-Landübrige SüdpfalzWissembourg und übrigerCanton Wissembourg Schloss, Schlossgarten70,685,669,975,476,163,856,065,137,5 Innenstadt, Kaiserstraße, ECE, Postgalerie37,430,932,735,139,840,058,040,652,5 Zoo/Stadtgarten27,826,331,217,525,730,024,026,432,5 Marktplatz, Pyramide20,022,721,814,020,416,220,017,920,0 Fächergrundriss, Architektur, einzelne Plätze und Gebäude18,621,616,58,821,217,724,015,130,0 Museen15,816,018,817,518,613,112,010,412,5 Turmberg in Durlach9,317,012,08,88,81,54,04,7--- ZKM9,211,99,47,08,85,412,010,42,5 Bundesgerichtshof, Bundesverfassungsgericht8,48,88,63,58,09,220,05,72,5 Grünflächen, Günther-Klotz-Anlage7,68,23,85,36,29,24,015,117,5 Ausgehmöglichkeiten, Nachtleben, Gastronomie7,57,26,87,08,810,08,04,710,0 Theater, Konzerte6,45,77,11,89,76,22,09,4--- KSC/Stadion5,52,16,41,88,89,28,02,85,0 Bäder5,41,57,53,55,33,810,02,820,0 einzelne Stadtteile (z. B. Durlach)5,44,14,93,56,26,22,07,512,5 Rhein(ufer)4,85,74,53,53,52,38,04,712,5 Natur um Karlsruhe4,44,63,43,55,33,82,06,67,5 Umgebung Karlsruhes, andere Städte4,33,13,85,30,95,48,05,710,0 Universität, KIT, Campus3,92,62,35,31,86,912,04,72,5 Majolika3,64,13,41,84,44,64,02,8--- Sonstiges4,04,64,95,32,75,4---1,92,5 „Was würden Sie einem auswärtigen Besucher in der Stadt unbedingt zeigen, wenn er Karlsruhe richtig kennen lernen soll – also welche Besonderheiten, welche Orte oder Plätze?“ Befragteinsgesamt davon aus Anteile in Spaltenprozent Tabelle 3.4 Besonderheiten von Karlsruhe nach Teilräumen 2022 MFN MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basis 1.205 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. Amt für Stadtentwicklung | 27 3.3 Karlsruhes Vor- und Nachteile Attraktivität Karlsruhes Die Frage, ob sie Karlsruhe als eine attraktive Großstadt sehen, beantworten 54,2 % der Regionsbevölkerung mit ja (Abbildung 3.3). Für rund ein Fünftel (18,7 %) ist die Fächerstadt „teils-teils“ als attraktive Großstadt anzusehen. Etwa jede beziehungsweise jeder Siebte (14,9 %) ist der Auffassung, dass Karlsruhe keine attraktive Großstadt ist und noch etwas fehlt. Die verbleibenden Anteile sehen Karlsruhe entweder nicht als Großstadt (5,2 %) oder geben an, Karlsruhe kaum zu kennen (7,0%). Im Vergleich zu vorherigen Regionsumfragen seit dem Jahr 2000 hat der Anteil derjenigen, die Karlsruhe als attraktive Großstadt sehen, abgenommen. Allerdings geben im Vergleich zur Umfrage aus dem Jahr 2016 weniger Befragte an, dass sie Karlsruhe nicht als Großstadt sehen (5,2 %; 2016: 11,4 %). Gleichzeitig ist der Anteil derjenigen mit Verbesserungsvorschlägen, die Karlsruhe nicht als attraktive Großstadt einschätzen und gleichzeitig angeben, dass noch etwas fehlt, mit 14,9 % so hoch wie noch nie. Diejenigen, die die Fächerstadt nur teils-teils oder nicht als (attraktive) Großstadt sehen, wurden gefragt, was aus ihrer Sicht geboten werden müsste, damit Karlsruhe eine attraktive Großstadt wird (Abbildung 3.4). Dabei fällt vor allen Dingen auf, das die besonders im Jahr 2016 angebrachte Forderung, die Baustellen zu beenden von 55,8 % auf nunmehr 9,3 % gesunken ist. Die genannten Aspekte, die Karlsruhe aus Sicht mancher Befragter noch zum Status oder Ruf einer attraktiven Großstadt fehlen, sind im Jahr 2022 breit gefächert: Die häufigsten Nennungen beziehen sich auf die Verbesserung der Einkaufsmöglichkeiten und attraktivere Geschäfte (14,4 %), mehr Flair/Atmosphäre und ruhige Plätze (12,1 %) sowie die Forderung nach mehr Grün (11,6 %). Daneben sind verbesserte Parksituationen oder günstigere Parkgebühren (10,3 %) sowie insgesamt eine attraktivere Fußgängerzone und Innenstadt (10,1 %) Punkte, die von mehr als 10 Prozent der Befragten, sämtlich aber seltener genannt werden als in den letzten Regionsumfragen. © Kai Rohweder Abbildung 3.3 Attraktivität von Karlsruhe als Großstadt 2000, 2003, 2012, 2016 und 2022 7,0 5,2 14,9 18,7 54,2 020406080100 kenne Karlsruhe kaum sehe Karlsruhe nicht als Großstadt nein, keine attraktive Großstadt, es fehlt noch etwas teils-teils ja, ist aus meiner Sicht attraktiv 2022 2016 2012 2003 2000 Basen 2022: 1.185 | 2016: 923 | 2012: 1.074 | 2003: 1.023 | 2000: 1.056 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. „Ist Karlsruhe für Sie eine attraktive Großstadt, oder fehlt da aus Ihrer Sicht insgesamt noch etwas?" % 28 | Regionsumfrage 2022 7,7 0,0 0,0 0,0 1,0 1,3 1,3 1,5 1,5 2,6 4,4 4,9 5,2 5,2 5,7 8,0 9,3 9,5 10,1 10,3 11,6 12,1 14,4 0102030405060 Sonstiges mehr junge Leute, frischer, jünger besserer KSC, Stadion(umbau) zu viele Straßenbahnen in der Fußgängerzone zu groß/laut/hektisch, mag Großstädte nicht mehr Sicherheit, weniger komische Leute zu hohe Mieten/ Wohnsituation (noch) mehr Radwege/ fahrradfreundlicher familienfreundlicher/ Spielplätze Mentalität, offenere und freundlichere Menschen mehr (Straßen)Cafés, bessere Gastronomie Architektur, (historische) Gebäude, Sehenswürdigkeiten bessere ÖPNV-Verbindungen mehr Sauberkeit zu klein, keine Großstadt bessere Verkehrsregelung, weniger Stau/Verkehr Baustellen beenden mehr Kultur, mehr Veranstaltungen, Leben attraktivere Fußgängerzone, Innenstadt verbesserte Parksituation, günstigere Parkgebühren mehr Grün mehr Flair/Atmosphäre, ruhigere Plätze attraktivere Geschäfte, bessere Einkaufsmöglichkeiten 2022201620122003 Abbildung 3.4 Verbesserungsvorschläge für Karlsruhe als attraktive Großstadt 2003, 2012, 2016 und 2022 TG, MFN TGNur Personen, denen Angebote fehlen. MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basen2022: 388 | 2016: 360 | 2012: 252 | 2003: 208 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. „Was fehlt aus Ihrer Sicht, was muss noch geboten werden, damit Karlsruhe eine attraktive Großstadt wird?" % Amt für Stadtentwicklung | 29 Vorzüge und Nachteile Bewohner*innen der Region, die binnen Jahresfrist in Karlsruhe waren, wurden gefragt, was ihnen an Karlsruhe besonders und was weniger gut gefällt. Insgesamt wurden hier 2.507 Vorzüge und 1.065 Nachteile genannt, also im Schnitt 2,6 positiv und 1,1 negativ zu wertende Äußerungen über Karlsruhe. Auf die Frage, was ihnen in Karlsruhe besonders gut gefällt, nennen jeweils rund vier von zehn Befragten gute Einkaufsmöglichkeiten, Ettlinger Tor, Kaiserstraße (39,5 %) sowie Schloss und Schlossgarten (39,1 %; Abbildung 3.5). An dritter und vierter Stelle folgen die Nennung von Zoo, Stadtgarten (21,8 %) und KSC, Stadion, Bäder, Sport (18,8 %). Freizeitangebote, Gastronomie, Feste, Weihnachtsmarkt werden von 16,4 %, kulturelle Angebote von 15,3 % der Befragten als Vorzüge Karlsruhes empfunden. Gegenüber 2019 lässt sich vor allem für KSC, Stadion, Bäder, Sport sowie für Schloss und Schlossgarten eine steigende Beliebtheit erkennen (+ 12,5 beziehungsweise + 9,9 Prozentpunkte). Nach langen Diskussionen über eine Modernisierung des Wildparkstadions, wurde die Realisierung des Großprojekts schließlich mit dem Neubau im Dezember 2019 begonnen. Auch die guten Stadtbahnverbindungen und öffentliche Verkehrsmittel generell werden 2022 mit 13,4 % häufiger als Vorzug genannt als noch in den Jahren zuvor (2019: 4,4 %). Diese häufigeren Nennungen lassen sich vermutlich darin begründen, dass sich die Erreichbarkeit der Karlsruher Innenstadt mit Fertigstellung des Stadtbahntunnels Ende 2021 wieder deutlich verbessert hat und unter anderem wieder eine direkte Verbindung zwischen Hauptbahnhof und Marktplatz gegeben ist. Die Frage, was ihnen an Karlsruhe weniger gut gefällt, beantworten 43,1 % derjenigen, die die Fächerstadt binnen Jahresfrist besucht haben, mit Baustellen, Umleitungen, Verkehrssituation und Stau (Abbildung 3.6). Interessant ist dabei, dass die Nennung dieser Themen im Zeitvergleich seit 2016 von 81,0 % über 2019 (65,0 %) weiter abgenommen hat. Trotz dieser zurückgehenden Wirkung der Baustellen- und Verkehrssituation, bleibt das Thema jedoch nach wie vor prägend für die Wahrnehmung Karlsruhes in der Region, was sich auch mit den spontan geäußerten Assoziationen deckt. Als weiterer Nachteil Karlsruhes werden mit 17,2 % und zuletzt steigender Tendenz zu wenig Parkplätze und hohe Parkgebühren genannt (2019: 9,0 %). Die Parkentgelte wurden zuletzt im Sommer 2021 merklich erhöht. Allerdings ist auch das Thema Parksituation bereits seit 2003 unter den am häufigsten genannten Ärgernissen in der Regionsbevölkerung vertreten, wie Abbildung 3.7 zeigt. Alle anderen Nachteile werden jeweils von weniger als zehn Prozent der Befragten genannt. Ähnlich wie bei den Besonderheiten von Karlsruhe dominiert also auch hier das Baugeschehen die (negative) Wahrnehmung Karlsruhes. Bei der Betrachtung der langfristigen Entwicklung der drei am häufigsten genannten Vorzüge Karlsruhes bestimmen die guten Einkaufsmöglichkeiten das Bild (Abbildung 3.7). Bereits bei der Regionsumfrage im Jahr 2003 äußerte die Regionsbevölkerung, dass vor allem die Vielfalt und die Auswahl besonders gut gefallen. Lediglich im Jahr 2016, also ein Jahr nach dem 300. Stadtgeburtstag, konnte das Schloss und der Schlossgarten (47,1 %) mit den häufigsten positiven Nennungen die Einkaufsmöglichkeiten mit 44,4 % auf den zweiten Platz verweisen. Diese prominente Platzierung lässt sich wohl mit der erstmaligen Durchführung der mehrwöchigen Schlosslichtspiele, sowie mit zahlreichen weiteren Veranstaltungsformaten, die vor allem im Schlossgarten hinter dem Schloss am eigens aufgebauten Holzpavillon stattfanden, begründen. Insgesamt kann bei den wahrgenommenen Vorzügen Karlsruhes in den zurückliegenden Jahren eine recht hohe Konstanz attestiert werden. Leichte Veränderungen gibt es jedoch im Bereich der besonders positiv wahrgenommenen, freizeitorientierten Einrichtungen: kulturelle Angebote mit Kinos, Museen, Messen, ZKM und Theatern sind von 2012 bis 2019 in den TOP 3 vertreten und wurden erst 2022 vom erstmals so zahlreich angesprochenen Zoologischen Stadtgarten abgelöst. Auch unter den Aspekten, die der Regionsbevölkerung in Karlsruhe weniger gut gefallen, kommen seit 2003 im Wesentlichen die gleichen Themen zur Sprache. Allerdings wurde 2003 und 2006 noch „keine Angabe“ beziehungsweise die Aussage „fällt mir nichts ein“ mit jeweils rund 40 Prozent am häufigsten gemacht. Im Jahr 2012, und damit in der Anfangsphase der umfangreichen Bauarbeiten zur Realisierung der Kombilösung, nahm der Aspekte Baustellen, Umleitungen, Verkehrssituation und Staus eine prominente Rolle ein. Daneben wird seit 2003 durchgehend die Parksituation – mit zu wenig Plätzen und zu hohen Gebühren – als unschöne Eigenschaft in der Fächerstadt mitgeteilt. 30 | Regionsumfrage 2022 4,1 1,6 1,4 1,9 2,0 2,0 2,5 3,3 3,6 4,0 4,3 5,5 5,6 6,8 9,7 11,5 13,7 13,8 14,0 15,3 16,4 18,8 21,8 39,1 39,5 0102030405060 fällt mir nichts ein/keine Angabe Sonstiges Gerichte, Stadt des Rechts kinderfreundlich, Spielplätze Radfahrmöglichkeiten, Radwegenetz zentrale Lage, gut erreichbar diverse Stadtteile Infrastruktur, Ärzte, Banken etc. Uni, Studentenstadt, Schulen gute Stadtgröße, übersichtlich, alles vor Ort, kurze Wege Die Menschen, die Mentalität, nette Leute, Vielfalt an... Verkehrsanbindung, Erreichbarkeit mit dem Auto, Parkplätze Heimatstadt, persönliche Bindung Flair, angenehme, saubere Stadt schöne Umgebung, Lage, Landschaft schöne Stadt viel Grün, Grünflächen, Parks gute Stadtbahnverbindung, öffentliche Verkehrsmittel Innenstadt, Plätze, Fächerstadt, Gebäude kulturelles Angebot (Kinos, Museen, Messen, ZKM, Theater...) Freizeitangebote, Gastronomie, Feste, Weihnachtsmarkt KSC, Stadion, Bäder, Sport Zoo, Stadtgarten Schloss, Schlosspark, Schlossgarten gute Einkaufsmöglichkeiten, Ettlinger Tor, Kaiserstraße 202220192016 Abbildung 3.5 Karlsruhes Vorzüge aus Sicht der Region 2016, 2019 und 2022 TG, MFN TGNur Personen, die in den letzten zwölf Monaten nach Karlsruhe gefahren sind. MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basen2022: 956 | 2019: 958 | 2016: 705 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. „Was gefälltIhnen an Karlsruhe besonders gut?“ % Amt für Stadtentwicklung | 31 15,2 2,7 0,3 0,5 0,6 0,7 0,8 0,9 0,9 1,0 1,1 1,3 1,4 1,8 2,1 2,2 2,5 3,4 4,5 4,6 4,7 5,3 7,4 17,2 43,1 0102030405060708090100 fällt mir nichts ein, nichts, keine Angabe Sonstiges Unzufriedenheit mit Entscheidungen der Politik (zu) große Stadt hoher Ausländeranteil wenig Schatten, Hitze, schlechte Luft KSC, Stadionumbau unfreundliche Menschen, unpersönlich wenig Cafés/Gastronomie zu wenig Sitzgelegenheiten/Ruhezonen viele Fahrradfahrer/Unfallgefahr Bahnhof, Bahnhofsvorplatz Architektur/wenig schöne alte Gebäude zu wenig Grün, Hitze, zu wenig Ruhezonen Bau der U-Strab/Kombi-Lösung (nicht erwünscht) Wohnungssituation, Mietpreise keine schöne Stadt, wenig Flair Schmutz, Dreck, Müll schlechte ÖPNV-Verbindung, Verspätungen, Fahrpreise Innenstadt, Fußgängerzone, allgemein unsicher, Kriminalität, hoher Ausländeranteil, komisches Publikum, Bettler Einkaufsmöglichkeiten schlecht, keine Fachgeschäfte, zu viele Ketten Hektik/Stress/Schmutz/ Lärm, zu viele Menschen, Radfahrer zu wenig Parkplätze, hohe Parkgebühren Baustellen, Umleitungen, Verkehrssituation, Stau 202220192016 Abbildung 3.6 Karlsruhes Nachteile aus Sicht der Region 2016, 2019, 2022 TG, MFN TGNur Personen, die in den letzten zwölf Monaten nach Karlsruhe gefahren sind. MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basen2022: 956 | 2019: 958 | 2016: 705 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. „Was gefälltIhnen an Karlsruhe weniger gut?“ % 32 | Regionsumfrage 2022 TGNur Personen, die in den letzten zwölf Monaten nach Karlsruhe gefahren sind. MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basen2022: 956 | 2019: 958 | 2016: 705 | 2012: 1.100 | 2009: 1.108 | 2003: 1.060 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. 2022 2016 2019 2012 2009 2003 Baustellen, Umleitungen, Staus 10,8 Parksituation, zu teuer, zu wenig Plätze, 19,3 keine Angabe, fällt mir nichts ein 43,5 Innenstadt, Plätze, Fächerstadt 19,9 Schloss, Schlosgarten 25,8 GuteEinkaufs- möglichkeiten 29,1 Parksituation, zu teuer, zu wenig Plätze, 9,9 Baustellen, Umleitungen, Staus 15,1 keine Angabe, fällt mir nichts ein 39,7 Schloss, Schlosgarten 25,9 Innenstadt, Plätze, Fächerstadt 26,6 GuteEinkaufs- möglichkeiten 39,6 Parksituation, zu teuer, zu wenig Plätze, 10,6 keine Angabe, fällt mir nichts ein 17,8 Baustellen, Umleitungen, Staus 63,3 kulturelles Angebot 16,9 Schloss, Schlosgarten 33,8 GuteEinkaufs- möglichkeiten 45,8 Hektik, Stress, Schmutz, zu viele Menschen 18,0 Parksituation, zu teuer, zu wenig Plätze, 20,3 Baustellen, Umleitungen, Staus 81,0 kulturelles Angebot 21,7 Gute Einkaufs- möglichkeiten 44,4 Schloss, Schlosgarten 47,1 Parksituation, zu teuer, zu wenig Plätze, 9,0 keine Angabe, fällt mir nichts ein 11,0 Baustellen, Umleitungen, Staus 65,0 kulturelles Angebot 18,6 Schloss, Schlosgarten 29,2 GuteEinkaufs- möglichkeiten 34,6 keine Angabe, fällt mir nichts ein 17,2 Parksituation, zu teuer, zu wenig Plätze, 17,2 Baustellen, Umleitungen, Staus 43,1 Zoo, Stadtgarten 21,8 Schloss, Schlosgarten 39,1 GuteEinkaufs- möglichkeiten 39,5 „Was gefällt Ihnen an Karlsruhe besonders gut?“ / „Wasgefällt Ihnen an Karlsruhe weniger gut?“ Abbildung 3.7 Vorzüge und Nachteile Karlsruhes aus Sicht der Regionsbevölkerung 2003 bis 2022 TG, MFN Top-3 VorzügeTop-3 Nachteile Amt für Stadtentwicklung | 33 4. Besuch anderer Mittel- und Oberzentren Karlsruhe liegt in der Mitte des dicht besiedelten Oberrheingrabens. Im Einzugsgebiet des Oberzentrums Karlsruhe befinden sich die Mittelzentren Baden-Baden, Ettlingen und Rastatt auf baden-württembergischer sowie Landau auf rheinland-pfälzischer Seite. Die Oberzentren Mannheim, Pforzheim und Heidelberg sind in unmittelbarer Nähe erreichbar. Außerdem ist die Entfernung zur Landeshauptstadt Stuttgart und zu Freiburg relativ gering. Lebendige Stadtzentren und insgesamt eine hohe Lebensqualität für die Bürger*innen herzustellen und aufrechtzuerhalten, sind zentrale Aufgaben der Stadtentwicklung. Von modernen Zentren wird erwartet, dass sie mehrere Funktionen erfüllen und für die Besucher*innen über den Einzelhandel hinaus Besuchsanlässe bieten. Die in den letzten Jahren voranschreitende Funktionsdurchmischung der Innenstädte wird in Karlsruhe durch strategische Programme und Maßnahmen flankiert; unter anderem durch das vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) im Rahmen von „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ (ZIZ) geförderte Programm „City-Transformation“. Sämtliche Innenstädte sind dem viel beschriebenen Strukturwandel im Einzelhandel unterworfen: Mit steigenden Online-Anteilen werden im Shoppingbereich Konkurrenzsituationen für den stationären Einzelhandel erzeugt, was darüber hinaus mit Einkaufsbesuchen verbundene Aktivitäten, wie den Besuch von Gastronomie, Veranstaltungen und kulturellen Angeboten, beeinflussen kann. Wie das CIMA-Gutachten zur „Zukunftsfähigkeit der Karlsruher City als Einzelhandelsstandort 2030“ (2019) beschreibt, hat sich zwischen 2007 und 2017 das Verhältnis von Einzelhandelsumsatz und der vor Ort vorhandenen einzelhandelsrelevanten Kaufkraft – auch im Vergleich zu anderen Städten im Einzugsgebiet – rückläufig entwickelt. 2 Der sich vollziehende Strukturwandel im Einzelhandel wird durch die COVID-19-Pandemie, eine durch die hohe Inflation ausgelöste schwindende Kaufkraft sowie durch steigende Energiekosten im Zuge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine weiter beschleunigt. Wie in Kapitel 2 dargelegt, hat Corona nach Auskunft der Regionsbevölkerung das Einkaufsverhalten in Karlsruhe vor allem in Bezug auf die Besuchshäufigkeit, die Dauer stattfindender Aufenthalte sowie die Nutzung anderer Einkaufskanäle beeinflusst. Aufgrund von Corona und der damit zusammenhängenden verstärkten Homeoffice-Nutzung, findet sich die aus beruflichen Gründen einpendelnde Regionsbevölkerung seltener in den Innenstädten ein. Damit wandern insbesondere Konsumtätigkeiten von der Innenstadt in die Wohngebiete: dieses jüngst für deutsche Großstädte vom Institut für Wirtschaftsforschung untersuchte und nachgewiesene Phänomen wird als „Donut-Effekt“ bezeichnet. 3 Die Analyse des Images von Karlsruhe in der Region (Kapitel 3) belegt, dass Baustellen immer noch die dominierende Rolle bei der Wahrnehmung durch die Regionsbevölkerung einnehmen – wenn auch mit rückläufiger Bedeutung. All diese Entwicklungen lassen die über Karlsruhe hinausgehenden Besuchsgewohnheiten der Karlsruher Umlandbevölkerung im Hinblick auf andere Städte besonders interessant werden. Insgesamt teilen drei von vier (75,0 %) Einwohner*innen in der Region mit, dass sie neben Karlsruhe auch andere Städte regelmäßig aufsuchen, um dort Einkäufe und Erledigungen zu tätigen, oder um sich dort aufzuhalten. Gegenüber 2019 (82,4 %) ist der Anteil der neben Karlsruhe regelmäßig auch andere Städte besuchenden Regionsbewohner*innen etwas zurückgegangen. An erster Stelle der häufig besuchten Städte steht, wie bereits in den Vorjahren, Baden-Baden: Mehr als ein Viertel der Befragten (28,8 %) besucht die Kurstadt regelmäßig. Der beschriebene Trend einer steigenden Relevanz mittelgroßer Städte wird beim Betrachten von Abbildung 4.1 deutlich: Mit Bruchsal (19,2 %), Landau (17,7 %), Rastatt (16,3 %) und Ettlingen (13,2 %) folgen die weiteren Mittelzentren im Untersuchungsgebiet. Heidelberg (13,2 %), Mannheim (12,5 %), Pforzheim (9,6 %) und Stuttgart (9,5 %) komplettieren als weitere Oberzentren in unmittelbarer Nähe des Untersuchungsgebiets den typischen Aktionsradius der Regionsbevölkerung. Im Zeitvergleich zeigt sich, dass vor allem die Kurstadt Baden-Baden weiter an Bedeutung gewinnen konnte und auch Bruchsal, Landau und Ettlingen vermehrt regelmäßig frequentiert werden. Genauere Analysen zur Entwicklung der Einzelhandelszentralität unter CIMA Beratung + Management GmbH (2018): Gutachten zur Zukunftsfähigkeit der Karlsruher City als Einzelhandelsstandort 2030. S. 11f. Jean-Victor Alipour, Oliver Falck, Simon Krause, Carla Krolage, Sebastian Wichert (2022): Die Innenstadt als Konsumzentrum: Ein Opfer von Corona und Homeoffice? ifo Schnelldienst, 75, Nr. 10, 53-57. https://www.ifo.de/publikationen/2022/aufsatz-zeitschrift/die-innenstadt-als- konsumzentrum-ein-opfer-von-corona-und 2 3 34 | Regionsumfrage 2022 9,5 9,6 12,5 13,2 13,2 16,3 17,7 19,2 28,8 0510152025303540 Stuttgart Pforzheim Mannheim Heidelberg Ettlingen Rastatt Landau Bruchsal Baden-Baden 20222019201620122009 Abbildung 4.1 Andere regelmäßig besuchte Städte 2009 bis 2022 TG, MFN 1Sondereffekt durch Erweiterung des Untersuchungsgebiets um nördlichen Enzkreis im Jahr 2016. TGNur Befragte, die regelmäßig andere Städte aufsuchen. Nur Städte mit einem Besuchsanteil von 6 % und mehr im Jahr 2022. MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basen2022: 904 | 2019: 991 | 2016: 707 | 2012: 758 | 2009: 798 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. „Gibt es eine andere Stadt/andere Städte, die Sie regelmäßig aufsuchen, um Einkäufe oder Erledigungen dort zu machen oderum sich dortaufzuhalten?“ % 1 Amt für Stadtentwicklung | 35 Die räumliche Distanz zu den jeweiligen Städten hat einen großen Einfluss auf das Besuchsverhalten aus den verschiedenen Teilräumen des Untersuchungsgebiets. Im Detail lassen sich die Besuchsgewohnheiten der anderen Städte nach Herkunft der Befragten aus Tabelle 4.1 ablesen: Bewohner*innen des Nachbarschaftsverbands besuchen überdurchschnittlich häufig Ettlingen (48,5 %) und Bruchsal (24,2 %). Die Regionsbevölkerung des übrigen Landkreises Karlsruhe und von Bad Herrenalb besucht zu 52,9 % Bruchsal, zu 28,2 % Heidelberg und zu 24,8 % Mannheim. Von den Einwohner*innen des nördlichen Enzkreises werden Pforzheim (73,5 %) und Stuttgart (17,6 %) besonders häufig besucht. Für die Bevölkerung des nördlichen Landkreises Rastatt sind vor allem Rastatt (62,3 %) und Baden- Baden (51,6 %) wichtige Destinationsstädte. Der südliche Landkreis Rastatt und Baden-Baden steuert zum Großteil regelmäßig Baden-Baden (87,1 %) oder Rastatt (24,6 %) selbst an. Befragte in den rheinland-pfälzischen Teilräumen besuchen überdurchschnittlich häufig die Stadt Landau (88,7 % beziehungsweise 75,8 %). Schließlich frequentieren Bewohner*innen des elsässischen Befragungsgebiets überdurchschnittlich häufig Baden-Baden (61,9 %), Rastatt (28,6 %) und Landau (26,2 %). Gemeinden des Nachbarschaftsverbandsübriger Landkreis Karlsruhe, Bad Herrenalbnördlicher EnzkreisLandkreis Rastattnördlicher TeilBaden-Baden, südlicher Landkreis RastattStadt Landau und VG Landau-Landübrige SüdpfalzWissembourg und übriger Canton Wissembourg Baden-Baden28,813,67,11,551,687,14,810,161,9 Bruchsal19,224,252,95,9---2,13,25,14,8 Landau17,74,52,92,90,81,488,775,826,2 Rastatt16,34,55,9---62,324,33,23,028,6 Ettlingen13,248,57,611,810,72,91,69,14,8 Heidelberg13,212,928,27,44,15,711,37,17,1 Mannheim12,511,424,84,42,52,924,211,17,1 Pforzheim9,610,64,273,53,34,3---2,02,4 Stuttgart9,513,610,117,612,35,0---6,19,5 Anzahl Befragte insgesamt 904 132 238 68 122 140 62 99 42 „Gibt es eine andere Stadt/andere Städte, die Sie regelmäßig aufsuchen, um Einkäufe oder Erledigungen dort zu machen oder um sich dort aufzuhalten?“ – Befragte, die regelmäßig andere Städte aufsuchen. Befragteinsgesamt davon aus in Spaltenprozent Tabelle 4.1 Andere regelmäßig besuchte Städte nach Teilräumen 2022 TG, MFN TGNur Städte mit einem Besucheranteil > 6 % im Jahr 2022. MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summen größer als 100%. Basis 904 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. Abbildung 4.2 zeigt die räumlichen Besuchsmuster anderer Städte in Kartenform. Hier sind alle Besuchsströme dargestellt, bei denen mindestens 20 Prozent der Einwohner*innen eines Teilraums die jeweilige Stadt regelmäßig aufsuchen. Aus dem Teilraum Stadt Landau und Verbandsgemeinde Landau Land besuchen zum Beispiel 88,7 % der Befragten Landau selbst und 24,8 % Mannheim. Aus dem Gebiet nördlicher Enzkreis wird lediglich Pforzheim von mehr als einem Fünftel (73,5 %) der Befragten regelmäßig angesteuert. 36 | Regionsumfrage 2022 Staats- beziehungsweise Landesgrenze Grenze der (Verbands-) Gemeinden beziehungsweise Cantons Zeichenerklärung innerhalb des Untersuchungsgebiets Staats- beziehungsweise Landesgrenze Grenze der (Verbands-) Gemeinden beziehungsweise Cantons Zeichenerklärung innerhalb des Untersuchungsgebiets Baden-Baden Bruchsal Landau Ettlingen Rastatt Heidelberg Mannheim Pforzheim Karlsruhe Abbildung 4.2 Meistbesuchte andere Städte nach Teilräumen 2022 1 1 Darstellung der Besuchsströme ab 20 Prozent der Wohnbevölkerung im Teilraum. Basis 904 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. Amt für Stadtentwicklung | 37 Im Zeitvergleich wird deutlich, dass die Mittelzentren Baden- Baden, Bruchsal, Ettlingen und Landau die regionale Bindung in den letzten Jahren deutlich erhöhen konnten: „ So wird Baden-Baden sowohl von Bewohnerinnen und Bewohnern aus dem südlichen Landkreises Rastatt und Baden-Baden selbst (2019: 63,0 %, 2022: 87,1 %) und des Teilraums Wissembourg (2019: 46,2 %, 2022: 61,9 %) wesentlich häufiger besucht als noch vor drei Jahren. „ In Bruchsal stieg der Anteil der regelmäßigen Besucher*innen aus dem übrigen Landkreis Karlsruhe, Bad Herrenalb von 20,7 % im Jahr 2012, über 28,3 % im Jahr 2016, auf 49,6 % im Jahr 2019 und aktuell 52,9 %. „ Ettlingen kann vor allem Besucherzuwächse aus den Gemeinden des Nachbarschaftsverbands (2019: 30,6 %, 2022: 48,5 %) verzeichnen. „ Für Landau ergeben sich vor allem aus dem Raum Landau selbst (2012: 47,1 %, 2016: 65,5 %, 2019: 74,6 %, 2022: 88,7 %) und aus der übrigen Südpfalz (2012: 54,8 %, 2016: 59,4 %, 2019: 71,7 %, 2022: 75,8 %) Besuchergewinne. „ Dagegen hat Rastatt nach einem sukzessiven Bedeutungsgewinn ausgehend von 2009 deutliche Besucherverluste aus den Gemeinden des Nachbarschaftsverbands (2009: 16,2 %, 2012: 25,2 %, 2016: 46,6 %, 2019: 30,6 %, 2022: 4,5 %) und zuletzt auch grenzüberschreitend (2019: 59,0 %, 2022: 28,6 %) hinnehmen müssen. Die über Karlsruhe hinaus mobile Regionsbevölkerung wurde offen nach den Beweggründen für den Besuch der anderen Städte gefragt. Hierbei konnten mehrere ausschlaggebende Anlässe genannt werden. Wie bereits beschrieben, hat die Nähe zu den jeweiligen Städten einen großen Einfluss auf die Besuchshäufigkeit in der jeweiligen Stadt: 38,3 % der Befragten geben als Besuchsgründe für eine andere Stadt die Entfernung und die gute Erreichbarkeit an (Tabelle 4.2). Einkaufen und Shopping steht mit 16,4 % an Rang zwei der Anlässe, gefolgt von der Aussage „schöne Stadt/(Gegend) gefällt mir“ (15,9 %), „(bessere) Angebote/Auswahl an Geschäften/ Einkaufsmöglichkeiten“ (15,5 %) oder die andere Stadt stellt den Wohnort der Befragten dar (15,0 %). Im Vergleich zur Regionsumfrage 2019 ist die Bedeutung der Entfernung und der guten Erreichbarkeit beim Besuch anderer Städte konstant geblieben (2019: 38,6 %), während der damals am häufigsten geäußerte Besuchsgrund des Einkaufens (2019: 51,0 %) erheblich nachgelassen hat (Abbildung 4.3). 5,4 0,7 1,3 1,9 2,6 3,7 4,0 4,7 5,8 6,1 6,3 8,5 11,6 12,5 15,0 15,5 15,9 16,4 38,3 0102030405060 Sonstiges Ausflug, Wandern, Natur Größe der Stadt, Struktur zur Abwechslung, mal was anderes sehen Freizeit Kultur (Museum, Veranstaltungen, Konzert...) bummeln/spazieren gehen Arzt, Behörden et cetera persönlicher Bezug Gastronomie, ausgehen, weggehen, Nachtleben Stadt besichtigen, Sehenswürdigkeiten, Sightseeing Arbeitsplatz, Studium Atmosphäre (ruhig, gepflegt, macht Spaß...) Familie, Freunde, Bekannte besuchen Wohnort (bessere) Angebote, Auswahl an Geschäften, Einkaufsmöglichkeiten schöne Stadt, (Gegend) gefällt mir einkaufen/shoppen Entfernung, in der Nähe, gute Erreichbarkeit 2022 2019 Abbildung 4.3 Gründe für den Besuch anderer 2019 und 2022 MFN MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basen 2022: 904 | 2019: 991 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. „Warum suchen Sie die Stadt ... auf?“| Nur Befragte, die regelmäßig andere Städte aufsuchen % 38 | Regionsumfrage 2022 Baden-BadenBruchsalLandauRastattEttlingenHeidelberg MannheimPforzheimStuttgart Entfernung, in der Nähe, gute Erreichbarkeit38,331,248,330,628,633,65,07,141,42,3 einkaufen/shoppen16,413,18,011,918,45,99,216,827,624,4 schöne Stadt, (Gegend) gefällt mir15,913,87,55,64,824,425,215,9---9,3 (bessere) Angebote, Auswahl an Geschäften, Einkaufsmöglichkeiten 15,55,011,56,95,49,210,129,23,433,7 Wohnort15,011,211,518,821,117,6------------ Familie, Freunde, Bekannte besuchen12,53,85,28,84,85,99,212,418,416,3 Atmosphäre (ruhig, gepflegt, macht Spaß...)11,68,56,310,62,711,815,12,7---3,5 Arbeitsplatz, Studium8,53,82,33,88,20,86,76,28,012,8 Stadt besichtigen, Sehenswürdigkeiten, Sightseeing6,35,41,71,92,70,821,80,9---2,3 Gastronomie, ausgehen, weggehen, Nachtleben6,14,23,41,92,74,27,65,33,43,5 Sonstiges5,42,72,36,95,41,72,52,75,74,7 persönlicher Bezug5,81,94,62,51,43,44,27,18,03,5 Arzt, Behörden et cetera4,73,82,94,47,54,22,52,75,71,2 bummeln/spazieren gehen4,06,91,71,3---1,75,00,91,14,7 Kultur (Museum, Veranstaltungen, Konzert...)3,73,8---1,3------4,23,5---12,8 Freizeit2,61,90,64,41,4---1,7---1,12,3 zur Abwechslung, mal was anderes sehen1,90,80,60,61,4---3,47,11,13,5 Größe der Stadt, Struktur1,30,41,70,60,72,5---------1,2 Ausflug, Wandern, Natur0,70,8------0,7---1,70,9------ Anzahl Befragte insgesamt 904 260 174 160 147 119 119 113 87 86 „Warum suchen Sie die Stadt ... auf?“ – Befragte, die regelmäßig andere Städte aufsuchen. alle besuchtenanderen Städte darunter in Prozent Tabelle 4.2 Gründe für den Besuch anderer Städte 2022 MFN MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summen größer als 100%. Basis 904 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. Amt für Stadtentwicklung | 39 Abschließend beinhalten die Steckbriefe für die neun am häufigsten besuchten anderen Städte in der Karlsruher Umgebung die meistgenannten Besuchsgründe für die jeweilige Stadt (Abbildung 4.4). Zusätzlich zum Besuch von Karlsruhe wird Baden-Baden von 28,8 % der Regionsbevölkerung regelmäßig für Einkäufe und Erledigungen besucht oder um sich dort aufzuhalten. Offen nach den Gründen für diese Besuche gefragt, nennen fast ein Drittel die Entfernung oder die gute Erreichbarkeit von Baden-Baden (31,2 %), 13,8 % äußern als Grund, dass Baden-Baden eine schöne Stadt sei und 13,1 % führen Einkaufen und Shoppen als Beweggründe für den Besuch in Baden-Baden an. Die 13,2 % der Befragten, die regelmäßig Heidelberg besuchen, führen zu rund einem Viertel an, dass es sich um eine schöne Stadt handele, die gefalle (25,2 %). Daneben steuern die Regionsbewohner*innen Heidelberg für Stadtbesichtigungen und Sehenswürdigkeiten an (21,8 %) oder nennen die ruhige und gepflegte Atmosphäre in der kurpfälzischen Stadt. „Gibt es eine andere Stadt/andere Städte, die sie regelmäßigaufsuchen, um Einkäufe oder Erledigungen dort zu machen oder um sich dort aufzuhalten?“ / „Warum suchen Sie dieStadt ... auf?“ TG Abbildung 4.4 Top-3-Besuchsgründeder am häufigsten besuchten anderen Städte 2022 1, MFN Baden-Baden | 28,8 % 31,2 % 13,8 % 13,1 % Entfernung/in der Nähe/ gute Erreichbarkeit schöne Stadt/ (Gegend) gefällt mir Einkaufen/Ehoppen Bruchsal | 19,2 % 48,3 % 11,5 % 11,5 % Entfernung/in der Nähe/ gute Erreichbarkeit (bessere) Angebote/Auswahl an Geschäften/ Einkaufsmöglichkeiten Wohnort Landau | 17,7 % 30,6 % 18,8 % 11,9 % Entfernung/in der Nähe/ gute Erreichbarkeit Wohnort Einkaufen/Shoppen Rastatt | 16,3% 28,6 % 21,1 % 18,4 % Entfernung/in der Nähe/ gute Erreichbarkeit Wohnort Einkaufen/Shoppen Ettlingen | 13,2 % 33,6 % 24,4 % 17,6 % Entfernung/in der Nähe/ gute Erreichbarkeit schöne Stadt/ (Gegend) gefällt mir Wohnort Heidelberg | 13,2 % 25,2 % 21,8 % 15,1 % schöne Stadt/ (Gegend) gefällt mir Stadt besichtigen/ Sehenswürdigkeiten/ Sightseeing Atmosphäre (ruhig, gepflegt, macht Spaß ...) Mannheim | 12,5% 29,2 % 16,8 % 15,9 % (bessere) Angebote/Auswahl an Geschäften/ Einkaufsmöglichkeiten Einkaufen/Shoppen schöne Stadt/ (Gegend) gefällt mir Pforzheim | 9,6% 41,4 % 27,6 % 18,4 % Entfernung/in der Nähe/ gute Erreichbarkeit Einkaufen/Shoppen Familie/Freunde/ Bekannte besuchen Stuttgart | 9,5% 41,4 % 24,4 % 16,3 % (bessere) Angebote/Auswahl an Geschäften/ Einkaufsmöglichkeiten Einkaufen/Shoppen Familie/Freunde/ Bekannte besuchen 1Keine Darstellung von Städten mit einem Besuchsanteil von unter 6 Prozent. TGNur Befragte, die regelmäßig andere Städte aufsuchen. MFNMehrfachnennungen möglich, daher Summe ungleich 100 %. Basis904 Befragte mit Antwort. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Regionsumfrage 2022. 40 | Regionsumfrage 2022 © Monika Müller-Gmelin Amt für Stadtentwicklung | 41 Anhang: Fragebogen Image und Besuchsverhalten 1. Wenn Sie Karlsruhe beschreiben sollen, was fällt Ihnen da spontan ein? ________________________________________________________________________________________________ 2. Wann waren Sie das letzte Mal in Karlsruhe? Wenn unsicher: War die U-Bahn schon in Betrieb? ________________________________________________________________________________________________ 3. Wie häufig fahren Sie nach Karlsruhe? Täglich oder mehrmals pro Woche ► Frage 4 Einmal pro Woche ► Frage 4 Zwei- bis dreimal pro Monat ► Frage 4 Einmal im Monat ► Frage 4 Weniger als einmal im Monat ► Frage 4 Bin in den letzten 12 Monaten nicht nach Karlsruhe gefahren ► Frage 9 Keine Antwort ► Frage 4 Nur wenn Frage 3 „keine Antwort“ oder mindestens „weniger als einmal im Monat“: 4. Welches Verkehrsmittel benutzen Sie dabei in der Regel? (maximal 2 Nennungen) Pkw als Selbstfahrer*in Pkw als Mitfahrer*in Öffentlicher Verkehr (Straßenbahn/Stadtbahn/Eisenbahn/Bus) Mofa/Moped/Motorrad Pedelec/E-Bike Fahrrad Zu Fuß Keine Antwort 5. Was gefällt Ihnen an Karlsruhe besonders gut? ________________________________________________________________________________________________ 6. Was gefällt Ihnen an Karlsruhe weniger gut? ________________________________________________________________________________________________ 42 | Regionsumfrage 2022 7. Was würden Sie einer auswärtigen Besucherin/einem auswärtigen Besucher in der Stadt unbedingt zeigen, wenn sie/er Karlsruhe richtig kennen lernen soll – also welche Besonderheiten, welche Orte oder Plätze? ________________________________________________________________________________________________ 8. Denken Sie einmal daran, was Sie im Laufe eines Jahres bei einem Besuch in Karlsruhe so alles unternehmen oder erledigen. Sagen Sie mir bei den folgenden Dingen jeweils einfach mit „ja“ oder „nein“, ob das auf Sie zutrifft. 1 arbeite in Karlsruhe 2 gehe in Karlsruhe zur Berufsausbildung/Lehre/Schule/Hochschule 3 Einkaufen in der Fußgängerzone 4 Einkaufen im Einkaufszentrum Ettlinger Tor (ECE-Center) 5 Einkaufen in Fachmärkten oder Supermärkten außerhalb der Innenstadt 6 Essen gehen, Kneipenbesuch 7 Besuch von Freunden, Verwandten, Bekannten 8 Besuch von Schloss/Schlossgarten 9 Besuch Zoo/Stadtgarten 10 Behördengänge 11 Aufsuchen von Krankenhäusern, Ärzten, Fachärzten 12 Aufsuchen von Anwälten, Steuerberatern, Banken, Bausparkassen 13 Besuch von Sportveranstaltungen (KSC, Basketball, Stadtmarathon, Volleyball, Leichtathletik-Meeting o. ä.) 14 Besuch des Europabades 15 Besuch anderer Frei- oder Hallenbäder 16 Besuch anderer Sporteinrichtungen (Tennis-/Squash-Anlage, Fitnesscenter etc.) 17 Besuch von Diskotheken, Clubs, Tanzlokalen, Kneipen 18 Besuch von Messen (Offerta, INVENTA, ART-Karlsruhe usw.) 19 Besuch der Weihnachtsstadt Karlsruhe (z. B. Christkindlesmarkt, Eislaufen) 20 Besuch von Events auf dem Marktplatz (Stadtfest usw.) 21 Besuch der Karlsruher Mess‘ 22 Besuch von Events auf dem Schlossplatz (Schlosslichtspiele usw.) 23 Besuch des ZKM-Museums/Städtische Galerie 24 Besuch von Museen und Ausstellungen 25 Besuch des Filmpalasts am ZKM 26 Besuch eines anderen Kinos oder einer Filmveranstaltung (z. B. Schauburg, Open-Air Kino) 27 Besuch von Theaterveranstaltungen, Konzerten, Musikveranstaltungen 28 Besuch von Veranstaltungen im Alten Schlachthof, Tollhaus, Sandkorntheater usw. 29 Besuch des Open-Air-Konzerts „Das Fest“ 30 Besuch anderer Einrichtungen: _____________________________________ Nur wenn Antwortmöglichkeiten 23, 24, 27 und 28 nicht genannt werden: 8.1 Sie haben angegeben, dass Sie Theatervorstellungen, Museen und Kulturveranstaltungen in Karlsruhe in der Regel nicht besuchen. Können Sie mir sagen, was Sie dazu bewegen würde, ein solches kulturelles Format zu besuchen? ___________________________________________________________________________________________ Amt für Stadtentwicklung | 43 Nur wenn mindestens eine Antwortmöglichkeit von 13 bis 30 genannt wird: 8.2 Nutzen Sie den Besuch von Veranstaltungen in Karlsruhe, um davor oder danach auch in der Karlsruher Innenstadt einzukaufen? Ja, das verbinde ich immer Ja, meistens Ja, selten Nein 9. Ist Karlsruhe für Sie eine attraktive Großstadt, oder fehlt da aus Ihrer Sicht insgesamt noch etwas? ja, ist aus meiner Sicht attraktiv ► Frage 10 teils-teils ► Frage 9.1 nein, keine attraktive Großstadt, es fehlt noch etwas ► Frage 9.1 sehe Karlsruhe nicht als Großstadt ► Frage 9.1 kenne Karlsruhe kaum ► Frage 10 keine Antwort ► Frage 10 Nur wenn Frage 9 mit „teils-teils“, keine attraktive oder allgemein nicht als Großstadt gesehen wird: 9.1. Was fehlt aus Ihrer Sicht, was muss noch geboten werden, damit Karlsruhe eine attraktive Großstadt wird? _____________________________________________________________ offene Antworten im Volltext erfassen! 44 | Regionsumfrage 2022 Innenstadt und Einkaufen 10. Wenn Sie zum Einkaufen in die Karlsruher Innenstadt kommen, wohin gehen Sie da in aller Regel – in die Fußgängerzone Kaiserstraße, in die Postgalerie oder ins Einkaufszentrum Ettlinger Tor (ECE-Center)? Fußgängerzone Kaiserstraße Einkaufszentrum Postgalerie (seit 2016) Einkaufszentrum Ettlinger Tor Überall hin (alle drei Innenstadtbereiche) Woanders hin (innerhalb der Innenstadt, z. B. Ludwigsplatz, Waldstraße) Keine Antwort 11. Gibt es weitere Stadtteile von Karlsruhe, die Sie im Laufe eines Jahres zum Einkaufen besuchen? Wenn ja, welche? ________________________________________________________________________________________________ 12. Wie hat sich Ihr Einkaufsverhalten aufgrund der Corona-Pandemie verändert? Sagen Sie mir bei den folgenden Dingen jeweils einfach mit „ja“ oder „nein“, ob das auf Sie zutrifft. (Mehrfachnennungen sind möglich) Ich besuche die Karlsruher Innenstadt generell weniger Meine Besuche in der Karlsruher Innenstadt fallen kürzer aus Ich bevorzuge aufgrund der Corona-Pandemie ein anderes Verkehrsmittel Ich kaufe aufgrund der Corona-Pandemie vermehrt Online ein Keine Veränderungen Sonstiges: ___________ 13. Informieren Sie sich vor der Anreise über Angebote in der Karlsruher Innenstadt? Ja ► Frage 13.1 Nein ► Frage 14 Nur wenn Frage 13 mit „Ja“ beantwortet wurde: 13.1 Wenn ja, zu welchen Themen? Anstehende Veranstaltungen Öffnungszeiten von Geschäften Anreise und Erreichbarkeit Lieferoptionen von Geschäften Produkte und deren Verfügbarkeit Sonstiges, und zwar: _ _ _ _ _ Amt für Stadtentwicklung | 45 13.2 Wenn ja, wo? Karlsruhe-erleben.de Google oder andere Suchmaschinen Webseiten einzelner Geschäfte Facebook Instagram Über eine andere Seite/Plattform, und zwar: _ _ _ _ _ Über Radio, Zeitung, Werbung Auf andere Art, und zwar: _ _ _ _ _ 14. Haben Sie schon einmal eine Werbeanzeige für die Karlsruher Innenstadt wahrgenommen? Ja ► Frage 14.1 Nein ► Frage 15 14.1 Wenn ja, wo? Internet (Banner auf Webseiten etc.) App-Werbung (Anzeigen) Social Media (Facebook, Instagram etc.) Radio Zeitung Plakate Andere, und zwar: _ _ _ _ _ 15. Die City Initiative Karlsruhe wirbt mit verschiedenen Aktionen für lokale Unternehmen aus Einzelhandel, Gastronomie und Kultur. Kennen Sie den Karlsruher Geschenkgutschein? Ja Nein 16. Ende 2019 wurde die neue Touristen-Information „Schaufenster Karlsruhe“ am Marktplatz eröffnet. Haben Sie diese schon einmal besucht? Ja, mehrmals Ja, einmal Nein, noch nicht Weiß nicht 17. Entspricht die Karlsruher Innenstadt Ihren Vorstellungen von einem attraktiven Stadtzentrum, oder gibt es da noch Dinge, die fehlen oder verbessert werden müssten? Entspricht den Vorstellungen ► Frage 18 Es fehlt einiges, Verbesserungen nötig ► Frage 17.1 Keine Antwort ► Frage 18 46 | Regionsumfrage 2022 Nur wenn Person Verbesserungspotenziale sieht: 17.1 Sie haben gesagt, es sind Verbesserungen nötig. An was denken Sie dabei vor allem? _________________________________________________________________________________________ 18. Wenn Sie an den Einzelhandel in der Karlsruher Innenstadt denken, fallen Ihnen da Branchen oder Angebote ein, die Sie vermissen? ________________________________________________________________________________________________ 19. Sagen Sie mir doch bitte, wie Sie die folgenden Dinge in der Karlsruher Innenstadt bewerten. Verteilen Sie dazu Schulnoten von 1 (sehr gut) bis 6 (ungenügend). 1 Warenangebot 2 Beratung durch Verkaufspersonal 3 Gestaltung der Geschäfte 4 Service der Geschäfte rund ums Einkaufen (z. B. Geschenkgutscheine, Lieferservice mit dem Radkurier) 5 Onlineshops und Online-Service der Innenstadtgeschäfte 6 Erlebniswert des Einkaufens 7 Ausstattung mit Cafés, Restaurants 8 Öffentliche Sicherheit auf den Straßen und Plätzen der Innenstadt 9 Erreichbarkeit mit dem Fahrrad 10 Erreichbarkeit mit Straßenbahn und Bus 11 Erreichbarkeit mit dem Auto 12 Ladesäulen für E-Pkw oder Pedelec/E-Bike 13 Sauberkeit auf den Straßen, Plätzen und Grünanlagen 14 Gestaltung der Verbindungswege und Passagen 15 Ruhezonen, Sitzmöglichkeiten, Treffpunkte im Freien 16 Ausgestaltung der Fußgängerzone 17 Gesamteindruck der Straßen, Plätze und Gebäude 18 Veranstaltungsangebot 19 Wenn Frage 16 mit „Ja“ beantwortet: Touristen-Information „Schaufenster Karlsruhe“ 20. Ende 2021 wurde in der Karlsruher Innenstadt die U-Bahn eröffnet. Was erwarten Sie von einer neu gestalteten Fußgängerzone in der schienenfreien Kaiserstraße? ________________________________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________________________________ ________________________________________________________________________________________________ Amt für Stadtentwicklung | 47 21. Was wären geeignete Neuerungen in der Karlsruher Innenstadt, welche die Aufenthaltsqualität und das Flair für Sie persönlich entscheidend verbessern würden? Sagen Sie mir bitte jeweils, wie geeignet die folgenden Maßnahmen für Sie persönlich wären. ... würde für mich/meine Familie die Aufenthaltsqualität... sehr verbessern etwas verbessern neutral/ weiß nicht verschlechtern Kostenfreie Angebote/Einrichtungen für Kinder (Spielmöglichkeiten) Kostenfreie Kulturangebote in direkter Nachbarschaft zu den Geschäften Mehr Sitzgelegenheiten Mehr Verschattungselemente wie z. B. Sonnenschutzsegel Mehr Begrünung wie z. B. Grüninseln und Gebäudebegrünung „Digital Lounges“ mit kostenfreiem W-LAN, Lademöglichkeiten für Elektrogeräte Mehr Trinkwasserbrunnen Mehr öffentliche Toiletten Reduktion des innerstädtischen Autoverkehrs, z.B. durch Anlieferer Stärkere Reglementierung des innerstädtischen Fahrradverkehrs Sonstige Angebote, und zwar: 22. Wie häufig kaufen Sie Produkte auch online im Internet ein? mindestens einmal wöchentlich einmal in 2 Wochen einmal im Monat einmal im Quartal einmal im halben Jahr einmal im Jahr und seltener keine Antwort 23. Gibt es eine andere Stadt/Städte, die Sie regelmäßig aufsuchen, um Einkäufe oder Erledigungen dort zu machen oder um sich dort aufzuhalten? Baden-Baden Mannheim Heidelberg Landau Stuttgart Bruchsal Rastatt Ettlingen Pforzheim Speyer Freiburg andere Stadt: _ _ _ _ _ Wenn andere Städte genannt wurden. 23.1 Warum suchen Sie Stadt 1/2/3 auf? _________________________________________________________________________________________ 48 | Regionsumfrage 2022 Soziodemografie Um Einschätzungen der Bürgerinnen und Bürger auch nach Teilgruppen der Bevölkerung auswerten zu können, benötigen wir noch einige statistische Angaben von Ihnen. S1 Ihr Geschlecht: Männlich Weiblich Divers S2 Ihr Geburtsjahr: __ __ __ __ S3 Mit welchen Personen leben Sie ständig in Haushalts- und Wirtschaftsgemeinschaft zusammen? Ich lebe alleine ► S5 Mit Ehe-/ Lebenspartner*in Ich bin alleinerziehend Mit Kind/Kindern (unter 18 Jahren) Mit erwachsenem Kind/Kindern (ab 18 Jahre) Mit Eltern/Elternteil Mit Verwandten In einer Wohngemeinschaft Wenn Person nicht alleine lebt: S4 Bitte geben Sie das Geburtsjahr der ständig mit Ihnen im Haushalt lebenden Personen an (z. B. Partner*in, Kinder, Eltern etc.): keine WG-Mitglieder 1. Person _ _ _ _ Geburtsjahr (z. B. Partner*in) 2. Person _ _ _ _ Geburtsjahr (z. B. Kind) 3. Person _ _ _ _ Geburtsjahr 4. Person _ _ _ _ Geburtsjahr 5. Person _ _ _ _ Geburtsjahr ..................................... S5 Welche Staatsangehörigkeit haben Sie? Die deutsche Die deutsche und eine andere: _ _ _ _ _ _ _ _ Eine andere: _ _ _ _ _ _ _ _ S6 Wo wurden Ihre Eltern geboren? Beide Eltern in Deutschland geboren Eltern(-teil) im Ausland geboren S7 Welchen höchsten Schul- bzw. Hochschulabschluss haben Sie? Noch Schüler*in Ohne Abschluss/Sonderschulabschluss Volksschul-/Hauptschulabschluss Realschulabschluss/Mittlere Reife Abitur/(Fach-)Hochschulreife Hochschul-/ Fachhochschulabschluss S8 In welchem Tätigkeitsverhältnis stehen Sie? ganztags berufstätig in Teilzeit, stundenweise bzw. geringfügig beschäftigt Schüler*in, in Lehre, Berufsausbildung, Praktikum, Wehr-/ Freiwilligendienst Student*in arbeitslos in Elternzeit Rentner*in, Pensionär*in Hausfrau/Hausmann Amt für Stadtentwicklung | 49 S9 Bitte geben Sie Ihr Haushalts-Nettoeinkommen an (nach Abzug von Steuern und Abgaben), über das Ihr Haushalt insgesamt monatlich verfügt: Rechnen Sie also z. B. das Einkommen von Ihrem Ehepartner*in und Ihnen zusammen und geben Sie die volle Summe an. Hierzu zählen NICHT Einkommen von WG-Mitbewohnenden oder der Partnerin/dem Partner, die nicht mit Ihnen zusammenwohnen. Unter 750 € 750 € bis unter 1.500 € 1.500 € bis unter 2.250 € 2.250 € bis unter 3.000 € 3.000 € bis unter 4.000 € 4.000 € bis unter 5.000 € 5.000 € bis unter 6.000 € 50 | Regionsumfrage 2022 Amt für Stadtentwicklung | 51

  • Protokoll GR TOP 5
    Extrahierter Text

    Niederschrift 48. Plenarsitzung des Gemeinderates 28. März 2023, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 5. Punkt 5 der Tagesordnung: Regionsumfrage 2022 Vorlage: 2023/0188 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt die Ergebnisse der Regionsumfrage 2022 zur Kenntnis. Abstimmungsergebnis: Kenntnisnahme, keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 5 zur Behandlung auf und verweist auf die er- folgte Vorberatung im Hauptausschuss am 14. März 2023. Stadträtin Böringer (FDP): Vielen Dank zunächst mal an das Amt für Stadtentwicklung. Diese Daten helfen uns bei der gemeinderätlichen Arbeit und schön, dass wir uns heute öf- fentlich im Plenum darüber unterhalten können. Es ist ganz interessant zu erfahren, dass der ÖPNV von rund einem Drittel der Region genutzt wird, um Karlsruhe zu besuchen. Viel- leicht war das große Infrastrukturprojekt Kombilösung am Ende doch ein Baustein hin zu mehr Klimaschutz durch Änderung des Nutzerverhaltens. Aber auch wenn ein Drittel den ÖPNV nutzt, so bleibt das Auto mit 60 Prozent immer noch das stärkste Transportmittel zum Erreichen der Stadt. Zusätzlich nimmt der Anteil der Selbstfahrer ab und der Anteil der Mitfahrer zu. Wenn man dann noch den Aspekt hinzunimmt, dass seit Eröffnung des Stadtbahntunnels bereits 75 Prozent der Region Karlsruhe besucht hat, dann spiegelt dies den Erfolg dieses Zukunftsprojektes eindrücklich wider. Gleichzeitig möchten wir festhalten, dass weitere Behinderungen des Individualverkehrs den Wohlstand hier vor Ort gefährden und am Ende auch den Wohlstand, den die politi- schen Kräfte dieser Behinderung so gerne nutzen. Wir dürfen auch nicht vergessen, dass gerade auch Berufspendlerinnen und Berufspendler nicht selten auf das Auto angewiesen sind. – 2 – Auch wenn dieser Themenkomplex City erst in einer anderen Bewertung eine genaue Be- trachtung erfährt, möchten wir noch auf einige Forderungen dazu hinweisen. Der Leer- stand in der Innenstadt ist alarmierend. Hier wünschen wir uns ein stärkeres und zielgerich- teteres Engagement der Wirtschaftsförderung und ein zügiges Abräumen erledigter Bau- stellen durch die KASIG und die KVV, Stichwort unansehnlicher Europaplatz. Auch schlie- ßen wir uns der Regionsumfrage an, dass die negativen Aspekte der zu hohen Parkgebüh- ren in keiner Weise eine Unterstützung für Wirtschaft, Handel und Wohlstand in der Fä- cherstadt sind. Jetzt noch eine Schlussbemerkung, 2019 hieß es in der Regionsumfrage, das Image als Be- amtenstadt sei zurückgegangen. Damals wollte ich mich dazu als Bundesbeamtin nicht äu- ßern. Heute darf ich feststellen, das aktuelle Image laut Regionsumfrage als Baustellenstadt ist keine deutliche Verbesserung. Stadtrat Schnell (AfD): Frau Böringer hat schon einiges vorweggenommen, was ich jetzt ei- gentlich sagen wollte. Damit es nicht einfach nur nicht zur Kenntnis genommen wird, son- dern verschwindet, diese Umfrage, möchte ich noch auf diesen Aspekt der 60 Prozent der erwachsenen Bevölkerung, die mit dem Auto in die Stadt fahren, hinweisen. Wenn wir hier eine Veränderung des Model Split wollen, und zwar nicht in dem Sinne, dass die Autofah- rer einfach wegbleiben, sondern dass sie umsteigen auf andere Verkehrsmittel, dann ge- schieht dies, und das hat uns damals der Dieter Ludwig in toller Weise vorgeführt, durch Angebotsverbesserungen und durch eine Verlässlichkeit des Systems. Da müssen wir hin, wenn wir eine Änderung des Verkehrsverhaltens bewirken wollen. Durch Restriktionen des Autoverkehrs schaffen wir zwar prozentual einen niedrigeren Au- toanteil, aber die Leute fahren dann ganz einfach woanders hin. Ich muss nur an meine Nachbarn denken, die fahren immer nach Kandel zum Einkaufen. Da kann man schön par- ken, die Stadt ist nett und ordentlich, es gibt feine Geschäfte. Die sind da ganz zufrieden. Die gehen nicht von Neureut aus in die Innenstadt. Zweites Beispiel, wir wollen den Fahrradverkehr fördern, und dann sollten wir das auch in dem Sinne tun, dass wir wirklich etwas für den Fahrradverkehr tun. Wenn ich jetzt an den Radweg entlang der Linkenheimer Landstraße denke, das ist ein Sturzacker. Da passiert aber überhaupt nichts, denn dort frisch zu asphaltieren, würde den Individualverkehr nicht einschränken, denn hier in der Stadt, ist einfach mein Eindruck, macht man Maßnahmen für die Radfahrer am liebsten dann, wenn man damit den motorisierten Verkehr behindert. Einen zweiten Punkt, auf den ich eingehen will, das sind die unsäglichen Ladenschließun- gen, die wir im Zuge der Maßnahmen wegen des COVID-Virus über uns ergehen lassen mussten. Da muss man schon fragen, wo war Karlsruhe, als über 40 Städte in Stuttgart, al- len voran Boris Palmer aus Tübingen, gegen diese Schließungen protestiert haben? Die Stadtverwaltung hat es einfach hingenommen. Wenn ich jetzt an meine älteste Schwester denke, die hat mit 75 Jahren das Online-Einkaufen zu schätzen gelernt und will davon auch nicht mehr zurück. Wir haben Kunden verloren, die wir nur schwer zurückgewinnen können. Ein anderer Aspekt, hat Frau Böringer gesagt, ist, wie die Innenstadt sich für Auswärtige darstellt, die vielen Leerstände und auch überhaupt wie es aussieht, das ist nicht unbedingt ein Ausstellungsstück. – 3 – Stadträtin Fahringer (GRÜNE): Karlsruhe ist eine attraktive Stadt, und Karlsruhe ist zu Recht das Oberzentrum unserer Region. Ja, sie hat das Image einer Baustellenstadt. Ich kenne die Stadt nicht anders, und ich liebe sie so. Jetzt kurz ein paar Worte zu den Ergebnissen. Wir begrüßen, dass diese Umfrage so regel- mäßig durchgeführt wird und einfach nur, ich habe das so gelesen, dass die Selbstfah- rer*innen sehr wohl abgenommen haben, nämlich von 60 Prozentpunkte auf 50 Prozent- punkte 2016 zu der Umfrage 2022, und der ÖPNV hat zugenommen. Also diejenigen, die jetzt mit dem ÖPNV kommen, dieser Anteil ist mehr geworden. Deswegen wollte ich das jetzt so nicht stehen lassen. Auch der Leerstand ist bedauerlich in der Innenstadt. Dennoch sehen wir, dass über 80 Prozent das Shoppen als primären Besuchsanlass von Karlsruhe an- geben. Auch wenn Sie am Samstag oder auch unter der Woche durch die Innenstadt fla- nieren, dann können Sie das bestätigen. Auf der Kaiserstraße ist jetzt immer viel los, und das begrüßen wir sehr. Stadtrat Ehlgötz (CDU): Lassen Sie mich auf einen Punkt eingehen, das ist der letzte Punkt Ihrer Regionalumfrage. Wir müssen erkennen, dass andere Städte aufgeholt haben und dass andere Städte versuchen, uns den Rang abzulaufen. Deshalb gilt alle Kraft darauf zu bündeln, dass wir uns orientieren nach dem, wie wir eben beschlossen haben in der Vor- lage, Verkaufsoffene Sonntage, als kleines Beispiel. Hier sehen wir, was es bringt, wenn wir Menschen in die Stadt holen, dass sie darüber reden. Karlsruhe ist, davon bin ich felsenfest überzeugt, auf einem guten Weg, dass diese Innenstadt in naher Zukunft belebt wird, dass sie mit Leben erfüllt wird und dass wir wieder zurückkommen. Wir werden den Internet- handel, meine sehr verehrten Damen und Herren, nicht stoppen können, aber wir können mit vielen kleinen Faktoren gemeinsam es erreichen, dass die Menschen wieder zurück in die Stadt kommen. Da wird die Kombilösung ein Beitrag sein, aber da wird auch vor allem unsere Kaiserstraße einen Beitrag dazu leisten, die wir dann in irgendeiner kurzen Zeit, sage ich einmal, dann eröffnen werden. Deshalb gilt es alle Möglichkeiten auszunutzen. Wir müssen und dürfen unseren Wettbewerb aus anderen Oberzentren nicht aus dem Auge verlieren. Stadträtin Melchien (SPD): Ich kann es ganz kurz machen. Auch wir nehmen die Ergebnisse zur Kenntnis, sind sehr stolz auf die positiven Dinge, die hier auch bemerkt werden in der Regionsumfrage. Zwei Dinge, die noch nicht angesprochen wurden, gerade die Anziehungskraft aus Frank- reich. Wir hatten eben erst unsere regelmäßigen Gespräche mit unserer Partnerstadt. Das ist natürlich besonders hervorzuheben. Das sollten wir auch schätzen und pflegen und auf der anderen Seite natürlich auch, welche Anziehungskraft unsere besonderen Einrichtun- gen, wie beispielsweise der Zoo, durchaus genannt werden. Das wollten wir noch einmal betonen. Stadtrat Cramer (KAL/Die PARTEI): Auch für meine Fraktion überwiegt das Positive, die po- sitive Entwicklung auch in der Innenstadt. Ich denke, auch wenn wir vielleicht heute noch den Eindruck haben, dass wir das Image einer Baustellenstadt haben, denke ich, dass sich dieses Image auch wieder ändern wird, wieder wandeln wird. Ich denke, dass gerade die Kaiserstraße in Zukunft auch wieder einen Aufschwung bekommen wird. Es liegt natürlich – 4 – auch an den Immobilieninhabern, die vielleicht dann auch im Interesse der Gesamtstadt ge- wisse Miet- und Pachtforderungen vielleicht überdenken sollten. Was für mich und meine Fraktion ganz wichtig ist und was wir als absolut positiv sehen, dass jetzt offensichtlich die Filiale Karstadt hier am Standort bleiben kann. Ich denke, es war wichtig, dass insbesondere der Herr Oberbürgermeister permanent sich eingemischt hat, und auch das wird sich in Zukunft sehr positiv auswirken, wenn Karstadt hier bleibt, wenn Karstadt dann auch noch innen umgebaut wird, eine gewisse neue Struktur dort stattfinden wird. Aber ich denke, wir können hier in Karlsruhe froh sein, dass Karstadt am Standort bleibt. Stadträtin Lorenz (FW|FÜR): Eigentlich ist es nur eine Kenntnisnahme, aber es ist ganz spannend zu hören, was jeder hier hineininterpretiert. Also ich finde das ganz witzig. Ich mache es auch ganz kurz. Interessant finde ich, wobei auf allen Veranstaltungen immer gebetsmühlenartig gepredigt wird, dass das Einkaufen oder der Grund, um zum Einkaufen in eine Stadt zu kommen, ab- nimmt, wir hier doch immer noch bei 88 Prozent liegen. Das ist eine ganz ordentliche Zahl. Gehen Sie doch einmal von sich selbst aus. Gehen Sie wegen eines Cafés in irgendeine Stadt? Nein, Sie gehen dahin, weil Sie was anschauen wollen. Und dann nimmt man das Café und das Museum mit. Interessant fand ich auch, dass fast die Hälfte sich an den Bau- stellen und auch den Verkehrsbehinderungen stößt. Natürlich haben wir zehn Jahre Kom- bibaustelle hinter uns, und wir haben noch mal fünf Jahre Innenstadtumbau vor uns. Aber interessant ist, das gibt es in vielen anderen Städten, in vielen Großstädten, wenn ich jetzt an Berlin denke, da wird dort auch eigentlich immer gebaut, dass man es dort wohl nicht so wahrnimmt wie in Karlsruhe. Das wäre für mich ein Grund zu sagen, wo setzen wir den Hebel an, warum ist hier unser Image so schlecht. Warum sagen die Leute immer, in Karls- ruhe gibt es nur Baustellen, während sie das in anderen Städten, wo auch viel gebaut wird, nicht so schlimm wahrnehmen. Also das möchte ich doch bitte an die Verwaltung zurück- geben und vielleicht einmal überprüfen, was wir machen können, um dieses Image ein bisschen aufzupolieren. Drei Viertel geben an, auch andere Städte zu besuchen. Das deckt sich mit unseren Zahlen, Stuttgart und Mannheim hier an erster Stelle, aber es fahren auch viele Leute nach Mün- chen, was jetzt umwelttechnisch natürlich nicht ganz so prickelnd ist, morgens hin, abends zurück. Da müssten eigentlich auch die Alarmglocken bei uns schrillen. Ganz zum Schluss möchte ich noch bemängeln, dass in der ganzen Regionsumfrage Durlach mit keinem Wort erwähnt ist. Ettlingen, Baden-Baden und alles drum rum, aber Durlach fällt hinten runter. Wobei das gerade zu neuer Blüte erwacht. Ich bedanke mich bei den Mitarbeitern, die diese Regionalumfrage immer erstellen, und wir nehmen sie gerne zur Kenntnis. Der Vorsitzende: Ich würde gerne zu ein paar Punkten noch etwas sagen. Wenn sich je- mand an uns abarbeiten möchte, warum wir an einer Demonstration mit Boris Palmer vor einigen Jahren zur Corona-Pandemie vor dem Landtag nicht teilgenommen haben, finde ich jetzt die Regionsumfrage nicht den geeigneten Zeitpunkt. Ich beantworte Ihnen das gerne schriftlich, wenn Sie mich anfragen, wobei ich erst wissen müsste, worum es damals ging, und dass Herr Palmer dabei war, ist nicht unbedingt ein Qualitätskriterium. Aber jetzt – 5 – ein so an den Haaren herbeigezogenes Argument zu nehmen, um die Regionsumfrage als negative Aussage zu Karlsruhe zu bewerten, da komme ich, Herr Schnell, ehrlich gesagt nicht mehr so ganz mit. Auch was der nicht ausgebaute Fahrradweg an der Linkenheimer Landstraße jetzt damit zu tun hat, okay und die Unterstellung, wir beteeren nur dort die Fahrradwege, wo wir gleichzeitig den armen Autofahrern was wegnehmen können, die weise ich einfach zurück. Zum Leerstand tun wir deutlich mehr als andere Städte, und wir haben durch das Bundes- programm auch Mittel, dass wir über Pop-up-Zwischennutzungen ganz viel tun können. Es wird leider auch in der Presse immer wieder auf einen einzelnen Leerstand hingewiesen und daraus das Klagelied der Innenstadt abgeleitet. Natürlich ist diese hohe Leerstands- quote im Moment ärgerlich, aber ich bekomme regelmäßig immer einen Überblick, was ist wieder leer geworden, was hat sich gefüllt und was mieten wir jetzt oder wollen es zwi- schenzeitlich anmieten, damit es nicht so lange leer steht, bis es sich wieder füllt. Da kom- men wir in allen drei Kategorien zu nennenswerten Zahlen, die annähernd gleich sind. Also wir kriegen am Ende auch eine ähnliche Füllung von Leerstand wieder, wie wir jetzt an Leerstand jeweils haben. Das hat viel damit zu tun, dass hier ein Transformationsprozess stattfindet, wie in allen anderen Städten auch, aber wir haben auch eine mindestens ge- nauso hohe Wiederbelegungsquote, wie wir eine Leerstandsquote immer wieder neu auf- gefüllt bekommen. Von daher sind wir, glaube ich, in einem guten Wandelprozess. Baustellenstadt, da ist schade, dass das bei dieser Regionsumfrage so pauschal als Ergebnis ist. Wir hatten bei den Regionsumfragen in den Jahren vorher den Effekt, dass wir immer als Baustellenstadt tituliert wurden, aber vor acht Jahren hat jeder gesagt, das ist die Kom- bilösung. Vor vier Jahren hat jeder gesagt, das sind die Autobahnen außen herum. Da ist das Thema Baustelle vom Stadtzentrum ein Stück weggerückt, wenn man nachgefragt hat. Wir haben jetzt wieder, Herr Fluhrer hat das dargestellt, etwa 600 angemeldete Baustellen, aber relevant sind nur die, die in den Straßenverkehr eingreifen. Da sind es deutlich weni- ger als in den letzten Jahren. Von daher sind wir hier auf dem Trend, dass wir im Straßen- raum zum Teil weniger Baustellen haben als früher. Wir kriegen jetzt eine große Baustellenflut im privaten Bereich. Das zeigt sich am Peek & Cloppenburg, das zeigt sich an vielen anderen Orten, und das ist auch etwas, worauf wir ein Stück weit immer gewartet haben. Denn diese Investitionsbereitschaft wird zwar jetzt durch Inflation und Baukostensteigerung wieder ein bisschen ausgebremst, aber eigentlich war das das, worauf wir immer gehofft haben. Wenn sich am Ende Baustellenstadt daran festmacht, dass es viele Baustellen gibt, aber die nicht unbedingt im Straßenverkehr ein- greifen, dann glaube ich, ist es auch kein falsches Zeichen für eine solche Stadt. Ich würde auch bitten, sich an den Fakten zu orientieren. Wir haben früher große Staus ge- habt an unserem Stadtfest, bei unserem Fest der Sinne, auf der Kriegsstraße und anderes mehr. Seitdem der Tunnel in Betrieb ist, haben wir selbst an diesen Hochfrequenzwochen- enden deutlich besser beherrschbare Verkehrssituationen, und wir haben es vor allem in den letzten Jahren geschafft, dass das Park & Ride endlich angenommen wurde. Vor zehn Jahren wurde es noch gar nicht angenommen. In den letzten Jahren ist es teilweise deut- lich angenommen worden. Von daher ist es auch nicht so, dass wir die Leute, die mit dem Auto kommen, irgendwie schon an einer bestimmten Stelle beginnen zu vergraulen. – 6 – Es geht hier auch um die Leute, die nur zum Einkaufen hierherkommen. Unser Problem sind nicht die, die zum Einkaufen hierherkommen. Unser Problem sind die vielen Berufs- pendler, die ein Straßennetz erfordern, in einer Dimension, wie es am Ende für den öffent- lichen Raum teilweise eher abträglich ist, und da müssen wir etwas tun. Also Kombilösung und auch vor allem der Tunnel haben erheblich zu einer Entspannung beigetragen. Die ei- nen in dem einen Effekt, die anderen mit dem anderen. Von daher glaube ich, sind wir ins- gesamt auf einem guten Weg. Wenn ich in der Zeitung lese, dass zum Beispiel an einigen Adventsamstagen oder jetzt auch aktuell am letzten Wochenende die Frequenzen, am letzten Wochenende in den Malls, am Adventswochenende in der Innenstadt, wieder an die Frequenzen von 2019 an- schließen, sie teilweise sogar überbieten, dann würde ich uns doch einfach einladen, auf- zuhören, diese Thematik zu nutzen, um sich über die Stadt negativ auch nach außen zu äußern, sondern wir sind hier, glaube ich, auf einem guten Weg. Wenn es Kritikpunkte gibt, die bitte einbringen und auch gemeinsam hier versuchen zu lösen, aber verglichen mit dem, was ich aus vielen anderen Städten sehe und von vielen anderen Städten höre, sind wir nach Corona und im Rahmen dieser Transformation, die es überall gibt, im Moment wirklich gut unterwegs. Dass es zwischendrin noch relativ schmuddelig ist, vor allem nach- dem wir auch die Kaiserstraße jetzt beginnen, erst ansprechend zu gestalten, das ist noch mal eine leidige Situation, die aber, glaube ich, weil das Ergebnis positiv sein wird und auch erkennbar ist, von uns gemeinsam gut durchgestanden werden wird, wie überhaupt die ganzen letzten 12, 13 Jahre. Damit haben Sie das zur Kenntnis genommen, und wir können den Tagesordnungspunkt abschließen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 5. April 2023