Citymarketing der Karlsruher Marketing und Event GmbH (KME) in Kontext des "Aktionsplans City 2020 - 2026"

Vorlage: 2021/0953
Art: Informationsvorlage
Datum: 04.08.2021
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Karlsruhe Marketing und Event GmbH
Erwähnte Stadtteile: Keine Angaben

Beratungen

  • Hauptausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 21.09.2021

    TOP: 4

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Kenntnisnahme

Zusätzliche Dateien

  • InformationsvorlageCitymarketingfinal neu
    Extrahierter Text

    Stadt Karlsruhe Der Oberbürgermeister INFORMATIONSVORLAGE Vorlage Nr.: Verantwortlich: 2021/0953 Dez. 1 Citymarketing der Karlsruher Marketing und Event GmbH (KME) im Kontext des „Aktionsplans City 2020 – 2026“ Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 21.09.2021 4 x Kenntnisnahme Beschluss: Der Hauptausschuss nimmt die Vorlage zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maß- nahme Einzahlungen/Erträge (Zuschüsse u. Ä.) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzügl. Folgeer- träge und Folgeeinsparungen) Ja Nein Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja Nein Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) Umschichtungen innerhalb des Dezernates Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu IQ-relevant Nein Ja Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein Ja durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein Ja abgestimmt mit Wifö, Afsta Ergänzende Erläuterungen Seite 2 Hintergrund der Informationsvorlage Die ab 2022 angestrebte Finanzierung des Citymarketings im Aufgabenbereich der KME Karlsruhe Marketing und Event GmbH durch städtische Zuschüsse stellt aus Sicht des Dez. 1 als für das IQ- Korridorthema „Zukunft Innenstadt“ verantwortliche Stelle und der KME einen angemessenen An- lass dar, um dem Hauptausschuss des Karlsruher Gemeinderates mittels vorliegender Informations- vorlage auch die fachlichen und organisatorischen Zusammenhänge im Kontext der Innenstadtförde- rung darzulegen. Der KME-Bereich Citymarketing arbeitet bereits heute eng verzahnt im Netzwerk der für die Innenstadt zuständigen Ämter und Gesellschaften. Daher ist ein tieferes Verständnis für die Zusammenhänge auf operativer und strategischer Ebene von hoher Bedeutung, wenn es um die Finanzierungsentscheidungen zum KME-Citymarketing geht. Innenstadtförderung in Karlsruhe 1. Einleitung Innenstädte haben als Akkumulationspunkt öffentlicher und privater Funktionen seit jeher eine hohe Bedeutung im kommunalen Aufgabenbereich. Innenstädte sind außerdem seit Jahrhunderten Orte, die durch einen dynamischen Wandel geprägt sind. Seit etwa den 1950er Jahren haben sich in In- nenstädten bauliche und ökonomische Strukturen verfestigt, die in erster Linie auf den privaten Kon- sum abzielen. Handelsnutzungen prägen in der Regel das Stadtbild, für Funktionen wie Wohnen, Handwerk, Bildung und Kultur wurde es in den letzten Jahrzenten zunehmend schwer, ein geeigne- tes, d.h. in erster Linie bezahlbares Umfeld zu finden. Je stärker ausgeprägt sich der Handel in Quan- tität und v.a. Qualität gezeigt hat, desto attraktiver wurden (Innen-)Städte von ihrer Einwohner- schaft und den Besuchenden wahrgenommen. Seit etwa 40 Jahren sehen sich die Innenstädte je- doch einer wachsenden Konkurrenz um Einzelhandelsumsätze und -flächen gegenüber. Zunächst waren es Fachmarktzentren auf der „grünen Wiese“, dann kamen die Einkaufscenter in Randlage hinzu und spätestens mit der Etablierung großer Center in Innenstadtlagen standen die bis dato etablierten und gewachsenen Handelslagen in den deutschen Innenstädten massiv unter ökonomi- schem Druck. Diese Entwicklung hat die Karlsruher Innenstadt in deutlich geringerem Maß getroffen. Die Gründe hierfür liegen zum einen in dem bereits seit Längerem stringent durchgehaltenen Märk- te- und Zentrenkonzept zur Verhinderung eines Wildwuchses auf der "grünen Wiese" bzw. in den Randlagen. Zum anderen wurde die Ansiedlung des innerstädtischen Ettlinger Tor-Centers so ge- steuert, dass keine Konkurrenz, sondern eine Symbiose mit der Kaiserstraße erreicht wurde. Unter- suchungen haben ergeben, dass das Center die Besucherzahlen der Innenstadt insgesamt erhöht hat. Dabei hatte sich der Großteil der Besucher sowohl im Center als auch auf der Kaiserstraße be- wegt. Dennoch: Um Handel betreiben zu können, als Anbieter oder Kunde, war es lange Zeit unum- gänglich, den Ort des Handels und damit auch in erheblichem Maße die Innenstädte physisch aufzu- suchen. Mit Beginn der 2000er Jahre und gleichbedeutend mit dem Markteintritt von Amazon in Deutsch- land hat sich dieser Zwang in erheblichem Tempo aufgehoben. In weniger als 20 Jahren hat sich der digitale Handel von dem physischen Kaufvorgang entkoppelt und einen vorher nicht gekannten dis- ruptiven Prozess ausgelöst. Für die Innenstädte mit ihren handelszentrierten Strukturen und Funkti- onsweisen bedeutet dieser Prozess eine erhebliche Herausforderung. Die ökonomischen Verwerfun- gen haben das gesamte innerstädtische Wertesystem, das sich im Wesentlichen durch Kundenfre- quenzen, Flächenrentabilität und Mietpreise pro Quadratmeter definiert, ins Wanken gebracht. 2. Karlsruhe Nachdem dem Thema Innenstadt durch das IQ-Korridorthema „Zukunft Innenstadt“ im Dezernat des Oberbürgermeisters auch in der stadtinternen strategischen Ausrichtung eine verstärkte Priorität zugewiesen wurde, haben sich die Verantwortlichen 2017 dazu entschieden einen Prozess zu star- ten, um die Karlsruher Innenstadt im Hinblick auf ihre Zukunftsfähigkeit neu zu bewerten. Als Ergeb- Ergänzende Erläuterungen Seite 3 nis eines umfangreichen Abstimmungsprozesses, geleitet vom Beratungsbüro CIMA, entstand das „Gutachten zur Zukunftsfähigkeit der Karlsruher City als Einzelhandelsstandort 2030“, das dem Ge- meinderat 2019 zur Beschlussfassung vorgelegt wurde. Darauf aufbauend wurde der „Aktionsplan City 2020 - 2026“ abgeleitet, welcher die im Rahmen des „Gutachtens zur Zukunftsfähigkeit der Karlsruher City als Einzelhandelsstandort 2030“ erarbeiteten Maßnahmen mit konkreten Zeit- und Ressourcenplanungen hinterlegt. Dieser wurde am 18. Februar 2020 vom Gemeinderat beschlossen und wird kontinuierlich fortgeschrieben. Organisatorisch wurde die AG Innenstadt unter der Leitung der Wirtschaftsförderung und des Amts für Stadtentwicklung mit der Koordination und Evaluation der Maßnahmen aus dem Aktionsplan betraut. Die Arbeitsgruppe setzt sich aus allen städtischen Ämtern und Gesellschaften zusammen, die sich mit der Innenstadt aktiv befassen. Die AG Innenstadt wurde bereits 2005 ins Leben gerufen, damals um die prognostizierten Auswirkungen der Ansied- lung des ECE-Centers am Ettlinger Tor mit Maßnahmen zur Unterstützung der Innenstadt zu beglei- ten. Der Aktionsplan City bildet bildlich gesprochen das Rückgrat der Innenstadtentwicklung, die Umsetzung erfolgt im Netzwerk der städtischen Ämter und Gesellschaften, koordiniert und evaluiert durch die AG Innenstadt. Die Corona-Pandemie hat die oben beschriebenen strukturellen Veränderungen in Innenstädten erheblich beschleunigt. Die letzten beiden Jahre haben ökonomische Verwerfungen verursacht, die zwar in ihren Konsequenzen bereits abzusehen waren, nicht aber in der nun eingetretenen Ge- schwindigkeit. Für eine ohnehin schon schwierige Anpassung an den Strukturwandel bleibt nunmehr noch weniger Zeit. Aus Rahmenbedingungen für die kommenden 5 bis 10 Jahre sind innerhalb kür- zester Zeit Realitäten geworden, für die schnellstmögliche Antworten gefunden werden müssen. Diese Antwort, das ist mittlerweile Konsens, kann und darf nicht die Rückkehr zu einer auf Handel basierenden, monostrukturierten Innenstadt sein. Vielmehr, und das ist die Herausforderung, muss es gelingen, vielfach aus den Innenstädten verdrängte Nutzungen wieder zu integrieren: Kultur, Wis- senschaft, Bildung, Handwerk, Wohnen. Dieser Anspruch prallt (noch) vehement auf immobilien- wirtschaftliche Strukturen, in denen sich die zeitnahe Integration nur unter erheblichen Abschrei- bungsverlusten realisieren lässt. Oder alternativ im Rahmen temporärer, geförderter, kommunaler Umnutzungsprojekte bzw. durch den gezielten Ankauf von Immobilien durch die Kommunen. Die Maßnahmen im Aktionsplan City wurden aufgrund der Corona-Folgen neu priorisiert. Da bereits zum Zeitpunkt der Erstellung des Gutachtens ein innerstädtischer Strukturwandel antizipiert wurde, lie- fert der mit neuen Prioritäten hinterlegte Aktionsplan City aktuell hervorragende Grundlagen für eine angemessene Reaktion auf den durch Corona nun beschleunigten Strukturwandel. Er bildet auch eine adäquate Basis für die Beantragung von Fördergeldern. Neben der strategischen Ausrichtung einer Innenstadt durch die substanzielle Verbesserung der (baulichen) Rahmenbedingungen ist ein aktives und seiner Bedeutung angemessen finanziertes Standortmarketing ein weiterer wesentlicher Faktor zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit. In Karlsru- he ist für das Citymarketing die KME mit ihrem Bereich Citymarketing verantwortlich, in Kooperation mit der City Initiative Karlsruhe e. V. als größte private Interessenvertretung. Mit Baubeginn der Kombilösung wurde 2010 ein mit dem Bauvorhaben finanziell und organisatorisch verbundenes För- derprogramm für die Unternehmen der Innenstadt ins Leben gerufen. Als Bestandteil des „Baustel- lenmarketings“ wurde das „Kooperationsmarketing“ gegründet, das bis heute dafür zuständig ist, die Beeinträchtigungen für die anliegenden Unternehmen zu minimieren. Die Finanzierung der im Ko- operationsmarketing geplanten Maßnahmen erfolgt bis Ende 2021 durch die KASIG. Die Umsetzung der Maßnahmen lag in den ersten Jahren bei der Stadtmarketing Karlsruhe GmbH und dem dort verorteten Citymanagement. Diverse organisatorische und personelle Veränderungen, die struktu- rellen Veränderungen in der Innenstadt, die Gründung des IQ Korridorthemas „Zukunft Innenstadt“ sowie das CIMA-Gutachten haben in Summe dazu geführt, dass sich aktuell der Bereich Citymarke- ting der KME um die Marketingbelange der Innenstadt kümmert und darüber hinaus weitere strate- gische Aufgaben zur Innenstadtentwicklung übernommen hat. Die Tätigkeiten der KME im Rahmen Ergänzende Erläuterungen Seite 4 der Innenstadtentwicklung sind ein fester und integraler Bestandteil des Aktionsplans City und leiten sich zu großen Teilen hieraus ab. 3. Zuständigkeiten Das Netzwerk aus städtischen Ämtern und Gesellschaften ist, wie bereits erläutert, mit der Umset- zung der Projekte aus dem Aktionsplan 2020 - 2026 betraut. Organisatorisch hat sich zudem eine besonders enge Kooperation zwischen dem Amt für Stadtentwicklung, der Wirtschaftsförderung und dem KME-Bereich Citymarketing etabliert. Viele Themen und Entscheidungen im Hinblick auf die Innenstadtentwicklung werden in dieser Runde vor- und besprochen und mit dem Dez. 1 als feder- führende Stelle für „Zukunft Innenstadt“ abgestimmt. Die Wirtschaftsförderung und das Amt für Stadtentwicklung führen zudem den Vorsitz in der AG Innenstadt. Über die AG Innenstadt ist daher das Dez. 4 ebenfalls in das Thema Innenstadt involviert. Dabei obliegen der Wirtschaftsförderung und dem Amt für Stadtentwicklung im Wesentlichen fol- gende Aufgaben: - Gesamtkoordination des Aktionsplans City 2020 - 2026 und dessen Fortschreibung, - Bearbeitung strategischer Fragestellungen im Bereich der Innenstadtentwicklung, - Fördermittelakquise, insbes. vor dem Hintergrund der Corona-Folgen, - Monitoring der Innenstadtentwicklung (Passantenfrequenzen, Immobilienbesatz etc.), - Kommunikation mit und Beteiligung insbesondere von Immobilien-Eigentümern, - Umfrageforschung (schwerpunktmäßig beim Amt für Stadtentwicklung), - Organisation der zentralen, interdisziplinär besetzten Abstimmungsrunden (AG Innenstadt, Immobilienteam) - Ansprechpartner für alle Innenstadtakteure (schwerpunktmäßig bei der Wirtschaftsförderung) - Mitarbeit bei und enge Verzahnung mit den anderen Leitprojekten des Korridorthemas. Der KME-Bereich Citymarketing hat v. a. in den letzten drei Jahren eine veränderte Rolle ein- und neue Aufgaben übernommen. Dies ist stark beeinflusst vom Strukturwandel in der Innenstadt. Lag der Fokus bis vor wenigen Jahren auf einer einzelhandelszentrierten Kommunikation und Projekt- entwicklung, steht heute eine ganzheitliche Standortvermarktung auf der Agenda. Diese kann nur dann Erfolg haben, wenn die Rahmenbedingungen in der Innenstadt insgesamt optimiert werden. D. h. es müssen eine Vielzahl von Parametern angepasst und weiterentwickelt werden, die in Karlsruhe im Aktionsplan City gebündelt sind. Im Aktionsplan hat das Citymarketing eine Doppelfunktion: Als vom Gutachter bewertete, konkrete strategische Maßnahme wird es durch den Aktionsplan legiti- miert und übernimmt zugleich als verantwortliche Stelle weitere Projektleitungsaufgaben. Hinzu kommt die wichtige Funktion des „Möglichmachens“, also über geplante oder oft auch kurzfristige Kooperationen mit Dritten bestimmte Maßnahmen zu ermöglichen, die sonst nicht oder nicht aus- reichend umsetzbar wären. In diesen Kontext gehört auch das Jugendbeteiligungsprojekt MyCi- ty.MyPlace des Stadtjugendausschusses e. V., welches temporäre wie auch mittelfristige räumliche Bedarfe von Jugendlichen in der City koordiniert. Im Kontext der Innenstadt und ihrer Akteure ist es nicht möglich, alle Ideen, Bedürfnisse und Anliegen stets mit einem großen zeitlichen Vorlauf zu planen. Die kurzen Entscheidungs- und Beschlusswege sind für kurzfristige operative Erfolge essenzi- ell. Diese Flexibilität leistet die KME als städtische GmbH auch im Citymarketing in enger Verzahnung mit dem Korridorthema. Aufgaben und Finanzierung des Citymarketings ab 2022 Die KME Karlsruhe Marketing und Event GmbH hat mit dem Bereich Citymarketing die Umsetzungs- verantwortung für die Maßnahmen des „Kooperationsmarketings“ von der Karlsruhe Stadtmarketing GmbH übernommen und die finanziellen Aufwendungen innerhalb ihres Wirtschaftsplans integriert. Die Finanzierung erfolgt bisher mit Mitteln der KASIG im Rahmen des „Kooperationsmarketings“. Mit Ergänzende Erläuterungen Seite 5 der Fertigstellung der „Kombilösung“ durch die KASIG im Dezember 2021 endet auch diese an die Baumaßnahme gekoppelte Finanzierung und damit zunächst auch die Finanzierung von Marketing- maßnahmen für die Karlsruher Innenstadt. Mit der Erarbeitung des CIMA-Gutachtens im Jahr 2019 sowie der Beschlussfassung des zugehörigen Aktionsplans 2020 - 2026 durch den Gemeinderat im Februar 2020 sind notwendige Maßnahmen zum Erhalt und Ausbau der Zukunftsfähigkeit der Karls- ruher City als Einzelhandelsstandort gesetzt. Die Fortführung des Citymarketings ist darin als ver- bindliche Maßnahme enthalten (siehe “Gutachten zur Zukunftsfähigkeit der Karlsruher City als Ein- zelhandelsstandort 2030“ der CIMA GmbH: Berichtsteil 1, Kapitel 8.5; Berichtsteil 2, Maßnahme 3.26). Um die Fortführung ab 2022 inhaltlich, strukturell/personell und finanziell gewährleisten zu können, sind entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Vorgesehen ist eine langfristige strukturelle wie auch finanzielle Verortung des Citymarketings bei der KME. Der Aufsichtsrat der KME wurde bereits im Juni 2021 grundsätzlich über die Planungen informiert, im Oktober 2021 soll über den konkreten Budgetansatz 2022 beraten werden. Danach wird ein Grundsatzbeschluss im Gemeinderat erforderlich. Dieser soll im Rahmen der Haushaltsberatungen eingeholt werden. Vor- behaltlich der Zustimmung des Gemeinderates nimmt die KME den erforderlichen Bedarf an städti- schen Zuschüssen im Wirtschaftsplan 2022 auf. Ausgehend von der gutachterlich dokumentierten Notwendigkeit eines aktiven Citymarketings sowie aufgrund der gemeinderätlichen Beschlusslage, plant die KME ab 2022 mit der fortgesetzten inhaltli- chen Verantwortung für das Karlsruher Citymarketing und somit für die Entwicklung und Umsetzung von Maßnahmen der innerstädtischen Belebung und Bewerbung. Die Planung orientiert sich dabei grundsätzlich an den Budgets, die in den letzten Jahren im „Kooperationsmarketing“ veranschlagt wurden, mithin rund 1 Mio. in Summe. A. Aufgaben Die Aufgaben im Citymarketing ab 2022 lassen sich in fünf Bereiche gliedern: 1. Projekte „Zukunft Innenstadt“/“Aktionsplan City 2020 - 2026“ 2. Innenstadtkampagnen und -marketing 3. Einzelhandelsfördernde Events (Frequenzbelebung) 4. Projektbeteiligungen 5. Konzept „Bahn frei!“ (inkl. Innenstadtkampagne 2022) 1. Projekte „Zukunft Innenstadt“/“Aktionsplan City 2020 - 2026“ Wie bereits beschrieben, ist der KME-Bereich Citymarketing an verschiedenen Projekten des Akti- onsplans City 2020 - 2026 beteiligt. Der grundsätzliche Ablauf für die Umsetzung von Projekten aus dem Aktionsplan sieht vor, dass die verantwortlichen Ämter/Gesellschaften neben der Projektlei- tung auch die für die Umsetzung notwendigen Budgets bereitstellen sollen. Gesonderte Mittel ste- hen für die Umsetzung des Aktionsplans nur eingeschränkt im Rahmen des durch die AG Innenstadt verwalteten Budgets zur Verfügung. Schwerpunkt ist dabei die Begleitung des Quartiersmarketings auf Basis des in diesem Jahr durch das Büro „Stadt & Handel“ erstellten Gutachtens für die Entwick- lung von Einkaufsquartieren in der Karlsruher Innenstadt. Das vorgesehene Budget soll vor Ort in den Quartieren für kooperativ entwickelte (Marketing-) Maßnahmen eingesetzt werden. Parallel dazu und abgestimmt mit den Aktivitäten des KME-Citymarketings, erfolgt für den Bereich Quartier- sentwicklung zudem eine gesamtstädtische Bewerbung (Federführung: Wirtschaftsförderung/Amt für Stadtentwicklung) um Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Zukunftsfähige Innenstädte und Zentren“ des „Bundesministeriums des Innern, für Bau und Heimat (BMI)“ zu erhalten. 2. Innenstadtkampagnen und -marketing Dieser kommunikationsorientierte Baustein umfasst die jährliche Adventskampagne zur Unterstüt- zung des stationären Handels in der für diesen eminenten Adventszeit und den Bereich Onlinemar- keting. Letzterer beinhaltet sowohl die Betreuung der Webseite karlsruhe-erleben.de als auch Aktivi- Ergänzende Erläuterungen Seite 6 täten im Social Media Bereich inkl. Onlinekampagnen. Die Webseite wurde ursprünglich im Bereich Citymarketing als Informationsportal für die Innenstadt entwickelt und wird mittlerweile als Koope- rationsprojekt zwischen KME und KTG betrieben. Alle Innenstadt-Themen, der Innenstadt-Blog etc. werden dabei inhaltlich vom KME-Citymarketing betreut. Die Kosten für die technische Umsetzung (Server, Hosting, etc.) werden ebenfalls anteilig von der KME getragen. Die Webseite bleibt langfris- tig als zentrale Informationsquelle für Innenstadt (Handel, Gastronomie, Kultur, Freizeit etc.) und Tourismus erhalten, da eine Integration in den neuen städtischen Onlineauftritt auf karlsruhe.de bewusst nicht vorgesehen ist. 3. Einzelhandelsfördernde Events (Frequenzbelebung) Der in Summe größte Anteil des erforderlichen Gesamtbudgets ist für die innerstädtischen Events vorgesehen. Diese Events unterscheiden sich von den anderen Events der KME v. a. dadurch, dass sie die Frequenzbelebung in der Innenstadt zum Zweck haben und bspw. der Durchführung von ver- kaufsoffenen Sonntagen dienen. Die Sonntage, weiterhin ein bedeutendes Thema für den stationä- ren Einzelhandel, werden derzeit durch die beiden rahmengebenden Events „Fest der Sinne“ und „Karlsruher Stadtfest“ erst ermöglicht. Dazu werden im jährlichen Wechsel die beiden kleineren Projekte „Karlsruhe klingt – music to go“ (in Kooperation mit der Staatlichen Hochschule für Musik) und „Spiel mich!“ durchgeführt. Die großen innerstädtischen Events des Citymarketings zeichnen sich zudem dadurch aus, dass sie einen erheblichen Anteil an Werbemaßnahmen vorsehen. Rund 40 - 50 % des Budgets werden in Marketingmaßnahmen investiert, die die Innenstadt im Einzugsgebiet der Technologieregion Karlsruhe anlassbezogen bewerben. 4. Projektbeteiligungen In diesem Bereich kommt v. a. die oben beschriebene, im CIMA-Gutachten attestierte Funktion des „Möglichmachens“ zum Ausdruck. Durch diesen finanziellen „Hebel“ können Projekte realisiert wer- den, die bedeutsam für die innerstädtische Belebung sind und sich nicht vollständig selbst finanzie- ren können bzw. prinzipiell als „Non-Profit-Aktionen“ geplant sind. U. a. erhält die City Initiative Karlsruhe e.V. als wichtigster Partner der KME eine Kofinanzierung für Aktionen in Kooperation mit den Akteuren der City. Das geplante Reallabor in der Karlstraße im Rahmen des Konzeptes „Öffentli- cher Raum und Mobilität Innenstadt (ÖRMI)“ des Stadtplanungsamtes soll ab 2022 ebenfalls unter- stützt werden. Ein weiterer Baustein ist die Förderung von Kulturevents im öffentlichen Raum, die einen wichtigen Beitrag zur Belebung der Innenstadt leisten können. 5. Konzept „Bahn frei!“ Das größte neue Vorhaben des KME-Citymarketings ab 2022 ist „Bahn frei!“, ein dringend notwendi- ges Konzept für die temporäre Nutzung der Kaiserstraße im Zeitraum ab 2022. Der Gleisbereich in der Kaiserstraße zwischen dem Kronenplatz im Osten und der Karlstraße im Westen wird ab Mitte Dezember 2021 nicht mehr für den Bahnverkehr benötigt, die Bahnen fahren unterirdisch. Dadurch wird die Fußgängerzone auf rund 1 km Länge komplett „Bahn frei“. Insgesamt entsteht damit ein Korridor von rund neun Metern Breite, was rund 9.000 qm bzw. etwa 45 % der Bruttofläche der Kai- serstraße in diesem Bereich ausmacht. Die Fläche der für Fußgänger gefahrlos begehbaren Zone erhöht sich damit signifikant, auch wenn man die Bereiche abzieht, die weiterhin für die Durchfahrt von Lieferfahrzeugen, Stadtreinigung und Rettungsfahrzeugen freigehalten werden müssen. Temporäre Nutzungen sind dabei alle denkbaren Maßnahmen von mobilen Begrünungs- und Sitze- lementen über Werbeveranstaltungen der Anlieger bis zu Kunstinstallationen und kleineren Events. Das Konzept sieht neben eigenen Aktionen v. a. die Einbeziehung diverser Akteure wie verschiedene städtische Ämter, Kultureinrichtungen, Hochschulen, anliegende Unternehmen, Bürgervereine etc. vor. Deren Ideen sollen durch eine finanzielle Unterstützung realisierbar werden und damit eine möglichst vielfältige und abwechslungsreiche Nutzung der Kaiserstraße ohne Bahnverkehr ermögli- chen. Wie das Quartiersmarketing, wird auch das Konzept „Bahn frei!“ mit dem Maßnahmenpaket Ergänzende Erläuterungen Seite 7 abgestimmt, mit dem sich die Stadtverwaltung um Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Zu- kunftsfähige Innenstädte und Zentren“ bewirbt. B. Finanzierung Citymarketing Die Aufgabenstellung des Bereichs Citymarketings verschiebt sich ab 2022 wie beschrieben aus dem Kontext der Kombilösung hin zum Thema Innenstadtentwicklung. Standen in den letzten mehr als 10 Jahren die Themen „Baustellenmarketing“ und „Beeinträchtigungsminimierung“ als Grundsätze der Maßnahmen im Fokus, geht es im Citymarketing ab 2022 verstärkt darum, einen Beitrag zur Aufwer- tung und Belebung der Innenstadt als gesamtstädtische Aufgabe zu ermöglichen. Die Projektplanung sieht dazu ab 2022 einen städtischen Zuschuss an die KME in Höhe von rund 750.000 EUR für die oben genannten Themenbereiche vor. Hinzu kommen die Weihnachtsbeleuch- tung in der Innenstadt und den B-Zentren und eine Marketingunterstützung für die B-Zentren. Hier- für sind weitere 120.000 EUR an städtischen Zuschüssen vorgesehen. Weihnachtsbeleuchtung und B-Zentren-Unterstützung im Marketing begleitet der Bereich Citymarketing bereits seit Jahren und bedürfen einer budgetären Anpassung, um die real entstehenden Kosten besser abfangen zu kön- nen. Von einem den städtischen Zuschuss unterstützenden signifikanten Finanzierungsanteil durch die Privatwirtschaft, wie ihn auch das o. g. CIMA-Gutachten empfiehlt (Zielanteil: 30 %), ist die Projektfi- nanzierung in Summe weit entfernt. Einzelne Maßnahmen, v. a. die großen Events, erreichten bis 2019 einen Sponsoring-Anteil von etwa 15 %. Vor dem Hintergrund der aktuellen wirtschaftlichen Situation der innerstädtischen Unternehmen, enorm verstärkt durch die Corona-Pandemie, und der mittelfristigen Einschränkungen (v. a. Erreichbarkeit und Aufenthaltsqualität) durch die anstehende Umgestaltung der Kaiserstraße, ist es äußerst fraglich, ob diese Erlöse in den kommenden Jahren auf diesem Niveau beibehalten werden können. Langfristig sollte aber eine verbindliche Kofinanzie- rungsregelung wie empfohlen umgesetzt werden. C. Fazit Innenstadtentwicklung in Karlsruhe ist Teamwork und erfordert die geeigneten Partner und finanzi- ellen Mittel für die vielfältigen Aufgaben. Die Stadt Karlsruhe ist durch die bereits vor der Pandemie eingeleiteten Maßnahmen grundsätzlich in der Lage, die aktuellen Herausforderungen anzunehmen. Etablierte Strukturen wie eine AG Innenstadt, das Immobilienteam, aktive Sanierungsgebiete oder ein seit Jahren erfolgreich arbeitendes Citymarketing sind wesentliche Bausteine dafür. Mit den hier vorgestellten Elementen kann die Stadt Karlsruhe weiterhin den Wandel in der Innenstadt aktiv be- gleiten und durch Förderung der Nutzungsvielfalt in ihrer Resilienz stärken. Unter Einbeziehung wei- terer Fördermöglichkeiten auf Bundes- und absehbar auch auf Landesebene kann daraus ein bedeu- tender Hebel werden, um die Innenstadt langfristig und mit Unterstützung der privaten Akteure als zukunftsfähiges, attraktives Zentrum von Karlsruhe zu erhalten. Beschluss: Antrag an den Hauptausschuss: Der Hauptausschuss nimmt die Vorlage zur Kenntnis.

  • Protokoll TOP 4 HA
    Extrahierter Text

    Niederschrift 22. Sitzung Hauptausschuss 21. September 2021, 16:30 Uhr öffentlich Bürgerssaal, Rathaus Marktplatz Vorsitz: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 4. Punkt 4 der Tagesordnung: Citymarketing der Karlsruher Marketing und Event GmbH (KME) in Kontext des „Aktionsplans City 2020 – 2026“ Vorlage: 2021/0953 Beschluss: Der Hauptausschuss nimmt die Vorlage zur Kenntnis. Abstimmungsergebnis: Kenntnisnahme Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 4 zur Behandlung auf. Die Vorlage beschreibe die Her- ausforderungen, die man nach Fertigstellung der Kombilösung habe. Damit müsse man sich so- wohl von der Kommunikation als auch von den Projekten auf die neue Situation einstellen. Damit falle die KASIG als Finanzier des sogenannten Kooperationsmarketings weg. Man müsse es jetzt ein Stück weit in das städtische Budget übernehmen. Gleichzeitig werde man zukünftig Mittel einsparen müssen. Mit dieser Informationsvorlage wolle man über diesen Transformationspro- zess und die sich daraus ergebenden Herausforderungen informieren. Die einzelnen Details, die Geld kosten, spielten in den Wirtschaftsplänen der städtischen Gesell- schaften beziehungsweise den Budgets im Haushaltsplan der Stadt eine Rolle. Stadtrat Löffler (GRÜNE) sieht die Notwendigkeit, die sich nach der Kombilösung ergebe. Die Frage der Innenstadt sei offen. Es gebe Leerstand an gewissen Stellen, bei denen man nicht wisse, wie es weitergehe. Den Ansatz, andere Nutzungen in die Innenstadt zu holen, finde seine Fraktion zielführend. Man erhoffe sich dadurch eine Belebung der Innenstadt als öffentlicher Raum. Das Vorgehen werde seine Fraktion unterstützen. Stadtrat Hofmann (CDU) schließt sich seinem Vorredner an. Es sei der richtige Weg. Nichtsdes- totrotz gehe man gerade im Haushalt auf eine extrem schwierige Zeit zu. Diese Sache gehe direkt in die städtische Förderung über. Viele Akteure seien daran beteiligt, Vieles werde vermengt. – 2 – Man müsse bei dem einen oder anderen Punkt in dem jeweiligen Wirtschaftsplan beziehungs- weise auch gerade in der Haushaltsdiskussion schauen, was genau gemacht werden müsse, was vielleicht auch geschoben werden könne. Die Innenstadt sei nicht nur durch die Kombilösung sondern auch durch Corona in Mitleidenschaft gezogen worden. Man werde etwas tun müssen. Jedoch könne man nicht alles in ein, zwei Jahren machen, vielmehr müsse man die Dinge langfris- tig anlegen. Grundsätzlich unterstütze seine Fraktion das Vorgehen. Der Vorsitzende stellt, nachdem keine weiteren Wortmeldungen vorliegen, die Kenntnisnahme der Vorlage fest. Er übergibt die Sitzungsleitung an Frau Erste Bürgermeisterin Luczak-Schwarz. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt – Ratsangelegenheiten – 24. September 2021