Aktuelle Information zur Integrierten Leitstelle Karlsruhe

Vorlage: 2022/0218
Art: Informationsvorlage
Datum: 25.02.2022
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Dezernat 5
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Ausschuss für öffentliche Einrichtungen (öffentlich)

    Datum: 11.03.2022

    TOP: 1

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Vorlage Aktuelle Information zur ILS Karlsruhe
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 101 Verantwortlich: Dez. 5 Dienststelle: BD Aktuelle Information zur Integrierten Leitstelle Karlsruhe Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Ausschuss für öffentliche Einrichtungen 11. März 2022 1 X Information (Kurzfassung) Die Integrierte Leitstelle Karlsruhe (ILS) ist für die Notrufannahme und Einsatzdisposition von Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutz im Stadt- und Landkreis Karlsruhe zuständig. Mit einem Einzugsbereich von circa 800.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist sie die größte Leitstelle der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr in Baden-Württemberg. Sie ist seit 2017 in Betrieb. In dieser Vorlage soll den politisch Verantwortlichen der Stadt Karlsruhe ein Einblick in die Tätigkeiten der ILS als wichtiger Teil der kritischen Infrastruktur gegeben sowie auf die Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft eingegangen werden. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Aufgaben und Trägerschaft der Integrierten Leitstelle (ILS) Karlsruhe Als Leitstelle für Rettungsdienst, Feuerwehr und Katastrophenschutz werden in der ILS alle Notrufe der Nummer 112 aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe bearbeitet. In Abhängigkeit des Notfallereignisses werden die erforderlichen Einheiten des Rettungsdienstes oder der Feuerwehr an die Einsatzstelle entsandt. Des Weiteren werden Anrufe zur Koordination des qualifizierten Krankentransports wie auch des Kassenärztlichen Notdienstes, hier in den Zeiten der Nicht-Verfügbarkeit der niedergelassenen Ärzte, angenommen und bearbeitet. Dringende Vermittlungen zwischen den Gefahrenabwehrbehörden sowie die Führungsunterstützung für die im Einsatz befindlichen Einheiten sind weitere zentrale Aufgaben. In 2017 wurden die damalige Rettungsleitstelle in Bruchsal und die Feuerwehrleitstelle in Karlsruhe aufgrund einer Rechtsänderung in der ILS am Standort der neuen Karlsruher Hauptfeuerwache zusammengeführt. Dazu wurde eine Trägerschaftsvereinbarung zwischen dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe sowie dem Deutschen Roten Kreuz Kreisverband Karlsruhe e.V. geschlossen. In der ILS arbeiten insgesamt 80 Mitarbeitende der verschiedenen Träger in einem gemeinsamen Besetzungsmodell. Zu Spitzenzeiten sind 9 Disponentenplätze in der ILS besetzt, die bei großen Schadenslagen weiter nach oben skaliert werden können. Entwicklung von Anruf- und Einsatzzahlen Seit der Inbetriebnahme der ILS Karlsruhe ist ein stetiges Aufwachsen der Anruf- und Einsatzzahlen zu verzeichnen. Die über das Jahr einlaufenden Anrufe auf der 112, der 19222 für den Krankentransport sowie der Nummer des Kassenärztlichen Notdienstes 116 117 sind in Abbildung 1 dargestellt. Abbildung 2 zeigt die entsprechende Entwicklung der Einsatzzahlen. Abbildung 1 Entwicklung der Anrufzahlen seit 2017 – 3 – Abbildung 2 Entwicklung der Einsatzzahlen in der ILS seit 2017 Die Entwicklung bezüglich der öfter eintretenden Extremwetterereignisse wie auch steigende Zahlen im Rettungsdienst aufgrund der alternden Gesellschaft lassen einen weiter steigenden Trend vermuten. Herausforderungen in Gegenwart und Zukunft ▪ In Baden-Württemberg werden für den Betrieb der ILS unterschiedliche Trägerschaftsmodelle umgesetzt. Ein landeseinheitliches Leitstellengesetz ist seit mehreren Jahren in Arbeit. Es werden klare und einheitliche Regelungen zur Trägerschaft erwartet. Die Umsetzung des Leitstellengesetzes auf lokaler Ebene kann unter Umständen zu nicht unerheblichen Veränderungen der vorhandenen Organisationsformen führen. ▪ Das Land plant ebenfalls, die ILS mit einer einheitlichen Technik auszustatten. Dies bringt Synergien bei der Beschaffung und Vorteile bei der gegenseitigen Vernetzung (Redundanz). Eine gegebenenfalls notwendige Umstellung der Technik würde in der ILS zu einem finanziellen und personellen Mehraufwand führen. ▪ Die fortschreitende Digitalisierung eröffnet viele neue Möglichkeiten zur Verarbeitung von Daten und Informationen. Es wird jedoch beobachtet, dass sich dadurch eine Vielzahl an neuen Schnittstellen ergeben und die Technik insgesamt ausfallanfälliger wird. Im Bereich der kritischen Infrastruktur sind Ressourcen erforderlich, um einen durchgängigen und stabilen technischen Betrieb der ILS zu gewährleisten. – 4 – ▪ Notrufe werden neben dem klassischen Telefonanruf zunehmend über neue Wege an die ILS übermittelt. Dazu zählen beispielsweise die Notruf-App „Nora“ oder e-call-Systeme in Fahrzeugen. Bei den Systemen fehlen allerdings zum Teil die Anbindungen an die Systeme der ILS. Dies führt zu Verzögerungen bei der Notrufannahme. Die Aufgabe der Zukunft ist daher, alle in eine ILS eingehenden Informationen zu bündeln und übersichtlich dazustellen. ▪ Hoch qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden auch mit fortschreitender Technik in Zukunft in den ILS zwingend erforderlich sein. Die Personalgewinnung innerhalb der Organisationen sowie deren Aus- und Fortbildung wird zunehmend anspruchsvoller und erfordert attraktive Randbedingungen und eine vorausschauende Personalplanung. Beschluss: Der Ausschuss nimmt die aktuelle Information zur Integrierten Leitstelle Karlsruhe zur Kenntnis.

  • Präsentation für Infovorlage_Aktuelle Information zur ILS Karlsruhe
    Extrahierter Text

    07.03.2022 Integrierte Leitstelle Karlsruhe Zuständigkeitsbereich ILS KA gesamter Stadt- und Landkreis KA, aktuell noch mit der 116117 über die Kreisgrenze hinaus ca. 770.000 Bewohner im Stadt- (ca. 320.000) und Landkreis (ca. 450.000) Gesamtfläche von 1258 km² Koordination von: Feuerwehr Rettungsdienst Wasserrettungsdienst (DLRG) Helfer vor Ort (First Responder) Einheiten des Katastrophenschutzes, z.B. Einsatzeinheiten des Sanitätsdienstes, Bergwacht, ... 2 Integrierte Leitstelle Karlsruhe (ILS) Historie ILS Karlsruhe 3 Seit März 2017 in Betrieb, zuvor getrennte Leitstellen für FW und RD ca. 70 Mitarbeiter*innen aus dem Pool aller Träger 7/24 Betrieb tagsüber zu Spitzenzeiten, bis zu 15 Personen gleichzeitig im Betriebsraum im Durchschnitt ca. 500 Einsätze und 1250 Telefonate in 24h Hochskalieren bei Flächen- oder Großeinsatzlagen möglich 4 ILS Karlsruhe -Kenngrößen Einsatzzahlen ILS Karlsruhe – Einsatzzahlen 5 Bilder der R-ILS 6 ILS Karlsruhe - Redundanz Die R-ILS ist aktuell für 3 Szenarien vorgesehen: 1. Ausfall der Gesamten Technik in der ILS KA 2. Personal muss die ILS wg. Bedrohungslage, Bombenfund etc. verlassen 3. zusätzlicher Betrieb in Bruchsal bei Unwetter-/Großschadenslagen in allen Fällen ist ein nahtloser Übergang möglich, da die Server nahezu sekündlich synchronisiert werden außerdem jederzeit für den Ausbildungsbetrieb der ILS KA verfügbar 7 ILS Karlsruhe - Redundanz NORA Notruf-App Einführung im Sept 2021 alle Mitarbeiter*innen auf Notrufoberfläche geschult/eingewiesen bisher mehrfach Notrufe von Hilfeersuchenden erhalten, konnte i.d.R. über die 112 fortgeführt/bearbeitet werden 8 ILS Karlsruhe – Nora App Problematik der Nachwuchsgewinnung wie im gesamten Fachbereich (RD/FW) Personalgewinnung, trotz Zusatzangebote der Arbeitgeber, weiterhin schwierig stetig wachsender Anspruch an Mitarbeiter: hohe Verantwortung Gefahr für Leib und Leben erkennen, handeln technische Weiterentwicklung technisches Verständnis muss ausgeprägt sein Kommunikationsschwierigkeiten aufgrund Sprachbarrieren oder mangelnden Ortskenntnissen Stressfaktoren 9 ILS Karlsruhe – Herausforderungen gesetzliche Rahmenbedingungen §6 des RDG §4 des FWG Rettungsdienstplan Baden-Württemberg 2014 Gemeinsamen Hinweisen zur Leitstellenstruktur der nichtpolizeilichen Gefahrenabwehr Vereinheitlichung der Gesetzlichen Grundlagen, von Technik und Standards! Leitstellengesetz steht noch aus 10 Umsetzung der Bestimmungen eines Leitstellengesetzes (Technik, Software, Qualifikation/Ausbildung der Disponenten) Technische Veränderungen, bspw. Einführung Digitalfunk, Nora, ... zunehmende Extremwetterlagen durch den Klimawandel zeigen deutlich, dass Rückfallebenen, Redundanten und neue Prozesse geschaffen werden müssen Personalgewinnung Attraktivität des Berufsbildes stärken Ausblick in die Zukunft 11 Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung! 12 Integrierte Leitstelle Karlsruhe