Jahresbericht 2021 des Kulturamtes

Vorlage: 2022/0603
Art: Informationsvorlage
Datum: 30.05.2022
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Kulturamt
Erwähnte Stadtteile: Beiertheim-Bulach, Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordstadt, Oberreut, Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock

Beratungen

  • Kulturausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 27.07.2022

    TOP: 2

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Jahresbericht 2021 des Kulturamtes
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Information(Kurzfassung) DerKulturausschussnimmtdenJahresbericht2021desKulturamtes(sieheAnlage)zurKenntnis. VorlageNr.:2022/0603 Verantwortlich:Dez.2 Dienststelle:Kulturamt Jahresbericht2021desKulturamtes BeratungsfolgedieserVorlage GremiumTerminTOPönöErgebnis Kulturausschuss27.07.20222X Gedruck tauf 100 Prozent Recyclin gpapier FinanzielleAuswirkungen Ja☐Nein☒ ☐Investition ☐KonsumtiveMaßnahme Gesamtkosten: Jährliche/rBudgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: JährlicherErtrag: Finanzierung ☐bereitsvollständigbudgetiert ☐teilweisebudgetiert ☐nichtbudgetiert Gegenfinanzierungdurch ☐Mehrerträge/-einzahlung ☐WegfallbestehenderAufgaben ☐UmschichtunginnerhalbdesDezernates DieGegenfinanzierungistim Erläuterungsteildargestellt. CO 2 -Relevanz:AuswirkungaufdenKlimaschutz BeiJa:Begründung|Optimierung(imTextergänzendeErläuterungen) Nein☒ Ja☐positiv☐ negativ☐ geringfügig☐ erheblich☐ IQ-relevant Nein☒ Ja☐ Korridorthema: AnhörungOrtschaftsrat(§70Abs.1GemO) Nein☒ Ja☐ durchgeführtam AbstimmungmitstädtischenGesellschaften Nein☒ Ja☐ abgestimmtmit

  • Kulturamt Jahresbericht 2021
    Extrahierter Text

    Jahresbericht 2021 Stadt Karlsruhe Kulturamt Kulturamt der Stadt Karlsruhe 2 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 Inhalt Kulturamt 2021 – Gemeinsam und gut vernetzt den Herausforderungen begegnen ................... 4 Allgemeine Verwaltung/Zentrale Dienste ....................................................... 6 Karlsruhe ist UNESCO City of Media Arts ......................................................10 Kulturbüro ................................................................................................. 14 Städtische Galerie ...................................................................................... 24 Stadtarchiv & Historische Museen .............................................................. 30 Stadtbibliothek .......................................................................................... 37 Impressum Herausgegeben von: Stadt Karlsruhe | Kulturamt Redaktion: Claus Temps, Claudia Lahn Texte: Kulturamt: Dominika Szope, Claus Temps Allgemeine Verwaltung/Zentrale Dienste: Jochen Schulz UNESCO City of Media Arts: Anastasia Ziegler Kulturbüro: Susanne Ablaß, Sonja von Droste, Gabriele Glutsch, Mathias Reich, Claus Temps, Charlotte Wegen Städtische Galerie: Sylvia Bieber, Martina Franke, Stefanie Fritsch, Christina Korzen, Stefanie Patruno Stadtarchiv & Historische Museen: Susanne Brenneisen, Dr. Katrin Dort, Lisa Hauser, Dr. Ferdinand Leikam, Katja Schmalholz, Jürgen Schuhladen-Krämer, Dr. Volker Steck, Dr. Christiane Sutter, Eric Wychlacz Stadtbibliothek: Andrea Krieg Titelbild: Probe zur Produktion des Eröffnungskonzertes der 25. Europäischen Kulturtage Karlsruhe 2021, Festhalle Durlach, Isao Nakamura Ensemble (Rie Hotta, Leonie Klein, Hirono Tago, Michihiro Yoshida, Nico Wolbert, Isao Nakamura), Foto: Dr. Oliver Langewitz Layout: Presse- und Informationsamt, Zimmermann Druck: Rathausdruckerei, Recyclingpapier, 2-22-90-004 Stand: Juli 2022 Kulturamt | 3 Kulturamt 2021 – Gemeinsam und gut vernetzt den Herausforderungen begegnen Das Kulturamt hat im Jahr 2021 mit seinen Abteilungen und Bereichen das kulturelle Leben und die kulturpolitischen Diskussionen in Karlsruhe wesentlich mitgeprägt und mitgestaltet. Dabei stand auch dieses Jahr unter keinem guten Stern: Die Corona- Pandemie schränkte die Begegnungsmöglichkeiten in Kunst und Kultur weitgehend ein oder brachte sie vollständig zum Erliegen. Gleichzeitig zeigte sich aber in allen Bereichen der Kunst und Kultur – bei den Kulturschaffenden wie den Einrichtungen – eine große Kreativität und Bereitschaft, sich mit den begrenzenden Maßnahmen stets neu auseinanderzusetzen und immer wieder nach Möglichkeiten zu suchen, Kunst und Kultur zu realisieren, zu präsentieren und zu vermitteln. Rückblickend lässt sich sagen: die Auseinandersetzung mit den coronabedingten Hindernissen hat die Kultur in Karlsruhe im Jahr 2021 noch weiter zusammengeführt. Erfreulich war es, dass die 25. Europäischen Kulturtage zum Thema „Europa, ein Versprechen“, die im Jahr 2020 coronabedingt abgesagt werden mussten, im Mai 2021 stattfinden konnten. Alle beteiligten Kultureinrichtungen und Kulturschaffenden hatten sich mit hohem Aufwand auf ausschließlich digitale Formate eingelassen. Zwar kam in der Stadt kein „Festival-Fieber“ auf; gleichzeitig konnten die Angebote im Netz eine weit größere Zahl von Interessierten und „Festival-Besucher*innen“ erreichen. Ähnliches galt für die Kinderliteraturtage. Beide Festivals setzten als digitale Formate ein Ausrufezeichen: Kunst und Kultur suchen sich auch in bedrängten Zeiten ihre Wege. Im Kulturjahr 2021 zeigte sich in Karlsruhe auch die Bedeutung und Qualität der langjährig gewachsenen Kulturnetzwerke. Unter der Überschrift „Kultur in der Klotze“ luden die Karlsruher Theater und weitere Kulturschaffende in ein gemeinsam bespieltes Theaterzelt in der Günther-Klotz-Anlage ein. Auch der Jazzclub konnte dort ein kleines Festival in Präsenz durchführen. Kulturamt und KME Karlsruhe Marketing und Event GmbH hatten die Infrastruktur ermöglicht. Infrastruktur zur gemeinsamen Bespielung wurde auch auf dem Gelände des Alten Schlachthofs („Toujours Kultur“ und „Toujours Kunst“) sowie im Alten Stadion des KIT ermöglicht. Den Rahmen dafür schuf auch das Projekt „Kultursommer Karlsruhe 2021“. Die Geschäftsstelle UNESCO City of Media Arts hatte unter Einbeziehung zahlreicher Akteure erfolgreich einen Antrag bei der Bundeskulturstiftung gestellt. Im Jahr 2021 wurden aus dem Kulturamt heraus – neben der Corona-Thematik – auch andere drängende kulturpolitische Diskussionen begleitet, sei es die Entscheidung zur Sanierung des Badischen Staatstheaters oder die Suche nach neuen Strukturen innerhalb des Hauses, sei es die Initiative zu einem Runden Tisch für eine kommunale Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit, sei es die Frage nach einer Ausstellungsvergütung bei kommunalen oder kommunal geförderten Kunstausstellungen, sei es die Dynamisierung institutioneller Kulturzuschüsse, sei es nicht zuletzt die Frage der Öffentlichkeit der Sitzungen des Kulturausschusses. Zum drängenden Problem entwickelte sich aufgrund privater Immobilienprojekte die Probe- und Atelierraumsituation in Karlsruhe, die nur zu einem kleinen Teil durch die politische Zustimmung für das neu auszubauende Kulturzentrum in der Schauenburgstraße ausgeglichen werden konnte. Die einzelnen Abteilungen und Bereiche des Kulturamts prägten und gestalteten die Diskussionen und das kulturelle Leben und Angebot in der Stadt wesentlich mit und setzten je eigene Akzente. Im Februar 2021 übernahm Stefanie Patruno die Leitung der Städtischen Galerie. War das Ausstellungsjahr überwiegend von vorausgehender Ausstellungsplanung und vom Umgang mit Coronarestriktionen geprägt, so zeigten sich in der Ausstellung „Elsa & Johanna“ und in einer sehr lebendigen und aktiven Social Media Präsenz neue vielversprechende Ansätze für eine zukünftige Positionierung der Städtischen Galerie. Das Stadtarchiv und die Historischen Museen machten in ihrer engagierten Archivarbeit wie auch mit den Ausstellungen in ihren Häusern deutlich, welch begrenzender Faktor die räumliche Infrastruktur für ihren – hinsichtlich des Archivs Pressekonferenz zu den Europäischen Kulturtagen per Livestream, 22. April 2021, Kinemathek Karlsruhe, Foto: Paula Bleschke 4 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 gesetzlichen – Kulturauftrag ist. Die Archivräume stoßen an Kapazitätsgrenzen, und das Prinz-Max-Palais kann in technischer und baulicher Hinsicht kaum noch seinen Auftrag als städtisches Kulturzentrum erfüllen. Die Stadtbibliothek als zentrale Bildungseinrichtung, als Einrichtung der kulturellen Grundversorgung und als Dritter Ort war im Jahr 2021 in besonderer Weise den ständigen Schwankungen und Veränderungen der Coronaverordnungen ausgesetzt. Die Nutzer*innen der Bibliothek nahmen das sehr fl exible Bemühen der Stadtbibliothek und ihrer Mitarbeiter*innen dankbar auf, den Betrieb und die Angebote soweit wie irgend möglich aufrecht zu erhalten. Das Kulturbüro war neben der Begleitung der skizzierten kulturpolitischen Diskussionen in besonderer Weise gefordert, die Existenz der Kultureinrichtungen in Coronazeiten sicherzustellen und kulturelle und künstlerische Angebote in der Stadt auch unter Coronabedingungen zu ermöglichen. Die Verwaltung befasste sich unter anderem mit der Aufstellung des Doppelhaushalts 2022/2023 und mit der vorausschauenden Personalplanung 2027, ebenso war sie als Piloteinrichtung eingebunden in die Entwicklung des Digitalisierungsprozesses der Stadt Karlsruhe. Der Geschäftsstelle UNESCO City of Media Arts schließlich gelang es, sich auch über den Antrag bei der Bundeskulturstiftung zum „Kultursommer Karlsruhe 2021“ in der Mitte der Karlsruher Kultur- und Stadtgesellschaft zu verorten. Die im Sommer 2021 über den Stadtraum verteilten Medienkunstwerke der „Seasons of Media Arts“ trugen wesentlich zu einer Belebung der Kulturstadt Karlsruhe bei. Medienkunst wurde damit konsequent als Markenkern der Stadt Karlsruhe formuliert und zugleich – mit lokalen Produktionen und internationalen Kooperationen – dem Titel „UNESCO City of Media Arts“ Rechnung getragen. Die schwierige Haushaltssituation der Stadt Karlsruhe zwang auch das Kulturamt zu Vorschlägen für erhebliche Einsparungen im Kulturhaushalt der Jahre 2022 und 2023; pro Jahr waren Einsparbeträge von je 500.000 Euro zu erbringen. Alle Bereiche des Kulturamts trugen in gemeinsamer Verantwortung zum Erreichen dieser Einsparvorgabe bei. Die Arbeit im Kulturamt war im Berichtsjahr nicht zuletzt auch durch den Abschied der langjährigen Leiterin des Kulturamts, Dr. Susanne Asche, zum 31. August des Jahres, geprägt. Dass sich die Kultur in Karlsruhe in Krisenzeiten wie dem Jahr 2021 als sehr gefestigt erwiesen hat und gesichert dasteht, ist ein wesentliches Verdienst des langjährigen vernetzenden Wirkens der bisherigen Kulturamtsleiterin. Dominika Szope Claus Temps Leiterin Kulturamt Stellvertrende Leitung Kulturamt Wechsel in der Kulturamtsleitung: Dr. Susanne Asche (links), Bürgermeister Dr. Albert Käufl ein und Dominika Szope (rechts), seit 1. Oktober 2021 neue Leiterin des Kulturamtes, bei der Pressekonferenz zu „Seasons of Media Arts 2021“, Foto: Sabine Enderle Kulturamt | 5 Allgemeine Verwaltung/Zentrale Dienste Die Abteilung erbringt als Querschnittseinheit zentrale Verwaltungsdienstleistungen für das gesamte Kulturamt. Dies geschieht in den Bereichen Personal, Organisation und Allgemeine Verwaltung, Finanzen und Controlling, Information und Kommunikation sowie durch organisationsübergreifende Servicedienste wie Buchbinderei und Aufsichtspool. Aufgabenschwerpunkte im Jahr 2021 Zu den Kernaufgaben der Abteilung zählen die Personal- und Organisationsplanung, die laufende Personalbewirtschaftung, die Themen Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit sowie die Haushaltsplanung und -bewirtschaftung mit Controlling. Folgende Tätigkeiten wurden im Jahr 2021 schwerpunktmäßig für das Kulturamt erbracht, wobei ein Großteil aufgrund der andauernden Corona-Pandemie zusätzlich zum laufenden Tagesgeschäft zu leisten war: „ Unterstützung der Abteilungen während des verlängerten Lockdowns durch Beratung und Information der Führungskräfte und Mitarbeiter*innen über die sich ständig verändernden Regelungen im Personal- und Finanzwesen (zum Beispiel Corona-Verordnung und Corona- Hilfsprogramme) „ Beschaffung von pandemiebedingten Ausstattungsgegenständen (insbesondere Mund- und Nasenschutz-Masken, Corona-Schnelltestkits, Desinfektionsmittel) „ Klärung des Einsatzes von eigenem Personal während der Schließung der Museen und der Stadtbibliothek sowie Koordinierung der Abordnung von eigenem Personal als „Containment Scouts“ an das Gesundheitsamt zur Kontaktnachverfolgung „ Vollständige Inbetriebnahme des Restaurierungsraums der Buchbinderei „ Erstellung eines Konzepts zur vorausschauenden Personalplanung 2027 „ Planung des Doppelhaushalts 2022/2023 unter Zugrundelegung der Vorgaben aus dem 10-Punkte-Einsparprogramm der Stadtkämmerei „ Mitarbeit als Digitallotse des Kulturamts an der Erstellung einer stadtweiten Digitalisierungsstrategie unter der Federführung des IT-Amts „ Umstellung der Kreditorenbuchhaltung auf eine Geschäftspartnerbuchhaltung sowie Planung und Einführung der e-Rechnung im Kulturamt „ Unterstützung bei der Planung, Organisation und Durchführung des Karlsruher Kultursommers 2021, insbesondere durch Beratung im Zuwendungsrecht, bei der Erstellung des Förderantrags sowie der Förder- und Weiterleitungsverträge sowie durch Unterstützung bei der Prüfung der Verwendungsnachweise Nachfolgend Daten zur personellen Entwicklung des Kulturamts, zu den Finanzen und zum Personalbestand sowie Kennzahlen zur Personalbewirtschaftung: Anzahl der Mitarbeiter*innenVollzeitstellen Ist-Stellen zum31.12.201931.12.202031.12.202131.12.201931.12.202031.12.2021 Direktion inkl. UNESCO City of Media Arts 23*4*23*4* Verwaltung insgesamt, darunter „ Allgemeine Verwaltung „ Aufsichtspool „ Buchbinderei 47 7 36 4 44 7 33 4 42 7 31 4 32,88 6,07 23,14 3,67 30,53 6,07 20,79 3,67 28,71 6,24 18,85 3,62 Kulturbüro22*23*22*19,74*19,74*18,24* Städtische Galerie/ Kunstsammlungen 111213898,69 Stadtarchiv & Historische Museen 22*23*2120,23*20,24*19,09 Stadtbibliothek**66676655,9553,9354,27 170172168137,90136,44133,00 * inkl. Projektstellen ** Haupt-, Jugend-, Amerikanische Bibliothek und Stadtteilbibliotheken 6 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 Die folgende Grafik zeigt die Zusammensetzung aller Beschäftigten, inklusive Volontariate und Auszubildende. Zum 31. Dezember 2021 waren im Kulturamt insgesamt 179 Personen beschäftigt. Darüber hinaus wurden über das Jahr neun studentische Praktika und auch zahlreiche kurzzeitige Betriebspraktika durchgeführt. Die folgende Grafik zeigt die Zusammensetzung aller Beschäftigten, inklusive Volontariate und Auszubildende. Zum 31. Dezember 2021 waren im Kulturamt insgesamt 179 Personen beschäftigt. Darüber hinaus wurden über das Jahr 9 studentische Praktika und auch zahlreiche kurzzeitige Betriebspraktika durchgeführt. Direktion inkl. UNESCO City of Media Arts; 4 Allgemeine Verwaltung; 7 Zentrale Dienste (Aufsichtspool, Buchbinderei); 35 Volontariate und Auszubildende; 11 Kulturbüro; 22 Stadtarchiv & Historische Museen; 21 Städtische Galerie; 13 Stadtbibliothek inkl. Stadtteilbibliotheken; 66 Anzahl der Mitarbeiter*innen zum 31.12.2021 70,83% 72,15% 73,49% 67,74% 71,88% 74,19% 64,00% 66,00% 68,00% 70,00% 72,00% 74,00% 76,00% zum 31.12.2019zum 31.12.2020zum 31.12.2021 Frauenanteil Kulturamt insgesamt und auf Leitungsebene von 2019 bis 2021 Frauenanteil Kulturamt insgesamtFrauenanteil Leitungsebene 5,90% 7,30% 5,80% 7,40% 5,30% 7,60% 0,00% 1,00% 2,00% 3,00% 4,00% 5,00% 6,00% 7,00% 8,00% KulturamtGesamtstadt Fehlzeitenquote 31.12.2019 31.12.2020 31.12.2021 Die folgende Grafik zeigt die Zusammensetzung aller Beschäftigten, inklusive Volontariate und Auszubildende. Zum 31. Dezember 2021 waren im Kulturamt insgesamt 179 Personen beschäftigt. Darüber hinaus wurden über das Jahr 9 studentische Praktika und auch zahlreiche kurzzeitige Betriebspraktika durchgeführt. Direktion inkl. UNESCO City of Media Arts; 4 Allgemeine Verwaltung; 7 Zentrale Dienste (Aufsichtspool, Buchbinderei); 35 Volontariate und Auszubildende; 11 Kulturbüro; 22 Stadtarchiv & Historische Museen; 21 Städtische Galerie; 13 Stadtbibliothek inkl. Stadtteilbibliotheken; 66 Anzahl der Mitarbeiter*innen zum 31.12.2021 70,83% 72,15% 73,49% 67,74% 71,88% 74,19% 64,00% 66,00% 68,00% 70,00% 72,00% 74,00% 76,00% zum 31.12.2019zum 31.12.2020zum 31.12.2021 Frauenanteil Kulturamt insgesamt und auf Leitungsebene von 2019 bis 2021 Frauenanteil Kulturamt insgesamtFrauenanteil Leitungsebene 5,90% 7,30% 5,80% 7,40% 5,30% 7,60% 0,00% 1,00% 2,00% 3,00% 4,00% 5,00% 6,00% 7,00% 8,00% KulturamtGesamtstadt Fehlzeitenquote 31.12.2019 31.12.2020 31.12.2021 Die folgende Grafik zeigt die Zusammensetzung aller Beschäftigten, inklusive Volontariate und Auszubildende. Zum 31. Dezember 2021 waren im Kulturamt insgesamt 179 Personen beschäftigt. Darüber hinaus wurden über das Jahr 9 studentische Praktika und auch zahlreiche kurzzeitige Betriebspraktika durchgeführt. Direktion inkl. UNESCO City of Media Arts; 4 Allgemeine Verwaltung; 7 Zentrale Dienste (Aufsichtspool, Buchbinderei); 35 Volontariate und Auszubildende; 11 Kulturbüro; 22 Stadtarchiv & Historische Museen; 21 Städtische Galerie; 13 Stadtbibliothek inkl. Stadtteilbibliotheken; 66 Anzahl der Mitarbeiter*innen zum 31.12.2021 70,83% 72,15% 73,49% 67,74% 71,88% 74,19% 64,00% 66,00% 68,00% 70,00% 72,00% 74,00% 76,00% zum 31.12.2019zum 31.12.2020zum 31.12.2021 Frauenanteil Kulturamt insgesamt und auf Leitungsebene von 2019 bis 2021 Frauenanteil Kulturamt insgesamtFrauenanteil Leitungsebene 5,90% 7,30% 5,80% 7,40% 5,30% 7,60% 0,00% 1,00% 2,00% 3,00% 4,00% 5,00% 6,00% 7,00% 8,00% KulturamtGesamtstadt Fehlzeitenquote 31.12.2019 31.12.2020 31.12.2021 Kulturamt | 7 Zentrale Dienste Bei den zentralen Diensten zeigten sich auch 2021 die Auswirkungen des verlängerten Lockdowns beim Aufsichtspool, da aufgrund der Schließzeiten der Museen und den daraus resultierenden verkürzten Ausstellungszeiten der Bedarf an Aufsichtsstunden weiterhin geringer ausfiel als vor der Pandemie. 201920202021 Anzahl der Ausstellungen171414 Bedarf an Aufsichtsstunden *** 36.19820.89424.686 *** inklusive Ausstellungseröffnungen, Konzerte, KAMUNA, Museumsfeste und sonstige Sonderveranstaltungen Die Buchbinderei konnte den Restaurierungsraum nach Behebung des Wasserschadens vollständig in Betrieb nehmen und somit ihren Arbeitsschwerpunkt weiter auf die Restaurierungsarbeiten für die Abteilung Stadtarchiv & Historische Museen verlagern. Zentrale Dienste Bei den zentralen Diensten zeigten sich auch 2021 die Auswirkungen des verlängerten Lockdowns beim Aufsichtspool, da aufgrund der Schließzeiten der Museen und den daraus resultierenden verkürzten Ausstellungszeiten der Bedarf an Aufsichtsstunden weiterhin geringer ausfiel als vor der Pandemie. im Jahr 2019 im Jahr 2020 im Jahr 2021 Anzahl der Ausstellungen 17 14 14 Bedarf an Aufsichtsstunden **** 36.198 20.894 24.686 **** inclusive Ausstellungseröffnungen, Konzerte, KAMUNA, Museumsfeste und sonstige Sonderveranstaltungen Die Buchbinderei konnte den Restaurierungsraum nach Behebung des Wasserschadens vollständig in Betrieb nehmen und somit ihren Arbeitsschwerpunkt weiter auf die Restaurierungsarbeiten für die Abteilung Stadtarchiv & Historische Museen verlagern. 7,74% 7,56% 7,83% 10,12% 9,88% 9,64% 0,00% 2,00% 4,00% 6,00% 8,00% 10,00% 12,00% 31.12.201931.12.202031.12.2021 Körperbehinderten- / Schwerbehindertenquote 2019 bis 2021 KörperbehindertenquoteSchwerbehindertenquote 45% 38% 36% 36% 52%56% 19% 10% 8% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% 201920202021 Verteilung der Aufträge der Buchbinderei von 2019 bis 2021 StadtbibliothekStadtarchiv & Historische MuseenÜbrige Abteilungen des Kulturamts, städtische Ämter und Gesellschaften Zentrale Dienste Bei den zentralen Diensten zeigten sich auch 2021 die Auswirkungen des verlängerten Lockdowns beim Aufsichtspool, da aufgrund der Schließzeiten der Museen und den daraus resultierenden verkürzten Ausstellungszeiten der Bedarf an Aufsichtsstunden weiterhin geringer ausfiel als vor der Pandemie. im Jahr 2019 im Jahr 2020 im Jahr 2021 Anzahl der Ausstellungen 17 14 14 Bedarf an Aufsichtsstunden **** 36.198 20.894 24.686 **** inclusive Ausstellungseröffnungen, Konzerte, KAMUNA, Museumsfeste und sonstige Sonderveranstaltungen Die Buchbinderei konnte den Restaurierungsraum nach Behebung des Wasserschadens vollständig in Betrieb nehmen und somit ihren Arbeitsschwerpunkt weiter auf die Restaurierungsarbeiten für die Abteilung Stadtarchiv & Historische Museen verlagern. 7,74% 7,56% 7,83% 10,12% 9,88% 9,64% 0,00% 2,00% 4,00% 6,00% 8,00% 10,00% 12,00% 31.12.201931.12.202031.12.2021 Körperbehinderten- / Schwerbehindertenquote 2019 bis 2021 KörperbehindertenquoteSchwerbehindertenquote 45% 38% 36% 36% 52%56% 19% 10% 8% 0% 10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% 201920202021 Verteilung der Aufträge der Buchbinderei von 2019 bis 2021 StadtbibliothekStadtarchiv & Historische MuseenÜbrige Abteilungen des Kulturamts, städtische Ämter und Gesellschaften 8 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 Kulturetat Ausblick für das Jahr 2022 Folgende Aufgabenschwerpunkte bzw. Tätigkeiten werden für das Jahr 2022 erwartet: „ Weitere Unterstützung der Abteilungen während Corona-Pandemie „ Umsetzung der Einsparvorgaben aus der Haushaltssicherung für die Planung des Doppelhaushalts 2024/2025 „ Planung und Koordinierung der körperlichen Inventur der Medien der Stadtbibliothek sowie des Vorratsvermögens Kulturetat Ausblick für das Jahr 2022 Folgende Aufgabenschwerpunkte bzw. Tätigkeiten werden für das Jahr 2022 erwartet: • Weitere Unterstützung der Abteilungen während Corona-Pandemie • Umsetzung der Einsparvorgaben aus der Haushaltssicherung für die Planung des Doppelhaushalts 2024/2025 • Planung und Koordinierung der körperlichen Inventur der Medien der Stadtbibliothek sowie des Vorratsvermögens €53.501.739 €54.430.438 €55.256.591 €2.110.435 €2.171.973 €2.388.690 €51.000.000 €52.000.000 €53.000.000 €54.000.000 €55.000.000 €56.000.000 €57.000.000 €58.000.000 201920202021 Entwicklung des Kulturetats von 2019 bis 2021 Ordentliche AufwendungenOrdentliche Erträge €9.680 €1.188 €3.154 €23.764 €8.980 €6.737 €9.831 €1.020 €2.815 €24.381 €8.879 €7.503 €9.977 €843 €2.949 €24.725 €9.184 €7.578 €0 €5.000 €10.000 €15.000 €20.000 €25.000 €30.000 Personal- und Versorgungs- aufwendungen Abschreibungen Sachaufwendungen für eigene Einrichtungen und Projekte Zuschüsse an Badisches Staatstheater Zuschüsse an ZKM Zuschüsse an kulturelle Institutionen und kulturelle Projekte TEUR Ordentliche Aufwendungen 2019 bis 2021 201920202021 Kulturetat Ausblick für das Jahr 2022 Folgende Aufgabenschwerpunkte bzw. Tätigkeiten werden für das Jahr 2022 erwartet: • Weitere Unterstützung der Abteilungen während Corona-Pandemie • Umsetzung der Einsparvorgaben aus der Haushaltssicherung für die Planung des Doppelhaushalts 2024/2025 • Planung und Koordinierung der körperlichen Inventur der Medien der Stadtbibliothek sowie des Vorratsvermögens €53.501.739 €54.430.438 €55.256.591 €2.110.435 €2.171.973 €2.388.690 €51.000.000 €52.000.000 €53.000.000 €54.000.000 €55.000.000 €56.000.000 €57.000.000 €58.000.000 201920202021 Entwicklung des Kulturetats von 2019 bis 2021 Ordentliche AufwendungenOrdentliche Erträge €9.680 €1.188 €3.154 €23.764 €8.980 €6.737 €9.831 €1.020 €2.815 €24.381 €8.879 €7.503 €9.977 €843 €2.949 €24.725 €9.184 €7.578 €0 €5.000 €10.000 €15.000 €20.000 €25.000 €30.000 Personal- und Versorgungs- aufwendungen Abschreibungen Sachaufwendungen für eigene Einrichtungen und Projekte Zuschüsse an Badisches Staatstheater Zuschüsse an ZKM Zuschüsse an kulturelle Institutionen und kulturelle Projekte TEUR Ordentliche Aufwendungen 2019 bis 2021 201920202021 Kulturamt | 9 Karlsruhe ist UNESCO City of Media Arts Seit 2019 gehört Karlsruhe zum weltweiten Netzwerk der Creative Cities und trägt als einzige Stadt in Deutschland den Titel „UNESCO City of Media Arts“ [Stadt der Medienkunst]. Die Koordination der umfangreichen Gesamtaktivtäten als Stadt der Medienkunst ist die Aufgabe der UNESCO-Geschäftsstelle im Kulturamt. Sie ist die zentrale Ansprechpartnerin rund um das Thema Medienkunst in Karlsruhe, fördert die Kunst- und Kreativszene, unterstützt den internationalen und interdisziplinären Austausch und ermöglicht Projekte im öffentlichen Raum. Die Präsentation der Medienkunststadt im In- und Ausland zählt ebenfalls zu ihren Aufgaben. Medienkunst ist Teil der Identität der Stadt Karlsruhe Die Pandemie-Jahre 2020 und 2021 waren sehr herausfordernd für die Künstler*innen und Kulturschaffenden und haben das gesellschaftliche Leben in der Medienkunststadt spürbar beeinflusst. Mit Ideenreichtum, Pragmatismus und einem kooperativ ausgerichteten Handeln konnte die Entwicklung Karlsruhes als UNESCO City of Media Arts auch in den unsicheren Zeiten des Jahres 2021 gut vorangetrieben werden. Wichtige Vorhaben wurden realisiert, neue Kooperationen initiiert und lokale und internationale Partnerschaften im Rahmen der Umsetzung des Vier-Jahres-Aktionsplans als Medienkunststadt intensiviert oder fortgesetzt. Mit Medienkunst wird national wie international Karlsruhe assoziiert, weshalb die Stadt Karlsruhe Medienkunst seit 2021 auch ganz bewusst als Teil ihrer Identität in den Fokus rückt und damit eng verbunden ist mit der Vision einer nachhaltigen, kreativen und international vernetzten Stadt im Herzen Europas. Medienkunst verbindet die Kulturszene Ein gutes Beispiel für das vernetzende Potential rund um das Thema Medienkunst ist der „Karlsruher Kultursommer 21“, ein Kulturprogramm, das im Sommer stattgefunden hat. Unter dem Motto „Dezentral. Divers. Draußen“ brachte es kulturelles Leben in seiner ganzen Vielfalt „zurück“ in die Stadt. Von Juni bis Oktober 2021 konnten Bürger*innen und Besucher*innen ein buntes Angebot mit Medien- und Lichtkunstinstallationen, Theatervorstellungen, Konzerten, Tanzaufführungen sowie Musik- und Kleinkunstprojekten genießen. Unter der Federführung der UNESCO-Geschäftsstelle haben sich mehr als zehn städtische und kulturelle Einrichtungen und Initiativen der freien Kunst- und Kulturszene sowie der lokalen Veranstaltungsbranche für den „Kultursommer“ in Karlsruhe verbunden, um ein starkes Zeichen der Zuversicht und des Aufbruchs zu setzen. In Zusammenarbeit mit dem ZKM | Zentrum für Kunst und Medien und der Karlsruhe Marketing und Event GmbH wurde ein sparten- und genreübergreifendes Kulturprogramm entwickelt und ein Förderantrag vom Kulturamt bei der Kulturstiftung des Bundes eingereicht. Mit Erfolg. Der „Karlsruher Kultursommer“ erhielt eine Förderung im Rahmen von „Neustart Kultur“ in Höhe von mehr als 400.000 Euro und konnte für die Stadt durchgeführt werden. Schlosslichtspiele 2021, Foto: Uli Deck 10 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 Video-, Sound- und Lichtinstallationen im öffentlichen Raum erleben Die Fördermittel der Kulturstiftung des Bundes ermöglichten es lokalen Künstler*innen, ihre Werke bei einer besonderen Ausgabe des gemeinsam vom Kulturamt und dem ZKM durchgeführten Medienkunstfestivals „Seasons of Media Arts“ zu zeigen. Vier Wochen lang, vom 17. September bis zum 17. Oktober 2021, präsentierte das Festival unter der Überschrift „Connected Future“ digitale, interaktive und virtuelle Medienkunst im öffentlichen Stadtraum. Gezeigt wurden insbesondere Werke von Karlsruher Künstler*innen, die durch das UNESCO- Projektförderprogramm für Medienkunst und den „Karlsruher Kultursommer“ unterstützt wurden. Die Arbeiten griffen gesellschaftsrelevante Fragestellungen auf und lieferten künstlerische Kommentare auf die Herausforderungen unserer Zeit. Beteiligt waren 22 lokale und internationale Medienkünstler*innen und Kollektive. Im Festivalzeitraum organisierte das ZKM insgesamt zwölf Fahrradtouren und Führungen zu den verschiedenen Werken, die mit hoher Resonanz angenommen wurden. Das Festival wurde am 16. September 2021 mit einer Pressekonferenz im Regierungspräsidium am Rondellplatz eröffnet. Es wurde unter anderem über die sozialen Netzwerke, die Internetseiten des ZKM und der UNESCO City of Media Arts, auf Bahn TV, über Anzeigen sowie in der Stadt über Plakate an Litfaßsäulen und Postkarten aktiv beworben. Ein Videotrailer, der im Rahmen der „Schlosslichtspiele“ gezeigt wurde, wies zusätzlich auf das Festival hin. Mit der interaktiven Augmented Reality-App „UrbanExplorAR“ von Christian Lölkes konnten alle Werke und Projekte der „Seasons of Media Arts“ mobil erkundet werden. Das urbane Kunstfestival ermöglichte ein kostenfreies und pandemiegerechtes Kunsterlebnis, das parallel mit den auf die Stadt ausgeweiteten dezentralen „Schlosslichtspielen / Light Festival“ (18. August bis 3. Oktober 2021) dazu einlud, Karlsruhe durch Medienkunst und Illuminationen wieder (neu) zu entdecken. Holger Förterer und Eva Judkins, The Silent Chaos of Colors, 2020-2021, Seasons of Media Arts, Foto: Elias Siebert Pressekonferenz zur der Eröffnung der „Seasons of Media Arts“ am 16. September 2021, v.l.n.r.: Philipp Ziegler, ZKM; Anastasia Ziegler, UNESCO City of Media Arts; Dr. Susanne Asche, Kulturamt; Bürgermeister Dr. Albert Käuflein; Dominika Szope, Kulturamt, Foto: Sabine Enderle Kulturamt | 11 Förderung von Medienkunstprojekten Seit 2020 werden in Karlsruhe Medienkunstprojekte im Rahmen eines kommunalen Förderprogramms gefördert. Unterstützt werden sowohl lokale, in Karlsruhe stattfindende öffentliche Medienkunstprojekte als auch Vorhaben, die der Intensivierung der internationa- len Vernetzung, dem Austausch und der Kooperation innerhalb des UNESCO Creative Cities Network (UCCN) im Bereich Medienkunst dienen. Das UNESCO-Projektförderprogramm wurde 2021 mit einem Fördervolumen in Höhe von 100.000 Euro zum zweiten Mal ausgeschrieben. Insgesamt 32 Projektvorschläge von Karlsruher Kunst- und Kulturschaffenden wurden bis zum 31. Mai 2021 eingereicht. Aus den Bewerbungen wählte eine Fachjury insgesamt 14 Projekte mit Projektgesamtkosten in Höhe von 172.785 Euro aus. Die hohe Qualität und Vielfalt der eingereichten Projektideen unterstreicht die hohe Akzeptanz und Bedeutung des UNESCO- Förderprogramms für die Karlsruher Kultur- und Medienkunstszene. Interdisziplinäre Vernetzung und preisgekrönte Kooperationen Über die Zugehörigkeit zum weltweiten Netzwerk der UNESCO-Kreativstädte steht Karlsruhe in einem engen Austausch mit anderen Städten und kooperiert bei Projekten auf internationaler und lokaler Ebene. Dazu zählt das internationale Projekt „City to City“, eine Initiative, die 2020 vom Media Arts Cluster des UNESCO Creative Cities Network als Reaktion auf Covid-19 ins Leben gerufen wurde. 2021 arbeiteten 13 Medienkunststädte bei „City to City: PLAY!“ zusammen. Vierzehn internationale Künstler*innen wurden ausgewählt, um in fünf kreativen Teams jeweils ein Medienkunstwerk zu schaffen, das allein auf der Online-Zusammenarbeit zwischen den Künstler*innen der teilnehmenden Medienkunststädte beruht. „City to City“ wurde im Dezember 2021 von der italienischen Fondazione Santagata als „Bestes internationales Projekt“ ausgezeichnet. Der Preis würdigt insbesondere das grenzüberschreitende Engagement des Projektes für eine nachhaltige Entwicklung im kulturellen, wirtschaftlichen und kommunalen Umfeld und die Förderung von Vernetzung und Austausch im UNESCO-Netzwerk. 2021 hat das Kulturamt zum ersten Mal mit dem Fraunhofer Institut für System- und Innovationsforschung ISI bei einem Kulturprojekt an der Schnittstelle zwischen Kunst und Wissenschaft kooperiert. Unter der Überschrift „Visions of transformations to sustainability“ wurden Künstler*innen aus Karlsruhe und anderen UNESCO Kreativstädten eingeladen, ihre Sicht einer langwirkenden, allumfassenden Transformation zur Nachhaltigkeit künstlerisch in einem Medienkunstwerk umzusetzen. Aus insgesamt 15 internationalen Bewerbungen wählte eine Fachjury das Projekt „Earth we are“ von der kolumbianischen Künstlerin Ingrid Cuestas aus. Das Werk wurde im Rahmen der Nachhaltigkeitskonferenz „International Sustainability Transitions“ am 7. Oktober 2021 in Karlsruhe der Öffentlichkeit vorgestellt. Sarai Rose Duke, Sarah Degenhardt und Jia Liu, KAPSEL ECHO CHAMBER, 2020-2021, Seasons of Media Arts, Foto Elias Siebert 12 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 Gremienarbeit und interne Dienstleistungen Die UNESCO-Geschäftsstelle begleitete im Jahr 2021 als Koordinatorin, Mitglied oder vorbereitend und fachlich beratend verschiedene Gremien und Netzwerke. Dazu zählen: „ Kulturausschuss „ Kunstkommission „ Executive Board der UNESCO City of Media Arts „ UNESCO Creative Cities Network Media Arts Cluster „ Deutsches Netzwerk UNESCO Creative Cities „ Jury UNESCO-Projektförderprogramm für Medienkunst „ Jury BBBank Newcomer Preis im Projection Mapping Weitere Schwerpunkte der Tätigkeiten lagen unter anderem in den folgenden Bereichen: „ Weiterentwicklung der Kommunikations- und Marketingmaßnahmen „ Erarbeitung von Präsentationen, Pressemitteilungen, Sitzungsvorlagen und redaktionellen Texten für die Dezernate und die Amtsleitung „ Redaktion der Internetseiten zu UNESCO City of Media Arts unter www.karlsruhe.de und www.cityofmediaarts.de „ Koordinierung und Umsetzung Redesign Internetseite www.cityofmediaarts.de Peter Weibel, Klangkanal, 2012 + 2019 + 2021, Seasons of Media Arts © Peter Weibel, ZKM I Karlsruhe, Foto Ulli Deck Kulturamt | 13 Kulturbüro fördern und beraten planen und veranstalten Das Kulturbüro ist die Förderabteilung des Kulturamts. Es ist Ansprechpartner der Kultureinrichtungen und der Kunst-, Kultur- und Kreativschaffenden in Karlsruhe bei allen Anträgen zur institutionellen und projektbezogenen städtischen Kulturförderung. Zugleich berät und begleitet es die Kulturschaffenden bei ihren kulturellen, künstlerischen und kultur- und kreativwirtschaftlichen Vorhaben und Tätigkeiten. Dabei ist ihm die Vernetzung der kulturellen Aktivitäten und Akteure themenbezogen sowie in alle Bereiche der Stadtgesellschaft und der Öffentlichkeit ein wichtiges Anliegen. Bei Förderentscheidungen ist dem Kulturbüro das Kulturkonzept 2025 der Stadt Karlsruhe mit seinem weiten und offenen Kulturbegriff ein wesentlicher Orientierungsrahmen. Dabei initiiert und organisiert das Kulturbüro auch eigene Veranstaltungen, vorzugsweise in Kooperation mit anderen Kultureinrichtungen, mit Kultur- und Kreativschaffenden sowie mit der Zivilgesellschaft in Karlsruhe. Die Arbeit des Kulturbüros wie aller Kulturschaffenden war auch im Jahr 2021 geprägt von den Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie. Sie führten erneut zur Schließung der Kultureinrichtungen und zur Untersagung beziehungsweise Einschränkung öffentlicher Veranstaltungen. Dies hatte starke Auswirkungen auf die Kulturförderung wie auf die Planung und Durchführung von eigenen oder Kooperationsveranstaltungen. Gleichzeitig konzentrierte sich die Förder- und Beratungstätigkeit des Kulturbüros auf die Vermittlung, Bereitstellung und Finanzierung von Räumen oder Orten, die unter Coronabedingungen bespielt werden können, auf Ermöglichung und Finanzierung alternativer Veranstaltungsformate, auf die Beratung in Bezug auf Hygienekonzepte sowie auf die finanzielle Absicherung der in ihrer Existenz gefährdeten Kultureinrichtungen. 1. Fördern und beraten Die finanzielle Förderung kultureller Aktivitäten in Karlsruhe erfolgt im Wege der institutionellen Förderung und der Projektförderung. 1.1. Institutionelle Förderung Institutionelle Förderung bedeutet die regelmäßige und verlässliche Bezuschussung eines Kulturträgers in Karlsruhe mit einem in den Haushalt aufgenommenen festen jährlichen Betrag auf der Grundlage einer gemeinderätlichen Entscheidung. Auch wenn die geförderten Kultureinrichtungen im Laufe des Berichtsjahres coronabedingt nur einen Bruchteil ihrer kulturellen und künstlerischen Aufträge erfüllen konnten, konnten die Jahresbeträge der institutionellen Förderung in vollem Umfang zur Verfügung gestellt werden. Dem schloss sich hinsichtlich der Komplementärförderung auch das Land Baden-Württemberg an. Für etwaige coronabedingte Liquiditätsengpässe im Wirtschaftsjahr 2021 konnte das Kulturbüro für die institutionell geförderten Einrichtungen nach 2020 erneut einen Corona-Hilfsfonds, die Coronahilfe Kultur Karlsruhe 2021, auflegen. In Bezug auf coronabedingte Liquiditätsengpässe im Jahr 2020 konnten in der ersten Jahreshälfte 2021 sechs Kultureinrichtungen kommunale Coronahilfen im Gesamtumfang von circa 330.000 Euro bewilligt werden. In einer regelmäßigen, unbefristeten institutionellen Förderung der Stadt Karlsruhe befanden sich im Jahr 2021 insgesamt circa 130 Kulturträger, Kultureinrichtungen, kulturelle Vereinigungen und Vereine einschließlich der Musik- und Gesangsvereine. Zu ihnen gehören neben dem Badischen Staatstheater und dem ZKM unter anderem Bildungseinrichtungen wie die Volkshochschule Karlsruhe, die PAMINA Volkshochschule und die Astronomische Vereinigung, das Centre Culturel Franco-Allemand, das Forum für Kultur, Recht und Technik, das Jugendorchester Stadt Karlsruhe, Cantus Juvenum Karlsruhe e. V. , die Kindermalwerkstatt, die Diapason Musikakademie – Förderzentrum für junge Streicher, die Internationale Händelakademie Karlsruhe und der Regionalausschuss Jugend musiziert, im soziokulturellen Bereich die Kulturzentren Tollhaus, Tempel, Kohi, P8, Café Nun, Mikado e. V. und Wirkstatt, zudem der CSD, im filmischen Bereich die Kinemathek als kommunales Kino, vier Filmfestivals (Independent Days, Stummfilm Festival, dokKA Festival, Queer Filmfestival) und das Filmboard 14 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 Karlsruhe e. V., als Netzwerkplattform der Kreativschaffenden auf dem Kreativpark Alter Schlachthof der Verein ausgeschlachtet e. V., entropia e. V. als Forum der Hacker in Karlsruhe, im Theaterbereich insgesamt zehn Privattheater (Kammertheater, Das Sandkorn, marotte, Werkraum Karlsruhe e. V., Theater in der Orgelfabrik, Jakobus-Theater, Badisch Bühn, Tiyatro Diyalog, Theater Die Käuze), im Bereich der Erinnerungskultur und Heimatpflege der Lernort Zivilcourage und Widerstand (Kislau) e. V., das Karpatendeutsche Kulturwerk, die AG geschichtliche Landeskunde und verschiedene Heimathäuser, -vereine und -museen, im Kunst- und Kulturbereich Einrichtungen wie der Badische Kunstverein, der Bezirksverband Bildender Künstlerinnen und Künstler, die GEDOK, das Architekturschaufenster, der Freundeskreis Kunstraum Neureut, das Kunstfachwerk N6 in Grötzingen, der Verein Die Orgelfabrik – Kultur in Durlach oder das Kulturnetzwerk Mühlburg, im Bereich der Musik der Jazzclub Karlsruhe e. V., Substage e. V., SAU e. V., die Kantorate der evangelischen und der katholischen Kirche, Studio Vocale Karlsruhe e. V. als Konzertchor, Chöre und Orchester am KIT, das Waldstadt Kammerorchester, das Max-Reger-Institut, die Hemingway Lounge zudem circa 70 Musik- und Gesangsvereine. Der Gesamtbetrag institutioneller Förderung betrug im Jahr 2021 circa 35 Millionen Euro. 1.2. Projektförderung Unmittelbar gestaltend wirken das Kulturbüro und das K 3 -Büro im Wege der Projektförderung sowie der Beratung und der Gründungsförderung auf das kulturelle Leben in Karlsruhe ein. Grundlagen sind die Richtlinien Projektförderung, die Richtlinien zur Förderung von Kulturvereinen durch veranstaltungsbezogene Mietkostenzuschüsse, die Richtlinien für die Theaterarbeit für und mit Kindern und Jugendlichen, die Kriterien zur Förderung von kulturellen Veranstaltungen ausländischer Vereine und Organisationen in Karlsruhe sowie die Richtlinien der Stadt Karlsruhe für die Gewährung von Zuschüssen zur Förderung des Chorgesangs und der Vereinsmusik. In der Beantragung von Projektfördermitteln zeichnete sich angesichts der coronabedingten Restriktionen im Jahr 2021 eine größere Zurückhaltung der Kulturschaffenden ab. Nachdem sich im Jahr 2020 viele Anträge auf Produktionen und Präsentationen im Netz bezogen hatten, war im Jahr 2021 eine gewisse Sättigung mit digitalen Formaten festzustellen; deutlich wurde der Wunsch, kulturelle Erlebnisse wieder mit unmittelbarer Begegnung verbinden zu können. So ermöglichte das Kulturbüro an verschiedenen Orten und mit unterschiedlichen Partnern vernetzte Aktivitäten der Kulturschaffenden durch Finanzierung gemeinsamer coronatauglicher Spielstätten. Von Anfang Juli bis Mitte August stand in der Günther-Klotz-Anlage ein gemeinsam von Kulturbüro und Karlsruhe Marketing und Event GmbH finanziertes Theaterzelt. „Kultur in der Klotze“ bot den Rahmen für 17 verschiedene Theaterinszenierungen und Workshops von zehn Karlsruher Theatern, für ein Jazzfestival (Tiny Jazz Festival) des Jazzclub Karlsruhe e. V., für Vorstellungen der Tanz- und Performanceszene und weiterer Akteur*innen der Karlsruher Kulturszene. Rochade, Projektraum, Foto: Lukas Giesler Kulturamt | 15 Ebenfalls im Wege der Projektförderung konnte das Kulturbüro im Sommer 2021 eine Bühne des Kulturring Karlsruhe e. V. auf dem Alten Schlachthof ermöglichen. In dieser zweiten Ausgabe von „Toujours Kultur!“ nach 2020 bespielte der Kulturring mit seinen Einrichtungen und Partnern ab Mitte Juni die Bühne vor dem Substage für drei Monate. Die Veranstaltenden verzeichneten in dieser Zeit circa 8.000 Gäste. Eine weitere gemeinsame Spielstätte wurde in der Fleischmarkthalle ermöglicht („Toujours Kunst“). Hinzu kam ab Juli „Kino Campus Expanded“ auf dem Campus Süd des KIT am Alten Stadion. Auch dieses Format, maßgeblich von der Kinemathek und dem AKK am KIT bespielt, wurde im Wege der Projektförderung des Kulturbüros ermöglicht. Hier wurden rund 3.000 Besucherinnen und Besucher verzeichnet, die im regengeschützten Open-Air-Ambiente rund 60 Filmveranstaltungen, Theater, DJ-Abende und Konzerte genossen. Daneben stand als eine der Haupttätigkeiten auch im Jahr 2021 die Beratung, Vernetzung und Förderung zahlreicher Kulturschaffender aus den Bereichen Kunst, Kultur- und Kreativwirtschaft, Musik, Literatur, Theater, Tanz und Performance, Film und Video, Internationales, Interreligiöses, Geschichte und Heimatpflege, Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit wie auch zahlreicher spartenübergreifender Projekte und Vorhaben. 2. Planen und veranstalten Schwerpunktmäßig befasste sich das Kulturbüro im Jahr 2021 mit folgenden Veranstaltungen: „ Vorbereitung und Durchführung der Europäischen Kulturtage Karlsruhe 2021 „Europa – ein Versprechen“, 2. bis 16. Mai 2021. Das alle zwei Jahre durchgeführte Festival war für 2020 vorbereitet worden, musste jedoch coronabedingt kurzfristig abgesagt beziehungsweise verschoben werden. Das Festival 2021 wurde rein digital durchgeführt. Über 80 digitale Beiträge von über 30 Partner*innen waren bis Festivalende, zum Teil auch darüber hinaus, im eigens für die Kulturtage eingerichteten Kanal EKT-TV unter www.karlsruhe.de/ekt-tv abrufbar. Den Vorteil einer größeren Reichweite durch die digitalen und weltweit abrufbaren Formate konnten die Veranstalter der EKT positiv für sich nutzen. Über 70.000 Besucher*innen aus dem In- und Ausland, unter anderem aus Österreich, der Schweiz, Frankreich, Japan, der Türkei, Italien, Russland, Kroatien, den Niederlanden, Indien oder aus der Ukraine, waren mit einem Klick zu Gast in Karlsruhe. Auch die Möglichkeit, versäumte Veranstaltungen zu einem beliebigen späteren Zeitpunkt anschauen zu können, hat das Publikum rege genutzt. „ 9. KinderLiteraturtage in Karlsruhe (KLiK), 14. Juni bis 9. Juli 2021. Das ebenso wie die Europäischen Kulturtage im zweijährigen Rhythmus stattfindende Festival musste 2020 coronabedingt auf 2021 verschoben werden. KLiK verzeichnete circa 100 Veranstaltungen in digitaler, analoger und hybrider Form, darunter circa 80 Literaturprojekte an etwa 40 Karlsruher Schulen und ein öffentliches Rahmenprogramm mit circa 20 Veranstaltungen. Mehr als 3.000 Kinder und Jugendliche haben mitgemacht. „ 21. Reinhold-Frank-Gedächtnisvorlesung am 22. Juli 2021 mit Siegbert Schefke, ehemaliger DDR-Bürgerrechtler, der als Zeitzeuge auch zwei Karlsruher Schulen besuchte „ 300 Jahre Historische Bürgerwehr Karlsruhe e. V., 2./3. Oktober 2021, unter Schirmherrschaft von Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup, mit Gottesdienst, Aufmarsch durch die Fußgängerzone, Festakt und Landeskommandantentagung im Rathaus „ Förderung und Begleitung des Open-Air-Festivals „Toujours Kultur“ des Kulturrings und seiner Mitglieder auf dem Alten Schlachthof, 17. Juni bis 19. September 2021, mit Sonderprogramm „Toujours Kunst“ in der Fleischmarkthalle im Rahmen des „Karlsruher Kultursommers“ sowie mit „Kino Campus Expanded“ im Alten Stadion auf dem KIT-Campus (Kooperation Kinemathek e. V. und AKK) „ Veranstaltungen des K 3 -Büros: „ „KreativStart“– Kongress für kreative Unternehmen, 10. bis 11. Juni 2021, digital im Livestream (über 360 Teilnehmer*innen und 40 Teilnehmer*innen bei drei digitalen Workshops am Folgetag) „ „Bizplay“ – Games Kongress, 14. Oktober 2021, vor Ort und im Stream (Teilnehmer*innen: 300 online, 60 vor Ort) „ „7x7 – Sieben Kreative in sieben Minuten“, 18. Oktober 2021, im Tollhaus (100 Teilnehmer*innen vor Ort) „ Pop-Up-Store im Regierungspräsidium, 21. bis 23. Oktober 2021, (48 Aussteller*innen, 2.000 Besucher*innen) Toujours Kultur! 2021, Foto: K. Bohlig KLiK, Patricia Prawit, Burgfräulein Bö, PrinzMaxPalais, Foto: F. Schäfer 16 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 „ 5 x „CreativeWEIBS – Kreative Frauen an den Start!“ – Veranstaltungsreihe für Gründerinnen und Unternehmerinnen der Kultur- und Kreativwirtschaft; digital (79 Teilnehmerinnen) „ 2 Web-Seminar-Reihen, eine im Frühjahr, eine im Herbst mit 15 Web-Seminaren (insgesamt 230 Teilnehmer*innen) „ 2 x Kreatives Speeddating (digital), einmal im Frühjahr, einmal im Herbst (insgesamt 42 Teilnehmer*innen) „ 5 x Open Stage (digital) in Kooperation mit der Medien- und Filmgesellschaft Baden- Württemberg (MFG) (insgesamt 286 Teilnehmer*innen) „ KiX – Das Kulturfestival der Kinder, 18. bis 28. Mai 2021. Trotz der pandemischen Lage konnte KiX als Kooperation zwischen Stadtjugendausschuss und Kulturamt | Kulturbüro in Zusammenarbeit mit 20 Kulturpartner*innen und freischaffenden Künstler*innen an Pfingsten stattfinden. Über 300 Kinder nahmen an der Aktionswoche für Schulen und Horte sowie an den Workshops in der Ferienwoche teil. „ Kultur und Gesellschaft: Begleitung der „Internationalen Wochen gegen Rassismus in Karlsruhe“ 2021 des Netzwerks gegen Rassismus Karlsruhe; Vorbereitung, Begleitung und Organisation des ersten Runden Tisches kommunale Antirassismus- und Antidiskriminierungsarbeit“ am 12. Juli 2021 „ Musik im Rathaus: Von den zwischen 8. November und 20. Dezember 2021 geplanten und organisierten Konzerten konnten nur die beiden ersten im November stattfinden; die Dezember-Konzerte mussten wegen hoher Corona-Inzidenzen abgesagt werden. „ 7. ZeitGenuss Festival, 21. bis 24. Oktober 2021, bisher jährlich stattfindendes Festival für Musik unserer Zeit, veranstaltet in Kooperation mit der Hochschule für Musik Karlsruhe. Künstlerische Leitung 2021: Rebecca Saunders, Berlin. Veranstaltungsorte: Hochschule für Musik, ZKM, Badisches Staatstheater, Christuskirche, Evangelische Stadtkirche; Einbindung Karlsruher Musiker*innen und Ensembles, Aleph Gitarrenquartett, Ensemble TEMA, Kammerchor der Christuskirche, Perkussionistin Leonie Klein sowie Studierende und Lehrende der Hochschule für Musik Karlsruhe; Einladung überregionaler Musiker*innen und Ensembles, Ensemble Modern, Dirigent Enno Poppe, Sarah Maria Sun, Trio Accanto und Christian Dierstein; insgesamt neun Uraufführungen. „ Ausstellungen im Kulturzentrum Orgelfabrik (ganzjährig) als Plattform für raumbezogene künstlerische Experimente für Künstler*innen aus Karlsruhe und der Region: 2021 waren sieben Ausstellungen und zwei Performances geplant. Aufgrund der Corona-Pandemie konnten lediglich zwei Ausstellungen und eine Performance präsentiert werden. Die abgesagten Ausstellungen sowie die Performance wurden in das Ausstellungsjahr 2022 übernommen. ZeitGenuss 2021, Leonie Klein, Foto: Birgitta Schmid Toujours Kultur! 2021, Foto: K. Bohlig Kulturamt | 17 3. Konzeptionelle Entwicklungen In konzeptioneller Hinsicht befasste sich das Kulturbüro insbesondere mit folgenden Vorhaben: „ Vorbereitung des für 16. Juli 2021 geplanten Kulturworkshops, der coronabedingt kurzfristig abgesagt werden musste „ Relaunch von karlsruhe.de im Bereich Kultur „ Redesign und konzeptionelle Weiterentwicklung des Internet-Veranstaltungskalenders (kalender.karlsruhe.de) „ Weiterentwicklung der Kulturwegweisung „ Weiterentwicklung der Standorte der sogenannten Kulturringsäulen „ Beteiligung am Aufbau einer zentralen Mediendatenbank innerhalb der Stadtverwaltung „ Neues Kulturzentrum in der Schauenburgstraße 5 in Bulach mit zusätzlichen Bandprobe- und Atelierräumen, Begleitung und Unterstützung des Panorama e. V. nach Kündigung der Räume im C-Areal (Nordstadt), Ausschreibung und Auswahl der Musikprobe- und Atelierräume unter Beteiligung des Kulturbüros sowie Vertreter*innen der Musik- und Kunstszene „ Internationale Kulturprojekte: Mitwirkung an der Vernetzung im Bereich Zeitgenössischer Tanz im Forum Kultur der Oberrheinkonferenz; Verwaltungsaustausch im Rahmen des Walter Hallstein Programms: Interkultureller Workshop des Euro-Instituts Kehl am 30. März 2021; Teilnahme an der Veranstaltung „StrasCulture“ in Straßburg am 4. September 2021 Corona-Pandemie „ Bearbeitung von Anträgen der städtischen Corona-Hilfe „ Beratung und Information der Kulturszene zur Corona-Pandemie, zu Finanzhilfen, Hygienekonzepten, Coronaverordnungen und anderem „ Verstärkte Beratung und Information der Kultur- und Kreativszene durch das K 3 -Büro über Corona-Sonderseite auf dem K 3 -Internetportal mit Übersicht aller Corona-Hilfsmaßnahmen und -Programme, „Supportyourlocals“-Sonderseite mit Übersicht aller Crowdfunding- und Spendenaktionen, regelmäßige Social-Media-Postings und Sondernewsletter „ Abwicklung der zugunsten der soziokulturellen Zentren zweckgebunden eingegangenen Spenden, coronabedingt erhöhter Aufwand durch große Spendenbereitschaft K 3 -Büro mit Banner Supportyourlocals, Foto: K 3 -Büro 18 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 4. Weitere Schwerpunktthemen des Kulturbüros Weitere Schwerpunkte des Kulturbüros lagen im Jahr 2021 – über die alltägliche Förder- und Beratungspraxis hinaus – unter anderem in folgenden Bereichen: Städtepartnerschaften: Auch 2021 war geprägt von coronabedingten Absagen oder Verschiebungen von Projekten mit den Partnerstädten. Dennoch konnten einige Präsenz- und Online-Veranstaltungen stattfinden: „ Nancy: Online-Projekt „Coronacircus“ von Matthieu Dibelius mit Jugendlichen in Karlsruhe und Nancy, Januar 2021 im Rahmen des Deutsch-Französischen Aktionstags des CCFA; Online-Diskussion über Fake News mit Bibliotheken und Journalisten aus Karlsruhe und Nancy, 6. Mai 2021; UNESCO-Master Class gegen Rassismus in Nancy online mit drei Karlsruher Schulen, 21. September 2021 „ Halle: GEDOK-Ausstellung mit Künstlerin Cornelia Weihe, Januar 2021 „ Krasnodar: Fotoausstellung (online); Musikvideowettbewerb (online); Online-Master Class Bildende Kunst mit Schülergruppen aus Karlsruhe und Krasnodar, 21. September 2021; Teilnahme am Twin City Booster-Workshop in Krasnodar zum Stadtgeburtstag in Krasnodar im September 2021; Beiträge von Künstler*innen aus Krasnodar bei Ausstellungsprojekten des BBK Karlsruhe und des Badischen Kunstvereins im Rahmen der Europäischen Kulturtage 2021 „ Temeswar: Delegationsreise mit Kulturamt nach Temeswar zur Ausstellungseröffnung „Fließende Räume. Karten des Donauraums 1650-1800“; Summer School des Badischen Landesmuseum „Beyond borders“ mit Teilnehmenden aus dem Banater Nationalmuseum Temeswar, 3. bis 5. September 2021; Gastspielkonzert des Karlsruher Kammerduos, 6. September 2021; Beiträge von Künstler*innen aus Temeswar bei Ausstellungsprojekten des BBK Karlsruhe und des Badischen Kunstvereins im Rahmen der Europäischen Kulturtage 2021 „ Rijeka: Konzert von Klapa-Chor aus Rijeka und Vortrag Kulturhauptstadtprojekte 16. Oktober 2021 „ Schule und Kultur (siehe auch unter 5. Ausschreibungen): pandemiebedingte Schulschließungen, ständige Veränderungen der Coronaverordnung und der damit verbundene Ausfall vieler Projekte bedeuteten hohen Beratungs- und Betreuungsaufwand seitens des Kulturbüros. „ Kulturelle Bildung: Round-Table am 21. Juli 2021 auf Einladung des Kulturamts, mit Beteiligung zahlreicher städtischer Dienststellen sowie Kultur- und Bildungseinrichtungen in der Stadt. Ziel: Informationsaustausch und Vernetzung, fachliche Beratung im Handlungsfeld Kulturelle Bildung des Kulturkonzeptes „ Badisches Staatstheater: Aktive Begleitung des Findungsverfahrens für die Interimsintendanz und des Zukunfts- und Strukturprozesses am Badischen Staatstheater „ Bunte Stadt: Das zunächst auf zwei Jahre ausgelegte Projekt ist eines von insgesamt vier Leitprojekten im Korridor Soziale Stadt. Es wurde Mitte 2021 um weitere zwei Jahre bis zum 30. Juni 2023 verlängert. Die Bunte Stadt hat zum Ziel, gesellschaftliche Vielfalt sichtbarer zu machen, die Menschen zu Partizipation einzuladen sowie gerade den so genannten „Stillen Gruppen“ Gehör zu verleihen. Exemplarisch begleitete die Bunte Stadt den Prozess um das Stadtentwicklungskonzept (STEK) im Stadtteil Oberreut, der mittlerweile abgeschlossen ist. Der Prozess hat den großen Bedarf im Stadtteil nach Treffpunkten, Angeboten und Austausch deutlich gemacht, ein Bedarf, an dem die Bunte Stadt auch nach der Beendigung des STEK- Prozess mit Methoden aus Kunst und Kultur ansetzt. Unter anderem fanden folgende Projekte und Veranstaltungen statt, meist in Kooperation mit Akteur*innen aus dem Stadtteil: „ Quartierskino Oberreut in Kooperation mit der Kinemathek und der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland „ Ausstellung „Alle nach Oberreut“ in Kooperation mit dem Stadtmuseum Karlsruhe im Rahmen der Europäischen Kulturtage „ Erzählpodium der Deutschen aus Russland im Ökumenischen Gemeindezentrum Oberreut (ÖGZ) „ Willkommensfest von Neuzugezogenen in Kooperation mit dem Amt für Stadtentwicklung „ Krimilesung im Ökumenischen Gemeindezentrum im Rahmen der Karlsruher Literaturtage „ Mobiler Kiosk mit Mitmachaktionen des Kunstvermittlungskollektivs fort-da „ Rollende Kinderturnwelten in Kooperation mit dem Gemeinschaftszentrum Weiße Rose „ FEST-Mobil in Oberreut „ Graffiti-Projekt in Kooperation mit der Mobilen Jugendarbeit „ Offener Kulturtreff Oberreut, in Kooperation mit Bürger*innen aus dem Stadtteil Erzählpodium der Deutschen aus Russland im Ökumenischen Gemeindezentrum Oberreut, Foto: Ulrike Settelmeyer Internationales Kunstprojekt, Grußbotschaften- Herstellung via Zoom mit der Jugendkunstschule Krasnodar und Schüler*innen des Kant- Gymnasiums Karlsruhe, Foto: Hauptamt Kulturamt | 19 „ Kunst im öffentlichen Raum „ Suche und Erschließung von Standorten für neue oder neu zu platzierende Arbeiten der Kunst im öffentlichen Raum (unter anderem Arbeiten von David D. Lauer, Jürgen Goertz) „ Bearbeitung von Erwerb und Schenkungen von Kunstwerken für den öffentlichen Raum „ Weitere Erfassung und Zugänglichmachung von Kunstwerken im öffentlichen Raum im Netz (www.karlsruhe.de/kunstambau, www.karlsruhe.de/kunstimoeffentlichenraum) „ Pflege und Sanierung von Kunstwerken im öffentlichen Raum (Platz der Grundrechte und andere) „ Begleitung der kulturpolitischen Diskussionen „ über den massiven Wegfall von Probe- und Atelierräumen durch Projekte der Immobilienwirtschaft in Karlsruhe „ über verpflichtende Ausstellungsvergütung für Bildende Künstler*innen „ über die Dynamisierung der institutionellen Zuschüsse für Kultureinrichtungen „ Finanzen: Erarbeitung eines Einsparkonzeptes im Rahmen des 10-Punkte-Planes der Stadt Karlsruhe für die Haushaltsjahre 2022 und 2023 mit weitgehendem Verzicht auf Eigenveranstaltungen und dem Bemühen, die institutionelle und projektbezogene Förderung weitgehend unangetastet zu lassen 20 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 5. Ausschreibungen und Auszeichnungen Ausschreibungen „ Schule und Kultur: Schuljahr 2021/2022: verfügbar 140.000 Euro pro Schuljahr für Kooperationsmaßnahmen zwischen Schulen und Kulturschaffenden. 67 Anträge mit einem Volumen von rund 206.000 Euro. Auswahl von 48 Projekten durch die externe Jury. Die Online-Durchführung der Jurysitzung bedeutet einen erheblichen Mehraufwand gegenüber der Jurierung in Präsenz. „ Wettbewerb für Ausstellungen/Performances im Kulturzentrum Orgelfabrik Auf eine Ausschreibung 2021 für Ausstellungen im Jahr 2022 wurde verzichtet, da coronabedingt abgesagte Ausstellungen aus den Jahren 2020 und 2021 in das Ausstellungsjahr 2022 übernommen wurden. „ 25. Karlsruher Künstler*innenmesse 2021 (verschoben auf 2022): Erstmals digital durchgeführte Ausschreibungen des Wettbewerbes zur Teilnahme an der Künstler*innenmesse und am Plakatwettbewerb; Jurierung durch Fachjury im Februar 2021. Ausgewählt zur Teilnahme an der Künstler*innenmesse: 33 Künstler*innen. Plakat: 43 Bewerbungen. Erster und zweiter Preis: zwei Entwürfe der Künstlerin Lisa Mahlberg (erster Preis: Werbeplakat für die 25. Karlsruher Künstler*innenmesse). Dritter Preis: Berenice Gaß. „ Ausschreibung zur Atelier-Nachbesetzung (Atelier 4) im Kreativpark Alter Schlachthof, für den Zeitraum November 2021 bis Mai 2026. Eingang von fünf Einzel- und Gruppenbewerbungen Preisverleihungen „ Vereinsmusik: Jubiläumszuschüsse 2021 an Gesangverein „Liederkranz 1931“ Karlsruhe Weiherfeld (90 Jahre), Musikverein Karlsruhe-Knielingen e. V. (100 Jahre), Musikverein 1896 Karlsruhe-Daxlanden e. V. (125 Jahre), Gesangverein Liederkranz-Sängerbund Neureut-Süd 1846 e. V. (175 Jahre) „ Karlsruher Hochschulpreises: Die Vergabe erfolgte 2021 an sieben Preisträger*innen der HKA Hochschule Karlsruhe (Evelyn Heller), des KIT (Valentin Wernet, Lukas Rapp, Kevin Wiegratz, Jonathan Neuhauser, Denise Ganz, Ariane Hanebeck) und der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe (Jana Trautmann). Gesamtsumme der Preisgelder: 3.500 Euro „ Kinderhörspielpreis der Stadt Karlsruhe, dotiert mit 2.000 Euro, durch eine Schulklasse als „Kinderjury“ an Frauke Angel/Dresden zuerkannt, Vergabe im Rahmen der ARD Hörspieltage (12./13. November 2021) „ Independent Days (22. bis 26. September 2021): „ KARLINA – Filmpreis der Stadt Karlsruhe (Preisgeld 1.500.- Euro) an Shahab Habibi, Iran/ Deutschland für den Film „BAHAM – together“ „ „Female Award“ der Stadt Karlsruhe (Preisgeld 1.000.- Euro) an Natalia Shaufert, Republik Moldau für den Film „Mother Nature“ „ dokKa Dokumentarfestival (14. bis 19. September 2021): dokKa-Preis der Stadt Karlsruhe (Preisgeld 1.500 Euro) an Janna Ji Wonders für den Film „Walchensee forever“ Kulturamt | 21 6. Gremien- und Netzwerkarbeit sowie interne und externe Dienstleistungen des Kulturbüros Das Kulturbüro begleitete auch im Jahr 2021 als Geschäftsstelle, Koordinator, Mitglied oder vorbereitend und fachlich beratend folgende Gremien „ Kulturausschuss „ Kunstkommission „ Kuratorium der Europäischen Kulturtage „ Executive Board und Advisory Board der UNESCO City of Media Arts „ IBZ Vorstand und Mitgliederversammlung; „ Stiftungsrat ZKM, AG-Finanzen Stiftungsrat ZKM „ Verwaltungsrat Badisches Staatstheater Karlsruhe „ Verwaltungsrat Badisches KONServatorium „ Stiftungsrat Centre Culturel Franco-Allemand „ Stiftung Karpatendeutsches Kulturwerk „ Mechthild-Mayer-Stiftung „ Runder Tisch Antirassismus und Antidiskriminierung einschließlich Vorbereitungsrunde „ Lenkungskreis „Bunte Stadt“ „ IQ-Netzwerktreffen „ Reinhold-Frank-Gedächtnisvorlesung „ Karlsruher Forum für Kultur, Recht und Technik „ Kulturkreis Karlsruhe „ Kulturring Karlsruhe „ AKÖ Arbeitskreis Kulturelle Öffentlichkeitsarbeit des Kulturkreises „ AG Kulturmarketing im Rahmen der Kulturmarketing-Kampagne „Kultur in Karlsruhe“ mit Karlsruhe Tourismus GmbH und Karlsruhe Marketing und Event GmbH „ ECCAR Steering Committee „ AK deutschsprachige Mitgliedstädte der ECCAR „ EUROCITIES Culture Forum „ Forum Kultur der Oberrheinkonferenz „ Forum KulturRegion Karlsruhe „ Dialogforum Kultur der PAMINA „ Jour fixe mit Verein „ausgeschlachtet“ und KFE, Nutzertreffen Alter Schlachthof „ Klima-AG Alter Schlachthof „ Aufsichtsrat Karlsruher Fächer GmbH „ Ausschuss für Wirtschaftsförderung „ Arbeitskreis Karlsruher Bücherschau „ Arbeitskreis ARD-Hörspieltage „ Arbeitskreis Karlsruher Literaturtage „ KAMUNA-Arbeitsgruppe „ Netzwerk gegen rechts, Netzwerk gegen Rassismus „ Arbeitskreis „Campus trifft Kultur“ „ Arbeitskreis Kunstfachwerk N6 Grötzingen „ Arbeitskreise Badisches Chorfest 2022 „ Kultur-Programmrunde Vollversammlung des Ökumenischen Weltkirchenrats „ Netzwerktreffen Europäische Kulturtage „ Jour fixe Europäische Kulturtage von Kulturamt und Badischem Staatstheater „ AG Veranstaltungskalender mit IT-Amt und Presse- und Informationsamt (PIA) „ Round Table Kulturelle Bildung „ Arbeitskreis ÖRMI „ Jury Ateliervergabe & Proberäume P8 Interne und externe Dienstleistungen im Berichtszeitraum betrafen folgende Bereiche: „ Erarbeitung von Reden, Grußworten, Stellungnahmen, Sitzungsvorlagen, Präsentationen und sonstige Zusammenstellungen für den Oberbürgermeister, den Kulturdezernenten und die weiteren Dezernate sowie für die Amtsleitung „ Redaktion der Internetseiten zur Kultur unter www.karlsruhe.de und des Internet- Veranstaltungskalenders „ Koordination der Pressearbeit des Kulturamts mit dem Presse- und Informationsamt „ Koordination der internen Werbeträger des Kulturamtes: Großflächenplakatierung, Kinowerbung „Die Kulturminute“ „ Redaktionelle Begleitung des Kulturmagazins CAN der Partnerstadt Nancy „ Regelmäßige Marketing-Runde mit KTG, SAM, KME, CIK zu Veranstaltungsschwerpunkten und Kulturmarketingthemen in Karlsruhe „ Koordination des Plakatversandes an städtische Dienststellen „ Koordination der internen Werbeträger des Kulturamts: Kinowerbung „Die Kulturminute“ „ interne Koordination von regelmäßigen redaktionellen Beiträgen in den Bürgervereinsheften 22 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 7. Interne Themen des Kulturbüros Folgende Umstände prägten im Jahr 2021 neben den inhaltlichen Aufgaben die Arbeit im Kulturbüro: „ Einführung der e-Rechnung „ Vermehrte Nutzung der Homeoffice-Möglichkeiten; Schaffung der technischen Voraussetzungen „ Umstellung der Adressverwaltung auf CAS zur Vereinfachung interner Abläufe „ Weiterentwicklung der Online-Formulare für Kulturförderung und Coronahilfen „ Koordination der Citylight-Plakatierung auf den hinterleuchteten Säulen („Stadtseite“): coronabedingt erhöhter Aufwand durch Veranstaltungsabsagen und Suche nach Ersatzplakatierung „ Hallen- und Säleverzeichnis – coronataugliche Räume/Veranstaltungsorte „ Beschäftigung und Ausbildung von Auszubildenden und Praktikantinnen „ Verabschiedung von Kolleg*innen und Begrüßung neuer Kolleg*innen 8. Haushaltszahlen des Kulturbüros 20202021 Institutionelle Förderung39.279.787 €39.916.472 € Projektförderung1.127.207 €897.275 € Sachmittel (Eigene Projekte)428.424 €450.109 € Kulturamt | 23 Städtische Galerie Der Jahresbeginn war vom Wechsel in der Museumsleitung bestimmt. Die Städtische Galerie Karlsruhe (SGK) verabschiedete im Dezember 2020 ihre bisherige Leiterin Dr. Brigitte Baumstark in den Ruhestand. Ihr Amt übernahm im Februar 2021 Stefanie Patruno, für die sich im Jahr des 40. Museumsjubiläums die Chance bot, vieles zu hinterfragen sowie Zukunftsprozesse anzustoßen. Wie soll das Museum der Zukunft aussehen? Wie kann man das Museum heute denken? Was sind die aktuellen Aufgaben eines Museums? Wie sieht eine städtische Kunstsammlung der Zukunft aus? Welche aktuellen Beispiele gibt es für das Sammeln, Forschen, Bewahren, Vermitteln? Wie schlagen sich Konzept, Programm und Selbstverständnis in Architektur und Struktur eines Museums nieder? Wie kann man Räume flexibel nutzen? Welche Ausstellungsarchitektur benötigt man dafür? Wie kann man Aufenthaltsqualität erreichen? Denn nicht erst die Corona-Pandemie stellt die Museen vor diese neuen Herausforderungen: Drängende gesellschaftliche Fragen von Dekolonialisierung, ökologischem Fußabdruck oder „Gender“, „Race“ und sozialer Gerechtigkeit erhalten durch die globale Krise neue Brisanz. Digitalisierung und Partizipation, aber auch die Gewinnung neuer Besucherschichten und der Umgang mit einer diversifizierten Stadtgesellschaft sind zentrale Themen, die museales Arbeiten heute bestimmen. Vor diesen Hintergründen wandeln sich Museen von „Tempeln des ehrfürchtigen Staunens zu interaktiven Orten der Kommunikation“ (Alexander Ruscheinsky). Die SGK mit ihrer außergewöhnlichen Sammlung zwischen regionalen Akteuren und internationalem Kunstdiskurs sieht ihre wesentliche Aufgabe deshalb darin, sich zu öffnen und sich als wegweisendes Labor kreativer Ansätze von Kunst und Kunstvermittlung, von Forschen und Sammeln, Präsentieren und Erleben weiter zu entwickeln. Rückblick auf das Ausstellungsjahr 2021 Das Ausstellungsjahr 2021 war erneut durch die Corona-Pandemie geprägt und dadurch ein herausforderndes Jahr für die SGK. In starkem Maß waren die Museen und damit auch die SGK im ersten Halbjahr von Komplettschließungen betroffen. Nach dem Lockdown im Mai konnte die SGK nach Vorgaben der Corona-Verordnungen des Landes wieder öffnen und trotz der langen Schließzeiten vor allem im zweiten Halbjahr mehrere Ausstellungen, Veranstaltungen und Führungen realisieren. Insgesamt sieben neue Sonderausstellungen, die teilweise bereits in 2020 geplant waren, konnten durchgeführt werden: darunter die beiden großen Sonderausstellungen „Verborgene Spuren. Jüdische Künstler*innen und Architekt*innen in Karlsruhe 1900 – 1950“ sowie „Porträt, Mode, Architektur“ mit Schwarzweiß-Fotografien des deutsch-amerikanischen Künstlers Hermann Landshoff. Über fast das gesamte Museumsjahr hinweg mussten die Besucher*innen am Einlass streng kontrolliert werden, zur Nachverfolgung von Infektionsketten mussten ihre Kontaktdaten erfasst werden. Auf oftmals sehr kurzfristige Änderungen der Landesverordnung musste das Team der SGK sehr flexibel und mit hohem Kommunikationsaufwand gegenüber den Besucher*innen, Künstler*innen, Leihgeber*innen und Partnern reagieren. Das Bemühen des Museums, im Rahmen der jeweils geltenden Verordnung ein analoges oder digitales Kunsterlebnis zu ermöglichen, wurde von den Besucher*innen positiv wahrgenommen. Die Tätigkeiten der SGK sind dem Handlungsfeld 1 „Kulturelles Erbe“ und dem Handlungsfeld 2 „Kulturelle Bildung“ des Kulturkonzepts 2025 der Stadt Karlsruhe zuzuordnen. Sonderausstellungen 2021 zeigte die SGK Ausstellungen mit historischen Positionen sowie mit Werken der Gegenwartskunst und stellte diese auch in Dialog miteinander. Insgesamt sieben Ausstellungen, die teilweise bereits im Vorjahr geplant waren, konnten nach dem Lockdown im Frühjahr eröffnen. Die Förderkreis-Ausstellung „Stac Lee“ (13. März bis 12. September 2021) mit dem Akademie-Professor Daniel Roth wurde eigens für den Ausstellungsraum des Forums konzipiert: Der Künstler setzte dort scheinbar unzusammenhängende Orte, Objekte oder Ereignisse kunstvoll miteinander in Beziehung. Außerdem zu sehen war die zeitgenössische Ausstellung mit Werken des Werner-Stober-Preisträgers Ralf Gudat. Unter dem Titel „The black, the green, and the white gold“ (13. März bis 24. Oktober 2021) begegneten sich in einer Gesamtinstallation abstrakt-gestische Malerei, Objekte und Klangkunst inmitten der Sammlungspräsentation im 1. OG. In diesem Kontext gingen auch Arbeiten der Hanna-Nagel- Preisträgerin Peco Kawashima unter dem Titel „Encounters“ (13. Mai bis 24. Oktober 2021) einen Dialog mit der Sammlung ein. Außenansicht Städtische Galerie Karlsruhe, Foto: Uli Deck, Karlsruhe Peco Kawashima, Piece of peace, 2020, Foto: Heinz Pelz, Karlsruhe 24 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 Die in Japan geborene Künstlerin verband in ihrer raumgreifenden Präsentation aktuelle Fragestellungen mit kollektiven und suchte so für Begriffe wie Zeit, Emotionen und Erfahrungen skulpturale Formen. Dem Bildhauer Wilhelm Loth war unter dem Titel „Figurationen 1949 – 1989“ (13. März bis 12. September 2021) eine Schau aus einer aktuellen Schenkung in Kombination mit Arbeiten aus den eigenen Beständen gewidmet. Nachdem die SGK dem ehemaligen Karlsruher Professor 2001 eine umfassende Retrospektive gewidmet hatte, rückten nun seine Druckgrafiken in den Fokus der Präsentation. In seinen ausgestellten Papierarbeiten und Skulpturen setzte sich der Künstler vor allem mit dem weiblichen Körper als Torso auseinander. In dieser Art der Sonderausstellung kommt dem Sammlungsbestand größte Aufmerksamkeit zu. Die wissenschaftliche, kuratorische und restauratorische Tätigkeit der Mitarbeiter*innen war in diesem Zusammenhang gänzlich auf die Kunstwerke fokussiert, die sich in den Depots der SGK befinden, um sie im Sinne des kulturellen Erbes zu bewahren. Im Mai eröffnete die große Sonderausstellung „Verborgene Spuren. Jüdische Künstler*innen und Architekt*innen in Karlsruhe 1900 – 1950“ (6. Mai bis 12. September 2021). Am facettenreichen Kulturleben in Karlsruhe waren Anfang des 20. Jahrhunderts zahlreiche Kunstschaffende jüdischer Herkunft beteiligt. In einer umfangreichen Präsentation beleuchtete die SGK erstmals diesen weitestgehend vergessenen Teil der Karlsruher Kulturgeschichte mit Werken unter anderem von Ellen Auerbach, Sonia Delaunay-Terk, Leo Haas und Gustav Wolf. Mit „Hermann Landshoff. Porträt. Mode, Architektur. Fotografien 1930 – 1970“ (23. Oktober 2021 bis 30. Januar 2022) stellte die SGK im Themenjahr „1700 Jahre jüdisches Leben“ ebenfalls einen fast vergessenen Fotografen mit jüdischen Wurzeln vor. Mit über 200 Mode- und Porträtaufnahmen wurde in Kooperation mit der Sammlung Fotografie des Münchner Stadtmuseums einer der bedeutendsten Porträtisten des 20. Jahrhunderts gewürdigt. Im Zwiegespräch mit der parallel stattfindenden Sonderausstellung „Elsa & Johanna. The Plural Life of Identity” (18. November 2021 bis 24. April 2022) warf die SGK einen ganz aktuellen Blick auf das Thema Porträt- und Modefotografie. Die in Paris ausgebildeten Künstlerinnen Elsa & Johanna sind Meisterinnen der Verwandlung und schlüpfen in ihren fotografischen Porträtserien in die Leben fiktiver Personen. Ein hochaktuelles Thema in einer Zeit, in der wir uns in den sozialen Netzwerken selbst exponieren und – vorsätzlich oder nicht – bestimmte Rollen spielen. Hanns Ludwig Katz, Männliches Bildnis, um 1920, Kunsthalle Emden, Foto: Elke Walford/ Fotowerkstatt Hamburger Kunsthalle Hermann Landshoff, Modell Beth Wilson an der Rip Van Winkle Bridge am Hudson, New York, 1946, © Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie, Archiv Landshoff Peco Kawashima, Kleines Meer aus Tropfen, 2020, Foto: Heinz Pelz, Karlsruhe Kulturamt | 25 Dauerausstellung, Neuerwerbungen Die SGK konnte 2021 circa 150 Neuzugänge verzeichnen. Dazu zählten zahlreiche Schenkungen: Werke von Wilhelm Loth, Selma Alacam, Timm Ulrichs und Albert Schneller (Ortsverwaltung Wettersbach) wurden der SGK von Privatpersonen und von Künstler*innen übereignet. Zudem schenkte der Förderkreis der SGK Werke der Künstler*innen Agnes Märkel, Daniel Roth, Ralf Gudat und Rudolf Schlichter. Die sich als Dauerleihgabe in der SGK befindliche Sammlung Garnatz wurde außerdem durch wichtige Arbeiten von Heribert Ottersbach, Arnulf Rainer, Frank Dömer und Boris Becker ergänzt. In den Bestand der Galerie aufgenommen wurden acht großformatige Bildtafeln des Künstlers Hans Adolf Bühler, die als Auftragsarbeiten zwischen 1925 und vermutlich 1943/44 den Bürgersaal des Karlsruher Rathauses schmückten. Sie waren kriegsbedingt ausgelagert worden, galten seither als verschollen und konnten nun in den Kunstbestand der Stadt Karlsruhe integriert werden. Zahlreiche wichtige Neuankäufe von Künstler*innen wie Nobuyoshi Araki, Marcel van Eeden, Elsa & Johanna, Karl Hubbuch, Olaf Nicolai und Pipilotti Rist bilden wesentliche Ergänzungen des städtischen Kunstbesitzes. Beratung, Auskünfte Die wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen der SGK sind regelmäßig beteiligt an der Auswahl der Bewerber*innen für die Orgelfabrik, für die Künstler*innenmesse und den Hanna-Nagel- Preis. Hinzu kommen im Laufe des Jahres zahlreiche Anfragen von Kolleg*innen aus anderen Museen, von Institutionen und von Privatleuten, die um Auskünfte zu Kunstwerken und Künstler*innen bitten. Wie in den vorhergehenden Jahren unterstützte die SGK auch im Jahr 2021 die Betreuung des Nachlasses Albert Schnellers, der sich in der Ortsverwaltung Wettersbach befindet. Diese aufwändige, in Amtshilfe erfolgende Fachberatung umfasst die maßgebliche Mitwirkung an den Ausschreibungen für Restaurierungsarbeiten und Bilderrahmung, Depoteinrichtung sowie die Inventarisierung der Kunstwerke. Leihverkehr Leihgaben aus der Sammlung der SGK wurden 2021 für die Gemäldegalerie Dachau und für die Villa Merkel in Esslingen zur Verfügung gestellt. Aus der Sammlung Garnatz waren bis Sommer 2021 insgesamt 176 fotografische Arbeiten an die SK Stiftung Kultur in Köln für die Ausstellung „Von Becher bis Blume – Photographien aus der Sammlung Garnatz und der Photographischen Sammlung/Stiftung Kultur im Dialog“ verliehen. Weiterhin wurde die Sammlung Philara in Düsseldorf mit einem Werk von Rosemarie Trockel unterstützt. Zur großen „Georg Baselitz“-Retrospektive im Centre Pompidou in Paris wurde eine Skulptur des Künstlers ausgeliehen. Aus Anlass der umfassenden Kooperationsausstellung „Sigmar Polke. Dualismen“ zwischen der Ostdeutschen Galerie Regensburg und der SGK reisten mehr als 70 Werke von Sigmar Polke nach Regensburg. Veranstaltungen Die SGK blieb 2021 mehrfach geschlossen. Auch nach Ende des Lockdowns konnte der Museumsbetrieb nur vorsichtig wieder aufgenommen werden. Ein Veranstaltungs- und Führungsprogramm war erst ab der zweiten Jahreshälfte wieder möglich, musste jedoch wegen sich ändernden Corona-Auflagen wiederholt verschoben, umgeplant oder abgesagt werden. Dennoch fanden in einem reduzierten Umfang Veranstaltungen statt. Im Rahmen der großen Sonderausstellung „Verborgene Spuren. Jüdische Künstler*innen und Architekt*innen in Karlsruhe 1900 – 1950“ konnten im Juni „Open-air“-Stadtführungen zu jüdischem Leben in Karlsruhe realisiert werden, im August in Zusammenarbeit mit der Kinemathek Karlsruhe ein Filmabend zu der Fotografin Ellen Auerbach sowie im September das Konzert „Stimmen der Hoffnung“ mit Werken von Richard Fuchs. Ein Vortrag zum Werk des jüdischen Künstlers Gustav Wolf wurde ins Digitale verlegt. Etablierte Termine wie die KAMUNA am 7. August und der Tag des offenen Denkmals am 12. September haben unter strengen Corona-Auflagen stattgefunden und wurden im Rahmen des Möglichen gut angenommen. Rudolf Schlichter, Die Schwester des Künstlers, 1913, Städtische Galerie Karlsruhe, Schenkung des Förderkreises 26 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 Gegen Jahresende konnten am 22. Oktober die Ausstellungen „Hermann Landshoff. Porträt, Mode, Architektur. Fotografie 1930 – 1970“ und am 17. November „Elsa & Johanna. The Plural Life of Identity“ mit Publikum eröffnet werden. Am 27. November war anlässlich von gleich drei Jubiläen (40 Jahre SGK, 25 Jahre Förderkreis und 25 Jahre Sammlung Garnatz) ein festlicher Tag der offenen Tür mit zahlreichen Führungen und Veranstaltungen geplant, der aufgrund steigender Inzidenzzahlen umgeplant werden konnte. Kunstvermittlung Das analoge Vermittlungsprogramm mit Führungen und Workshops konnte auch 2021 aufgrund der Corona-Pandemie nur stark eingeschränkt stattfinden. Die beliebte „Kinderwerkstatt“ am Sonntagnachmittag konnte erst ab Juni wieder öffnen. Das monatliche Format „Mit Kindern ansehen“ in Kooperation mit der VHS Karlsruhe wurde im Oktober wieder aufgenommen. Die Projektwoche „KUNST-PROFI“ mit dem Max-Planck-Gymnasium musste vollständig ausfallen. Um den Kontakt zu den Besucher*innen der SGK während des Lockdowns nicht abreißen zu lassen, baute die SGK insbesondere in der ersten Jahreshälfte ihr digitales Vermittlungsprogramm weiter aus: So fand die Kinderwerkstatt von Januar bis Mai mit großem Erfolg digital statt, bereits 2020 gestartete Formate wie „StädtischeGalerie@Kitchen“ oder das „Kunstgezwitscher“ wurden fortgeführt. Für die Ausstellungen „Verborgene Spuren. Jüdische Künstler*innen und Architekt*innen in Karlsruhe 1900 – 1950“, „Ralf Gudat. The black, the green, and the white gold”, „Peco Kawashima. Encounters“ sowie die Sammlungspräsentation wurden Kurzvideos und Trailer produziert, die über die museumseigene Website und die Social-Media-Kanäle abrufbar waren. Auch haben ausgewählte Digitalführungen und Online- Vorträge zu den genannten Ausstellungen stattgefunden. Insgesamt hat die Kunstvermittlung den Auftritt der SGK in den sozialen Medien, insbesondere Instagram und Facebook, weiter ausgebaut und zahlreiche neue Follower*innen im digitalen Raum erreicht. In der zweiten Jahreshälfte wurden wieder vereinzelt Workshops von Kindergärten und Schulen gebucht sowie Kooperationen wieder aufgenommen. Regelmäßige Angebote wie der Aktionstisch und das Aktionsheft für Kinder wurden fortgesetzt. Außerdem besteht seit Dezember mit der Eröffnung eines Kinderausstellungsraums unter dem Titel „KinderWinterWerkstatt“ innerhalb der Sammlungspräsentation im 1. OG ein weiteres Angebot für Familien beziehungsweise speziell für Kinder. Zum Jahresende startete mit „Kunsthäppchen“ eine neue Reihe, die das bisherige Führungsangebot am Mittwochvormittag ablöst. Ein erster Termin im Dezember wurde sehr gut angenommen. 2021 konnten gleich mehrere Kooperationen mit Karlsruher Hochschulen angestoßen werden. Im Wintersemester 2021/22 bot die Kunstgeschichte des KIT gemeinsam mit der SGK eine Lehrveranstaltung zu „Grenzgänger: Wilhelm Trübner und seine Schüler*innen“ an, dem in den nächsten Jahren eine Ausstellung in der SGK gewidmet sein wird. Bereits zum wiederholten Mal fand im gleichen Semester mit dem Masterstudiengang Kulturvermittlung der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe ein gemeinsames Seminar statt. Studierende der Druckworkshop mit Grundschulklasse, Foto: Städtische Galerie Karlsruhe Ausstellungseröffnung „Hermann Landshoff. Porträt, Mode, Architektur. Fotografien 1930– 1970“, Foto: Uli Deck, Karlsruhe Kulturamt | 27 Hochschule für Gestaltung machten sich in der Lehrveranstaltung „Dritter Ort“ Gedanken zu Aufenthaltsqualität und Sitzgelegenheiten im Foyer des Lichthofs 10. In Kooperation mit der Hochschuldidaktischen Arbeitsstelle an der Technischen Universität Darmstadt konnte mit dem Anliegen der Zielgruppenerweiterung sehr erfolgreich eine Besucher*innenumfrage durchgeführt werden. Das Handlungsfeld 2„Kulturelle und gesellschaftliche Bildung“ des Kulturkonzeptes 2025, an dem sich die museumspädagogischen Angebote und die Vermittlungsarbeit der SGK orientieren, war 2021 also eine besondere Herausforderung. Neue Wege mussten insbesondere im Digitalen eingeschlagen werden, um dem Anspruch auf kulturelle Teilhabe gerecht zu werden. Besucher*innenzahlen 2021 Die SGK musste vom 1. Januar 2021 bis 12. März 2021, vom 22. März 2021 bis 29. März 2021 sowie vom 6. April 2021 bis zum 21. Mai 2021 pandemiebedingt komplett schließen. Die erste analoge Führung fand am 13. Juni 2021 statt. Der Museumsbetrieb war über den gesamten Zeitraum nur eingeschränkt möglich. Die Maßnahmen mit Maskenpflicht, Abstandseinhaltung, reduziertem Besuchereinlass sowie begrenzten Veranstaltungsgrößen trugen dazu bei, dass auf Publikumsseite Unsicherheiten bestanden. An der Kasse wurden Besucher*innen streng kontrolliert und Kontaktdaten mussten zur Nachverfolgung erfasst werden; auch sich stetig ändernde Corona-Verordnungen des Landes und kurzfristige Anpassungen haben zur Unsicherheit des Publikums und einem erhöhten Kommunikations- und Erklärungsbedarf beigetragen (3G, 2G, 2G-Plus). Das reguläre Vermittlungsprogramm mit Führungen und Workshops ist aufgrund der Pandemie bis heute stark eingeschränkt. Aufgrund dessen gab es für die SGK wie in 2020 im Vergleich zu den Vorjahren Einbußen bei den Besucher*innenzahlen. 28 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 Besucherzahlen Sonderausstellungen Tag der offenen Tür (coronabedingt ausgefallen) – Daniel Roth Stac Lee Ausstellung des Förderkreises 13. März bis 12. September 2021 4.016 Wilhelm Loth Figuration 1949 – 1989 13. März bis 12. September 2021 5.947 Ralf Gudat The black, the green and the white gold Kunstpreis der Werner-Stober-Stiftung 2020 13. März bis 24. Oktober 2021 6.763 Verborgene Spuren Jüdische Künstler*innen und Architekt*innen in Karlsruhe 1900 – 1950 6. Mai bis 12. September 2021 8.224 Peco Kawashima Encounters Hanna-Nagel-Preis 2020 13. Mai bis 24. Oktober 2021 6.324 Hermann Landshoff Portrait, Mode, Architektur Fotografien 1930 – 1970 23. Oktober 2021 bis 31. Dezember 2021 3.822 Elsa & Johanna The plural life of identity 18. November 2021 bis 31. Dezember 2021 2.031 KAMUNA 2021 coronabedingt verkürzte Öffnungszeiten, ohne Sonderaktionen und mit Einschränkungen beim Vorverkauf 484 Gesamtbesucherzahl:13.014 Besucherzahlen 201920202021 Dauerausstellung (ohne Sonderausstellungen) 12.5316.4196.826 Gesamtbesucherzahl 38.81211.98913.014 Führungen in der Städtischen Galerie Karlsruhe 201920202021 Öffentliche Führungen180114130 Gebuchte Führungen30431 Öffentliche Kinderkurse563433 Gebuchte Kinderkurse702317 Kulturamt | 29 Stadtarchiv & Historische Museen Die Abteilung Stadtarchiv & Historische Museen, zu der Stadtarchiv, Stadtmuseum, Pfinzgaumuseum und Erinnerungsstätte Ständehaus gehören, versteht sich als Kompetenzzentrum für die Karlsruher Stadtgeschichte. Die vier zugehörigen Einrichtungen ergänzen sich durch verschiedene Stärken und Funktionen. Im Zentrum der Arbeit stehen die Überlieferung, Bewahrung, Erforschung und Vermittlung der Stadtgeschichte in all ihren Facetten (Handlungsfelder 1 und 2 des Kulturkonzepts 2025 der Stadt Karlsruhe). Die vier Einrichtungen leisten damit einen wichtigen Beitrag zur Schaffung eines Geschichtsbewusstseins in der Stadtgesellschaft und eines historischen Verständnisses bei den Karlsruher Bürger*innen. Die Aktivitäten aller vier Einrichtungen wurden im Jahr 2021 weiterhin durch die Bedingungen der Corona-Pandemie geprägt. Die Ausstellungen der Historischen Museen und der Erinnerungsstätte wie auch der Lesesaal des Stadtarchivs mussten aufgrund der allgemeinen Lockdowns zeitweise geschlossen bleiben, und auch zu den Zeiten, zu denen geöffnet werden durfte, mussten strenge Vorgaben zum Infektionsschutz beachtet werden. Die im Jahr 2020 erarbeiteten, aufwändigen Schutz- und Hygienekonzepte kamen 2021 weiterhin zur Anwendung und wurden laufend an die wechselnden Regelungen der Corona-Verordnung angepasst. Zahlreiche Veranstaltungen und Führungen mussten entfallen, darunter auch besonders beliebte und üblicherweise besucherstarke Veranstaltungen wie die Museumsfeste oder die Archivführungen zum Tag des offenen Denkmals. Die Tätigkeiten in allen anderen Bereichen wurden intensiv und erfolgreich weitergeführt. Das Stadtarchiv war stark beansprucht durch das Eingehen zahlreicher schriftlicher Anfragen, die laufenden Digitalisierungsprojekte sowie viele Veranstaltungen im Bereich Erinnerungskultur. In Stadtmuseum und Pfinzgaumuseum wurde die intensive Arbeit an den aktuellen und bereits geplanten Ausstellungsprojekten fortgesetzt. Mehrere Ausstellungen, die eigentlich für das Jahr 2020 geplant waren, wurden auf das Berichtsjahr verschoben, wodurch die Zahl der gleichzeitig zu betreuenden Ausstellungen in diesem Jahr besonders hoch war. Sowohl das Stadtarchiv als auch die Historischen Museen erhielten vielfältige Anbietungen unterschiedlichster Personen wie Institutionen und konnten einige hochkarätige Sammlungszugänge verzeichnen. Besonders hervorzuheben sind hier die Neuzugänge an interessanten Objekten und Dokumenten von verschiedenen Karlsruher Traditionsunternehmen. Archiv und Museen setzten auch in diesem Jahr auf Online-Formate. Die Einrichtungen erweiterten ihre digitalen Angebote und verstärkten die Kommunikation über Social Media. Außerdem wurde im Jahr 2021 im Rahmen des geplanten Relaunchs des gesamtstädtischen Internet-Auftritts mit der Neukonzeption der Abteilungshomepage begonnen. Auch im Jahr 2021 mussten in Archiv und Museen diverse bauliche Maßnahmen fachlich begleitet und technische Schwierigkeiten bewältigt werden. Im Prinz-Max-Palais wurden die umfassenden Bauplanungen für das dringend sanierungsbedürftige Gebäude fortgesetzt, ebenso im Pfinzgaumuseum die im Vorjahr begonnenen Bauarbeiten im Rahmen des Brandschutzes. Im Stadtarchiv konnten der Ausbau des seit Jahren benötigten Anlieferungsraums sowie die Ertüchtigung eines externen Lagerraums als Depot für Verpackungsmaterial erfolgreich abgeschlossen werden. In der Fachausbildung engagierten sich Stadtarchiv & Historische Museen auch in diesem Berichtsjahr durch die Betreuung eines Fachangestellten für Medien- und Informationsdienste (FaMI) – Fachrichtung Archiv – sowie einer Volontärin. Außerdem absolvierten zwei FaMIs der Stadtbibliothek im Rahmen ihrer Ausbildung ein Praktikum im Stadtarchiv. Übergabe von historischen Unterlagen der Firma Carl Metz an das Stadtarchiv im November 2021, Foto: Georg Hertweck 30 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 Stadtarchiv Das Stadtarchiv war trotz der anhaltenden Belastung durch die Corona-Pandemie, die zahlreiche Einschränkungen bedingte und tiefgreifende Veränderungen in der Arbeitsorganisation erforderte, sehr aktiv im Bereich der archivischen Fachaufgaben. Im Arbeitsfeld Überlieferungsbildung erhielt das Stadtarchiv 2021 zahlreiche Anbietungen sowohl von interessantem nicht-amtlichem Material als auch im Pflichtbereich des Verwaltungsschriftguts. So konnte das Stadtarchiv seine Bestände durch umfangreiche Nachlässe und Sammlungen wichtiger Karlsruher Persönlichkeiten und Unternehmen ergänzen. Zu nennen sind hierbei etwa der Nachlass der langjährigen Karlsruher Stadträtin und Abgeordneten des Badischen Landtags, Kunigunde Fischer, sowie Unterlagen der Firma Carl Metz und des Nachfolgeunternehmens Rosenbauer, die für ihre Feuerwehrgerätetechnik bekannt sind. Die 2020 vom Stadtarchiv und von den Historischen Museen gegründete Corona-Sammlung wurde im Berichtsjahr weiter ausgebaut, wobei der Fokus 2021 auf der Dokumentation der allmählichen Rückkehr des gesellschaftlichen Lebens in Karlsruhe nach dem Lockdown im Jahr zuvor lag. Im Bereich der amtlichen Überlieferung übernahm das Stadtarchiv in einer einzigen Ablieferung über 80 Postkisten mit mehr als 1.000 Akten der Hauptregistratur. Im Zuge der Umstellung auf elektronische Aktenführung planen immer mehr städtische Ämter, ihre noch in Papierform entstandenen Altakten ersetzend zu scannen, um dann die Papierakten entsorgen zu können. Dadurch kommt es zunehmend zu äußerst umfangreichen Anbietungen an das Stadtarchiv; mitunter werden sogar komplette Altregistraturen mit mehreren Tausend Aktenheften auf einmal angeboten. Diese Entwicklung verstärkt den Handlungsdruck zur Schaffung neuer Lagerkapazitäten für die dauerhafte und fachgerechte Aufbewahrung von Archivgut. Die Magazinflächen des Stadtarchivs sind zu fast 90 Prozent ausgelastet, größere Ablieferungen können kaum mehr untergebracht werden. 2021 hat das Stadtarchiv daher Gespräche mit dem Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft zur Schaffung zusätzlicher, geeigneter Lagerflächen aufgenommen. Zur kurzfristigen Entlastung der Magazinkapazitäten wurde im August 2021 ein Depot für Verpackungsmaterial im Waldstadtzentrum fertiggestellt, das Platz für über 7.000 Archivkartons bietet. Im Stadtarchiv selbst wird Verpackungsmaterial nur noch für den täglichen Bedarf vorgehalten. Eine weitere wichtige bauliche Maßnahme, die im Berichtsjahr abgeschlossen wurde, war die Einrichtung eines Anlieferungsraumes im Erdgeschoss des Stadtarchivs, in dem bis zu 38 laufende Meter Akten zwischengelagert werden können. Im Anlieferungsraum wird an das Stadtarchiv abgegebenes Schriftgut vor der Einlagerung in die Magazine fünf Tage lang bei -20 °C eingefroren, um zu verhindern, dass eventuell mit Schädlingen belastete Unterlagen in die Magazine gelangen. Insbesondere dient dies dem Schutz vor dem sich seit einigen Jahren stark verbreitenden Papierfischchen, einem Schädling, der in Archiven und Bibliotheken erhebliche Zerstörungen anrichten kann. Gerade im Hinblick auf die bereits erwähnten, zunehmend umfangreicheren Anbietungen von ersetzend gescannten Altakten durch die städtischen Ämter ist die Einrichtung des Anlieferungsraumes eine sehr wichtige Maßnahme. Die Digitalisierung der Altakten ist eng mit den Anstrengungen zur Einführung der elektronischen Akte in der Stadtverwaltung verbunden. Auch an diesem Prozess ist das Stadtarchiv beteiligt, indem es seine Fachkenntnisse in der Schriftgutverwaltung etwa bei der Erarbeitung der Dienstanweisung Dokumentenmanagement einbringt. Darüber hinaus begleitet das Stadtarchiv das Personalamt weiterhin bei der Einführung der elektronischen Personalakte und schafft auch damit die Voraussetzungen für die Abgabe und Übernahme digitaler Akten an das Stadtarchiv. Auch in der Nutzung von Archivgut spielen digitale Prozesse und Angebote eine zunehmend wichtige Rolle. Eine der Voraussetzungen für den digitalen Zugriff auf die Archivalien des Stadtarchivs ist die Fortführung der großen Digitalisierungsprojekte. Im Berichtsjahr konnte das Stadtarchiv die Gesamtzahl der Digitalisate um rund 1,4 Millionen steigern, damit lag die Anzahl der neu angefertigten Einzeldigitalisate noch einmal um gut 400.000 höher als im Vorjahr. Möglich war dies auch durch die wiederholt erfolgreiche Drittmitteleinwerbung, durch die Fördergelder fast im sechsstelligen Bereich eingeworben werden konnten. Dies erlaubte zum Beispiel allein aus dem stadtgeschichtlich wichtigen Bestand der Hauptregistratur 60 lfm Akten zu digitalisieren. Übergabe des Nachlasses von Kunigunde Fischer im Stadtarchiv, Foto: Stadt Karlsruhe/PIA Startpunkt der geführten Fahrradtour durch das „LitfassMuseum“ im August 2021, Foto: Christine Gustai/pixelgrün Depot für Verpackungsmaterial im Waldstadtzentrum, Foto: Eric Wychlacz Aktenwägen im Anlieferungsraum des Stadtarchivs, Foto: Eric Wychlacz Kulturamt | 31 Digitalisierungsstatistik 2004-2021 – Gesamtzahl der Digitalisate Die am stärksten von den Auswirkungen der Pandemie betroffenen Bereiche waren auch im Berichtsjahr die Nutzung und die Vermittlung. Der Lesesaalbetrieb konnte weiterhin nur mit einer Reduzierung der Arbeitsplätze für die Nutzer*innen und mit vorheriger Terminbuchung aufrechterhalten werden. Die Anzahl der schriftlichen Anfragen stieg 2021 mit rund 2.300 Recherche- und Bildanfragen gegenüber dem Vorjahr nochmals an. Auf besondere Veranstaltungen in Präsenz wie Vorträge oder die beliebten Archivführungen zum Tag des offenen Denkmals wurde weitgehend verzichtet. Das Stadtarchiv konnte trotz der Einschränkungen seine Zusammenarbeit mit verschiedenen Karlsruher Hochschulen verstärken, indem es Kooperationen im Rahmen von Lehrveranstaltungen anbot. Bei diesem Format können Seminargruppen in das Stadtarchiv kommen, die Studierenden erhalten eine Einführung in die Recherche, Unterstützung bei der Quellensuche für ihre Seminarthemen und eine Anzahl an kostenlosen Reproduktionen. Im Berichtsjahr wurden zum Beispiel Seminargruppen des KIT und der Pädagogischen Hochschule betreut. Stark gefordert war das Stadtarchiv im Bereich der Erinnerungskultur. Zwar musste die übliche Präsenzveranstaltung zum Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus am 27. Januar aufgrund der Pandemie abgesagt werden, jedoch erarbeitete das Stadtarchiv mit technischer Unterstützung des Liegenschaftsamtes stattdessen einen interaktiven Stadtplan, der es ermöglicht, die „Erinnerungsorte für die Opfer des Nationalsozialismus“ im Karlsruher Stadtgebiet online zu erkunden. Die vielbenutzte Online-Datenbank des Gedenkbuchs für die Karlsruher Jüdinnen und Juden musste im Berichtsjahr technisch komplett neu aufgesetzt werden und wurde auch im Design überarbeitet. Darüber hinaus wurden drei neue Beiträge erstellt. Das Stadtarchiv überprüfte im Auftrag des Gemeinderats die Authentizität der Gestapozellen im sogenannten „Braunen Haus“ in der Ritterstraße und fertigte einen ausführlichen Bericht mit historischer Einordnung sowie Fotodokumentation an. Auch wurde im Jahr 2021 die kommentierende Stele für das Mühlburger Kriegerdenkmal gestaltet und aufgestellt, jedoch musste die offizielle „Enthüllung“ auf 2022 verschoben werden. Darüber hinaus war das Stadtarchiv vorbereitend und unterstützend in eine Reihe von Gedenkveranstaltungen und Projekte einbezogen, so zum Beispiel bei den Veranstaltungen zum 80. Jahrestag der Deportation der Sinti und Roma, zum 50. Jubiläum der Synagoge in der Knielinger Allee, zum 80. Jahrestag der Deportation der badischen und saarpfälzischen Jüdinnen und Juden oder im Rahmen einer Stolpersteinverlegung. Da das Foyer des Stadtarchivs aufgrund der Corona-Maßnahmen weiterhin nicht frei zugänglich war, wurden keine neuen Präsentationen erarbeitet, außer der jährlich stattfindenden Fotoausstellung mit Werken des BNN-Fotografen Horst Schlesiger. Diese kann auch digital angesehen werden. Studierende des KIT-Seminars „Jugendstil in Karlsruhe“ im Lesesaal des Stadtarchivs, Foto: Monika Müller-Gmelin Flur des Kellertraktes im „Braunen Haus“ (Ritterstraße 28 – 30), in dem 1944 von der dort sitzenden Gestapoabteilung Räume als Zellen benutzt wurden. Foto: Jürgen Schuhladen-Krämer 32 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 Ausstellungen des Stadtarchivs „Vor 50 Jahren ... Mit Horst Schlesiger durch das Jahr 1971“. Fotoausstellung im Foyer des Stadtarchivs Karlsruhe vom 16. März bis 16. September 2021. Die Ausstellung ist weiterhin als digitale Ausstellung verfügbar: www.karlsruhe.de/b1/stadtgeschichte/bestaende/ausstellungen-digital Darüber hinaus entstand als Gemeinschaftsprojekt zusammen mit dem Stadtmuseum die unten vorgestellte große Fotoausstellung „Karlsruhe im Fokus“. Auch an der Erarbeitung der ebenfalls im Stadtmuseum gezeigten Sonderausstellung „Gurs 1940“ war das Stadtarchiv intensiv beteiligt. Publikationen des Stadtarchivs Im Berichtsjahr erschien in der Reihe Veröffentlichungen des Stadtarchivs eine umfangreiche Publikation, in der der Architekt und ehemalige Leiter des Stadtplanungsamtes der Stadt Karlsruhe, Harald Ringler, kenntnisreich eine Gesamtschau der Karlsruher Stadtentwicklung von der Stadtgründung im Jahr 1715 bis ins Jahr 2000 präsentiert. Harald Ringler: Stadtbaugeschichte Karlsruhe 1715 – 2000, Ubstadt-Weiher und andere 2021 (= Veröffentlichungen des Karlsruher Stadtarchivs Band 36). Erinnerungsstätte Ständehaus Das zweite Pandemiejahr brachte für die Erinnerungsstätte Ständehaus erneut starke Einschränkungen. Die Erinnerungsstätte musste pandemiebedingt zeitweise geschlossen bleiben, Veranstaltungen fanden keine statt. Auch in den Zeiträumen, in denen die Erinnerungsstätte geöffnet war, kamen deutlich weniger Besucher*innen als üblicherweise, insgesamt geschätzt 475 Personen. Stadtmuseum Auch im Jahr 2021 führte die Corona-Pandemie zu erheblichen Einschränkungen für den laufenden Betrieb und das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm im Stadtmuseum, das während zweier Lockdowns im Berichtsjahr in den Monaten Januar und Februar sowie vom 5. April bis 21. Mai geschlossen bleiben musste. Für das Veranstaltungsprogramm ergaben sich ebenfalls Ausfälle und Einschränkungen aufgrund der Schließzeiten und der während der Öffnungszeiten geltenden Corona-Hygienevorgaben. Als Schutzmaßnahme wurde von Seiten des Museums auf das Abhalten einiger erfahrungsgemäß sehr besucherstarker Veranstaltungen verzichtet, wie etwa das jährlich stattfindende Hausfest des Prinz- Max-Palais. Während des Berichtjahrs waren insgesamt vier Sonderausstellungen auf den Ausstellungsflächen im 1. und 2. OG des Prinz-Max-Palais sowie eine weitere Präsentation in Oberreut zu sehen. Die Sonderausstellung „Charleston und Gleichschritt. Karlsruhe in der Weimarer Republik“, die am 28. April 2020 eröffnet worden war, wurde bis zum 18. April 2021 verlängert, war aber aufgrund der Lockdowns 2021 nur noch an wenigen Tagen besuchbar. Die Präsentation befasste sich mit den von Aufbrüchen und Krisen geprägten Jahren zwischen 1918 und 1933, die zu den spannendsten und spannungsreichsten Zeiträumen der Stadtgeschichte gehören. Über die Gesamtlaufzeit konnte sie 2.399 Besucher*innen verzeichnen. Am 8. April 2021 wurde die aus dem Vorjahr verschobene Sonderausstellung „Gurs 1940. Die Deportation und Ermordung südwestdeutscher Jüdinnen und Juden“ per Livestream eröffnet. Aufgrund des Lockdowns war die Präsentation im 2. OG des Prinz-Max-Palais jedoch erst ab 22. Mai für das Publikum geöffnet. Die von der Gedenk- und Bildungsstätte Haus der Wannsee- Konferenz als Wanderausstellung konzipierte Schau wurde von Mitarbeitenden des Stadtmuseums und des Stadtarchivs durch umfangreiche lokale Ergänzungen zum jüdischen Leben in Karlsruhe, zu Karlsruher Jüdinnen und Juden im Lager Gurs sowie zur Erinnerung an die Deportation nach Gurs erweitert. Besonders eindrucksvoll war der Raum mit den Namen und Fotos der über 950 nach Gurs deportierten Karlsruher Jüdinnen und Juden. Weiterhin wurde die Ausstellung durch Bilder von Schüler*innen der Katholischen Fachschule für Sozialpädagogik Agneshaus Karlsruhe ergänzt, die während ihrer Auseinandersetzung mit den Berichten Paul Niedermanns über seine Blick in die Sonderausstellung „Charleston und Gleichschritt“ im Stadtmuseum, Foto: Christine Gustai/pixelgrün Namen und Fotos deportierter Karlsruher Jüdinnen und Juden in der Ausstellung „Gurs 1940“, Foto: Stadtmuseum Kulturamt | 33 Deportation und das Leben im Lager Gurs entstanden sind. Bis zum Ende der Laufzeit am 31. Oktober konnten 1.129 Besucher*innen gezählt werden. Die ebenfalls bereits für das Vorjahr geplante Sonderausstellung „Alle nach Oberreut!“ wurde am 4. Mai im Rahmen der Europäischen Kulturtage eröffnet und war wegen des Lockdowns zunächst nur online zu sehen. Am Ausstellungsort, dem Ökumenischen Gemeindezentrum Oberreut, konnte sie schließlich vom 26. Mai bis 1. Juli besucht werden. Im Zentrum der Präsentation stand die Diversität in diesem auf dem Reißbrett entworfenen Stadtteil. In Interviews kamen Bewohner*innen Oberreuts zu Wort, die Einblicke in ihre unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründe gaben. Insgesamt haben 70 Personen diese Ausstellung in Oberreut besucht. Die vom Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Baden-Württemberg entwickelte Wanderausstellung „Mari Parmissi. Unsere Geschichte“ war vom 22. Mai bis zum 8. August im Stadtmuseum zu sehen. Die Schau gab Einblicke in die Geschichte der Sinti und Roma, die Entstehung und Ausbreitung des gesellschaftlichen Antiziganismus sowie die Entwicklung des biologistisch-rassistischen Antiziganismus in der NS-Zeit. Begleitend zur Ausstellung wurde – in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft für bedrohte Völker, Regionalgruppe Karlsruhe – ein umfangreiches Begleitprogramm vorbereitet, das zum Teil jedoch coronabedingt ausfallen musste. Die Präsentation wurde von insgesamt 551 Personen besucht. Ab dem 13. November zeigte das Stadtmuseum die Sonderausstellung „Karlsruhe im Fokus. Fotografische Impressionen aus den 1970er- bis 1990er-Jahren von Adelheid Heine-Stillmark, Walter Schnebele und Dietmar Hamel“, die in enger Zusammenarbeit mit dem Stadtarchiv entstand. Präsentiert werden aus den Beständen des Stadtarchivs Karlsruhe stammende Fotografien, die unterschiedliche Blickwinkel auf Gebäude, Ereignisse und das Leben in der Fächerstadt eröffnen. Durch die Linse der drei Fotografierenden reisen die Besucher*innen zurück in die Vergangenheit und erhalten spannende Einblicke in drei Jahrzehnte lebendiger Stadtgeschichte. Dabei ist hervorzuheben, dass es sich bei der Materialgrundlage für die Ausstellung um bisher wenig bis gar nicht bearbeitete Fotografennachlässe handelte. Daher war für das Team aus Stadtmuseum und Stadtarchiv der Arbeitsaufwand für Recherche, Konzeption und Fotodigitalisierung bei diesem Projekt besonders hoch. Die Schau wird bis 28. August 2022 im Prinz-Max-Palais zu sehen sein. Begleitend zu der Ausstellung wurde ein Rahmenprogramm mit Führungen angeboten. Weitere Veranstaltungen wie Vorträge und Workshops mussten coronabedingt abgesagt werden oder wurden bereits in der Planungsphase aufgegeben beziehungsweise verschoben. Bis zum Ende des Berichtsjahres haben 340 Personen die Ausstellung besucht. 2021 beteiligte sich das Stadtmuseum mit diversen Themenführungen an Veranstaltungen wie der Karlsruher Museumsnacht (KAMUNA), die am 7. August mit coronabedingt reduzierter Besucherzahl in diesem Jahr wieder stattfinden konnte, sowie dem Tag des offenen Denkmals am 12. September. Um während des Lockdowns mit den Besucher*innen in Kontakt zu bleiben, erweiterte und intensivierte das Museumsteam seine digitalen Angebote. So entstanden zur Sonderausstellung „Gurs 1940“ ein Online-Rundgang sowie Filme zu Themen und Inhalten der Ausstellung. Parallel wurde das Angebot „STADTGESCHICHTE TO GO!“ entwickelt – ein Stadtrundgang mit Stadtplan, der dazu einladen soll, das Thema dieser Ausstellung außerhalb des Museums im Rahmen eines individuellen Spaziergangs durch die Innenstadt zu vertiefen. Aufgrund der Schließzeiten, der Absage von Veranstaltungen, der Begrenzung von Teilnehmerzahlen bei Veranstaltungen sowie der Einschränkungen durch das Corona- Hygienekonzept lag im Berichtsjahr die Gesamtbesucherzahl mit 2.136 Personen nochmals niedriger als im Vorjahr (2020: 3.388). Es musste festgestellt werden, dass insbesondere bei den Wiederöffnungen nach den beiden Lockdowns der Besucherzuspruch zunächst sehr verhalten war. Der Sammlungsbestand hatte im Berichtsjahr zahlreiche Neuzugänge zu verzeichnen. Dabei gelang es, die bestehende Sammlung thematisch und zeitlich zu erweitern. Als besondere Zugänge sind hier eine umfangreiche private Schenkung an Objekten der Staatlichen Majolika Manufaktur Karlsruhe und der Bestand des Firmenmuseums eines ehemaligen Karlsruher Süßwarenherstellers zu erwähnen. Blick in die Ausstellung „Gurs 1940“ im Stadtmuseum, Foto: Stadtmuseum Plakat zur Ausstellung „Alle nach Oberreut!“ im Ökumenischen Gemeindezentrum Oberreut Blick in die Ausstellung „Mari Parmissi“ im Stadtmuseum, Foto: Stadtmuseum Blick in die Sonderausstellung „Karlsruhe im Fokus“ im Stadtmuseum, Foto: Monika Müller-Gmelin 34 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 Renovierung Prinz-Max-Palais Das vom Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft beauftragte Architekturbüro SPACE4 führte seine detaillierten Planungen für die Sanierung des Prinz-Max-Palais fort. Das Stadtmuseum war ebenso wie die weiteren das Haus nutzenden Einrichtungen in die Planungsschritte eingebunden. Auch im Berichtsjahr zeigte sich der dringende Sanierungsbedarf des Hauses besonders auch an den wiederholten Ausfällen und aufwändigen Reparaturen der Klimaanlage. Die Unzuverlässigkeit dieser Anlage macht das Ausstellen klimaempfindlicher Exponate oder Leihgaben im Prinz-Max-Palais bis auf Weiteres unmöglich. Pfinzgaumuseum Auch im Pfinzgaumuseum führte die Corona-Pandemie im Berichtsjahr zu Einschränkungen für den laufenden Betrieb und das Ausstellungs- und Veranstaltungsprogramm. Bedingt durch den Lockdown blieb das Museum im Berichtsjahr in den Monaten Januar und Februar sowie vom 7. April bis 19. Mai geschlossen. Für das Veranstaltungsprogramm ergaben sich ebenfalls Ausfälle und Einschränkungen aufgrund der Schließzeiten und der Corona-Hygienevorgaben für die Öffnungsphasen des Museums. Auch im Pfinzgaumuseum wurde aus Gründen des Infektionsschutzes vorsorglich auf das Abhalten erfahrungsgemäß sehr besucherstarker Veranstaltungen verzichtet, zu nennen sind hier insbesondere der beliebte Kindertag und die Modelleisenbahn-Vorführung an den Adventswochenenden. All dies sowie die Corona-Auflagen für einen Museumsbesuch hatte einen erneuten Rückgang der Besucherzahlen zur Folge: Das Pfinzgaumuseum konnte im Berichtsjahr insgesamt 1.420 Besucher*innen (Vorjahr 2.412) in der Dauerausstellung, den beiden Sonderausstellungen sowie bei Veranstaltungen und Führungen verbuchen. Im Berichtsjahr wurden im Pfinzgaumuseum zwei Sonderausstellungen gezeigt. Die bereits 2020 eröffnete Präsentation „Durlacher Augenblicke. Fotografien von Günter Heiberger aus den 1980er- und 1990er-Jahren“ wurde aufgrund der langen Schließzeiten bis zum 27. Juni 2021 verlängert. Die Ausstellung präsentierte Ausschnitte aus dem vielfältigen und umfangreichen fotografischen Werk Günter Heibergers, das dieser im Frühjahr 2020 dem Stadtarchiv Karlsruhe geschenkt hatte. Im Berichtsjahr konnte die Schau 111 Besucher*innen verzeichnen, so dass sich für die gesamte Laufzeit eine Besucherzahl von 290 Personen ergibt. Am 15. Juli wurde die Sonderausstellung „Wasser marsch! 175 Jahre Freiwillige Feuerwehr Durlach“ eröffnet, die wesentliche Entwicklungen und Ereignisse in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Durlach von 1846 bis zur Gegenwart präsentiert. Die Ausstellung erfuhr große Unterstützung durch die Freiwillige Feuerwehr Durlach, die nicht nur zahlreiche Leihgaben zur Verfügung stellte, sondern sich auch in das Begleitprogramm einbrachte. Für letzteres konnte zudem die Stadtteilbibliothek Durlach gewonnen werden. Bis zum Jahresende konnten 666 Besucher*innen in der Ausstellung gezählt werden. Aufgrund der Fortsetzung der Baumaßnahmen zur Verbesserung des Brandschutzes in der Karlsburg musste ein Teil der Dauerausstellung das gesamte Jahr über geschlossen bleiben. Für das Museumspersonal waren die Maßnahmen mit erheblichem Mehraufwand verbunden, da die Planung und Umsetzung der Bauarbeiten fachlich begleitet werden mussten. Im Berichtsjahr beteiligte sich das Museum mit diversen Themenführungen an Veranstaltungen wie der Karlsruher Museumsnacht (KAMUNA) und dem Tag des offenen Denkmals am 12. September. Darüber hinaus wurden Themenführungen durch die Dauerausstellung angeboten, und am 9. Juli veranstaltete das Pfinzgaumuseum gemeinsam mit dem Forstamt und dem Schwarzwaldverein eine unter dem Motto „Natur & Kultur: Boden – Bäume – Bauten“ stehende Wanderung. Erfreulich war die Entwicklung des Sammlungsbestandes, der 2021 zahlreiche Neuzugänge verzeichnen konnte. Darunter ist als wertvollstes Exponat eine Dentaleinheit der ehemaligen Durlacher Firma Ritter zu nennen. Blick in die Ausstellung „Durlacher Augenblicke“ im Pfinzgaumuseum, Foto: Christine Gustai/pixelgrün Spritzenwagen der Freiwilligen Feuerwehr Durlach in der Ausstellung „Wasser marsch!“ im Pfinzgaumuseum, Foto: Sabine Steffler Kulturamt | 35 Statistische Zahlen Stadtarchiv & Historische Museen StadtarchivStadtmuseumPfinzgaumuseumErinnerungsstätteGesamtGesamt 2020202120202021202020212020202120202021 Ausstellungen2225220069 Besucher*innen Archivnutzer*innen, Besucher*innen Dauer- und Wechselausstellungen 4573183.3882.1362.4121.420727474 6.9844.348 Ausgehobene Archivalien 7941.0057941.005 Anfragen gesamt2.0502.3072.0502.307 davon Reden, Grußworte, Stellungnahmen 32343234 davon Foto- und Veröffentlichungsanfragen 390459390459 Zugriffe auf digitale Angebote 1. Beständerecherche www.findbuch.net 78.94447.576 78.94447.576 2. 2019: Seitenansichten/ 2020: Besucher*innen stadtgeschichte 55.39273.960 55.39273.960 3. 2019: Seitenansichten/ 2020: Besucher*innen stadtlexikon.karlsruhe.de 53.68161.155 53.68161.155 Restaurierte Archivalien/ Objekte 26.8812.919104426.8862.923 Digitalisierte Archivalien996.4881.364.443996.4881.364.443 Neuzugänge durch Ablieferungen städtischer Ämter (Laufmeter/Stück/Dateien) 28,35 / 966 / 34.469 14 / 1.057 / 2.441 28,35 / 966 / 34.469 14 / 1.057 / 2.441 Neuzugänge durch Schenkungen (Laufmeter/Stück/ Dateien) 14,1 / 628 / 46 32,2 / 637 / 9.054 0 / 158 / 0 0 / 782 / 0 0 / 49 / 0 0 / 63 / 0 14,1 / 835 / 46 32,2 / 1.482 / 9.054 Neuzugänge durch Ankauf (Laufmeter/Stück/Dateien) 0 / 65 / 00 / 176 / 227 0 / 30 / 0 0 / 3 / 00 / 0 / 00 / 2 / 00 / 95 / 00 / 172 / 227 Erschlossene Archivalien/ Objekte 25.70313.463164461124925.97913.558 Publikationen51000051 36 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 Stadtbibliothek Die beschriebenen Aktivitäten und Services der Stadtbibliothek gelten sowohl für die beiden Zentralen mit der Hauptbibliothek und der Kinder- und Jugendbibliothek, als auch für alle Stadtteilbibliotheken und den Medienbus. Das Jahr 2021 war in den Bibliotheken von stark wechselhaften Zugangsregelungen gemäß der verschiedenen Corona-Verordnungen des Landes Baden-Württemberg gekennzeichnet: „ 1. Januar bis 10. März 2021 Kompletter Lockdown mit Schließung aller Bibliotheken „ 11. März bis 31. Mai 2021 „Click & Meet“ mit begrenzt zulässiger Personenzahl „ 1. Juni bis 15. August 2021 Öffnung ohne Auflagen bezüglich Personenzahl oder ähnliches „ 16. August bis 21. Oktober 2021 Zugang für Bürger*innen nur mit 3G-Regel, kostenlose Schnelltests „ 22. Oktober bis 16. November 2021 Zugang mit 3G-Regel, Schnelltests jetzt kostenpflichtig „ 17. November bis 5. Dezember 2021 Zugang mit 2G-Regel, erneut kostenlose Schnelltests „ 6. bis 31. Dezember 2021 Zugang mit 2G+, kostenlose Schnelltests Nach dem großen Lockdown in den ersten Monaten des Jahres 2021 konnte die Stadtbibliothek mit allen ihren Einrichtungen gemäß der Landesverordnung nach und nach erneut unter Auflagen geöffnet werden. An den Eingängen der Bibliotheken wurde jeder Besucher / jede Besucherin ordnungsgemäß kontrolliert; zur Nachverfolgung möglicher Infektionsketten mussten alle Kontaktdaten aufwendig erfasst werden. Das ganze Jahr stand unter strengen Sicherheitsauflagen. Zahlreiche Änderungen der Landesverordnung wurden im Laufe des Jahres äußerst kurzfristig und über Nacht erlassen, so dass die neuen Anweisungen in den Bibliotheken meist unter extremem Zeitdruck umzusetzen waren. Gegenüber den Besuchswilligen mussten die Regeln an den Türen der Bibliothek täglich Dutzende Male erklärt werden, zumal viele Menschen überhaupt erst durch ihren Bibliotheksbesuch von den neuen Auflagen erfuhren. Der Kommunikationsaufwand war das ganze Jahr über sehr hoch. Da die sich ändernden Auflagen in der Regel Verschärfungen mit sich brachten, mussten die Mitarbeitenden teilweise als Blitzableiter für die Beschlüsse der Landesregierung herhalten. Dennoch war überwiegend eine große Dankbarkeit der Bürger*innen für die offene Stadtbibliothek zu erkennen. Das ständige Bemühen um Kundenfreundlichkeit bei schwierigen Rahmenbedingungen wurde von vielen anerkannt. Immer wieder erhielten die Mitarbeiter*innen mündlich oder per E-Mail explizit positive und lobende Rückmeldungen mit der Aussage, dass die Anstrengungen des Bibliothekspersonals, im Rahmen der Verordnungen den optimalen Zugang zur Bibliothek sicherzustellen und die bestmöglichen Angebote zu erbringen, sehr bewusst wahrgenommen wurden. Dennoch haben die unterschiedlichen Regelungen, dazu die Angespanntheit vieler Bürger*innen, auch im zweiten Jahr der Pandemie allen viel abverlangt. An den Eingängen zu den Bibliotheken kam es im Rahmen der Kontrollpflicht immer wieder zu Spannungen, aufgeladenen Emotionen und der Konfrontation mit Verschwörungstheorien. Mehrere Male waren die Mitarbeitenden der Bibliothek starken verbalen Attacken ausgesetzt. In diese Spannung hinein sah sich die Stadtbibliothek umso mehr in der Pflicht, gesicherte Informationen und Literatur zur Verfügung zu stellen sowie Medien- und Informationskompetenz zu fördern. In der Begegnung mit realen Menschen während der Pandemie bestätigte sich die Überzeugung, dass fundierte Medienkompetenz als Grundbildung für alle Bevölkerungsgruppen unerlässlich ist, um mit der Komplexität der heutigen Zeit zurecht zu kommen. Die Stadtbibliothek sieht hier einen deutlichen Bildungsauftrag. So wurde 2021 die tägliche Vermittlungs- und Informationsarbeit für analoge Besucher*innen ebenso wie digitale Nutzer*innen weiter ausgebaut. Neben viel persönlicher Auskunft und individueller Information wurden grundlegende Informationen auch ins Netz gestellt. Ein Team der Stadtbibliothek erarbeitete mehrere Erklärvideos in verschiedenen Sprachen, die als Basisinformation auf dem YouTube-Kanal der Stadt von allen Interessierten abgerufen werden können. Begegnung mit Masken, Foto: Helena Kierst Strenge Kontrolle am Eingang, Foto: Monika Müller-Gmelin Beratung einer Leserin, Foto: Andrea Krieg Beim Recherchieren, Foto: Monika Müller-Gmelin Kulturamt | 37 Fazit: trotz der wechselhaften Corona-Situation sowie der Unmöglichkeit, längerfristig zu planen, wurden alle Aktivitäten der Stadtbibliothek darauf ausgerichtet, für die Menschen in Karlsruhe fl exibel da zu sein. Kinder, Schüler*innen und Erwachsene aus allen Schichten der Stadtgesellschaft standen im Mittelpunkt der Bemühungen. Für sie wurde der Zugang zu Wissen, Kompetenzerwerb und Fantasie mit allen Instrumenten einer öffentlichen Allgemeinbibliothek aufrechterhalten – durch vielfältige digitale und analoge Medien, durch Social Media ebenso wie durch individuelle Beratung vor Ort, am Telefon und per E-Mail. Digitales Bücherregal, Foto: Monika Müller-Gmelin Viel Lob der Bürgerinnen und Bürger, Foto: Andrea Krieg 38 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 Tätigkeitsbericht in Zahlen 1. Jahresöffnungsstunden Im Jahr 2021 waren durch die Corona-Verordnungen noch mehr Schließungszeiten vorgegeben als im bereits stark reduzierten Jahr 2020. Infolge der Vorgaben, die Bibliotheken für Bürger*innen über viele Wochen geschlossen zu halten, musste im Berichtsjahr eine Reduzierung der Öffnungsstunden um 20% zu den sonst üblichen Jahresöffnungszeiten hingenommen und organisiert werden. Wie die untenstehende Tabelle zeigt, waren es im letzten Jahr 1.969 Öffnungsstunden weniger als im Jahr 2019, was einer Einschränkung von 20,8% entspricht. Das heißt, in 2021 musste durchschnittlich jede fünfte reguläre Publikumsstunde geschlossen bleiben. 202120202019 Jahresöffnungsstunden7.5188.4929.481 2. Entleihungen 2.1. Gesamtnutzung aller Medien Die Gesamtausleihe umfasst Entleihungen aller Medien, das heißt der digitalen Medien und der Printmedien (Belletristik, Sachliteratur, Zeitschriften, Kinder- und Jugendbücher) sowie alle DVDs und BluRays, Konsolenspiele, Brettspiele, Hörbücher, Musik-CDs. Ausleihe202120202019 Medien1.261.5601.615.6771.712.788 Im zweiten Jahr der Einschränkungen und Besuchsverbote ging die Gesamtzahl der Entleihungen um 22% zurück, was in etwa den verminderten Öffnungszeiten entspricht. Mit einem Rückgang um 35% gegenüber dem Vorjahr zeigte sich die Nachfrage nach DVDs, Musik-CDs und BluRays (Non-Books) weiter nachlassend. Hier setzt sich der Trend fort, wonach Film- und Musikliebhaber*innen sich mehr und mehr über Streamingdienste sowohl der Stadtbibliothek als auch von kommerziellen Anbietern versorgen. Ausleihe202120202019 Non-Books241.648373.411440.570 2.2. Nachfrage nach Kinder- und Jugendbüchern Entsprechend der verminderten Öffnungszeiten gingen auch die Entleihungen an Kinderbüchern im Vergleich zu den sehr starken Vorjahren um 18% zurück. Ausleihe202120202019 Kinder-/Jugend-Literatur355.478430.327440.370 3. Medienbestand Mit dem vorhandenen Medienetat konnten die Lektor*innen der Stadtbibliothek im Berichtsjahr 33.761 Medien (2020: 37.981 Medien) neu kaufen und den Bürger*innen zur sofortigen Ausleihe zur Verfügung stellen. Parallel dazu wurden aufgrund von Verschleiß und inhaltlicher Veralterung circa 35.000 Bücher und Medien abgeschrieben. Das Gesamtangebot (ohne Digitalbestand) umfasste zum Ende des Jahres 331.746 (2020: 333.199) Medieneinheiten, so dass die Erneuerungsquote ähnlich wie in den Vorjahren bei 10 Prozent lag. Die Nachfrage der Nutzer*innen bezieht sich erfahrungsgemäß überproportional stark auf Neuerscheinungen und Trends; diese konnte gut bedient werden. Wie bereits im Vorjahr musste das Angebot an E-Books und digitalen Medien weiter aufgestockt werden, auch weil in der Zeit des strengen Lockdowns nur digitales Lesen bzw. Entleihen möglich war. Der Kulturamt | 39 digitale Ausleihbestand (E-Lending) belief sich auf insgesamt 59.532 Einheiten und Lizenzen, was einen deutlichen Zuwachs gegenüber 2020 (= 38.573 E-Books, E-Papers, E-Audios und Datenbanken) darstellt. Neben dem überwiegend in deutscher Sprache gehaltenen Bestand an Literatur und Sachmedien findet sich kontinuierlich ein Anteil von etwa 15 Prozent des Gesamtangebots in anderen Sprachen. Hierbei handelt es sich um neue Literatur, Bestseller und Sachliteratur in Englisch, Französisch, Arabisch, Spanisch, Russisch, Italienisch und weiteren Sprachen. Diese Medien werden zum größten Teil in der Internationalen Abteilung der Zentralbibliothek sowie in der Amerikanischen Bibliothek bereitgestellt. 4. Besuche und aktive Bibliotheksausweise, Dritter Ort 202120202019 Besuche insgesamt280.353381.096582.215 Bedingt durch die hohe Anzahl an Schließtagen sowie die unterschiedlichen Auflagen und Zugangskontrollen wurden in den acht Bibliotheken und dem Medienbus signifikant weniger Besuche gezählt als in den Vor-Coronajahren (-52%). Auch im Vergleich zum ersten Coronajahr 2020 nahm der Rückgang um minus 27% nochmals deutlich zu. Gleichwohl wurde festgestellt, dass die Menschen bei ihren einzelnen Bibliotheksbesuchen größere Mengen an Medien ausliehen und mit nach Hause nahmen als sonst üblich. Die Befürchtung erneuter Schließungen löste eine gewisse „Vorratshaltung“ aus. 202120202019 Aktive Ausweise21.95926.11028.971 Neuanmeldungen3.113 3.537 5.649 Innerhalb der Jahresstatistik 2021 zeigt sich eine fast schon als positiv zu bewertende Zahl im Bereich der aktiven Ausweisnutzung: Diese ging im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 16% zurück (Rückgang im Vergleich zu 2019 = 24%). Die Stadtbibliothek interpretiert das Ergebnis so, dass die Mehrzahl der bisherigen Leser*innen und Nutzer*innen trotz aller Einschränkungen der Bibliothek die Treue halten und das nichtkommerzielle Angebot nachhaltig zu schätzen wissen. Die Entwicklung der Neuanmeldungen (Personen, die zum ersten Mal einen Bibliotheksausweis erworben haben) zeigt sich ebenfalls leicht positiv: Im Vergleich zu 2020 ist lediglich ein Rückgang von 12% festzustellen, im Vergleich zu Vor- Coronazeiten beträgt das Defizit allerdings 45%. Dritter Ort In normalen Zeiten ist und war die Bibliothek deutlich mehr als ein Angebot mit gut gefüllten Bücherregalen. Die Bibliothek war hoch frequentierter Ort des Zusammenkommens von Menschen, sie war Lernort und Aufenthaltsraum. Neben der Wohnung und der Arbeitsstätte war sie Dritter Ort für sehr viele Menschen in Karlsruhe. Schüler*innen, Studierende, Menschen, die dazulernen und sich fortbilden wollten, kamen hier zusammen. Etliche Nutzer*innen suchten Inspiration ohne Medienausleihe und ohne kommerziellen Druck. Für viele war die Bibliothek im Wortsinn öffentlich und wichtig, um sich vielfältig zu informieren. Etliche Bürger*innen kamen mehrmals wöchentlich, um Tageszeitungen oder Zeitschriften aktuell zu lesen, viele nutzen die Internet-PCs für ihre Recherchen, wieder andere verbrachten eine Arbeitspause hier. Für manche war die Bibliothek auch ein Rauskommen aus dem Alltag, sie suchten neue Anregungen und neues Wissen. Diese Art der Bibliotheksnutzung war im Jahr 2021 kaum möglich und schlägt sich in den verminderten Besuchszahlen erkennbar nieder. Für die nächsten Jahre gilt es, im umfassenden Sinn wieder öffentlich zu werden, für gleichberechtigten Zugang zu Bildung und Information zu sorgen und diesem Bedarf Raum zu geben 40 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 5. Digitale Transformation 202120202019 Entleihungen E-Medien310.246268.827227.412 Erwartungsgemäß und situationsbedingt entwickelte sich die Nachfrage nach E-Medien, E-Papers, E-Audios, Datenbanken und Streamingdiensten erneut mit einem Plus von 16% nach oben. Parallel dazu wurde auch das Beratungsangebot der Stadtbibliothek mit Hilfestellung zur Nutzung digitaler Geräte und Vermittlungsarbeit (E-Book-Reader Sprechstunde, Hilfestellung über E-Mail) weiter ausgebaut . 6. Zusammenarbeit mit Schulen und Kindergärten 202120202019 Bibliotheksunterricht, Klassenführungen, Kindergartenaktionen 10076719 Klassenführungen und außerschulischer Unterricht waren wenig erlaubt beziehungsweise mit sehr hohen Auflagen belegt. Insgesamt konnten gemäß temporärer Corona-Verordnungen etwas mehr Aktionen als im Vorjahr durchgeführt werden. In den kurzen Zeitfenstern, in denen für Schulklassen der Besuch anderer Institutionen möglich war, war das Interesse an realen Bibliotheksbesuchen enorm hoch, so dass bedauerlicherweise nicht allen Anfragen entsprochen werden konnte. 7. Leseförderung analog und digital Zur Durchführung von Veranstaltungen für Kinder stand nur ein kleines Zeitfenster im Jahr zur Verfügung. Viele der gewohnten und seit Jahren etablierten Leselustmachaktionen für Kinder durften nicht stattfinden. Die in den Sommerferien sehr beliebten Büchereicontainer der Stadtbibliothek durften in den Freibädern nicht betrieben werden. Um für die Kinder im Freibad dennoch präsent zu sein, wurde im Rheinstrandbad Rappenwörth ersatzweise ein tägliches „Vorlesen unterm Baum“ mit Bibliothekspersonal und Aushilfskräften organisiert. Mit dieser täglichen Vorleserunde sollten Kinder so unkompliziert und sicher wie möglich angesprochen und für Geschichten und Sprache begeistert werden. In vier Wochen Sommerferien nahmen 214 Kinder daran teil. 202120202019 Anzahl Veranstaltungen und Leseaktionen für Kinder 10780325 Kinderveranstaltungen und Vorleseaktionen waren in Präsenz nur sehr eingeschränkt erlaubt. Wie bereits im Vorjahr hat die Stadtbibliothek etliche Formate auch in digitaler Form durchgeführt, so dass es für Kinder und Familien wenigstens einen kleinen Ersatz gab. Die „Stories for Kids“ und „TeenTime“ wurden aus der Amerikanischen Bibliothek per Zoom durchgeführt. Über die Kinder- und Jugendbibliothek konnten „Tinos magische Büchereigeschichten“ als Vorlesestunden abgerufen werden. Der große Renner war jedoch die dank der sehr guten Kooperation mit dem VDI Bezirksverband angebotene Reihe von Online- Programmierkursen für Kinder. 8. Veranstaltungen für Erwachsene Für Erwachsene wurden etliche Vorträge erfolgreich als Livestream durchgeführt. Weitere analoge Veranstaltungen konnten nach unterschiedlich gültigen Verordnungen relativ kurzfristig angeboten werden. 202120202019 Veranstaltungen und Lesungen für Erwachsene 5956144 Gesamtzahl der Teilnehmenden an Veranstaltungen, Führungen 4.0553.26823.492 Kulturamt | 41 Entwicklung der Medienausleihe im Gesamtsystem der Stadtbibliothek Karlsruhe von 2010 bis 2021 Ausleihentwicklung der Zentral- und Jugendbibliothek 2010 bis 2021 42 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 Ausleihentwicklung der Stadtteilbibliotheken 2010 bis 2021, Teil 1 Ausleihentwicklung der Stadtteilbibliotheken 2010 bis 2021, Teil 2 Ausleihentwicklung der Online Angebote 2010 bis 2021 Kulturamt | 43 Klassenführung, Foto: Andrea Krieg Aktive Ausweise nach Altersgruppen 2021 321 8.145 2.284 4.465 4.106 2.637 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 9.000 Institutionen und andere 0 bis 17 Jahre18 bis 29 Jahre30 bis 49 Jahre50 bis 64 Jahreüber 65 Jahre Altersgruppe 1,4% 37,1% 10,4% 20,4%18,7% 12% 44 | Kulturamt der Stadt Karlsruhe – Jahresbericht 2021 Warten bis zur Öffnung, Foto: Monika Müller-Gmelin Vielen Dank einer LeserinDigitale und analoge Bücher, Foto: Monika Müller-Gmelin Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtbibliothek und aller Stadtteilbibliotheken, das herausfordernde Jahr 2021 neigt sich seinem Ende zu. Diese schwierige Zeit habe ich vor allem mit der Lektüre vielfältiger Bücher aus der Bibliothek überstanden. Das Eintauchen in spannende und/oder vielschichtige, interessante Geschichten ist mehr als Ablenkung vom belastenden Alltag für mich :-) Sie Alle waren da, haben weiter gemacht, unter anderen – auch erschwerten – Bedingungen, sind weiter freundlich und entgegenkommend. Das ist nicht selbstverständlich, finde ich! Aber es liegt wohl an unserer menschlichen Natur, die Dinge schnell als selbstverständlich zu nehmen ;-) Gerade jetzt wird mir bewusster denn je was mir existentiell wichtig ist. Dazu gehören für mich ein kleines Lächeln, das ist auch hinter der Mas-ke sichtbar, ein freundliches Wort, auch das ist hörbar trotz Maske und dann der unkomplizierte und so kostengünstige Zugang zu Literatur! Welch ein GESCHENK! Ich möchte Ihnen Allen von Herzen dafür danken, dass Sie uns Leseraten in den vergangenen Monaten – trotz alledem – weiter ermöglicht haben zu lesen!!! Ich wünsche Ihnen eine Adventszeit und Weihnachtstage, die für Sie auch Wärme und Licht bereithalten – nicht nur Sorge und unterschwellige Anspannung – und ein (hoffentlich) weniger belastendes Jahr 2022. Und natürlich wünsche ich Ihnen Allen, dass Sie gesund bleiben oder werden. Ganz herzliche Grüße von einer dankbaren Leserin U. B. Kulturamt | 45