Nachhaltigen Holzeinschlag im Stadtwald dauerhaft sicherstellen

Vorlage: 2022/0490
Art: Antrag
Datum: 03.05.2022
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Forstamt
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 31.05.2022

    TOP: 22

    Rolle: Beratung

    Ergebnis: Keine Angabe

  • Ausschuss für öffentliche Einrichtungen (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 23.06.2022

    TOP: 3

    Rolle: Beratung

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Antrag
    Extrahierter Text

    Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier AfD-Gemeinderatsfraktion Eingang: 03.05.2022 Vorlage Nr.: 2022/0490 Nachhaltigen Holzeinschlag im Stadtwald dauerhaft sicherstellen Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 31.05.2022 22 x Ausschuss für öffentlichen Einrichtungen 23.06.2022 x Der Gemeinderat möge beschließen, 1. Den Holzeinschlag im Jahr 2022 und den Folgejahren wieder auf die nachhaltig mögliche Menge von 14.200 Festmetern zu erweitern. 2. Zusätzlich soll die im Jahr 2021 entstandene Differenz zwischen nachhaltig möglicher und tatsächlich erfolgter Einschlagsmenge sukzessive in den kommenden Jahren abgebaut werden. Sachverhalt/Begründung Seit mindestens 2015 ist wegen der ideologisch begründeten ökologischen Vorbildfunktion des Stadtwalds die dortige Einschlagsmenge erheblich geringer, als diese unter Berücksichtigung des Nachhaltigkeitskriteriums möglich wäre. War der Mindereinschlag in den Jahren bis 2020 aufgrund der fortgesetzten Trockenheit in jenen Jahren begründbar, trifft dies nicht für 2021 zu. Die vermehrte Nutzung von Holz insbesondere, aber nicht nur, als Baumaterial führt zu vermehrter Nachfrage nach diesem Rohstoff. Holz wird für „nachhaltiges Bauen“ benötigt, ist aber kaum mehr zu bekommen. Die Holzpreise sind auf Rekordniveau, Lieferengpässe nehmen zu. Auf der anderen Seite entstanden und entstehen durch den fortgesetzten, erheblichen verringerten Holzeinschlag im Karlsruher Stadtwald fortlaufend Mindereinnahmen für die Stadt Karlsruhe. Die Erhöhung des Holzeinschlages auf ein nachhaltig verträgliches Maß trägt daher einerseits zur Entlastung des städtischen Haushalts bei. Er hilft andererseits den Bedürfnissen des Marktes vermehrt nachzukommen und zum Abbau der Materialknappheit beizutragen. Unterzeichnet von: Dr. Paul Schmidt Oliver Schnell Ellen Fenrich

  • Stellungnahme
    Extrahierter Text

    Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier AfD-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 110 Verantwortlich: Dez. 5 Dienststelle: FA Nachhaltigen Holzeinschlag im Stadtwald dauerhaft sicherstellen Gremium Termin TOP ö nö Ausschuss für öffentliche Einrichtungen 23.06.2022 3 X Kurzfassung Der in der sogenannten Forsteinrichtung für die Jahre 2018 – 2027 festgelegte nachhaltig mögliche Nut- zungsansatz in Höhe von 14.200 Kubikmeter Holz im Jahr (sogenannter Hiebssatz) basiert auf den Daten der zuvor durchgeführten Waldinventur. Durch die Waldschäden als Folge der Trockenjahre 2018 - 2020 und durch die Folgen des Eschentriebster- bens sind die Inventurdaten nicht mehr aktuell. Die Auswirkungen der Trockenjahre und die Erkrankung der Esche sind auch 2021 und 2022 noch deutlich festzustellen. Um die Nachhaltigkeit der Holznutzung langfristig zu sichern und um die Akzeptanz der Waldbewirtschaf- tung und der Holznutzung in der Öffentlichkeit zu erhalten, ist der Gemeinderat mehrheitlich dem fachli- chen Vorschlag des Forstamtes gefolgt und hat den Holzeinschlag auch für das Jahr 2022 um etwa 20 % ge- genüber dem Hiebssatz reduziert. Über die weitere Vorgehensweise entscheidet der Gemeinderat im Zuge der forstlichen Planungen für 2023. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Er- läuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☒ positiv ☒ negativ ☐ geringfügig ☒ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Grüne Stadt Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Der in der sogenannten Forsteinrichtung (10-jährige Fachplanung) für die Jahre 2018 – 2027 festgelegte, nachhaltig mögliche Nutzungsansatz in Höhe von 14.200 Kubikmeter Holz im Jahr (sogenannter Hiebssatz) basiert auf den Daten der zuvor durchgeführten Waldinventur auf Stichprobenbasis. Die dort erhobenen Daten wie zum Beispiel Baumartenanteile, Alter der Bäume, Holzzuwächse und Holzvorräte sind Grundlage für die Berechnung des nachhaltig möglichen Hiebssatzes im Stadtwald. Durch die erheblichen Waldschäden als Folge der Trockenjahre 2018 - 2020 und durch die Folgen des Eschentriebsterbens sind die Inventurdaten im Hinblick auf Komponenten wie beispielsweise Baum- arten- zusammensetzung, Holzzuwachs und Holzvorrat nicht mehr aktuell. Die Auswirkungen der Trockenjahre und die Erkrankung der Esche sind auch 2021 und 2022 noch deutlich festzustellen. Zwar sind die soge- nannten zufälligen Nutzungen aufgrund akuter Schäden rückläufig, aber in vielen Waldbeständen stehen mehr oder weniger stark geschädigte Bäume und ganz abgestorbene Bäume, die keinen oder nur noch ei- nen geringeren Holzzuwachs leisten und deren Nutzung nicht mehr sinnhaft ist. Eine Stichprobenerhebung, die im letzten Jahr mit Fördermitteln des Landes durchgeführt wurde, hat ergeben, dass alleine durch die Folgen des Eschentriebsterbens der Holzvorrat im Stadtwald um etwa 25.000 Kubikmeter abgenommen hat. Allein diese Menge beträgt etwa das 1,8-fache des jährlichen Hiebssatzes. Um die Nachhaltigkeit der Holznutzung langfristig zu sichern und um die Akzeptanz der Waldbewirtschaf- tung und der Holznutzung in der Öffentlichkeit zu erhalten, ist der Gemeinderat mehrheitlich dem fachli- chen Vorschlag des Forstamtes gefolgt und hat den Holzeinschlag auch für das Jahr 2022 um etwa 20 % ge- genüber dem Hiebssatz reduziert. Über die weitere Vorgehensweise entscheidet der Gemeinderat im Zuge der forstlichen Planungen für 2023. Eine endgültige Klarheit über die Auswirkungen der Waldschäden auf die nachhaltigen Nutzungsmöglichkeiten ist ohne erheblichen Zusatzaufwand erst nach der nächsten plan- mäßigen Waldinventur vor der Forsteinrichtung 2028 herzustellen. Auf die Rohstoffverfügbarkeit von Bauholz wirkt sich die Zurückhaltung bei der Holznutzung nicht aus. Zum einen sind die Mengen viel zu gering, zum anderen wird für Bauholz ganz überwiegend Nadelholz verwen- det, das im Stadtwald nur sehr geringe Mengenanteile aufgrund der Baumarten- zusammensetzung hat. Der Beitrag zur Rohstoffsicherung und dem Abbau von Materialknappheiten auch bei anderen Holzsortimenten ist ebenfalls wegen der im Hinblick auf die gesamten Holzmarktmengen na- hezu vernachlässigbar. Dies gilt nicht für die Versorgung der örtlichen Bevölkerung mit Brennholz. Trotz der vom Gemeinderat vor der Forsteinrichtung beschlossenen Vorrangfunktion von Ökologie und Er- holung im Stadtwald wird an der nachhaltigen Holznutzung als wichtigem Rohstoff festgehalten, allerdings unter dem Primat der Vorsicht, damit der Grundsatz der Nachhaltigkeit bei der Holznutzung nicht verletzt wird. Durch die Reduzierung der Holzernte reduzieren sich gleichzeitig die Kosten für die Aufarbeitung des Hol- zes. In den zurückliegenden Jahren wurde dies zum großen Teil jedoch kompensiert durch sehr hohe Auf- wendungen für Maßnahmen zur Umsetzung der Verkehrssicherung als Pflichtaufgabe des Waldeigentü- mers. Trotz dieser schwierigen Lage im Stadtwald und in vielen anderen Waldgebieten konnten die Aufga- ben ohne Mehraufwendungen gegenüber der Haushaltsplanung erledigt werden. Inwieweit sich die aktu- elle Holzpreissituation in der kommenden Einschlagsperiode verändert, ist abzuwarten. Mehrerlöse werden jedoch zum Teil wieder kompensiert durch erhöhte Aufarbeitungskosten infolge deutlich steigender Lohn- und Sachkosten.

  • Protokoll GR 31.05.2022 TOP 22
    Extrahierter Text

    Niederschrift 39. Plenarsitzung des Gemeinderates 31. Mai 2022, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 23. Punkt 22 der Tagesordnung: Nachhaltigen Holzeinschlag im Stadtwald dauerhaft sicherstellen Antrag: AfD Vorlage: 2022/0490 Beschluss: Beratung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen am 23 Juni 2022, öffentlich Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 22 auf und teilt mit, der Antrag werde ohne Aus- sprache in den Ausschuss für öffentliche Einrichtungen verwiesen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 17. Juni 2022