Fianzielle Förderung von neuen Projekten
| Vorlage: | 2021/1285 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 26.10.2021 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Sozial- und Jugendbehörde |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach, Mühlburg, Oberreut |
Beratungen
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Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2021/1285 Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: BfI Finanzielle Förderung von neuen Projekten Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Migrationsbeirat 10.11.2021 3 x Beschlussantrag Der Migrationsbeirat stimmt der Vorlage zu und empfiehlt die vorgeschlagene Förderung der Projekte mit Mitteln des Integration- und Flüchtlingsfonds für 2021 im Rahmen der Förderrichtlinien zur Förderung von Migrantenvereinen sowie mit Mitteln des Büros für Integration 2021 im Rahmen der festgeschriebenen Ziele des Integrationsplans und des IQ-Projektes „Durchgängige Sprachbildung“. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen | Erträge (Zuschüsse und Ähnliches) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzüglich Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja ☒ Nein ☐ 2021: 59.800 € 2021: 59.800 € Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja ☒ Nein ☐ Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: ☐ Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) ☐ Umschichtungen innerhalb des Dezernates ☐ Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Durchgängige Sprachbildung Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Träger Projekt Förderbetrag Laufzeit Zuschusstopf Landsmannschaft der Deutschen aus Russland (LDR) Grenzenlose Theaterkunst 16.000 € 01.09.2021 – 31.08.2023 Integrations- und Flüchtlingsfonds Verein für Jugendhilfe (VfJ) BiZuKi-E 29.800 € 01.12.2021 – 31.08.2022 Mittel BfI Rumänisch-Deutsche Vereinigung in Baden-Württemberg (RDVBW) arKA (Ajutor pentru Romani in Karlsruhe - Hilfe für die Rumänen aus/in Karlsruhe) 14.000 € 01.12.2021 – 30.11.2022 Mittel BfI Gesamtsumme 59.800 € Summe Integrations- und Flüchtlingsfonds 2021 16.000 € Summe Mittel BfI 2021 43.800 € Die Zuschussbeträge sind im Integrations- und Flüchtlingsfonds sowie bei den Mitteln des Büros für Integration verfügbar. Nachfolgend werden die beantragten Projekte kurz vorgestellt. In den Anlagen 3.1, 3.2 und 3.3 werden die Projektförderanträge in Form von tabellarischen Darstellungen ausführlich beschrieben. Top 3.1 Grenzenlose Theaterkunst Das Projekt richtet sich an Jugendliche, junge Erwachsene und Erwachsene, jeden Alters, mit und ohne Migrationshintergrund und möchte sie mit und durch Kultur verbinden. Die Teilnehmenden berichten von ihren prägendsten Eindrücken, Erlebnissen und Erfahrungen in Deutschland. Diese Geschichten werden gemeinsam zu einem Skript ausgearbeitet und sollen in Erzählform auf die Bühne gebracht werden. Jede und jeder der Teilnehmenden bringt sich mit seinen individuellen Stärken und Interessen ein, übernimmt Aufgaben wie beispielsweise Regie, Schauspiel, Tontechnik, Kostüm und Maske, Bühnenbild, Beleuchtung. Ziel ist eine gemeinsame Aufführung. Das Projekt wird in drei Phasen mit jeweils zwei Gruppen mit analogem Ablauf durchgeführt. Zum Ende der Projektlaufzeit gibt es ein Best-Off aus allen sechs Aufführungen. Die Teilnehmenden lernen durch die künstlerische Auseinandersetzung mit ihrer Migrationserfahrung ihre eigenen Ressourcen und Stärken zu nutzen. Der Zuschuss ist eine Kofinanzierung, das Projekt wird hauptsächlich (100.000 €) über den Projektfördertopf „Ort der Toleranz“ der Baden-Württemberg Stiftung gefördert. Die Antragsstellung durch die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. Ortsgruppe Karlsruhe erfolgte nach einem Hinweis zum Förderaufruf durch das Büro für Integration. Top 3.2 BiZuKi E (Elementarbereich) Das Projekt Bizuki E wurde als ein Ergebnis der Fachkräfte-Workshops des Sprachbildungsnetzwerk Durlach konzipiert, die im Rahmen des IQ-Projekts „Durchgängige Sprachbildung“ in den Stadtteilen Durlach und Mühlburg durchgeführt wurden. Das Projekt fokussiert sich auf die Förderung aller Kinder im Elementarbereich, die einen Förderbedarf im Bereich Deutsch als Bildungssprache aufweisen, um eine durchgängige Förderung in diesem Bereich beim Übergang in die Primarstufe sicher zu stellen. Parallel deckt dieses Projekt einen wichtigen Baustein der Fortschreibung des Karlsruher Integrationsplans ab und richtet sich speziell an Einrichtungen der Kindertagespflege, welche nicht am Bundesprogramm „Sprachkita – 3 – – weil Sprache der Schlüssel zur Welt ist“ teilnehmen und somit keine zusätzlichen Fördermittel und Personalressourcen erhalten. Der Stadtteil Durlach gilt für dieses Projekt als „Pilot“. Nach dem aktuellen Kitajahr wird das Projekt evaluiert und perspektivisch auf Mühlburg und weitere Stadtteile ausgeweitet. Im Rahmen der Drittmittelaquise wurde eine Kofinanzierung in Form einer Spende beim Durlacher Selbst e.V. beantragt. Top 3.3 arKA (Ajutor pentru Romani in Karlsruhe - Hilfe für die Rumänen aus/in Karlsruhe) Es handelt sich um ein Projekt der Rumänisch-Deutschen Vereinigung in Baden-Württemberg (RDVBW), mit Tätigkeitsschwerpunkt in Karlsruhe. arKA soll vor allem für aus Rumänien stammende Migrantinnen und Migranten als niederschwellige Anlaufstelle dienen und dabei das Angebot von bestehenden Migrationsberatungstellen ergänzen. arKA sieht sich als ganzheitliche Beratung, die nicht nur die Menschen an die Fachstellen weitervermittelt, sondern auch dorthin begleitet und so sicherstellt, dass die Hilfe ankommt und auch angenommen wird. Die Förderung trägt dazu bei, die Verfestigung von negativen Effekten einer nicht stattfinden Integration zu verhindern. Die Rumänisch-Deutsche Vereinigung in Baden-Württemberg leistet bereits seit vielen Jahren einen großen Beitrag für die Integration rumänischer Mitbürgerinnen und Mitbürger in Karlsruhe. Das Projekt läuft bereits seit 2018 Jahren erfolgreich und wurde bislang durch Eigenmittel des Vorstandes, Spenden, Ehrenamtliche finanziert. Das bestehende Angebot der Integrationsberatung soll nun von drei auf fünf Wochentage erweitert werden. Mit der städtischen Förderung soll ermöglicht werden, dass eine Person auf 450 Euro Basis eingestellt werden kann und die Ehrenamtlichen eine finanzielle Aufwandsentschädigung erhalten.
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Büro für Integration TOP 3.1. Seite 1 von 4 Projektträgerin Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. Ortsgruppe Karlsruhe (LDR) Projektname Grenzenlose Theaterkunst Projektzeitraum 01.09.2021 - 31.08.2023 Finanzierung Förderperiode 09.2021 - 08.2023 Projektkosten 126.000 € Drittmittel (79%) 100.000 € Eigenmittel 10.000 € Beantragter Zuschuss 16.000 € Von der Stadt geplanter Zuschuss 16.000 € Projektkurzbeschreibung Das Projekt richtet sich an Jugendliche, junge Erwachsene und Erwachsene, jeden Alters, mit und ohne Migrationshintergrund und möchte sie mit und durch Kultur verbinden. Die Teilnehmenden berichten von ihren prägendsten Eindrücken, Erlebnissen und Erfahrungen in Deutschland. Diese Geschichten werden gemeinsam zu einem Skript ausgearbeitet und sollen in Erzählform auf die Bühne gebracht werden. Jede und jeder der Teilnehmenden bringt sich mit seinen individuellen Stärken und Interessen ein, übernimmt Aufgaben wie beispielsweise Regie, Schauspiel, Tontechnik, Kostüm und Maske, Bühnenbild, Beleuchtung. Ziel ist eine gemeinsame Aufführung. Das Projekt wird in drei Phasen mit jeweils zwei Gruppen mit analogem Ablauf durchgeführt. Zum Ende der Projektlaufzeit gibt es ein Best-Off aus allen sechs Aufführungen. Die Teilnehmenden lernen durch die künstlerische Auseinandersetzung mit ihrer Migrationserfahrung ihre eigenen Ressourcen und Stärken kennen. Der Zuschuss ist eine Kofinanzierung, das Projekt wird hauptsächlich über den Projektfördertopf „Ort der Toleranz“ der Baden-Württemberg Stiftung gefördert. Die Antragsstellung durch die Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e. V. Ortsgruppe Karlsruhe erfolgte nach einem Hinweis zum Förderaufruf durch das BfI. 1. Projektziel Zielgruppe Jugendliche, junge Erwachsene und Erwachsene aus unterschiedlichen Herkunftsländern, die in Karlsruhe leben, sich mit ihrer Migrations- und Fluchtgeschichte auseinandersetzen möchten, um ihre kulturellen Facetten kennenzulernen. Handlungsfelder des Karlsruher Integrationsplans ▪ Bildung und Sprache ▪ Gesellschaftliche Integration ▪ Interkulturelle Begegnung ▪ Bürgerschaftliches Engagement ▪ Förderung von Migrantenvereinen Zielsetzung ▪ Die Ressourcen der Teilnehmenden werden wertgeschätzt und Strategien entwickelt, wie sie ihre „mitgebrachten“ Kompetenzen und Erfahrungen sichtbar machen und einsetzen können, im Sinne eines Empowerments. ▪ Es wird geworben für eine offene und vielfältige Gesellschaft. Dabei sollen die Akzeptanz von „anders sein“, andere Biografien sowie tolerante Einstellungen und das Anerkennen anderer Meinungen gefördert werden. Die Fähigkeit Herausforderungen anzunehmen Büro für Integration TOP 3.1. Seite 2 von 4 und diesen zu begegnen soll gestärkt werden. Integrationsfördernde Wirkung für die Teilnehmer/-innen ▪ Abbau von Sprachbarrieren ▪ Abbau von interkulturellen Hindernissen ▪ Begegnung zwischen den Kulturen ▪ Stärkung der eigenen Kompetenzen 2. Projektbeschreibung/ Maßnahmen Geplante Aktivitäten/ Maßnahmen Je Durchlauf bilden sich für eine Dauer von zehn Monaten zwei kleine Theaterteams, so können innerhalb der gesamten Projektlaufzeit zwi- schen 48 – 60 Personen teilnehmen. Eine Gruppe in Oberreut und eine weitere in wechselnden Stadtteilen. Die Teilnehmenden suchen sich im Rahmen des Projekts Aufgaben nach ihren individuellen Stärken und Interessen aus, wie z. B. Regie, Schauspiel, Tontechnik, Kostüm und Mas- ke, Bühnenbild, Beleuchtung. Das Team erarbeitet eine gemeinsame Produktion, die aus den Lebensgeschichten der Teilnehmenden entsteht. Im Abstand von ca. zwei Monaten findet unter den Gruppen eine Interaktion statt, bei dem das Gelernte, Zwischenerfolge und Fortschritte ausgetauscht werden und gegenseitiges Feedback gegeben wird. Bei der Aufführung, am Ende eines jeden Durchlaufs, werden im Saal 4-5 kleine Bühnen positioniert, auf denen die Schauspielerinnen und Schauspieler die Lebens-Miniaturen spielen. Die Bühnen dienen gleichzeitig als Symbole für die unterschiedlichen „Orte der Toleranz“. Das Publikum muss sich bei jeder Miniatur (Bühne) den Spielenden zuwenden (drehen, suchen, aufstehen). Eine Metapher dafür, dass Verständnis und Toleranz für Menschen und ihre Geschichten, sich nur dann entwickeln können, wenn wir uns einander zuwenden, zuhören, zusehen und unsere Perspektive wechseln. Zum Ende der ersten Phase werden zwei neue Gruppen gebildet, die im Anschluss an die Aufführung mit einer neuen Projektphase starten. Das Projekt wird filmisch begleitet, um die Entwicklung der Teilnehmenden festzuhalten. Zum Ende der Projekt- laufzeit gibt es ein Best-Off aus allen sechs Aufführungen und einen Kurzfilm über das Projekt. Zusätzlich finden Multiplikatoren Schulungen statt, bei denen Ehrenamtliche und Mitarbeitende der LDR e. V. Ortsgruppe Karlsruhe anhand des Beispiels „Grenzenlose Theaterkunst“ andere LDR Ortsgruppen in Baden-Württemberg schulen und ihre Erfahrungen teilen. Bei allen Aktivitäten werden die aktuell geltenden Corona-Vorschriften und Auflagen beachtet. Sollte es aufgrund einer Verschärfung der Corona-Auflagen zu erneuten Einschränkungen kommen, können die Gruppen geteilt oder ggfs. ins Freie verlegt werden. Zeitplan Das Projekt ist in drei Durchläufe mit jeweils zehn Monate angedacht. 1. – 2. Monat: Gruppenfindung, Kennenlernen und Geschichtensammlung 2. – 3. Monat: Ausarbeiten der Skripte, Verteilung der Rollen und Aufgaben 4. – 8. Monat: Bühnenbild erstellen inkl. Requisiten und Kostüme, Beleuchtung, Technik und Inszenierung proben 9. Monat: Vorbereitung der Endproben und Aufführung, Akquise der neuen Teilnehmenden 10. Monat: Reflexion der ersten Phase, Filmschnitt, Multiplikatoren Schulung und Workshops Erreichen der Zielgruppe Durch die langjährige (60 Jahre) Integrationsarbeit in Karlsruhe und die Kooperationsarbeit mit verschiedenen Institutionen wie dem IBZ, der Büro für Integration TOP 3.1. Seite 3 von 4 AWO, der eigenen Migrationsberatungsstelle und anderen Migrantenvereinen, ist der Träger gut vernetzt. Es werden Gespräche mit einzelnen Institutionen bzw. Vereinen geführt. So wird gewährleistet, dass die Gruppen aus Teilnehmenden mit verschiedenen kulturellen Hintergründen besteht. Arbeitsmethoden ▪ gezielte Fragestellungen und aktives Zuhören ▪ Wissenstransfer und Ideenaustausch ▪ Vorbildcharakter und Nachahmung bei regelmäßigen Proben ▪ gemeinsames Ausarbeiten jeder Szene (selbstständiges Denken und Handeln) Aufgabenverteilung Projektleitung: Die künstlerische Leitung und Regie übernimmt eine Mitarbeiterin der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland e.V., sie ist freie Künstlerin und Choreografin, Schneiderin und Elternmentorin. Honorarkräfte: Projektassistenz, Koordination und Theaterpädagogen. Ehrenamtliche Mitarbeitende: Unterstützen mit ihren Fachkompetenzen die Durchführung der kreativen Arbeiten und werden als Multiplika- toren geschult, um die Teilnehmenden zu begleiten. Für die Öffentlichkeitsarbeit ist ein Mitarbeiter der LDR zuständig. Migrantenvereine: Unterstützen bei der Vermittlung von Interessenten, z. B. Rumänischer Verein, Türkischer Elternverein, Afrikanischer Ver- ein, Kroatischer Verein. Ehrenamtliche aus den jeweiligen Vereinen, können ggfs. als Übersetzer fungieren. Die Ehrenamtlichen der verschiedenen Migrantenvereine leisten seit mehreren Jahren im eigenen Verein Integrationsarbeit und können bei Bedarf helfen, die sprachlichen oder kulturellen Barrieren zu überwinden Erfahrungen aus früheren Projekten Seit ca. 60 Jahren ist die LDR in der Migrationsarbeit aktiv. Seit ca. 15 Jahren werden Migrantinnen und Migranten aus verschiedenen Kulturen betreut und unterrichtet u. a. in Tanz, Kunst, Darstellende Kunst und Musik. Seit mehreren Jahren werden große Produktionen generations- übergreifend inszeniert, bei denen ca. 80-90 Mitwirkende auf der Bühne und hinter der Bühne aktiv mitarbeiten. Bühnenbild, Kostüme und Requisiten werden in eigener Regie angefertigt. Es werden Ausstellungen organisiert und aktiv bei Veranstaltungen der Stadt Karlsruhe mit Vorführungen und Lesungen mitgewirkt, z. B. auch bei den „Wochen gegen Rassismus“. Zusätzlich läuft sehr erfolgreich das Projekt „Alle unter einem Dach“, das generationsübergreifende Aktivitäten beinhaltet. Durch diese intensive sowohl hauptamtliche als auch ehrenamtliche Arbeit und Kooperationen hat der Verein sehr viel Erfahrung gesammelt. 3. Projektbeteiligte Die Hauptplanung übernimmt die LDR e. V. Ortsgruppe Karlsruhe. Für die Zusammenführung der Gruppenteilnehmenden werden alle Migran- tenvereine angesprochen. In direkter Vermittlungsarbeit stehen die AWO, Türkischer Elternverein, Rumänischer Verein, Afrikanische Vereine, Kroatischer Verein und das IBZ. Bei Aktivitäten, bei denen sprachliche Barrieren hinderlich sein können, wird auf ehrenamtliche Dolmetsche- rinnen und Dolmetscher des jeweiligen Vereins zurückgegriffen. 4. Erfolgsmessung Zum Abschluss des Projektes findet eine Best-Off Aufführung statt (unter Corona-Bedingungen). Zudem wird die filmische Begleitung des Pro- jektes vorgeführt und/oder auf der Homepage der LDR und der Stadt Karlsruhe veröffentlicht. Zudem werden die Teilnehmenden mittels eines anonymen Fragebogens befragt. Dies dient als Basis zur Auswertung und Weiterentwicklung des Projektes. 5. Öffentlichkeitsarbeit Die erste Maßnahme ist die Ankündigung des bevorstehenden Projektes, um möglichst viele interkulturelle Teilnehmenden zu erreichen und auch das Interesse der Stadtgesellschaft zu wecken. Während des Projektverlaufs wird der Ablauf filmisch dokumentiert und auf der Webseite und den Social-Media-Kanälen des Trägers veröffentlicht (unter Berücksichtigung der Einwilligung der Teilnehmenden). Zum Ende jeder der Büro für Integration TOP 3.1. Seite 4 von 4 drei Projektphasen sowie am Projektende ist eine öffentliche Aufführung mit Publikum geplant (unter Beachtung der Corona-Richtlinien). Zu- dem wird eine Presseberichterstattung in Stadtteil-Heften sowie regionalen und überregionalen Zeitungen und Zeitschriften angestrebt. Die fertige filmische Dokumentation des Projektes wird auf der Homepage der Stadt Karlsruhe und auf YouTube präsentiert. 6. Anschlussfinanzierung Für die Projektlaufzeit von drei Jahren ist eine 79 %-Finanzierung über die Baden-Württemberg Stiftung vorhanden. Nach erfolgreichem Ende des Projektes wird eine Folgefinanzierung über die Stadt Karlsruhe angestrebt. Der Projektträger ist bestrebt, bei Stiftungen und privaten Geld- gebern Finanzierungsanträge zu stellen. Diese können erst nach Fertigstellung und Erfolg des Pilotprojektes gestellt werden. 7. Finanzierung 12.2020 – 12.2021 Kosten: Sachkosten gesamt: 44.000 € (Miete, Material, Reisekosten, Verpflegung) Personalkosten gesamt: 82.000 € Projektkosten gesamt: 126.000 € Finanzierung: Eigenmittel: 10.000 € Drittmittel (Baden-Württemberg Stiftung, 79 %): 100.000 € Beantragter Zuschuss Stadt: 16.000 € Geplanter Zuschuss Stadt: 16.000 € Empfehlung Büro für Integration Das Büro für Integration empfiehlt die Förderung des Projektes als Kofinanzierung zu der bewilligten Förderung der Baden-Württemberg Stif- tung unter dem Förderprogramm „Ort der Toleranz“. Das von der Landsmannschaft der Deutschen aus Russland vorgeschlagene Projekt erfüllt die Fördervoraussetzungen der Baden-Württemberg Stiftung vollumfänglich und wird mit einer Summe von 100.000 € gefördert. Die Baden-Württemberg Stiftung, sowie auch das Büro für Integra- tion, wollen Migrantenvereine stärken und stützen. Das Büro für Integration hält Projekte, die das Zusammenleben fördern, für einen wichti- gen Baustein der Willkommenskultur. Die LDR hat im Vorfeld der Antragstellung Gespräche mit verschiedenen Migrantenorganisationen und hauptamtlichen Trägern von Integrati- onsarbeit geführt und daraus Kooperationspartner gewonnen. Aus Sicht der Betroffenen und mit ihrer Erfahrung wird den Projektteilnehmen- den die Möglichkeit geboten, sich künstlerisch mit ihrer Migrationsgeschichte auseinander zu setzen. Die Teilnehmenden erlernen neue Kom- petenzen im Sinne des Empowerment-Ansatzes. Die LDR nutzt diese Methoden seit vielen Jahren in ihrer Vereinsarbeit und in dem seit Jahren erfolgreich laufenden Projekt „Alle unter einem Dach“, dessen Zielgruppe Kinder und Jugendliche sind. Die LDR ist dem Büro für Integration als engagierte, kreative und zuverlässige Projektträgerin bekannt, die mit ihren Projekten eine hohe Erfolgsquote erreicht und viel Fachkenntnis und Erfahrung einbringt. Die sich ändernde Pandemie-Situation wird im Projekt berücksichtigt. Das Projekt "Grenzenlose Theaterkunst“ wird vom Büro für Integration befürwortet. Es entspricht den Zielen des Karlsruher Integrationsplans, die Teilhabe von Migrantinnen und Migranten in unterschiedlichen Bereichen (Gesellschaft/Kultur/Weiterbildung) zu verbessern.
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Büro für Integration TOP 3.2. Seite 1 von 4 Projektträger Verein für Jugendhilfe Projektname BiZuKi-E (Elementarbereich) Projektzeitraum 01.12.2021 - 31.08.2022 Finanzierung Förderperiode 12.2021 - 08.2022 Projektkosten 29.808,73 € Beantragter Zuschuss 29.808,73 € Von der Stadt geplanter Zuschuss 29.800,00 € Kofinanzierung in Form einer Spende beim Durlach Selbst e.V. ist beantragt Projektkurzbeschreibung Das Projekt wurde im Rahmen der Fachkräfteworkshops zum IQ-Projekt „Durchgängige Sprachbildung“ entwickelt und startete bereits im vergangen Kindergartenjahr mit einer Pilotgruppe im Städtischen Kindergarten Dornwald in Karlsruhe-Durlach. Im laufenden Kindergartenjahr wird dieses Projekt nun auf insgesamt vier Kindergärten bzw. -Tagesstätten in Durlach ausgeweitet werden. Das Projekt richtet sich an Kindergartenkinder im letzten Jahr vor der Einschulung mit Förderbedarf in der deutschen Bildungssprache. Diese Kinder sind zwischen fünf und sechs Jahre alt. Die Kinder werden in Kleingruppen während des Kindergartenbetriebs gefördert. Pro Kindergarten können zwei Gruppen angeboten und somit maximal 32 Kinder gefördert werden. Folgende Einrichtungen haben bereits 2020 Bedarf und Interesse am Projekt angemeldet: - Städtischer Kindergarten Dornwald - Melanchthon Kindergarten - Luther Kindergarten - Kindergarten am Basler Tor Bei der Auswahl der Einrichtungen wurde hinsichtlich der Durchgängigkeit darauf geachtet, dass die Kinder nach ihrer Einschulung eine Grundschule besuchen werden, in der BiZuKi ebenfalls angeboten wird. 1. Projektziel Zielgruppe Kinder in den genannten vier Einrichtungen im letzten Jahr vor der Einschulung mit einem Förderbedarf hinsichtlich Deutsch als Bildungssprache unter Einbeziehung der Eltern. Handlungsfelder des Karlsruher Integrationsplans ▪ Bildung und Sprache Zielsetzung Büro für Integration TOP 3.2. Seite 2 von 4 ▪ Kindergartenkindern mit Förderbedarf in der deutschen (Bildungs-)Sprache wird eine zusätzliche Möglichkeit zum Spracherwerb angeboten, sodass sie ihre Sprachkenntnisse ausbauen und erweitern können. ▪ Mit dem Spracherwerb werden auch die Förderung der sozialen und emotionalen Kompetenzen sowie der Kulturerwerb einhergehen. ▪ Die Bildungschancen der Kinder werden durch die Überwindung sprachlicher Hürden erhöht werden. ▪ Die Förderung wird den Übergang vom Elementarbereich in die Grundschule erleichtern. ▪ Die Förderung in Form von BiZuKi-Unterricht wird bei Eintritt in die Grundschule fortgeführt werden. Integrationsfördernde Wirkung für die Teilnehmer/-innen Durch die Stärkung der Kompetenzen der Kinder können sie selbstbewusst den Übergang in die 1. Klasse meistern. In der Vergangenheit existierte Hürden und Defizite im bildungssprachlichen Bereich wurden abgebaut und sprachliche Kompetenzen erweitert. 2. Projektbeschreibung/ Maßnahmen Geplante Aktivitäten/ Maßnahmen Die Förderung findet während des Kindergartenbetriebs in Kleingruppen mit 3-4 Kindern in einem separaten Raum statt, so dass sich für die Eltern der Kinder hieraus keine zusätzlichen Hürden ergeben. Der Umfang beträgt zwei Unterrichtseinheiten pro Woche. Geleistet werden die Lerneinheiten von Honorarkräften des Verein für Jugendhilfe Karlsruhe e.V. Bei ihnen handelt es sich um Lehramtsstudent*innen oder Student*innen der Pädagogik der Kindheit der PH Karlsruhe oder weitere geschulte und geeignete Personen. BiZuKi-E versteht sich als Ergänzung der alltagsintegrierten Sprachförderung und setzt wesentliche Elemente daraus in der gezielten Sprachförderung um. Die sprachliche Entwicklung des Kindes wird als eines der wichtigsten Elemente der gesamten kindlichen Entwicklung anerkannt. In den BiZuKi-E-Einheiten wird Sprache im ganzheitlichen Sinne „begriffen“, also an der Lebenswelt der Kinder orientiert greifbar gemacht. In den BiZuKi-E-Einheiten werden Situationen geschaffen und Erfahrungen ermöglicht, in denen neue Begriffe, aber auch neue mögliche Satzbildungen gelernt werden. Die Begriffe und Satzkonstruktionen werden im Kontext des Themas, der Beschäftigung oder der Situation mehrmals wiederholt, so dass die Kinder sie verinnerlichen und in der Folge anwenden können. Es soll eine Sprachstanderhebung jeweils zu Beginn und zum Ende des Kindergartenjahres erfolgen. Diese dient als Grundlage für die Ausrichtung der individuellen Sprachförderung und auch zur zielgerichteten weiterführenden Förderung an der Grundschule. Ein erfahrenes Team des Vereins für Jugendhilfe unterstützt die Honorarkräfte und schult sie regelmäßig. Die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit Kindergartenleitung und Erzieher*innen ist Voraussetzung des Projekts. Auch die Eltern werden mindestens einmal im Schuljahr über die Inhalte des BiZuKi-E Unterrichts, die Testergebnisse des Kindes und den Entwicklungsfortschritts des Kindes informiert. Bei Bedarf werden zusätzliche Förder-/ Beratungsangebote vermittelt. Zeitplan Das Personal (studentische Honorarkräfte der Pädagogischen Hochschule Karlsruhe) wird aus einem bestehenden Pool an Interessenten akquiriert. Vorgespräche mit den jeweiligen Kindergärten finden bereits statt. Im Kindergarten Dornwald konnte seit April bereits mit einer Gruppe das Konzept erfolgreich erprobt werden. Vor Beginn der Gruppen werden die jeweiligen Honorarlehrkräfte durch Fachkräfte des Verein für Jugendhilfe geschult. Büro für Integration TOP 3.2. Seite 3 von 4 Nach der Bedarfsabfrage bei den Einrichtungen und Eltern und der entsprechenden Gruppeneinteilung, können die Gruppenangebote im Dezember/Januar starten. Zu Beginn der Gruppenphase werden die Kinder hinsichtlich ihres Sprachstands getestet. Erreichen der Zielgruppe Die Kindergartenleitung und die Erzieher*innen besprechen mit dem Projektträger den Bedarf in der Einrichtung. Die Eltern können sich bei Interesse auch direkt an die Ansprechpartner des Vereins für Jugendhilfe wenden. Eine schriftliche Anmeldung ist Voraussetzung für die Teilnahme. Die Eltern erhalten ein Infoschreiben in mehreren Sprachen und melden ihr Kind über die Erzieher*innen an. Arbeitsmethoden In den BiZuKi-Einheiten werden Situationen geschaffen und Erfahrungen ermöglicht, in denen neue Begriffe, aber auch neue mögliche Satzbildungen gelernt werden. Es wird auf eine alltagsintegrierte Sprachvermittlung Wert gelegt. Die Ausrichtung auf die Themen der Kinder führt zu einer lebenswelt- und entwicklungsorientierten Sprachförderung, welche die Kinder in ihren Kompetenzen achtet und stärkt. „Bewegung und Sprache“ ist ein weiterer Bestandteil der Förderung. Ein weiterer Bestandteil im letzten Kindergartenhalbjahr ist das „LOBO-Kindergartenprogramm“ zur Förderung der phonologischen Bewusstheit, das nach Einschulung im ersten Schulhalbjahr im BiZuKi-Unterricht als „LOBO-Schulprogramm“ fortgeführt werden soll. Aufgabenverteilung Honorarkräfte übernehmen die einzelnen Förderunterrichtseinheiten und die Testungen der Kinder. Sie übernehmen auch Anteile der Elternarbeit und halten Kontakt zu den Erzieher*innen. Pädagogische Fachkräfte des VfJ erarbeiten das Konzept und passen dies ggf. an. Sie sind Ansprechpartner für die Kindergartenleitung und zuständig für die Anleitung der Honorarkräfte und für die Elternarbeit. Die pädagogischen Fachkräfte und die zuständige Abteilungsleitung überprüfen die Abrechnungen der Honorarkräfte und sonstige Sachkosten. Sie sind Ansprechpartner für Kooperationspartner wie die Kindergartenleitung und das Büro für Integration. Erfahrungen aus früheren Projekten Die Honorarkräfte nutzen ihre Erfahrungen im Umgang mit Kindergartenkindern und ihre Expertise bzgl. Didaktik und Deutschförderung. Die pädagogische Fachkraft hat langjährige Erfahrung im Elementarbereich und Erfahrung bzgl. der Koordination des Projekts an Karlsruher Grundschulen. Die zuständige Abteilungsleitung verfügt über langjährige Projekterfahrung und Zusammenarbeit mit dem Büro für Integration. 3. Projektbeteiligte • Netzwerk Durchgängige Sprachbildung Durlach • Pestalozzischule Durlach • Kooperationskindergärten der Pestalozzischule Durlach • Piloteinrichtung: städtischer Kindergarten Anton-Bruckner-Straße (Kindergarten Dornwald) • Stadtamt Durlach, Abteilung Kindertageseinrichtungen • Pädagogische Hochschule Karlsruhe 4. Erfolgsmessung Es erfolgen Testungen des Sprachstandes der Kinder, die zeigen, ob es eine Entwicklung gab. Diese Ergebnisse werden den Eltern mitgeteilt und mit ihnen besprochen. Die Kinder werden auch in der Pestalozzischule weiterhin in BiZuKi unterstützt, um die durchgängige Sprachförderung zu gewährleisten. Büro für Integration TOP 3.2. Seite 4 von 4 Ebenso wird mit Kennzahlen gearbeitet werden. Als Kennzahlen dienen vor allem: • Der Ergebnisse der Sprachstandtestungen. • Die Anzahl der regelmäßigen Teilnehmer*innen. • Die Auswertung der standardisierten Fragebögen zur Entwicklung der Kinder. 5. Öffentlichkeitsarbeit Geplant sind Presseartikel in der Lokalzeitung sowie Informationen auf der trägereigenen Website und der AniKa-Homepage. 6. Anschlussfinanzierung Eine Kofinanzierung wurde beim Durlacher Selbst e.V. angefragt. Eine Antwort steht zum Zeitpunkt der Erstellung dieser Vorlage noch aus. 7. Finanzierung 12.2021 – 08.2022 Kosten: Sachkosten gesamt: 450,00 € (Miete, Material, Reisekosten, Verpflegung) Personalkosten gesamt: 29.358,73 € Projektkosten gesamt: 29.808,73 € Finanzierung: Beantragter Zuschuss Stadt: 29.808,73 € Geplanter Zuschuss Stadt: 29.800,00 € Empfehlung Büro für Integration Das Büro für Integration (BfI) empfiehlt die Förderung des Projektes im Rahmen des IQ-Projektes „Durchgängige Sprachbildung“. Es entspricht den Zielen des Karlsruher Integrationsplans, die Teilhabe von Migrantinnen und Migranten und Bildungschancen deren Kinder zu verbessern.
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Büro für Integration TOP 3.3. Seite 1 von 4 Projektträger Rumänisch-Deutsche Vereinigung in Baden-Württemberg (RDVBW) Projektname arKA (Ajutor pentru Romani in Karlsruhe - Hilfe für die Rumänen aus/in Karlsruhe) Projektzeitraum 01.12.2021 - 30.11.2022 Finanzierung Förderperiode 12.2021 – 11.2022 Projektkosten 17.450 € Eigenmittel (20%) 3.450 € Beantragter Zuschuss (80%) 14.000 € Von der Stadt geplanter Zuschuss 14.000 € Es handelt sich um ein Projekt der Rumänisch-Deutschen Vereinigung in Baden-Württemberg (RDVBW), mit Tätigkeitsschwerpunkt in Karlsru- he. arKA (Ajutor pentru Romani in Karlsruhe - Hilfe für die Rumänen aus/in Karlsruhe) soll vor allem für aus Rumänien stammende Migrantin- nen und Migranten als niederschwellige Anlaufstelle dienen und dabei das Angebot von bestehenden Migrationsberatungstellen ergänzen. arKa sieht sich als ganzheitliche Beratung, die nicht nur die Menschen an die Fachstellen weitervermittelt, sondern auch dorthin begleitet und so sicherstellt, dass die Hilfe ankommt und auch angenommen wird. Die Rumänisch-Deutsche Vereinigung in Baden-Württemberg leistet bereits seit vielen Jahren einen großen Beitrag für die Integration rumäni- scher Mitbürgerinnen und Mitbürger in Karlsruhe. Das Projekt läuft bereits seit 2018 Jahren erfolgreich und wurde bislang durch Eigenmittel des Vorstandes, Spenden, Ehrenamtliche finanziert. Das bestehende Angebot der Integrationsberatung soll nun von drei auf fünf Wochentage erweitert werden. Mit der städtischen Förderung soll ermöglicht werden, dass eine Person auf 450 Euro Basis eingestellt werden kann und die Ehrenamtlichen eine finanzielle Aufwandsentschädigung erhalten. Mit diesem aufgrund der Sprache und der kulturellen Zugehörigkeit niedrigschwelligen Angebot für Rumäninnen und Rumänen können auch Personen erreicht werden, die eine Beratungsstelle ansonsten nicht aufsuchen würden. 1. Projektziel Zielgruppe Die Zielgruppe des Projektes bilden Erwachsene jeden Alters mit rumänischem Migrationshintergrund, die in Karlsruhe neu ankommen bzw. hier bereits leben. Handlungsfelder des Karlsruher Integrationsplans ▪ Gesellschaftliche Integration ▪ Interkulturelle Begegnung ▪ Bürgerschaftliches Engagement ▪ Förderung von Migrantenvereinen Zielsetzung ▪ Muttersprachliche Beratung von Hilfesuchenden und Begleitung zu Regelangeboten ▪ Abbau von Anfangsbarrieren und Ängsten ▪ Begegnung der Kulturen Büro für Integration TOP 3.3. Seite 2 von 4 Integrationsfördernde Wirkung für die Teilnehmer/-innen ▪ Förderung der besseren Vernetzung innerhalb des sozialen Systems ▪ Förderung der sozialen Integration ▪ Förderung der interkulturellen Kompetenzen der Teilnehmenden ▪ Abbau von Sprachbarrieren ▪ Begegnung zwischen den Kulturen ▪ Stärkung der eigenen Kompetenzen und Empowerment ▪ 2. Projektbeschreibung/ Maßnahmen Geplante Aktivitäten/ Maßnahmen Ziel der Beratung ist es, Anfangsbarrieren abzubauen und Angebote von Migrationsberatungsstellen sowie anderen Fachstellen anzunehmen und umzusetzen. Die Besonderheit des Angebotes liegt zunächst am niederschwelligen Zugang zur Zielgruppe. Ausländische Mitbürgerinnen und Mitbürger wenden sich oft an Landsleute als erste Anlaufstelle. Durch die ehrenamtlichen Muttersprachlerinnen und Muttersprachler wird ein Verständ- nis gewährleistet, nicht nur hinsichtlich der Sprache, sondern auch der Mentalität und der Sichtweise der Probleme. Während der Beratung werden die einzelnen Sachverhalte detailliert betrachtet und die dabei identifizierten Probleme gemeinsam mit anderen Akteurinnen und Akt- euren besprochen. Sie bekommen so aufgezeigt, dass ihre Situation lösbar ist und ihnen wird die Angst vor dem Fremden, vor Behörden oder anderen staatlichen Institutionen genommen. Ergänzt wird die niederschwellige Beratung durch die übrigen Aktivitäten des Vereins wie das Dienstagscafé für Frauen, Vereinsfeste und ande- re eigene Veranstaltungen oder durch die Teilnahme an Fremdveranstaltungen wie beispielsweise Mondo. Die Arbeit der RDVBW hat sich über die Jahre etabliert, nicht nur unter der rumänischen Gemeinschaft in Karlsruhe, sondern auch unter öffent- lichen Stellen, Behörden und Ämtern sowie privaten Trägern. Diese greifen auf die Unterstützung des Vereins zurück, verweisen auf den Verein oder konsultieren ihn bei zielgruppenspezifischen Fragen. Die Arbeit des Vereins wird so aktiv von der Stadtverwaltung genutzt. Der Verein hat somit eine Brückenfunktion, er ist gut vernetzt und leistet niederschwellige und schnelle Hilfe. Zeitplan ▪ Anfang Dezember 2021 bis Ende November 2022 (Projektlaufzeit 12 Monate) Erreichen der Zielgruppe Rumäninnen und Rumänen bilden die größte Gruppe an Neuzuwanderten in Karlsruhe, unter ihnen dominiert die Arbeitsmigration. Die meis- ten der Neuzugewanderten weisen geringe Deutschkenntnisse vor. Viele haben durch ihre Arbeit im Niedriglohnsektor (Pflege / Bau / Fleisch- industrie) eine Erschwernis beim Erlernen der deutschen Sprache. In der Fremde wenden sie sich oft zunächst an Landsleute und stoßen unter anderem durch Mundpropaganda auf den RDVBW. Im Vergleich zu anderen Beratungsstellen und Behörden gilt es bei dem niederschwelligen Angebot des RDVBW eine geringe Hemmschwelle zu überwinden. Durch die langjährige Integrationsarbeit in Karlsruhe und die Kooperations- Büro für Integration TOP 3.3. Seite 3 von 4 arbeit mit verschiedenen Institutionen ist der Träger gut vernetzt, sodass andere Organisationen auf die niederschwellige Beratung der RDVBW verweisen oder ihn bei Fragestellung hinzuziehen. Arbeitsmethoden Niederschwelliges muttersprachliches Beratungsangebot durchgeführt von Ehrenamtlichen. Aufgabenverteilung Projektleitung: Die Projektleitung sowie Teile der Beratung wird von einer Person auf 450 Euro Basis übernommen. Beratung: Die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter übernehmen die Beratungsgespräche. Diese haben sich durch Weiterbil- dungsangebote wie die Elternmentoren Schulung, Gesundheitsmultiplikatoren Schulung, Schulung in Fragen des Gesundheitssystems, Job Coachings und anderen Fortbildungsreihe der Stadt Karlsruhe teilqualifiziert. Erfahrungen aus früheren Projekten Der Träger kann auf seine mehrjährige Erfahrung in der Arbeit mit Menschen mit Migrationshintergrund und mit geflüchteten Menschen in Karlsruhe bei diesem Projekt zurückgreifen. Das zugrunde liegende Konzept hat sich bereits über mehrere Jahre in der Praxis bewährt. 3. Projektbeteiligte Unterstützung durch Vereinsmitglieder Unterstützung durch Kooperationspartner ▪ Es kann auf ein breites Netzwerk verschiedener langjähriger Partner zurückgegriffen werden (Wohnraumsicherung, Sozialer Dienst, Kitalotsen, Agentur für Arbeit, Arbeitsförderungsbetriebe, Anerkennungsberatung, IHK, Schuldnerberatung, Schwangerenberatung, Prostituiertenberatung, andere Migrations- und Bürgervereine). Referenzschreiben liegen vor. 4. Erfolgsmessung Messung der Zielerreichung und Kennzahlen ▪ Erfassung der Anzahl der geführten Beratungsgespräche ▪ Erfassung der Themen der Kontakte bzw. Beratungsgespräche ▪ Erfassung der Anzahl bzw. Art der Vermittlung an Regeldienste ▪ Erfassung von Alter, Geschlecht, Herkunft und Wohnort der Kontakte ▪ 5. Öffentlichkeitsarbeit Maßnahmen ▪ Presseartikel in der Lokalzeitung ▪ Info auf der eigenen Homepage, Instagram und Facebook 6. Anschlussfinanzierung Das Projekt soll nach der Förderperiode fortgesetzt werden. Zuschüsse sollen durch Anträge beim Land und bei privaten Geldgebern akquiriert werden. Büro für Integration TOP 3.3. Seite 4 von 4 7. Finanzierung Kosten: Sachkosten 13.980 € Personalkosten 3.470 € Projektkosten gesamt: 17.450 € Finanzierung: Eigenmittel (20%) 3.450 € Beantragter Zuschuss (80%) 14.000 € Von der Stadt geplanter Zuschuss 14.000 € Empfehlung Büro für Integration Das Büro für Integration empfiehlt die Förderung des Projektes „arKA“. „arKA“ kommt von Arca, dem rumänischen Wort für Arche, und die Anfangsbuchstaben stehen für Ajutor pentru Romani in KArlsruhe - Hilfe für die Rumänen aus/in Karlsruhe. Rumäninnen und Rumänen bilden die größte Gruppe an Neuzuwanderten in Karlsruhe. Der Zuzug aus Rumänien ist ein junges Phänomen, erst seit 2014 gilt die völlige europarechtliche Freizügigkeit. Unter den neuzugewanderten Rumäninnen und Rumänen dominiert die Arbeitsmigra- tion. Neuzugewanderten weisen oft noch nicht so gute Deutschkenntnisse, eine geringere Verbundenheit mit Deutschland und seltenere Kon- takte zu Deutschen vor. Es ist wichtig, dass sie möglichst früh an integrationsfördernde Maßnahmen herankommen. Häufig hindert sie ihre Lebens- und Arbeitssituation (Schichtarbeit, Mindestlohnniveau usw.) jedoch daran, bspw. Sprachkurse zu besuchen und sich mit den Gege- benheiten vor Ort schnell vertraut zu machen. Vorhandene Angebote werden daher nur schwer angenommen. Hier erfüllt das Projekt eine niedrigschwellige Lotsen- und Brückenfunktion. Ziel ist es, dass die bestehenden Beratungsangebote bekannt und vermehrt angenommen werden. Vor dem Hintergrund der Erfahrungen aus der Gastarbeiterzuwanderung, empfiehlt das Büro für Integration, Maßnahmen zu stärken, die zur Verbesserung der sozialen Lage der Neuzugewanderten beitragen und für eine schnelle Integration sorgen. Die ungünstigen Lebensla- gen und Desintegrationstendenzen werden so nicht verfestigt. Das Büro für Integration stärkt und stützt das Engagement von Migrantenvereinen und hält Projekte, wie „arKA“, die das Ankommen und Zu- sammenleben fördern, für einen wichtigen Baustein der Integration in Karlsruhe. Mit dem Projekt „arKA“ des RDVBW hat sich eine Selbstorga- nisation gebildet, die sich aktiv um Integration kümmert. Aus der Migrationsgeschichte ist bekannt, dass jene Zuwanderungsgruppen, die sich schnell organisiert und aktiv Integration gefördert haben, eher Integrationserfolge erzielen. Der RDVBW hat bereits bestehende enge Kooperationen mit den Kitalosten, der Wohnraumsicherung, Bimaq, den Arbeitsförderbetrieben, der Familienhilfe des Sozialen Dienstes und anderen Migranten- und Bürgervereinen. Das große Engagement des Vereins wird an diesen Stellen gerne angenommen.