Verkehrsversuch Herrenalber Straße
| Vorlage: | 2022/0432 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 24.05.2022 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Stadtplanungsamt |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Planungsausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 01.12.2022
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: mehrheitlich zugestimmt
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2022/0432 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: StplA Verkehrsversuch Herrenalber Straße Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Planungsausschuss 01.12.2022 3 X Information (Kurzfassung) Auf der Herrenalber Straße, zwischen dem Knotenpunkt Battstraße und der Anschlussstelle zur A5, wurde zwischen Februar und April 2022 ein Verkehrsversuch durchgeführt. Bei dem vom Land Baden- Württemberg und dem Kompetenznetz Klimamobil unterstützten Versuch wurde temporär ein Kfz- Fahrstreifen stadtauswärts zu einer protected bike lane umgewandelt. Der Versuch wurde durch eine Bürgerbeteiligung und Verkehrserhebungen begleitet. Der Planungsausschuss wird über die Ergebnisse des Verkehrsversuches informiert und um den Planungsauftrag einer baulichen Lösung für den Streckenabschnitt gebeten. Der Planungsausschuss beauftragt die Stadtverwaltung mit der Planung einer langfristigen Lösung. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☒ positiv ☒ negativ ☐ geringfügig ☒ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Mobilität Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen 1. Ausgangslage Zwischen Februar und April 2022 wurde auf der Herrenalber Straße ein Verkehrsversuch durchgeführt. Dabei wurde zwischen dem Knotenpunkt Battstraße und der Anschlussstelle zur A5 einer der beiden Kfz-Fahrstreifen in eine protected bike Lane umgewandelt. Der Radverkehr konnte so abgetrennt vom Kfz- und Fußverkehr auf der Fahrbahn fahren und musste nicht mehr den unterdimensionierten Geh- und Radweg mit 1,5 m Breite nutzen. 2. Erhebungen Durch die Unterstützung der Maßnahme durch das Kompetenznetz Klimamobil konnte eine Bürgerbeteiligung zum Verkehrsversuch durchgeführt werden. Dabei konnten die Nutzer*innen Fragen zur Umsetzung, Sicherheit und Qualität der Radverkehrsanlage beantworten. Zusätzlich konnten Hinweise zu problematischen Stellen, Kritik, oder Lob rückgemeldet werden. Neben der Beteiligung wurde auch die verkehrliche Auswirkung des Versuches erfasst und analysiert. 3. Ergebnisse Bei der Beteiligung konnten knapp 130 Rückmeldungen von Teilnehmenden Nutzer*innen erfasst werden. Dabei haben knapp 70% der Befragten den Abschnitt als Radfahrende und 25% als Autofahrende genutzt. Etwa zwei Drittel davon nutzten den Abschnitt der Herrenalberstraße mehrfach die Woche. Unter den Teilnehmenden gaben knapp 70% an, den Verkehrsversuch für sinnvoll zu erachten. Dabei wurde hauptsächlich die verbesserte Sicherheit für den Fuß- und Radverkehr, sowie die generelle Qualität des Abschnittes für den Randverkehr hervorgehoben. Des Weiteren glauben knapp drei Viertel der Befragten, dass bei einer Verstetigung des Versuches zukünftig mehr Radfahrende den Abschnitt nutzen würden. Generell waren 65% der Befragten der Meinung, dass eine Reduzierung des MIV zugunsten klimafreundlicher Mobilität sinnvoll ist. 18% lehnten dies ab. Neben den positiven Rückmeldungen konnte auch Kritik am Verkehrsversuch erfasst werden. Diese bezog sich größtenteils auf die Einschränkung des Kfz-Verkehrs und entstehenden Staus an den Knotenpunktszufahrten. Auch die Rad-Infrastruktur am Knotenpunkt Battstraße wurde bemängelt. Um mögliche negative Auswirkungen auf den Kfz-Verkehr ermitteln zu können, wurden vorab mit den aktuellen Verkehrszahlen Berechnungen durchgeführt. Diese ergaben keine größeren negativen Auswirkungen auf den Verkehrsfluss. Diese Berechnungen wurden während des Verkehrsversuches mithilfe von Verkehrszählungen und der Erfassung von Rückstaulängen geprüft. Die erfassten Verkehrszahlen des Kfz-Verkehrs entsprachen in etwa den Werten vor dem Verkehrsversuch. An der Knotenpunktzufahrt Battstraße konnte in der Spitzenstunde am Nachmittag eine leichte Aufstauung von Fahrzeugen beobachtet werden. Diese konnten aber jeweils in der folgenden Grünphase komplett abfließen. Der Verkehrsfluss wurde somit nicht wesentlich beeinträchtigt, der Knotenpunkt war durchgehend leistungsfähig. An der Anschlussstelle zur A5 konnten keine Aufstauungen beobachtet werden. Die Ergebnisse des Verkehrsversuches zeigen, dass eine einstreifige Verkehrsführung zwischen dem Knotenpunkt Battstraße und der Anschlussstelle A5 leistungsfähig ist. Dies ermöglicht, dass die Flächen in diesem Abschnitt für eine langfristige Verbesserung der Infrastruktur für zu Fuß Gehende und Radfahrende umverteilt werden können. – 3 – 4. Weiteres Vorgehen Aufgrund des positiven Ergebnisses des Verkehrsversuches wird der Planungsausschuss darum gebeten, der Stadtverwaltung einen Planungsauftrag für die Umgestaltung des Straßenabschnittes zu erteilen. Dies ist nötig, da der Verkehrsversuch in der bisher umgesetzten Form nicht als Dauerlösung geeignet ist. Da die Maßnahme zum Teil in Zuständigkeit der Stadt (nördlich OD-Grenze), als auch in Zuständigkeit des Landes/Regierungspräsidium (südlich OD-Grenze) liegt, ist zudem eine durch das RP Karlsruhe genehmigte Planung nötig. Die Stadtverwaltung wird diese im Anschluss zum Planungsauftrag vorantreiben. Bei der Planung sind neben der Verbesserung der Infrastruktur für den Rad- und Fußverkehr auch Flächen für den Haltestellenausbau des ÖPNV vorgesehen. Die Hinweise aus der Bürgerbeteiligung, sowie die Erkenntnisse des Verkehrsversuches werden in die Planung aufgenommen und berücksichtigt. Bereiche, die Auswirkungen auf den Gesamtumbau der Herrenalber Straße haben, werden in diese Planung mit aufgenommen. Im Bereich der Herrenalber Straße Süd steht eine Deckensanierung, die in der Zuständigkeit des Regierungspräsidiums Karlsruhe liegt, an und soll voraussichtlich im Jahr 2024 umgesetzt werden. Es wäre möglich beide Maßnahmen zu kombinieren und so Kosten, sowie Einschränkungen für eine zusätzliche Baumaßnahme einzusparen. Dennoch müssen die im Folgenden genannten kostentechnischen Aspekte prioritär behandelt und berücksichtigt werden. 5. Kosten Die Vorlage bezieht sich lediglich auf die Planung der Maßnahme, welche mit keinen zusätzlichen finanziellen Ressourcen verbunden ist. Für eine spätere Umsetzung ist im aktuellen Doppelhaushalt, sowie in der mittelfristigen Finanzplanung (2024 bis 2026) kein Mittelansatz vorhanden. Eine Realisierung im Rahmen des kommenden Doppelhaushaltes 2024/2025 ist aufgrund der aktuellen finanziellen Situation voraussichtlich nicht möglich. Weiterhin muss die Maßnahme unter Berücksichtigung aller städtischen Investitionsprojekte diskutiert und priorisiert werden. Somit kann kein konkreter Zeitpunkt für die Umsetzung der Maßnahme gewährleistet werden. Beschluss: Auf der Herrenalber Straße, zwischen dem Knotenpunkt Battstraße und der Anschlussstelle zur A5, wurde zwischen Februar und April 2022 ein Verkehrsversuch durchgeführt. Bei dem vom Land Baden- Württemberg und dem Kompetenznetz Klimamobil unterstützten Versuch wurde temporär ein Kfz- Fahrstreifen stadtauswärts zu einer protected bike lane umgewandelt. Der Versuch wurde durch eine Bürgerbeteiligung und Verkehrserhebungen begleitet. Der Planungsausschuss wird über die Ergebnisse des Verkehrsversuches informiert und um den Planungsauftrag einer baulichen Lösung für den Streckenabschnitt gebeten. Der Planungsausschuss beauftragt die Stadtverwaltung mit der Planung einer langfristigen Lösung.
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