Hauptbahnhof Süd - Bankauswahl

Vorlage: 2022/0021
Art: Beschlussvorlage
Datum: 07.01.2022
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Gartenbauamt
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Hauptausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 08.02.2022

    TOP: 5

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: mehrheitlich zugestimmt

Zusätzliche Dateien

  • Hauptbahnhof Süd - Bankauswahl
    Extrahierter Text

    Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2021/0021 Verantwortlich: Dez. 5 Dienststelle: Gartenbauamt Hauptbahnhof Süd - Bankauswahl Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Ausschuss für öffentliche Einrichtungen 26.01.2022 3 X vorberaten Hauptausschuss 08.02.2022 5 X Beschlussantrag (Kurzfassung) Für den neugestalteten Platz am Hauptbahnhof Süd soll als Sitzelement die Bank „Comunitario“ des Herstellers Santa & Cole verwendet werden. Im Gegensatz zur Möblierung auf dem Markplatz soll hier die Holzart Iroko verwendet, so können die beiden Varianten hinsichtlich ihres Pflegebedarfes, Robustheit und Lebensdauer verglichen werden. Der Hauptausschuss stimmt nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtung dem Vorschlag zu. Finanzielle Auswirkungen Ja ☒ Nein ☐ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: im Gesamtprojekt enthalten Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☒ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Der Platz südlich des Hauptbahnhofes wird planmäßig ab April 2022 neu gestaltet. Grundlage für die Planung bildet das Wettbewerbsergebnis des Büros bauchplan ).( aus München. Bei der Auswahl des Sitzmobiliars hat die Verwaltung vorgeschlagen, auf einen neuen Banktypen zu verzichten und einen Banktypen auszuwählen, der bereits im öffentlichen Raum der Stadt zum Einsatz kommt. Letztlich wurde der Banktyp vorgeschlagen, der auf dem Markplatz aufgestellt worden ist. Dieser Banktyp bietet sich in idealer Weise an, da er sehr gut zu den übrigen Entwurfselementen der neuen Platzgestaltung passt. Es sind insgesamt 12 Bänke vorgesehen. Die Bank „Comunitario“ der Firma Santa & Cole wurde in einem intensiven Abstimmungsprozess begutachtet und ausgewählt. Sie bietet einen guten Sitzkomfort und wird von der Bevölkerung sehr gut angenommen. Die Rückmeldungen sind durchweg positiv. Dies spricht für die Verwendung dieses Mobiliars. Lediglich der Einsatz der standardmäßig vorgesehenen Holzart Iroko aus tropischem Anbau wurde kritisch gesehen. Auf mehrheitlichen Wunsch des Gemeinderates wurde schließlich Robinienholz aus europäischer Produktion verwendet, nachdem der Hersteller diese Alternative angeboten hatte. Diese Bänke stehen seit Oktober 2020 auf dem neuen Karlsruher Marktplatz. Die natürliche Wuchsform der Robinie erfordert eine andere Verarbeitung des Holzes. So können nur Banklatten mit kurzen Längen aus dem Stammholz gewonnen werden, die dann zu längeren Latten zusammengefügt, miteinander verzahnt und verleimt werden müssen. Diese Nahtstellen (sogenannte finger joints) sind nicht vollständig witterungsbeständig und müssen von Zeit zu Zeit aufwändig nachbearbeitet werden, wodurch die Bankunterhaltungskosten deutlich steigen. Im Gegensatz dazu stellt sich das bislang verwendete Tropenholz hinsichtlich Optik, Haltbarkeit und Unterhaltungsaufwand deutlich vorteilhafter dar. Im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen am 23.09.2021 wurden die Mitglieder in einem Sachstandsbericht über die insbesondere an den Verleimungen aufgetretenen Rissbildungen informiert. Die Verwaltung ist mit der Herstellerfirma hierzu im Dialog. Die Veränderungen werden beobachtet und im kommenden Frühjahr erneut begutachtet. In besagter Ausschusssitzung wurde bereits darauf hingewiesen, dass für das Mobiliar des Platzes am Hauptbahnhof Süd relativ zeitnah eine Entscheidung getroffen werden muss, welche Holzbelattung dort zum Einsatz kommen soll. Die Verwaltung empfiehlt hier die Verwendung von Iroko. Beide Holzarten, Iroko wie auch Robinie, stammen aus zertifiziertem Anbau, wodurch nachgewiesen ist, dass kein Urwald zur Holzproduktion gerodet wird. Die Gründe für die Präferierung von Iroko sind hier im Einzelnen aufgeführt: - Die Gesamtgestaltung der Bank besticht durch die relativ starken Holzprofile. Zusammengefügte Latten bzw. an den Stirnseiten gestoßene Latten widersprechen im Grunde dieser Gestaltungsabsicht. Mit der Bildung von Rissen muss daher immer gerechnet werden. Die Rissbildung ist bei Iroko aufgrund der besonderen Holzstruktur vergleichsweise gering. - Robinienholz ist derzeit laut Hersteller nicht lieferbar. - Robinienholz, insbesondere das verleimte, benötigt eine regelmäßige Lasur, wodurch Unterhaltung und Pflege deutlich aufwändiger sind als bei Iroko. - Die Lebensdauer ist bei Iroko vermutlich deutlich länger als bei Robinie, so dass viel seltener Latten ausgetauscht werden müssen. Das ist wirtschaftlicher und letztlich insgesamt auch nachhaltiger. – 3 – Die Verwaltung schlägt diese Vorgehensweise auch vor, da sich dadurch die Möglichkeit ergibt, an zwei Referenzprojekten, nämlich am Marktplatz und auf dem Platz am Hauptbahnhof Süd, die beiden Holzarten zu beobachten, zu vergleichen und dann zu entscheiden, welche Holzart zukünftig weiterverwendet werden soll. Bei der Verwendung der Standardbank mit Iroko kommt noch ein gestalterischer Aspekt zum Tragen. Der „Urtyp“ dieser Bank weist zwei unterschiedliche Sitztiefen auf, wodurch sich ein vielfältiges Sitzangebot bietet. Bei der mit Robinienholz belegten Bank musste seitens des Herstellers auf diese Asymmetrie verzichtet werden, da wuchsformbedingt für die Bankausstattung nur reduzierte Holzprofile zur Verfügung stehen. Die komplette Fertigstellung des Platzes am Hauptbahnhof Süd wird planmäßig im Herbst 2023 erfolgen. Es ist jedoch vorgesehen, Teilabschnitte nach deren Fertigstellung zur Nutzung freizugeben. Teilbereiche könnten daher schon im Sommer 2022 zur Nutzung bereitstehen, so dass die Ausstattungselemente eingebaut werden müssen. In der Ausschusssitzung am 23.09.2021 wurde bereits darauf hingewiesen, dass zeitnah die Entscheidung zum weiteren Vorgehen getroffen werden muss, damit das Mobiliar bestellt werden und die Fertigung beginnen kann. Die Verwaltung bittet die Ausschussmitglieder um Zustimmung zur vorgeschlagenen Vorgehensweise. Beschluss: Antrag an den Hauptausschuss Der Hauptausschuss stimmt nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtung dem Vorschlag zu.

  • Protokoll TOP 5 HA_08_02_2022
    Extrahierter Text

    Niederschrift 26. Sitzung Hauptausschuss 8. Februar 2022, 16:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitz: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 5. Punkt 5 der Tagesordnung: Hauptbahnhof Süd - Bankauswahl Vorlage: 2022/0021 Beschluss: Der Hauptausschuss stimmt nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtung dem Vor- schlag zu. Abstimmungsergebnis: Bei 3 Nein-Stimmen und 1 Enthaltung mehrheitlich zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 5 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen. Stadtrat Löffler (GRÜNE) merkt an, in der Vorlage stehe, dass aktuell Robinienholz nicht verfüg- bar sei. Daher stelle sich nicht die Frage, eine andere Holzart als Iroko zu verwenden. Könne man dies bestätigen? Im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen seien weitere Informationen angefordert worden. Diese habe man inzwischen erhalten. Aus Sicht seiner Fraktion wäre es gut, wenn dies weiterver- folgt werde, gerade was die Transportwege und damit verbundene Umweltauswirkungen an- gehe. Gut wäre ein Vergleich der 12 Iroko-Bänke auf dem Bahnhofvorplatz Süd und der Bänke auf dem Marktplatz. Stadtrat Müller (CDU) fehlt das Grundverständnis, dass man sich immer wieder in Bezug auf Stadtmöblierung bei den Bänken über Tropenholz unterhalte, als gäbe es keine Alternativen. Auf dem Berliner Platz seien jetzt jedoch Bänke aus dem Holz der Gebirgslerche installiert worden. Dieses Holz komme aus der Alpenregion. Hier müsse man sich nicht über Transport mit CO 2 -Aus- stoß, über Schiffwege mit Schweröl oder sonstigem unterhalten. Das Holz der Gebirgslerche sei auch verwendbar für Bänke am Bahnhof Süd sowie für alle anderen Örtlichkeiten im Freien. Der einzige Vorteil des Iroko-Holzes bestehe darin, dass man auf einer Banklänge von 4 m nicht – 2 – verleimen müsse. Der Berliner Platz zeige auf, dass man die Möglichkeit habe, andere Holzarten zu verwenden. Seine Fraktion stelle daher den Antrag auf Verweisung in den Gemeinderat. Es bedürfe einer öf- fentlichen Diskussion im Gemeinderat. Stadtrat Høyem (FDP) weist darauf hin, Deutschland sei eine Exportnation. Man könne anderen Ländern jedoch nur helfen, wenn man Export aus diesen Ländern akzeptiere. Es sei scheinheilig, wenn man überall hin exportiere, und dann versuche zu vermeiden, Rohstoffe aus anderen Län- dern zu importieren. Stadträtin Melchien (SPD) trägt den vorgeschlagenen Weg der Verwaltung mit. In der Verwal- tungsvorlage stehe, dass man eine zeitnahe Entscheidung benötige. Werde die Vorlage in den Gemeinderat verwiesen, könne eine Behandlung jedoch erst im März stattfinden. Werde dies problematisch für das Ziel, im Sommer schon die ersten Bänke zu stellen? Stadtrat Dr. Schmidt (AfD) schließt sich der Argumentation von Herrn Stadtrat Høyem an. Als Ge- meinderat habe man sich für diesen Banktyp, welcher jetzt auch auf dem Marktplatz stehe, ent- schieden. Hierfür benötige man ein besonderes Holz. Der Hersteller habe von Anfang an Iroko- Holz dafür in der Verwendung. Allerdings habe sich der Gemeinderat für eine Alternative ent- schieden, welche jedoch nicht so witterungsbeständig sei wie Iroko-Holz. Jetzt einen Vergleich zu haben mit Bänken aus Iroko-Holz, sei ein guter Weg. Seine Fraktion sei dafür. Er verstehe nicht, warum man das Thema im Gemeinderat diskutieren wolle. Man sei jetzt im Hauptausschuss öf- fentlich. Stadtrat Kalmbach (FW|FÜR) ist überzeugt, es wäre richtig gewesen, Iroko-Holz zu nehmen. Es habe sich nun gezeigt, dass die Robinie nicht geeignet sei. Daher sollte man jetzt dem Vorschlag der Verwaltung folgen. Stadtrat Hofmann (CDU) stellt fest, nur weil man sich für einen bestimmten Banktyp entschieden habe, benötige man diese Holzart. Sowohl am Berliner Platz als auch bei St. Stephan habe man andere Bänke, andere Hölzer. Warum müsse es dann dieser Banktyp sein, wenn man immer wie- der die gleiche Schwierigkeit habe? Seine Fraktion bitte darum, noch einmal zu recherchieren, warum man nicht auf den anderen Banktyp einschwenke, der schon an vielen Stellen in der Stadt stehe. Der Vorsitzende weist darauf hin, es gebe eine Vorlage der Verwaltung. Es gebe weder einen Än- derungsantrag bezüglich eines anderen Banktyps, noch einen Änderungsantrag, der die alpine Lerche beantrage. Es gebe jetzt den Antrag auf Verweisung in den Gemeinderat zur Entscheidung. Nach Satzung be- nötige man hierzu 4 Hauptausschuss-Mitglieder, die dies wünschten. Er lässt über diesen Geschäftsordnungsantrag abstimmen; dieser ist mit 3 Ja-Stimmen abgelehnt. Anschließend lässt er über die Verwaltungsvorlage abstimmen und stellt bei 3 Nein-Stimmen und 1 Enthaltung ansonsten Zustimmung fest. – 3 – Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 14. Februar 2022