Aufstockung Dolmetscherpool, Internationaler Bund e.V

Vorlage: 2023/0164
Art: Beschlussvorlage
Datum: 13.02.2023
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Büro für Integration
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Migrationsbeirat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 08.03.2023

    TOP: 4

    Rolle: Beratung

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Beschlussvorlage
    Extrahierter Text

    Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: BfI Aufstockung Dolmetscherpool, Internationaler Bund e.V. Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Migrationsbeirat 08.03.2023 4 x Beschlussantrag Der Migrationsbeirat stimmt der Vorlage zu und empfiehlt die Aufstockung des Ehrenamtlichen Dolmetscherpools des Internationalen Bundes e.V. mit Mitteln des Integrations- und Flüchtlingsfonds für 2023. . Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☐ Investition ☒ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: 69.900 € Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☒ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Soziale Stadt Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Seit März 2015 besteht, auf Initiative des Büros für Integration, der Dolmetscherpool (DP) in Karlsruhe. Er wird finanziell von der Stadt Karlsruhe getragen. Zuständig für dessen Koordination ist der Jugendmigrationsdienst des Internationalen Bundes Karlsruhe e.V. (IB). Dieser koordiniert u.a. Aufträge und Termine, akquiriert neue DolmetscherInnen, fungiert als Ansprechpartner für Dolmetschende und Kooperationspartner, organisiert Dolmetscher-Schulungen. Ehrenamtlich tätige Dolmetscherinnen und Dolmetscher erhalten für ihre Tätigkeit eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 15 Euro pro Einsatz. Aktuelle Situation des DP durch die Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine: Seit Beginn des Krieges ist der Bedarf an Russisch-Ukrainisch-Dolmetschenden innerhalb des Dolmetscherpools sehr hoch. Daher wurde der Pool bereits in 2022 für 6 Monate bis zum 31.12.2022 um 20.087 Euro aufgestockt. Aufgrund der fortdauernden steigenden Nachfrage insbesondere durch das Bürgerbüro sowie die Ausländerbehörde des Ordnungs- und Bürgeramts, hat der IB einen erneuten Antrag auf Aufstockung des Pools für den Zeitraum 01.01.2023 bis 31.12.2023 beim Büro für Integration gestellt. Für die Einsätze im Ordnungs- und Bürgeramt gibt es einen entsprechenden Einsatzplan. Für die Zukunft ist geplant, dass die Aufwendungen für Dolmetschereinsätze dort aus dem eigenen Budget finanziert werden. Erfahrungsbericht 2022 - Im Jahr 2022 wurden 16 neue DolmetscherInnen akquiriert, davon 13 ukrainisch- und russisch- sprechende Dolmetschende; aktuell befinden sich 54 Dolmetschende im Pool - Ausbau der Dolmetschereinsätze für die Sprachen Ukrainisch und Russisch - Insgesamt gab es im Jahr 2022 1.981 Einsätze (zum Vergleich in 2021 waren es 943 Einsätze): ▪ 1.017 Einsätze in Kitas, Schulen und Beratungsstellen (darunter auch für die Sprachen ukrainisch und russisch) ▪ 660 Einsätze in der Ausländerbehörde im Rahmen der Versorgung der Geflüchteten aus der Ukraine (Juni bis Dezember 2022). ▪ 304 Einsätze im Bürgerbüro im Rahmen der Versorgung der Geflüchteten aus der Ukraine (August bis Dezember 2022). Planung 2023 - Basierend auf den Einsätzen in 2022 und der weiteren Zuwanderung wird mit ca. 3.700 Einsätzen gerechnet, davon ca. 1.400 Einsätze bei der Ausländerbehörde und ca. 1.000 Einsätze beim Ordnungs- und Bürgeramt im Rahmen der Versorgung der Geflüchteten aus der Ukraine - Einsatzorte (analog zur bisherigen Konzeption): Bildungseinrichtungen und Beratungsstellen; öffentliche Einrichtungen bzw. Behörden, wenn kein professioneller Dolmetscher erforderlich - Qualifizierung der Ehrenamtlichen Dolmetschenden durch Schulungen und Coachings - Ausbau des Qualitätsmanagements z.B. Feedback der Einrichtung unmittelbar nach dem Dolmetschereinsatz - Zusätzliche Kosten für Koordination (Auswahl, Schulung, Verträge, Einsatzplanung) sowie Aufwandsentschädigung Ehrenamtliche Kosten gesamt 2023 122.670 Euro Schulungen/Austauschtreffen 3.800 Euro Supervision 1.400 Euro Honorare/Aufwandsentschädigung 55.500 Euro Sonstige 3.405 Euro Sachkosten gesamt 64.105 Euro Personalkosten gesamt 58.565 Euro Finanzierung Zuschuss im Haushalt 2023 52.750 Euro Beantragter Aufstockungsbetrag 69.920 Euro – 3 – Vom BfI geplanter Zuschuss 69.900 Euro Stellungnahme des Büros für Integration Sprachliche Verständigung ist ein bedeutender Faktor für das Gelingen von Teilhabe in einer Einwanderungsgesellschaft. Der Karlsruher Dolmetscherpool leistet daher seit Jahren einen wichtigen strukturellen Beitrag zur Integration und hat sich zu einer zentralen Anlaufstelle für Sprachmittlung in der Stadt entwickelt. Dabei gewährleistet der IB die Einhaltung von Qualitätsstandards durch Schulungen und Supervision einerseits, die Bezahlung einer Aufwandsentschädigung, Koordination und Prüfung von Dolmetschereinsätzen andererseits. Auch im Jahr 2023 ist von einem steigenden Bedarf an Dolmetschenden für die Sprachen Ukrainisch und Russisch durch die Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine auszugehen. Entsprechende Anfragen für Dolmetschereinsätze liegen dem IB und dem Büro für Integration vom Ordnungs- und Bürgeramt einschließlich der Ausländerbehörde vor. Um diesen Menschen einen schnellen Zugang zu den erforderlichen Beratungs- und Sozialleistungen durch geschulte ehrenamtliche Dolmetschende zu gewährleisten, empfiehlt das Büro für Integration die vorübergehende Aufstockung des Pools. Inwieweit der Bedarf über 2023 hinaus weiter besteht, wird geprüft, auch im Zusammenhang mit einer konzeptionellen Weiterentwicklung des Dolmetscherpools aufgrund eines Antrags von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN aus dem Jahr 2021.