Internationaler Elterntreff

Vorlage: 2021/0802
Art: Informationsvorlage
Datum: 28.06.2021
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Dezernat 3
Erwähnte Stadtteile: Weststadt

Beratungen

  • Migrationsbeirat (öffentlich)

    Datum: 30.06.2021

    TOP: 7

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • 7_1 Vorlage Int Elterntreff 01_06
    Extrahierter Text

    Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: SJB-BfI Projekte Integrations- und Flüchtlingsfonds Projektverlängerung: Internationaler Elterntreff Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Migrationsbeirat 30.06.2021 7.1 x Beschlussantrag Der Migrationsbeirat empfiehlt die Verlängerung der finanziellen Förderung von 1.September 2021 bis zum 31.Dezember 2022 des Projektes „Internationaler Elterntreff“. In 2021 stehen Mittel im Integrations- und Flüchtlingsfonds zur Verfügung. 2022 erfolgt die Finanzierung vorbehaltlich der Bereitstellung der Mittel für den Fonds im Haushalt. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen | Erträge (Zuschüsse und Ähnliches) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzüglich Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja ☒ Nein ☐ 2021: 4.600,00 € 2022: 13.900,00 € 2021: 4.600,00 € 2022: 13.900,00 € Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja ☒ Nein ☐ Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: ☐ Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) ☐ Umschichtungen innerhalb des Dezernates ☐ Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☐ Ja ☒ Korridorthema: Soziale Stadt Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen In der Migrationsbeiratssitzung am 19.07.2019 wurde die finanzielle Förderung des Projektes „Internationaler Elterntreff“ der AWO Karlsruhe empfohlen. Diese Förderung soll nun verlängert werden. Projekt Träger Zuschuss Zuschuss Zuschuss Insgesamt 2021 2022 Internationaler AWO 18.500 € 4.600,00 € 13.900,00 € Elterntreff Karlsruhe (16 Monate) Die Förderung soll aus dem Integrations- und Flüchtlingsfonds 2021 und 2022 erfolgen, soweit der Gemeinderat im Rahmen der Haushaltsberatungen zum Haushalt 2022 Mittel zur Umsetzung des Karlsruher Integrationsplans zur Verfügung stellt. Das Projekt wird im Weiteren mit einem Erfahrungsbericht sowie aktuellen Entwicklungen aus der vergangenen Förderperiode vorgestellt. Der Internationale Elterntreff wurde erstmals von September 2019 bis August 2020 gefördert und ist einer von aktuell zehn Elterntreffs, die durch Haushaltsmittel oder mit Mitteln des Integrationsfonds finanziert werden. Von September 2020 bis August 2021 wurde der Internationale Elterntreff erneuert gefördert, die Förderung erfolgte mit Mitteln des Integrationsfonds. Als Bestandteil des stadtweiten Angebots an Elterntreffs schließt der Internationale Elterntreff den Bedarf nach einem außerschulischen Elterntreff im Stadtzentrum. Der Internationale Elterntreff findet dienstags und donnerstags von 8:30 Uhr bis 12:30 Uhr statt. Der Ort des Internationalen Elterntreffs wechselt zwischen der Adlerstr. 33 (AWO Begegnungsstätte) und der Kaiserallee 12d (ibz). Neben einer allgemeinen Öffentlichkeitsarbeit für die Treffs werden die zwei Standorte in Institutionen der jeweiligen Ost- und Weststadtteilen beworben. Der Internationale Elterntreff hat geeignete Maßnahmen zur Weiterführung des Angebots während der Corona-Pandemie getroffen und sein Angebot auf digitale Formate umgestellt. Die Teilnehmenden können sich zu den üblichen Öffnungszeiten telefonisch oder per Videochat bei den Mitarbeitenden melden und werden über Corona und andere aktuelle Themen informiert. Es wurden WhatsApp Gruppen und Mailverteiler eingerichtet um die essentiell wichtigen Informationen als Newsletter verteilen zu können. Zudem gibt es Einzelkontakte mit Teilnehmenden, die besonderer Aufmerksamkeit bedürfen. Des Weiteren gibt es vereinzelt Zoom-Vorträge zu bestimmten Themen, diese stehen Teilnehmenden aller 10 Elterntreffs offen. Je nach Coronalage war es möglich, in Absprache mit den Kooperationspartner, dem Hygienekonzepten und einer begrenzten Teilnehmendenzahl, Räume vor Ort wieder zu öffnen und so einen geschützten Begegnungsraum anzubieten. Mit all diesen Maßnahmen wurde die Zielgruppe weiterhin sehr gut erreicht. Die sozialtherapeutische Arbeit im Internationalen Treff wird durch eine festangestellte Diplompädagogin durchgeführt. Eine ehrenamtliche Mitarbeiterin unterstützt die Durchführung des Projektes. Beide Mitarbeiterinnen können auf interkultureller Kompetenz zurückgreifen, die auf fachlicher Ausbildung und eigener Migrationserfahrungen beruht. Sowohl die hauptamtlichen als auch die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden weiterqualifiziert und haben die Möglichkeit sich in ihrem multidisziplinären Arbeitsteam auszutauschen. Als niederschwelliges Angebot insbesondere für Frauen mit Migrationshintergrund bietet der Internationale Elterntreff die Möglichkeit, in einem lockeren, geschützten Umfeld die deutsche Sprache anzuwenden und Informationen zu alltagsrelevanten Themen zu erhalten. Darüber hinaus können Kontakte zu anderen Eltern aufgebaut und Erfahrungen geteilt werden. Damit ist das pädagogische Konzept – 3 – lebensweltlich orientiert, setzt aber auch auf eine Erweiterung der Perspektive durch Kontakte und Wissensvermittlung. Neben Öffnungstagen mit offener Themenfestlegung finden Elterntreffs mit Kursen oder Veranstaltungen statt. Die Themen werden am Bedarf der Teilnehmenden, hauptsächlich Frauen und Mütter, ausgerichtet. Im laufenden Projektjahr liegen die Schwerpunkte des Internationalen Elterntreffs auf Angeboten, die Frauen und Müttern in ihrem Alltag unterstützen. Dazu gehören folgende Themenschwerpunkte: • Die aktuelle Coronalage und Hinweise zu Verhaltensregeln, Infomaterial und Hilfestellen • Auswirkungen von Corona: o Überlastungen, Ängste und Aggressionen o prekäre Arbeitssituation, Jobverlust und Jobsuche o Homeschooling und digitale Ausstattung o Hinweise und Ideen zur Beschäftigung während Corona • Das Bildungssystem in Deutschland • Der Übergang von der Kita in die Schule und von der Schule in die Ausbildung • Die Entwicklungsphasen von Kindern und Jugendlichen und wie Eltern ihre Kinder dabei unterstützen können • Unterstützungsmöglichkeiten für Familien mit geringem Einkommen • Work-Life Balance sowie dem Spagat zwischen Arbeit, Familie und Freizeit Die regelmäßige Teilnehmerzahl liegt zwischen fünf und zehn Frauen. Es zeigt sich, dass der Treff auf einem guten Wege ist, sich zu etablieren. Die Situation durch die Corona-Pandimie hat diesen Prozess erbeblich erschwert. Der Träger ist sehr agil mit der Pandimiesituation umgegangen und hat sein digitales Angebot auch für Teilnehmende aus anderen Treffs geöffnet. Auch durch die Kooperation mit dem Sprachkurs (siehe unten) werden mehr Teilnehmerinnen erwartet. Einige Teilnehmerinnen nehmen regelmäßig an einem oder beiden Treffs teil, andere nur zu speziellen Themen, so unterscheiden sich die Treffs in ihren Teilnehmerinnen. Die Teilnehmerinnen haben verschiedene Migrationshintergründe. Ihnen ist gemeinsam, dass sie noch keine tiefergehenden Deutschkenntnisse haben. Somit bietet der Internationale Elterntreff eine Möglichkeit für Frauen, sich über ähnliche Herausforderungen auszutauschen, Erfahrungen zu teilen und bietet einen niederschwelligen Zugang zur deutschen Sprache. Frauen mit Fluchterfahrung benötigen mehr Beratung und Unterstützung im Bereich Sprache und Alltagsbewältigung. Bei anderen Frauen stehen Erziehungsfragen im Fokus. Der Internationale Elterntreff ist gute etabliert, er erkennt regionale und aktuelle Bedarfe und reagiert auf diese. Der Treff ermöglicht eine intensive und fortlaufende Begleitung der Teilnehmenden und bietet für diese eine Kontinuität und Verlässlichkeit. Für die kommenden Förderperiode soll der Fokus auf den Spracherwerb gelegt werden, als eine unverzichtbare Voraussetzung für die Teilhabe am öffentlichen und beruflichen Leben. Zeitgleich zum Treff findet im Gebäude ein Sprachkurs mit Kinderbetreuung für Eltern statt. Für diesen gibt es eine Warteliste. Angedacht ist, Eltern, hauptsächlich Frauen, von dieser Warteliste, über den Treff, ein niederschwelliges Sprachangebot zu machen. Damit wird für das kommende Jahr eine Beantragung von Geldern über die Verwaltungsvorschrift (VwV) Deutsch des Landes Baden-Württemberg möglich, die niederschwellige Sprachförderangebote mit einem Personalkostenzuschuss unterstützt. Bei einer Förderzusage des Landes, kann der städtische Zuschussbetrag in 2022 verringert werden. Der Internationale Elterntreff profitiert von der Erfahrung der AWO Karlsruhe bei der Durchführung drei weiterer Elterntreffs und kann auf ein Netzwerk an Kontakten in den Stadtteilen zurückgreifen. Zudem sorgen die Elterntreffs der AWO Karlsruhe untereinander für Entlastung, wenn die Kapazitäten unausgeglichen sind, wie es zwischen dem Elterntreff Schillerschule und dem Internationalen Elterntreff geschehen ist. – 4 – Die weitere Finanzierung wird wie folgt beantragt: Projektlaufzeit 01.09.2021 – 31.12.2022 (16 Monate) Projektkosten 21.460 € Finanzierung: Städtischer Zuschuss 18.500 € (86% der Projektkosten) Dieser Betrag wird sich bei einer Förderung durch das Land reduzieren. Das Büro für Integration befürwortet die Fortsetzung der Förderung. Der Internationale Elterntreff ist ein wichtiges niedrigschwelliges Angebot für die Eltern in der Innenstadt und der Weststadt. Er erfüllt sein primäres Ziel, dass Eltern mit Migrationshintergrund die Möglichkeit erhalten, in Kontakt, Austausch und Vernetzung zu kommen. Der Elterntreff arbeitet ressourcenorientiert und stärkt die Identität der Besuchenden, hauptsächlich Frauen, und damit ihre Familien. Auf die unterschiedlichen Hintergründe der Teilnehmerinnen, bspw. Fluchterfahrung, wird sensibel eingegangen. Offene, niederschwellige Elterntreffs, wie der Internationale Elterntreff, sind als Bildungsprogramme zu verstehen, die Eltern und Familien dabei helfen, mit ihrem Alltag besser klar zu kommen. Diese Treffs sind niederschwellige Türöffner hin zu einem Weg der Integration und des „in Deutschland Ankommens“. Der Treff holt die Mütter dort ab wo sie sind, Zugangsbarrieren werden identifiziert und Zugänge eröffnet. Eltern, insbesondere Mütter und Frauen, die einen Treff besuchen, sind wichtige Multiplikatoren in ihren Familien und im Stadtteil. Gerade für Frauen aus Familien mit hierarchischen Strukturen ist eine Anlaufstelle dieser Art für eine Integration wesentlich. Frühe Hilfen in Form von effektiver, vertrauensvoller Beratung finden im Elterntreff und damit vor Ort statt. Durch die Ergänzung der Angebote des Treffs um ein niedrigschwelliges Sprachangebot im Sinn der VwV Deutsch, können sich die städtischen Finanzmittel noch reduzieren. Das Projekt setzt die Ziele des Karlsruher Integrationsplans um.