Informationen des Umweltamtes zur Pflege und Beweidung innerhalb des Naturschutzgebietes Neureuter Feldflur

Vorlage: 2022/0794
Art: Informationsvorlage
Datum: 20.07.2022
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Ortsverwaltung Neureut
Erwähnte Stadtteile: Neureut

Beratungen

  • Ortschaftsrat Neureut (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 19.07.2022

    TOP: 5

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • TOP_4_5_UA
    Extrahierter Text

    35. OrtschaftsratssitzungNeureut 19.Juli 2022 Inhalt TOP 4: Vorstellung des Biodiversitätskonzept der Stadt Karlsruhe Frau Fies, Fachbereichsleitung Ökologie TOP 5: Pflege und Beweidung des Flächenhafte Naturdenkmals Grüner Weg –West, Sandgrube, Frau Bergström Gebietsbetreuerin 18.07.2022© Stadt Karlsruhe | Städtisches Amt2 Das Biodiversitätskonzept der Stadt Karlsruhe https://www.karlsruhe.de/b3/natur_und_umwelt/naturschutz/biodiversi taetskonzeptka.de Biodiversitätskonzept 2021 final fertiggestellt und zur Verfügung gestellt Aktuell noch keine konkreten Maßnahmen Stadtteile werde frühzeitig über kommende Planung informiert 18.07.2022© Stadt Karlsruhe | Städtisches Amt3 Ziele und Aufgaben Regionaltypische Lebensräume und Tier-und Pflanzenarten auf lokaler Ebene erhalten und fördern Weniger Schutz einzelner Arten mehr Förderung von Schutz ganzer Lebensgemeinschaften sowie regionalspezifische Biotoptypen SuzkzessiverEingang in Bewirtschaftungs-und Nutzungspläne, Leistungsverzeichnisse für Ausschreibungen, Förderprogramme und Fachplanungen Altagshandelnund Öffentlichkeitsarbeit 18.07.2022© Stadt Karlsruhe | Städtisches Amt4 Möglichkeiten der Einbindung der Ortsverwaltung Strukturelle Maßnahmen Aufklärung über biodiversitätsschädigende Maßnahmen wie zum Bsp. Ablagerung von Schnittgut, Aussetzen Neobiota, nichtheimische Gehölze, Wildtierfütterung Allgemeine Maßnahmen und Handlungsempfehlungen: Schutz naturraumtypischer bedeutsamer Lebensräume und Arten 18.07.2022© Stadt Karlsruhe | Städtisches Amt5 Biodiversitätskonzept in Neureut – wichtigste Maßnahmen 1.Sand und Magerrasenvegetation 2.Feldvogelschutz insbesondere Rebhuhn und Feldlerchen 3.Extensivierung der Landschaft, Ackerrandstreifen und Brachen 4.Gebäudebrüter insbesondere Mehlschwalben 5.Bedeutsame Feuchtbiotope in der Neureuter Rheinniedeurng mit Amphibienvorkommen insbesondere dem Laubfrosch 19.07.2022© Stadt Karlsruhe | Umwelt- und Arbeitsschutz6 Biodiversitätskonzept Neureut – Schutz der wertegebenden Lebensräume 19.07.2022© Stadt Karlsruhe | Umwelt- und Arbeitsschutz7 2 Naturraum ältere Rheinaue 3 Naturraum Hardtebene Sand und Magerrasen Humusarme Standorte der kiesig-sandigen Niederterasse, Flugsandfelder und Dünen bei Kirchfeld, Heide und nördliche Hardt Wiederherstellung von offenen Sandflächen und Sandbiotope Bekämpfung von Neophyten Förderung von Sandbiotopen durch angepasste Freizeitnutzung und Pflege bzw. Beweidung Erhaltung und Pflege von Binnendünen 19.07.2022© Stadt Karlsruhe | Umwelt- und Arbeitsschutz8 Feuchtbiotope in der Neureuter Rheinniederung 19.07.2022© Stadt Karlsruhe | Umwelt- und Arbeitsschutz9 Nasswiesen, Gräben, Röhrichte und Rieder Lebensraum Insekten und Amphibien Beeinträchtigung durch Bodenauftrag, intensive Nutzung, Entwässerungsmaßnahmen Reduzierung der entwässernde Wirkungen von Gräben in Neureuter Wiesen, Beseitigung anthropogener Überdeckungen in der älteren Rheinaue Erhalt, Förderung und Pflege von Feuchtbiotopen Naturnahe Ufervegetation erhalten und Fördern Schutz von ungestörten Gewässerbereichen Ackerwildränder und Brachen auf trockenen Sandböden der Hartebene Wiederherstellung und Pflege magerer Saumstrukturen auf Ackerrainen, Wegrändern, Böschungen und an Gehölzrändern Anlage von Ackerrandstreifenohne Herbizid-und Düngereinsatz sowie ohne Einsaat von Blühmischungen zum Schutz von gefährdeten Ackerwildkräutern Erweiterung bzw. Unterbrechung der Fruchtfolge durch Anlage von Buntbrachen, jedoch beschränkt auf die eigentlichen Ackerflächen und unter Belassen von Flächen für die Spontanvegetation z.B. auf Ackerrainen und angrenzenden Brachflächen Verzicht auf Lagerung von eutrophierenden Stoffen (organische Abfälle und Düngemittel) im Bereich von Begleitstrukturen mit hoher Bedeutung für die Biodiversität (z.B. Gehölzränder, magere Säume) Herbizid-und düngerfreie Bereiche im Umfeld von Begleitstrukturen Stärkere Förderung der Spontanvegetation statt Ansaat von Blühmischung , weiter Saatreihenabstand Förderung und Wahrnehmung spontaner Wildpflanzen und Ackerwildgärten auch im garten, Dulden von Ruderal- und Saumvegetation auf Brachflächen, Spontanbegrünung 19.07.2022© Stadt Karlsruhe | Umwelt- und Arbeitsschutz10 Biodiversitätskonzept Neureut – Artenschutz 19.07.2022© Stadt Karlsruhe | Umwelt- und Arbeitsschutz11 Feldlerchen und Rebhuhn in Neureuter Feldflur, Rheinniederung Feldvogelschutz Reduktion des Maisanbaus, durch eine mehrgliedrige Fruchtfolge und durch den Wechsel von Sommer- und Wintergetreide Nistmöglichkeiten für diese bodenbrütende Art zu schaffen. Vereinzelt können auch Lerchenfenster (kleinflächige Bereiche ohne Einsaat) die Populationsdichte erhöhen. Da die Art durch vertikale Strukturen gestört wird, sind Neupflanzungen von Gehölzen (auch Streuobst) in der offenen Feldflur so vorzunehmen, dass nachteilige Auswirkungen auf die Feldlerche vermieden werde Rebhuhn ist auf ackerbegleitende Randstrukturen 19.07.2022© Stadt Karlsruhe | Umwelt- und Arbeitsschutz12 Mehlschwalben und Gebäudebrüter Mehlschwalbenschutz Anbringung von künstlichen Nisthilfen Den Mehlschwalben mangelt es zudem an der Nahrung (Fluginsekten) Hierfür sind gezielt Maßnahmen zur insektenfreundlichen Gestaltung von Gärten, Grünflächen und Parkanlagen erforderlich, außerdem der Verzicht auf Insektizide und Beleuchtung, bzw. die Verwendung insektenfreundlicher Beleuchtung Öffentlichkeitsarbeit/Betreuung der Hausbewohner 19.07.2022© Stadt Karlsruhe | Umwelt- und Arbeitsschutz13 Amphibien in der Neureuter Niederung 19.07.2022© Stadt Karlsruhe | Umwelt- und Arbeitsschutz14 •Insbesondere Kreuzkröte, Wechselkröte und Gelbbauchunke •auf stark besonnte Kleingewässer angewiesen, Pionierstandorten in Druckwasserbereichen der Rheinniederung •Zunehmende Sukzession, Zerschneidung der Landschaft, Entwässerung, Intensivierung der Landschaft etc. • Schaffung von wertgebender Lebensräume, Offenbodenflächen mit Laichgewässern in Bereichen aktuell bekannter Restvorkommen • Förderung, Pflege und Erhalt der Feuchtbiotope in den Rheinniederungen Neureuts Heldbock im Hardtwald Erhalt der Heldbockeichen, alten Baumbestände vereinzelt im nördlichen Hardtwald Karlsruhe trägt besondere Verantwortung Schutz und Pflege von künftigen Habitatbäumen Sicherung und Entwicklung lichter eichenreicher Wälder und Nachpflanzungen heimischer Eichen im Umfeld bekannter Populationen 19.07.2022© Stadt Karlsruhe | Umwelt- und Arbeitsschutz15 TOP 5: Flächenhaftes Naturdenkmal Grüner Weg – West, Sandgrube 19.07.2022© Stadt Karlsruhe | Umwelt- und Arbeitsschutz16 Ausgangszustand 19.07.2022© Stadt Karlsruhe | Umwelt- und Arbeitsschutz17 •anthropogenem Einfluss •Zahlreiche Fußgänger und Radfahrer abseits der Weg trotz Leiteinrichtung, •wilde Camper mit Lagerfeuer, Brandgefahr •Vermüllungen •Lage nahe Aldi und Tankstelle •Neophyten und Ruderalvegetation •Verbreitung durch Fußgänger und Radfahrer •Zurückdrängung der empfindliche Sandspezialisten und Eichen, Kiefern •Nährstoffeintrag durch Abfälle und Hundekot •Dominanzbestände Spätblühende Traubenkirsche und Essigbaum, Nachtkerzen •Verschlechterung Corona Jahr •Entfernung und Zerstörung der Schilder und Leiteinrichtungen •Holzlagerungen innerhalb des FND auf städtischem Grundstück •Zierpflanzungen z.B. Buddleja 18.07.2022© Stadt Karlsruhe | Städtisches Amt18 Pflegekonzept 19.07.2022© Stadt Karlsruhe | Umwelt- und Arbeitsschutz19 •Ziegenbeweidung zur Offenhaltung und Zurückdrängen der Neophyten •zwei bis dreimal Weidegänge pro Jahr a 2-3 Wochen mit 5-10 Ziegen •Fressen Laub, junge Triebe und Jungpflanzen •Ringeln der Rinde der Traubenkirsche •Wiederherstellung von offenen Bodenflächen durch Tritt •Fester Weidezaun zur Sicherheit, mobiler Zaun nicht möglich •Auszäunung von wertvollegnGehlzenwie Eichen durch mobile Zäune •Initiale Pflege im Winter, Gehölzentnahme (punktuell Traubenkirsche entfernen und auf den Stock setzten) und Vorbereitung Weidezaun durch BUND Ehrenamtliche Helfer im Februar 2021 •Weidetorim Bereich des ehemaligen Tores •Fußweg weiter begehbar •Vandalismus, Beschädigung am Weidezaun Pflegekonzept – 2022 19.07.2022© Stadt Karlsruhe | Umwelt- und Arbeitsschutz20 -Pflegemaßnahme wird zu Kompensationsmaßnahme, Gartenbauamt zuständig -Ausschreibung Weidezaun neu -Engpässe -Frühe Beweidung nicht möglich, da kaum Vegetation -Erste Beweidung im Mai, 4 Wochen 10 Tier, guter Erfolg -Bisher wenig Vandalismus 18.07.2022© Stadt Karlsruhe | Städtisches Amt21 Ausblick 19.07.2022© Stadt Karlsruhe | Umwelt- und Arbeitsschutz22 •nächster Weidegang je nach Vegetation, im Juli/August 22, evtl. dritter Weidegang im Oktober (je nach Trockenheit) •ggf. parzellieren/ koppeln (Abhängig von Fressverhalten) zur Erhöhung des Weidedrucks •punktuelles Legen von Traubenkirschen •Jährlich Rodungen einzelner Bereiche inkl. Wurzeln ziehen/ abräumen (sonst Stockausschläge zu stark) •Neophytendruck innerhalb Weideflächen voraussichtlich gut händelbar •Winter 2022/2023: Rodungsarbeiten von Altbestand Traubenkirschen, Essigbaum und Eschenahorn, •2022/2023 vorrangig „Eingangsbereiche“ öffnen, um soziale Kontrolle zu erhöhen. •Wertgebende Gehölze bleiben erhalten •Vorher Kampfmittelsondierung •Essigbaum Jungwuchs vor allem im Straßenrandbereich Goldregenweg enorm •Unterstützung durch TBA/ OV Neureut bei Freistellung der Straßenränder ? 06.07.202223 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit