Monitoring Karlsruher Energiequartiere
| Vorlage: | 2022/0457 |
|---|---|
| Art: | Informationsvorlage |
| Datum: | 28.04.2022 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Dezernat 5 |
| Erwähnte Stadtteile: | Grötzingen, Hohenwettersbach, Rüppurr, Stupferich, Weiherfeld-Dammerstock, Wolfartsweier |
Beratungen
- Ausschuss für Umwelt und Gesundheit
Datum: 05.07.2022
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Keine Angabe
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
TOP 2 beim AUG am 05.07.2022 Monitoring Karlsruher Energiequartiere Untersuchungen in den EnergieQuartieren Wettersbach und Stupferich nach Energieberatungen im Zeitraum 2018‐2020 29. Mai 2022 KEK ‐ Karlsruher Energie‐ und Klimaschutzagentur gGmbH Hebelstraße 15 76133 Karlsruhe Telefon 0721 ‐ 480 88 0 Telefax 0721 ‐ 480 88 19 info@kek‐karlsruhe.de www.kek‐karlsruhe.de KEK – Karlsruher Energie‐ und Klimaschutzagentur gGmbH Monitoring – Karlsruher Energiequartiere Seite 2 von 8 Zusammenfassung Ein Ziel der Energiequartiere ist, so viele Gebäudeeigentümer*innen wie möglich zur energetischen Sa‐ nierung und zum Umstieg auf Erneuerbare Energien zu bewegen. Dieser Monitoringbericht untersucht die Wirkung der zwischen 2018 und 2020 durchgeführten Energie‐ beratungen der KEK in den Karlsruher Energiequartieren Wettersbach und Stupferich. Er stellt quantitativ dar, welche Maßnahmen nach Auskunft der Befragten umgesetzt wurden und ermittelt daraus die er‐ reichten Energie‐ und CO 2 ‐Reduktionen. Die wichtigsten Erkenntnisse sind: Von 129 Gebäudeeigentümer*innen, die eine individuelle Erstberatung erhalten hatten, haben 42 Befragte eine Rückmeldung gegeben. Von dieser Monitoringgruppe haben 26 Gebäudeeigentümer*innen oder 62% der Ratsuchenden mindestens eine der in der Erstberatung empfohlenen Sanierungsmaßnahme durchgeführt. 6 Gebäude haben mit einer Vollsanierung und/oder dem Wechsel auf ein Heizsystem mit erneu‐ erbaren Energien eine CO 2 ‐Reduktion von über 95% erzielt und damit nahezu Klimaneutralität erreicht. Bei 20 Gebäuden wurde keine Vollsanierung, sondern lediglich eine oder zwei Einzelmaßnahmen durchgeführt. Es fehlt meist die Heizungsumstellung. Die (teil‐)sanierten Gebäude erreichen mit einer Energiereduktion von 39% annähernd die im Quartierskonzept vorgegebene Effizienzsteigerung von 40%, die als Baustein auf dem Weg zur Klimaneutralität notwendig ist. Wenn keine Sanierungsmaßnahmen umgesetzt wurden, waren vor allem finanzielle Aspekte, das fortgeschrittene Alter der Immobilieneigentümer*innen und familiäre oder gesundheitliche Gründe ausschlaggebend. Die begleitenden Informations‐ und Sensibilisierungsmaßnahmen werden von den Ratsuchenden intensiv besucht. Die Angebote von Thermografie‐Aufnahmen, Luftdichtigkeitsmessungen und Webinaren wurde als gute Hilfestellung wahrgenommen. Mit den vorliegenden Daten lässt sich nur der Umfang und Erfolg von sanierten Gebäuden der Monito‐ ringgruppe ermitteln. Aufgrund der geringen Anzahl von Rückmeldungen lassen sich die Ergebnisse nur bedingt auf die gesamten EnergieQuartiere übertragen. Schlussfolgerungen: Neutrale Energieberatungen müssen weiterhin auch nach Abschluss des dreijährigen Sanierungs‐ managements durchgeführt werden. Einerseits müssen neue Eigentümer*innen für Sanierung, Energieträgerwechsel und Zubau von Solarenergie gewonnen werden, aber auch Wege aufgezeigt und auf Wunsch begleitet werden, die Maßnahmen Schritt für Schritt umzusetzen. Dafür steht die kostenfreie Energieberatung der KEK weiterhin zur Verfügung. Die Vernetzung der Akteure im Quartier und der nachbarschaftliche Erfahrungsaustausch können die Motivation für energetische Sanierungen steigern. Online‐Veranstaltungen der KEK, die allen Bürger*innen in Karlsruhe zur Verfügung stehen, stellen eine gute Fortführung der Energiebera‐ tungen nach Abschluss des Sanierungsmanagements im Quartier dar. KEK – Karlsruher Energie‐ und Klimaschutzagentur gGmbH Monitoring – Karlsruher Energiequartiere Seite 3 von 8 1 Ziele, Kriterien und Vorgehensweise Ziele Evaluierung der erreichten CO 2 ‐Einsparung in den Energiequartieren Stupferich und Wetters‐ bach in den Jahren 2018 bis 2020 nach Abschluss des Sanierungsmanagements; Erkenntnisse und Bewertung von Sanierungshemmnissen Bewertung der durchgeführten Veranstaltungen in den Energiequartieren. Kriterien Welche Maßnahmen wurden von den Beratenen umgesetzt? Welche Energie‐ bzw. CO 2 ‐Einsparung lässt sich daraus ermitteln? Können mit den umgesetzten Maßnahmen klimaneutrale Gebäude realisiert werden? Warum wurden empfohlene Maßnahmen nicht oder nur teilweise umgesetzt? Vorgehensweise und Datengrundlage In den Jahren 2017 bis 2020 wurden in den beiden Quartieren 129 Erstberatungen durchgeführt. Alle erfassten Gebäudeeigentümer*innen wurden angerufen und um eine Rückmeldung zu den durchge‐ führten Sanierungsmaßnahmen gebeten. Eigentümer*innen, die telefonisch nicht erreicht wurden, wurden im Nachgang per E‐Mail angeschrieben. Erfragt wurden die nach der Beratung bis zum Zeitpunkt des Interviews (Herbst 2021) durchgeführten Sanierungsmaßnahmen (Dach, Außenwand, Fenster, oberste und unterste Geschossdecke, Heizung) und realisierte Photovoltaik‐Anlagen. Erfasst wurde der Endenergieverbrauch nach Sanierung, der für die Heizung genutzte Energieträger und die installierte PV‐Leistung. Die ermittelten Einsparungen an Endenergie und CO 2 pro Jahr wurden mit den notwendigen Einspa‐ rungen zum Erreichen des klimaneutralen Gebäudebestandes verglichen. Die Referenzdaten entstam‐ men den Quartierskonzepten, wo in Wettersbach 1425 und in Stupferich 809 Wohngebäude erfasst worden waren. Die Monitoringgruppe von 42 Wohngebäuden aus der Gesamtheit von 129 durchgeführten Beratun‐ gen ist statistisch nicht neutral. Es ist nicht abschätzbar, ob alle Beratenen, die keine Rückmeldung gegeben haben, auch keine Maßnahmen durchgeführt haben und gerade deshalb auf eine Antwort verzichteten. Umgekehrt ist es wahrscheinlich, dass bei der Annahme des Beratungsangebotes der KEK ab 2017 bereits Überlegungen zur Sanierung des eigenen Gebäudes oder der Heizung vorhanden wa‐ ren. Dies wurde aber nicht abgefragt. Um dennoch eine Aussage über die Sanierungserfolge zu erhalten, wurden nur die 26 (teil‐)sanierten Gebäude mit den erreichten Einsparungen betrachtet. Diese Ergebnisse wurden mit denen, aus den Szenarien ermittelten Einsparungsvorgaben pro Gebäude im Quartier verglichen. Damit kann eine vor‐ sichtige Aussage innerhalb der Monitoringgruppe getroffen werden, inwieweit durch eine Gebäude‐ und Heizungssanierung für das Gebäude die Klimaneutralität erreicht wird, bzw. in welchen Bereichen der größte Nachbesserungsbedarf besteht. KEK – Karlsruher Energie‐ und Klimaschutzagentur gGmbH Monitoring – Karlsruher Energiequartiere Seite 4 von 8 2. Berechnungsgrundlagen der CO 2 und Energie‐Einsparung Folgende Annahmen und Berechnungsgrundlagen liegen der Abschätzung der CO 2 ‐Einsparung zu‐ grunde: Tabelle 1 CO 2 Emissionsfaktoren nach Energieträger in g/kWh Energieträger CO 2 ‐Äq. Quelle Strom (Stand 2018) 0,544 IFEU 2020 Heizöl 0,318 GEMIS 4.94, GEMIS 5.0 Erdgas 0,247 GEMIS 4.94, GEMIS 5.0 Solarwärme 0,025 GEMIS 4.94, GEMIS 5.0 Holz (allgemein) 0,022 GEMIS 4.94, GEMIS 5.0 Holz‐Pellets 0,027 GEMIS 4.94, GEMIS 5.0 Holz‐Hackschnitzel 0,024 GEMIS 4.94, GEMIS 5.0 Stückholz 0,019 GEMIS 4.94, GEMIS 5.0 Sanierungsmaßnahmen: Da (Teil‐) Sanierungen meist nicht direkt mit Einsparungen beziffert werden können, wurden sie mit folgenden Erfahrungswerten der Verbraucherzentrale für die jeweiligen Ein‐ zelmaßnahmen individuell abgeschätzt: Abbildung 1 Prozentuale Energieeinsparung nach Sanierungsmaßnahmen (Quelle: Verbraucherzentrale) Je nach Umfang der umgesetzten Maßnahme (Teil‐ oder komplette Sanierung der jeweiligen Bauteile) wurden die oberen bzw. unteren Grenzwerte angenommen. KEK – Karlsruher Energie‐ und Klimaschutzagentur gGmbH Monitoring – Karlsruher Energiequartiere Seite 5 von 8 3. Ergebnisse und Wirkung der Energieberatungen Quantitative Ergebnisse: Sanierung, Energie‐ und CO 2 ‐Einsparung Von den 129 adressierten Gebäudeeigentümer*innen haben 42 (33%) eine Rückmeldung gegeben. Von dieser Gruppe haben mindestens 21 eine Sanierungsmaßnahme an der Gebäudehülle umge‐ setzt. Hinzu kommen 5 Haushalte, die nur eine PV‐Anlage installiert haben. Insgesamt sind bei den 26 Gebäuden 8 Photovoltaikanlagen installiert worden mit einer Gesamtleistung von 43,4 kW p . Für diese Sanierungsgruppe wurden die Energie‐ und CO 2 ‐Einsparungen pro Gebäude gemittelt und mit den Sanierungsvorgaben aus dem Quartiersbericht verglichen. Bei den sanierten Gebäuden wurde eine durchschnittliche Reduktion des Energiebedarfs um 10.400 kWh pro Jahr und Gebäude oder um minus 39% ermittelt. Zusätzlich wurde in 6 Gebäuden die Heizung auf einen regenerativen Energieträger umgestellt, wodurch sich eine heizungsbedingte Ge‐ samtminderung der CO 2 ‐Emission von 44% ergibt. Mit der installierten PV‐Leistung von 43,4 kWp und dem konservativ geschätzten Jahresertrag von 900 kWh/kW p ermittelt sich bei einem aktuellen Strommix von 400 g CO 2 /kWh Strom eine CO 2 ‐Gutschrift von 15,4 t/a. Insgesamt werden durch die Maßnahmen an den 26 sanierten Gebäuden die CO 2 ‐Emissionen von 214 t/a auf 104 t/a reduziert. Die entspricht einer Reduktion von 51%, wie in Abbildung 2 dargestellt. Abbildung 2 Erreichte CO 2 Reduktion der 26 Gebäude der Monitoringgruppe Abbildung 3 zeigt die CO 2 ‐Reduktion eines vollständig sanierten Gebäudes. Bei einem Vergleich der Abbildungen 2 und 3 wird deutlich, dass die durch die Gebäudesanierung benötigte Effizienzsteige‐ rung und CO 2 ‐Reduktion nahezu erreicht wird (blauer Balken). Der Ausstieg aus der fossilen Energieversorgung (grüner Balken) wird im Durchschnitt der 26 Ge‐ bäude nur zu 5% erreicht. Gegenüber dem Szenario mit einer notwendigen CO 2 ‐Reduktion durch Energieträgerwechsel von 37% ist dieser Wert nach den Beratungen erst ansatzweise erreicht. Ähnlich verhält es sich beim PV‐Zubau, bei dem das Szenario von einer CO 2 ‐Einsparung von 16% aus‐ geht. Hier erreichen die Eigentümer*innen der Gebäude mit aktiven Maßnahmen jedoch nur 7% Ein‐ sparung und damit nur 44% des notwendigen Zubaus. Der Umbau auf eine Heizung mit erneuerbarer KEK – Karlsruher Energie‐ und Klimaschutzagentur gGmbH Monitoring – Karlsruher Energiequartiere Seite 6 von 8 Energie und ein verstärkter PV‐Zubau stellen somit in den kommenden Jahren eine weitere Sanie‐ rungsnotwendigkeit für bereits teilsanierte Gebäude dar, um ein klimaneutrales Energiequartier zu erreichen. Abbildung 3 Soll CO 2 Reduktion eines vollständig sanierten Gebäudes Vollständig sanierte Gebäude Von den 26 sanierten Gebäuden der Monitoringgruppe sind 6 Gebäude (13,8%) vollständig saniert. Der Gesamtendenergieverbrauch der 6 Gebäude betrug vor der Sanierung 167.802 kWh/a und wurde durch die Sanierung um 82% auf 30.605 kW/a reduziert. 4 der 6 Gebäude werden nach der Sanierung mit Wärmepumpen und 2 mit einer Pelletheizung beheizt. Auf den 6 Gebäuden sind 10,4 kW p der 43,4 kWp Photovoltaik verbaut. Mit der Kombination aus Photovoltaik und vollständi‐ ger Sanierung wird eine CO 2 ‐Reduktion von 94,5% erreicht und damit annähernde Klimaneutralität. Die 6 Gebäude können als Leuchtturmprojekte in den Quartieren fungieren und aufzeigen, wie sich durch eine Vollsanierung mit Energieträgerwechsel und PV‐Ausbau das Klimaschutzziel von 95% CO 2 ‐ Reduktion erreichen lässt. Quantitative Ergebnisse: Hindernisse bei der Sanierung Bei 21 Gebäuden der Monitoringgruppe von 42 Eigentümer*innen wurden bis Ende 2021 keine Sa‐ nierungsmaßnahmen an der Gebäudehülle durchgeführt, von denen 9 derzeit keine Möglichkeiten für eine Sanierung sehen. Als Gründe wurden die Kosten oder private Gründe wie etwa das eigene fortgeschrittene Alter genannt. Qualitative Ergebnisse Qualitative Ergebnisse wurden im Rahmen des Monitorings nicht erfragt, jedoch gab es Mehrfachnen‐ nungen bei folgenden Aussagen: KEK – Karlsruher Energie‐ und Klimaschutzagentur gGmbH Monitoring – Karlsruher Energiequartiere Seite 7 von 8 Die Qualität der Energieberatungen, Thermografieuntersuchungen und Luftdichtigkeits‐ messungen der KEK wurden für beabsichtigte Sanierungsmaßnahmen als hilfreich und zielführend genannt. Zahlreiche Bürger*innen informieren sich regelmäßig über die Webseite oder den Newsletter der KEK und würden bei Bedarf erneut auf die KEK zukommen. Infolge der Abfrage nach weiterem Unterstützungsbedarf haben 4 Personen der Monito‐ ring‐Gruppe Interesse an weiteren Informationen geäußert und wurden weiterführend beraten. 4 Inanspruchnahme von Informations‐ und Sensibilisierungsmaßnahmen Es wurden in den letzten Jahren verschiedene Veranstaltungsformate durchgeführt, um möglichst viele Bürgerinnen und Bürger zur Sanierung bzw. zur Inanspruchnahme einer Energieberatung zu mo‐ tivieren. Im Kontext der Corona‐Pandemie führte die KEK verstärkt Online‐Veranstaltungen durch mit einer ten‐ denziell wachsenden Teilnehmerzahl. Tabelle 2 Teilnehmerzahlen der Infoveranstaltungen Datum Titel Teilnehmer 06.02.2020 World‐Café Stupferich (Präsenz) 15 05.03.2020 Heizen in Zeiten des Klimawandels 32 27.08.2020 Alte Heizungen sanieren (online) 12 24.09.2020 Heizkosten im Griff 9 15.10.2020 Bestehende Heizung optimieren 13 22.10.2020 Nachtspeicherheizungen sanieren 30 03.12.2020 Gebäudethermografie zur Sanierungsplanung 28 04.02.2021 Ökologisch bauen und sanieren 19 18.03.2021 Dämmstoffe 39 18.03.2021 Wärmepumpen im Bestand 59 10.06.2021 Förderungen für Sanierungen 65 15.07.2021 Wärmepumpen und Heizkörper II 40 07.10.2021 Ökologisch bauen und sanieren II 30 04.11.2021 Heizen mit Wärmepumpen III 90 02.12.2021 Gebäudethermografie zur Sanierungsplanung 32 28.01.2022 Nachtspeicherheizungen sanieren 125 22.02.2022 Förderungen für Sanierungen 76 Diese Veranstaltungen wurden in den jeweiligen Energiequartieren gezielt beworben (z.B. in Gebieten mit einem hohen Anteil an Nachtspeicheröfen wurden gezielte Ansprache im Vorfeld der Veranstal‐ tung zu diesem Thema durchgeführt). Dadurch hatten drei Webinare über 75 Teilnehmer*innen. Als Anreiz für die Energieberatungen haben sich außerdem Thermografie‐ und Luftdichtigkeitsmessun‐ gen bewährt. So erfolgten in Wettersbach und Stupferich im Winter 38 Thermografieaufnahmen und im Sommer 32 Luftdichtigkeitsmessungen. Es wurden auch Luftdichtigkeitsmessungen an sanierten Gebäuden durchgeführt, bei denen die Be‐ wohner Bedenken bezüglich des energetischen Zustands geäußert haben. Ihnen konnte anhand der Ergebnisse aufgezeigt werden, dass ihr Gebäude eine so hohe Luftdichtigkeit hat, dass eine Frischluft‐ anlage mit Wärmerückgewinnung eingebaut werden sollte. KEK – Karlsruher Energie‐ und Klimaschutzagentur gGmbH Monitoring – Karlsruher Energiequartiere Seite 8 von 8 5 Erkenntnisse des Monitorings für die neuen Energiequartiere Die Erfahrungen dieses Monitorings werden zur Verbesserung des künftigen Vorgehens in den neuen Quartieren sowie zur Fortschreibung des Monitoringkonzepts der KEK führen: Die qualitative Befragung nach den Energieberatungen wird ausgebaut. Bisher findet aus Zeit‐ gründen keine standardmäßige Qualitätsumfrage nach einer Energieberatung statt. Mit den qualitativen Befragungen sollen in Zukunft auch die Hemmnisse zur Sanierung erfasst werden. Damit sollen Beratungsinhalte zielgenauer angepasst und verbessert werden. Für die Bestandsgebäude eines Energiequartiers sind die umzusetzenden Sanierungsmaßnah‐ men weitestgehend identisch. Es muss evaluiert werden, ob der Zeit‐ und Kostenaufwand für die energetische Erfassung einzelner Gebäude wirklich wertvolle Erkenntnisse bringt oder ob der Arbeitsaufwand besser für weitere Beratungen der Bürger*innen genutzt werden sollte. Es wird oftmals die Ansicht vertreten, dass Wärmepumpen nur in Kombination mit einer Fuß‐ bodenheizung effizient betrieben werden können. Stattdessen können auch Niedertempera‐ tur‐Heizkörper oder Wärmepumpen‐Hybridheizungen zum Einsatz kommen, um eine CO 2 ‐Re‐ duktion von über 65% zu erreichen. Hierüber soll verstärkt informiert werden. Die Vorort‐Erstberatungen in zentralen Einrichtungen wie Rathäusern sind stark nachgefragt. Zusätzlich werden die Erstberatungen zeitlich flexibel online durchgeführt und die Ratsuchen‐ den erhalten ein automatisiertes Erstberatungsprotokoll mit weiteren Hinweisen. Neben den Online‐Veranstaltungen müssen die Bürger*innen kontinuierlich in der lokalen Presse über die spezifischen Sanierungsoptionen informiert werden. Die Presse‐ und Öffent‐ lichkeitsarbeit zu den Energiequartieren sollte weiter ausgebaut werden, um auch in andere Stadtteile hinzuwirken.
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Extrahierter Text
Stand Mai 2022 Monitoring der Karlsruher EnergieQuartiere Dirk Vogeley Karlsruhe, 29. Mai 2022 Auftrag aus Klimaschutzkonzept: 3 neue Energiequartiere pro Jahr starten Förderprogramm Energetische Stadtsanierung der KfW zur Erhöhung der Energieeffizienz im Quartier Erster Baustein Quartierskonzept: Ausgangsanalyse, Einsparpotenziale, Maßnahmen, Mobilisierung Akteure, Information, Beratung, Öffentlichkeitsarbeit Zweiter Baustein Sanierungsmanagement: Konzeptumsetzung, Akteure aktivieren und vernetzen, Maßnahmen koordinieren und kontrollieren, Ansprechpartner stellen Neuer Förderzuschuss 75% KfW, 25% städtischer Haushalt (Klimaschutzkonzept) Rahmenbedingungen Quartiere Die bisherigen Karlsruher Energiequartiere Quartier in Arbeit Quartier abgeschlossen Indikatoren zum Monitoring der EnergieQuartiere Erfassung Sanierungen Quartiers- spezifische Maßnahmen Nahwärme Öffentlich- keitsarbeit Energie- beratungen Ziele Indikatoren KEK Reduzierter Energieverbrauch CO 2 -Reduktion Solarzubau Energieträger- wechsel Erfassung: Reduz. Spez. EKZ Anzahl Energieträger- Wechsel CO 2 Einsparung PV-Zubaurate Neues KfW Monitoring Energie-Effizienzmaßnahmen:kWh/a & t CO 2 /a Einsparung Wärme aus Erneuerbare Energie:kWh/a & t CO 2 /a Einsparung Stromerzeugung durch PV Zubau:KWh/a Nachhaltige Mobilität:t CO 2 /a Einsparung Sanierung private Gebäude Energieträger- wechsel PV-Potenzial Anzahl: Erstberatungen Thermografien Luftdichtigkeit Potenziale Akteurs- gespräche Realisierungs.- möglichkeiten Zahl der Möglichkeiten Mögliches CO 2 - Einsparpotential Wirtschaft- lichkeit Informieren Sensibilisieren Bewusstsein schaffen (CO 2 , Kosten) Anzahl: Veranstaltungen Veröffent- lichungen Teilnehmer*innen Feedback aus Fragebögen Synergien mit Stadtteil- entwicklung schaffen Anzahl umgesetzte Maßnahmen und Klimawirkung Indikator Energieberatungen 2020/21 86 43 22 34 28 0102030405060708090100 Wettersbach Stupferich Grötzingen Hohenwettersbach Wolfartsweier Erstberatungen 121 Thermografie-Messungen und Berichte im Winter 2021-2022 17 Blower-Door Messungen im Sommer 2021 Stark steigende Nachfrage im Nachgang der Erstberatungen nach detaillierteren Energie-Checks der Verbraucherzentrale 2021/22 Indikator Öffentlichkeitsarbeit Beispiel Webinare In den Amtsblättern wurden bis zu 38 Beiträge pro Quartier und Jahr begleitend zur Quartiersarbeit veröffentlicht Grundlage für die Wärmeleitplanung & Umsetzung von Nahwärmenetzen Wärmedicht esegmente Nahwärme- Potenzial Erfassung Energiedate n Indikator Erfassung der Energiedaten zur Schaffung einer nachhaltigen Wärmeversorgung 350 Gebäude in Grötzingen (2020) 800 Gebäude in Stupferich(2021) 600 Gebäude in Wolfartsweier(2021) 600 Gebäude in Hohenwettersbach(2021) 600 Gebäude in Rüppurr (2022) 400 Gebäude in Weiherfeld-Dammerstock(2022) 3.350 erfasste Gebäude im Zeitraum 2020-2022 Abschätzung der Wirkung der Energieberatungen In Wettersbach und Stupferich wurden Ende 2021 alle 129 Haushalte mit Energieberatungen vor zwei bis drei Jahren kontaktiert Daraus ergaben sich 42 telefonische Interviews zu umgesetzten Sanierungsmaßnahmen und PV-Zubau 21 Haushalte haben Maßnahmen umgesetzt, mit den durchschnittlich 46% Energie bzw. 50% CO2-Emissionen eingespart werden konnten 12 haben es noch vor, 9 sehen derzeit keine Möglichkeit 8 Haushalte haben eine neue PV-Anlage installiert mit insgesamt rund 43kWp Wirkung der Energieberatungen: Energie- / CO 2 -Einsparung 145 kWh/(m²a) 111 kWh/(m²a) vor. San. Monitoringnach San. Monitoring Spezifische Energiekennzahl vor und nach Sanierung in der gesamten Monitoring-Gruppe* *Durchschnittswerte für die gesamte Gruppe der 42 sanierten und unsanierten Gebäude zum Zeitpunkt der ersten Energiedatenerfassung (links) und zum Zeitpunkt des Monitorings nach erfolgten Sanierungsmaßnahmen (rechts). Rechts: CO2-Emission vor und nach Sanierung pro saniertem Gebäude durch Effizienzsteigerung und Energieträger- wechsel sowie durch PVA-Zubau (Kompensation) Der Ausstieg aus der Heizung mit fossiler Energie wurde bisher noch nicht ausreichend oft durchgeführt! Wirkung der Energieberatungen: Energie / CO 2 -Einsparung Weitere Beratungen zum Energieträgerwechsel sind notwendig! *Durchschnittswerte der Energieeinsparung der sanierten Gebäude pro Gebäude (links) Rechts: CO2-Emission vor und nach Sanierung pro saniertem Gebäude durch Effizienzsteigerung und Energieträger- wechsel sowie durch PVA-Zubau (Kompensation) Der Ausstieg aus der Heizung mit fossiler Energie wurde bisher noch nicht ausreichend oft durchgeführt! 29% 38% Reduktion sollReduktion ist Energiereduktiondurch Sanierung Soll und IST* Die Wirkungen der Erstberatungen lassen sich nach 2-3 Jahren nur eingeschränkt beurteilen Die Nachfrage nach Beratungen, sowohl im Quartier, als auch nachfolgend nach detaillierteren Energiecheck steigen derzeit deutlich. Schwerpunkte PV und Heizung Die Teilnahme an (Online) - Veranstaltungen nimmt ebenfalls zu. Durch geänderten Förderrahmen werden Quartiersthemen künftig ausgeweitet auf Nachhaltige Mobilität und Klimaanpassung. In 2022 sind Rüppurr und Weiherfeld-Dammerstock bereits gestartet, die Auswahl eines dritten Quartiers ist noch nicht entschieden 2023 ist Daxlandenin Kooperation mit dem Stadt-Entwicklungskonzept vorgesehen Fazit und Ausblick