Sachstandsbericht zum ökologischen Zustand der Pfinz
| Vorlage: | 2022/0357 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 28.03.2022 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Stadtamt Durlach |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Grötzingen |
Beratungen
- Ortschaftsrat Durlach (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 06.04.2022
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Sachstandsbericht zum ökologischen Zustand der Pfinz B ́90/DIE GRÜNEN-OR-Fraktion eingegangen am: 01.03.2022 Vorlage Nr.: 2022/0357 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: TBA Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Durlach 06.04.2022 4 ☒ ☐ Die Pfinz stellt für viele Durlacher einen identitätsstiftenden Bestandteil ihres Ortsteils dar. Mit die schönsten Spazierwege führen an ihrem Ufer entlang, sowohl im bewohnten Bereich als auch in der unteren Hub. Wir können neben zahlreichen Fischen viele Wasservögel beobachten – Enten, Teichhühner, Reiher – und mit etwas Glück sieht man auch einen Eisvogel fliegen. Der Erhalt und wenn möglich die stetige Verbesserung des Ökosystems Pfinz sind von daher von enormer Bedeutung für Durlach. Die Wasserrahmenrichtlinie gibt wasserwirtschaftliche Handlungsfelder vor sowohl zur Herstellung der ökologischen Funktionsfähigkeit der Gewässer und Schaffung aquatischer Lebensräume als auch zur Verbesserung der Wasserqualität im Hinblick auf organische und anorganische Schadstoffe und Nährstoffe. Antrag: - Wir beantragen einen Sachstandsbericht zum aktuellen ökologischen Zustand der Pfinz. - Sind in den nächsten Jahren Maßnahmen geplant, um unter o. g. Gesichtspunkten die Gewässergüte der Pfinz zu verbessern? - Welche Auswirkungen hat die zunehmende Ansiedlung von ursprünglich nicht hier beheimateten Nutrias auf die anderen Tierarten? unterzeichnet von: Ulrich Wagner und die Fraktion B90/Die Grünen im OR Durlach Antrag
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Extrahierter Text
Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Sachstandsbericht zum ökologischen Zustand der Pfinz B ́90/DIE GRÜNEN-OR-Fraktion eingegangen am: 01.03.2022 Vorlage Nr.: 2022/0357 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: TBA Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Durlach 06.04.2022 4 ☒ ☐ Kurzfassung Die Pfinz befindet sich, laut aktuellem Entwurf zum Steckbrief der Wasserrahmenrichtlinie, auf ihrer gesamten Karlsruher Strecke in einem ökologisch unbefriedigenden Zustand. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen | Erträge (Zuschüsse und Ähnliches) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzüglich Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja ☐ Nein ☒ Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja ☐ Nein ☐ Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: ☐ Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) ☐ Umschichtungen innerhalb des Dezernates ☐ Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit Stellungnahme zum Antrag – 2 – Ergänzende Erläuterungen Die Pfinz befindet sich laut aktuellem Entwurf zum Steckbrief der Wasserrahmenrichtlinie auf ihrer gesamten Strecke in einem ökologisch unbefriedigenden Zustand. Auch der chemische Zustand ist mit „nicht gut“ bewertet. Hauptursache ist der unbefriedigende Zustand des Makrozoobenthos (am Gewässerboden lebende Organismen/Kleinlebewesen), aber auch der Fischbestand und die Makrophyten (mit bloßem Auge erkennbare Organismen) wurden nur mit „mäßig“ bewertet. Diese an der Prüfstelle in Berghausen von der LUBW gemessenen Werte gelten im Prinzip auch für die Pfinzstrecke in Karlsruhe. Eigene Untersuchungen zum ökologischen Zustand der Pfinz in Karlsruhe liegen nicht vor. Die Daten (Datensammlung ist umfangreich) können mit folgendem Link abgerufen werden: https://rp.baden-wuerttemberg.de/themen/wasserboden/wrrl/tbg35/seiten/begleitdokumentation/ Die Wasserqualität ist im Wesentlichen durch die Oberlieger beeinflusst. Die Regenwasserkonzeption sieht für die aus dem Karlsruher Kanalnetz in die Pfinz mündenden Kanäle keine Defizite und damit auch keine Maßnahmen vor. Eine Verschlechterung des Zustandes der Pfinz auf Karlsruher Gemarkung ist weder wahrscheinlich noch erkennbar. Der Fließabschnitt der Pfinz unterhalb des Hühnerlochwehres in Grötzingen befindet sich in der Verantwortung der Stadt Karlsruhe. Dieser Abschnitt wurde in den vergangenen Jahren durch eine Vielzahl von Maßnahmen strukturell aufgewertet. Diese Maßnahmen dienen nicht nur der Schaffung von Lebensräumen am und im Gewässer, sondern verbessern auch die Selbstreinigungskraft des Gewässers. Zurzeit sind keine weiteren Strukturverbesserungen vorgesehen, da das Potential ausgeschöpft ist, soweit die notwendigen Grundstücke zur Verfügung stehen. Hier können sich aber noch Maßnahmen ergeben, da die Stadt Karlsruhe an der Pfinz von ihrem Vorkaufsrecht aus dem Wassergesetz Baden-Württemberg am Gewässerrandstreifen Gebrauch macht. Die Nutria ist ein invasives Neozoon (eingewanderte, nicht heimische Tierart). Sie ernährt sich hauptsächlich vegetarisch. Insekten, Muscheln und Kleintiere werden jedoch nicht verschmäht. Durch ihre Bautätigkeiten (Röhren) sind Uferbereiche und Dämme gefährdet. Fraßschäden an der Ufervegetation, wie zum Beispiel Schilfröhricht in Schutzgebieten oder auch auf angrenzenden landwirtschaftlichen Flächen, können problematisch werden. Im Wesentlichen nehmen sie eine nicht von einheimischen Arten genutzte Nische ein. Indirekt beeinträchtigen sie aber beispielsweise durch großflächiges Abfressen von Ufervegetation die heimischen Wasservögel, Fische und Amphibien, die dann keine Brut- und Schutzräume mehr finden. Durch Fütterung können ihre Bestände zudem in kurzer Zeit so rasant zunehmen, dass massive Schäden an Vegetation und Ufer verursacht werden und dann vermutlich auch andere Tiere allein durch ihre zahlreiche Anwesenheit vertrieben werden. Ebenso können die Gewässer durch den hohen Nährstoffeintrag der Fütterung eutrophiert (Nährstoffeintrag und Anreicherung, dadurch vermehrtes Pflanzenwachtum/ Sauerstoffzehrung) werden.