Sachstandsbericht Karlsruhe.App
| Vorlage: | 2022/0980 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 26.08.2022 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Amt für Informationstechnik und Digitalisierung |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
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Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2022/0980 Verantwortlich: Dez. 2 Dienststelle: IT Sachstandsbericht Karlsruhe.App Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Ausschuss für öffentliche Einrichtungen 28.09.2022 8 X vorberaten Hauptausschuss 08.11.2022 4 X vorberaten Gemeinderat 15.11.2022 7 X zugestimmt Information (Kurzfassung) Der Gemeinderat nimmt - nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und Hauptausschuss - den Sachstandsbericht zur Karlsruhe.App zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☐ Investition ☒ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☒ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Die Karlsruhe.App startete im Dezember 2021 als neue Plattform für digitale Dienste aus Karlsruhe. Durch die Kombination privater und öffentlich-rechtlicher Angebote in Form einer virtuellen öffentlichen Einrichtung soll ein leichter und mobiler Zugang zu Informationen und Services der Stadtverwaltung sowie privater Anbieter Karlsruhe geschaffen werden: Zugang zur „digitalen Stadt“ mittels eines Portals. Die Stadt als Betreiberin der App leistet damit einen gemeinwohlorientierten Beitrag zur digitalen Daseinsvorsorge; ohne Gewinnerzielungsabsicht und entsprechend den europäischen Datenschutzbestimmungen. Seit dem Go-Live hat sich die App kontinuierlich weiterentwickelt. Neben weiteren Inhalten sind auch neue Funktionen hinzugekommen. Dabei werden insbesondere auch Wünsche und Vorschläge aus dem User-Feedback in die Entwicklung aktiv mit einbezogen. Community-Charakter und Akzeptanz: Wöchentlich erreichen die Stadtverwaltung bis zu 40 Feedbacks der Nutzer*innen per Feedbackformular in der App. Die Anregungen werden regelmäßig ausgewertet, auf Machbarkeit geprüft und entsprechend an die Produktentwicklung weitergeleitet. Dies hat zu einer zunehmend positiven gesellschaftlichen Akzeptanz der Karlsruhe.App geführt, messbar durch das Feedback der User über LimeSurvey sowie die Bewertungen in den App Stores. Die User Anzahl ist auf mittlerweile 5.438 aktive User (Stand: 16. August 2022) angewachsen - Tendenz steigend. Inhalte (Stand: 16. August 2022): Die Karlsruhe.App besteht im Wesentlichen aus sogenannten Channels, einem virtuellen Marktplatz sowie einem Veranstaltungskalender. Alle Angebote können durch die Nutzer*innen frei gewählt werden; eine Registrierung ist derzeit nicht zwingend erforderlich. Die aktuell 24 Channels bieten einen zielgruppenorientierten direkten Kommunikationskanal zu den Nutzer*innen. Per direkter Kurznachricht, sogenannter Push-Notifications, auf das Smartphone stehen aktuelle Informationen aus der Stadtverwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft, Sport, Kultur und Freizeit sowie lokale Nachrichten zur Verfügung. Neu hinzugekommen sind u.a. Informationen aus den Stadtteilen und aus den Fraktionen des Gemeinderates sowie von ersten Bürgervereinen. Neu ist auch das Angebot des Badischen Sportbundes, was gegebenenfalls den Zugang zum vielfältigen Vereinsleben in Karlsruhe eröffnet. Der virtuelle Markplatz bietet derzeit 35 digitale Angebote (sogenannte AddIns). Hier finden sich digitale Kartendienste, das Karlsruher ÖPNV-Angebot (insbesondere RegioMove), der städtische Chatbot KarlsBot, Online Bürgerservices auf Basis von Service-BW, eine Online-Terminvereinbarung, die eTicket-App des Zoos, Angebote der Stadtbibliothek, den Mängelmelder KA-Feedback (erfolgter Relaunch in 2022), Angebote der Stadtwerke (Käppsele-App), Angebote der Gastronomie (wie aktuelle Mittagstischkarten), ehrenamtliches Engagement und vieles mehr. Bei der neu hinzugekommenen Funktion Events sind Veranstaltungen des Veranstaltungskalenders mobil abrufbar. Funktionen: Die App verfügt als skalierbare Plattform über einen modularen Aufbau. Inhalte und damit verknüpfte Funktionen werden vorwiegend in den AddIns realisiert, was zur Sicherheit und Stabilität der App beiträgt. Zudem wird so gewährleistet, dass sich die Betreiberin nicht in die Geschäftsmodelle (privater) Anbieter einbringt. Als übergreifende Funktionen kamen neu hinzu: – 3 – ▪ Filterung der Add-Ins / Channels / Events nach Kategorien ▪ Filterung Events nach Zeitpunkt ▪ Dynamische Inhalte auf der Startseite ▪ Feedback durch Emojis ▪ Upload von Multimediacontent ▪ Erstellung von Umfragen via Channel ▪ Zugangsbeschränkte Channels ▪ Teilen von Beiträgen über andere Messenger/Apps ▪ Teilen von Events über andere Messenger/Apps ▪ Checkbox für Akzeptieren der Nutzungsbedingungen Übergeordnetes Ziel des Produktmanagements der App ist zum aktuellen Zeitpunkt die weitere Etablierung der Plattform in Stadt und Gesellschaft. Hierzu sieht die Produktentwicklung derzeit folgende Arbeitspakete vor: Integration weiterer Channels und AddIns: weitere Stadtteile, Schulen, Kultur, Studierende, Information der Bevölkerung bei Gefahrenlagen, Stadtzeitung, Museen, Umwelt und Naturschutz. Im Bereich der Events sollen weitere Kalender aus Karlsruhe (zum Beispiel Messe und KME) integriert werden. Wurden bislang die Inhalte integriert, deren Anbieter „mitmachen“ wollten, soll künftig gezielt auch Wert auf übergeordnete Zielrichtungen gelegt werden wie zum Beispiel bürgerschaftliches Engagement, lebenswerte Stadt, Nachhaltigkeit, Stärkung der Demokratie, Förderung von Innovation. Das Amt für Informationstechnik und Digitalisierung koordiniert derzeit eine stadtweite Arbeitsgruppe zum Einsatz von Sensoren (Internet of Things) mit dem Referenzprojekt „Smarter Friedrichsplatz. Die Karlsruhe.App soll hierzu eine mobile Schnittstelle zur Visualisierung und Nutzung dieser Daten werden (mobile Smart-City-Schnittstelle). Hier sind Kooperationen mit dem sogenannten re@di- Netzwerk aus dem Karlsruher Umland vorgesehen. Die Karlsruhe.App soll auch weitere Funktionen direkt in der App erhalten: Themenseiten sollen eine leichtere Orientierung bieten, ebenso Filter und eine Umkreissuche. Erste Single-Sign-On Funktionen städtischer Angebote sind in Planung. Die eTicket-Funktion soll möglichst auf weitere Einrichtungen ausgeweitet werden. KA-sWLAN soll eingebunden werden. Es soll eine einheitliche App-Strategie für die Stadtverwaltung etabliert werden. In einem ersten Schritt sollen die eTicket-App und KA-Feedback noch besser eingebunden werden. Neben der inhaltlichen und funktionalen Weiterentwicklung der App und dem damit verbundenen Nutzen und Mehrwert für Nutzer*innen und Anbieter soll zur Etablierung der Plattform auch ein professionelles Marketing beitragen. Im Jahr 2022 konnten durch Marketingmaßnahmen online, im Stadtgebiet und bei Veranstaltungen (Bunte Nacht der Digitalisierung) zahlreiche potentielle Nutzer*innen erreicht werden. Aktuell ist eine neue Kampagne (inkl. Straßenbahnwerbung) in Vorbereitung. War es bislang das Ziel, die Reichweite zu erhöhen, wird künftig der Fokus auf die Vermittlung des Nutzens und der Mehrwerte gelegt. Hierbei sollen auch die anderen Kommunikationskanäle der Stadt eine größere Rolle spielen. Außerdem sollen die Anbieter bei Netzwerktreffen die Gelegenheit bekommen, sich weiter zu vernetzen und voneinander zu lernen. Compliance: 2022 wurden auch erste Erfahrungen mit dem Betrieb der virtuellen öffentlichen Einrichtung gesammelt. Die Umsetzung der Nutzungsbestimmungen läuft reibungslos, ebenso die Anwendung der Anbieterverträge. – 4 – Hinsichtlich der Entgelte ist es aufgrund des Gemeinderatsbeschlusses vom 22. Februar 2022 möglich, für sechs Monate auf die Erhebung von Entgelten für Verträge zu verzichten, welche im ersten Halbjahr 2022 geschlossen wurden. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Anbieter verhalten, sobald die Entgeltpflicht eintritt. Aus Haushaltssicherungsgründen ist in 2023 eine Neukalkulation der Entgelte durchzuführen. Personal: das Produktmanagement für die Karlsruhe.App wird durch das Amt für Informationstechnik und Digitalisierung wahrgenommen. Aktuell gibt es hierfür laut Kalkulation 1,5 VZW, aufgrund der hohen Aufwände arbeiten derzeit faktisch 2 VZW an der Karlsruhe.App. Beschluss: Antrag an den Gemeinderat: Der Gemeinderat nimmt - nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und Hauptausschuss - den Sachstandsbericht zur Karlsruhe.App zur Kenntnis.
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Hauptausschuss 8.11.2022 Markus Losert Amt für Informationstechnik und Digitalisierung Motivation •Mobile Plattform für städtische digitale Angebote →immer dabei –leicht zu finden -vor Ort nutzbar (am Touchpoint) •Kombination mit privaten Anbietenden →Attraktivität steigern Virtuelle öffentliche Einrichtung! •Städtischer Marktplatz -nur eben virtuell / Bündelung Marketing •Ungefilterter Kommunikationskanal „Channels“ Urban RelationshipManagement per Push Notification •Smart City Schnittstelle+Sensordaten/ Open Innovation Start Ups •Unabhängig / digital souverän →kein Verkauf der Daten •Optimierung städtischer digitaler Angebote →Binnensichtweise Für die Menschen in Karlsruhe –Einwohnende, Pendler, Touristen Ungefilterter Kommunikationskanal „Channels“ relevante Daten in Echtzeit und direkt per Push Notification 28Channels Medien + News Verwaltung (auch Stadtteile) Politik + Bürgervereine Kultur + Freizeit Wirtschaft +Wissenschaft Schulen + Bildungsinitiativen (Sport-) Vereine bereits heute: große Themenvielfalt! Aktuelles | Channels •Mobile Plattform für städtische digitale Angebote →immer dabei –vor Ort nutzbar am Touchpoint •37In-Apps Mobilität: Regiomove+ Mobilitätsportal Verwaltung: KA-Feedback, eTicketsZoo, ChatBot„KarlsBot: Bürgerdienste“ ,KitaPortal Terminvereinbarung; geplant: Sensordaten Stadtzeitung?! Stadtwerke App Kultur + Freizeit: Garoma: Restaurants Mittagstische, Stadtbibliothek, Wissenschaft:FZI, Wissenschaft Erleben, Wirtschaft: StartUps Aktuelles | Marktplatz 46.000 verkaufte Tickets •Veranstaltungskalender •Nutzt derzeit die Daten aus karlsruhe.de •Erstes Ziel: Datenqualität verbessern •Ausbau der Anbieter (Freizeit, Sport,...) •Funktionale Erweiterung (Filter) •Zeitpunkt-Filter: dieses Wochenende •Smarte Anwendungen: Kombination mit anderen Diensten (ÖPNV,..) •Tagesprogramm bei Veranstaltungen? Aktuelles | Events Marketing •SocialMedia + Google Ads •GiveAways •Zoobanner + Plakate •Printmedien →Nur noch für ein Produkt notwendig!! Fazit •Funktionalität wurde deutlich optimiert •Useranzahl und Zufriedenheit steigen •Großes Potential für weiteren Ausbau in Arbeit: Neue Funktionen, Design-Optimierungen neue Marketingkampagne •Notwendig: noch mehr Content mit Nutzen für User
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Niederschrift 34. Sitzung Hauptausschuss 8. November 2022, 16:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitz: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 3. Punkt 4 der Tagesordnung: Sachstandsbericht Karlsruhe-App Vorlage: 2022/0980 Beschluss: Kenntnisnahme im Rahmen der Vorberatung für den Gemeinderat Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 4 zur Behandlung auf. Stadträtin Wolf (GRÜNE) lobt das grundsätzliche Vorgehen zur Karlsruhe-App. Im Weiteren erläutert sie, dass es nicht der richtige Zeitpunkt sei, die Gebühren für die externen Anbieter wieder einzuführen. Sie kündigt einen Änderungsantrag Ihrer Fraktion hierzu an. Herr Losert (Amt für Informationstechnik und Digitalisierung) erläutert anhand eines Power- Point-Vortrags den aktuellen Sachstand zur Karlsruhe-App. Stadtrat Hofmann (CDU) regt an, das Augenmerk in die Entwicklung der inhaltlichen Berei- che zu legen und weniger in das Marketing. Der Vorsitzende stellt, nachdem keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, die erfolgte Vor- beratung fest. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 23. November 2022
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Niederschrift 44. Plenarsitzung des Gemeinderates 15. November 2022, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 8. Punkt 7 der Tagesordnung: Sachstandsbericht Karlsruhe.App Vorlage: 2022/0980 Punkt 7.1 der Tagesordnung: Entgeltfreie Anlaufzeit ausweiten Ergänzungsantrag: GRÜNE Vorlage: 2022/0980/1 Beschluss: Der Gemeinderat nimmt - nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und Hauptausschuss - den Sachstandsbericht zur Karlsruhe.App zur Kenntnis. Abstimmungsergebnis: Kenntnisnahme, keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 7 zur Behandlung auf und verweist auf die er- folgte Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen am 28. September 2022 und im Hauptausschuss am 8. November 2022: Wir haben uns lange den Kopf verhirnt, aber wir haben keinen Weg gefunden, zu einer In- formationsvorlage einen Ergänzungsantrag zu stellen. Insofern würde ich Ihnen vorschla- gen, dass wir den in den nächsten Gemeinderat nehmen. Dann können wir ihn formal ab- stimmen. Ich sage aber zu, dass wir jetzt im Moment auch keine Gebühren aufrufen wer- den. Von daher brennt jetzt auch nichts an. Aber jetzt warten wir erst einmal die Diskus- sion ab. Ansonsten würde aber auch keine Zeit an der Stelle über den Antrag hinweg lau- fen. Stadtrat Bauer (GRÜNE): Das digitale Kind der Stadtverwaltung, die Karlsruhe-App, ist mitt- lerweile ein ausgewachsener Teenager geworden, auf den das IT-Amt auch mit Stolz bli- cken kann. Dieser Teenager ist ständig außer Haus, wie es sich gehört, hat den Terminka- lender voller Veranstaltungen mittlerweile. Er ist sehr kommunikativ, mit 28 Kanälen, auf denen er gleichzeitig unterwegs ist, und 6 externen Add-In-Anbietern, über 5.000 neue – 2 – Freunde hat er gefunden und auch das Feedback von denjenigen, die mit ihm zu tun ha- ben, ist mittlerweile deutlich erfreulicher als noch vor einem halben Jahr. Das ist eine gute Entwicklung und uns allen als verantwortungsbewusste Erziehungsberechtigte liegt das Gleiche am Herzen, nämlich, dass dieser Sprössling auch dauerhaft und nachhaltig erfolg- reich ist. Deswegen haben wir ihn auch von Beginn an wohlwollend unterstützt, indem wir im Feb- ruar eine sechsmonatige kostenlose Anlaufzeit für die Betreiber von In-App-Kanälen be- schlossen haben. Heute muss es insbesondere darum gehen, das, was wir erreicht haben, zu konsolidieren. Wir GRÜNE sind, wie auch in der Sitzung im Februar, bereits der Mei- nung, dass dieser Teenager noch eine ganze Weile die Stützräder braucht. Die User*innen- zahlen zeigen, dass dann, wenn ein kontinuierliches Bewerben der Stadt kurz aufhört, sie eher zurückgehen, also sind nicht ganz stabil und auch die Rückmeldung von diversen In- App-Betreiber*innen, die Stellungnahme, die seit wenigen Minuten online ist, sind recht deutlich. Trotz der Fortschritte bei der Benutzerfreundlichkeit, trotz der Fortschritte beim Funktionsumfang ist das Angebot einfach noch nicht attraktiv genug, um die Anbieter bei uns zu halten. Die ersten Kündigungen liegen bereits vor, und weitere werden, zumindest angekündigt, folgen. Daher ist es gut, wenn Sie, Herr Oberbürgermeister, uns gerade schon zu verstehen gege- ben haben, dass jetzt nichts anbrennt. Das ist uns eigentlich das Wichtigste heute. Wir wol- len mit unserem Antrag ganz simpel das Gleiche wie vor einem halben Jahr oder im Feb- ruar, nämlich die kostenlose Anlaufzeit noch einmal um sechs Monate zu verlängern, auf insgesamt zwölf Monate, als Investition in die Zukunft der App. Sollten uns weitere In-App- Betreiber abspringen, weil wir die Stützräder von unserem Teenager zu schnell wegreißen, dann fliegt der mit Vollgas auf den Asphalt. Das möchten wir nicht. Dann haben wir auch für die Refinanzierung dieser App nichts getan. Die Entwicklungskosten kommen nicht wieder rein, wenn die vollkommen wegfallen oder auch nur teilweise wegfallen. Diese Rechnung geht nicht auf. Daher werbe ich hier um Unterstützung für den Antrag, auch wenn wir ihn jetzt wohl nicht abstimmen. Das ist dann in Ordnung. Ich weise auch noch einmal auf den Punkt der Stellungnahme, den Sie vermutlich alle noch nicht gelesen haben, hin, in der gesagt wird, dass die Kosten für den Betrieb der App sich drastisch reduziert haben. Vielleicht hilft das auch bei unserer Entscheidungsfindung. Las- sen Sie uns einfach alle dafür sorgen, dass diese App dauerhaft auf eigenen Beinen steht und ein Erfolg wird. Stadtrat Hofmann (CDU): Ich glaube, ich kann es deutlich kürzer machen, denn der Herr Kollege Bauer hat alles sehr bildlich schön beschrieben. Wir bedanken uns auch bei der Verwaltung für die bisherige Entwicklung. Trotzdem, wie ich es im Hauptausschuss gesagt habe, sind wir immer etwas ungeduldig und hätten es gerne etwas schneller. Wir haben uns auch gerade eben mit Jugendlichen/jungen Erwachsenen unterhalten. Da würden wir schon den einen oder anderen Punkt, der aber auch schon angekündigt wird in den Vorla- gen der Verwaltung, gerne jetzt auch zügig umsetzen. Zum Beispiel die Einbindung der KIT-Mensa oder andere Dinge sollten wirklich schnellstens versucht werden, dort umzusetzen. Es wurde auch vorgestellt, dass bereits eine breite Ver- marktungsstrategie und entsprechende Maßnahmen dort angegangen werden. Wir – 3 – würden die Intensität darin sehen, jetzt stärker am Inhalt zu arbeiten und dann entspre- chend noch mal mit der Vermarktungsstrategie woran zu gehen. Von daher können wir auch den Antrag der GRÜNEN oder das Ansinnen der GRÜNEN ab- solut nachvollziehen, dass man zuerst die Attraktivität steigern muss und dann die Gebüh- ren einzuführen. Wir würden auch den Antrag so mitgehen wollen oder zumindest sagen, dass wir erst einmal versuchen, hier noch entsprechend das Ganze zu unterfüttern, sehen dies auch dann als Investition in die Zukunft. Denn es nützt uns nichts, wenn wir mit et- was, was jetzt noch in der Entwicklung ist, einen Schiffbruch erleiden, sondern würden gerne hier noch ein bisschen die Qualität steigern, dass man dann auch wirklich mit Vollgas vorangehen kann. Stadtrat Dr. Huber (SPD): Es wurde viel Gutes gesagt über die App. Ich möchte noch ein- mal ganz speziell auf die Add-Ins zu sprechen kommen, wo auch schon wirklich gute Mög- lichkeiten bestehen, Behördengänge zu vermeiden. Ich habe gesehen zum Beispiel, dass die Wohnungsgeberbescheinigung jetzt online abgefragt werden kann an der Stelle oder zum Beispiel, was auch interessant ist, das Tracking, wenn man einen Personalausweis be- antragt, um zu schauen, wo der denn gerade steckt und wie lange das wohl noch dauert. Es gibt schon durchaus Dinge, die uns als Fraktion ganz wichtig sind, was die Digitalisie- rung der Behördengänge anbelangt. Man muss aber trotzdem auch ein bisschen den Fin- ger in die Wunde legen an der Stelle. Das ist überhaupt kein Vorwurf gegen unsere eige- nen Entwickler, sondern eigentlich ein Fingerzeig Richtung Land. Wir haben das Onlinezu- gangsgesetz, und das sagt eigentlich, dass bis Ende 2022 alle Behördengänge digital ver- fügbar sein müssen. Da sind wir ganz weit davon entfernt. Da kann man jetzt natürlich überlegen, woran es liegt. Vielleicht liegt es daran, dass unser Digitalminister mehr Zeit bei Anwälten verbringt als in seinem Ministerium. Man weiß es nicht, aber es ist trotzdem doch schon erschreckend, wie das noch bis Ende des Jahres passieren soll. Wir alle wissen, dass es nicht passiert. Denn das, glaube ich, ist für die jüngere Generation etwas, was wirk- lich entscheidend wichtig ist für die App. Die ganzen Channels mit den Push-Nachrichten, das ist schön und gut, das muss man haben, aber das gibt es in ganz vielen anderen Apps auch. Aber die digitalen Behördengänge, das ist wirklich die große Chance mit dieser App, eine Vereinfachung. Wir hoffen, dass wir das dann mit dem Gesetzgeber zusammen mög- lichst bald auch so attraktiv gestalten können, wie wir es benötigen. Zum Antrag der GRÜNEN sind wir als Fraktion eigentlich eher der Meinung, dass es jetzt schon so weit ist, dass man dafür Geld verlangen könnte. Wir sehen, es ist ein relativ gerin- ger Betrag, der wieder zurückkommt, wenn man das vergleicht mit den laufenden Kosten, die wir haben. Da sind die Entwicklungskosten noch gar nicht dabei, die auch erheblich waren. Also, ja, da müsste man sich auf jeden Fall darüber verständigen, ab wann denn der Moment gekommen ist, wo es so weit entwickelt ist, dass es Geld kosten darf. Wir sehen es eigentlich so, dass wir heute schon angekommen sind. Stadtrat Haug (KAL/Die PARTEI): Wir wünschen uns auch, dass die Karlsruhe.App ein Erfolg wird. Wir hielten allerdings den Start damals zu früh und waren damals auch mit dem An- gebot nicht zufrieden. Umso mehr freuen wir uns jetzt über die Fortschritte der App bei dem Leistungsumfang, der Nutzbarkeit und der Attraktivität. Allerdings darf uns das nicht darüber hinwegtäuschen, dass noch viele Fragen offen sind. Zum Beispiel wirklich interes- sant wird die App erst, Kollege Huber hat es auch angesprochen, wenn Bürger- und – 4 – Verwaltungsprozesse wie Personalausweis, Mülltonnenbetrag und Ähnliches wirklich medi- enbruch-frei mit dieser einen App passieren kann. Erst dann können wir unserer Meinung nach von einer digitalen Daseinsvorsorge sprechen. Bisher fehlen uns dazu noch die Dienste. Allein mit den Channels bietet die App kein Alleinstellungsmerkmal. Zu den Fragen, zu den Usern, die reine Anzahl der User ist nur eine von vielen Aspekten. Uns würde zum Beispiel interessieren, wie wird die App genutzt oder was ist aus der zent- ralen Anmeldung über eine App geworden, wird das noch weiterverfolgt. Insgesamt hät- ten wir gerne konkretere Angaben, zum Beispiel wenn Sie in Bezug auf die Entgelte schrei- ben, Zitat, es bleibt abzuwarten, wie sich die Anbieter verhalten, sobald die Entgeltpflicht eintritt. Da drängt sich die Frage auf, gibt es eine Marktstudie oder welcher konkrete Preis würde sich realisieren lassen. Wir sehen, und da unterstützen wir den Antrag der GRÜNEN, das derzeitige Bezahlmodell als hoch problematisch an. Wir befürchten dadurch eine Ver- hinderung von Inhalten. Zum Beispiel bei ganz schwachen Anbietern aus der Open Com- munity, die dadurch abgeschreckt würden oder eben auch prinzipiell finanzkräftige Anbie- ter, selbst aus dem Konzern Stadt halten sich nachgewiesenermaßen zurück mit dem Argu- ment, erst wenn die Userzahlen ein wirtschaftliches Arbeiten erlauben, biete ich einen Chat oder ein Add-In, sonst muss ich mich vor meinen Stakeholdern rechtfertigen. So ein Projekt muss unserer Meinung nach wirklich noch eine Weile kostenfrei laufen. Stadtrat Hock (FDP): Jetzt wurde schon extrem viel zu der App gesagt und Kollege Bauer hat Vieles auf den Punkt gebracht, was wir auch hier sagen wollten von meiner Fraktion. Ich möchte das aufgreifen, was er gesagt hat zum Thema „die Stützräder wegzumachen“. Meine Fraktion glaubt, dass es heute noch nicht der Zeitpunkt wäre, die Stützräder zu ent- fernen. Man muss sich mit den Anwendern und den Nutzern der App auseinandersetzen und diese dazu befragen. Dann hört man immer wieder, wo ist der Mehrwert. Also, ich möchte nur darauf hinweisen, es läuft in die Richtung, finden wir alles gut und ist alles auf der..., ja, genau, der Herr Bauer macht jetzt genau das Zeichen, was ich gerade sagen wollte. Ich sage es deutlich, wir haben noch einiges, was wir auf die richtige Bahn bringen müssen und können uns definitiv noch verbessern. Ich möchte das heute an diesem Punkt auch belassen und möchte jetzt nicht das eine oder andere in die nicht so tolle Richtung drehen. Aber diesen Ergänzungsantrag der GRÜNEN, den befürwortet meine Fraktion uneinge- schränkt, weil wir auch glauben, dass viele dann wieder abspringen werden, wenn es jetzt schon in den Bezahlmodus überwechselt. Also, von daher gesehen kann ich der Stadtver- waltung nur den Tipp geben, bleiben Sie noch ein Weilchen dabei. Versuchen Sie sich noch zu verbessern. Wir haben Verbesserungspotenzial in allen Bereichen. Ansonsten hoffen wir, dass die Zukunft der Karlsruhe.App noch besser wird, als sie jetzt schon ist, vorsichtig aus- gedrückt. Stadtrat Bimmerle (DIE LINKE.): Ich glaube, der Mehrwert der App ist für viele ersichtlich und ohne Zweifel. Positiv hervorzuheben ist das Tempo, das die Verwaltung vorlegt in der Bereitstellung der neuen Inhalte. Seit Dezember 2021, innerhalb von zwölf Monaten solche vielen neuen Dienste zu machen, habe ich selbst in der Industrie ehrlich gesagt selten er- lebt. Das ist gerade für eine Verwaltung überaus vorbildlich, was alles möglich ist. Auf der anderen Seite, und das ist die Schwierigkeit dessen, was wir auch immer noch sehen, ist, dass die Nutzeranzahl im Verhältnis zur Gesamtbevölkerung einfach noch recht klein ist. Gerade deshalb wäre es eine extrem kontraproduktive Art und Weise, jetzt Gebühren – 5 – einzuholen, weil wir immer noch dabei sind, erst einmal eine Art, in Anführungszeichen, Marktdurchdringung zu erreichen, dass die Menschen sich an die App gewöhnen, es etab- liert wird, dass sie bekannter wird und die Menschen darüber reden und auch verweisen. Ich glaube, das ist in dieser Phase imminent wichtig, weil wir auch nicht wollen, dass wir dann in zwei Jahren irgendwann sagen, dass die KA-App quasi das Studi-VZ der Stadt Karlsruhe ist, gab es irgendwann mal, nutzt jetzt irgendwie keiner mehr, und ich glaube, da sollten wir diesen Fehler vermeiden, was viele andere immer in diesem Softwarebereich machen, erst mal den Geldbeutel aufzumachen, obwohl das Fell noch nicht mal zerlegt ist, so in der Art. Ich glaube, das ist richtig, dass wir erst einmal diese Angebote weiterhin kos- tenlos machen, um mehr Nutzer*innen zu gewinnen, auch jetzt darüber zu diskutieren, was ist denn der reale Mehrwert davon. Die App ist, glaube ich, bekannt oder ist immer bekannter geworden. Jetzt sollte man noch mal zeigen, wieso sollten die Bürgerinnen und Bürger die nutzen und dann sind wir, glaube ich, auf dem richtigen Weg. Stadtrat Kalmbach (FW|FÜR): Beim letzten Mal gab es ziemlich viele Schläge für die Stadt- verwaltung. Wir haben viel kritisiert, sicher auch vieles zu Recht kritisiert. Ich möchte an der Stelle zuerst mein Lob aussprechen über die Entwicklung, der Herr Bimmerle hat es ange- sprochen. Es hat sich wirklich total viel entwickelt, aber in der Tat, das Kinderfahrrad hat immer noch Stützräder dran und braucht noch Stützräder, dass die App fahren kann. Aus diesem Grunde können wir uns sehr gerne auch dem GRÜNEN-Antrag anschließen. Denn wir sehen das auch noch sehr schwach auf der Brust. Also, es braucht einfach noch Stabili- tät und es braucht mehr Schub, damit es sich auch wirklich trägt. Wir hätten noch eine kleine Ergänzung zu diesem Ergänzungsantrag, und zwar grundsätz- lich mit der Preisgestaltung. Wir haben jetzt größere Betriebe, die können sich das natürlich schon leisten. Für gemeinnützige Vereine und so weiter ist es kostenlos. Auch für kleine Betriebe zum Beispiel, die jetzt über diese App ihren Betrieb vorstellen wollen, sind 34 oder 40 Euro einfach zu viel. Also, dass man hier noch einmal überlegt, ob man eine Staffelung der Preise vielleicht an der Angestelltenzahl oder irgendwie einführt. Das möchten wir noch anregen, ob das nicht ein Weg wäre, auch noch mehr Leute heranzuziehen, dass es auch für sie attraktiv wäre. Der Vorsitzende: Ich möchte nur noch für die Zuhörerinnen und Zuhörer klarstellen, es geht nicht um Gebühren für die, die die App nutzen, sondern die, die auf der App etwas anbieten, weil hier sonst vielleicht manchmal ein falscher Eindruck entsteht. Herr Kalm- bach, an Ihr Beispiel anknüpfend, wenn jemand ein kleiner Betrieb ist mit mehreren Arbeit- nehmer*innen, dann muss er für jede Arbeitnehmer*in wahrscheinlich im Jahr irgendwo zwischen 50.000 und 70.000 Euro zahlen, dann zu sagen, er kann sich 35 oder 40 Euro nicht leisten, damit er bei uns dabei ist, also das kann ich dann ehrlich gesagt nicht mehr so ganz nachvollziehen. Dann eine weitere Anmerkung. Ich glaube, wir kriegen vor allem ein jugendliches Publikum und junge Erwachsene nicht darüber, dass wir nur die Dienstleistungen unserer Bürger- dienste anbieten, denn die brauchen die meistens nicht so ganz häufig, sondern wir müs- sen auch noch ein paar andere knackige Sachen da unterbringen. Aber ich finde, dass auch das jetzige Angebot eigentlich schon sehr attraktiv ist, weil man alles schon auf einem Ge- rät hat. Das ist etwas, was uns von anderen Apps anderer Städte unterscheidet, dass wir auch über diesen öffentlichen Raum gehen, den wir geschaffen haben im Netz, auch durchaus interessante Privatangebote dort mit unterbringen. – 6 – Ich kann mir natürlich die Bemerkung nicht verkneifen, Herr Stadtrat Bauer, dass ein so überzeugter Pädagoge wie Sie auf der einen Seite von pubertierenden Jugendlichen redet und auf der anderen Seite ihnen nicht zutraut, dass man die Stützräder vom Fahrrad lang- sam abmontieren kann. Das mag vielleicht auch ein Stück weit beruflich bedingt sein. Nein, wir haben Ihnen zugesagt, dass wir jetzt nichts einführen. Wir stellen es dann im Dezember noch einmal zur Abstimmung. Sie haben uns aber durch Ihre Wortbeiträge schon signali- siert, wo Ihre Richtung hingeht. Vielleicht brauchen wir es dann auch gar nicht mehr groß zur Abstimmung stellen, sondern können es über Offenlage machen. Das klären wir ge- rade. Dann würden wir dementsprechend verfahren. Dann haben Sie das alles zur Kenntnis genommen. Vielen Dank auch für die lobenden Worte, denn es ist in der Tat neben der ganzen Digitalisierung der Verwaltung etwas, was nicht unbedingt sein müsste, was wir aber seit einigen Jahren mit großer Kraft und auch mit guter finanzieller Unterstützung zunächst in der Anfangsphase vom Land Baden-Würt- temberg und hier die Digitalinitiative unterstützen und umsetzen. Aber es fällt immer schwer, den nächsten Schritt zu gehen, wenn man sieht, dass gleichzeitig noch so viel an der Digitalisierung an anderen Stellen zu tun ist. Sie wissen alle, mit welcher großen zwei- stelligen Projektzahl sich das Amt für Digitalisierung auseinanderzusetzen hat. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 05.12.2022