Historische Fundstücke in den Zentralen Werkstätten: Weiterer Umgang

Vorlage: 2021/0986
Art: Beschlussvorlage
Datum: 10.08.2021
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Kulturamt
Erwähnte Stadtteile: Beiertheim-Bulach, Daxlanden

Beratungen

  • Kulturausschuss (öffentlich)

    Datum: 14.10.2021

    TOP: 5

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • 2021-08-31-Historische Fundstücke
    Extrahierter Text

    Informationsvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2021/0986 Verantwortlich: Dez. 2 Dienststelle: Kulturamt Historische Fundstücke in den Zentralen Werkstätten: Weiterer Umgang Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Kulturausschuss 14.10.2021 5 X Information (Kurzfassung) Die GRÜNE Gemeinderatsfraktion hat mit Anfrage vom 27. April 2021 erneut die im Bauhof Litzenhardtstraße gelagerten historischen Objekte in die Diskussion gebracht. Der Gemeinderat hat in seiner Sitzung am 22. Juni 2021 die Stellungnahme der Verwaltung zur Kenntnis genommen. Die historischen Objekte waren und sind der Verwaltung bekannt. Sie gaben bereits in früheren Jahren Anlass, innerhalb der Stadt, aber auch mit dem Land (Landesdenkmalpflege) Überlegungen zur Einrichtung eines Lapidariums in Karlsruhe anzustellen. Aus räumlichen Gründen, aber auch mit Blick auf den geringen Objektbestand führten diese Gespräche zu keinem erfolgreichen Ergebnis. So erklärt sich die nach wie vor unbefriedigende Lagerung der Objekte auf dem Gelände der Zentralen Werkstätten in der Litzenhardtstraße in Bulach. Eine in vielen Aspekten bessere Lagerung wäre wünschenswert. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen | Erträge (Zuschüsse und Ähnliches) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzüglich Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja ☐ Nein ☒ Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja ☐ Nein ☐ Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: ☐ Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) ☐ Umschichtungen innerhalb des Dezernates ☐ Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Das Kulturamt hat zu den im Bauhof Litzenhardtstraße verwahrten Objekten weitergehende Recherchen angestellt. Es handelt sich insbesondere um folgende Objekte: - Satteldachartiger Deckel aus Metall mit der Darstellung einer Urne auf dem Giebel. - Figur eines Lyra spielenden Apoll mit antikisierenden Schauspielermasken und Majolika-Elementen. - Bruchstücke eines Wegkreuzes - Schlüssellochartig gestaltete Sandsteinplatte - Vier gusseiserne Stützen aus dem Haus oder Stall eines historischen Gebäudes aus dem späten 19. Jahrhundert. Bei einigen der Objekte konnte die Herkunft festgestellt werden, auch dank der Hilfe des ehemaligen Leiters des Südwestdeutschen Archivs für Architektur und Ingenieurbau, Dr. Gerhard Kabierske. Das sattelartige Dach bekrönte ursprünglich den Sargaufzug im Feierraum des Krematoriums auf dem Hauptfriedhof. Der Deckel musste in den 60er- oder frühen 70er-Jahre einer modernen Lösung weichen. Das Friedhofs- und Bestattungsamt sieht keine Möglichkeit, diesen Dachaufsatz wieder im Bereich der Kleinen Kapelle, also des ehemaligen Krematoriums, aufzustellen; die Platzverhältnisse dort sind sehr beschränkt. Geprüft wird jedoch, ob die Aufstellung an einem anderen Ort auf dem Hauptfriedhof in Frage kommt. Ein Ergebnis liegt noch nicht vor. Die Figur des Lyra spielenden Apoll befand sich im Portikus der früheren Stadthalle, die in den späten 1970er Jahren abgebrochen wurde. Sie stand an einem der Kopfenden des Säulengangs. Das Stadtarchiv hat zu dieser Figur ausführliche Recherchen angestellt und kunsthistorische Einschätzungen eingeholt. Als erschaffender Künstler wird Erwin Spuler vermutet, jedoch konnte dies noch nicht mit abschließender Sicherheit geklärt werden. Zu diesem Objekt sollen weitere Nachforschungen angestellt werden. Die Wegkreuz-Bruchstücke stammen wahrscheinlich von einem privaten Grundstück in Daxlanden. Die Bruchstücke wurden dann von der Stadt sichergestellt, näheres bedürfte einer aufwändigen Recherche. Über die Herkunft der schlüssellochartig gestalteten Sandsteinplatte und der vier gusseisernen Stützen ist nichts weiter bekannt. Eine nähere Zuordnung ist nicht möglich. Eine Rückführung in den historischen Zustand und Zusammenhang ist für keines der Objekte möglich. Während zu dem Aufsatz aus dem Krematorium und der Figur des Apoll noch weitere Überlegungen und Recherchen angestellt werden sollen, gibt es für die übrigen Stücke keine sinnvolle Verwendungsmöglichkeit. Das Wegkreuz ist zerschlagen und erfüllt keine Funktion mehr. Die Sandsteinplatte und die gusseisernen Stützen lassen sich nicht zuordnen, somit lassen sich auch keine historischen Erkenntnisse gewinnen. Darüber hinaus ist der Erhaltungszustand der Eisenstützen sehr schlecht, insbesondere die Füße sind von Rost zerfressen. Aufgrund der eher geringen historischen Bedeutung und des schlechten Erhaltungszustands empfiehlt die Verwaltung daher, die Sandsteinplatte und die gusseisernen Stützen sowie die Wegkreuz-Bruchstücke (vorbehaltlich der Zustimmung der Denkmalschutzbehörde) auch zu entsorgen. Die Verwaltung hat in den zurückliegenden Jahren – auch im Gespräch mit der Landesdenkmalpflege – die Einrichtung eines Lapidariums geprüft. Die Überlegungen führten mit Blick auf den geringen Objektbestand und die zurückhaltend einzuschätzende historische Bedeutung der Objekte sowie in Ermangelung eines geeigneten Ortes zu keinem konkreten Ergebnis. Eine zufriedenstellende Lösung ist derzeit nicht in Sicht. Gleichzeitig ist festzustellen, dass im Rahmen von öffentlichen Bau-, Umbau- und Sanierungsvorhaben immer wieder historische und baukünstlerische Objekte entfernt werden und keine erneute bauliche Verwendung finden, aus heimatgeschichtlichen Gründen oder wegen des Respekts vor dem Kunstwerk jedoch vor einer Zerstörung bewahrt werden sollten. Die Einrichtung einer gesicherten Lagerung wäre auch hier wünschenswert. – 3 – Beschluss: I. Antrag an den Kulturausschuss Der Kulturausschuss nimmt die Ausführungen zu den historischen Fundstücken in den Zentralen Werkstätten zur Kenntnis. II. Auf die Tagesordnung der Sitzung des Kulturausschusses am 14. Oktober 2021 III. Übersendung der Vorlage an die Mitglieder des Kulturausschusses IV. z. d. A. 023.113 Kulturausschuss, Heft 31, Reg. 2021-10-14-Vorlagen – 4 – Datum Unterschrift Dez. 1 Dez. 2 Dez. 5 ZJD GBA Kulturamt AV/ZD Kulturbüro Stadtarchiv & Hist. Museen Sachbearbeitung Dr. Katrin Dort Tel. 133-4220