Bunte Stadt – Sachstandsbericht zu den Projekten mit und in Oberreut

Vorlage: 2022/1003
Art: Informationsvorlage
Datum: 31.08.2022
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Kulturamt
Erwähnte Stadtteile: Daxlanden, Oberreut

Beratungen

  • Kulturausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 27.10.2022

    TOP: 8

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Informationsvorlage
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2022/1003 Verantwortlich: Dez. 2 Dienststelle: Kulturamt Bunte Stadt – Sachstandsbericht zu den Projekten mit und in Oberreut Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Kulturausschuss 27.10.2022 8 X Information (Kurzfassung) Das IQ-Leitprojekt Bunte Stadt ist eines von vier Leitprojekten des Korridorthemas Soziale Stadt im Rahmen der IQ-Arbeitsweise der Stadt Karlsruhe. Die Bunte Stadt, die die Stärkung von Teilhabe sowie gelebte kulturelle Vielfalt zum Ziel hat, ist seit 2019 im Stadtteil Oberreut aktiv. Die Methoden und Vorgehensweise der Bunten Stadt in Oberreut sowie einige der realisierten Kulturprojekte stehen auch exemplarisch für künftige Planungen zur kulturellen Teilhabe und Partizipation. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Soziale Stadt Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Einführung Die Bunte Stadt ist neben der Sozialen Quartiersentwicklung (Sozial- und Jugendbehörde, Amt für Stadtentwicklung), der durchgängigen Sprachbildung (Büro für Integration) und dem Bildungscampus (Badisches Konservatorium, vhs, ibz) eines von vier Leitprojekten des Korridorthemas Soziale Stadt im Rahmen der IQ-Arbeitsweise der Stadt Karlsruhe. Gesellschaftliche, soziale und kulturelle Teilhabe der Bevölkerung ist erklärtes Ziel der Sozialen Stadt. Alle vier Projekte verfolgen einen sozialräumlichen und bedarfsorientierten Ansatz, tauschen sich untereinander regelmäßig aus und arbeiten projektbezogen sehr eng zusammen. Die spezifische Vorgehensweise der Bunten Stadt basiert auf der Überzeugung, dass gerade Kunst und Kultur dazu prädestiniert sind, sinnstiftend zu wirken, Menschen eine Stimme zu geben und ungeachtet kultureller und gesellschaftlicher Hintergründe Verbindungen und Gemeinsamkeiten zu schaffen. Die Stärkung des demokratischen Miteinanders sowie die gelebte kulturelle Vielfalt sind das, was die Bunte Stadt mit Mitteln und Methoden aus Kunst und Kultur befördern möchte. Das Projekt wurde im Juli 2019 mit einem Stellenanteil von 75% einer Vollzeitstelle zunächst für zwei Jahre etabliert und wird seitdem von einer Mitarbeiterin des Kulturbüros federführend betreut. Aufgrund der guten Resonanz erfolgte eine Verlängerung für weitere zwei Jahre bis zum 30. Juni 2023. Eine Fortsetzung des Projekts wird seitens des Kulturamts sowie des Dezernats 3, wo das Korridorthema Soziale Stadt angesiedelt ist, angestrebt. Die Bunte Stadt konzentriert sich seit 2019 auf den Stadtteil Oberreut, in dem bis Herbst 2021 ein Stadtteilentwicklungsprozess des Amts für Stadtentwicklung stattfand. Die Begleitung dieses kommunalen Prozesses durch künstlerische Akzente und Projekte hat sich nachhaltig bewährt, sodass die Bunte Stadt auch beim nächsten STEK-Prozess, der ab Januar 2023 in Daxlanden stattfindet, mitwirken wird. Projekte und Methoden Von Beginn an zielten die Projekte der Bunten Stadt auf die aktive Teilhabe und Teilnahme der Oberreuter Bevölkerung. Konkrete Interessen der Menschen wurden berücksichtigt, es wurden vertraute Räume im Stadtteil genutzt, an vorhandenen Netzwerken angesetzt und Schlüsselpersonen aus den verschiedenen Bevölkerungsgruppen als gleichberechtigte Partner*innen in die Planungen eingebunden. Gelingende Teilhabe braucht Vertrauen, Augenhöhe und ein hohes Maß an Verlässlich- und Verbindlichkeit seitens der Personen oder Institutionen, die das Angebot zur Teilhabe machen. Die „Stadtteilgruppe Kultur Oberreut“, die von der Bunten Stadt 2019 ins Leben gerufen wurde, war und ist die Kernzelle vieler weiterer Projekte, die im Stadtteil stattfanden und stattfinden. Mitglieder der Stadtteilgruppe Kultur sind neben den unterschiedlichsten Kulturakteuren im Stadtteil auch der Bürgerverein, die protestantische und die katholische Kirche, der Stadtjugendausschuss sowie die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. Der „Offene Kulturtreff Oberreut“ wurde aus dieser Gruppe heraus entwickelt und hat sich seither etabliert. Mit finanzieller Unterstützung des Kulturbüros finden einmal im Monat im Ökumenischen Gemeindezentrum Vorträge, Lesungen, Konzerte und Filmabende statt; ein Angebot, das von der Bevölkerung im Stadtteil sehr geschätzt wird. – 3 – Im Folgenden findet sich exemplarisch eine Auswahl an (Kultur-)Projekten und deren Kooperationspartner*innen: - Ausstellung des Karlsruher Stadtarchivs „Alle nach Oberreut“ im Rahmen der 25. Europäischen Kulturtage im Mai 2021 in Zusammenarbeit mit der Landeszentrale für Politische Bildung, der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland sowie Oberreuter Bürgerinnen und Bürgern - Willkommensfest für Neuzugezogene im Ökumenischen Gemeindezentrum am 23. Oktober 2021 in Kooperation mit dem Amt für Stadtentwicklung, der Volkswohnung, der Stadtteilgruppe Kultur und dem Bürgerverein Oberreut - Quartierskino Oberreut 2021 und 2022, in Kooperation mit der Kinemathek Karlsruhe und der Stadtteilgruppe Kultur Oberreut - Oberreut DeLuxe 2021 und 2022, ein temporäres Kunst- und Begegnungsprojekt auf dem Grünstreifen in Oberreut durch die Kunstvermittlungsgruppe fort-da, in Kooperation mit der Anne-Frank-Schule - Das FEST-Mobil machte am 25. September 2021 Station in Oberreut. Kooperationspartner war die Weiße Rose, eine Einrichtung des Stadtjugendausschusses. - Lesungen im Rahmen der Karlsruher Literaturtage (2021, 2022) im Ökumenischen Gemeindezentrum Oberreut, eine Kooperation mit dem Literaturmuseum Karlsruhe - Aufführung der „Raumforscher*innnen im Juli 2022 auf dem Grünstreifen Oberreut, Kooperation mit dem Badischen Staatstheater und Werkraum Karlsruhe - Mitmachangebot des Kinderzirkus Maccaroni an vier Wochenenden im Juni 2022 auf dem Grünstreifen Oberreut, in Kooperation mit dem Stadtjugendausschuss Karlsruhe - Teilnahme am Europäischen Filmfestival der Generationen am 23. November 2022 im Ökumenischen Gemeindezentrum, Kooperation mit der Sozial- und Jugendbehörde - Realisierung des Musicals „Jenny aus Oberreut“ im Herbst/Winter 2022/2023 durch die Stadtteilgruppe Kultur. Das Projekt wird finanziell gefördert durch das Bundesprogramm „Partnerschaften für Demokratie“. - Projekt „Grenzenlose Theaterkunst“. Die Federführung liegt bei der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland. Das auf zwei Jahre angelegte und von der Baden-Württemberg- Stiftung geförderte Projekt wird ab Herbst 2022 auch von der Bunten Stadt personell unterstützt. Fazit und Ausblick Gesellschaftliche Teilhabe wird immer stärker zu einer kommunalen Querschnittsaufgabe, um die sich auch die Stadt Karlsruhe, nicht zuletzt durch das Korridorprojekt Soziale Stadt, in hohem Maße bemüht. Gerade das Projekt Bunte Stadt kann mit seiner kulturellen Ausrichtung dazu beitragen, unterschiedlichste Gruppierungen zu aktivieren und auch der so genannten „Stillen Gruppe“ Gehör zu verschaffen. Damit übernimmt die Bunte Stadt auch eine wichtige Funktion im Rahmen der Sozialen Quartiersentwicklung. Das Pilotprojekt in Oberreut hat gezeigt, dass Vernetzungen bestehender Stadtteilstrukturen mit externen Kooperationspartner*innen – darunter fallen auch städtische Dienststellen und die Karlsruher Kultureinrichtungen – eine eigene Dynamik entwickeln, die auch langfristig Bestand haben kann. So bemüht sich das Ökumenische Gemeindezentrum Oberreut – von Beginn an der engste Partner der Bunten Stadt – mit erstarktem Selbstbewusstsein um die Anerkennung zu einem städtisch geförderten Bürgerzentrum, dies nicht zuletzt als Folge der positiven Erfahrungen mit der Bunten Stadt und dem Stadtteilentwicklungsprozess. Gerade die enge Verzahnung der Leitprojekte Bunte Stadt, Soziale Quartiersentwicklung und durchgängige Sprachbildung, die sich in Oberreut entwickelte und auch für den STEK-Prozess in Daxlanden geplant ist, kann eine große Wirkmacht entfalten.