Kriminalität 2020 - Erfasste Straftaten und Tatverdächtige in Karlsruhe
| Vorlage: | 2021/1088 |
|---|---|
| Art: | Informationsvorlage |
| Datum: | 09.09.2021 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Amt für Stadtentwicklung |
| Erwähnte Stadtteile: | Beiertheim-Bulach, Daxlanden, Durlach, Grötzingen, Grünwettersbach, Grünwinkel, Hagsfeld, Hohenwettersbach, Innenstadt-Ost, Innenstadt-West, Knielingen, Mühlburg, Neureut, Nordstadt, Nordweststadt, Oberreut, Oststadt, Palmbach, Rintheim, Rüppurr, Stupferich, Südstadt, Südweststadt, Waldstadt, Weiherfeld-Dammerstock, Weststadt, Wolfartsweier |
Beratungen
- Hauptausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 12.10.2021
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2021/1088 Verantwortlich: Dez. 2 Dienststelle: AfSta Kriminalität 2020 – Erfasste Straftaten und Tatverdächtige in Karlsruhe Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 12.10.2021 1 X Information (Kurzfassung) Seit Jahren werden für die Gesamtstadt Karlsruhe und die einzelnen Stadtteile Daten zu den bekannt gewordenen Straftaten detailliert ausgewertet, und zwar differenziert nach Delikten sowie den Tatverdächtigen hinsichtlich deren Nationalität und Altersstruktur. Der nun vorliegende Jahresbericht 2020 zur Kriminalstatistik im Stadtkreis Karlsruhe basiert auf den neuesten Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), die der Statistikstelle beim Amt für Stadtentwicklung vom Polizeipräsidium Karlsruhe übermittelt wurden und deren Analyse mit dem Polizeipräsidium Karlsruhe abgestimmt ist. Der Bericht ergänzt die unter „statistik.karlsruhe.de“ bereits im Karlsruher Statistikatlas online verfügbaren Auswertungen zur Kriminalität in den Karlsruher Stadtteilen. Der Hauptausschuss nimmt den aktuellen Statistikbericht „Kriminalität 2020 – Erfasste Straftaten und Tatverdächtige in Karlsruhe“ zur Kenntnis (siehe Anlage). Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen | Erträge (Zuschüsse und Ähnliches) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzüglich Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja ☐ Nein ☒ Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja ☐ Nein ☐ Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: ☐ Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) ☐ Umschichtungen innerhalb des Dezernates ☐ Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – – 3 – Ergänzende Erläuterungen Die Zahl der polizeilich erfassten Straftaten lag 2020 in Karlsruhe bei 27.133 Fällen und damit nur geringfügig unter dem Niveau von 2019 (27.488 Straftaten, –1,3 %). Noch im Zeitraum zwischen 2013 und 2016 waren mehr als 30.000 Straftaten pro Jahr in der Fächerstadt registriert worden, besonders viele dabei im Jahr 2015 mit 33.323 gemeldeten Fällen. Seitdem lässt die Polizeiliche Kriminalstatistik einen Rückgang der Straftaten erkennen. Die Fallzahlen schwankten zwischen 2017 und 2020 nur gering und lagen um die 27.500 Straftaten pro Jahr. Selbst im Jahr 2020 belief sich die Zahl der registrierten Straftaten auf über 27.000 Fälle – trotz der weitreichenden politischen und gesellschaftlichen Einschränkungen des öffentlichen Lebens aufgrund der Corona-Pandemie. Unter den acht baden-württembergischen Stadtkreisen ab 100.000 Einwohnern liegt Karlsruhe weiterhin unverändert im Mittelfeld. Hierbei sind unter anderem die Delikte von Asylbewerbern oder Flüchtlingen gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylverfahrensgesetz berücksichtigt, die in der Bilanz von Karlsruhe als Standort einer Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) besonders zu Buche schlagen. Im Landesvergleich rangierte die Fächerstadt 2020 mit einem Wert von 8.695 Straftaten je 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner zwar hinter Stuttgart (7.978), aber vor Mannheim (9.177), Freiburg (9.136) und Heidelberg (8.445). In diesen Großstädten fiel der Rückgang der Straftaten stärker aus als in Karlsruhe. In den Städten Heidelberg, Heilbronn, Pforzheim und Ulm lag die Zahl der Straftaten pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohner zuvor schon unter dem Karlsruher Wert. Die Fächerstadt konnte sich deshalb in der Rangliste nicht verbessern. Die am häufigsten angezeigten Delikte waren Diebstähle (8.227 Fälle) sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte (7.972 Fälle). Die Zahl der Diebstähle ist jedoch bereits seit mehreren Jahren rückläufig. Während sie 2016 noch 40 % aller erfassten Straftaten in Karlsruhe ausmachten, waren es 2020 nur noch 30 %. Einfache Diebstähle, wie beispielsweise Ladendiebstahl oder Taschendiebstahl, verringerten sich stärker (–38,7 % gegenüber 2016) als schwere Diebstähle (–32,0 % gegenüber 2016). Ein direkter Einfluss durch die Corona-Pandemie im Jahr 2020 kann dabei jedoch nicht nachgewiesen werden. So blieb unter anderem die Zahl der registrierten einfachen Ladendiebstähle 2020 mit 1.521 Fällen trotz zeitweise geschlossener Geschäfte während der Lockdown-Phasen nahezu konstant gegenüber 2019 (–2,7 %) und folgte nicht dem bis dahin zu beobachtenden rückläufigen Trend (–33,2 % seit 2016). Auch die Wohnungseinbruchdiebstähle entwickelten sich entgegen dem bisherigen Trend. Deren Zahl stieg im Jahr 2020 von 211 auf 283 angezeigte Fälle und damit um 34,1 %. Bis dahin waren Wohnungseinbruchdiebstähle in den vorangegangenen Jahren deutlich zurückgegangen (–40,3 % zwischen 2016 und 2020). 2020 wurden rund 1.000 Fälle von Beleidigung zur Anzeige gebracht. Dies stellt eine Zunahme von knapp 14 % gegenüber dem Vorjahr und gleichzeitig den höchsten Wert der letzten 10 Jahre dar. Auch Sachbeschädigungen (+7,6 %), insbesondere Sachbeschädigungen an Kraftfahrzeugen (+17,6 %), wurden deutlich häufiger als 2019 registriert. Die Zahlen sprechen für ein erhöhtes Konflikt- und Aggressionspotenzial bei Teilen der Bevölkerung, welches durch die besonderen Umstände während des ersten Jahres der Corona-Pandemie eher verstärkt als gemindert worden sein dürfte. Demgegenüber blieb die Zahl der Körperverletzungen mit rund 2.000 Fällen auf dem Niveau der vergangenen drei Jahre. Beschluss: Der Hauptausschuss nimmt den aktuellen Statistikbericht „Kriminalität 2020 – Erfasste Straftaten und Tatverdächtige in Karlsruhe“ zur Kenntnis (siehe Anlage).
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© PantherMedia/luckybusiness Erfasste Straftaten und Tatverdächtige in Karlsruhe Statistik aktuell Kriminalität 2020 Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle 2 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 Impressum Stadt Karlsruhe Amt für Stadtentwicklung Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe Leiterin: Dr. Edith Wiegelmann-Uhlig Bereich: Statistikstelle Andrea Rosemeier Bearbeitung: Alexander Süss Layout: Stefanie Groß Telefon: 0721 133-1230 Telefax: 0721 133-1239w E-Mail: statistik@karlsruhe.de Internet: statistik.karlsruhe.de Stand: Juni 2020 Gedruckt in der Rathausdruckerei auf 100 Prozent Recyclingpapier © Stadt Karlsruhe Alle Rechte vorbehalten. Ohne ausdrückliche Genehmigung des Herausgebers ist es nicht gestattet, diese Veröffentlichung oder Teile daraus zu vervielfältigen oder in elektronischen Systemen anzubieten. Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 3 Inhalt 1. Erläuterungen zur Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) 4 2. Städtevergleich 5 3. Situation in Karlsruhe 8 4. Gewaltdelikte 21 5. Rauschgiftdelikte 27 6. Diebstähle 30 7. Kinder- und Jugendkriminalität 39 Bild von cocoparisienne auf Pixabay 4 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 1. Erläuterungen zur Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS) Der vorliegende Jahresbericht 2020 zur Kriminalstatistik im Stadtkreis Karlsruhe basiert auf den Daten der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), die der Statistikstelle beim Amt für Stadtentwicklung vom Polizeipräsidium Karlsruhe übermittelt wurden und deren Analyse in Abstimmung mit dem Polizeipräsidium Karlsruhe erfolgte. In der Polizeilichen Kriminalstatistik werden die von der Polizei bearbeiteten rechtswidrigen (Straf-) Taten einschließlich der mit Strafe bedrohten Versuche (ohne Ordnungswidrigkeiten) sowie die ermittelten Tatverdächtigen ausgewiesen. Die bekannt gewordenen Fälle werden nach dem Tatortprinzip erfasst und ausgewiesen, das heißt unabhängig von den bearbeitenden Polizeidienststellen und vom Wohnort der Tatverdächtigen. Um ein möglichst vollständiges Bild der objektiven Sicherheitslage zu erhalten, werden in die Erfassung der PKS auch die von strafunmündigen Kindern oder von schuldunfähigen psychisch Kranken begangenen Taten einbezogen. Die Aussagekraft der Statistik wird dadurch eingeschränkt, dass der Polizei ein Teil der begangenen Straftaten nicht bekannt ist. Der Umfang dieses Dunkelfeldes hängt von der Art des Deliktes ab und kann sich unter dem Einfluss variabler Faktoren wie Anzeigeverhalten, polizeiliche Kontrollen oder Änderung des Strafrechts im Zeitverlauf ändern. Die Polizeiliche Kriminalstatistik bietet somit kein getreues Spiegelbild der Kriminalitätswirklichkeit, sondern eine je nach Deliktart mehr oder weniger starke Annäherung an die Realität. Darüber hinaus beeinflusste die seit 2015 gestiegene Zahl von Flüchtlingen die Polizeiliche Kriminalstatistik. Die Fälle von unerlaubter Einreise und des unerlaubten Aufenthaltes erhöhten sich seit 2015 deutlich. Mit Blick auf eine objektivierte Darstellung der Entwicklung der begangenen Straftaten bleiben bei den meisten Nachweisungen die Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz beziehungsweise Asylgesetz unberücksichtigt. Insbesondere bei der Betrachtung der Tatverdächtigen nach der Nationalität werden diese Personen nicht berücksichtigt. Bild von cocoparisienne auf Pixabay Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 5 2. Städtevergleich In Karlsruhe bewegte sich die Gesamtzahl der polizeilich erfassten Straftaten seit 2017 auf einem konstanten Niveau. Zuvor wurden zwischen 2013 und 2016 jährlich mehr als 30.000 Straftaten bei der Polizei angezeigt, danach gingen ab 2017 die Deliktzahlen, insbesondere bei den Diebstählen, deutlich zurück. Im Jahr 2020 hat sich die Fallzahl mit 27.133 registrierten Straftaten leicht um 1,3 % gegenüber dem Vorjahr verringert. Gemessen am Ausmaß von 2016 betrug der Rückgang 14,7 %. Um einen aussagekräftigen Städtevergleich vornehmen zu können, wird die sogenannte Häufigkeitszahl (HZ) zugrunde gelegt, welche die Zahl der Straftaten je 100.000 Einwohner angibt. Der Städtevergleich auf Bundesebene weist die Straftaten je 100.000 Einwohner jeweils mit und ohne die Verstöße gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz aus (Abbildung 1). Ausgehend von der Stadt mit den wenigsten Straftaten, lag Karlsruhe unter den 39 Städten ab 200.000 Einwohnern auf Rang 20 (8.695 Straftaten) und damit im Mittelfeld. Ohne Berücksichtigung der Asylverstöße kam die Fächerstadt auf den 17. Rang (8.391 Straftaten je 100.000 Einwohner). In den letzten vier Jahren verlor Karlsruhe in diesem Vergleich einige Ränge, obwohl die absolute Zahl der Straftaten annähernd konstant blieb beziehungsweise sogar leicht abnahm. Das Bundeskriminalamt bestätigte in seinem Bericht einen bundesweit beobachtbaren Rückgang der Zahl der Straftaten seit 2017. In Karlsruhe verringerten sich die asylrechtlichen Verstöße 2020 um rund die Hälfte. Im Gegenzug nahmen beispielsweise Vermögens- und Fälschungsdelikte um 10 % zu. Folglich verlor Karlsruhe in der Rangliste ohne Berücksichtigung der Asylverstöße mehrere Plätze, da diese im Corona-Jahr 2020 einen geringeren Anteil an allen Straftaten als bisher einnahmen. Die meisten Straftaten (ohne Asylverstöße) wurden 2020 in Berlin (13.330), Hannover (12.521) und der Karlsruher Partnerstadt Halle (12.120) registriert. Als „sicherste Großstadt“ nach dieser Rangliste galt zum wiederholten Mal München (5.765 Straftaten je 100.000 Einwohner). Unter den acht baden-württembergischen Stadtkreisen ab 100.000 Einwohnern lag Karlsruhe weiterhin im Mittelfeld (Tabelle 1). Hierbei sind unter anderem die Delikte von Asylbewerbern oder Flüchtlingen gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz berücksichtigt, die in der Bilanz von Karlsruhe als Standort einer Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) besonders zu Buche schlagen. Im Landesvergleich wies die Fächerstadt 2020 mit einem Wert von 8.695 Straftaten je 100.000 Einwohner eine geringere Kriminalität als Mannheim (9.177) und Freiburg (9.136) auf, jedoch eine höhere als Heidelberg (8.445), Ulm (7.996), Stuttgart (7.978) oder Heilbronn (6.439). In allen genannten Großstädten – ausgenommen Pforzheim – sank die absolute Zahl der erfassten Straftaten seit Jahresende 2019 deutlich (Abbildung 2). Karlsruhe unterscheidet sich angesichts des schwachen Rückgangs von nur 1,3 % von fast allen anderen Großstädten im Land. Die Schwerpunkte einzelner Deliktgruppen bildeten sich in den baden-württembergischen Großstädten sehr unterschiedlich ab. Dies verdeutlicht deren jeweilige Häufigkeitszahl, also die Zahl der erfassten Delikte je 100.000 Einwohner. Körperverletzungen wurden in Freiburg (1.051), Stuttgart (1.012) und Pforzheim (973) sehr viel zahlreicher zur Anzeige gebracht als beispielsweise in Mannheim (740) oder Karlsruhe (643). Hingegen wurden Diebstähle in Stuttgart (1.896) oder Heilbronn (1.731) wesentlich seltener registriert als in Mannheim, Freiburg, Karlsruhe oder Heidelberg, deren Häufigkeitszahl zwischen 2.600 und 2.900 Fälle je 100.000 Einwohner schwankte. Neben den erfassten Straftaten werden in der Polizeilichen Kriminalstatistik auch die von der Polizei ermittelten oder auf frischer Tat gefassten Tatverdächtigen ausgewiesen. Für das Gesamtergebnis wird dabei jede Person stets nur einmal gezählt, auch wenn sie mehrere Straftaten begangen hat. In der Übersicht der einzelnen Deliktarten werden Tatverdächtige dagegen bei jeder von ihnen begangenen Straftat berücksichtigt. Aus diesem Grund weicht die Zahl der Tatverdächtigen von der Summe der Delikte ab. In Karlsruhe wurden 2020 insgesamt 11.765 tatverdächtige Personen erfasst, dies waren 2,4 % weniger als im Vorjahr. Auch Stuttgart wies kaum eine Veränderung gegenüber dem Vorjahr auf (–1,0 %). In Freiburg (–12,3 %) und Heidelberg (–11,1 %) verringerte sich die Zahl der Tatverdächtigen dagegen stark. Während die Zahl der Tatverdächtigen jedoch in Freiburg seit mehreren Jahren rückläufig ist, waren in Heidelberg in den letzten fünf Jahren größere Schwankungen zu beobachten. Hingegen war Pforzheim 2020 der einzige baden-württembergische Großstadtkreis, welcher eine Zunahme (+9,9 %) der Personen unter Tatverdacht gegenüber dem Vorjahr auswies (Abbildung 3). 6 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 13.739 13.479 12.765 12.183 11.800 11.578 10.910 10.788 10.783 10.563 10.500 10.395 9.999 9.672 9.177 9.136 8.984 8.867 8.788 8.695 8.666 8.665 8.641 8.484 8.398 8.278 8.256 8.059 7.978 7.599 7.568 7.472 7.456 7.379 7.270 6.946 6.901 6.877 5.987 13.330 11.234 12.521 12.120 11.492 11.529 10.829 10.390 9.822 10.362 10.159 10.057 9.421 9.624 9.028 8.997 8.522 8.808 8.584 8.391 8.132 8.578 8.538 8.409 8.318 8.254 8.132 8.017 7.753 7.540 7.471 7.389 7.367 7.294 7.133 6.805 6.861 6.799 5.765 02.0004.0006.0008.00010.00012.00014.00016.000 Berlin Frankfurt am Main Hannover Halle (Saale) Bremen Leipzig Erfurt Hamburg Aachen Magdeburg Dortmund Köln Düsseldorf Lübeck Mannheim Freiburg im Breisgau Rostock Krefeld Dresden Karlsruhe Chemnitz Kiel Duisburg Münster Bonn Gelsenkirchen Mönchengladbach Wuppertal Stuttgart Braunschweig Bochum Essen Mainz Oberhausen Nürnberg Bielefeld Wiesbaden Augsburg München Anzahl Straftaten insgesamt je 100.000 Einwohner Straftaten ohne Verstöße gegen das Aufenthalts-/Asyl-/Freizügigkeitsgesetz EU je 100.000 Einwohner *Nur Großstädte ab 200.000 Einwohner. Berechnungsgrundlage ist die amtliche Einwohnerzahl zum Stand 31. Dezember 2019. Quelle: Bundeskriminalamt. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell –Kriminalität 2020. Abbildung 1 Erfasste Straftaten je 100.000 Einwohner ("Häufigkeitszahl") in deutschenGroßstädten*2020 Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 7 Maßeinheit Karls- ruhe Stutt- gart Mann- heim Frei- burg Heidel- berg Heil- bronn Pforz- heim Ulm Erfasste Straftaten 2020Anzahl27.13350.73628.51021.12213.6378.1519.28210.138 je 100.000 Einwohner8.6957.9789.1779.1368.4456.4397.3697.996 Zu- und Abnahme gegenüber 2019in %-1,3-6,6-9,0-8,7-6,7-6,30,7-5,1 Anzahl der Fälle ... Raub, räuberischer Erpressung, räuberischer Angriff auf Kraftfahrer je 100.000 Einwohner5080575537384847 Körperverletzungje 100.000 Einwohner6431.0127401.051684728973767 Diebstahlje 100.000 Einwohner2.6361.8962.8792.7612.6431.7312.0892.104 Sachbeschädigungje 100.000 Einwohner798858759928797837956771 Rauschgiftkriminalitätje 100.000 Einwohner620968849876751471526613 Gewaltkriminalitätje 100.000 Einwohner260368287314242243321270 Merkmal Unter den erfassten Straftaten entfallen auf Fälle von .... * Einschließlich Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz (AufenthaltsG), das Asylgesetz (AsylG) und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU. Berechnungsgrundlage ist die amtliche Einwohnerzahl zum Stand 31. Dezember 2019. Quelle: Landeskriminalamt Baden-Württemberg. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2020. Tabelle 1 Erfasste Straftaten*in den Großstädten Baden-Württembergs 2020 (nur Stadtkreise) Abbildung 2 Entwicklung der erfassten Straftaten* in den Großstädten Baden-Württembergs 2020 gegenüber 2019 (nur Stadtkreise) -1,3 -6,6 -9,0 -8,7 -6,7 -6,3 0,7 -5,1 -10,0 -8,0 -6,0 -4,0 -2,0 0,0 2,0 KarlsruheStuttgartMannheimFreiburgHeidelbergHeilbronnPforzheimUlm Zu/-Abnahme in % *Einschließlich Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz (AufenthaltsG), das Asylgesetz (AsylG) und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU. Quelle: Landeskriminalamt Baden-Württemberg. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell –Kriminalität 2020. 8 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 Abbildung 3 Entwicklung der Zahl der Tatverdächtigen* in den Großstädten Baden-Württembergs 2020gegenüber 2019 (nur Stadtkreise) -2,4 -1,0 -4,2 -12,3 -11,1 -6,0 9,9 -7,4 -15,0 -10,0 -5,0 0,0 5,0 10,0 15,0 KarlsruheStuttgartMannheimFreiburgHeidelbergHeilbronnPforzheimUlm Zu/-Abnahme in % *Einschließlich der Tatverdächtigen von Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz (AufenthaltsG), das Asylgesetz (AsylG) und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU. Quelle: Bundeskriminalamt. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell –Kriminalität 2020. 3. Situation in Karlsruhe Die Gesamtzahl der registrierten Straftaten in Karlsruhe hat sich seit 2017 nur geringfügig verändert. Nachdem zwischen 2013 und 2016 jeweils mehr als 30.000 Straftaten pro Jahr bei der Polizei gemeldet worden waren, lagen die Fallzahlen zwischen 2017 und 2020 bei jeweils rund 27.400 Straftaten pro Jahr. 2020 fanden 27.133 Straftaten Eingang in die Kriminalstatistik, 1,3 % weniger als im Vorjahr. Anders als im Vorjahr konnten im Jahr 2020 bei den einzelnen Deliktarten größere Zu- und Abnahmen der Fallzahlen beobachtet werden (Tabelle 2, Abbildung 4). Großen Einfluss hierauf hatten die Besonderheiten des Corona-Jahres 2020. Die Einschränkungen des öffentlichen Lebens, welche von der Bundes- und Landesregierung beschlossen und umgesetzt wurden, beeinflussten seit März 2020 nahezu alle Gesellschafts- und Wirtschaftsbereiche. Zwangsläufig wirkte sich dies auch auf das Verhalten von Kriminellen aus. Aufgrund von geschlossenen Läden und leeren Fußgängerzonen hielten sich weniger Leute in der Innenstadt und im öffentlichen Raum auf. Angesichts vorübergehender Ausgangssperren war das Nachtleben stark eingeschränkt und Kultur- und Freizeitveranstaltungen fanden kaum statt. In Konsequenz dazu ging die Zahl der Diebstähle, insbesondere der Taschendiebstähle, spürbar zurück. Mit den stark verschärften Kontrollen im öffentlichen Nahverkehr, welche im Zusammenhang mit der Durchsetzung der Maskenpflicht standen, wurden demgegenüber vermehrt Verstöße bei der Personenbeförderung registriert (Fahren ohne gültige Fahrkarte). In den vergangenen Jahren bildeten Diebstähle stets die größte Gruppe unter den Delikten, gefolgt von Vermögens- und Fälschungsdelikten. Diebstähle hatten 2016 einen Anteil von 40 % (12.800 Fälle) an allen erfassten Straftaten erreicht, 2020 waren es nur noch 30 % (8.227 Fälle). Der beobachtete Rückgang fiel bei einfachen Diebstählen (4.363, –12,0 %) stärker aus als bei schweren Diebstählen (3.864, –5,7 %). Unter den minderschweren Delikten sank die Fallzahl insbesondere bei einfachem Taschendiebstahl um 21,5 %. Unter den schweren Delikten wurde eine Verringerung der Fallzahlen bei schwerem Fahrraddiebstahl (–4,2 %) und bei schwerem Diebstahl in/aus Verkaufsräumen/ Warenhäusern einschließlich schwerem Ladendiebstahl (–6,0 %) festgestellt. Anders als erwartet wurden jedoch wieder mehr Wohnungseinbruchdiebstähle (283, +34,1 %) bei der Polizei gemeldet. Deren Zahl war in den vergangenen Jahren kontinuierlich zurückgegangen und hatte 2019 den niedrigsten Stand seit vielen Jahren (siehe dazu Kapitel 6) erreicht. Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 9 Vermögens- und Fälschungsdelikte, darunter Fälle des Betrugs sowie Delikte wie Erschleichen von Leistungen (überwiegend Beförderung ohne Berechtigung), gingen 2020 fast in gleichem Umfang in die Karlsruher Kriminalstatistik ein wie Diebstähle. Mit 7.972 Straftaten hat sich die Zahl der zur Anzeige gebrachten Fälle innerhalb von zwei Jahren um rund 1.000 erhöht. Im Fünfjahresvergleich betrug die Zunahme der Fälle gegenüber 2016 jedoch nur +2,6 %, auch wenn in den vergangenen Jahren Schwankungen der ermittelten Fallzahlen zu verzeichnen waren. Die Summe der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit veränderte sich seit 2017 nur geringfügig. Mit 2.703 Fällen wurde das Vorjahresniveau etwa beibehalten (+1,8 %). Während Raub und ähnliche Straftaten gegenüber 2019 um etwa 20 % abnahmen, wurden mehr Straftaten gegen die persönliche Freiheit angezeigt (542, +5,9 %). Straftaten gegen das Leben, darunter Mord sowie Totschlag und Tötung auf Verlangen, kamen 2020 in 9 Fällen zur Anzeige. Deutlich zugenommen hat im letzten Jahr die Zahl der Sachbeschädigungen (+7,6 %), insbesondere an Kraftfahrzeugen (+17,6 %), sowie der Beleidigungen (+13,9 %). Solche unter der Rubrik „sonstige Straftatbestände gemäß StGB“ subsumierten Delikte zeugen von einem offensichtlich gestiegenen und in der Öffentlichkeit zum Ausdruck gebrachten Aggressionspotential einzelner Bevölkerungsgruppen. Unter dem Oberbegriff „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ sind unterschiedliche Tatbestände wie der sexuelle Missbrauch, sexueller Übergriff, sexuelle Nötigung, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung und Zuhälterei zusammengefasst. Mit 294 Fällen lag die Zahl der angezeigten Straftaten um 6,5 % über dem Vorjahreswert (Abbildung 5). Aussagen über die tatsächlich begangenen Straftaten sowie die Frage, inwieweit coronabedingte Regelungen wie Kontaktbeschränkungen, Ausgangssperren und vermehrte Aufenthalte in der eigenen Wohnung die Häufigkeit von häuslicher Gewalt und sexuellen Übergriffen in Privaträumen begünstigt haben könnten, sind indessen kaum möglich. Nach den Erfahrungen der Polizei bleibt in dieser Deliktgruppe stets eine gewisse Zahl der Vorfälle im Dunkelfeld, ohne dass es zu einer Anzeige kommt. Rauschgiftdelikte nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) zählen zu den Kontrolldelikten und sind daher stark vom Umfang der durchgeführten Überprüfungen abhängig. Über das tatsächliche Konsumverhalten der Bevölkerung lassen sich daraus keine gesicherten Aussagen ableiten. Im Jahr 2020 wurden insgesamt 1.888 Verstöße registriert, 3,6 % mehr als im Vorjahr. Im Fünfjahresvergleich ergibt sich ein Plus von knapp 7 %. Es ist möglich, dass der diesjährige leichte Anstieg durch eine erhöhte Zahl von Kontrollen bezüglich der Einhaltung von Kontakt- und Abstandsregelungen sowie der Pflicht zum Tragen einer Mund- und Nasenbedeckung im öffentlichen Raum zusammenhängt (siehe dazu Kapitel 5). In der Karlsruher City werden im Vergleich zu den anderen Karlsruher Stadtteilen besonders viele Straftaten begangen. Dies betrifft insbesondere Diebstahldelikte, Rohheitsdelikte wie beispielsweise Körperverletzung sowie Vermögens- und Fälschungsdelikte. Betrachtet man nur die Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße), die nach dem Tatortprinzip einem konkreten Stadtteil zugeordnet werden konnten, so entfielen 20,6 % davon auf die beiden Innenstadt-Stadtteile. In den letzten Jahren ging dieser Anteil jedoch zurück, während eine Verlagerung in die angrenzenden Stadtteile Oststadt, Südstadt, Südweststadt, Weststadt und Mühlburg registriert werden konnte (Karten 1 und 2). Bezogen auf alle Deliktarten verringerten sich die Straftaten (ohne ausländerrechtliche Verstöße) zwischen 2016 und 2020 um 13,3 %. Dieser Rückgang wurde besonders in einigen zentrumsnahen Stadtteilen spürbar. Vor allem in der Innenstadt-Ost sind die polizeilich erfassten Straftaten deutlich zurückgegangen. Demgegenüber ergab sich in einigen Stadtrandlagen wie Oberreut, Rintheim, Hagsfeld oder auch Hohenwettersbach in den letzten fünf Jahren teilweise eine Zunahme der Straftaten, welche jedoch auf wesentlich geringeren absoluten Fallzahlen basierte (Karte 3). 10 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 201920202019/20202016/2020 Straftaten insgesamt27.48827.133XX-1,3-14,7 aufgeklärte Fälle16.64717.66060,665,16,1-7,9 Straftaten gegen das Leben7985,710028,60,0 darunter Mord12100100100,0- Totschlag und Tötung auf Verlangen4710010075,0-22,2 27629477,980,36,553,1 darunter Vergewaltigung/sexuelle Nötigung374378,488,416,253,6 sonstige sexuelle Nötigung9688,9100-33,3-70,0 sexueller Missbrauch von Kindern495675,589,314,336,6 2.6542.70384,488,11,8-11,8 darunter Raub/räuberische Erpressung/räuberischer Angriff19315657,572,4-19,2-29,1 Handtaschenraub10830,062,5-20,0-20,0 sonstige Raubüberfälle auf Straße pp.956546,363,1-31,6-41,4 Körperverletzung1.9492.00585,689,32,9-12,9 Straftaten gegen die persönliche Freiheit51254290,088,45,9-0,2 9.0568.22726,032,9-9,2-35,7 darunter Diebstahl ohne erschwerende Umstände4.9584.36337,845,1-12,0-38,7 einfacher Ladendiebstahl 1.5631.52190,393,5-2,7-33,2 DS an/aus Kraftfahrzeugen 4393705,211,4-15,7-40,0 einfacher Taschendiebstahl 4883833,55,0-21,5-61,6 Diebstahl unter erschwerenden Umständen4.0983.86411,719,0-5,7-32,0 BSD von Kraftfahrzeugen26343,829,430,8-30,6 BSD von Fahrrädern1.8381.7603,58,8-4,2-18,6 BSD in/aus Dienst-/Büroräumen und andere20522812,712,311,2-48,6 BSD in/aus Gaststätten/ Kantinen/Hotels/Pensionen 62599,720,3-4,8-64,9 BSD in/aus Verkaufsräumen/Warenhäusern einschließlich Ladendiebstahl 26825269,477,8-6,0-43,1 Wohnungseinbruchdiebstahl 2112839,517,034,1-40,3 BSD an/aus Kraftfahrzeugen 2463217,38,730,5-61,4 7.2547.97282,485,09,92,6 darunter Betrug6.3437.03485,486,610,92,1 Erschleichen von Leistungen3.6914.64699,999,825,92,9 4.3134.73948,952,99,914,8 darunter Beleidigung8801.00293,090,613,913,5 Sachbeschädigung2.3132.48916,721,87,69,1 Sachbeschädigung an Kfz9831.15614,017,617,614,8 3.9283.18995,395,5-18,8-17,3 darunter Straftaten gegen das AufenthaltsG/AsylG1.75794899,999,6-46,0-41,0 Rauschgiftdelikte nach dem BtMG1.8231.88892,694,43,66,9 Strafrechtliche Nebengesetze Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung 1 Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit Diebstahl insgesamt Vermögens- und Fälschungsdelikte Sonstige Straftatbestände gemäß StGB 20192020 Aufklärungsquote %Veränd. der Straftaten (%) Straftat 1 Die Veränderung der Straftaten von 2016 zu 2020 mit +53,1 % ist bedingt durch eine Gesetzesänderung bei der Erfassung dieser Fälle ab dem Jahr 2018. Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2020. Tabelle 2 Erfasste Straftaten und Aufklärungsquoten in Karlsruhe 2019 und 2020 Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 11 Abbildung 4 Straftaten insgesamt in Karlsruhe von 2016bis 2020 nach Deliktgruppen 3.066 2.687 2.626 2.654 2.703 201 176 277 283 303 12.800 9.967 9.185 9.056 8.227 7.767 6.984 6.950 7.254 7.972 2.282 2.119 2.236 2.313 2.489 1.766 1.869 1.963 1.823 1.888 1.608 1.877 1.767 1.757 948 2.331 1.965 2.433 2.348 2.603 0 5.000 10.000 15.000 20.000 25.000 30.000 35.000 20162017201820192020 Quelle:Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell –Kriminalität 2020. Anzahl Übrige Straftaten Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz Rauschgiftdelikte nach dem BtMG Sachbeschädigung Vermögens- und Fälschungsdelikte Diebstahl insgesamt Straftaten gegen das Leben und die sexuelle Selbstbestimmung Rohheitsdelikte/Straftaten gegenüber der persönlichen Freiheit 27.488 27.133 31.821 27.644 27.437 © PantherMedia/burdun 12 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 40 60 80 100 120 140 160 180 20162017201820192020 Messziffer 2016 = 100 Index Straftaten gegen das Leben und die sexuelle Selbstbestimmung Rauschgiftdelikte nach dem BtMG Sachbeschädigung Rohheitsdelikte/Straftaten gegenüber der persönlichen Freiheit Vermögens- und Fälschungsdelikte Diebstahl insgesamt Abbildung 5 Entwicklung ausgewählter Straftaten in Karlsruhe von 2016 bis 2020 Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2020. © PantherMedia/burdun Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 13 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 396 706 542 552 3.395 1.626 1.788 1.784 613 635 589 498 245 454 89 57 24 43 50 1.749 610 520 506 2.148 2.008 1.486 329 Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2020. Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Karlsruhe insgesamt: 26.185 Anzahl der Straftaten insgesamt* *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Nicht auf Stadtteile zuordenbare Straftaten: 2.743. 1.000 Karte 1 Straftaten insgesamt in den Karlsruher Stadtteilen 2020 (ohne Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU) 14 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 04 05 08 01 02 27 26 10 06 05 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 22 24 25 21 03 18 09 08 Quellen: Polizeipräsidium Karlsruhe | Stadt Karlsruhe – Amt für Stadtentwicklung. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2020. Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Berechnungsgrundlage ist die stadteigene Einwohnerzahl zum Stand 31. Dezember 2020. Nicht auf Stadtteile zuordenbare Straftaten: 2.743. Anzahl der Straftaten je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner* unter 25 25 bis unter 45 45 bis unter 65 65 bis unter 85 85 und mehr Karlsruhe insgesamt: 87,3 Karte 2 Straftaten insgesamt je 1.000 Einwohnerinnen und Einwohner in den Karlsruher Stadtteilen 2020 (ohne Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU) Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 15 08 01 02 27 26 10 06 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 05 05 ** Klasse ist aktuell nicht besetzt. Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2020. Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Karlsruhe insgesamt: –13,3 % Veränderung in Prozent* unter –30 –30 bis unter –20 –20 bis unter –10 –10 bis unter 0 Abnahme Zunahme 0 bis unter +20 +20 und mehr** Karte 3 Zu- und Abnahme der Straftaten insgesamt in den Karlsruher Stadtteilen 2016 bis 2020 (ohne Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU) 16 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 Tatverdächtige Die Statistik über die als tatverdächtig geltenden Personen ist mit einigen Einschränkungen verbunden. Je nach Straftatengruppe fällt die Aufklärungsquote teilweise sehr unterschiedlich aus. Dabei wird ein aufgeklärter Fall in der Kriminalstatistik als eine Straftat bezeichnet, für die es nach dem polizeilichen Ermittlungsergebnis mindestens einen mit rechtmäßigen Personalien bekannten oder auf frischer Tat gefassten Tatverdächtigen gibt. Während die Aufklärungsquoten (AQ) bei Gewaltdelikten oder Vermögens- und Fälschungsdelikten allgemein eher hoch sind, werden Diebstähle und Sachbeschädigungen deutlich seltener aufgeklärt. Ferner gibt es sogenannte Kontrolldelikte, welche überwiegend nur dann bekannt werden, wenn eine Straftat im Rahmen einer Kontrolle aufgedeckt oder ein Täter „auf frischer Tat“ gefasst wird. Dies können Delikte sein, bei denen es keine unmittelbar geschädigte Person gibt, welche Anzeige erstattet, beispielsweise bei Rauschgiftdelikten (ohne Beschaffungskriminalität) oder Aufenthaltsverstößen im Rahmen des Asylrechts. Unter den Vermögens- und Fälschungsdelikten zählt das „Erschleichen von Leistungen“ („schwarzfahren“) zu den Kontrolldelikten. Einfache Ladendiebstähle können nur dann in der Polizeilichen Kriminalstatistik erfasst werden, wenn die Straftat unmittelbar bemerkt wird. Die genannten Delikte sind durch eine sehr hohe Aufklärungsquote von über 90 % gekennzeichnet. Die nicht bemerkten Straftaten sowie deren Täter bleiben allerdings unentdeckt und sind Teil des Dunkelfeldes, über das diese Statistik keine Informationen enthält. Die durchschnittliche Aufklärungsquote aller Straftaten wird somit von bestimmten Deliktgruppen verzerrt. Einige der übrigen Delikte weisen eine deutlich unter dem Durchschnittswert liegende Aufklärungsquote aus. Dazu gehören unter anderem schwerer Diebstahl (3.864 Fälle; AQ 19,0 %), darunter Wohnungseinbruchdiebstahl (283; 17,0 %) oder Sachbeschädigung (2.489, AQ 21,8 %). Obwohl diese Fälle in der Polizeilichen Kriminalstatistik abgebildet werden, bleibt der Großteil der Täter unbekannt, so dass eine detaillierte Täteranalyse kaum möglich ist. Aussagen über Tätergruppen hinsichtlich des Alters oder der Nationalität sollten daher mit Vorsicht interpretiert werden. Im Jahr 2020 konnten insgesamt 11.765 Tatverdächtige ermittelt werden, 2,4 % weniger als im Vorjahr (Tabelle 3). Ohne die Berücksichtigung von Personen, die ausschließlich Aufenthaltsverstöße oder asylrechtliche Verstöße begingen, lag die Zahl der ermittelten Personen bei 11.072 und damit jedoch um 4,5 % höher als im Vorjahr. Der Grund für diesen Unterschied liegt in einem deutlichen Rückgang der Zahl der Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz und das Asylgesetz. Diese bei Kontrollen im Stadtgebiet festgestellten Verstöße verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 46 % von 1.757 auf 948 Fälle. In den meisten Darstellungen dieses Berichts werden diese Fälle nicht berücksichtigt, um die Vergleichbarkeit zu erhalten. Zudem sind diese Fallzahlen stark ortsabhängig und beispielsweise in Städten mit einer Landeserstaufnahmeeinrichtung (LEA) wie Karlsruhe überhöht. Die Zahl der tatverdächtigen Deutschen stieg 2020 um +6,4 % auf 6.461, die Zahl der tatverdächtigen Personen mit ausländischer Nationalität (ohne Berücksichtigung von Aufenthaltsverstößen) erhöhte sich leicht um 1,9 % auf 4.611 (Abbildung 6). Der Anteil der Deutschen an allen Tatverdächtigen erhöhte sich zum dritten Mal in Folge von 54,7 % im Jahr 2018 auf nunmehr 58,4 % im Jahr 2020. Insbesondere bei Fällen von angezeigten Beleidigungen, bei Sachbeschädigungen und bei Rauschgiftdelikten waren die Tatverdächtigen besonders häufig Deutsche. Vier von fünf Tatverdächtigen waren Erwachsene ab 21 Jahren (8.871; 80,1 %), und ihr Anteil hat um einige Prozentpunkte zugenommen. Diese Personen kamen überdurchschnittlich oft als Tatverdächtige im Zusammenhang mit Straftaten gegen die persönliche Freiheit (89,8 %) sowie Fällen von Vergewaltigung/sexueller Nötigung in Betracht. Ebenso waren sie besonders häufig bei Fällen von Beleidigung tatverdächtig. Bei Diebstahldelikten waren sie dagegen unterrepräsentiert, da hier ein hoher Anteil minderjähriger Straftäter als Tatverdächtige ermittelt werden konnte. Heranwachsende zwischen 18 und 20 Jahren stellten mit 1.162 Personen einen Anteil von 10,5 % an den Tatverdächtigen. Sie fielen im Vergleich zu Personen anderer Altersgruppen besonders häufig durch Rauschgiftdelikte sowie durch Sachbeschädigungen auf. Auch Raubdelikte wurden ihnen vergleichsweise häufig zur Last gelegt. In diesem Jahr gehörten außerdem fünf der elf Tatverdächtigen, denen schwere Straftaten gegen das Leben zur Last gelegt wurden, zur Altersgruppe der Heranwachsenden zwischen 18 und 20 Jahren. Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren nahmen (ohne Asylverstöße) einen Anteil von 7,6 % (840 Personen) an allen Tatverdächtigen ein, etwas weniger als in den beiden letzten Jahren. Auf ihr Konto gingen 2020 in Karlsruhe besonders häufig Diebstahl (251 Jugendliche; 12,4 % der Tatverdächtigen), darunter vorrangig einfacher Ladendiebstahl, sowie Gewalttaten. Von den insgesamt 146 Tatverdächtigen, denen Raub und räuberische Erpressung sowie räuberischer Angriff vorgeworfen wurde, war rund jeder Sechste (15,8 %, 23 Personen) zwischen 14 und 17 Jahre alt. Bei Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung gehörte jeder zehnte Tatverdächtige (9,7 %, 20 Personen) der Gruppe der Jugendlichen an. Knapp 200 Tatverdächtige (199 Personen, 1,8 %), die im vergangenen Jahr registriert wurden, waren Kinder im Alter unter 14 Jahren. Ihnen wurde hauptsächlich einfacher Ladendiebstahl vorgeworfen (etwa 44 % der Fälle). Unter den weiteren Delikten waren vor allem Betrug, Sachbeschädigung und Körperverletzung (Tabelle 3). Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 17 Anzahl%Anzahl%Anzahl%Anzahl% Alle Straftaten 1 11.7652181,98897,61.23310,59.425 80,1 Alle Straftaten (ohne As ylverstöße) 1 11.0721991,88407,61.16210,58.871 80,1 Begangene Straftaten Straftaten gegen das Leben 11----545,5654,5 darunter Mord3----133,3266,7 Totschlag und Tötung auf Verlangen8----450,0450,0 Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung20794,3209,72512,115373,9 darunter Vergewaltigung/sexuelle Nötigung38--37,925,33386,8 sonstige sexuelle Nötigung6----350,0350,0 sexueller Missbrauch von Kindern4212,449,5511,93276,2 2.255421,91345,923610,51.84381,7 darunter Raub und räuberische Erpressung/räuberischer Angriff14664,12315,82617,89162,3 Handtaschenraub4--125,0125,0250,0 sonstige Raubüberfälle auf Straße pp.6258,11524,21219,43048,4 Körperverletzung1.773341,91025,819911,21.43881,1 Straftaten gegen die persönliche Freiheit46151,1194,1235,041489,8 Diebstahl 2.0191085,325112,41577,81.50374,4 darunter Diebstahl ohne erschwerende Umstände1.6441036,321413,01076,51.22074,2 einfacher Ladendiebstahl1.196887,417014,2715,986772,5 DS an/aus Kraftfahrzeugen4337,0511,612,33479,1 einfacher Taschendiebstahl22--418,2313,61568,2 Diebstahl unter erschwerenden Umständen50561,25310,55310,539377,8 BSD von Kraftfahrzeugen11--19,1436,4654,5 BSD von Fahrrädern88--89,11314,86776,1 BSD in/aus Dienst-/Büroräumen und andere30--310,0516,72273,3 BSD in/aus Gaststätten/Kantinen/Hotels/Pensionen10----110,0990,0 BSD in/aus Verkaufsräumen/Waren- häusern einschließlich Ladendiebstahl 17231,7158,7169,313880,2 Wohnungseinbruchdiebstahl50--510,0510,04080,0 BSD an/aus Kraftfahrzeugen25--28,014,02288,0 Vermögens- und Fälschungsdelikte 4.926230,53487,155911,33.99681,1 darunter Betrug4.443210,53137,052711,93.58280,6 Erschleichen von Leistungen3.501170,52888,245212,92.74478,4 Sonstige Straftatbestände gemäß StGB1.979392,01226,21718,61.64783,2 darunter Beleidigung82481,0344,1566,872688,1 Sachbeschädigung401205,0389,55112,729272,8 Sachbeschädigung an Kfz11910,843,41310,910184,9 Strafrechtliche Nebengesetze2.695250,92539,434012,62.07777,1 darunter Straftaten gegen das AufenthaltsG/AsylG911202,2738,010111,171778,7 Rauschgiftdelikte nach dem BtMG1.53740,317311,322314,51.13774,0 Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit Straftat Tatver- dächtige insgesamt davon Kinder (unter 14 Jahre) Jugendliche (14 bis unter 18 J.) Heranwachsende (18 bis unter 21 J.) Erwachsene (ab 21 Jahre) 1 Tatverdächtige, die mehrere Straftaten begangen haben, werden als tatverdächtige Person nur einmal gezählt. Bei Straftaten, die im Einzelnen ausgewiesen sind, können tatverdächtige Personen mehrfach erfasst sein. Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2020. Tabelle 3 Tatverdächtige nach Straftaten und Altersgruppen in Karlsruhe 2020 18 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 Abbildung 6 Entwicklung der Zahl der Tatverdächtigen*in Karlsruhe 2020gegenüber 2019 6.072 4.525 6.461 4.611 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 DeutscheNichtdeutsche 20192020 Deutsche +389 (+6,4 %) Nichtdeutsche +86 (+1,9 %) *Ohne Tatverdächtige von Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz (AufenthaltsG), das Asylgesetz (AsylG) und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU. Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2020. Anzahl Hinsichtlich der Nationalität der Tatverdächtigen waren ausländische Personen im Vergleich zu ihrem Anteil an der Karlsruher Bevölkerung (18,3 %) überrepräsentiert. Ohne die Berücksichtigung von Verstößen gegen das Aufenthalts- und Asylgesetz stellten sie 41,6 % der Tatverdächtigen (Abbildung 7, Karte 4), wobei ihr Anteil seit 2017 (47,5 %) sukzessive zurückging. Bei der Interpretation dieser Daten sollte berücksichtigt werden, dass methodische Schwierigkeiten einen kausalen Rückschluss auf die Strafanfälligkeit von Personen unterschiedlicher Nationalität erschweren. Beispielsweise kann es Unterschiede hinsichtlich der demografischen Struktur zwischen Nichtdeutschen und Deutschen geben, oder junge Männer beziehungsweise Heranwachsende können aus manchen Herkunftsländern überrepräsentiert sein – eine Personengruppe, von der aus der Strafverfolgung bekannt ist, dass sie häufiger Straftaten begeht als die Durchschnittsbevölkerung. Weiterhin werden Straftaten in der Polizeilichen Kriminalstatistik stets nach dem Tatortprinzip erfasst und nicht nach dem Wohnort der Tatverdächtigen. Unter den erfassten Tatverdächtigen sind also auch Personen auf der Durchreise, Touristen sowie Personen aus dem Umland, welche den Vergleich mit einer räumlich begrenzten Bevölkerung nicht zulassen. Der Anteil der nichtdeutschen Personen war bei Diebstahldelikten mit 46,6 % überdurchschnittlich hoch, darunter insbesondere bei Wohnungseinbruchdiebstahl mit 52,0 %. Unter den Vermögens- und Fälschungsdelikten erreichten sie einen Anteil von 48,1 %. In Fällen von Sachbeschädigungen (26,2 %) und Beleidigungen (27,9 %) war ihr Anteil an den ermittelten Tatverdächtigen dagegen deutlich geringer. Die deutschen Tatverdächtigen hatten sich dagegen überdurchschnittlich häufig wegen verschiedener Gewaltdelikte zu verantworten, darunter Straftaten gegen die persönliche Freiheit (65,9 %), Körperverletzung (59,8 %) sowie Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (63,3 %). Die bei Rauschgiftkontrollen aufgegriffenen Personen waren in mehr als zwei Dritteln der Fälle Deutsche (70,9 %). Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 19 0,3 70,9 73,8 72,1 51,9 48,0 31,4 61,4 52,1 53,4 65,9 59,8 56,2 63,3 63,6 58,4 54,9 99,7 29,1 26,2 27,9 48,1 52,0 68,6 38,6 47,9 46,6 34,1 40,2 43,8 36,7 36,4 41,6 45,1 020406080100 Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz Rauschgiftdelikte nach dem BtMG Sachbeschädigung Beleidigung Vermögens- und Fälschungsdelikte Wohnungseinbruchdiebstahl (WED) BSD in/aus Verkaufsräumen/Warenhäusern einschließlich Ladendiebstahl BSD BSD von Fahrrädern einfacher Ladendiebstahl Diebstahl insgesamt Straftaten gegen die persönliche Freiheit Körperverletzung Raubdelikte Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Straftaten gegen das Leben Straftaten gesamt ohne Verstößegegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz Straftaten gesamt in % DeutscheNichtdeutsche Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell –Kriminalität 2020. Abbildung 7 Deutsche und nichtdeutsche Tatverdächtige 2020 nach Delikten 20 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 03 05 08 27 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 22 24 25 21 03 18 09 1.139 912 692 519 467 303 623 312 507 307 172 76 645 613 527 364 176 71 131 50 185 94 204 58 234 152 48 29 140 69 182 93 148 78 154 119 559 324 117 60 15 8 19 4 14 7 40 12 11 2 219 95 198 106 ** Klasse ist aktuell nicht besetzt. Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2020. Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Ausländeranteil an den Tatverdächtigen in Prozent* unter 20 20 bis unter 30 30 bis unter 40 40 bis unter 50 50 und mehr** Karlsruhe insgesamt: 11.072 Tatverdächtige davon: 6.461 Deutsche 4.611 Nichtdeutsche 500 Anzahl deutscher Tatverdächtiger 500 Anzahl nichtdeutscher Tatverdächtiger Karte 4 Begangene Straftaten von deutschen und nichtdeutschen Tatverdächtigen in den Karlsruher Stadtteilen 2020 (ohne Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz/Asylgesetz und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU) Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 21 4. Gewaltdelikte Zu den Gewaltdelikten zählen Straftaten, die unmittelbar gegen den Menschen selbst gerichtet sind. In der Polizeilichen Kriminalstatistik wird differenziert nach Straftaten gegen das Leben (darunter Mord und Totschlag), Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (darunter Vergewaltigung, sexuelle Nötigung, sexueller Missbrauch) und Rohheitsdelikte (Körperverletzung und Raub sowie Straftaten gegen die persönliche Freiheit wie Nachstellung – „Stalking“ –, Nötigung und Menschenhandel). Die in diesem Kapitel dargestellten Ergebnisse beziehen sich auf diese Straftatengruppen im Ganzen. Die hier dargestellten Straftaten sind dabei nicht im engeren Sinne des Begriffs „Gewaltkriminalität“ zu sehen, wie ihn die Polizei verwendet. In den Richtlinien der Polizeilichen Kriminalstatistik des Bundeskriminalamtes werden durch den Begriff „Gewaltkriminalität“ festgelegte Straftatenschlüssel definiert, welche nicht alle Straftaten aus den oben genannten Deliktgruppen beinhalten. So werden hierunter beispielsweise nur Körperverletzungen mit Todesfolge sowie gefährliche und schwere Körperverletzung erfasst, jedoch keine Fälle von vorsätzlicher einfacher Körperverletzung, fahrlässiger Körperverletzung oder Misshandlung von Schutzbefohlenen. 2020 wurden insgesamt 3.006 Straftaten aus den genannten Straftatengruppen bei der Karlsruher Polizei zur Anzeige gebracht. Dies waren 69 Fälle mehr als im Vorjahr (+2,3 %). Bei rund zwei Dritteln der Vorfälle handelte es sich um Körperverletzungen (2.005 Fälle), welche in 89 % aller Fälle aufgeklärt werden konnten (Abbildung 8). Hierunter sind alle Arten von leichten und schweren Körperverletzungen zusammengefasst. Bei den Straftaten gegen die persönliche Freiheit (542 Fälle) lag die Aufklärungsquote bei 88 % (vergleiche auch Abbildung 13). Registrierte Fälle von Raub, räuberischer Erpressung sowie räuberischem Angriff verringerten sich gegenüber dem Vorjahr um 19 % auf 156 Fälle. Dies entspricht dem Niveau von 2018. Eine Veränderung der Fallzahlen von Gewaltdelikten im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie kann somit für Karlsruhe nicht nachgewiesen werden, da sich die registrierten Straftaten im üblichen Umfang der vergangenen Jahre bewegten. Der Citybereich stellt mit seinen vielen Geschäften und Einkaufspassagen einen bevorzugten Tatort für diese und andere Straftaten dar, weshalb Polizei und Kommunaler Ordnungsdienst (KOD) hier einen besonderen Einsatzschwerpunkt haben (Abbildung 9). Zwischen März und Dezember 2020 waren zahlreiche Läden, insbesondere Kulturstätten und Veranstaltungsorte zeitweise geschlossen. Ebenso sorgten Ausgangsbeschränkungen in den Abend- und Nachtstunden für deutlich weniger Betrieb in der Karlsruher Innenstadt. In der Polizeilichen Kriminalstatistik spiegelt sich dies jedoch nicht wider (Abbildung 10). Die Zahl der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit verlief mit geringen Schwankungen auf dem Niveau der letzten vier Jahre. Körperverletzungen, welche den überwiegenden Großteil der Rohheitsdelikte bilden, sind im östlichen Teil der City zwischen Marktplatz und Durlacher Tor seit 2016 stark rückläufig, wenngleich mit 221 erfassten Straftaten einige Fälle mehr als 2019 (205; +8 %) zur Anzeige gebracht wurden. Im westlichen Teil zwischen Europaplatz und Marktplatz inklusive dem Schlossareal blieb die Zahl der Delikte dagegen mit 301 Fällen auf dem niedrigen Niveau der letzten drei Jahre. 7 276 193 512 1.949 9 294 156 542 2.005 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 Straftaten gegen das LebenStraftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Raub, räuberischer Angriff, räuberische Erpressung Straftaten gegen die persönliche Freiheit Körperverletzung 20192020 Anzahl Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell –Kriminalität 2020. Abbildung 8 Gewaltdeliktein Karlsruhe 2019 und 2020 22 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 050100150200250300350400 25 Palmbach 22 Hohenwettersbach 24 Grünwettersbach 21 Stupferich 23 Wolfartsweier 14 Weiherfeld-Dammerstock 15 Rüppurr 13 Beiertheim-Bulach 20 Grötzingen 17 Rintheim 11 Grünwinkel 10 Knielingen 06 Nordweststadt 18 Hagsfeld 27 Nordstadt 09 Daxlanden 16 Waldstadt 12 Oberreut 26 Neureut 04 Südweststadt 08 Mühlburg 03 Südstadt 05 Weststadt 07 Oststadt 19 Durlach 01 Innenstadt-Ost 02 Innenstadt-West Anzahl Körperverletzung Straftaten gegen die persönliche Freiheit Raub/räuberische Erpressung/räuberischer Angriff *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe| Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell –Kriminalität 2020. Abbildung 9 Rohheitsdelikte/Straftaten*gegen die persönliche Freiheit in Karlsruhe 2020nach Stadtteilen Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 23 328 41 35 251 21 36 241 31 16 205 33 28 221 42 19 0 50 100 150 200 250 300 350 400 KörperverletzungStraftaten gegen die persönliche Freiheit Raub, räuberischer Angriff, räuberische Erpressung 20162017201820192020 Stadtteil Innenstadt-Ost Anzahl Abbildung 10 Entwicklung von Rohheitsdelikten/Straftatengegen die persönliche Freiheit in der Karlsruher Innenstadt von 2016 bis 2020 353 39 37 358 40 53 299 29 33 310 47 42 301 50 34 0 50 100 150 200 250 300 350 400 KörperverletzungStraftaten gegen die persönliche Freiheit Raub, räuberischer Angriff, räuberische Erpressung 20162017201820192020 Stadtteil Innenstadt-West Anzahl Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell –Kriminalität 2020. 24 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 Die Zahl der gemeldeten Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung erhöhte sich gegenüber dem Vorjahr von 276 auf 294 Fälle (+6,5 %). Der Großteil der gemeldeten Straftaten konnte den zentralen Stadtteilen zwischen Mühlburg und Oststadt zugeordnet werden, darunter insbesondere der Innenstadt-West (28 Fälle) und Mühlburg (27 Fälle). Unter den insgesamt 207 Tatverdächtigen hatten Kinder und Jugendliche im vergangenen Jahr einen Anteil von knapp 25 % erreicht. 2020 konnten 29 minderjährige Tatverdächtige ermittelt werden, dies entspricht einem Anteil von 14 % (Abbildung 11). Vier von fünf dieser Straftaten konnten aufgeklärt werden. Im mehrjährigen Verlauf zeigt sich der Bruch der Zeitreihe zwischen 2017 und 2018 durch verschiedene Änderungen des Strafrechts, welche seit 2018 eine genauere Zuordnung und Erfassung von sexuell motivierten Straftaten ermöglichen (vergleiche auch Abbildung 5). Raubdelikte entwickelten sich in Karlsruhe in den vergangenen Jahren rückläufig und erreichten 2018 mit 151 Fällen den bisher niedrigsten Stand seit 2012. Mit 156 registrierten Fällen im Jahr 2020 wurde dieses Niveau nach einem zwischenzeitlichen Anstieg 2019 wieder erreicht. Die Schwankungen beziehen sich überwiegend auf wechselnde Fallzahlen in der Südstadt und den beiden Innenstadt- Stadtteilen. Im Fünfjahresvergleich 2016 bis 2020 verringerten sich Raubdelikte im Stadtgebiet insgesamt um 29 %. In einigen zentrumsfernen Stadtteilen zeigte sich 2020 ein Anstieg der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit. In der Nordstadt sowie in Rintheim und Hagsfeld wies die Kriminalstatistik hohe Steigerungsraten der Fallzahlen gegenüber dem Vorjahr aus (Karte 5). Zuvor waren gerade in diesen Stadtteilen die genannten Delikte jedoch auffällig stark zurückgegangen. Die diesjährigen Veränderungen bewegen sich damit innerhalb der üblichen Schwankungen und stellen keine Trendänderung dar. Die Tatverdächtigen in der Deliktgruppe „Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit“ waren in rund 61 % der Fälle Deutsche. Ihr Anteil entspricht in allen betrachteten Einzeldelikten aus der Kategorie „Gewaltdelikte“ annähernd dem Gesamtdurchschnitt von 58 % bezogen auf alle polizeilich erfassten Straftaten (Abbildung 12). 4,3 4,1 1,1 1,9 1,8 9,7 15,8 4,1 5,8 7,6 45,5 12,1 17,8 5,0 11,2 10,5 54,5 73,9 62,3 89,8 81,1 80,1 0102030405060708090100 Straftaten gegen das Leben Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Raub, räuberischer Angriff, räuberische Erpressung Straftaten gegen die persönliche Freiheit Körperverletzung Straftaten insgesamt (ohne Asylverstöße) in % Kinder (unter 14 Jahren)Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre) Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre)Erwachsene (ab 21 Jahren) Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell –Kriminalität 2020. Abbildung 11 Tatverdächtige von Gewaltdeliktenin Karlsruhe 2020 nach Altersgruppen Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 25 63,6 63,3 56,2 65,9 59,8 58,4 36,4 36,7 43,8 34,1 40,2 41,6 0102030405060708090100 Straftaten gegen das Leben Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Raub, räuberischer Angriff, räuberische Erpressung Straftaten gegen die persönliche Freiheit Körperverletzung Straftaten insgesamt (ohne Asylverstöße) in % DeutscheNichtdeutsche Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell –Kriminalität 2020. Abbildung 12 Deutsche und nichtdeutsche Tatverdächtige von Gewaltdeliktenin Karlsruhe 2020 100 80,3 72,4 88,4 89,3 65,1 19,7 27,6 11,6 10,7 34,9 0102030405060708090100 Straftaten gegen das Leben Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung Raub, räuberischer Angriff, räuberische Erpressung Straftaten gegen die persönliche Freiheit Körperverletzung Straftaten insgesamt in % aufgeklärte Fällenicht aufgeklärte Fälle Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe| Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell –Kriminalität 2020. Abbildung 13 Aufklärungsquotenbei Gewaltdelikten in Karlsruhe 2020 26 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 03 05 08 27 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 22 24 25 21 03 18 09 Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2020. Karlsruhe insgesamt: +1,8 % Veränderung in Prozent* unter –30 –30 bis unter –10 –10 bis unter 0 Abnahme Zunahme 0 bis unter +10 10 bis unter +30 +30 und mehr Karte 5 Zu- und Abnahme der Rohheits-/Freiheitsdelikte insgesamt in den Karlsruher Stadtteilen 2019 bis 2020 © PantherMedia/photographee.eu Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 27 5. Rauschgiftdelikte Die Zahl der festgestellten Verstöße gegen das Betäubungs- mittelgesetz (BtMG) war in den letzten fünf Jahren einigen Schwankungen unterworfen. In den Jahren 2016 bis 2018 wurden deutlich mehr Fälle zur Anzeige gebracht als zuvor. Auf ähnlich hohem Niveau bewegten sich auch die 2019 und 2020 registrierten Vorfälle. Zuletzt wurden 1.888 Verstöße zur Anzeige gebracht (Abbildung 14). Im Vergleich von 2020 zu 2016 ergibt dies eine geringe Zunahme von rund 7 %. Zu den berücksichtigten Straftatbeständen zählen unter anderem unerlaubter Handel, Schmuggel, Herstellung sowie Abgabe oder Besitz von bestimmten Substanzen in nicht erlaubten Mengen. Straftaten im Rahmen der Beschaffungskriminalität, zum Beispiel Diebstahl von Betäubungsmitteln aus Apotheken oder anderen medizinischen Einrichtungen, sind hierin nicht enthalten. Wie viele Rauschgiftdelikte festgestellt und in der PKS erfasst werden, hängt stark vom Umfang der polizeilichen Kontrollen ab. Diese wurden in den vergangenen Jahren zur Bekämpfung der illegalen Drogenszene in Karlsruhe vermehrt durchgeführt. Eine gesicherte Aussage zur Anzahl der tatsächlichen Delikte oder zum Rauschgiftkonsum der Karlsruher Bevölkerung lässt sich anhand dieser Ergebnisse jedoch nicht feststellen. Ebenso wenig ist die Kriminalstatistik dazu geeignet, den Erfolg von Präventions- und Fördermaßnahmen wie beispielsweise des im Dezember 2019 eröffneten Karlsruher Drogenkonsumraumes abzubilden. Wie bei Kontrolldelikten üblich, gehen fast ausnahmslos nur die festgestellten Fälle in die Statistik ein, die Aufklärungsquote betrug rund 94 %. Die Struktur der Tatverdächtigen hat sich in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Altersgruppen wenig verändert. Der Anteil der Heranwachsenden (18 bis unter 21 Jahre) verringerte sich von knapp 21 % im Jahr 2018 auf 18 % im darauffolgenden Jahr und sank 2020 auf 14,5 %. Bezogen auf alle Straftaten waren 10,5 % der Tatverdächtigen in dieser Altersgruppe, somit zählen Rauschgiftdelikte weiterhin zu den von Heranwachsenden häufig begangenen Delikten. Im Gegenzug erhöhte sich der Anteil der erwachsenen Tatverdächtigen auf 74 %. Der Anteil der Jugendlichen von 14 bis unter 18 Jahren blieb in den letzten drei Jahren etwa gleich. Unter den 1.537 Tatverdächtigen waren Deutsche mit einem Anteil von rund 70 % vertreten (Abbildung 15). Rauschgiftdelikte wurden von der Polizei sowie den Angehörigen des Kommunalen Ordnungsdienstes (KOD) schwerpunktmäßig in den zentrumsnahen Stadtteilen kontrolliert. Die meisten Verstöße wurden in der Südweststadt (287) und in der Innenstadt-West (267) festgestellt (Abbildung 16). In der Südweststadt hatten sich die Verstöße von 138 im Jahr 2015 auf 420 im Jahr 2019 in kurzer Zeit verdreifacht. Trotz des aktuellen Rückgangs bleibt die Südweststadt ein Hotspot der Karlsruher Drogenszene. In der Innenstadt- West, darunter insbesondere im Schlossareal, war dagegen eine stetige Zunahme der Kontrollen in den letzten Jahren erkennbar. Weiterhin wurden zahlreiche Kontrollen in der Südstadt (210) durchgeführt sowie in der Innenstadt-Ost (160). Dort verringerten sich die festgestellten Verstöße seit 2016 besonders stark (Rückgang um 57 % gegenüber 2016). Die in der Polizeilichen Kriminalstatistik registrierten Rauschgiftdelikte haben sich 2020 räumlich stärker im Karlsruher Stadtgebiet verteilt. Während auf die vier genannten zentralen Stadtteile im Jahr 2018 noch rund 59 % aller festgestellten Rauschgiftdelikte entfielen, waren es 2020 nun noch knapp 49 %. Unklar ist, inwieweit dies mit veränderten Einsatzschwerpunkten der kontrollierenden Beamtinnen und Beamten zusammenhängt. 28 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 Abbildung 15 Tatverdächtige in Fällen von Rauschgiftdelikten nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) in Karlsruhe 2020 nach Altersgruppen und Nationalität Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell –Kriminalität 2020. Tatverdächtige insgesamt: 1.537 Nichtdeutsche 448 | 29,1 % Deutsche 1.089 | 70,9 % Erwachsene 1.137 | 74,0 % Kinder 4 | 0,3 % Jugendliche 173 | 11,3 % Heranwachsende 223 | 14,5 % 1.426 1.421 1.487 1.766 1.869 1.963 1.823 1.888 0 500 1.000 1.500 2.000 2.500 20132014201520162017201820192020 Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell -Kriminalität 2020. Abbildung14 Rauschgiftdelikte nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG) in Karlsruhe seit 2013 Anzahl Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 29 0,2 0,2 0,0 0,2 0,3 0,3 1,0 0,6 0,9 2,2 1,6 0,7 1,3 3,5 4,3 1,4 2,1 1,9 2,6 11,1 4,9 6,4 15,2 4,7 8,5 5,9 14,1 0,1 0,2 0,2 0,2 0,3 0,9 1,3 1,5 1,7 1,9 1,9 2,0 2,1 2,1 2,2 2,3 2,3 2,4 2,7 5,7 6,2 6,7 6,8 6,8 7,7 8,2 13,0 0,05,010,015,020,0 25 Palmbach 21 Stupferich 22 Hohenwettersbach 24 Grünwettersbach 23 Wolfartsweier 14 Weiherfeld-Dammerstock 20 Grötzingen 10 Knielingen 15 Rüppurr 09 Daxlanden 17 Rintheim 18 Hagsfeld 06 Nordweststadt 27 Nordstadt 12 Oberreut 11 Grünwinkel 16 Waldstadt 13 Beiertheim-Bulach 26 Neureut 03 Südstadt 08 Mühlburg 19 Durlach 04 Südweststadt 05 Weststadt 01 Innenstadt-Ost 07 Oststadt 02 Innenstadt-West in % Anteil der im Stadtteil erfassten Straftaten an allen Straftaten im Stadtgebiet* Anteil der im Stadtteil erfassten Rauschgiftdelikte an allen Rauschgiftdelikten im Stadtgebiet *Ohne Straftaten gegen das Aufenthaltsgesetz (AufenthaltsG), das Asylgesetz (AsylG) und gegen das Freizügigkeitsgesetz EU. 1 Bekannt gewordene Rauschgiftdelikte nach dem Betäubungsmittelgesetz (BtMG). Tatort im jeweiligen Stadtteil. Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2020. Abbildung 16 Gesamtstädtischer Anteil der Karlsruher Stadtteile 2020 bei Straftaten und Rauschgiftdelikten 1 30 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 6. Diebstähle Über mehrere Jahre hinweg wies die Deliktgruppe „Diebstahl“ die mit Abstand größten Fallzahlen von allen in Karlsruhe erfassten Straftaten auf. Seit 2017 verringerten sich die registrierten Straftaten von Jahr zu Jahr. Im Jahr 2020 wurden 8.227 Diebstähle in Karlsruhe bei der Polizei angezeigt, 9,2 % weniger als im Vorjahr (9.056 Fälle). Gegenüber 2016 gingen die Zahlen um 35,7 % zurück. In der Polizeilichen Kriminalstatistik werden Diebstähle mit und ohne erschwerende Umstände unterschieden. In Fällen des schweren Diebstahls wurde die gestohlene Sache in der Regel vom Eigentümer auf besondere Weise gegen Wegnahme gesichert, welche von dem oder den Tätern überwunden werden musste. Bei den einfachen Diebstählen fiel der Rückgang gegenüber 2019 mit 12 % auf 4.363 Fälle stärker aus als bei schweren Diebstählen, welche um knapp 6 % auf 3.864 Fälle sanken (Abbildung 17). Es kann davon ausgegangen werden, dass die besonderen Umstände der Covid19-Pandemie auch zur Verringerung der Straftaten beigetragen haben. So sank beispielsweise die Zahl der einfachen Taschendiebstähle innerhalb eines Jahres um 22 % von 488 auf 383 Fälle. Die zeitweise geltenden Personenbegrenzungen in Geschäften des Einzelhandels sowie Ausgangsbeschränkungen mit leeren Fußgängerzonen dürften hierzu beigetragen haben. Insbesondere durch den empfohlenen Mindestabstand von 1,50 Metern, welchen die Bevölkerung in den vergangenen Monaten zu großen Teilen verinnerlicht hatte, ergaben sich für Taschendiebe vermutlich weniger Gelegenheiten, ihre Tat durchzuführen. Allerdings lassen sich nicht alle Veränderungen über die pandemie- bedingten Einschränkungen erklären. So blieb die Zahl der einfachen Ladendiebstähle nahezu konstant gegenüber dem Vorjahr. Mit 1.521 Fällen (2019: 1.563) wurden lediglich 3 % weniger Straftaten erfasst als 2019, obwohl die Läden über einen größeren Zeitraum im Jahr 2020 nur sehr eingeschränkt geöffnet oder vorübergehend sogar geschlossen hatten. 8.129 8.003 8.763 7.120 5.712 5.378 4.958 4.363 5.622 5.948 6.152 5.680 4.255 3.807 4.098 3.864 0 2.000 4.000 6.000 8.000 10.000 12.000 14.000 16.000 20132014201520162017201820192020 Diebstahl unter erschwerenden Umständen Diebstahl ohne erschwerende Umstände Anzahl Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell -Kriminalität 2020. Abbildung17 Diebstahl mit und ohne erschwerende Umstände in Karlsruhe seit 2013 Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 31 Abbildung 18 Diebstahl mit und ohne erschwerende Umstände in Karlsruhe 2019 und 2020 4.958 4.363 26 34 1.838 1.760 267 287 268 252 211 283 246 321 1.242 927 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 6.000 7.000 8.000 9.000 10.000 20192020 BSD = Besonders schwerer Diebstahl. Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2020. Sonstige BSD BSD an/ausKraftfahrzeugen Wohnungseinbruchdiebstahl (WED) BSD in/aus Verkaufsräumen/Warenhäusern einschließlich Ladendiebstahl BSD BSD in/aus Gaststätten/Kantinen/Hotels/Pensionen sowie aus Dienst- oder Büroräumen und anderen BSD von Fahrrädern BSD von Kraftfahrzeugen Diebstahl ohne erschwerende Umstände Anzahl Veränderung: – 829 – 9,2 % 8.227 9.056 32 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 Abbildung19 Zu-/Abnahmevon Diebstahlsdelikten mit und ohne erschwerende Umstände in Karlsruhe 2020 gegenüber 2019 BSD = Besonders schwerer Diebstahl. Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe| Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell –Kriminalität 2020. -12,0 30,8 -4,2 7,5 -6,0 34,1 30,5 -25,4 -30,0 -20,0 -10,0 0,0 10,0 20,0 30,0 40,0 Zunahme Abnahme % Diebstahlohne erschwerende Umstände BSD vonKraftfahrzeugen BSD von Fahrrädern BSD in/aus Gaststätten/Kantinen/Hotels/Pensionen sowie aus Dienst- oder Büroräumen und anderen BSD in/aus Verkaufsräumen/Warenhäusern einschließlich Ladendiebstahl BSD Wohnungseinbruchdiebstahl (WED) BSD an/aus Kraftfahrzeugen Sonstige BSD © PantherMedia/AndreyPopov Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 33 Bei den schweren Diebstählen kamen etwas weniger Fälle von „besonders schwerem Diebstahl in/aus Verkaufsräumen/ Warenhäusern einschließlich Ladendiebstahl (BSD)“ zur Anzeige (252 Fällen oder –6,0 %). Allerdings war die Zahl dieser Straftaten im Vorjahr um 11 % gestiegen, so dass es sich hierbei weniger um einen Einfluss der Covid19- Pandemie als vielmehr um zufällige jährliche Schwankungen der Fallzahlen handeln dürfte. Die größte Gruppe unter den schweren Diebstählen bildete erneut „schwere Fahrraddiebstähle“ welche mit 1.760 angezeigten Fällen ebenfalls geringfügig um 4,2 % zurückgegangen waren (Abbildungen 18 und 19). Im Gegenzug wurden 2020 vermehrt schwere Diebstähle an/aus Kraftfahrzeugen zur Anzeige gebracht. Hier stellte die Polizei entgegen dem rückläufigen Trend von –61 % seit 2016 eine aktuelle Zunahme um rund 30 % gegenüber 2019 auf 321 Straftaten fest. Wenngleich die Fallzahlen bei schwerem Diebstahl von Kraftfahrzeugen vergleichsweise gering sind, so wurde auch hier eine Zunahme der Fallzahlen um 30,8 % von 26 auf 34 ermittelt. Wohnungseinbruchdiebstähle (Karte 8) erreichten 2019 den niedrigsten Wert seit 2012 und verringerten sich im Fünfjahresvergleich gegenüber 2016 um 40 %. Aufgrund einer noch ungeklärten Einbruchserie Anfang des Jahres 2020 sowie einiger weiterer Fälle haben sich die zur Anzeige gebrachten Vorfälle aktuell um mehr als ein Drittel (+34,1 %) auf 283 Fälle erhöht. Im mehrjährigen Vergleich stellt dies für Karlsruhe dennoch einen niedrigen Wert dar. Die Verteilung der Diebstahlsdelikte insgesamt im Stadtgebiet ist durch eine hohe Zentralität geprägt (Karte 6). Besonders in der Innenstadt-West mit dem City- und Einkaufsareal zwischen Mühlburger Tor, Europaplatz und Marktplatz sowie dem ECE-Shoppingcenter im Süden des Stadtteils finden Diebe günstige Bedingungen vor. Doch auch in den angrenzenden zentrumsnahen Stadtteilen wurden zahlreiche Diebstähle gemeldet. Im Vergleich zu den Jahren 2013 bis 2015, als sich ein Großteil der Diebstähle auf den Citybereich und die Oststadt konzentrierte, haben sich die Delikte stärker auf die umliegenden Stadtteile verteilt. Als Vergleich sollen die Werte aus der Polizeilichen Kriminalstatistik 2014 diese Veränderung aufzeigen: Innenstadt-West mit aktuell 1.449 Fällen (2014: 2.602), Innenstadt-Ost mit 580 Fällen (2014: 1.403) und die Oststadt mit 642 Fällen (2014: 1.442). Nähere Informationen zu diesen Zeitreihen können online im interaktiven Statistikatlas der Statistikstelle Karlsruhe unter statistik.karlsruhe.de abgerufen werden. Die Übersicht auf Karte 7 zeigt, dass es in nahezu allen Stadtteilen zu einer Verringerung der angezeigten Diebstähle innerhalb der letzten fünf Jahre kam. Allerdings schwankten die Fallzahlen in Rintheim in diesem Zeitraum stark, was die Vergleichbarkeit beeinträchtigt. Die Zahl der Diebstähle war hier von 223 Fällen im Jahr 2015 um knapp die Hälfte auf 115 im Jahr 2016 gesunken. Da 2016 als Basisjahr für den Fünfjahresvergleich dient, ergab sich rechnerisch eine Zunahme der Diebstähle bis 2020, obwohl das Plus innerhalb der für Rintheim üblichen Spannbreite der letzten Jahre lag. In den Höhenstadtteilen sowie Wolfartsweier waren die Fallzahlen weiterhin äußerst niedrig, so dass hier von Einzelfällen gesprochen werden kann. 34 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 137 204 232 157 1.449 552 659 581 291 195 131 167 81 136 21 8 4 11 8 531 200 147 163 642 580 495 96 Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Karlsruhe insgesamt: 8.227 Anzahl der Diebstahlsdelikte insgesamt* *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Nicht auf Stadtteile zuordenbare Straftaten: 349. 1.000 Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2020. Karte 6 Diebstahlsdelikte insgesamt in den Karlsruher Stadtteilen 2020 Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 35 01 02 27 26 10 06 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 05 05 Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze *Tatort im jeweiligen Stadtteil. ** Klasse ist aktuell nicht besetzt. Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2020. Karlsruhe insgesamt: –35,7 % Veränderung in Prozent* unter –40 –40 bis unter –30 –30 bis unter –20 –20 bis unter 0 Abnahme Zunahme 0 bis unter +40 +40 und mehr** Karte 7 Zu- und Abnahme der Diebstahlsdelikte insgesamt in den Karlsruher Stadtteilen 2016 bis 2020 36 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 21 8 39 7 8 13 16 13 31 6 4 2 7 28 2 2 1 0 2 25 3 0 6 8 5 24 2 Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Karlsruhe insgesamt: 283 *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Nicht auf Stadtteile zuordenbare Straftaten: 0. 20 Anzahl der Wohnungseinbruchdiebstähle insgesamt* Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2020. Karte 8 Wohnungseinbruchdiebstähle insgesamt in den Karlsruher Stadtteilen 2020 Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 37 Unter den in der polizeilichen Kriminalstatistik dargestellten Deliktarten liegt die Aufklärungsquote bei Diebstählen am niedrigsten. Im Gegensatz zu anderen Straftaten wie Gewaltdelikten, Betrug oder Beleidigung kommen Täter und Opfer bei Diebstählen oder auch Sachbeschädigungen häufig nicht in direkten Kontakt. Eine Ausnahme hiervon bilden lediglich Ladendiebstähle, welche im letzten Jahr 2020 in rund neun von zehn Fällen aufgeklärt werden konnten, während insgesamt nur jeder dritte Diebstahl aufgeklärt werden konnte. Es gibt dabei beträchtliche Unterschiede zwischen den einzelnen Delikten. „Einfache Ladendiebstähle“ und „schwere Diebstähle aus Verkaufsräumen/Warenhäusern sowie schwere Ladendiebstähle“ weisen sehr hohe Aufklärungsquoten auf, da diese Straftaten ja nur dann in die Polizeiliche Kriminalstatistik eingehen, wenn sie entdeckt werden. Bei allen übrigen Diebstählen sind die Chancen, dass ein Täter ermittelt werden kann, vergleichsweise gering. Bei den 3.864 Fällen besonders schweren Diebstahls konnte in 19 % der Fälle ein Tatverdächtiger ermittelt werden. Insbesondere schwere Diebstähle von Fahrrädern (8,8 %) und an/aus Kraftfahrzeugen (8,7 %) wurden nur in seltenen Fällen aufgeklärt. Nur jeder sechste Wohnungseinbruchdiebstahl (17,0 %) konnte 2020 aufgeklärt werden (Abbildung 20). 29,4 8,8 12,3 20,3 77,8 17,0 8,7 27,7 70,6 91,2 87,7 79,7 22,2 83,0 91,3 72,3 0,010,020,030,040,050,060,070,080,090,0100,0 BSD von Kraftfahrzeugen BSD von Fahrrädern BSD in/aus Dienst-/Büroräumen und anderen BSD in/aus Gaststätten/Kantinen/ Hotels/Pensionen BSD in/aus Verkaufsräumen/Warenhäusern einschließlich Ladendiebstahl BSD Wohnungseinbruchdiebstahl (WED) BSD an/aus Kraftfahrzeugen sonstige BSD aufgeklärte Fällenicht aufgeklärte Fälle in % BSD = Besonders schwerer Diebstahl. Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell –Kriminalität 2020. Abbildung 20 Aufklärungsquotenbei Diebstahl unter erschwerenden Umständen in Karlsruhe 2020 38 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 01 02 27 26 10 06 05 08 11 12 13 15 14 04 07 17 16 20 19 23 2224 25 21 03 18 09 27 49 48 75 156 107 235 223 46 42 25 42 25 29 0 3 0 5 0 112 60 11 10 129 114 153 18 Stadtteile 01 Innenstadt-Ost 15 Rüppurr 02 Innenstadt-West 16 Waldstadt 03 Südstadt 17 Rintheim 04 Südweststadt 18 Hagsfeld 05 Weststadt 19 Durlach 06 Nordweststadt 20 Grötzingen 07 Oststadt 21 Stupferich 08 Mühlburg 22 Hohenwettersbach 09 Daxlanden 23 Wolfartsweier 10 Knielingen 24 Grünwettersbach 11 Grünwinkel 25 Palmbach 12 Oberreut 26 Neureut 13 Beiertheim-Bulach 27 Nordstadt 14 Weiherfeld-Dammerstock Zeichenerklärung Stadtgrenze Stadtteilgrenze Karlsruhe insgesamt: 1.760 *Tatort im jeweiligen Stadtteil. Nicht auf Stadtteile zuordenbare Straftaten: 16. 100 Anzahl der Fahrraddiebstähle (BSD) insgesamt* Quelle: Polizeipräsidium Karlsruhe. Stadt Karlsruhe | Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell – Kriminalität 2020. Karte 9 Besonders schwerer Diebstahl (BSD) von Fahrrädern insgesamt in den Karlsruher Stadtteilen 2020 Bild von Ganossi auf Pixabay Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 39 7. Kinder- und Jugendkriminalität Kinder unter 14 Jahren und Jugendliche zwischen 14 und unter 18 Jahren stellen als Minderjährige besondere Personenkreise unter den Tatverdächtigen dar. Die von ihnen verübten Straftaten häufen sich bei bestimmten alters- und verhaltensspezifischen Deliktarten (Abbildung 21). Unter den volljährigen Personen werden die Heranwachsenden ab 18 bis unter 21 Jahren in der polizeilichen Kriminalstatistik getrennt ausgewiesen. Von den insgesamt im Jahr 2020 ermittelten 11.765 tatverdächtigen Personen hatten 2.340 (19,9 %) das 21. Lebensjahr zum Tatzeitpunkt noch nicht vollendet. Gegenüber dem Vorjahr verringerte sich dieser Anteil um 2,2 Prozentpunkte. Unter den Tatverdächtigen waren 2020 insgesamt 218 Kinder unter 14 Jahren mit einem Anteil von 1,9 %. Sie wurden besonders häufig des Diebstahls (108 Tatverdächtige) verdächtigt, darunter vorwiegend des einfachen Ladendiebstahls (88 Tatverdächtige), an dem sie mit einer Quote von 7,4 % aller dieser Deliktart überführten Tatverdächtigten besonders häufig beteiligt waren. Auch Rohheitsdelikte (42 Tatverdächtige), darunter vor allem Körperverletzung, zählten zu den gängigen Vergehen dieser Altersgruppe. Im Vergleich zu 2019 ergaben sich diesbezüglich kaum Unterschiede. Bei den 889 ermittelten jugendlichen Tatverdächtigen im Alter von 14 bis unter 18 Jahren bildeten Vermögens- und Fälschungsdelikte sowie Diebstähle den Schwerpunkt der Tatvorwürfe. Ein Jahr zuvor waren noch 1.031 Jugendliche als Tatverdächtige auffällig geworden. Unklar ist, ob tatsächlich weniger Jugendliche straffällig geworden oder nur weniger Fälle zur Anzeige bei der Polizei gekommen sind. Der Rückgang betraf insbesondere die Delikte Diebstahl, Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit sowie Sachbeschädigungen (vergleiche Abbildung 21). Jugendliche begingen seltener schwere Straftaten. Unter den Diebstahldelikten wurde ihnen größtenteils einfacher Ladendiebstahl zur Last gelegt. Schwere Diebstähle wie beispielsweise schwerer Fahrraddiebstahl (8 Tatverdächtige) oder Wohnungseinbruchdiebstahl (5 Tatverdächtige) wurden von ihnen kaum begangen. Bei Raubdelikten nahmen sie hingegen mit 15,8 % (23 von insgesamt 146 Tatverdächtigen) einen für ihre Altersgruppe hohen Anteil ein. Von den tatverdächtigen Heranwachsenden zwischen 18 und unter 21 Jahren wurden am häufigsten Vermögens- und Fälschungsdelikte (559 Tatverdächtige) begangen. Darüber hinaus rückten in dieser Altersgruppe Verstöße im Zusammenhang mit Rauschgift in den Vordergrund. Etwa jeder siebte Tatverdächtige (14,5 %) im Zusammenhang mit Rauschgiftdelikten gehörte dieser Altersgruppe an. Die 1.233 Heranwachsenden, denen im letzten Jahr Straftaten angelastet wurden, machten insgesamt einen Anteil von 10,5 % an allen Tatverdächtigen aus. Weiterhin begingen Heranwachsende in Karlsruhe häufig Rohheitsdelikte/Straftaten gegen die persönliche Freiheit (236 Tatverdächtige) und Diebstahldelikte (157 Tatverdächtige, siehe Abbildung 21). Darüber hinaus wurden ihnen auch einige besonders schwerwiegende Straftaten vorgeworfen. Unter den elf Personen, denen Straftaten gegen das Leben (versuchter oder vollendeter Mord oder Totschlag) zur Last gelegt wurden, waren fünf Tatverdächtige aus dieser Altersgruppe. 40 | Statistik aktuell | Kriminalität 2020 117 48 21 20 108 42 23 20 0 20 40 60 80 100 120 140 DiebstahlRohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit Vermögens- und Fälschungsdelikte/Betrug Sachbeschädigung Kinder (unter 14 Jahren) 20192020 Tatverdächtige Kinder insgesamt: 2019: 246 2020: 218 Anzahl Abbildung 21 Kinder- und Jugendkriminalität in Karlsruhe 2020 nach Art der begangenen Straftaten* 341 336 156 173 89 348 251 173 134 38 0 50 100 150 200 250 300 350 400 Vermögens- und Fälschungsdelikte/Betrug DiebstahlRauschgiftdelikteRohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit Sachbeschädigung Jugendliche (14 bis unter 18 Jahre) 20192020 Tatverdächtige Jugendliche insgesamt: 2019: 1.031 2020: 889 568 208 280 190 61 559 236 223 157 51 0 100 200 300 400 500 600 Vermögens- und Fälschungsdelikte/ Betrug Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit RauschgiftdelikteDiebstahlSachbeschädigung Heranwachsende (18 bis unter 21 Jahre) 20192020 Tatverdächtige Heranwachsende insgesamt: 2019: 1.381 2020: 1.233 Anzahl *Tatverdächtige, die mehrere Straftaten begangen haben, werden als tatverdächtige Person nur einmal gezählt. Bei Straftaten, die im Einzelnen ausgewiesen sind, können tatverdächtige Personen mehrfach erfasst sein. Quelle: PolizeipräsidiumKarlsruhe. Stadt Karlsruhe |Amt für Stadtentwicklung | Statistik aktuell –Kriminalität 2020. Amt für Stadtentwicklung – Statistikstelle | 41
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Extrahierter Text
Niederschrift 23. Sitzung Hauptausschuss 12. Oktober 2021, 16:30 Uhr öffentlich Bürgerssaal, Rathaus Marktplatz Vorsitz: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 1. Punkt 1 der Tagesordnung: Kriminalität 2020 – Erfasste Straftaten und Tatverdächtige in Karls- ruhe Vorlage: 2021/1088 Beschluss: Der Hauptausschuss nimmt den aktuellen Statistikbericht „Kriminalität 2020 – Erfasste Straftaten und Tatverdächtige in Karlsruhe“ zur Kenntnis. Abstimmungsergebnis: Kenntnisnahme Der Vorsitzende eröffnet die Sitzung, begrüßt die Anwesenden und teilt die Namen der entschul- digten Stadträtinnen und Stadträte mit. Tagesordnungspunkt 4 sei für heute abgesetzt. Er ruft Tagesordnungspunkt 1 zur Behandlung auf, begrüßt Polizeipräsidentin Caren Denner und erteilt ihr das Wort. Polizeipräsidentin Denner stellt anhand einer Power-Point-Präsentation den aktuellen Statistik- bericht vor. Stadträtin Fahringer (GRÜNE) bedankt sich für den Bericht. Interessant sei die Darstellung der Zahlen aufgrund der Pandemie. Gerade die angestiegene Zahl von Wohnungseinbrüchen wäh- rend des Lockdowns überrasche. Für die Zukunft habe sie den Wunsch der Darstellung einer ei- genen Statistik von Cyberkriminalität. Polizeipräsidentin Denner bekennt, man habe festgestellt, dass sich die Kriminalität auf diese Si- tuation eingestellt habe. Cyberkriminalität sei ein sehr großes Thema. Gerne werde man im nächsten Bericht etwas ausführlicher dazu ausführen. Mittlerweile habe man bei allen Delikten Verlagerungen ins Internet. – 2 – Stadträtin Dr. Dogan (CDU) möchte wissen, ob es zum Thema Darknet konkretere konzeptionelle Maßnahmen gebe. Auf Corona bezogen fragt sie nach, ob es Anhaltspunkte bezüglich der Dun- kelziffer der nicht angezeigten Straftaten gebe. Polizeipräsidentin Denner antwortet, es gebe eine Kriminalinspektion, die sich ausschließlich mit den Deliktsformen Darknet und Cyberkriminalität befasse. In den letzten zwei, drei Jahren habe man dafür gesorgt, dass man auf allen Revieren Kollegen habe, die sich speziell für die Cyberkri- minalität fortbildeten und schulten. Man habe auch Informatiker, Fachleute eingestellt, die sich speziell mit dieser Materie befassten. In den nächsten Jahren werde man hierfür weiteres Perso- nal benötigen. Zur Dunkelziffer von Straftaten könne man nur mutmaßen, wenn diese nicht angezeigt würden. Stadträtin Melchien (SPD) stellt fest, besonders sei die starke Zunahme der Wohnungseinbrüche aufgefallen. Wie erkläre sich das? Lege man jetzt noch mehr Gewicht darauf? Ein starkes Augenmerk habe ihre Fraktion auf die sonstigen Straftatbestände wie Beleidigungen, aggressives Verhalten im öffentlichen Raum gelegt. Gerade das Sicherheitsaudit habe neben der Furcht vor Kriminalität auch diesen Bereich in den Vordergrund gestellt und Konzepte gefordert. Mit diesem Thema müsse man sich noch einmal beschäftigen. Polizeipräsidentin Denner entgegnet, man sei ebenfalls über die Zunahme der Wohnungseinbrü- che überrascht. Wohnungseinbruch-Diebstahl stehe seit Jahren ganz oben auf der Liste der Straf- taten. Man versuche, mit Aufklärung, mit Prävention, auch mit der kommunalpolizeilichen Bera- tungsstelle vor Ort den Menschen zu zeigen, wie sie ihr Heim noch besser schützen können. Stadtrat Cramer (KAL/Die PARTEI) spricht die Asylgesetzgebung an. Könne man die Verstöße im Einzelnen etwas aufsplitten? Was müsse man sich darunter vorstellen? Polizeipräsidentin Denner antwortet, es seien Verstöße gegen ausländerrechtliche Bestimmun- gen wie beispielsweise Verlassen des Duldungsbereichs, keine Aufenthaltsgenehmigung. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD) merkt an, in der Broschüre sei die Entwicklung ausgewählter Strafta- ten ab 2016 angezeigt. Es falle auf, dass Straftaten gegen das Leben und sexuelle Selbstbestim- mung bereits 2018 deutlich angestiegen seien. Die heutigen Zahlen implizierten, dass man über 200 % der Zahlen von 2016 liege. Was könne man tun, um dem entgegenzuwirken? Habe sich durch den Drogenkonsumraum die Drogenkriminalität innerhalb der Stadt verlagert? Für 2020 falle auf, dass es in der Südweststadt die meisten Fälle gebe. Wie werde sich dies wei- terentwickeln? Was könne man dagegen tun? Bei den Einbrüchen falle auf, dass diese sich ganz stark auf wenige Stadtteile verteilten. Was könne man außer Aufklärung zusätzlich tun, um diese Einbrüche zurückzudrängen? Polizeipräsidentin Denner meint, ein Grund des Anstiegs der Straftaten gegen das Leben könne auf die Corona-Situation und den Lockdown zurückgeführt werden. Der Anstieg der Straftaten gegen sexuelle Selbstbestimmung bereite Sorge. Vor allem die Verbreitung über das Internet öffne Tür und Tor. – 3 – Der Drogenkonsumraum stelle kein Problem dar. Man habe damit bezwecken wollen, den Sucht- kranken einen sicheren Ort zu bieten. Dies funktioniere. Zu den Einbrüchen könne sie sagen, dass bevorzugt Stadtteile in der Nähe zur Autobahn oder zum Bahnhof ausgesucht würden. Oftmals seien es auch Gelegenheitseinbrüche. Der Vorsitzende hakt bezüglich der Verlagerung der Drogenkriminalität nach. Habe dies etwas mit dem Festplatz, welcher zur Südweststadt gehöre, zu tun? Ein Teil der Szene habe sich vom Werderplatz zum Festplatz verlagert. Polizeipräsidentin Denner entgegnet, man habe festgestellt, während der Dauer des Alkoholkon- sumverbots auf dem Werderplatz verlagere sich die Szene an andere Örtlichkeiten. Da gehörte nicht nur Alkoholkonsum, sondern auch andere Dinge dazu. Diese seien sowohl am Festplatz als auch an anderen Örtlichkeiten in der Südweststadt aufgetreten, jedoch nicht dramatisch. Nach Ende des Alkoholkonsumverbots um 22 Uhr kehre man an die angestammten Plätze zurück. Stadträtin Göttel (DIE LINKE.) zeigt sich verwundert, dass in der Vorlage alle Kriminalitätsformen nach Deutsch oder nicht Deutsch aufgeschlüsselt würden. Welchen Mehrwert habe dies? Welche Maßnahmen oder Folgerungen leite man daraus ab? Warum sei die Nationalität wichtiger als das Geschlecht? Stadtrat Kalmbach (FW|FÜR) möchte wissen, ob es eine Erklärung dafür gebe, dass in Karlsruhe die Abnahme der Straftaten relativ gering sei im Vergleich zu Freiburg oder Mannheim. Ihm sei aufgefallen, dass in einigen Stadtteilen unterschiedliche Straftaten stärker vorkämen als in ande- ren. Welche Erkenntnis ziehe man daraus? Polizeipräsidentin Denner antwortet, die Unterscheidung von deutschen und nicht deutschen Tatverdächtigen sei eine gängige Unterscheidung. Für das Delikt als solches habe es keinen Mehrwert, jedoch für die Frage, woher derjenige komme. Es sei richtig, dass Straftaten und Wohnungseinbrüche in verschiedenen Stadtteilen unterschied- lich seien. Das sei jedoch von Zufälligkeiten abhängig. Genau feststellen ließen sich die Gründe nicht. Warum Karlsruhe im Vergleich zu anderen Städten schlechter dastehe, könne sie nicht sagen. Der Vorsitzende bedankt sich bei Frau Polizeipräsidentin Denner und stellt, nachdem keine wei- teren Wortmeldungen vorliegen, die erfolgte Kenntnisnahme fest. – 4 – Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 15. Oktober 2021