Aktueller Sachstandsbericht des Zoos zum Haushaltssicherungsprozess

Vorlage: 2022/2214
Art: Beschlussvorlage
Datum: 24.10.2022
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Zoologischer Garten
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Ausschuss für öffentliche Einrichtungen (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 29.11.2022

    TOP: 3

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Informationsvorlage
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2022/2214 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: Zoo Aktueller Sachstandsbericht des Zoos zum Haushaltssicherungsprozess Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Ausschuss für öffentliche Einrichtungen 29.11.2022 3 X Beschlussantrag (Kurzfassung) Der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen nimmt die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☐ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☐ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Notwendigkeit der Haushaltssicherung Im Doppelhaushalt 2022/2023 sowie in den Jahren des nächsten Doppelhaushaltes 2024/2025 wird die Stadt Karlsruhe nach aktuellem Planungsstand ihren Ergebnishaushalt nicht ausgleichen können. Auch wird es nicht möglich sein, aus der laufenden Verwaltungstätigkeit einen liquiden Überschuss zu erzielen, der zur Finanzierung der städtischen Investitionen herangezogen wird. Die Investitionen sind daher eins zu eins mit Krediten zu finanzieren. Das Regierungspräsidium Karlsruhe hat hierauf reagiert und den aktuellen Doppelhaushalt 2022/2023 nur unter strengen Auflagen genehmigt. Der Ergebnishaushalt ist durch geeignete Maßnahmen zu konsolidieren und die weitere Verschuldung pro Haushaltsjahr wurde auf jeweils 200 Millionen Euro gedeckelt. Die Stadt Karlsruhe ergreift aktuell im Rahmen des Gesamtkonzepts zur „Haushaltssicherung“ geeignete Maßnahmen. Mit der dritten Stufe richtet sich der Fokus auf die Haushaltsaufstellung des Doppelhaushalts 2024/2025. Hierzu wurden die städtischen Ämter, Stabsstellen und Dezernate im April 2022 aufgefordert, Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung von 60 Millionen Euro zu erarbeiten. Die für 2024 bis zum prognostizierten Defizit von 102 Millionen Euro verbleibenden 42 Millionen Euro sollen über einen konsequenten Haushaltsvollzug aufgebracht werden. Aufgrund aktueller Preissteigerungen wird ein konsequenter Haushaltssicherungsprozess notwendiger denn je. Um die städtische Handlungsfähigkeit weiterhin gewährleisten zu können, wurden nachfolgende Maßnahmen durch den entsprechenden Fachbereich erarbeitet: 1. Nennung der reduzierten Budgets oder erzielten Mehrerträge Für den Teilergebnishaushalt des Amtes Zoo (THH 6800) wurden im Rahmen des Doppelhaushalts 2022/2023 in mittelfristiger Finanzplanung insgesamt Aufwendungen in Höhe von 5.920.110,00 Euro für Personal sowie 3.342.364,00 Euro für Sach- und Dienstleistungen geplant. Auf Basis der Vorgaben des Haushaltsstabilisierungsprozesses stünden dem Teilergebnishaushalt des Amtes Zoo noch insgesamt Aufwendungen in Höhe von 5.869.510,00 Euro für Personal sowie 3.296.024,00 Euro für Sach- und Dienstleistungen zur Verfügung. Daneben sind Ertragssteigerungen in einer Summe von 336.000,00 Euro geplant. -43,4 -48 -102 -121 -140 -120 -100 -80 -60 -40 -20 0 in Mio. EUR Ergebnisrechnung 216 303 319 304 100 150 200 250 300 350 in Mio. EUR Investitionen (Stand: 27.09.2022) max. Kreditaufnahme 2022 2023 2024 2025 2022 2023 2024 2025 – 3 – 2. Auflistung der plausibilisierten Maßnahmen mit den entsprechenden Summen Zuständigkeit Verwaltung Bereich/Amt Maßnahme Name Summe des Vorschlags (2024) Erwartete Summe Zoo Reduzierung Stellen Zooscouts um 1,03 VZW 50.600,00 € 50.600,00 € Zoo Reduzierung der externen Fortbildungskosten 1.000,00 € 1.000,00 € Zoo Nutzung interner Dienstleister bei Druckerzeugnissen und Beschilderung 20.000,00 € 20.000,00 € Zoo Reduzierung Qualität der Eintrittskarten 2.500,00 € 2.500,00 € Zoo Reduzierung des redundanten Onlineshops "Ticketfritz" 2.500,00 € 2.500,00 € Zoo Reduzierung Yoga für Mitarbeitende 2.000,00 € 2.000,00 € Zoo Keine Nachbeschaffung von Arbeitsplatzdruckern 1.000,00 € 1.000,00 € Zoo Kündigung Mitgliedschaft City Initiative Karlsruhe e.V. 1.190,00 € 1.190,00 € Zoo Reduzierung der Finanzierung Mitgliedschaft „Zootier des Jahres“ 5.000,00 € 5.000,00 € Zoo Reduzierung Pflege von Bienenvölkern im Zoo 1.150,00 € 1.150,00 € Zoo Reduzierung durch Aussetzen CO2 - Kompensation 10.000,00 € 10.000,00 € Zoo Ertragssteigerung durch Anpassung der Entgelte für Führungen und Kindergeburtstage 5.000,00 € 5.000,00 € Zoo Ertragssteigerung durch Anpassung der Speisenpreise in der Betriebskantine – Zuschlag für externe Gäste 2.500,00 € 2.500,00 € Zoo Ertragssteigerung Anpassung der Pacht für Weinverkostungsstand 2.500,00 € 2.500,00 € Gesamt: 106.940,00 € 106.940,00 € Erläuterungen: Reduzierung Stellen Zooscouts um 1,03 VZW Seit 2020 kommen neben den in einem Beschäftigungsverhältnis zur Stadt Karlsruhe stehenden Zooscouts auch selbstständig tätige Honorarkräfte zum Einsatz. Die Erfahrung hat gezeigt, dass diese flexibler und kostengünstiger eingesetzt werden können. Insofern können 1,03 im laufenden Haushaltsjahr freigewordene Stellen eingespart werden. Der Mehraufwand im Sachmittelbudget wird seinerseits durch Mehrerträge bei den Führungen kompensiert. Reduzierung der externen Fortbildungskosten Fortbildungen, die in Qualität und Aktualität auch durch das POA angeboten werden können, werden zukünftig primär dort gebucht werden. Lediglich Fortbildungen, die nicht oder nur mit geringer Qualität oder Aktualität seitens des POA angeboten werden, sollen zukünftig weiterhin extern eingekauft werden. Somit soll etwa ein Drittel der bisherigen externen Aufwendungen für Fortbildungen eingespart werden. – 4 – Nutzung interner Dienstleister bei Druckerzeugnissen und Beschilderung Der überwiegende Anteil der Bedarfe an Druckerzeugnissen und Beschilderungen wurden in der Vergangenheit seitens des Zoos bei externen Dienstleistern bezogen, da hier in der Regel auch direkt die Montage (bspw. von Schildern) mit beauftragt wurde. Zukünftig soll die Beauftragung bei Externen um 50% reduziert werden und nur noch dann erfolgen, wenn diese aus nachvollziehbaren Gründen (insb. bei kurzfristigem Bedarf) unumgänglich ist. In allen anderen Fällen sollen diese Dienstleistungen und Lieferungen bei der Rathausdruckerei bzw. bei den zentralen Werkstätten beauftragt werden. Reduzierung Qualität der Eintrittskarten Die hochwertigen und bunten Eintrittstickets stellen bei vielen Zoos ein beliebtes "Nice-to-Have" dar. Der Zoo wird diese Tickets zukünftig (vorhandene Tickets werden noch aufgebraucht) durch die rechtlich obligatorischen Kassenbons ersetzen. Lediglich bei Gutscheinen und Freikarten werden die "Kartontickets" noch zum Einsatz kommen. Reduzierung des redundanten Onlineshops "Ticketfritz" Mit Einführung der eTicket@KA App sowie deren WebApp standen dem Zoo zwei Verkaufsplattformen parallel zur Verfügung. Die Plattform eTicket@KA läuft seit deren Einführung im September 2019 störungsfrei und sicher. Daher soll die zum Kassensystem Beckerbillet gehörende Onlineplattform "Ticketfritz" zum 31.12.2023 abgeschaltet werden. Reduzierung Yoga für Mitarbeitende Im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements führte der Zoo 2019 einmal wöchentlich Yoga als Betriebssport für Mitarbeitende ein. Die Kosten für einen externen Yogalehrer beliefen sich auf etwa 2.000,00 Euro pro Jahr. Der Vertrag mit dem Yogalehrer wird nach Ablauf zum 31.12.2022 nicht weiter verlängert werden. Die Mitarbeitenden erhalten aber weiterhin die Möglichkeit, die vorhandenen Räume für Yoga in Eigenregie zu nutzen. Keine Nachbeschaffung von Arbeitsplatzdruckern Der Zoo verfügt über eine ausreichende Netzwerkdrucker-Infrastruktur. Althergebracht kommen allerdings noch flächendeckend zusätzlich Arbeitsplatzdrucker zum Einsatz. Diese werden bei Defekt nicht mehr erneuert, wobei Bereiche mit sensiblen Daten gesondert zu behandeln sind. Betrachtet werden sowohl die Auszahlungen für die Anschaffung als auch die Aufwendungen für Toner etc.. Kündigung Mitgliedschaft City Initiative Karlsruhe e.V. Auf Wunsch der Verwaltungsspitze wurde der Zoo 2017 Mitglied der City Initiative Karlsruhe e.V. Die Mitgliedschaft in diesem Projekt bringt retrospektiv keine Mehrwerte für den Zoo und soll zum 31.12.2023 gekündigt werden. Reduzierung der Finanzierung Mitgliedschaft „Zootier des Jahres“ Die Kosten für die Mitgliedschaft werden ab dem Jahr 2024 aus dem Artenschutzeuro finanziert und von der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe getragen. Reduzierung Pflege von Bienenvölkern im Zoo Die Pflege der Bienenvölker des Zoos erfolgt derzeit durch externe Imker. Aktuell sind drei Tierpflegende des Zoos in der Imkerausbildung, sodass diese perspektivisch die Pflege übernehmen können. Reduzierung durch Aussetzen CO2 – Kompensation Seit 2016 kompensiert der Zoo Teile seiner CO2-Emisionen aus Mitteln des eigenen Teilhaushalts. Im Rahmen des Projekts Klimaneutrale Stadt muss ein Konzept der Gesamtkostentragung entwickelt werden. Da mit der bisherigen Kompensation keine Zertifizierung verbunden war, kann diese bis auf weiteres ausgesetzt werden. – 5 – Ertragssteigerung durch Anpassung der Entgelte für Führungen und Kindergeburtstage Die Entgelte für Führungen, Kindergeburtstage und Ähnliches wurden seit 2016 nicht mehr angepasst. In Abstimmung mit der Stadtkämmerei Abt. 3 werden diese für den nächsten Doppelhaushalt neu festgesetzt. Ertragssteigerung durch Anpassung der Speisenpreise in der Betriebskantine – Zuschlag für externe Gäste Die Entgelte für das Essen der Mitarbeitenden in der Betriebskantine wurden seit 2017 nicht mehr angepasst. Sowohl aufgrund der aktuellen Inflation als auch zur Angleichung des Preisniveaus an die Karlskantine sind die Speisenpreise anzupassen. Es ist zudem zu prüfen, ob bei externen Gästen ein Zuschlag (bspw. 1 Euro pro Mittagessen) erhoben werden kann. Ertragssteigerung Anpassung der Pacht für Weinverkostungsstand Die Pachtvereinbarung mit dem Weinverkostungsstand endet zum 31.12.2023. Nach Rücksprache mit anderen Verpächtern dieses Pachtnehmers befindet sich die derzeitige Pacht am unteren Limit. Insofern sollte die Durchsetzung einer höheren Pacht ab dem 1. Januar 2024 möglich sein. Zuständigkeit Ausschuss/Gemeinderat Bereich/Amt Maßnahme Name Summe des Vorschlags (2024) Erwartete Summe Zoo Ertragssteigerung durch lineare Anpassung der Eintrittsentgelte für den Zoologischen Stadtgarten (Anteil Zoo) 176.000,00 € 176.000,00 € Zoo Reduzierung des Alters für zahlungspflichtige Kinder auf 4 Jahre 150.000,00 € 150.000,00 € Gesamt: 326.000,00 € 326.000,00 € Erläuterungen: Ertragssteigerung durch lineare Anpassung der Eintrittsentgelte für den Zoologischen Stadtgarten (Anteil Zoo) Die Eintrittsentgelte für den Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe sollen beginnend ab dem 1. Januar 2024 linear um 5% in jedem geraden Kalenderjahr angehoben werden. Da ein Drittel der Eintrittsentgelte an das Gartenbauamt abzuführen sind, werden hier nur zwei Drittel der gesamten Mehrerträge, das verbleibende Drittel im Teilhaushalt 6700, ausgewiesen. Reduzierung des Alters für zahlungspflichtige Kinder auf 4 Jahre Zur Anpassung der Preisstruktur an die Partnerzoos in Heidelberg und Landau soll das Alter für zahlungspflichtige Kinder auf 4 Jahre herabgesetzt werden. Dies ist insb. zur Harmonisierung des gemeinschaftlichen Kombitickets sinnvoll. 3. Gibt es besondere strategische Ziele, die Sie sich in den nächsten Jahren vornehmen? Die strategische Ausrichtung des Zoologischen Stadtgartens im Allgemeinen sowie des Amtes Zoo im Besonderen ist vom 2016 durch den Gemeinderat verabschiedeten Masterplan im Rahmen des Entwicklungskonzepts Zoologischer Stadtgarten Karlsruhe fixiert. Dieser wiederum ist neben einer Vielzahl weiterer Einflussfaktoren, wie bspw. der historisch bedingten Aufteilung der Zuständigkeiten im Zoologischen Stadtgarten zwischen Gartenbauamt und Zoo, geprägt von der Umsetzung der tierschutzrechtlichen und ethischen Anforderungen an eine moderne Tierhaltung in Zoos. Die hierbei vorgesehenen Baumaßnahmen sind in Teilen bereits umgesetzt, werden gerade erstellt oder befinden sich noch in der Planung. – 6 – Vor dem Hintergrund des immer präsenter in den Fokus rückendenden Artenschutzgedankens, der in diesem Bereich seit vielen Jahren erzielten positiven Ergebnisse des Amtes Zoo und der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe sowie dem Erfolg des freiwilligen Artenschutzeuros, sollte ein Entwicklungskonzept 2.0 für den Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe initiiert werden, den Weg zum „Artenschutzzentrum Zoo Karlsruhe“ beschreibt und ebnet. Beschluss: Der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen nimmt die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Kenntnis.