Stand der Entwicklung eines gesamtstädtischen Inklusionskonzepts

Vorlage: 2022/0075
Art: Anfrage
Datum: 25.01.2022
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Sozial- und Jugendbehörde
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 22.02.2022

    TOP: 24

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • Anfrage
    Extrahierter Text

    Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Eingang: 25.01.2022 Vorlage Nr.: 2022/0075 Stand der Entwicklung eines gesamtstädtischen Inklusionskonzepts Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 22.02.2022 24 x 1. Wie ist der aktuelle Stand der Entwicklung eines umfassenden Inklusionskonzepts, das bis Ende 2022 gemeinsam mit Stadt, Träger*innen und weiteren versierten Akteur*innen fertiggestellt werden soll? 2. Welche Träger*innen und welche weiteren versierten Akteur*innen sind bereits in die Erarbeitung des Inklusionskonzepts eingebunden? 3. Welche Vereine und Fachverbände, die sich seit vielen Jahren hauptamtlich oder ehrenamtlich für Inklusion engagieren und über hohe Fachexpertise verfügen, werden zeitnah noch eingebunden? Gehören dazu u. a. Reha Südwest, die Karlsruher Vereinigung zur Hilfe für psychisch kranken Kindern und Jugendlichen e. V. sowie EFI Karlsruhe - Eltern und Freunde für Inklusion e. V.? 4. Welche besonderen Schwerpunkte sind beim Inklusionskonzept vorgesehen? Welchen Stellenwert hat dabei die Inklusion von Kindern mit besonders herausfordernden Verhaltensweisen, für die es derzeit noch keine strukturellen Fördersysteme gibt? 5. Welche Meilensteine des Konzepts wird die Stadtverwaltung bis 1. Mai 2022 beim Land einreichen? Durch eine Pressemitteilung der Stadt vom 22.11.21 haben wir erfahren, dass die Stadtverwaltung rund 600.000 Euro aus dem Programm „Trägerspezifische innovative Projekte“ des Landes für die Qualitätsentwicklung der Kitas erhalten hat (Fördermittel aus dem Gute-Kita-Gesetz). Dabei wird erwähnt, dass bereits Träger*innen und weitere Akteur*innen einbezogen wurden. Wir Grüne freuen uns, dass sich die Stadt entschieden hat, diese Mittel für ein gesamtstädtisches Inklusionskonzept gelebter Vielfalt in Kitas zu verwenden, denn wir sehen eine hohe Priorität für die Weiterentwicklung der Kindertageseinrichtungen zu inklusiven Einrichtungen. Inklusion bedeutet einen wertschätzenden, positiven und individuell fördernden Umgang mit allen Kindern. Bis jetzt liegen uns außer der Pressemitteilung der Stadt keine weiteren Details über die Ziele und Schwerpunkte für die Erarbeitung des Inklusionskonzepts vor. Mit unserer Anfrage wollen wir klären, welche inhaltlichen Schwerpunkte die Stadtverwaltung setzen möchte und mit welchen Akteur*innen sie bei der Konzeptentwicklung zusammenarbeiten wird. Wir Grüne sehen bei der Konzeptentwicklung die Chance für eine wohnortnahe Inklusion aller Kinder mit festgestelltem sonderpädagogischem Förderbedarf, für Kinder mit Entwicklungsverzögerungen sowie für Kinder aus neu zugewanderten Familien. Ganz besonders wichtig ist es für uns, dass endlich wirkungsvolle Fördersysteme für die Inklusion von Kindern mit besonders herausfordernden Verhaltensweisen entwickelt und umgesetzt werden. Bisher fallen sie durch alle Raster mit der Folge eines hohen Leidensdrucks der betroffenen Kinder sowie ihrer Eltern und einer kaum zu bewältigenden Belastungssituation der pädagogischen Fachkräfte in den Einrichtungen. Dabei handelt es sich um rund 15 % aller Kinder in den Kindertagesstätten. Es entstehen Notsituationen, bei denen einzelne Kinder die Kita verlassen müssen. Wir Grüne haben dazu bereits 2019 und 2020 Anträge für ein Förderkonzept in den Gemeinderat eingebracht. Uns interessiert in diesem Zusammenhang auch, ob und in welcher Form bei den in der Presse genannten „versierten Akteuren“ auch die Vereine und Verbände einbezogen werden, die langjährige Erfahrungen und große Expertise für die komplexen Herausforderungen der Inklusion besitzen. Exemplarisch sind einige genannt: Reha Südwest, die Karlsruher Sachverhalt / Begründung: – 2 – Vereinigung zur Hilfe für psychisch kranken Kindern und Jugendlichen e. V. sowie EFI Karlsruhe - Eltern und Freunde für Inklusion e. V.. Laut Bekanntmachung des Kultusministeriums Baden-Württemberg endet die Förderung am 31.12.2022. Bis dahin muss das Gesamtkonzept fertiggestellt sein. Allerdings müssen bereits bis zum 28.02.2022 ein Sachbericht zur Entscheidung über die Fortführung der Projekte vorgelegt und bis zum 01.05.2022 Meilensteine für die Fortführung eingereicht werden. Deshalb erbitten wir ebenfalls Informationen zu diesen Schwerpunkten und Meilensteinen. Unterzeichnet von: Renate Rastätter Jorinda Fahringer Benjamin Bauer Verena Anlauf Christine Großmann

  • StN Anfrage GRÜNE Gesamtstädt. Inklusionskonzept
    Extrahierter Text

    Stellungnahme zur Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2022/0075 Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: SJB Stand der Entwicklung eines gesamtstädtischen Inklusionskonzepts Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 22.02.2022 24 x 1. Wie ist der aktuelle Stand der Entwicklung eines umfassenden Inklusionskonzepts, das bis Ende 2022 gemeinsam mit Stadt, Träger*innen und weiteren versierten Akteur*innen fertiggestellt werden soll? Um ein gesamtstädtisches Inklusionskonzept bis Ende 2022 zielführend entwickeln zu können, nahm der Fachbereich Kindertagesbetreuung der Sozial- und Jugendbehörde im Juni 2021 die Chance wahr und be- warb sich im Rahmen der Projektförderung „Trägerspezifische innovative Projekte“ (TiP) des Landes Baden- Württemberg mit dem Modellprojekt „Vielfalt nutzen und Bildung stärken: Qualität entwickeln durch Viel- falt in Kindertageseinrichtungen in Karlsruhe“ (ViBi-Q). Ende September 2021 wurde der Antrag positiv beschieden und das Vorhaben konnte rückwirkend zum 1. September 2021 starten. Damit wurden die strukturellen und personellen Ressourcen für diesen wichtigen Entwicklungsprozess geschaffen, dessen Ziel es ist, eine umfassende Teilhabe für jedes Kind von Beginn an zu ermöglichen, es vor Ausgrenzung zu schüt- zen und gerechte Bildungschancen sicherzustellen. Das partizipative Projektkonzept ist darauf ausgerichtet, die Beteiligten aktiv einzubinden, Ressourcen ein- richtungs- und trägerübergreifend zu bündeln, miteinander und voneinander zu lernen und dadurch Syner- gieeffekte zu generieren. Dies ist insbesondere vor dem Hintergrund der großen Trägervielfalt in Karlsruhe – rund 200 Kindertageseinrichtungen werden von rund 50 unterschiedlichen Trägern betrieben, wovon 22 Einrichtungen in städtischer Trägerschaft liegen – eine große Aufgabe, da es umfangreicher, komplexer Abstimmungs- und Steuerungsprozesse bedarf, um eine umfassende Beteiligung zu ermöglichen. Das Mo- dellprojekt wird bis zum 31.12.2022 gefördert. Da die geplanten Projektstellen erst nach der Förderzusage durch das Land geschaffen werden konnten, startete das Projektteam im September 2021 zunächst in kleiner Besetzung. Neben einem Klausurtag zur konzeptionellen Abstimmung im Oktober 2021 wurden intensive Gespräche innerhalb bestehender und neuer Arbeitsgruppen geführt, eine Lenkungsgruppe installiert, Vernetzungsstrukturen analysiert und Ko- operationen angeregt. Zum 1. Februar 2022 konnten nun auch die städtisch angesiedelten Stellen der Pro- jektleitung sowie zweier Prozessbegleitungen erfolgreich besetzt werden. 2. Welche Träger*innen und welche weiteren versierten Akteur*innen sind bereits in die Erarbeitung des Inklusionskonzepts eingebunden? Im Rahmen der Thematik hat sich bereits vor Projektantrag als Arbeitsgruppe der „Runde-Tisch Inklusion in Kindertageseinrichtungen“ aus Trägervertretungen, Einrichtungsleitungen, Fachschule und anderen fach- spezifischen Institutionen und verschiedenen Fachabteilungen der Stadtverwaltung als Fachgremium unter Federführung der Sozial- und Jugendbehörde gebildet. Damit das Gremium „arbeitsfähig“ ist, hat sich aus diesem Teilnehmendenkreis inklusive des Gesamtelternbeirats Karlsruher Kindertageseinrichtungen (GKK) eine Unterarbeitsgruppe gebildet, welche im Projekt schwerpunktmäßig involviert ist und regelmäßig den Teilnehmenden des Runden Tisch Inklusion über den Verlauf und jeweils aktuellen Stand berichtet. – 2 – Zusätzlich wird das Modellprojekt über die gesamte Laufzeit aktiv durch den Städtetag Baden-Württemberg (STBW) begleitet und beraten. Im Rahmen der wissenschaftlichen Begleitung soll darüber hinaus die hoch- schulische Zusammenarbeit initiiert werden. 3. Welche Vereine und Fachverbände, die sich seit vielen Jahren hauptamtlich oder ehrenamtlich für Inklusion engagieren und über hohe Fachexpertise verfügen, werden zeitnah noch eingebunden? Gehö- ren dazu u. a. Reha Südwest, die Karlsruher Vereinigung zur Hilfe für psychisch kranke Kinder und Ju- gendliche e.V. sowie EFI Karlsruhe – Eltern und Freunde für Inklusion e.V.? Im Rahmen nächster Projektschritte werden die Gespräche mit den Expert*innen und dem breiten Kreis der Akteur*innen in Karlsruhe in den kommenden Wochen durch das Projektteam weitergeführt und inten- siviert. Reha Südwest und die Karlsruher Vereinigung zur Hilfe psychisch kranker Kinder und Jugendliche e.V. sind eingebunden über die Teilnahme an der Unterarbeitsgruppe. Die Bedarfe der Eltern finden über die Teilnahme des GKK Berücksichtigung. Durch die Teilnahme des Fachbereichs Kindertagesbetreuung an den Sitzungen von EFI Karlsruhe – Eltern und Freunde für Inklusion e.V. - findet die Multiplikation von Posi- tionen und Themen in beide Richtungen statt und wird entsprechend bei den Überlegungen innerhalb der Konzeptionierung berücksichtigt. 4. Welche besonderen Schwerpunkte sind beim Inklusionskonzept vorgesehen? Welchen Stellenwert hat dabei die Inklusion von Kindern mit besonders herausfordernden Verhaltensweisen, für die es derzeit noch keine strukturellen Fördersysteme gibt? Die konzeptuellen Schwerpunkte des zu entwickelnden Inklusionskonzepts folgen dem übergeordneten Ziel, gerechte Bildungschancen für jedes Kind, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, Religionszugehörig- keit, Behinderung, sozioökonomischem Status, etc., sicherzustellen. Entlang dieses projektleitenden Grund- gedankens für eine umfassende Teilhabe sollen Strukturen aufgebaut werden, die es ermöglichen, Bil- dungsbenachteiligungen zu identifizieren, abzubauen und jedes Kind individuell fördern und begleiten zu können. Innerhalb des Modellprojekts werden dementsprechend gezielt die Bedarfslagen in den Kinderta- geseinrichtungen in den Blick genommen, wie bspw. die Inklusion von Kindern mit herausfordernden Ver- haltensweisen, um tragfähige strukturelle Lösungsansätze mit den Beteiligten auszuarbeiten. Hier fokus- siert das Inklusionskonzept insbesondere auf die multidisziplinäre Vernetzung der Akteur*innen und Ex- pert*innen der frühen Bildung in Karlsruhe, die Professionalisierung von Fachkräften sowie die Stärkung und Begleitung der Kindertageseinrichtungen, Kinder und Familien. Im Sinne einer lernfähigen Konzept- struktur gilt es, diese Strukturen bedarfsorientiert aus der Praxis heraus abzuleiten und wissenschaftlich begleitet zu entwickeln und auf die Expertise vorhergehender Erhebungen und Erfahrungen zurückzugrei- fen. 5. Welche Meilensteine des Konzepts wird die Stadtverwaltung bis 1. Mai 2022 beim Land einreichen? Im Rahmen der Bewerbung für die Projektförderung durch das Land Baden-Württemberg musste ein um- fangreiches Projektkonzept nebst definierten Meilensteinen eingereicht werden. Unter Berücksichtigung zeitlicher Veränderungen und bedarfsorientierter Anpassungen im Projektverlauf sollen bis Ende April 2022 folgende Meilensteine umgesetzt werden: Meilenstein 1: Das bedarfsorientierte Vernetzungskonzept ist erstellt, welches die Grundlage bildet für weitere Schritte und Planungen der nächsten Projektphase. Meilenstein 2: Passgenaue Beratungs-, Fortbildungs- und Professionalisierungsangebote werden für Kin- dertageseinrichtungen bereitgestellt, deren Wirkungen im weiteren Projektverlauf evaluiert werden. Meilenstein 3: Individuelle Zielvereinbarungen für Kindertageseinrichtungen werden festgelegt und im Verlauf überprüft und stellen die Basis für die nächsten Projektschritte, bspw. Nachsteuerungen etc. dar.

  • Protokoll GR 22.02.2022 TOP 24
    Extrahierter Text

    Niederschrift 35. Plenarsitzung des Gemeinderates 22. Februar 2022, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 22. Punkt 24 der Tagesordnung: Stand der Entwicklung eines gesamtstädtischen Inklusionskonzepts Anfrage: SPD Vorlage: 2022/0075 Beschluss: Kenntnisnahme von der Stellungnahme der Verwaltung Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 24 zur Behandlung auf und stellt fest, die Stellungnahme liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldungen) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten 24. Februar 2022