Stellennachbesetzungen bei der Stadt Karlsruhe

Vorlage: 2022/0499
Art: Anfrage
Datum: 04.05.2022
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Personal- und Organisationsamt
Erwähnte Stadtteile: Durlach, Grötzingen, Hohenwettersbach, Neureut, Stupferich, Wolfartsweier

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 28.06.2022

    TOP: 23

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Anfrage
    Extrahierter Text

    Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier CDU-Gemeinderatsfraktion Eingang: 04.05.2022 Vorlage Nr.: 2022/0499 Stellennachbesetzungen bei der Stadt Karlsruhe Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 28.06.2022 23 x 1. Die Stadtverwaltung erteilt Auskunft darüber, wie viele genehmigten Stellen derzeit unbesetzt sind. 2. Sie stellt dar, in welchen Bereichen die Stellen fehlen. 3. Die Stadtverwaltung führt weiterhin aus, woran es aus ihrer Sicht liegt, dass diese Stellen nicht besetzt sind. Sachverhalt/Begründung Im Haushaltsplan 2022/2023 der Stadt Karlsruhe ist nachzulesen, dass von 5.995,95 Planstellen für das Jahr 2021, nur rund 5.547,70 Stellen zum 30.06.2021 tatsächlich besetzt waren. Anlass unserer Anfrage sind Berichte, in denen längst genehmigte Vorhaben, bis dato noch nicht umgesetzt werden konnten, weil eine Stellenbesetzung sich zeitlich stark verzögert hat. Aus diesem Grund möchten wir zum einen wissen, was der aktuelle Stand der Stellenbesetzungen ist. Zum anderen möchten wir in Erfahrung bringen, in welchen Bereichen die größten personellen Engpässe liegen und welche Projekte sich dadurch in der Umsetzung verzögern. Dabei stimmen uns die vergangenen Berichte in den Badischen Neuesten Nachrichten über mangelnde Termine bei den Bürgerdiensten bedenklich, auch wenn hier mittlerweile eine Verbesserung eingetreten ist. Wir blicken auch mit Sorge auf die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stadtverwaltung: irgendjemand muss die Aufgaben abarbeiten und im Zweifelsfall bleibt ein Mehr an Arbeit an denjenigen hängen, die bereits da sind. Schließlich möchten wir eine Einschätzung haben, woran es aus Sicht der Stadt liegen könnte, dass so viele Stellen unbesetzt sind. Sind die Aufgabenbereiche für die Stellen so speziell, dass es kaum Fachleute gibt, die diese Stellen ausfüllen können? Ist die Besoldung ein Problem? Ist der Arbeitsmarkt leergefegt? Sind die Mieten in Karlsruhe zu teuer? Wir wären dankbar für einen Einblick in die Strategie der Stadt, hier entgegenzuwirken und verweisen auch auf unsere Position aus den Haushaltsberatungen: wenn wir nicht genug Geld haben, dann müssen wir zum Schutz unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Aufgaben reduzieren. Unterzeichnet von: Stadtrat Detlef Hofmann Stadträtin Karin Wiedemann

  • STN Stellennachbesetzungen
    Extrahierter Text

    Stellungnahme zur Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier CDU-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2022/0499 Verantwortlich: Dez. 2 Dienststelle: POA Stellennachbesetzungen bei der Stadt Karlsruhe Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 28.06.2022 23 x Zum Antrag der CDU-Gemeinderatsfraktion nimmt die Verwaltung wie folgt Stellung: 1. Die Stadtverwaltung erteilt Auskunft darüber, wie viele genehmigte Stellen derzeit unbesetzt sind. Stand April 2022 waren Stellen im Umfang von rund 430 Vollzeitwerten nicht besetzt. Dies entspricht einer Vakanzquote von 7,5 %. 2. Sie stellt dar, in welchen Bereichen die Stellen fehlen. Die freien Stellen verteilen sich wie folgt auf die einzelnen Bereiche: Amt- Nr. Dienststelle Stellen davon zum Stichtag besetzte Stellen Unbesetzte Stellen- anteile Vakanz- quote 011 Stabsstelle Außenbeziehungen und Strategisches Marketing 9,8 9,5 0,3 3,1% 012 Stabsstelle Verwaltungs- und Managemententwicklung 6,4 6,4 0,0 0,6% 013 Stabsstelle Projektcontrolling 4,3 4,3 0,0 0,0% 100 Hauptamt 83,5 76,2 7,3 8,8% 102 Gesamtpersonalvertretung 5,3 5,3 0,0 0,0% 110 Personal- und Organisationsamt 132,1 127,1 5,0 3,8% 120 Amt für Stadtentwicklung 37,9 35,8 2,1 5,4% 130 Presse- und Informationsamt 24,8 24,3 0,5 2,2% 140 Rechnungsprüfungsamt 31,0 28,2 2,8 9,2% 150 Stadtamt Durlach 147,6 138,7 8,9 6,1% 151 OV Stupferich 12,6 10,8 1,8 14,2% 152 OV Hohenwettersbach 9,3 9,1 0,2 1,8% 153 OV Wolfartsweier 31,3 31,2 0,1 0,5% 154 OV Grötzingen 64,1 62,7 1,4 2,3% 155 OV Wettersbach 40,2 36,7 3,5 8,7% 156 OV Neureut 81,5 75,1 6,4 7,9% 170 Amt für IT und Digitalisierung 79,5 75,5 4,0 5,0% 200 Stadtkämmerei 155,4 148,3 7,1 4,6% 260 Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft 185,5 162,2 23,3 12,6% 300 Zentraler Juristischer Dienst 58,3 53,0 5,3 9,1% – 2 – 310 Umwelt- und Arbeitsschutz 52,9 47,1 5,8 10,9% 320 Ordnungs- und Bürgeramt 404,3 358,4 45,9 11,4% 370 Branddirektion 264,3 256,6 7,7 2,9% 400 Kulturamt 126,1 125,5 0,6 0,5% 410 Schul- und Sportamt 448,7 410,3 38,4 8,6% 430 Badisches Konservatorium 57,9 52,7 5,2 9,0% 500 Sozial- und Jugendbehörde 952,3 887,7 64,6 6,8% 501 Stadtjugendausschuss 150,9 146,4 4,5 3,0% 520 Bäderbetriebe 111,6 72,7 38,9 34,9% 610 Stadtplanungsamt 68,9 67,6 1,2 1,9% 620 Liegenschaftsamt 166,0 146,4 19,6 11,8% 630 Bauordnungsamt 54,1 47,9 6,2 11,4% 660 Tiefbauamt 514,1 477,6 36,5 7,1% 670 Gartenbauamt 295,9 269,5 26,4 8,9% 680 Zoologischer Garten 89,8 83,0 6,8 7,5% 690 Friedhof- und Bestattungsamt 100,7 85,8 14,9 14,9% 700 Amt für Abfallwirtschaft 517,1 500,6 16,5 3,2% 720 Marktamt 14,5 14,2 0,3 2,4% 800 Wirtschaftsförderung 32,3 30,8 1,5 4,7% 820 Forstamt 31,2 28,7 2,5 7,9% 3. Die Stadtverwaltung führt weiterhin aus, woran es aus ihrer Sicht liegt, dass diese Stellen nicht besetzt sind. Zu den Dienststellen mit den meisten offenen Stellenanteilen gehören die Sozial- und Jugendbehörde mit rund 65 Vollzeitwerten, das Ordnungs- und Bürgeramt mit rund 46 Vollzeitwerten, die Bäder-betriebe mit rund 40 Vollzeitwerten, das Schul- und Sportamt mit rund 38 Vollzeitwerten und das Tiefbauamt mit rund 37 Vollzeitwerten. Hierbei muss berücksichtigt werden, dass es sich – mit Ausnahme der Bäderbetriebe – bei den betreffenden Dienststellen um diese mit der höchsten Anzahl an planmäßigen Vollzeitwerten handelt und die offenen Stellenanteile somit im Verhältnis zu sehen sind. Auch die in obiger Tabelle ausgewiesene Vakanzquote muss vor dem Hintergrund der Dienststellengröße betrachtet werden. Hier liegen die höchsten Quoten bei eher kleineren Dienststellen. Bei einigen Dienststellen mit hohen Vakanzquoten, wie insbesondere den Bäderbetrieben und dem Friedhof- und Bestattungsamt, waren zum Betrachtungszeitpunkt im April zahlreiche Saisonstellen noch nicht besetzt, was sich in der jeweiligen Vakanzquote deutlich niederschlägt. Aufgrund von Fluktuation und dem zeitlichen Lauf des Stellenbesetzungsprozesses sind erfahrungsgemäß permanent eine gewisse Anzahl an Stellen unbesetzt, die nicht vollständig budgetiert sind. Um den Plansatz im Haushalt für Personal- und Versorgungsaufwendungen einzuhalten, ist es deshalb unabdingbar, dass in diesem Umfang Stellen unbesetzt bleiben müssen. Die Dienststellen haben hier im Rahmen des 10-Punkte- Programmes zur Haushaltssicherung eine Einsparvorgabe von 5 Millionen Euro bei den Personalkosten einzuhalten. Dies wird insbesondere durch Freihalten von unbesetzten Stellen erreicht, um sonst drohende Personalfreistellungen zu vermeiden. – 3 – Hinzu kommen künftig weitere Maßnahmen zur Haushaltssicherung, bei denen die Dienststellen aufgefordert sind, mittelfristig Gelder einzusparen und damit den Mittelaufwand an Transfer-, Sach- oder Personalkosten um 60 Millionen Euro zu senken. In einigen Dienststellen wird sich dies unter anderem nur durch einen (befristeten) Verzicht auf Stellenbesetzungen realisieren lassen. Weitere Gründe sind auch im gesellschaftlichen Wertewandel zu sehen. Hier ist eine zunehmende Wechselbereitschaft insbesondere bei den jüngeren Mitarbeitenden der Generationen Y und Z zu beobachten. Beispielsweise haben alleine im ersten Quartal 2022 insgesamt 79 Personen ihre Stelle gewechselt, teilweise innerhalb der Stadt im Zuge eines Karriereaufstiegs oder auch nach extern. Zählt man hierzu die Altersfluktuation (38 Personen), waren im ersten Quartal 2022 insgesamt 117 Stellen nachzubesetzen. Wie die Entwicklung zeigt, ist – wie bereits im Schnitt der vergangenen drei Jahren – auch im Jahr 2022 mit mehr als 600 Stellenausschreibungen zu rechnen. Aufgrund des Fachkräftemangels in vielen Bereichen der Verwaltung und der insgesamt steigenden Herausforderung, geeignetes (Fach-)Personal zu gewinnen, ist auch weiterhin davon auszugehen, dass ein Teil der Stellen über mehrere Monate unbesetzt bleiben wird, so zum Beispiel in Mangelberufen wie dem Sozial- und Erziehungsdienst und im Ingenieur- und Technikerbereich feststellbar. Erfahrung-en der letzten Jahre zeigen, dass rund 10 % der Stellen bis zu einer tatsächlichen Stellenbesetzung mehrfach veröffentlicht werden müssen, was in der Konsequenz zu längeren Stellenvakanzen und damit zu unbesetzten Stellenanteilen führt. Im Sinne der Fachkräftegewinnung und langfristigen Personalbindung ist es wichtig, sowohl von potentiellen Bewerbenden wie auch den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern selbst als attraktive Arbeitgeberin wahrgenommen zu werden. Neben interessanten Tätigkeiten für das Gemeinwohl, einer großen Jobsicherheit und Karrieremöglichkeiten ohne Ortswechsel punkten wir als Arbeitgeberin mit einer aktiven Familienförderung und der Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben. Grundvoraus-setzung hierfür sind flexible Arbeitszeitmodelle, individuelle Teilzeit- und Beurlaubungsmöglichkeiten sowie Sabbaticals. Insbesondere vollzeitnahe Teilzeitwünsche bewirken dabei vielfach, dass die freibleibenden Stellenanteile (meist unter 0,5 Vollzeitwerten) unbesetzt bleiben, sofern diese nicht durch entsprechende Arbeitszeiterhöhungen innerhalb des Teams oder der Abteilung besetzt werden können. Befristete Teilzeitwünsche, Elternzeit und Beurlaubungsmöglichkeiten mit Rückkehroption für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter führen dazu, dass freie Stellen(anteile) lediglich befristet zur Vertretung besetzt werden können. Wie sich zeigt, sind gerade diese kurzzeitigen Vertretungszeit-räume, aber auch befristete Beschäftigungsverhältnisse im Rahmen von Projekten oder vorübergehend bestehenden Aufgaben für Bewerbende unattraktiv und es ist meist schwierig, geeignetes Personal hierfür zu finden. In der Folge führt dies zu Stellenvakanzen oder sogar zum Freibleiben der Stellen (anteile). Fazit: Wie die obigen Ausführungen zeigen, sind die Gründe für unbesetzte Stellen vielfältig und oftmals aufgrund der bestehenden Rahmenbedingungen nur bedingt zu beeinflussen. Im Rahmen unserer begrenzten Personalressourcen versuchen wir mit einem zukunftsfähigen und demografiegerechten Personalmarketing und einer attraktiven Nachwuchskräftegewinnung und Ausbildung die Stadt Karlsruhe als attraktive Arbeitgeberin zu positionieren und potentielle Bewerbende zielgruppengerecht anzusprechen. Eine Ausweitung unserer derzeitigen Aktivitäten ist mangels personeller und finanzieller Ressourcen nicht möglich.

  • Protokoll GR 28.06.2022 TOP 23
    Extrahierter Text

    Niederschrift 40. Plenarsitzung des Gemeinderates 28. Juni 2022, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 24. Punkt 23 der Tagesordnung: Stellennachbesetzungen bei der Stadt Karlsruhe Anfrage: CDU Vorlage: 2022/0499 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 23 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellung- nahme liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. Stadtrat Hoffmann (CDU): Könnte es sein, dass in der Auflistung auch die Langzeitarbeitslosen erfasst sind? Die zweite Frage: Wäre es möglich, ohne viel Aufwand, uns diese Aufstellung noch einmal ohne diese Langzeitarbeitslosen zukommen zu lassen? Und drei: Gibt es eine Überlegung, wie man grundsätzlich mit den Langzeitarbeitslosen um- geht? Der Vorsitzende: Sie meinen Langzeiterkrankte? Der zuständige Dezernent nickt eifrig, auch wenn die Liste immer länger wurde. Insofern nehmen wir das auf. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 1. Juli 2022