Christmas Garden im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe

Vorlage: 2022/2461/1
Art: Beschlussvorlage
Datum: 24.02.2023
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Zoologischer Garten
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 28.02.2023

    TOP: 15

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: mehrheitlich zugestimmt

Zusätzliche Dateien

  • Beschlussvorlage GR 28.02.2023
    Extrahierter Text

    Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2022/2461/1 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: Zoo Christmas Garden im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis AföE 03.02.2023 5 X vorberaten Gemeinderat 28.02.2023 15 X Beschlussantrag (Kurzfassung) Der Gemeinderat beauftragt die Verwaltung mit dem Abschluss eines Vertrages zur Durchführung der Veranstaltungsreihe Christmas Garden in den Jahren 2023 bis 2027. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☐ Investition ☒ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: 150.000,00 Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☐ Ja ☒ abgestimmt mit KME und KTG – 2 – Ergänzende Erläuterungen A. Beschreibung Christmas Garden Die Firma Christmas Garden Deutschland GmbH (im Folgenden CGD) führt seit 2017 an verschiedenen Standorten in Deutschland (bspw. Insel Mainau, Zoo Köln, Deutsche Bank Garten Frankfurt) sowie in Europa (London, Paris, Barcelona) Lichtspielveranstaltungen in der „kalten Jahreszeit“ durch. Seit 2018 wird der Christmas Garden auch in der Landeshauptstadt Stuttgart durchgeführt. Mit einem winterlichen Spaziergang durch die mit verschiedensten Lichteffekten gestaltete Anlage des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe sollen unterschiedlichste Zielgruppen von jungen Familien mit Kindern, über junge Erwachsene hin zu Senioren angesprochen werden. Die zum Einsatz kommenden Lichtinstallationen sind auf die Besonderheiten des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe abgestimmt. Somit können auch lokale Themen bspw. als Anknüpfungspunkt an die Weihnachtsstadt Karlsruhe berücksichtigt werden. Die Veranstaltung, die von Mitte November bis Mitte Januar durchgeführt werden soll, startet täglich ab 17:00 Uhr und endet um 22:00 Uhr. In diesem Zeitfenster können sich die Besuchenden entlang eines Rundweges in der Anlage bewegen und die Lichtinstallationen genießen. Abgerundet wird dies durch dezent eingesetzte, stimmungsvolle musikalische Untermalung an einzelnen Standorten sowie ein gastronomisches, zur Winterzeit passendes, Konzept unter Einbindung der Pächterinnen und Pächter des Zoologischen Stadtgartens. B. Mehrwerte der Veranstaltung für die Stadt Karlsruhe Christmas Garden stellt aufgrund Ihrer Eigenart als kostenpflichtige und räumlich begrenzte Veranstaltungsreihe keine Konkurrenz zur Weihnachtsstadt Karlsruhe dar. Vielmehr handelt es sich um eine Bereicherung, die unter der Marke Weihnachtsstadt mit vermarktet werden kann. Bereits im Spätsommer könnte eine Installation seitens CGD innerhalb des Zoologischen Stadtgartens aufgestellt werden und auf den kommenden Christmas Garden, aber auch die Weihnachtsstadt, hinweisen. Perspektivisch ist eine Anbindung des Christmas Garden an den Weihnachtsmarktstandort am Marktplatz über die Via Triumphalis und den Festplatz denkbar. Unabhängig hiervon reiht sich die Stadt Karlsruhe bei einer Durchführung von Christmas Garden in eine Reihe von hochwertigen Durchführungsstandorten von Christmas Garden ein und erhält in der Winterzeit eine weitere touristische Attraktion. Als überregionaler Anbieter ist CGD hierbei auf regionale Partner und Dienstleisterinnen angewiesen. So bleibt die Wertschöpfungskette vor Ort. Für den Zoologischen Stadtgarten bedeutet die Durchführung von Christmas Garden insbesondere die sinnvolle Nutzung von freien Kapazitäten in der dunklen und kalten Jahreszeit, in welcher die Anzahl der Zoobesuchenden stets gering ist. Zudem können Zoo und Gartenbauamt mit den prognostizierten zusätzlichen Erträgen (siehe Buchst. D) einen weiteren Beitrag zur Haushaltssicherung leisten. C. Zu betrachtende kritische Punkte im Rahmen der Veranstaltung Kritisch beleuchtet wurde die Fragestellung nach einer ggf. zu erwartenden, unzumutbaren Belastung der Anwohnerschaft rund um den Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe. Durch CGD sind hier bereits proaktiv diverse Maßnahmen eingeplant, um die Anwohner vor Belastung durch Licht und Ton zu beschützen. Bspw. durch Ausrichtung, der ohnehin schon niederschwelligen musikalischen Untermalung, in die Richtung der Parkmitte oder Positionierung von lichtstarken Installationen weiter entfernt von den Außengrenzen des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe. – 3 – Auch das Wohl von Wild- wie auch Zootieren wird Berücksichtigung finden. So ist die Wegeführung einerseits so angelegt, dass diese überwiegend entlang des Gartenteils verläuft, und andererseits im Bereich von Tiergehegen keine störenden Licht- und Toneffekte vorgesehen sind. Zudem haben die im Winter vorhandenen wenigen Wildvogelarten insbesondere rund um den Lauterberg und den Ludwigssee, sowie die daran angrenzenden Tierbereiche, ausreichende Rückzugsmöglichkeiten. Andere schützenswerte Wildtiere, wie die unter der Tiergartenbrücke Winterquartier haltenden Zwergfledermäuse, werden aufgrund Ihrer Winterstarre erst gar nicht tangiert. Die kompletten Lichtinstallationen werden von CGD für den Einsatz im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe neu angeschafft und sind energetisch hocheffizient. So kann CGD für den kompletten Spielzeitraum von ca. 8 Wochen einen Energieverbrauch von ca. 25.000 kWh angeben. Dies entspricht dem Jahresdurchschnittsverbrauch von weniger als fünf Dreipersonenhaushalten und ist damit wesentlich geringer als bei vergleichbaren Großveranstaltungen. Als Energieträger wird zu 100% NatuR-Strom der Stadtwerke Karlsruhe verwendet. D. Personaleinsatz und Finanzen Seitens der Stadt Karlsruhe wird im Durchführungszeitraum von Mitte November bis Mitte Januar täglich von 17:00 Uhr bis 22:30 Uhr ein Mitarbeiter bzw. eine Mitarbeiterin als Ansprechperson vor Ort benötigt, welche im Wechsel von Zoo und Gartenbauamt gestellt werden. Hieraus fallen somit etwa 330 Arbeitsstunden an. Hinzu kommen weitere Aufwände für die Sicherstellung der Ver- und Entsorgung (Strom, Wasser, Abwasser und Müll), welche allerdings vollumfänglich gegenüber CGD abgerechnet werden. Durch die Durchführung von Christmas Garden im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe wird mit zusätzlichen Erträgen in Höhe von 150.000,00 Euro im ersten Jahr gerechnet. Bei einer Verstetigung der Veranstaltung ist mit zusätzlichen Erträgen von über 200.000,00 Euro pro Jahr zu rechnen. Die zusätzlichen Erträge werden zu gleichen Teilen auf die Teilhaushalte des Zoos und des Gartenbauamts aufgeteilt. Ergänzende Erläuterungen nach Vorberatung und Fragestellung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen am 03.02.2023: Die Stadt plant die Durchführung der Veranstaltungsreihe Christmas Garden im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe. Zur Sitzung des Gemeinderats am 28. Februar 2023 soll zur Art der Vergabe, zur Möglichkeit einer Vergünstigung von Tickets für Inhabende des Karlsruher Passes bzw. Karlsruher Kinderpasses und den zu erwartenden Beschäftigungsbedingungen für die Mitarbeitenden von Christmas Garden bzw. deren regionalen Projektpartner Stellung genommen werden. 1. Art der Vergabe Eine Vergabe im Sinne der Unterschwellenvergabeordnung hat in diesem Falle nicht stattgefunden, da die zu vergebende Leistung auf dem Markt nicht frei verfügbar ist. Das Programm Christmas Garden ist patentgeschützt und wird so bzw. in ähnlicher Form von keinem anderen Marktteilnehmer angeboten. Ein Wettbewerb ist in diesem Sinne nicht möglich. Aus diesem Grund erfolgten die Vertragsverhandlungen auch nur mit Christmas Garden Deutschland. – 4 – 2. Integration von Vergünstigungen für Inhabende des Karlsruher Passes bzw. Karlsruher Kinderpasses Nach Abstimmung mit Dezernat 3 vom 7. Februar 2023 können die Tickets für Inhabende des Karlsruher Passes sowie des Karlsruher Kinderpasses um 50% vergünstigt werden. Analog der Handhabung bei den Tickets für den Zoologischen Stadtgarten wird der Eigenanteil durch die Passinhabenden direkt entrichtet, der Vergünstigungsanteil nachträglich durch das Amt Zoo dem Stadtjugendausschuss in Rechnung gestellt. Bis zum Abschluss des Projekts „Sichere Identitäten Karlsruhe“ ist der Ticketkauf für Passinhabende allerdings nur über die Zookassen (Vorkauf und Abendkasse) möglich. 3. Firmenhintergrund und Beschäftigungsbedingungen 3.1. Christmas Garden Deutschland GmbH Die Firma wurde 2018 nach deutschem Recht gegründet und ist die Produzentin der Christmas Gardens Events und die Inhaberin der Marke „Christmas Garden“. Die Arbeitsbedingungen der Mitarbeitenden richten sich nach dem deutschen Arbeitsrecht. Darüber hinaus wirbt Christmas Garden Deutschland mit stets unbefristeten Arbeitsverhältnissen sowie der Möglichkeit zum tageweisen Arbeiten im Homeoffice. Mittlerweile beschäftigt diese etwa 300 Mitarbeitende, die insbesondere die Gesamtplanung der Events sowie die Durchführung der Events an den Standorten Berlin und Dresden. An allen anderen Standorten hält Christmas Garden Deutschland Verträge mit regionalen Projektpartnern zur Durchführung der Events. 3.2. Regionaler Projektpartner C2 Concerts GmbH Die C2 Concerts GmbH ist der regionale Projektpartner von Christmas Garden Deutschland und führt derzeit Christmas Garden in Stuttgart, Hannover und auf der Insel Mainau durch. Daneben veranstaltet die Firma jährlich ca. 350 Veranstaltungen im Süddeutschen Raum. C2 Concerts ist seit 1985 in der Veranstaltungsbranche tätig und genießt durch Konzert- und Musikveranstaltungen einen sehr guten Ruf. Der seit über 20 Jahren amtierende Geschäftsführer Christian Doll ist zudem der Vizepräsident des Bundesverbandes der Veranstaltungswirtschaft (bdv e.V.). Rücksprachen der Verwaltung mit anderen Projektpartnern von C2 Concerts, wie bspw. der Kinderturnstiftung Baden-Württemberg oder der Wilhelma, bestätigen den positiven und professionellen Eindruck über diese Firma. 4. Schlussfolgerung auf die Beschäftigungsbedingungen Auf Basis der oben dargestellten Hintergründe der Firmen Christmas Garden Deutschland und C2 Concerts ist eine Einhaltung bzw. positive Erfüllung der arbeitsrechtlichen Anforderungen nach deutschem Recht auszugehen. Beschluss: Der Gemeinderat beauftragt nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen die Verwaltung mit dem Abschluss eines Vertrages zur Durchführung der Veranstaltungsreihe Christmas Garden in den Jahren 2023 bis 2027.

  • Protokoll GR TOP 15
    Extrahierter Text

    Niederschrift 47. Plenarsitzung des Gemeinderates 28. Februar 2023, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 15. Punkt 15 der Tagesordnung: Christmas Garden im Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe Vorlage: 2022/2461 Beschluss: Der Gemeinderat beauftragt nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen die Verwaltung mit dem Abschluss eines Vertrages zur Durchführung der Veranstaltungs- reihe Christmas Garden in den Jahren 2023 bis 2027. Abstimmungsergebnis: Mehrheitliche Zustimmung (41 JA-Stimmen, 2 Nein-Stimmen) Der Vorsitzende setzt um 17:15 Uhr die unterbrochene Sitzung fort, ruft Tagesordnungs- punkt 15 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen am 3. Februar 2023. Ich sehe jetzt keine Wortmeldung. Doch, einige, okay, dann gucke ich mal die größte Frak- tion an, Frau Stadträtin Weber. Stadträtin Weber (GRÜNE): In der Abwägung, die wir uns nicht leicht gemacht haben, sind wir zum Schluss gekommen, dass die Veranstaltungsreihe Christmas Garden im Gesamtzu- sammenhang mehr positive Aspekte als negative Effekte für die Bürger*innen in unserer Stadt beinhaltet, vor allem für die Familien mit Kindern. Für Kinder ist der Christmas Gar- den ein richtiges Märchen- und Zauberland. Gerade in der dunklen Jahreszeit, wo es wenig Angebote für Kinder und Jugendliche gibt, stellt ein Besuch des Christmas Garden ein schönes Erlebnis dar. Damit auch die soziale Komponente berücksichtigt wird, haben wir uns im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, in dem die Vorlage bereits besprochen wurde, erfolgreich dafür eingesetzt, dass es vergünstigte Eintritte für Inhaber*innen der beiden Sozialpässe Karlsruher Pass und Kinderpass geben wird. Vielen Dank auch an das Dezernat 3 für die schnelle Aktualisierung der Beschlussvorlage. Auch unsere Rückfragen nach der Art der Vergabe, dem Firmenhintergrund von CGD und den Beschäftigungsbedin- gungen nach deutschem Recht sind von der Verwaltung beantwortet worden, und sie – 2 – kommen zu einem positiven Ergebnis. Die Verwaltung betrachtete in ihrer Beschlussvorlage die kritischen Punkte, die auch von Bürgerseite an uns herangetragen worden sind. Nach unserem Kenntnisstand hat CGD hier von sich aus Verbesserungen eingeplant, wie auch die Verwaltung intern sich abgestimmt hat. Die Mehrwerte liegen auf der Hand. Die Er- träge kommen uns allen zugute. Die zusätzlichen Erträge von jährlich 150.000 Euro kön- nen einen weiteren Beitrag zur Haushaltssicherung leisten, damit die Stadt ihren Aufgaben, allen voran der Daseinsvorsorge, nachkommen kann. Unsere städtischen Gesellschaften, wie die KTG und die KME, profitieren von der Veranstaltungsreihe, indem sie in der Win- terzeit mit einer weiteren touristischen Attraktion aufwarten können, und die Karlsruher Wirtschaft profitiert, da CGD ja als überregionale Anbieter auf regionale Partner und Dienstleister angewiesen ist. Allerdings wir werden die Veranstaltungsreihe kritisch beglei- ten und bei unzumutbaren Belastungen für Mensch, Tier und Klima intervenieren und wir möchten, dass nach Ablauf des Vertrags in 2027 offiziell neu ausgeschrieben wird. Es kann natürlich sein, dass auch dann kein Mitbewerber auf dem Markt zu finden ist, aber dann ist das so. Wir stimmen also dem Abschluss eines Vertrags der Durchführung der Veranstal- tungsreihe Christmas Garden zu. Stadtrat Müller (CDU): Zu Beginn ist mir eins wichtig, und da hatten wir im vergangenen Jahr im Herbst schon mal eine Vorlage hier im Gemeinderat. Da hätte man durchaus je nach Interpretationsart den Eindruck gewinnen können, es wäre mit dem Christmas Gar- den eventuell ein Ersatz- oder ein Konkurrenz-Event geschaffen für das Lichterfest im Som- mer. Das ist definitiv nicht so, und deswegen ist auch die Beschlussvorlage jetzt in diesem Sinne relativ eindeutig, und diesbezüglich lässt es dann auch keine Interpretationsspiel- räume in dieser Sache mehr zu. Von dem Konzept eines Christmas Garden konnte ich mich vor Ort dann mit einem Besuch in Stuttgart unter Beteiligung des Herrn Zoodirektors als auch der Amtsleitung des Garten- bauamtes direkt überzeugen. Überzeugend war für mich letztendlich das Gesamtkonzept abgestimmt mit der Zoodirektionsleitung in Stuttgart der Wilhelma, dahingehend, dass die Bereiche, wo eben dann auch Tiergehege vorhanden sind, dann recht lichtarm ausgestattet waren oder bzw. dort keine Installationen von Musik, gedämpfter Musik oder Lichter dort zu finden waren. Das ist auf der Grundlage dieses Konzeptes nicht nur in Stuttgart, son- dern auch an anderen Standorten verteilt über Deutschland. Ich bin der Meinung, dass mit dem Christmas Garden es über den Stadtgartenzoo verteilt ein Mehrangebot geben kann, auch in Ergänzung zur Gesamtstadt Karlsruhe, zu der Weihnachtsstadt Karlsruhe insbeson- dere, und es alles andere als ein Konkurrenz-Event gesehen werden muss und darf. Sicher- lich ist auch sehr wichtig, dass die Integration von Vergünstigungen für Inhaber des Karls- ruher Passes und auch des Karlsruher Kinderpasses gelungen ist, auch an dieser Stelle be- danken wir uns, es war ja auch konsensgeführt im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen an dieser Stelle von allen Beteiligten so gesehen und auch gewünscht. Insgesamt glaube ich auch, wird nicht nur der Stadtgarten, sondern vor allem der zoologische Garten in sei- nem Bewusstsein über die Grenzen Karlsruhes, also sprich überregional, nochmals vehe- ment gestärkt werden, und wir haben letztendlich für die Bespielung vom Christmas Gar- den gerade in der dunklen Jahreszeit von Mitte November bis Mitte Januar ein zusätzliches Angebot in der Freizeitgestaltung. Am Ende liegt es dann an den Bürgerinnen und Bür- gern, dieses Angebot dann auch anzunehmen. Stadtrat Dr. Fechler (SPD): In der Kosten-Nutzen-Risiko-Bewertung des Konzepts Christmas Garden kommen wir als SPD-Fraktion mehrheitlich zu einer Zustimmung des Konzepts. – 3 – Warum Zustimmung, weil wir einen Mehrwert für die Stadt Karlsruhe sehen, einen Mehr- wert hinsichtlich der touristischen Gestaltung der touristischen Möglichkeiten, aber auch ein Mehrwert für den städtischen Haushalt. Von daher gilt unser besonderer Dank Herrn Dr. Reinschmidt vom Zoologischen Garten, aber auch der Frau Fath vom Gartenbauamt. Für uns ist das ja ein Positivbeispiel, was Kreativität auf städtischer Seite möglich macht, und wir werden in Zukunft in einer angespannten Haushaltssituation mehr solcher Initiati- ven brauchen. Die sozialen Belange wurden berücksichtigt, das haben die Vorredner schon angesprochen. Von daher sehen wir eben in diesem Konzept einen absoluten Mehrwert und unterstützen den ausdrücklich mehrheitlich. Stadtrat Haug (KAL/Die Partei): Für uns war es von ganz zentraler Bedeutung, dass es eben nicht in Konkurrenz zu dem Lichterfest steht, und nachdem das ja auch im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen so klar kommuniziert wurde, stimmen wir der Vorlage sehr gerne zu. Wir gehen auch davon aus, dass, wenn gerade Dr. Reinschmidt sich für diese Sache stark macht, dass da die Tiere nicht drunter leiden, dass diese Dinge also alle geprüft sind und auch mit den Anwohnenden da keine Probleme entstehen. Sehr schön ist, dass Ver- günstigungen des Karlsruher Passes berücksichtigt werden. Zusammenfassend kann man sagen, es entstehen dadurch keine Kosten für die Stadt, sondern ein Zugewinn und sicher- lich auch ein touristischer Mehrwert. Darum stimmen wir der Sache gerne zu. Stadtrat Hock (FDP): Für meine Fraktion war der Kollege Jooß vor Ort in Stuttgart und hat sich das angeschaut, und die Aussagen darüber, wie das dort gemanagt wird, auch in Hin- sicht dem Tierwohl, war mir wichtig und unserer Fraktion sehr wichtig, dass das auch ge- klärt ist, aber wie der Kollege Haug schon gesagt hat, wir sind davon ausgegangen, wenn sich Herr Dr. Reinschmidt so ein Projekt überlegt und das hier in den Gemeinderat bringt, dann können wir definitiv davon ausgehen, dass das Tierwohl ihm an oberster Stelle steht. Deshalb wird meine Fraktion dieser Vorlage heute auch gerne zustimmen. Wichtig ist uns gewesen, und der Kollege von der CDU hat das auch gesagt, dass mitnich- ten es sein kann, dass dann das Lichterfest im Gegenzug dann abgewickelt werden muss oder sollte. Das kommt für uns überhaupt nicht infrage, und das ist jetzt auch klar noch mal dokumentiert. Wichtig auch ist für uns, dass wir diesen Zusammenhang irgendwann herstellen zwischen dem Weihnachtsmarktstandard vielleicht über die Via Triumphalis, dass wir dann vielleicht da Synergieeffekte ziehen können, weil wir wissen alle, dass diese Zeit für den Zoo die Zeit ist, in Anführungsstrichen, wo es Schmalhans angesagt ist, wo die Be- sucherströme nicht so den Zoo bewandern, wie es normal in den Sommermonaten ist. Da muss man wirklich sagen, wenn man sich schon überlegt, dass man den Haushaltsdeckel der Stadt Karlsruhe auch etwas befüllen möchte, dann gehört auch so was für uns dazu, dass man sich neue Dinge überlegt und auf den Weg bringt. Deshalb ist es für uns wichtig, dass natürlich auch, und das wurde hier auch schon angesprochen, dass die Anwohner auf diesem Weg auch mitgenommen werden, und wenn ich gehört habe, dass die Anwohner in einem ersten Beritt dann auch in den ersten Tagen damit einbezogen werden, dann hat es auch mit Sicherheit Sinn, weil wir wollen natürlich nicht, und das muss ja auch jedem klar sein, dass wir so ein neues Projekt anschieben und hinterher enorme Schwierigkeiten mit den Leuten haben, die dort wohnen, und dass wir auch nicht feststellen müssen, dass die Tiere in Mitleidenschaft durch dieses Christmas Garden gezogen werden. Das möchten wir nicht. Meine Fraktion sieht den Mehrwert für die Stadt Karlsruhe als gegeben, wird die- ses Projekt, das ordentlich durchdacht und gut vorbereitet hier uns vorgelegt wird, gerne – 4 – unterstützen. Herzlichen Dank, und wir freuen uns schon auf das erste Jahr im Christmas Garden, herzlichen Dank. Stadtrat Schnell (AfD): Ganz offen, zunächst gab es Skepsis in unserer Fraktion, insbeson- dere aber nicht nur wegen der zunächst angedacht oder postulierten Verquickung mit der gleichzeitigen Aufgabe des Lichterfestes. Nachdem diese, wie uns versichert wurde, nicht besteht und zudem die Belange der Tierwelt im Zoo und der Anwohner berücksichtigt wer- den und aufgrund der wirklich beeindruckenden Vorstellung des Konzeptes im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen, können wir nunmehr diesem Projekt zustimmen. Auch die perspektivische Verknüpfung mit dem Weihnachtsmarkt begrüßen wir. Letztendlich gene- riert das Projekt der Stadt auch Einnahmen und einen Mehrwert für ganz Karlsruhe. Jedoch sollten hierbei nach der ersten Saison die der Stadt durch die Anerkennung der Karlsruher Pässe entstehenden Kosten evaluiert werden, denn der Christmas Garden darf insgesamt nicht zu einer permanenten Kostbelastung für die Stadt führen. Vielen Dank, wir stimmen zu. Stadträtin Binder (DIE LINKE.): Ich kann es ganz kurz machen. Vieles ist gesagt worden, dem kann ich zustimmen. Herr Dr. Reinschmidt hat auch meine Bedenken ausräumen kön- nen, was das Thema des Tierwohls angeht. Ganz wichtig war für uns die Ermäßigung für die Familien mit Karlsruher Pass und Kinderpass, weil gerade diese Familien in dieser dunk- len Jahreszeit, glaube ich, etwas mehr Licht und etwas mehr Freude auch in Karlsruhe gut brauchen können, und dass es dann noch zusätzliche Einnahmen gibt für die Stadtkasse, ist auch kein Schaden. Von daher ist auch DIE LINKE sehr gerne unterstützend dabei. Stadträtin Lorenz (FW|FÜR): Die Entscheidung ist sicherlich nicht einfach und das Projekt Christmas Garden ist, wenn es in eine Stadt kommt, ein schönes Event, und wir sehen das eher als Pendant zu den Schlosslichtspielen im Sommer, dass man in der kalten Jahreszeit, wo es um 16 Uhr dunkel ist, auch eine Veranstaltung hat, wo man einfach was für das Auge und für das Ohr genießen kann. Trotz den Ausführungen haben wir Bedenken, was die Tiere angeht in erster Linie, die Anwohner natürlich auch, aber die Tierwelt, auch wenn man versucht, das zu minimieren. Ich habe im Gegenzug auch, muss ich sagen, zu Christmas Garden kritische Bewertungen von Besuchern gelesen in anderen Städten, die zum Beispiel sagen, es ist mir jetzt aller- dings nicht bekannt, wie das in Karlsruhe gehandhabt wird, dass es dort Stundenkontin- gente gibt, um diese Bereiche nicht zu überfüllen und dass die dort nie eingehalten wor- den sind und es also zu Gedränge und Massenveranstaltung oder Massenaufläufen eben auf den Wegen gab, die zum Teil recht unangenehm waren. Der Hauptpunkt für uns ist, dass wir also nicht den Christmas Garden per se kritisch sehen oder ablehnen, der ist si- cherlich touristisch und von der Aktion her für Karlsruhe eine tolle Sache, aber ich muss doch den Finger in die Wunde legen, wir müssen eigentlich alle Bestrebungen uns auf das Fähnchen schreiben, die Innenstadt zu stärken, und ich sehe das als eine Konkurrenzveran- staltung, weil es wird niemand fußläufig vom Weihnachtsmarkt zum Christmas Garden rauslaufen, eventuell mit der Bahn fahren, mit dem Auto, glaube ich auch nicht. Von daher hätten wir uns eigentlich eher gewünscht, dass man den Christmas Garden vielleicht im Schlosspark macht oder im Botanischen Garten. Ich weiß schon, Sie werden mir jetzt wahr- scheinlich gleich Gründe nennen, warum es dort nicht geht, aber diese Anbindung, zum einen werden dort die Tiere nicht fünf Stunden lang in ihrer Ruhe gestört und zum ande- ren wäre es tatsächlich eine direkte Anbindung, die fußläufig in der Innenstadt zu – 5 – erreichen gewesen wäre. Daher lehnen wir es nur aus diesen Ortsgründen, nicht der Ver- anstaltung wegen, ab. Der Vorsitzende: Ja, vielen Dank. Sie sprechen da so ein bisschen eine Karlsruher Mentalität an, dass alles, was über 200 Meter ist, fußläufig nicht zu schaffen ist. Also Herr Høyem hat mit Recht darauf hingewiesen, wie viele Kilometer wir jeden Tag in Temeswar gelaufen sind, ohne dass uns das irgendeinen Zacken aus der Krone gebrochen hätte. Nur die Karls- ruher leben in der festen Überzeugung, also entweder entscheide ich mich für die Innen- stadt oder für den Zoo, aber nicht für beides, obwohl es wirklich innerhalb weniger Meter gut zu bewältigen ist. Lassen Sie uns alles daransetzen, diese trennende Wirkung, die durch die Kriegsstraße manchen immer noch in der DNA steckt, aufzuheben, und dann glaube ich, kann für beide Seiten auch etwas Gutes daraus werden. Die Einschätzung ist da von städtischer Seite etwas anders. Wir kommen damit zur Abstimmung, und ich bitte um Ihr Votum ab jetzt. – Das ist doch eine sehr breite Mehrheit. Ich denke, da kann man auch Herrn Dr. Reinschmidt noch mal gratulieren, wie elegant er das Thema eingefädelt hat und Sie dann alle auf seine Seite ge- zogen hat. Das war schon eine echte Meisterleistung. Damit haben wir den Teil der Beschlussvorlagen der Verwaltung abgeschlossen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 14. März 2023

  • Abstimmungsergebnis
    Extrahierter Text