Zukunft_Schule

Vorlage: 2021/1055
Art: Beschlussvorlage
Datum: 01.10.2021
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft
Erwähnte Stadtteile: Grötzingen, Nordstadt

Beratungen

  • Planungsausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 26.11.2021

    TOP: 1

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • 20210728-PSl-Praesentation-ZSN
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft 1 ADEPT. Architekturschule. Aarhus Stand: 28.07.2021 ZUKUNFT_SCHULE ZUKUNFT_SCHULE Eine zukunftsfähige Interimsschule für Karlsruhe Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft ZUKUNFT_SCHULE ADEPT. Architekturschule. Aarhus 01 HINTERGRUND 02 PROJEKTSTRUKTUR 03 ABLAUF 04 ZIELE 05 AKTUELL Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft 01 HINTERGRUND STRATEGISCHE GEBÄUDEMODERNISIERUNG Anstehende Sanierungsmaßnahmen an Schulen 2 Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft / 15 01 HINTERGRUND ZUKUNFT_SCHULE als dauerhaften, nachhaltigen Ausweichstandort in Zukunft Nord ZUKUNFT_SCHULE Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft / 153 ZUKUNFT_SCHULE Welche Schulen sind potentiell verlagerungsfähig? Lessing-Gymnasium Helmholtz-Gymnasium Goethe-Gymnasium Draisschule Bismarck-Gymnasium Sophie-Scholl-Schule Engelbert-Bohn-Schule Otto-Hahn-Gymnasium Ernst-Reuter-Schule Europäische Schule Pfinzbau Fichte-Gymnasium Markgrafen-Gymnasium Friedrich-Realschule ZUKUNFT_SCHULE Kant-Gymnasium Ludwig-Erhard-Schule Rennbuckelschule 2km 4km 6km Max-Plack-Gymnasium ZUKUNFT_SCHULE 01 HINTERGRUND 4 Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft ZUKUNFT_SCHULE Grundstück: ca. 8.500 m 2 max. Höhe: bis 15,6m - 4 Geschosse / 15 Raumprogramm entsprechend eines 5-zügigen Gymnasiums ca. 12.700 m 2 BGF 01 HINTERGRUND 5 Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft ZUKUNFT_SCHULE / 15 Comenius Realschule 6-gruppige Kita NCO-Club Landschafts- fenster Duale Hochschule 01 HINTERGRUND Marylandschule & Heisenberg Gymnasium Dez 3Dez 6HGWSUS PL Fr. Schiller HGW-PE Hr. Rieß HGW-PE BM LenzBM FluhrerProf. SickHr. Frisch Fr. Pampe Montagstiftung GR OB Fr. Schlenker SPC Pädagogik und Innovation KG + ExpertInnen Architektur und Innovation KG + ExpertInnen Städtebau und Quartier KG + ExpertInnen Wirtschaft- lichkeit Fördermittel KG + ExpertInnen Nachhaltigkeit Bautechnik KG + ExpertInnen Hr. Müller Schulleiter MPG Hr. Giemsch Gesamt- elternbeirat Fr. Fendler HGW-EM Hr. Ringle HGW-OM Fr. Neufeld HGW Fr. Kamarás SPC Hr. Gillich HGW-EM Hr. Prof. Wagner KIT fbta Prof.Dr. Sliwka Bildungswiss. Uni HD Prof.Dr. Erl Städtebau Uni Siegen Hr. Börckel StJA Fr. Hofmann SUS Fr. Scheuerer SUS Hr. Höll Schüler- vertretung Fr. Schiller HGW Hr. Vögele StPlA PROJEKTLEITUNG (PL) ARBEITSGRUPPEN (AG) LENKUNGSGRUPPE (LG) Fr. Beer SUS Hr. Schuh- macher Stadtmedien- zentrum Hr. Wochner Schulleiter SSR Fr. Willa- mowski Schulleiterin DGMS Fr. Seitz Schulleiterin LGA Fr. Krieg Stadt- bibliothek Fr. Best SJB Fr. Tschuke- witsch SJB Hr. Lange AfStA Hr. Müller GBA AB JULI 2021 Schulbauberatung DIE BAUPILOTEN Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft 6 / 15 02 PROJEKTSTRUKTUR Strategie Leitbild Konzept Auslobung DEZ 2020MAI 2022 1 2 3 40 Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft APR 2021JUL 2021DEZ 2021 WBW 7 FERTIG- STELLUNG 27/28 / 15 03 ABLAUF Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft C.F. Møller. Internationale Schule. Kopenhagen 8 / 15 Pionier- und Initalprojekt lebenslanges Lernen fördern Ganztag atelier PRO. BREDE BUURTSCHOOL. Den Haag. KuukKramer Soziale Quartiers- entwicklung (GR) soziale Nachhaltigkeit 04 ZIELE integrativer Ort im Quartier Inklusion Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft Longvaarkitekter. Nord-Østerdal high school. Oslo. IvarBrodey Gernot Schulz. Campus Altstadt Nord. Köln 9 / 15 Holz als Baumaterial hohe Adaptivität Klimaschutz- konzept 2030 (GR) cradle-to-cradle Baustoffkonzept ökologische Nachhaltigkeit 04 ZIELE Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft 10/ 15 04 ZIELE ökonomische Nachhaltigkeit resilientes, adaptives Gebäude Struktur in Bausteinen volle Auslastung der Räume Mehrfachnutzungen Gernot Schulz. Campus Altstadt Nord. Köln ADEPT. Architekturschule. Aarhus Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft Gernot Schulz. Schule. Weimar 11/ 15 ganzheitl. Digitalkonzept Voraussetzungen für deeper learning multiprof. Team robustes organisatorisches Konzept DeSantos.Lissabon.JoaoMorgado 04 ZIELE Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft 12 Visionenworkshop am 28. Juni 2021 mit externem Schulbauberatungsteam DIE BAUPILOTEN / 15 LERNFORM WELCHE LERNFORM BRAUCHT ZUKUNFT_SCHULE? 03 AKTUELL Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft 13 Visionenworkshop am 28. Juni 2021, Ergebnis: Das offene Lernlabor, Grafik HGW / 15 "Verbindender Marktplatz der Möglichkeiten" Zentraler Ort des Austauschs mit Haupteingang und vertikaler Erschließung "Inspirierende Forscher-Lab" "Geschütztes Achtsamkeits-Nest" "Kommunikative Ausprobier-Lichtung" "Bunte Bühne-der-Vielfalt" "Lebendiges Aktivitäten-Herz" LERNFORM Offenes Lernlabor MUSIK / THEATER MAKER SPACE OFFENER TREFF BIBLIOTHEK / RUHEZONE FOYER VERANSTALTUNG / BEWEGUNG KUNST / JUGENDARBEIT 05 AKTUELL Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft 14/ 15 MENSA = QUARTIERSKANTINE SCHULE + QUARTIER Mehrfachnutzungen KLASSENZIMMER = ABENDGYMNASIUM FOYER = BÜRGERSAAL BIBLIOTHEK = STADTTEIL-BIBLIOTHEK 05 AKTUELL 15 Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft / 15 SCHULE + QUARTIER mögliche PartnerInnen ZUKUNFT_SCHULE Amerikanische Bibliothek (KA) Bürgerverein Nordstadt (AfStA) NCO (Stja) Soziale Quartiersentwicklung (AfStA+SJB) TeSKA Technischer Support Schulen (SMZ+SuS) 05 AKTUELL Pädagogisches Fachseminar Stand: 28.07.2021 ZUKUNFT_SCHULE Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft

  • 20211104-PSl-Konzept-ZNS
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft Zukunft_Schule Konzept Neubau einer Interimsschule in der Karlsruher Nordstadt 2 | Zukunft_Schule – Erzbergerstraße I Neubau Stadt Karlsruhe Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft Zähringerstraße 61 76133 Karlsruhe maria.schiller@ hgw.karlsruhe.de www.karlsruhe.de Stand: 04. November 2021 Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft | 3 Inhalt A. Zukunft_Schule Ziele .......................................................................................................................................... 4 1 Projektskizze ...................................................................................................................................................... 4 1.1 Einleitung ........................................................................................................................................................... 4 1.2 Konzept .............................................................................................................................................................. 4 1.3 Verlagerungsfähige Schulen ................................................................................................................................ 5 1.4 Pädagogik .......................................................................................................................................................... 6 1.5 Offene Bildungs- und Kulturarbeit ....................................................................................................................... 6 1.6 Betriebskonzepte ................................................................................................................................................ 7 1.7 Städtebau ........................................................................................................................................................... 8 1.8 Freiraum ............................................................................................................................................................. 9 1.9 Energieeffizienz und Bautechnik .......................................................................................................................... 9 1.10 Förderungen ..................................................................................................................................................... 10 B. Zukunft_Schule Projektorganisation ................................................................................................................ 11 1 Projektbeteiligte .............................................................................................................................................. 11 2 Arbeitsweise und Verfahrensart ....................................................................................................................... 12 3 Bisheriger Ablauf und geplante Termine .......................................................................................................... 13 4 | Zukunft_Schule – Erzbergerstraße I Neubau A. Zukunft_Schule Ziele 1 Projektskizze 1.1 Einleitung Karlsruhe ist eine moderne, dynamische Stadt mit dem Ziel einer klimaneutralen Stadtverwaltung bis zum Jahr 2040 (siehe Gemeinderatsbeschluss vom 28. April 2020 Klimaschutzkonzept 2030). Um dieses Ziel zu erreichen, muss eine Vielzahl von Gebäuden umfangreich saniert werden. Hierzu hat das Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft die Strategie zur nachhaltigen Modernisierung städtischer Gebäude entwickelt. Da Schulen mit weit über 50 Prozent einen Großteil zu den CO 2 -Emissionen städtischer Gebäude beitragen, rücken sie in den Fokus vollumfänglicher Sanierungsmaßnahmen. Zudem stehen Baumaßnahmen an Schulen aufgrund des baulichen und technischen Zustands sowie in Anbetracht von geänderten Nutzungsanforderungen an. Besonders für den Schulbetrieb bedeuten Bauarbeiten im laufenden Betrieb Einschränkungen auf sozialer und pädagogischer Ebene. Bauabschnittsbildung und aufwendige Schutzmaßnahmen führen zu längeren Bauzeiten. Damit einher geht ein Mehraufwand für die Planung und eine Kostensteigerung für die gesamte Sanierungsmaßnahme. Häufig wird der Einsatz von nicht nachhaltigen und kostenintensiven Interimslösungen wie Containerprovisorien notwendig. Vor diesem Hintergrund soll ein zukunftsweisendes neues Schulgebäude errichtet werden, in das einige der weiterführenden Schulen ausgelagert werden können, die von größeren Baumaßnahmen betroffen sind und das somit als dauerhaftes, nachhaltiges Interimsgebäude dient: Zukunft_Schule. 1.2 Konzept Zukunft_Schule soll in der Stadtteilerweiterung Zukunft Nord an der Erzbergerstraße in der Nordstadt entstehen. Durch die Größe des Schulgebäudes – äquivalent zu einem 5-zügigen Gymnasium – sollen auch die großen innerstädtischen Gymnasien untergebracht werden können, bei denen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen anstehen und deren Schulgelände keinen Platz für Containerprovisorien bieten. Mit den baulichen Voraussetzungen für eine moderne Pädagogik sollen die Schulen optimale Bedingungen für die Auslagerungsdauer von circa drei Jahren vorfinden. Eine Fertigstellung von Zukunft_Schule wird nach derzeitigem Stand im Sommer 2027 angestrebt. Inklusion und Ganztag: Zukunft_Schule soll ein Pionierprojekt inklusiver, ganztägiger Bildung in Karlsruhe sein und zur chancengerechten Bildung beitragen. Über die schulische Bildung hinaus, sollen auch außerschulische Bildungseinrichtungen und quartiersnahe Angebote das lebenslange Lernen Erwachsener fördern und ein informelles Zusatzangebot für die Schülerinnen und Schüler schaffen. In diesem Zusammenhang kann eine Lebens- und Alltagsnähe von Bildung entstehen. Im engen Austausch können Kinder und Erwachsene ihre Handlungs- und Gestaltungskompetenzen ausbauen. Digitalisierung: Der digitale Kulturwandel im Bildungsbereich hat durch die Corona-Krise rasante Entwicklungssprünge vollzogen. Das Schul- und Sportamt wird die Planung der digitalen Ausstattung (Hardware) und digitalen Lernbegleitung (Software) leiten, das Stadtmedienzentrum wird eingebunden. Zukunft_Schule könnte der zukünftige Standort für das Stadtmedienzentrum (SMZ) als Medienzentrum der Zukunft und für den Technischen Support der Karlsruher Schulen (TeSKA) werden. Es gilt, ein ganzheitliches Digitalkonzept zu entwickeln, das für die verschiedenen temporär verlagerten Schulen gute Rahmenbedingungen schafft. Soziale Nachhaltigkeit: Ziel ist es, Schule nicht nur als Lernort zu begreifen, sondern als Lebensraum und wichtigen Baustein sozialer Nachhaltigkeit der städtischen Gesellschaft. Um das zu erreichen, soll Zukunft_Schule kein monofunktional genutztes Bauwerk sein, sondern soll sich in den städtischen Kontext (räumlich, institutionell und sozial) integrieren um selbst eine integrative Wirkung zu entfalten. Der Neubau entsteht als einer der ersten Bausteine der Stadtteilerweiterung Zukunft Nord. Somit ist Zukunft_Schule Pionier- und Initialprojekt des neuen Quartiers und kann dauerhaft ein Ort für Kommunikation und Austausch im Quartier sein. Durch das Zusammenkommen unterschiedlicher Initiativen, Vereine, Bildungsinstitutionen sowie Schülerinnen und Schüler kann Zukunft_Schule zu einem Impulsgeber für eine auf Stadtteilebene neue Wege Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft | 5 gehende Bildungslandschaft werden. In diesem Sinne soll auch danach gefragt werden, welche Programmangebote das zukünftige Quartier benötigt. Welche Bedarfe im Stadtteil seitens der Bürgerschaft bestehen und ob diese gegebenenfalls mit Zukunft_Schule verknüpft werden können, kann in einem frühzeitigen und offenen Beteiligungsprozess eruiert werden. Ökologische Nachhaltigkeit: Während Provisorien einen hohen Energieverbrauch haben und meist nicht nachgenutzt werden können, entsteht mit Zukunft_Schule ein resilientes, hochwertiges und langlebiges Bauwerk, das verschiedene Nachnutzungen ermöglicht; denkbar ist das langfristige Etablieren einer Bildungseinrichtung, möglich sind aber auch Kultur-, Sozial-, Gesundheits- oder Quartierseinrichtungen. Um künftig auf geänderte Anforderungen optimal reagieren zu können, müssen Tragwerk und Technik die nötige Flexibilität erlauben. Zukunft_Schule soll in Bausteinen gedacht werden, beispielsweise als Stadtteilhaus und Lernhaus. Möglich sind mehrere Baukörper, die verschieden nachgenutzt werden können. Als modernes Plus- Energie-Gebäude soll der Schulbau zu einer ausgeglichenen energetischen Gesamtenergiebilanz kommunaler Gebäude beitragen. Ökonomische Nachhaltigkeit: Durch den Verzicht auf Containerprovisorien können Planungs- und Materialkosten gespart werden. Bei einem aktuellen Container-Mietpreis von 27 Euro/m 2 im Monat - zuzüglich der Kosten für Herrichten und Rückbau der Container sowie Wiederherstellung der schulischen Freiflächen - müssen für die Auslagerung einer fünfzügigen Schule ungefähr sieben bis acht Millionen Euro für eine Auslagerungsdauer von drei Jahren (durchschnittliche Sanierungsdauer) investiert werden; hinzu kommen die Personalkosten für Projektentwicklung und Projektmanagement. Zukunft_Schule soll für circa 20 Jahre als Interimsschule genutzt werden und bietet somit finanzielles Einsparpotential. Multiplikationseffekt: Die Stadt Karlsruhe erhofft sich einen Multiplikationseffekt beziehungsweise eine Übertragbarkeit der Erkenntnisse aus Zukunft_Schule auf Bauvorhaben der Stadterweiterung Zukunft Nord (Holzbauweise, Mehrfachnutzungen der Räume, Flexibilität der Struktur bei Änderung der Nutzung, kooperativer und ämterübergreifender Planungsprozess) und auf andere Sanierungsmaßnahmen Karlsruher Schulen (Lernform offenes Lernlabor, Deeper-Learning-Pädagogik, offener Schulhof, partizipativer Planungsprozess, Schule als sozialer Treffpunkt im Quartier). 1.3 Verlagerungsfähige Schulen Als verlagerungsfähige Schulen wurden vom Schul- und Sportamt folgende Schulen genannt:  Bismarck-Gymnasium  Drais-Gemeinschaftsschule  Ernst-Reuter-Schule, Gemeinschaftsschule  Europäische Schule  Fichte-Gymnasium  Friedrich-Realschule  Goethe-Gymnasium  Helmholtz-Gymnasium  Kant-Gymnasium  Lessing Gymnasium  Ludwig-Erhard-Schule, Berufsschule  Markgrafen-Gymnasium  Max-Planck-Gymnasium  Otto-Hahn-Gymnasium  Pfinzbau  Realschule am Rennbuckel  Schulzentrum Süd-West, Berufsschule und Realschule Kriterien für die tatsächliche Verlagerung in Zukunft_Schule sind:  Umfang der Sanierungsmaßnahme  Verlagerungsfähigkeit (Grundschulen und Berufsschulen mit besonderer Ausstattung sind ausgenommen.)  Bereitschaft der Schule zur Verlagerung  Möglichkeit zur Aufstellung von Provisorien  Entfernung der Bestandsschule zu Zukunft_Schule (inklusive Betrachtung der Wohnorte der Schülerschaft)  Klimaschutzziele der Stadt Karlsruhe (energetische Bestandsanalyse) 6 | Zukunft_Schule – Erzbergerstraße I Neubau Ziel der Stadtverwaltung ist es, Schulen komplett in das Interimsgebäude Zukunft_Schule auszulagern. Ein teilweiser Umzug einer Schule hätte erhebliche Probleme im Ablauf des Schulalltags zur Folge und soll vermieden werden. 1.4 Pädagogik Die möglichen Interimsnutzerinnen und -nutzer von Zukunft_Schule sind ausschließlich weiterführende Schulen. Nach aktueller Ermittlung kommen neun Gymnasien, die europäische Schule, drei Realschulen, zwei Gemeinschaftsschulen und zwei Berufsfachschulen in Frage. Der erste Workshop Visionenwerkstatt mit dem Schulbauberatungsteam am 28. Juni 2021 ergab, dass als Lernform das sogenannte Offene Lernlabor angestrebt wird. Eine Organisationsform, die sowohl intern als extern (im Kontext zum Quartier) von großer Offenheit geprägt ist. Die Arbeitsgruppe Pädagogik und Innovation arbeitet an einem pädagogischen Konzept, das gemeinsam mit dem Institut für Bildungswissenschaften der Universität Heidelberg (Frau Prof. Dr. Sliwka) entwickelt wird. Angedacht ist, dass das Modell des Deeper Learning in Zukunft_Schule anwendbar sein soll. Selbstverständlich sind alle Schulen frei in der Definition ihres pädagogischen Konzepts. Grundvoraussetzung für Deeper Learning sind in der Grundschule erlernte Basiskompetenzen (v. a. Sprache, Rechnen). Das Unterrichtsmodell beschreibt den Lernprozess, Lernziele sowie die Rolle der Lehrenden. Auf dieser Basis können Lernformen und Organisationsstrukturen für den schulspezifischen Alltag erarbeitet werden. Für die drei verschiedenen Phasen des Deeper Learning (Instruktion, Kollaboration, Authentische Leistung) müssen unterschiedliche räumliche Voraussetzungen gegeben sein um die vier Säulen der Deeper Learning Wissensarchitektur umsetzten zu können:  präsentieren und vermitteln (zum Beispiel Hörsaal) für das konzeptionelle Arbeiten (fachliche Schlüsselkonzepte vermitteln, zentrale Fachbegriffe erläutern)  präsentieren und diskutieren (zum Beispiel Seminarraum) für deklarative Phasen (vermitteltes Sachwissen)  praktizieren, umsetzen und herstellen (zum Beispiel Werkstatt oder Labor) für das prozedurale Arbeiten (praktisch nutzbares Handlungswissen, greift auf vermitteltes Wissen zurück)  wiedergeben, reflektieren und präsentieren (zum Beispiel Gemeinschaftsraum wie Aula) für die meta-kognitive Phase (bewusste Wiedergabe beziehungsweise Reflektion des eigenen Wissens durch die SchülerInnen, zum Beispiel Präsentation oder Darstellung der Projektarbeit) Angestrebt wird dementsprechend eine räumliche Struktur, die offene Lernformen zulässt und trotzdem den qualifizierten Input von Lehrkräften mit moderner Technik ermöglicht. Zu prüfen bleibt, ob allen Klassenstufen ein ähnliches Organisationsprinzip zu Grunde liegt oder höhere Klassenstufen in offeneren Strukturen arbeiten als die jüngeren Schülerinnen und Schüler. 1.5 Offene Bildungs- und Kulturarbeit Zukunft_Schule soll als Lebensraum im Ganztagsbetrieb gedacht werden. In einem hybriden Gebäude sollen Schule und Nachbarschaft in engem Austausch stehen. Neben dem Schulbetrieb können auch offene Bildungs- und Kulturarbeit stattfinden. So könnte es, vorrangig außerhalb der Schulzeiten, Mehrfachnutzungen geben für beispielsweise die Schul-Mensa als Stadtteil-Restaurant, die Schul-Bibliothek als Stadtteil-Bibliothek, die Schul- Werkstätten als Maker-Space für alle und das Foyer der Schule als Bürgersaal. Darüber hinaus könnten bürgerschaftliche oder nachbarschaftliche Initiativen Raum für ihre Treffen und Tätigkeiten finden. Alle möglichen Mehrfachnutzungen sollen aus Sicht der Schulen, des Quartiers und der Wirtschaftlichkeit geprüft werden. Außerdem könnte das Gebäude beziehungsweise Ensemble quartiersnahe Fremdnutzungen und außerschulische Bildungseinrichtungen aufnehmen, wie beispielsweise das Quartiersmanagement, die Erwachsenenbildung oder den Bürgerverein. Zukunft_Schule hat das Potential, baulich und durch entsprechende Konzeption zu einem Beispiel einer innovativen guten Karlsruher Praxis hinsichtlich einer offenen Bildungs- und Kulturarbeit zu werden und die soziale Teilhabe zu stärken. Durch die Verbindung von Zukunft_Schule mit dem Konzept Soziale Quartiersentwicklung (siehe Gemeinderatsbeschluss vom 28. April 2020 SQE) können weitere Potentiale erschlossen werden. Das Konzept Soziale Quartiersentwicklung sieht vor, verschiedene Zielgruppen im Kontext des Stadtteils in den Fokus zu nehmen, Vernetzung und übergreifende Zusammenarbeit von Initiativen und Einrichtungen sowie ein Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft | 7 Ineinandergreifen von Hauptamt und Ehrenamt durch Stadtteilkoordination zu fördern. Als Begegnungsort mit vielseitigen Nutzungsmöglichkeiten kann Zukunft_Schule einen Beitrag zur Stärkung von sozialen Netzwerken und lebendigen Nachbarschaften im neu entstehenden Quartier und darüber hinaus in das angrenzende Gebiet leisten. Vor dem Hintergrund des demografischen und gesellschaftlichen Wandels hinsichtlich der Tendenz zur Singularisierung, vieler Alleinstehender (auch im hohen Alter) und Alleinerziehender, diverser Lebensstile und vielfältiger familiärer Konstellationen und großer räumlicher Entfernungen zwischen den Generationen („multilokale Mehrgenerationenfamilie“) braucht es Alternativen, die die Familie (auch als wichtigste Ressource für Unterstützung, Betreuung, Pflege) unterstützt oder teilweise sogar ersetzt. Wohnortnahe Begegnungsorte, die verschiedene Personengruppen erreichen und verbinden sind dafür Gelingensfaktoren. 1.6 Betriebskonzepte Zukunft_Schule entsteht vor dem bildungspolitischen Hintergrund, Schule, Stadtteil und außerschulische Bildungspartner als ein System zu verstehen. Niederschwellige Zugänglichkeit scheint vor allem über die Mehrfachnutzung bestimmter Bereiche des Gebäudes möglich zu sein. Hierzu müssen neue Betriebskonzepte für die entsprechenden Bereiche ausgearbeitet werden. Mensa (Ist-Situation): In den Karlsruher Gymnasien werden Mensen in Verantwortung des Schul- und Sportamts betrieben. Die Küchen vor Ort sind gemäß dem Standardleitfaden Kücheneinrichtungen (Stand 12. September 2018) des HGW eingerichtet. Die Größe der Speisesäle richtet sich nach den Vorgaben des Schulhausbaus des Kultusministeriums und der Anzahl der Essensteilnehmer. Verpflegungsformen: Cook & Chill oder Cook & Hold in Abhängigkeit der Küchenausstattungen und den technischen Möglichkeiten Personal: Städtische Hauswirtschaftskräfte, Teamleitungen Caterer: Vergabe der Lieferleistungen gemäß VgV in europaweiten Verfahren im Turnus von 4 Jahren Menüangebot: Mindestens zwei tägliche Menüs (Beilagensalat, Hauptgericht, Dessert) zur Wahl, davon immer eine vegetarische Alternative, tägliches Salatangebot als Hauptgericht. Sonderkost (zum Beispiel glutenfrei oder lactosefrei) je nach Möglichkeit des Caterers. Öffnungszeiten und Auslastung: In Abhängigkeit von den Stundenplänen von 12:30 bis 14:30 Uhr. Schwankende Teilnehmerzahlen zwischen 50 und 150 Teilnehmer individuell nach den Stundenplänen. Bestell- und Bezahlsystem: Bargeldlos über I-Net-Menue - Preis pro Mahlzeit 3,50 Euro. Mensa (möglicher Betrieb in Zukunft_Schule): Bei einer Nutzung der Mensa in Form einer Gastronomie, welche auch der Öffentlichkeit zur Verfügung steht, ist ein Betrieb durch städtisches Personal und Vergabe der Lieferleistung nach dem oben beschriebenen Modell nicht umsetzbar. Voraussetzungen zur Nutzung durch Schule und Öffentlichkeit: Die Mensa muss baulich so konzipiert sein, dass der Zugang sowohl für Schülerinnen und Schüler durch das Schulgebäude, als auch für die Öffentlichkeit von außen ohne Betreten des Schulgebäudes möglich ist. Eine räumliche Trennung durch eingezogene Wände oder Raumteiler zwischen öffentlichem und schulischem Bereich ist denkbar. Für den öffentlichen Bereich müssten separate, nur durch den Mensabereich zugängliche Sanitäranlagen eingeplant werden. Das für die Gastronomie allgemeingültige Hygienekonzept HACCP ist verbindlich zu beachten. Während des Mittagsbandes von circa 12:30 bis 14:30 Uhr muss die Nutzung durch die Schule ohne Einschränkung vorrangig gewährleistet sein. Änderungen des bisherigen Verpflegungskonzepts müssen aus Sicht des Schul- und Sportamtes in einem separaten Beschluss vom Gemeinderat freigegeben werden. Bibliothek: Die Idee der Mehrfachnutzung von Schul- und Stadtbibliothek ist in Karlsruhe bereits ein bewährtes Prinzip (Beispiel Grötzingen). Über geregelte Öffnungszeiten für die Öffentlichkeit (Schwerpunkt Nachmittag) ist ein reibungsloser Betrieb möglich. Stadtteilbibliotheken sind meist mit einer Stelle ausgestattet und die Mitarbeitenden arbeiten vor Ort eng mit den Pädagoginnen und Pädagogen zusammen. Die amerikanische Bibliothek in der Nordstadt ist eine Stadtteilbibliothek (Spezialbibliothek) und mietet sich aktuell in Räumen der Wohnungsgenossenschaft MIKA ein. Die Räume sind nicht ideal für die Nutzung. Ein Umzug in Zukunft_Schule ist denkbar und wird aktuell untersucht. Die Integration in Zukunft_Schule würde ein neues Konzept fordern, hin zu einem explorativen Lernort, der sowohl aus ruhigen Lesezonen als auch aus Technothek/Maker- Space/Digitalem Angebot besteht. Eine vollständige Stadtteilbibliothek soll nicht in Zukunft_Schule integriert werden. Von Seiten des Kulturamtes (KA) wird großes Potential gesehen, die amerikanische Bibliothek als Stadtteilbibliothek stärker zu etablieren und mit einem diverseren Programm zum dauerhaften Ankerpunkt in Zukunft_Schule zu etablieren. Foyer: Das Foyer soll so gestaltet werden, dass es auch neben den schulischen Öffnungszeiten genutzt werden kann. Dementsprechend müssen Zugänge, Technik, Toiletten und Nebenräume gestaltet werden. 8 | Zukunft_Schule – Erzbergerstraße I Neubau 1.7 Städtebau Im Bebauungsplan Zukunft Nord wird im Nordosten des Plangebiets an der Erzbergerstraße eine Fläche für Gemeinbedarf (Größe circa 8.500 Quadratmeter) festgesetzt. Auf diesem Areal soll Zukunft_Schule errichtet werden. Als Gestaltungsrahmen für Zukunft_Schule sind der Bebauungsplan, die Freianlagenplanung und das Gestaltungshandbuch zu beachten. Das neue Quartier Zukunft Nord für circa 3.500 Einwohnerinnen und Einwohner entsteht in der Karlsruher Nordstadt. Es erstreckt sich über circa 27 Hektar von der Erzbergerstraße bis zum Naturschutzgebiet „Alter Flugplatz“ beziehungsweise von der New-York-Straße bis zur Lilienthalstraße; Der nördliche Teil ist im Eigentum der GEM Ingenieurgesellschaft mbH, der südliche Teil ist noch in Landesbesitz. Auf Basis des Siegerentwurfs aus dem städtebaulichen Wettbewerb (Machleidt GmbH mit sinai Gesellschaft von Landschaftsarchitekten mbH) wurde das Konzept weiterentwickelt und als Grundlage für den Bebauungsplan herangezogen. Städtebaulich handelt es sich um eine aufgelockerte Blockrandbebauung, deren Dichte zum Alten Flugplatz hin abnimmt. Das neue Quartier wird im Westen als Puffer zum Naturschutzgebiet flankiert von einem linearen Park mit zwei Aufweitungen, die sich als „Landschaftsfenster“ in die Bebauung ziehen und so freiräumliche Verbindungen schaffen sollen. Das neue Quartier Zukunft Nord wird als nachhaltig mobiler Stadtteil entwickelt. Die städtebaulichen und verkehrlichen Rahmenbedingungen sind so gewählt, dass die Möglichkeit einer stadtverträglichen Mobilität beziehungsweise einer reduzierten Autonutzung gewährleistet wird. Die Straßenbahn liegt in direkter Nähe und sichert somit eine gute Erreichbarkeit mit dem ÖPNV; die Haltestelle Heidehof befindet sich unmittelbar im Osten von Zukunft_Schule. Der öffentliche Raum insgesamt soll hochwertig gestaltet werden. Insbesondere der Straßenraum soll nicht nur auf die reine Verkehrsfunktion mit dem Kraftfahrzeug reduziert werden. Vielmehr soll er durchgrünt werden und Aufenthaltsqualitäten bieten. Teilweise sind die Straßen als Wohnwege geplant. Die Schulwege, im Besonderen Rad- und Fußwege müssen sicher ausgebaut sein, sodass ein umweltschonender Schulweg gefördert wird. Zukunft_Schule wird an das Radverkehrsnetz angebunden, um die Voraussetzungen einer fahrradfreundlichen Schule zu erfüllen. Am zentralen Quartiersplatz werden ein Lebensmittelvollsortimenter, ein Altenpflegeheim und mehrere Baukörper mit öffentlichkeitswirksamen Erdgeschossnutzungen liegen. Der bestehende NCO Club (Kinder- und Jugendhaus in der Nordstadt) ist ein wichtiger Baustein von Zukunft Nord. Er bleibt erhalten, allerdings mit Auflagen aufgrund der neu entstehenden umgebenden Wohnbebauung (Nutzungseinschränkungen aufgrund von bestehenden Lärmemissionen). Es bleibt zu prüfen, ob Synergien mit Zukunft_Schule möglich sind (zum Beispiel Aula für Abendveranstaltungen/Konzerte). Neben Vollsortimenter und Altenpflegeheim wurde unter anderem auch der Bau einer 6-gruppigen Kita (südwestlich von Zukunft_Schule) im städtebaulichen Vertrag zwischen Stadt und GEM/CG festgeschrieben. Das für Zukunft_Schule vorgesehene Grundstück kann zeitgleich mit dem ersten Bauabschnitt 2024 erschlossen werden. Zu prüfen bleibt, wann der bestehende Supermarkt verlagert werden kann und das Grundstück frei wird. Eine erste interne Abstimmung mit den beteiligten Fachämtern steht im September 2021 an. Als Nutzungen für das Gemeinbedarfsgrundstück sind Anlagen für soziale und kulturelle Zwecke, öffentliche Verwaltungen und Schulnutzung möglich. In einer Gemeinbedarfsfläche GBF ist eine Sportnutzung nur als Teil einer Gemeinbedarfseinrichtung (zum Beispiel Schulsport) möglich. Folglich bietet der Bebauungsplan für mögliche Nachnutzungen des Schulgebäudes diverse Möglichkeiten. Auf dem Grundstück ist eine mehrgeschossige Bebauung mit einer Höhe von bis zu 15,60 m zulässig. Hinsichtlich der Baustruktur sieht der Bebauungsplan große Freiheiten vor. Die KFZ-Stellplätze von Zukunft_Schule sollen mehrfach genutzt werden und außerhalb der Schulzeiten dem NCO-Club zur Verfügung stehen. Aufgrund der integrierten Lage im neuen Quartier ist im Hinblick auf die Lärmemissionen auf die angrenzende Wohnnutzung Rücksicht zu nehmen. Die Arbeitsgruppe Städtebau und Quartier arbeitet mit der Unterstützung des Städtebau-Lehrgebiets der Universität Siegen unter der Leitung von Herrn Prof. Dr. Thorsten Erl an einem Konzept für Zukunft_Schule, das sic h zum Quartier hin öffnet. Schule wird hier nicht als reiner Lernort verstanden, sondern als Lebensraum und wichtiger Baustein sozialer Nachhaltigkeit der städtischen Gesellschaft. Besonders in der Erdgeschossnutzung von Zukunft_Schule werden große Potentiale gesehen hinsichtlich des Inklusionspotentials für das neue Quartier und darüber hinaus. Aufgrund der wechselnden Interimsnutzerinnen und -nutzer braucht Zukunft_Schule Konstanten, die eng mit dem Quartier verwoben sind. Aktuell prüft das Projektteam, welche bestehenden Einrichtungen in der Nordstadt von der Schule profitieren und inwieweit Räume der Schule vom Quartier genutzt werden könnten. Wichtig sind auch Fragen der städtebaulichen Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft | 9 Einbindung wie Kubatur, Dichte, Körnung, Bezüge zwischen Innen und Außen und die Gestaltung der Außenbereiche von Zukunft_Schule. 1.8 Freiraum Zukunft_Schule soll als Ensemble entstehen, durch das sich ein öffentlich zugänglicher Freiraum zieht. Über die Gestaltung des Freiraums kann die Offenheit und niederschwellige Zugänglichkeit von Zukunft_Schule transportiert werden. Die günstige Lage der neuen Schule nahe eines sogenannten „Landschaftsfensters“ der öffentlichen Grünfläche kann möglicherweise – über einen entsprechend gestalteten Straßenraum – eine Anbindung des Freiraums von Zukunft_Schule an den Park ermöglichen. Grundsätzlich spielt der umgebende Straßenraum eine entscheidende Rolle für die Einbindung des Gebäudes in den städtischen Kontext. Zu berücksichtigen sind die Anforderungen der Sicherheit des Schulbetriebs. Im Zusammenhang mit der geplanten südwestlich angrenzenden 6-gruppigen Kita und der im Norden angrenzenden Comenius Realschule beziehungsweise Merkur-Akademie wird das Potential gesehen, im kleinen Maßstab eine Campusstruktur zu entwickeln. Die Bildung einer Sozialen Mitte über die Gruppierung der Bildungseinrichtungen scheint möglich. Die für Zukunft_Schule zur Verfügung stehende Grundstücksgröße erlaubt die Gestaltung von Außenräumen mit verschiedenen Qualitäten und Bezügen zur Umgebung. Teile des Schulhofs sollen öffentlich zugänglich sein und als Spielplatz oder Naherholungsfläche von der Nachbarschaft aus dem Quartier genutzt werden können. Die Möglichkeiten für Ausgestaltung, Unterhalt und Pflege eines öffentlich zugänglichen Freiraums soll im weiteren Verlauf mit dem Gartenbauamt und dem Schul- und Sportamt abgestimmt werden; dabei sind auch Fragen hinsichtlich des Hausrechts und die Risiken durch möglichen Vandalismus zu beachten. 1.9 Energieeffizienz und Bautechnik Für alle kommunalen Bauvorhaben hat die Stadt Karlsruhe durch den Gemeinderat die „Leitlinie für Energieeffizienz und Nachhaltiges Bauen der Stadt Karlsruhe“ 1 in den Teilen 1 und 2 beschlossen. Auf Basis des 2020 beschlossenen Klimaschutzkonzeptes 2030 mit dem Teilziel „Klimaneutrale Verwaltung 2040“ ist eine mindestens klimaneutrale Ausführung zusätzlich erforderlich. Die Stadt Karlsruhe legt im Sinne aller Aspekte der Nachhaltigkeit besonderen Wert auf folgende Qualitäten:  Tragwerk aus massivem Holz, Ausbau unter weitgehendem Einsatz von Baustoffen aus nachwachsenden beziehungsweise recycelten Rohstoffquellen,  möglichst mechanische Fügung von Bauteilen und Bauteilschichten zur vereinfachten Nutzungsänderung, Wiederverwendung von Bauteilen und sortenreinem Recycling von Baustoffen,  Umnutzungsfähigkeit über Grundrissproportionierung und Gestaltung mit tragenden und nichttragenden Elementen,  dauerhafte Fassadenmaterialien beziehungsweise konstruktiv geschützte Holzfassaden,  leicht zu unterhaltende Gebäudehülle inklusive einfacher Reinigung aller Verglasungen,  Schutz vor Auskühlen und Überhitzung durch Begrenzung der transparenten Fassadenanteile,  effektive Durchlüftung während der Nutzungszeiten idealerweise mit über eine geregelte Fensterlüftung,  effektive Stoßlüftungsoption über händische Fensterlüftung,  effektiver sommerlicher Wärmeschutz mit passiver Nachtauskühlung,  Umsetzung eines primärenergetischen Plusenergiekonzeptes durch Einhaltung des Passivhausstandards, Nutzung regenerativer Energiequellen und maximierter Gewinnung solarer Energie am Gebäude,  optimierte Nutzung von solarer Energie am Standort durch optimierte Lage und Geometrie der Hülle,  Gleichzeitigkeit von solarer Dachnutzung und extensiver Begrünung (Flachdach) Im Sinne der Nachhaltigkeit wird besonderer Wert auf niedrige Folge- und Betriebskosten über den gesamten Lebenszyklus der Gebäude und Außenanlagen gelegt: Bauunterhaltung, Reinigungs- und Pflegeaufwand, möglichst wenig installierte Gebäudetechnik. 1 https://www.karlsruhe.de/b3/bauen/hochbau/energie/energieeffizienz.de 10 | Zukunft_Schule – Erzbergerstraße I Neubau Die Arbeitsgruppe Nachhaltigkeit und Bautechnik wird vom Fachgebiet für Bauphysik und technischen Ausbau des KIT, Herrn Prof. Andreas Wagner begleitet. Für Zukunft_Schule wurden über die Standards der Stadt Karlsruhe hinaus folgende Ziele formuliert: Suffizienz: A/V-Verhältnis, beheiztes Raumvolumen, mechanisch belüftetes Raumvolumen, Fußabdruck des Gebäudes in Form von grauer Energie und versiegelte Fläche auf dem Grundstück sollen möglichst geringgehalten werden. Adaptivität: Eine spätere Umnutzung des Gebäudes soll ohne konstruktive Eingriffe möglich sein. Vor diesem Hintergrund kann eine Skelettkonstruktion als hochleistungsfähiges Holztragwerk einen maximal flexiblen Grundriss ermöglichen. Schächte, Leerrohre und Hohlböden sollen das spätere Nachrüsten von Technik ermöglichen. Generell ist eine minimierte Haustechnik, dezentral und frei zugänglich trassiert wünschenswert. Baustoffkonzept: Der Lebenszyklus der Baumaterialien findet besondere Berücksichtigung. Es sollen möglichst sortenreine Materialien verbaut werden (pure Materialien, mechanisch verbunden), die recycelt beziehungsweise rückgebaut und wiederverwendet (Reuse) werden können. Die Baumaterialien sollen überwiegend aus nachwachsenden Rohstoffen bestehen. Alternativ könnten recycelte Materialien verwendet werden. Verbaut werden sollen robuste, langlebige Materialien, die der intensiven Nutzung gerecht werden. Unvermeidliche konstruktive Elemente aus Beton sind einem Konzept der reduzierten Umweltauswirkungen zu unterwerfen. Energiekonzept: Zukunft_Schule soll durch ein klimaneutrales Energiekonzept als Plusenergiegebäude ausgezeichnet sein. Bauliche Maßnahmen zu Wärmeschutz, Beleuchtung, Heizung und Lüftung müssen unter den Gesichtspunkten der Suffizienz kombiniert werden. Erneuerbare Energien werden direkt am Gebäude gewonnen, idealerweise auch über die Fassade. Bauphysik: Ein integriertes Akustikkonzept (Inklusion; Vermeidung interner, akustischer Störungen beispielsweise zwischen Musikraum und Klassenräumen) muss erarbeitet werden. Durch die Bestimmung der bauphysikalischen Komfortparameter wie winterlicher und sommerlicher Wärmeschutz, Belichtung, Luftqualität, Raumtemperatur und Akustik soll die langfristige Nutzerzufriedenheit sichergestellt werden. Die raumakustisch notwendigen Maßnahmen dürfen nicht zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Speicherwirkung der massiven Bauteile beitragen. Wasserkonzept: Der Verbrauch von Trinkwasser soll minimiert werden, insbesondere von Warmwasser. Die Wiederverwendung von Grauwasser muss geprüft werden. Regenwasser muss über belebten Oberboden oder Filter gereinigt werden und auf dem Grundstück versickern. 1.10 Förderungen Ein Antrag auf Fördermittel vom Land Baden-Württemberg für die Projektentwicklung und Planung (Ideenaufruf für kommunale Holzbauprojekte) wurde gestellt. Die erste Stufe wird mit 20.000 Euro gefördert und wurde bereits bewilligt. Der Antrag für die zweite Stufe, die mit 400.000 Euro gefördert wird, wurde im September 2021 gestellt. Des Weiteren wird eine Aufnahme in die Schulbauförderung des Landes Baden-Württemberg angestrebt. Aufgrund des Modellcharakters von Zukunft_Schule sollen Stiftungen auf eine Förderung angesprochen werden (Baden-Württemberg-Stiftung und Schader-Stiftung). Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft | 11 B. Zukunft_Schule Projektorganisation 1 Projektbeteiligte Initiatorin des Projekts Zukunft_Schule ist die Stadt Karlsruhe, vertreten durch Herrn Baubürgermeister Daniel Fluhrer. Das Projektteam setzt sich aus fünf Arbeitsgruppen (Pädagogik und Innovation, Architektur und Innovation, Städtebau und Quartier, Energieeffizienz und Bautechnik, Wirtschaftlichkeit und Fördermittel) zusammen, die jeweils von einer Teilprojektleitung koordiniert werden. Projektleiterin des Projekts Zukunft_Schule ist Frau Schiller, Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft.  Martina Beer, Abteilungsleitung, Schul- und Sportamt, (Teilprojektleiterin Pädagogik und Innovation)  Antje Best, Sozial- und Jugendbehörde,  Nicolai Börckel, Stadtjugendausschuss e.V. Karlsruhe,  Prof. Dr. Thorsten Erl, Leitung Lehrgebiet Städtebau, Fakultät Bildung Architektur Künste, Universität Siegen,  Karin Fendler, Energiemanagement, Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft,  Peer Giemsch, Gesamtelternbeirat der Schulen in Karlsruhe,  Thomas Gillich, Bereichsleiter Energiemanagement, Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft, (Teilprojektleiter Energieeffizienz und Bautechnik)  Holger Feldmann, Abteilungsleitung, Stadtkämmerei,  Judith Hofmann, Sachgebietsleitung, Schul- und Sportamt,  Shin Boaz Höll, Arbeitskreis der Karlsruher Schülervertreter  Susanne Kamarás, Stabsstelle Projektcontrolling, (Teilprojektleiterin Wirtschaftlichkeit und Fördermittel)  Andrea Krieg, Leitung Stadtbibliothek Karlsruhe, Kulturamt,  Jan Lange, Bereichsleitung Büro für Mitwirkung und Engagement, Amt für Stadtentwicklung,  Bettina Leßle, Persönliche Referentin des Bürgermeisters, Dezernat 3,  Hans-Volker Müller, Gartenbauamt,  Uwe Müller, geschäftsführender Schulleiter der Karlsruher Gymnasien,  Dr. Barbara Pampe, Vorständin Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft,  Sima Rafidi-Schaub, Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft,  Frank Rieß, Bereichsleiter Projektentwicklung, Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft,  Petra Scheuerer, Abteilungsleitung, Schul- und Sportamt,  Maria Schiller, Projektleitung, Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft, (Teilprojektleiterin Architektur und Innovation),  Jörg Schumacher, Leitung Stadtmedienzentrum Karlsruhe am Landesmedienzentrum Baden-Württemberg,  Prof. Dr. Anne Sliwka, Leitung Institut für Bildungswissenschaft, Universität Heidelberg,  Iris Tschukewitsch, Sozial- und Jugendbehörde,  Francoise Vieser, Gesamtelternbeirat der Schulen in Karlsruhe,  Reinhard Vögele, Stadtplanungsamt, (Teilprojektleiter Städtebau und Quartier)  Prof. Andreas Wagner, Leitung Fachgebiet Bauphysik & Technischer Ausbau, KIT Falls erforderlich, können weitere Sachverständige das Projektteam ergänzen. In regelmäßigen Abständen werden die Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen mit der Lenkungsgruppe (Dezernat 3, Bürgermeister Lenz – Dezernat 6, Bürgermeister Fluhrer – Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft, Amtsleiterin Prof. Sick – Schul- und Sportamt, Amtsleiter Frisch – Stabsstelle Projektcontrolling, Leiterin Frau Schlenker) rückgekoppelt und freigegeben. Das hier vorliegende Konzept wurde gemeinsam vom Projektteam zur Ergänzung der Beschlussvorlage für den Planungsausschuss erarbeitet. 12 | Zukunft_Schule – Erzbergerstraße I Neubau 2 Arbeitsweise und Verfahrensart Die Projektentwicklung erfolgt seit Jahresbeginn 2021 mit wissenschaftlicher Begleitung durch die Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft, das KIT (Nachhaltigkeit und Energieeffizienz), die Universität Heidelberg (Pädagogik) sowie die Universität Siegen (Städtebau). Ein externes, erfahrenes Schulbauberatungsteam (DIE BAUPILOTEN mit Pädagogin Karin Babbe) ist im Juni 2021 in den Planungsprozess eingestiegen. Das Beratungsteam konzipiert und organisiert den Beteiligungsprozess mit den Schulen. Zusätzlich soll ein Beteiligungsprozess durch das Amt für Stadtentwicklung (AfStA) gestaltet werden, in den die Bürgerschaft aus dem Stadtteil einbezogen wird. Durch die breite Beteiligung von Ämtern (AfStA, GBA, HGW, KA, LMZ/SMZ, SJB, SPC, StjA, StK, StPlA, SuS) und Dezernaten (3 und 6) sowie von Vertreterinnen und Vertreter aus dem schulischen Umfeld (geschäftsführende Schulleitungen, Schülerinnen und Schüler sowie Eltern) ist ein hoher Praxisbezug gewährleistet. Zukunft_Schule wird in einer kooperativen Arbeitsweise in drei Stufen entwickelt: In der ersten Stufe (Januar-April 2021) wurden im Projektteam in einem ergebnisoffenen Findungsprozess Ziele und Strategie definiert. Dazu gehörte das Erörtern räumlicher, programmatischer und funktionaler Anforderungen aus Sicht der Nutzergruppen mit den damit verbundenen Wünschen und Bedürfnissen. Das Sammeln und Einordnen von Risiken und Bedenken, aber auch von Möglichkeiten und Chancen war wesentlicher Bestandteil der ersten Stufe. Das verwaltungsinterne Projektteam wurde von Expertinnen und Experten aus der Wissenschaft unterstützt. Aus den Ergebnissen wurden die Anforderungen für Zukunft_Schule formuliert. Ab der zweiten Stufe (Mai bis Juli 2021) arbeiteten die einzelnen Arbeitsgruppen unabhängig. In den Ergebnisgesprächen informierten die Arbeitsgruppen das Gesamtteam über neue Erkenntnisse. Ein gemeinsamer Workshop hat das entstandene Leitbild geprüft und gefestigt; das Projektteam formulierte eine gemeinsame Vision. Seit Juni 2021 wird das Projektteam Zukunft_Schule von einem externen Schulbauberatungsteam - Die Baupiloten Berlin in Kooperation mit Karin Babbe – bei der Vorbereitung, Durchführung und Dokumentation der drei Workshops unterstützt. Die dritte Stufe (August-Dezember 2021) bildet die konkrete Grundlage für die Auslobung des Planungswettbewerbs. Rahmenbedingungen wie Raumprogramm und Funktionsdiagramme werden geschärft, Abstimmungen mit Fremd- und Mehrfachnutzungen werden final abgestimmt. Ein gemeinsames Konzept wird formuliert. Zum Abschluss der Phase 0 wird das Ergebnis in einem Bericht dokumentiert. Es wird aktuell abgestimmt, ob auf dessen Basis ein Testentwurf von einem erfahrenen Schulbauplanungsbüro erstellt werden soll, um die Umsetzbarkeit der Ziele zu überprüfen. Nach Abschluss und Prüfung des Testentwurfs kann der Wettbewerb ausgelobt werden. Im Kontext des Umfangs der anstehenden kommunalen Schulsanierungsmaßnahmen kann geprüft werden, ob mehrere Schulen gebündelt von einem Schulbauberatungsteams begleitet werden, bei denen umfassende Baumaßnahmen anstehen. Amt für Hochbau und Gebäudewirtschaft | 13 3 Bisheriger Ablauf und geplante Termine STUFE 1 Ziele + Strategie Startgespräch Dezernat 6 Dienstag, 24. November 2020, 11 Uhr Startgespräch Projektteam Montag, 14. Dezember 2020, 16 Uhr JF1 Lernformen – Input und Diskussion Montag, 8. Februar 2021, 14:30 Uhr JF2 Nutzerzufriedenheit – Input und Diskussion Montag, 1. März 2021, 14:30 Uhr JF3 Raumprogramm – Input und Diskussion Montag, 8. März 2021, 14:30 Uhr JF4 Städtebau + Quartier – Input und Diskussion Montag, 15. März 2021, 14:30 Uhr JF5 Pädagogik – Input und Diskussion Montag, 29. März 2021, 14:30 Uhr Ergebnisgespräch Stufe 1 Montag, 12. April 2021, 14:30 Uhr Freigabe Ergebnisse Stufe 1 Montag, 26. April 2021, 14:30 Uhr 1. Lenkungsgruppe Ziele + Strategie Donnerstag, 29. April 2021, 14 Uhr STUFE 2 Leitbild Ergebnisse Lenkungsgruppe + Arbeitsaufträge Montag, 17. Mai 2021, 14:30 Uhr JF6 Bausteine Montag, 31. Mai 2021, 14:30 Uhr JF7 Mehrfachnutzungen Montag, 14. Juni 2021, 14:30 Uhr Workshop 1 Visionenwerkstatt Montag, 28. Juni 2021, 11 Uhr 2. Lenkungsgruppe Leitbild Donnerstag, 15. Juli 2021, 14 Uhr JF8 Update – Aktueller Stand Montag, 26. Juli 2021, 14:30 Uhr Bürgermeisterkonferenz (Information) Mittwoch, 28. Juli 2021, 11 Uhr Schulbeirat (Information) Mittwoch, 28. Juli 2021, 16:30 Uhr STUFE 3 Konzept Werkstattgespräch + Ergebnisse Arbeitsgruppen Montag, 27. September 2021, 14:30 Uhr Workshop 2 Weiterdenken-Werkstatt Montag, 11. Oktober 2021, 11 Uhr JF9 Ergebnisse Arbeitsgruppen Montag, 25. Oktober 2021, 14:30 Uhr Bürgermeisterkonferenz (Information) Mittwoch, 27. Oktober 2021, 11 Uhr Workshop 3 Schule + Quartier Montag, 8. November 2021, 11 Uhr Freigabe Ergebnisse Stufe 3 Montag, 22. November 2021, 14:30 Uhr Planungsausschuss Mittwoch, 26. November 2021, 16:30 Uhr 3. Lenkungsgruppe Konzept Donnerstag, 2. Dezember 2021, 14 Uhr Exkursion Köln Bildungslandschaft Altstadt-Nord Termin muss noch gefunden werden

  • Beschlussvorlage Zukunft_Schule
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2021/1055 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: HGW Zukunft_Schule Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Planungsausschuss 26.11.2021 x Information (Kurzfassung) Der Planungsausschuss nimmt das Konzept Zukunft_Schule in Karlsruhe und die geplante Durchführung des Architektenwettbewerbs zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen | Erträge (Zuschüsse und Ähnliches) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzüglich Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja ☒ Nein ☐ 450.000,00 Euro wird beantragt, Höhe steht noch nicht fest Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja ☒ Nein ☐ Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: ☐ Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) ☐ Umschichtungen innerhalb des Dezernates ☐ Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☒ positiv ☒ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☒ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Soziale Stadt Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Mit dem „Klimaschutzkonzept 2030“ (Gemeinderatsbeschluss vom 28. April 2020) soll das Erreichen der Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 für die Stadt Karlsruhe gewährleistet werden. Ein dazu gefasster Grundsatzbeschluss ist das Ziel einer klimaneutralen Stadtverwaltung bis zum Jahr 2040. Um dieses Ziel zu erreichen, muss eine Vielzahl von Gebäuden umfangreich saniert werden. Hierzu hat die Verwaltung die „Strategie zur nachhaltigen Modernisierung städtischer Gebäude“ entwickelt. Da Schulen mit weit über 50 Prozent einen Großteil zu den CO 2 -Emissionen städtischer Gebäude beitragen, rücken sie in den Fokus vollumfänglicher Sanierungsmaßnahmen. Zudem stehen Baumaßnahmen an Schulen aufgrund des baulichen und technischen Zustands sowie in Anbetracht von geänderten Nutzungsanforderungen an. Besonders für den Schulbetrieb bedeuten Bauarbeiten im laufenden Betrieb Einschränkungen auf sozialer und pädagogischer Ebene. Bauabschnittsbildung und aufwendige Schutzmaßnahmen führen zu längeren Bauzeiten. Damit einher geht ein Mehraufwand für die Planung und eine Kostensteigerung für die gesamte Sanierungsmaßnahme. Häufig wird der Einsatz von nicht nachhaltigen und kostenintensiven Interimslösungen wie Containerprovisorien notwendig. Vor diesem Hintergrund soll ein zukunftsweisendes neues Schulgebäude errichtet werden, in das einige der weiterführenden Schulen ausgelagert werden können, die von größeren Baumaßnahmen betroffen sind und das somit als dauerhaftes, nachhaltiges Interimsgebäude dient: Zukunft_Schule. Projektskizze: Zukunft_Schule - soll in Zukunft Nord gegenüber der Comenius Realschule entstehen und zum Schuljahreswechsel 2027/2028 fertiggestellt sein, - soll äquivalent zu einem 5-zügigen Gymnasium geplant werden, um die großen innerstädtischen weiterführenden Schulen aufnehmen zu können, bei denen umfangreiche Sanierungsmaßnahmen anstehen und deren Schulgelände keinen Platz für Containerprovisorien bieten, - soll baubedingte Einschränkungen auf sozialer und pädagogischer Ebene minimieren und kann als inklusive Ganztagseinrichtung eine chancengleiche Bildung fördern und schafft durch Kooperation einen Mehrwert für Schule und Quartier, - soll die notwendigen Modernisierungsmaßnahmen nachhaltig und wirtschaftlich ermöglichen. - soll in Bausteinen geplant werden, beispielsweise als Stadtteilhaus und Lernhaus. So ergeben sich verschiedene Möglichkeiten für die einzelne Baukörper: zwischenzeitliche Untervermietung, verschiedene Nachnutzung oder zu einem späteren Zeitpunkt eine teilweise Veräußerung. - soll Mehrfachnutzungen der Räume ermöglichen; einerseits vor dem bildungspolitischen Hintergrund, Schule, Stadtteil und außerschulische Bildungspartner als ein System zu verstehen, andererseits um die Räume voll auszulasten und somit andere Standorte zu entlasten. - soll als multifunktionales Gebäude entworfen werden. Eine spätere Umnutzung soll ohne konstruktive Eingriffe möglich sein, sodass auch das langfristige Etablieren einer öffentlichen Verwaltung, Kultur-, Sozial-, Gesundheits- oder Quartierseinrichtungen denkbar ist. Für die Planung dieses Projekts ist aufgrund der Projektgröße ein EU-weites Ausschreibungsverfahren erforderlich. Zur Sicherstellung eines optimalen Planungsergebnisses soll ein Architektenwettbewerb ausgeschrieben werden. Die Kosten für das Wettbewerbsverfahren betragen inklusive Nebenkosten circa 450.000 Euro (0,85 % der Gesamtprojektkosten). Ein Teil der Preisgelder wird auf das etwaige spätere Architektenhonorar angerechnet. Die Kosten für die Durchführung des Wettbewerbs sind bereits im Doppelhaushalt 2022/2023 eingeplant. Durch den Gewinner des Wettbewerbs kann keine Forderungen auf Realisierung des Projekts gestellt werden, eine Realisierung erfolgt erst nach Entscheidungen der Gremien. Mit einer Durchführung eines Planungswettbewerbs ist noch keine Zusage für eine Realisierung gegeben. Ob ggfs. die Realisierung durch die Stadt selbst oder eine städtische Gesellschaft erfolgen wird, wäre noch zu prüfen. Wirtschaftlichkeitsbetrachtung: Die Wirtschaftlichkeitsbetrachtung des Projektes Zukunft_Schule stellt aufgrund der vielen, zum aktuellen Projektstand noch nicht abschließend definierten Rahmenbedingungen eine komplexe Aufgabe dar. Sie wird derzeit verwaltungsintern projektbegleitend erarbeitet. – 3 – Kostenprognose Containerprovisorien Für die Realisierung der notwendigen Sanierungsmaßnahmen an den betroffenen Schulen müssten alternativ zu Zukunft_Schule während der Bauzeit Ausweichquartiere für den Unterricht bereitgestellt werden. Stellt man hierfür Containerprovisorien auf, würden in Summe für die ersten 6 Schulen (18 Jahre Nutzungsdauer) bei einer Anmietung Kosten von circa 40 Millionen Euro mit einem niedrig angesetzten Mietpreis anfallen (dieser muss zum Zeitpunkt der Anmietung aufgrund der geltenden angespannten Marktlage voraussichtlich nachjustiert werden und wird höher ausfallen. Derzeitige Spitzenwerte liegen mit bis zu 75 % über den üblichen Ansätzen). Kostenprognose Zukunft_Schule Zum aktuellen Auswertungsstand kann im Rahmen einer ersten Hochrechnung ein Kostenrahmen für den Neubau Zukunft_Schule mit circa 50 Millionen Euro sowie für die 2-Feldhalle mit circa 9 Millionen Euro gerechnet werden. Bei einer Abschreibungszeit von 40 Jahren bleibt nach18 Jahren ein erheblicher Restwert. Im Zuge des Schulentwicklungskonzeptes wird parallel untersucht, ob der Neubau Zukunft_Schule langfristig in einer dauerhaften Nutzung die Flächendefizite der innerstädtischen Gymnasien auffangen kann. Mit einer solchen Lösung ist die Wirtschaftlichkeit in jedem Fall gegeben. Betrachtung der CO 2 -Relevanz: Während Provisorien einen hohen Energieverbrauch haben und meist nicht nachgenutzt werden können, entsteht mit Zukunft_Schule ein resilientes, hochwertiges und langlebiges Bauwerk. Als modernes Plus-Energie-Gebäude soll der Schulbau zu einer ausgeglichenen energetischen Gesamtenergiebilanz kommunaler Gebäude beitragen. Mit der vollständigen Auslagerung der Schulen bei der Modernisierung der Bestandsgebäude werden die Baumaßnahmen vor Ort erheblich vereinfacht und beschleunigt. Ohne die Auslagerungsmöglichkeit in Zukunft_Schule wird der durch die Modernisierungsmaßnahmen erzielbare Effekt hinsichtlich der CO 2 - Emissionsminderung erst mit erheblicher Verzögerung eintreten.