Potential von Mehrfachnutzungen bei Gebäuden und Flächen
| Vorlage: | 2022/2249 |
|---|---|
| Art: | Anfrage |
| Datum: | 28.10.2022 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Nordweststadt |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 20.12.2022
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier CDU-Gemeinderatsfraktion Eingang: 28.10.2022 Vorlage Nr.: 2022/2249 Potential von Mehrfachnutzungen bei Gebäuden und Flächen Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 20.12.2022 43 x 1. Wie schätzt die Stadtverwaltung das Potential von Mehrfachnutzungen in Karlsruhe ein? 2. Welche Chancen und Risiken bieten sich durch Mehrfachnutzungen in Karlsruhe? 3. Welche Konzepte verfolgt die Stadtverwaltung bereits heute schon hinlänglich Mehrfachnutzungen bei der Planung von Bau- und Sanierungsvorhaben der Stadt? Sachverhalt/Begründung Wie in anderen deutschen Städten und Gemeinden ist das Angebot neuer Flächen für Wohnraum, Gewerbe oder Freiraum auch in Karlsruhe knapp. Gleichzeitig stehen monofunktionale Gebäude (z. B. Kitas, Unternehmensparkhäuser, Hörsäle, Kaufhäuser) aufgrund ihrer zeitlich begrenzten Nutzung zu bestimmten Tageszeiten leer oder sind ungenutzt. Eine vom Landesministerium für Landesentwicklung und Bauen in Auftrag gegebene Studie hat ergeben, dass allein in Baden-Württemberg bis zu 38,9 Millionen Quadratmeter zu unterschiedlichen Tageszeiten leerstehen und ungenutzt bleiben (https://mlw.baden-wuerttemberg.de/fileadmin/redaktion/m-mlw/intern/Dateien/03_Bauen- Wohnen/Fertige_Studie_Mehrraum.pdf). Daher sollte dem Konzept der Mehrfachnutzung von Gebäuden eine immer größere Bedeutung beigemessen werden. Dieses ressourcen- und flächenschonende Konzept basiert auf dem Prinzip der Mehrfachnutzung durch zeitliche Staffelung von sich ergänzenden Nutzungen. So können tagsüber genutzte Gruppenräume in Kitas abends beispielsweise für Vereinsaktivitäten genutzt werden. Ein Hörsaal einer Universität kann abends zum Kino werden. Neben einer zeitlichen Staffelung gibt es auch Misch- und Parallelnutzungen von Mixed-Use- Gebäuden, in denen neben Büroflächen und Wohnungen auch Geschäftsflächen im Untergeschoss vorhanden sind (siehe z.B. „Der Stadtelefant“ in Wien: https://stadtelefant.at/). In der Karlsruher Nordweststadt bietet sich mit dem Fußballplatz auf einem Supermarkt-Dach (Josef-Schofer-Straße 16) ein weiteres Beispiel für Best Practice. Auch der im Entstehen begriffene Erweiterungsbau der Schlossschule Durlach wird die Möglichkeit bieten, den Speisesaal vom Bereich der Speisezubereitung bei Bedarf temporär abzutrennen, um den Speisesaal für anderweitige Nutzungen zu öffnen. Derartige Synergien schonen nicht nur Flächen und Ressourcen und sind daher ökologisch, sondern fördern auch soziale Aspekte, indem Menschen im dauerhaft belebten Stadtquartier miteinander in Kontakt treten. Gleichzeitig entstehen durch Mehrfachnutzungen von Gebäuden auch wirtschaftliche Synergien. – 2 – Aus all diesen Gründen bitten wir um Auskunft, welches Potential die Stadtverwaltung in Mehrfachnutzungen für Karlsruhe sieht. Welche Chancen und Risiken sind damit verbunden und welches Konzept verfolgt die Stadtverwaltung hinlänglich von Mehrfachnutzungen bei der Planung von Bau- und Sanierungsvorhaben schon heute? Unterzeichnet von: Stadtrat Detlef Hofmann Stadtrat Tilman Pfannkuch Stadtrat Dirk Müller Stadtrat Sven Maier
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Stellungnahme zur Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2022/2249 Verantwortlich: Dez. Dienststelle: Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft Potential von Mehrfachnutzungen bei Gebäuden und Flächen Anfrage: CDU Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 20.12.0222 43 x 1. Wie schätzt die Stadtverwaltung das Potential von Mehrfachnutzungen in Karlsruhe ein? Die Stadtverwaltung steht dem Konzept von Mehrfachnutzungen von Gebäuden und Flächen positiv gegenüber. Grundsätzlich möglich und bereits praktiziert sind Mehrfachnutzungen von ▪ Hallen wie den Einrichtungen der Messe Karlsruhe, die u.a. zum Katastrophen- bzw. Zivilschutz, als Impfzentren und zur Flüchtlingsaufnahme dienen ▪ Räumlichkeiten in Schulen und Sportstätten zum Beispiel für Musikunterricht (KONS), die Erwachsenenbildung (vhs), für Musik- und Gesangsvereine und den Vereinssport über die Schulraumvergabe des Schul- und Sportamts und der Karlsruher Sportstätten Betriebs GmbH ▪ Küchen und Mehrzweckräumen der Kindertageseinrichtungen zum Beispiel für Bürgertreffs über die Sozial- und Jugendbehörde ▪ Räumlichkeiten von Jugendtreffs durch externe Nutzer über den Stadtjugendausschuss ▪ Parkplatzflächen von Hallen und Sportstätten, wie zum Beispiel Nutzung der Parkplätze an der Messe Karlsruhe durch Besucher des Epple-Sees in den Sommermonaten sowie der Stadtmobil-Station an der Messe Die Möglichkeiten von Mehrfachnutzungen werden jeweils projekt- beziehungsweise objektbezogen geprüft und abgestimmt. Es wird aber über das bereits praktizierte Maß hinaus wenig Potential im großen Stil gesehen. 2. Welche Chancen und Risiken bieten sich durch Mehrfachnutzungen in Karlsruhe? Mehrfachnutzungen tragen bei zur Ressourcen- und Flächeneinsparung. Sie können bereits bestehende Synergien nutzen und zusätzlich die Vernetzung im Quartier stärken. Konzepte zu Mehrfachnutzungen sind frühzeitig im Planungsprozess zu bedenken. Dies bedeutet einen erhöhten Planungs- und Personalaufwand mit entsprechend längerem zeitlichen Planungsvorlauf, vom Schaffen des Planungsrechts bis hin zur baulichen Umsetzung. Bei der Abwägung der Wirtschaftlichkeit zu berücksichtigen ist auch, dass Mehrflächen, die eine Mehrfachnutzung organisatorisch ermöglichen, nicht gefördert werden. Im Gebäudebetrieb ermöglichen Mehrfachnutzungen über die Flächeneffizienz hinaus zusätzliche Mieteinnahmen für die Stadt. Andererseits können zusätzliche Kosten in der Bewirtschaftung und im Bauunterhalt entstehen. Es entsteht zudem ein organisatorischer und verwaltungstechnischer Aufwand, insbesondere bei Einzelnutzern mit wechselnder Belegungsplanung und bei unterschiedlichen Anmietungen durch die Erstellung von Mietverträgen, der Übergabe und Rückgabe der Räumlichkeiten und der Einweisung der Nutzer in die gebäudetechnischen Anlagen. Für diese im Rahmen der Mehrfachnutzung anfallenden Tätigkeiten müssen entsprechende Personalressourcen bereitgestellt werden. – 2 – Prinzipiell sind Mehrfachnutzungen abhängig von der räumlichen Disposition und bergen die Herausforderungen bei Themen wie Sicherheit, Hygiene und Reinigung. 3. Welche Konzepte verfolgt die Stadtverwaltung bereits heute schon hinlänglich Mehrfachnutzungen bei der Planung von Bau- und Sanierungsvorhaben der Stadt? Im Sinne der Nachhaltigkeit werden Mehrfachnutzungen bei der Planung von Bauvorhaben in vielfacher Hinsicht bereits im frühen Planungsprozess vorgedacht. In Beteiligungsprozessen unterschiedlicher Größe und Tiefe wie zum Beispiel bei Schulbauten im Rahmen einer „Phase Null“ werden Konzepte von Mehrfachnutzungen gemeinsam mit beteiligten Dienststellen und Nutzern erarbeitet. Diese Konzepte können Teil des umzusetzenden Raumprogramms bzw. der Planungsaufgabe für das jeweilige Bauvorhaben werden. Ergänzend zu den unter Punkt 1 genannten Mehrfachnutzungen zur Erhöhung der Auslastung städtischer Gebäude werden in der Planung weitere Aspekte bedacht wie flexible Grundrissstrukturen zur Anpassung an zukünftige veränderte Raumanforderungen, die Doppelnutzung von Flurbereichen im Rahmen neuer pädagogischer Konzepte und auch die Mehrfachnutzung von Ausweichquartieren während der Bauzeit.
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Niederschrift 45. Plenarsitzung des Gemeinderates 20. Dezember 2022, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 47. Punkt 43 der Tagesordnung: Potential von Mehrfachnutzungen bei Gebäuden und Flächen Anfrage: CDU Vorlage: 2022/2249 Beschluss: Kenntnisnahme Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 43 auf und stellt fest, die Stellungnahme liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen (Keine Wortmeldungen). Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 22. Dezember 2022