Eisbären im Karlsruher Zoo - Überlegungen für die Zukunft

Vorlage: 2022/0195
Art: Antrag
Datum: 17.02.2022
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Zoologischer Garten
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 29.03.2022

    TOP: 21

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: verwiesen in Fachausschuss

  • Ausschuss für öffentliche Einrichtungen (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 29.11.2022

    TOP: 2

    Rolle: Beratung

    Ergebnis: erledigt durch Stellungnahme der Verwaltung

Zusätzliche Dateien

  • Antrag
    Extrahierter Text

    Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Eingang: 17.02.2022 Vorlage Nr.: 2022/0195 Eisbären im Karlsruher Zoo - Überlegungen für die Zukunft Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 29.03.2022 21 X Ausschuss für öffentliche Einrichtungen 27.04.2022 x 1. Die Stadtverwaltung evaluiert die Eisbärenhaltung des Karlsruher Zoos mit Blick auf die Erfüllung der artspezifischen Bedürfnisse der Tiere und bezieht dabei aktuelle wissenschaftliche Fachexpertise mit ein; 2. Sie ist offen für Überlegungen für Alternativen zur bisherigen Eisbärenhaltung und entwickelt Ideen und Pläne dazu, die längerfristig umgesetzt werden könnten. Wir Grüne bedauern den plötzlichen Tod des Eisbären Blizzard. Es macht uns traurig, dass dieser große Polarbär, der erst 2020 in unseren Zoo aufgenommen wurde, nur 15 Jahre alt geworden ist. In freier Wildbahn können Eisbären bis zu 30 Jahre alt werden. Zoodirektor Dr. Mattias Reinschmidt hat in einem BNN-Gespräch erklärt, dass es aktuell kein Thema sei, ob die verbleibende Polarbärin Charlotte bald Gesellschaft erhält und wie es mit der Eisbärenhaltung generell weitergeht. Allerdings hat er geäußert, dass man sich mit der Koordinatorin des internationalen Zuchtbuches austauschen wird. Wir Grüne begrüßen es, dass jetzt keine schnellen Entscheidungen getroffen werden. Wir setzen uns dafür ein, dass die Eisbärenhaltung im Karlsruher überdacht und fachlich hinterfragt wird. Der Karlsruher Zoo hat unter der Leitung von Dr. Reinschmidt eine Trendwende vollzogen, weg vom „Ausstellen“ aller beliebten Tiere und die Haltung möglichst vieler Tierarten – hin zu einem naturpädagogisch konzipierten und modernen Zoo. Die Schwerpunkte sind dabei Artenschutz, Bildung und Wohlbefinden der Tiere in einem für sie naturnahen Lebensraum. Diese Ziele werden von uns Grünen von Anfang an unterstützt. Auch wenn die Eisbärenanlage die deutschlandweit größte ihrer Art sein soll, kann sie nach unseren Erkenntnissen den arttypischen Ansprüchen ihrer Bewohner*innen bei weitem nicht Rechnung tragen. In ihrer natürlichen Umgebung haben Eisbären als Einzelgänger ein gigantisches Streifgebiet von 100.000- 600.000 km2/Jahr und legen pro Tag bis zu 50 km zurück. Der Bewegungsmangel im Zoo führt zu Stereotypen und Leiden, da sie ihre natürlichen Verhaltensweisen nicht ausleben können. Der Klimawandel wird unsere Stadt noch weiter aufheizen. Für Eisbären, die biologisch an die Arktis mit Polareis angepasst sind, ist das eine unerträgliche Situation. Nachzuchten in Zoos sind noch nie ausgewildert worden, weil sie auf die Herausforderungen an das Überleben in freier Natur nicht vorbereitet werden können. Deshalb darf es keinen Automatismus zur dauerhaften Fortsetzung der Eisbärenhaltung im Karlsruher geben. Namhafte Zoos in Deutschland, wie u. a. die Wilhelma, sind bereits aus guten Gründen aus der Eisbärenhaltung ausgestiegen. Begründung/Sachverhalt – 2 – Wir setzen uns mit unserem Antrag dafür ein, dass Alternativen zur Eisbärenhaltung geprüft werden. Dazu sollen Ideen und Pläne entwickelt werden. Längerfristig hat die Eisbärenhaltung im Karlsruher Zoo aus Sicht der Grünen keine Zukunftsperspektive mehr. Wir Grüne unterstützen weiter alle Ziele, die den Karlsruher Zoo bei der Weiterentwicklung zu einem zu Artenschutzzentrum stärken. Dabei sind Artenschutz, Wissensvermittlung und tiergerechte Haltung für uns Grüne gleichrangig. Diese Ziele werden in Karlsruhe vielfach schon vorbildlich umgesetzt, u. a. mit der Altersresidenz für Elefantenkühe und der neuen Luchsanlage am Lauterberg. Das sind artenschutzgerechte Attraktionen, mit denen der der Karlsruher Zoo punkten kann. Durch den von uns Grünen beantragten Artenschutzeuro können vielfältige Projekte für den Schutz von Lebensräumen bedrohter Tierarten in den Herkunftsländern der Tiere finanziert werden. Der Artenschutzstiftung des Zoos kommt dabei eine Vorreiterrolle und Vorbildfunktion zu. Wir haben jetzt die Chance für eine konzeptionelle Neuorientierung mit Blick auf die Eisbärenhaltung. Mit einer dauerhaften Zementierung der Eisbärenhaltung tun wir weder den Tieren, noch dem Zoo etwas Gutes. Deshalb lehnen wir auch einen Wiedereinstieg in die Eisbärenzucht ab, zumal die Ausgestaltung der derzeitigen Anlage voraussichtlich die hohen Anforderungen hierfür nicht erfüllen kann. Wenn wir diesen – und anderen wildlebenden – Großsäugetieren etwas Gutes tun wollen, setzen wir uns besser mit aller Kraft für die Umsetzung unseres Klimaschutzkonzeptes und die Einhaltung des globalen 1,5 Grad Zieles ein. Unterzeichnet von: Renate Rastätter Christine Großmann Michael Borner Christine Weber Aljoscha Löffler Verena Anlauf Dr. Iris Sardarabady

  • Anlage_Polar Bears Karlsruhe Zoo
    Extrahierter Text

  • StN Eisbären im Karlsruher Zoo - Überlegungen für die Zukunft
    Extrahierter Text

    Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2022/0195 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: Zoo Eisbären im Karlsruher Zoo - Überlegungen für die Zukunft Gremium Termin TOP ö nö Ausschuss für öffentliche Einrichtungen 29.11.2022 2 x Kurzfassung 1. Die Stadtverwaltung evaluiert die Eisbärenhaltung des Karlsruher Zoos mit Blick auf die Erfüllung der artspezifischen Bedürfnisse der Tiere und bezieht dabei aktuelle wissenschaftliche Fachexpertise mit ein. Moderne und wissenschaftlich geleitete Zoos müssen ihr Ziel, hohe Haltungsstandards zu erreichen, stetig überprüfen und bestehende Haltungssysteme teilweise auch hinterfragen, neu evaluieren und anpassen. In einer 2021 vom Zoo Karlsruhe, in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich, dem Zoo Halle, dem Zoo Kopenhagen und der WAZA veröffentlichen Studie zur historischen Entwicklung der Lebenserwartung und der Jungtiersterblichkeit von in Zoos gehaltenen Raubtieren, wird das Vorhandensein von deutlichem Fortschritten belegt und aufgezeigt, dass das Engagement der Zoos zur kontinuierlichen Verbesserung messbare Auswirkungen hat. 2. Sie ist offen für Überlegungen für Alternativen zur bisherigen Eisbärenhaltung und entwickelt Ideen und Pläne dazu, die längerfristig umgesetzt werden können. Die Wichtigkeit von Forschung und Wissenschaft wird, als eine der Grundsäulen der wissenschaftlich geleiteten Zoos, an dem Beispiel „Eisbär“ deutlich. In Bezug auf die Eisbärenhaltung im Zoo Karlsruhe werden wir eine Vorreiterrolle in der Konzeption und Umsetzung von wissenschaftlichen Studien zur ständigen Weiterentwicklung der vorhandenen Haltungssysteme dieser Tiere übernehmen. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☐ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☐ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☐ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Zu 1.) Die Haltung und Zucht von Eisbären (Ursus martimus) ist für den Zoologischen Stadtgarten Karlsruhe ein wichtiges Aushängeschild und hat den Zoo in der Vergangenheit weit über die Grenzen Baden- Württembergs und der Bundesrepublik Deutschland bekannt gemacht und zu großem Ansehen verholfen. Derzeit sind 19 Subpopulationen von Eisbären von der Polar Bear Specialist Group (PBSG) der International Union for the Conservation of Nature (IUCN) anerkannt (Obbard et al. 2010). Summiert man die jüngsten Schätzungen für diese 19 Teilpopulationen, ergibt sich eine Gesamtzahl von nicht mehr als 26.000 Eisbären. Die Ergebnisse der IUCN zeigen, dass die weltweite Eisbärenpopulation in den nächsten 35 bis 40 Jahren mit hoher Wahrscheinlichkeit um mehr als 30 % zurückgehen wird. Diese Bewertung untermauert den derzeitigen Gefährdungsstatus des Eisbären auf der Roten Liste der IUCN. Der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe ist Mitglied in nationalen und internationalen Zooverbänden (Verband der Zoologischen Gärten e.V. [VdZ] bzw. European Assocation of Zoos and Aquaria [EAZA] und World Assocation of Zoos and Aquaria [WAZA]) und als wissenschaftlich geleiteter Zoo dem Artenschutz verpflichtet. Unser übergeordnetes Ziel ist es, den uns anvertrauten Tieren bestmögliche Lebensbedingungen zu bieten, sowie eine angemessene Pflege und gute tierärztliche Versorgung zu gewährleisten. Auf Grund des Gefährdungsstatus und den wissenschaftlich publizierten Voraussagen bezüglich des Rückgangs des Packeises und damit der Lebensgrundlage der Eisbären, wird diese Tierart in Europa in einem EEP (EAZA Ex-situ program) als Reservepopulation gemanagt, zusätzlich zu einem SSP (Species Survival Plan) in Nordamerika und dem, aus den beiden genannten Programmen zusammen- geschlossenen, global gemanagten ISB (International Studbook). In Europa werden derzeit 104 Eisbären (39.63.14; Stand 30.03.2022) in 36 Einrichtungen gehalten. Der Zoologische Stadtgarten Karlsruhe ist ein wichtiges und wertgeschätztes Mitglied der genannten internationalen Bemühungen zum Arterhalt dieser, vom Klimawandel so massiv beeinflussten und gefährdeten, Tierart. Und dies nicht zuletzt, weil - wie in Ihrem Antrag erwähnt - namhafte Zoos wie die Wilhelma oder auch der Grüne Zoo Wuppertal aus der Eisbärenhaltung ausgestiegen sind. Die Gründe hierfür sind sicherlich vielfältig, haben aber eher einen finanziellen und investitionsbedingten Hintergrund als einen tierwohlbehafteten. In Karlsruhe wurde in den 2000er Jahren viel Geld investiert, um eine zukunftsfähige Eisbärenhaltung zu ermöglichen - in unseren Augen ein gravierender Unterschied zu den anderen Einrichtungen. Wir als Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zoo Karlsruhe sind stolz darauf, Teil dieser Gemeinschaft zu sein und somit aktiv am Schutz und dem Arterhalt der Eisbären, Ex-situ wie In-situ, beizutragen und mitzugestalten. Moderne und wissenschaftlich geleitete Zoos müssen ihr Ziel, hohe Haltungsstandards zu erreichen, stetig überprüfen und bestehende Haltungssysteme teilweise auch hinterfragen, neu evaluieren und anpassen. In einer 2021 vom Zoo Karlsruhe, in Zusammenarbeit mit der Universität Zürich, dem Zoo Halle, dem Zoo Kopenhagen und der WAZA veröffentlichen Studie zur historischen Entwicklung der Lebenserwartung und der Jungtiersterblichkeit von in Zoos gehaltenen Raubtieren, wird das Vorhandensein von deutlichem Fortschritten belegt und aufgezeigt, dass das Engagement der Zoos zur kontinuierlichen Verbesserung messbare Auswirkungen hat (Roller et al. 2021). Die gesamte Population betrachtet, werden Eisbären in Zoologischen Gärten immer älter und immer weniger Jungtiere sterben im ersten Lebensjahr. Ganz explizit gesagt, es sterben sogar deutlich weniger neugeborene Eisbären in den in der Jungtieraufzucht so kritischen ersten 100 Tagen, als im natürlichen Verbreitungsgebiet dieser Tiere. Dass Tiere trotzdem sterben und Erkrankungen entwickeln, das liegt in der Natur der Sache. Maximale Lebenserwartungen werden nun mal nicht von allen Individuen erreicht. Das unser männliches Tier Blizzard bereits früh an einer chronischen – 3 – Nierenerkrankung verstorben ist, ist hierbei sicherlich kein zweckmäßiges Argument gegen die Haltung der Tiere in Zoos. Der pathologische Untersuchungsbefund kann, sofern gewünscht, sehr gerne zur Verfügung gestellt werden. Eisbären haben in ihren natürlichen Verbreitungsgebieten in der Tat sehr große Streifgebiete, zunehmend geschuldet dem kontinuierlichen Rückgang des Packeises und der damit verbundenen erschwerten Nahrungssuche. Eine Haltung, die in allen Belangen den Lebensumständen in der Wildbahn entspricht, vermag kein Zoo der Welt zu präsentieren. Ebenso wenig wird er sich dies in allen Belangen zum Vorbild nehmen wollen, da zu dieser Realität auch widrige Umstände wie Nahrungsknappheit, Fressfeinde und unbehandelte Krankheiten oder Verletzungen gehören. Das Ziel der wissenschaftlich geleiteten Zoologischen Gärten ist daher eine tiergerechte Haltung. Diese lässt sich durch eine strukturierte Anlage und eine adäquate Tierbeschäftigung auch für Eisbären umsetzen. Die Anforderungen anhand des Gutachtens über die Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren (Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Tierschutzreferat, 2014) werden von der Anlage des Zoologischen Stadtgartens bei weitem erfüllt, sowohl was die Größe der Anlage, als auch deren Ausgestaltung betrifft. Auch wenn es sich bei diesem Gutachten nicht um rechtlich verbindliches Dokument handelt, so sind wir bestrebt, die Anforderungen stets zu übertreffen und werden, auch mit Blick auf die Zukunft gerichtet, kontinuierlich Erweiterungen und Umgestaltungen unserer Eisbärenanlage planen. Im vorliegenden Antrag wird erwähnt: „Der Klimawandel wird unsere Stadt noch weiter aufheizen. Für Eisbären, die biologisch an die Arktis mit Polareis angepasst sind, ist das eine unerträgliche Situation.“ Dem möchten wir entgegen, dass der Klimawandel vor allem die Arktis aufheizen wird und das Packeis zum Schmelzen bringt – das ist eine unerträgliche Situation für Eisbären und zudem eine existenzielle! Dass Eisbären hingegen auch bei höheren Außentemperaturen in unseren Gefilden unter Einhaltung einiger Haltungsparameter (z.B. permanenter Zugang zu Wasser sowie kühle Rückzugsmöglichkeiten) gut zu halten sind, wird in der wissenschaftlichen Welt als zutreffend akzeptiert und wird bis heute weiter untersucht (Leishman et al. 2022). Unsere Anlage bietet den Tieren dauerhaft Zugang zu kaltem Brunnenwasser und sie können frei zwischen kühlen und großräumigen Innenboxen sowie schattigen oder sonnigen Flächen, jeweils mit verschiedenem Bodensubstrat, auf der Außenanlage wählen. Die Nutzung der kompletten Anlage, gerade auch von sonnenexponierten Plätzen an warmen Sommertagen, verdeutlicht die gute Strukturierung und Konzeption dieser Eisbärenanlage. Auch wenn in der Tat Eisbären noch nie wieder ausgewildert wurden, so liegt der Fokus unserer Arbeit auf dem Erhalt einer Reservepopulation, nicht nur für die nächsten Jahre, sondern als langfristig angelegte Absicherung für den Erhalt dieser Tierart. Gerade die Vorhersagen der IUCN zum Rückgang der globalen Population lassen uns keine andere Wahl und sind zudem noch optimistisch und unter Annahme einer Einhaltung des globalen 1,5 Grad Zieles. Durch eine enge Zusammenarbeit der Zoos mit der IUCN und anderen Organisationen, wie etwa Polar Bears International, wird erreicht, dass die Voraussetzungen geschaffen werden, um in Zukunft und bei Bedarf auf eine gesunde Zoopopulation zurückgreifen zu können und Tiere, sehr wohl auch auf eine Auswilderung vorbereiten zu können. Zu 2.) Wie wichtig und alternativlos der Eisbär als Klimabotschafter ist und welche Strahlkraft diese Tierart in Bezug auf eine nachhaltige Umweltbildung haben kann, sei hier ebenfalls erwähnt. Diese Eigenschaft, die Eisbären wahrscheinlich wie keine andere Tierart erfüllen, untermauert ebenso die Bedeutung der Eisbärenhaltung, wie die dringende Notwendigkeit unter Gesichtspunkten des Artenschutzes. Diese beiden Aspekte zusammen entsprechen unserer Vision eines Artenschutzzentrums Zoo Karlsruhe. Die Wichtigkeit von Forschung und Wissenschaft wird, als eine der Grundsäulen der wissenschaftlich geleiteten Zoos, an dem oben aufgeführten Beispiel deutlich. In Bezug auf die Eisbärenhaltung im Zoo Karlsruhe werden wir eine Vorreiterrolle in der Konzeption und Umsetzung von wissenschaftlichen – 4 – Studien zur ständigen Weiterentwicklung der vorhandenen Haltungssysteme dieser Tiere übernehmen. Bereits im vergangenen Jahr hat es hierzu Gespräche mit dem KIT und der Hochschule für Technik gegeben. Auf diese Art und Weise nutzt der Zoo Karlsruhe das enorme Potential des Wissenschaftsstandorts Karlsruhe, um aktiv und effektiv eine moderne und tiergerechte Haltung mitzugestalten und einen messbaren Beitrag zum Tierwohl und Tier- und Artenschutz zu leisten. Die Stadt Karlsruhe hat für diese Aufgaben eine Vielzahl von qualifizierten, motivierten und zutiefst engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angestellt (Biologinnen und Biologen, Tierärzte, Tierpflegerinnen und Tierpfleger), für die das Wohl der Tiere im Zoologischen Stadtgarten an erster Stelle steht und die mit viel Herzblut und fachlicher Expertise ihren Aufgaben in der kurativen Betreuung, der tiergärtnerischen Pflege oder der veterinärmedizinischer Versorgung der Zootiere nachgehen. Es sei aber auch angemerkt, dass diese Arbeit auch eng an charismatische Tierarten wie Eisbären geknüpft ist, selbstbestimmt und unter Anerkennung und Wertschätzung unserer fachlichen Expertise auf diesem Feld. Sie können sich sicher und gewiss sein, dass wir, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Zoos Karlsruhe, immer zum Wohle der uns anvertrauten Tiere und im Sinne einer tiergerechten Haltung entscheiden werden, unseren Fokus fest auf eine effektive Verknüpfung von Ex-situ und In-situ Artenschutz gerichtet. Siehe auch Anlage: Schreiben der EEP Koordinatoren für Eisbären vom 7. April 2022

  • Protokoll GR 29.03.2022 TOP 21
    Extrahierter Text

    Niederschrift 37. Plenarsitzung des Gemeinderates 29. März 2022, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup . Punkt 21 der Tagesordnung: Eisbären im Karlsruher Zoo – Überlegungen für die Zukunft Antrag: GRÜNE Vorlage: 2022/0195 Beschluss: Beratung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen am 27. April 2022, nichtöffentlich Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 21 auf und teilt mit, der Antrag werde ohne Aus- sprache in den Ausschuss für öffentliche Einrichtungen verwiesen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 31. März 2022

  • Protokoll TOP 2 AföE 2022-11-29
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