Junge Menschen unterstützen - Ausbildung in Pandemie-Zeiten sofort und deutlich stärken
| Vorlage: | 2021/0779 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 22.06.2021 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Sozial- und Jugendbehörde |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 27.07.2021
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: vertagt
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 28.09.2021
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: verwiesen in Fachausschuss
- Sozialausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 16.03.2022
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: Keine Angabe
- Jugendhilfeausschuss (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 19.10.2022
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Eingang: 22.06.2021 Vorlage Nr.: 2021/0779 Junge Menschen unterstützen - Ausbildung in Pandemie-Zeiten sofort und deutlich stärken Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 28.09.2021 32 x 1. Das Jobcenter stellt ein aktuelles intensives Corona-Sofortprogramm auf, um 18-25-Jährige gezielt - teilweise mit intensiven Einzel-Coaching-Angeboten - auf eine Ausbildung oder auf ausbildungsähnliche Schulungen vorzubereiten. 2. Dabei werden auch "Einstiegsqualifizierungen" (EQ, Instrument im SGB III) sowie „Assistierte Ausbildungen“, durch die Jugendliche an eine praxisnahe Ausbildung herangeführt werden, deutlich ausgebaut. Hinweise, u.a. der paritätischen Sozialdienste, Befragungen der Bertelsmann-Stiftung und anderer Fachleute machen in besorgniserregender Weise deutlich, dass chancenarme Jugendliche mit niedrigen oder fehlenden Schulabschlüssen in Gefahr sind, durch die Pandemie weniger häufig einen Ausbildungsplatz zu finden oder an einer ausbildungsvorbereitenden Schulung teilzunehmen. Die Gefahr ist, dass ein größerer Teil als bisher „verloren geht“. Auf dieses Thema muss das Jobcenter durch gezielte und aktuelle Anstrengungen auch vorausschauend reagieren. Durch die Pandemie sind die Angebote der Berufsberatung und anderer Vermittlungsstellen weggefallen oder eingeschränkt worden. Individuelle Kontakte zu z.B. vertrauten Personen, wie zu Lehrer*innen, konnten durch digitale Zugänge nicht ausgeglichen werden. Ein Teil der Jugendlichen hatte wenig oder kaum Kontakt zu Unterrichtenden der allgemeinbildenden oder berufsvorbereitenden Schulen bzw. Angeboten. 2020 waren in Deutschland 11 % weniger Ausbildungsplätze registriert als 2019. Selbst wenn dieser Einbruch in Karlsruhe weniger stark sein sollte, ist es allerdings von großer Bedeutung, wie die Jugendlichen selbst ihre Situation einschätzen. Laut der Bertelsmann-Stiftung von 2020: „Ausbildungsangebot: Ein Drittel der Befragten (33 %) hat den Eindruck, es gebe zu wenig Ausbildungsplätze, bei jungen Menschen mit niedriger Schulbildung ist es sogar fast die Hälfte (44 %)" (S. 6, https://www.bertelsmann- stiftung.de/fileadmin/files/BSt/Publikationen/GrauePublikationen/2020_Jugendbefragung_Corona.pdf). Der Bildungs- und Jugendforscher Klaus Hurrelmann fasst eine Befragung von 2021 so zusammen, dass die Corona-Pandemie eine Bruchlinie innerhalb der jungen Generation nochmals verschärft habe. 30 % der Jugendlichen und insbesondere der chancenarmen Jugendlichen sehen wenig Chancen, in diesem Land Anschluss zu finden. Ein wachsender Anteil ist laut Befragung zudem für ein autoritäres, teilweise sogar antidemokratisches Staatsverständnis zugänglich (https://jungedeutsche.de/junge-deutsche-2021/). Zentrales Ziel ist es, diesen Jugendlichen sofort Zugänge zu Ausbildungen anzubieten. Dazu gehört, deutlich zusätzliche Unterstützungs- und Begleitungsmöglichkeiten für diesen Herbst anzubieten und möglichst eine individuelle Begleitstruktur während der Ausbildung weiter auszubauen. Der Zugang der Einstiegsqualifizierungen (EQ, Instrument im SGB III) könnte ausgebaut werden, um mehr jungen Menschen den praxisnahen Zugang zu z.B. auch systemrelevanten Berufen zu verschaffen. Außerdem könnte die Unterstützungsleistung der Assistierten Ausbildung (§ 74 SGB III und § 74 SGB III Begründung/Sachverhalt – 2 – i.V.m. § 16 Abs. 1 SGB II) ausgebaut und schon durch Angebote während der einjährigen Helfer*innenausbildung könnten zusätzliche Übergänge in die Fachkraftausbildung ermöglicht werden. Für die Unterstützung der Ausbildungsvorbereitung ist eine Hilfe ab sofort über die Sommerferien dringend nötig. Unterzeichnet von: Verena Anlauf Michael Borner Christine Großmann Renate Rastätter Niko Riebel Benjamin Bauer Aljoscha Löffler
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Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2021/0779 Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: GE/JC Junge Menschen unterstützen – Ausbildung in Pandemie-Zeiten sofort und deutlich stärken Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 28.09.2021 32 X Kurzfassung Das Jobcenter Stadt Karlsruhe hält in enger Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur Karlsruhe eine ausreichende Anzahl Plätze arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen vor. Die Angebote beinhalten berufsvorbereitende Maßnahmen, Unterstützung bei der Aufnahme einer Berufsausbildung sowie Begleitung während der Ausbildung. Junge Menschen in prekären Lebenssituationen, welche den Kontakt zu den Hilfesystemen verloren haben, werden über das Projekt „Geht was!“, welches über den Europäischen Sozialfonds in Kofinanzierung des Jobcenters und der Stadt Karlsruhe (Jugendhilfe) umgesetzt wird, unterstützt. Aufgrund des vorhandenen Maßnahmeportfolios besteht aus Sicht des Jobcenters aktuell kein zusätzlicher Handlungsbedarf. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen | Erträge (Zuschüsse und Ähnliches) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzüglich Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja ☐ Nein ☒ Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja ☒ Nein ☐ Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: ☐ Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) ☐ Umschichtungen innerhalb des Dezernates ☐ Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen 1. Das Jobcenter stellt ein aktuelles intensives Corona-Sofortprogramm auf, um 18-25-Jährige gezielt- teilweise mit intensiven Einzel-Coaching-Angeboten- auf eine Ausbildung oder auf ausbildungsähnliche Schulungen vorzubereiten. Das Jobcenter Stadt Karlsruhe hält ein breites Angebot von Eingliederungsleistungen für junge Menschen vor, durch welche die individuellen Unterstützungsbedarfe gut abgedeckt werden können. In diesen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen stehen auch in ausreichender Anzahl Plätze zur Verfügung. Im Bedarfsfall können die eingekauften Platzzahlen zusätzlich durch flexible Vertragsgestaltungen aufgestockt werden. Der Einsatz erfolgt individuell und orientiert sich an den jeweiligen Bedarfen der jungen Menschen. Ziel dieser unterschiedlichen Maßnahmen ist es immer, die betroffenen Jugendlichen gut für die Aufnahme einer Ausbildung/Arbeit vorzubereiten und sie beim Zustandekommen eines Ausbildungsverhältnisses oder bei der Arbeitsaufnahme zu unterstützen. Hierbei hat sich auch die enge Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur Karlsruhe-Rastatt, der Jugendhilfe und anderen Netzwerkpartnern sehr gut bewährt. Für junge Menschen in prekären Lebenssituationen, welche aus unterschiedlichen Gründen den Kontakt zu den Hilfesystemen verloren haben, wurde bereits in den vergangenen Jahren über den Europäischen Sozialfonds mit Kofinanzierung des Jobcenters Stadt Karlsruhe und des Sozialfonds des Jugendamtes der Stadt Karlsruhe das Unterstützungsangebot nach § 16h SGB II „Geht was!“ gestartet. Dieses dient dazu, „entkoppelte“ Jugendliche in Sozial- und Bildungssysteme zurückzuführen. 2. Dabei werden auch „Einstiegsqualifizierungen“ (EQ, Instrument im SHB III) sowie „Assistierte Ausbildung, durch die Jugendliche an eine praxisnahe Ausbildung herangeführt werden, deutlich ausgebaut. Für Auszubildende, welche (nicht nur) pandemiebedingt keine Ausbildung beginnen, fortsetzen oder abschließen können, steht ab 1. September 2021 das neue Instrument AsA Flex zur Verfügung und bietet eine Kombination von Stütz-/Förderunterricht und sozialpädagogischer Begleitung. Der Zugang zu Einstiegsqualifizierungen (EQ) steht allen jungen Menschen auch im SGB II ohne Einschränkungen zur Verfügung. Für Jugendliche, welche noch nicht über die erforderliche Ausbildungsreife verfügen, hält die Agentur für Arbeit ebenfalls ein breites Angebot an berufsvorbereitenden Maßnahmen vor. Daneben gibt es weitere Maßnahmen für Jugendliche, die über den Europäischen Sozialfonds gefördert werden. Aufgrund des vorhandenen Maßnahmenportfolios besteht aus Sicht des Jobcenters aktuell kein zusätzlicher Handlungsbedarf.
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Niederschrift 28. Plenarsitzung des Gemeinderates 28. September 2021, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 30. Punkt 32 der Tagesordnung: Junge Menschen unterstützen - Ausbildung in Pandemie-Zeiten sofort und deutlich stärken Antrag: GRÜNE Vorlage: 2021/0779 Beschluss: Verwiesen in den Sozialausschuss Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 32 zur Behandlung auf. Stadträtin Anlauf (GRÜNE): Wir hatten diesen Antrag im Frühsommer gestellt, damit schnell auf die Warnung von Fachleuten eingegangen werden könnte, dass es vermutlich einen pan- demiebedingt starken und sehr beunruhigenden Rückgang der Ausbildungsplätze bei Jugendli- chen, speziell mit niedrigen Abschlüssen, geben werde. Es war vorherzusehen, dass der teilwei- se Wegfall von Unterstützung durch vertraute Personen in der Schule, im Jobcenter, durch So- zialarbeiter/innen sich auswirken würde. Beunruhigend war auch die Befragung des Jugendfor- schers Hurrelmann, dass ein während der Pandemie stark gewachsener Anteil der Jugendlichen mit niedrigeren oder keinen Abschlüssen nicht an eine Zukunft für sich glaubt, und das hat mich am meisten zum Nachdenken gebracht, dass sie nicht mehr an eine Zukunft glauben. Wir woll- ten, dass mit einem konzentrierten Sofortprogramm reagiert werden würde. Unser Ziel war, möglichst wenig Jugendliche zu verlieren, und diese Prognose der Fachleute hat sich leider bewahrheitet. Das Ministerium für Wirtschaft und Arbeit startete im Sommer einen Aufruf, unbürokratisch und schnell heranzugehen, um marktbenachteiligte Jugendliche jetzt sofort zu unterstützen und hier Sofortprogramme aufzulegen. Um 20 Prozent ist der Anteil von Ausbildungsplätzen insgesamt zurückgegangen, bei benachteiligten Jugendlichen deutlich stär- ker. Arbeitsmarkt Kompakt, die Zeitschrift von der Arbeitsagentur schreibt, dass die Zahl der normalen Schulabgänger/innen um 2 Prozent zugenommen habe, dass der Grund also nicht in gesunkenen Zahlen liege, der der mangelnden Verträge, sondern sich Jugendliche nicht bei der – 2 – Ausbildungsvermittlung meldeten, weil persönliche Beratungsgespräche kaum möglich waren. Zur Antwort der Verwaltung: Es mag sein, dass die in der Antwort der Verwaltung aufgezählten Maßnahmen für die Jugendlichen ausreichend sind, aber mit der Antwort der Verwaltung sind wir dennoch nicht zufrieden, weil auf die oben genannte Prognose und Situation überhaupt nicht eingegangen wurde. Es bleibt unklar, ob die Situation in ihrer Bedeutung so gesehen wird, wie oben geschildert, oder ob es eine andere Einschätzung gibt. Stimmen wir darin überein, dass aktuelles Handeln momentan hohe Priorität hat, um nicht bedeutend mehr Jugendliche als schon bisher auch noch durch die Pandemie zu verlieren, stimmen wir darin überein oder nicht? Ist darauf das Konzept abgestimmt oder nicht oder ist die Situation in Karlsruhe womög- lich, aus welchem Grund auch immer, ganz anders als in anderen Gemeinden? Wir möchten das Thema im Sozialausschuss beraten, eben weil wir die Antwort nicht zufriedenstellend fanden. Dabei soll sowohl beraten werden, wie die aktuelle Einschätzung und darauf konzentrierte Handlungen aufgrund der speziellen Pandemiesituation sind, als auch soll vertiefend und grundsätzlich beraten werden, über wirkungsvolle Unterstützung für Jugendliche mit niedrigen oder fehlenden Abschlüssen, vielen Dank. Der Vorsitzende: Ich habe es als Vorschlag verstanden, es in den Sozialausschuss zu verweisen. Herr Stadtrat Ehlgötz, dann machen wir das so. Frau Stadträtin Melchien, okay, Herr Stadtrat Jooß. Frau Stadträtin Lorenz, machen wir so, dann verwiesen in den Sozialausschuss. Vielen Dank, dass wir diese Grundlagen erst mal klären. Damit ist 32 für heute erst mal abgehakt. 33 hatten Sie als erledigt betrachtet. 34 hatten Sie auch abgesetzt. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 29. Oktober 2021
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Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: GE/JC Junge Menschen unterstützen – Ausbildung in Pandemie-Zeiten sofort und deutlich stärken Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 28.09.2021 32 x Sozialausschuss 16.03.2022 2 x Kurzfassung Das Jobcenter Stadt Karlsruhe hält für diese Kundengruppe in enger Zusammenarbeit mit der Berufs- beratung der Arbeitsagentur Karlsruhe eine ausreichende Anzahl Plätze arbeitsmarktpolitischer Maß- nahmen vor. Diese Angebote beinhalten berufsvorbereitende Maßnahmen, Unterstützung bei der Aufnahme einer Berufsausbildung sowie Begleitung während der Ausbildung. Die Angebote des vorhandenen, sehr breiten Maßnahmenportfolios werden genutzt, so dass aus Sicht des Jobcenters aktuell kein zusätzlicher Handlungsbedarf besteht. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen 1. Das Jobcenter stellt ein aktuelles intensives Corona-Sofortprogramm auf, um 18-25-Jäh- rige gezielt - teilweise mit intensiven Einzel-Coaching-Angeboten - auf eine Ausbildung oder auf ausbildungsähnliche Schulungen vorzubereiten. Das Jobcenter Stadt Karlsruhe hält bereits jetzt ein breites Angebot von Eingliederungsleistungen für junge Menschen vor, durch welche die individuellen Unterstützungsbedarfe gut abgedeckt werden können. Die befürchteten negativen Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Ausbildungssituation junger Menschen im Stadtgebiet Karlsruhe sind glücklicherweise nicht im erwarteten Ausmaß eingetreten. Die Integrationen in Berufsausbildung sind in den Vergleichszeiträumen 2019 – 2021 (jeweils für die Monate Januar bis September, Quelle: Statistikservice der Bundesagentur für Arbeit) nur geringfügig zurückgegangen. Es konnten mit Kundinnen und Kunden im Jobcenter Stadt Karlsruhe für diese Jahre folgende Integrationen in Berufsausbildung erzielt werden: 2019: 161 2020: 152 2021: 151 Auch bietet der Ausbildungsmarkt Bewerberinnen und Bewerbern weiterhin gute Chancen. Das Ange- bot an gemeldeten unbesetzten Ausbildungsstellen im Agenturbezirk Karlsruhe-Rastatt übersteigt die Zahl der Bewerberinnen und Bewerber im Ausbildungsjahrgang 2021/2022 deutlich. Rechtskreisüber- greifend waren im September 2021 111 Bewerberinnen und Bewerber und 818 unbesetzte Ausbil- dungsstellen gemeldet. Zum gleichen Zeitpunkt 2020 waren es 107 Bewerberinnen und Bewerber und 680 unbesetzte Ausbildungsstellen (Quelle: Fachstatistik zum Ausbildungsmarkt der Bundesagentur für Arbeit). Um die jungen Menschen im besonderen Maße zu unterstützen, werden diese weiterhin mit hoher Priorität durch die Integrationsfachkräfte des Jobcenters Stadt Karlsruhe zusammen mit der Berufsbe- ratung der Arbeitsagentur Karlsruhe-Rastatt in einer engen Kontaktdichte beraten. Um mögliche Stig- matisierungen zu vermeiden, hat das Jobcenter Stadt Karlsruhe die Ausbildungsvermittlung an die Be- rufsberatung der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt rückübertragen. Das Beratungsangebot der Be- rufsberatung hat auch während der Pandemie an den Schulen als Sprechzeitenangebot sowie in Ein- zelberatungen stattgefunden. Lediglich in Zeiten, in welchen keine Dritten an den Schulen zugelassen waren, mussten die Beratungen vor Ort kurzzeitig ausgesetzt werden. Alternative Formen der Bera- tung (telefonisch oder per Video) wurden aber jederzeit angeboten. Pandemiebedingt haben 2021 Ausbildungsmessen/Veranstaltungen der Ausbildungsvermittlung teil- weise nur digital stattgefunden. Auch für 2022 sind bereits weitere Informationsveranstaltungen ge- plant und teils schon terminiert: 27.01.2022: Online-Informationsveranstaltung zur Ausbildungssuche „Erfolgreich bewerben“ 14.03.2022 – 19.03.2022: Woche der Berufsorientierung 22.03.2022: Ausbildungsplatz-Speed-Dating 02.04.2022: Messe „Einstieg Beruf“ 21.07.2022 und 14.09.2022: „Ausbildung to go“ Weitere Veranstaltungen mit/durch Netzwerkpartner, insbesondere den/die Kammern, werden folgen und jeweils im Vorfeld intensiv beworben. Das Jobcenter Stadt Karlsruhe hält ein breites Angebot (Anlage) von Eingliederungs- und Unterstüt- zungsleistungen für junge Menschen vor, durch welche die individuellen Unterstützungsbedarfe gut abgedeckt werden können. In diesen arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen stehen auch in – 3 – ausreichender Anzahl Plätze zur Verfügung. Im Bedarfsfall können die eingekauften Platzzahlen zu- sätzlich durch flexible Vertragsgestaltungen aufgestockt werden. Der Einsatz erfolgt individuell und orientiert sich an den jeweiligen Bedarfen der jungen Menschen. Ziel dieser unterschiedlichen Maß- nahmen ist es immer, die betroffenen Jugendlichen gut für die Aufnahme einer Ausbildung/Arbeit vor- zubereiten und sie beim Zustandekommen eines Ausbildungsverhältnisses oder bei der Arbeitsauf- nahme zu unterstützen beziehungsweise Ausbildungsabbrüche zu vermeiden. Hierbei hat sich auch die enge Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur Karlsruhe-Rastatt, mit der Ju- gendhilfe und mit anderen Netzwerkpartnern sehr gut bewährt. Für junge Menschen in prekären Lebenssituationen, welche aus unterschiedlichen Gründen den Kon- takt zu den Hilfesystemen verloren haben, wurde bereits in den vergangenen Jahren über den Europä- ischen Sozialfonds das Unterstützungsangebot nach §16h Sozialgesetzbuch II (SGB II) „Geht was!“ gestartet. Dieses dient dazu, entkoppelte Jugendliche in Sozial- und Bildungssysteme zurückzuführen. Die Kofinanzierung erfolgt gemeinsam durch das Jobcenter Stadt Karlsruhe und das Jugendamt der Stadt Karlsruhe. 2. Dabei werden auch „Einstiegsqualifizierungen“ (EQ, Instrument im SGB III) sowie „Assis- tierte Ausbildung“, durch die Jugendliche an eine praxisnahe Ausbildung herangeführt wer- den, deutlich ausgebaut. Für Auszubildende, welche (nicht nur) pandemiebedingt keine Ausbildung beginnen, fortsetzen oder abschließen können, steht seit 1. September 2021 das neue Instrument Assistierte Ausbildung Flex (AsA Flex) zur Verfügung und bietet eine Kombination von Stütz-/Förderunterricht und sozialpädagogi- scher Begleitung. Der Zugang zu Einstiegsqualifizierungen (EQ) steht allen jungen Menschen auch im SGB II ohne Einschränkungen zur Verfügung. Für Jugendliche, welche noch nicht über die erforderliche Ausbildungsreife verfügen, hält die Agentur für Arbeit ebenfalls ein breites Angebot an berufsvorbereitenden Maßnahmen vor. Daneben gibt es weitere Unterstützungsmöglichkeiten für Jugendliche, die über den Europäischen Sozialfonds (ESF) ge- fördert werden; diese sind in der Anlage aufgeführt. Aufgrund des vorhandenen Maßnahmenportfolios mit mehr als ausreichenden Kapazitäten sowie der umfangreichen Unterstützung durch die Vermittlungs- und Beratungsfachkräfte des Jobcenters Stadt Karlsruhe und der Agentur für Arbeit Karlsruhe-Rastatt besteht aus Sicht des Jobcenters aktuell kein zusätzlicher Handlungsbedarf. Als Anlage ist eine Übersicht der arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen für junge Menschen beigefügt.
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SozA 16.03.2022 – TOP 2 Junge Menschen unterstützen – Ausbildung in Pandemie-Zeiten sofort und deutlich stärken Anlage Auswahl an eingekauften Maßnahmen für Jugendliche Maßnahme Zielgruppe BaE "Berufsausbildung in außerbetrieblichen Einrichtungen (BaE)" nach dem kooperativen Modell in verschiedenen Berufsfeldern wie Lager, Tischler, Maler, Verkauf, Hotels- und Gaststätten, Hoch-Tiefbau, Garten- und Landschaftsbau, Industriemechaniker, Büroberufe, Hauswirtschaft, Gebäudereiniger. AsA Flex Zielgruppe der "Assistierten Ausbildung Flex" sind förderungsberechtigte junge Menschen und deren Ausbildungsbetriebe. Diese können während einer betrieblichen Berufsausbildung (ausbildungsbegleitende Phase) durch Maßnahmen der Assistierten Ausbildung unterstützt werden. Ziel ist der erfolgreiche Abschluss der Berufsausbildung. Die Maßnahme kann auch eine vorgeschaltete ausbildungsvorbereitende Phase enthalten. MOVE U25 Die Maßnahme "MOVE" hat das Ziel, junge Menschen wieder in die Angebote des Jobcenters einzubinden und beinhaltet unter anderem ein aufsuchendes Coaching. (Back) to Action "(Back) to Action" richtet sich an junge Menschen mit multiplen Problemlagen, die dadurch bedingt für eine erfolgreiche Qualifizierung noch nicht in Betracht kommen. Hauptbestandteil ist ein intensives Coaching. Wege in Ausbildung und Arbeit "Wege in Ausbildung und Arbeit" ist ein Angebot für junge Menschen, die grundsätzlich dazu in der Lage sind, Arbeit/Ausbildung aufzunehmen, hierfür aber individuelle Unterstützung benötigen. Der Fokus liegt hier auch auf einem praktischen Anteil. LaBOR "LaBOR" ist eine Maßnahme für Wohnsitzlose oder Jugendliche in prekären Wohnverhältnissen mit dem Ziel der Erlangung einer Tagesstruktur. Geht was! "Geht was!" basiert auf Grundlage des §16 h SGB II und beinhaltet die Förderung schwer zu erreichender junger Menschen in schwierigen Lebenslagen. Die Handlungsbedarfe liegen überwiegend in den Bereichen Sozial- und Arbeitsverhalten, Wohnsituation oder Schulden. Ziel ist es, die "verloren" gegangenen Jugendlichen an die Sozial- und Bildungssysteme (wieder) heranzuführen. Die Maßnahme ist ESF gefördert. Einzelcoaching für junge Menschen Das "Einzelcoaching für junge Menschen" ist eine Gesundheitsmaßnahme zur Stabilisierung und Heranführung an den Ausbildungs- und Arbeits- markt. Teilnehmende sind (Langzeit-) Arbeitslose eLb (erwerbsfähige Leistungsberechtigte) mit gesundheitlichen und/oder psychischen Beein- trächtigungen verschiedenster Art sowie mit Vermittlungshemmnissen (familiäre Probleme, Schulden ...) SozA 16.03.2022 – TOP 2 Junge Menschen unterstützen – Ausbildung in Pandemie-Zeiten sofort und deutlich stärken Auswahl an ESF-Projekten, Sonderprogrammen und Sprachkursen Name Zielgruppe Wegweiser in Arbeit ESF-Projekt für Menschen mit Suchtproblemen und psychischen Beeinträchtigungen. Die Teilnehmenden erhalten individuelle Unterstützung und Begleitung im Hilfeprozess. BeJuga ("Beschäftigungs- förderung und Jugendhilfe gemeinsam anpacken") Projekt im Rahmen des Landesprogrammes „Neue Chancen auf dem Arbeitsmarkt“ für Bedarfsgemeinschaften mit mindestens einem minderjährigen Kind. Die Teilnehmenden erhalten Unterstützung in den Bereichen Beschäftigungsförderung, Familie, gesellschaftliche Teilhabe, Abbau von (Informations-)Defiziten. Es erfolgt eine verstärkte Kooperation zwischen SGB II und SGB VIII. IKARUS "IKARUS" ist ein Angebot der Arbeitsloseninitiative zur Beratung und Unterstützung. Alphabetisierungs- kurse Individuelle Alphabetisierungskurse sowie Lernberatung und offene Lernwerkstatt. Berufsbezogene Sprachförderung (DeuFöV) Berufsbezogene Sprachförderung zu Themen wie Kommunikation am Arbeitsplatz (z.B. Gespräche mit Vorgesetzten, Kollegen/Kolleginnen und Kunden/Kundinnen), Arbeitssuche (z.B. Stellenangebote, Arbeitsmarkt, Bewerbung), Aus- und Fortbildung, rechtliche Fragen und Rahmenbedingungen (z.B. Sozialversicherung, Familie und Beruf, Gehaltsabrechnung, Kündigung usw.). VERA Das Angebot "VERA" zur Verhinderung von Ausbildungsabbrüchen richtet sich an Auszubildende, Ausbilder/innen und Eltern. Hierbei geht es auch um die Bewältigung sozialer und persönlicher Probleme/Ängste. Bleib dran plus Das Angebot "Bleib dran plus" zur Verhinderung von Ausbildungs- abbrüchen richtet sich an Auszubildende/Umschüler/innen. Hierbei geht es um die individuelle Begleitung von Auszubildenden bei Schwierigkeiten in der Ausbildung. Schritt Voraus Das Projekt richtet sich an Jugendliche zwischen 13 und 17 Jahren oder in Ausnahmefällen auch an ältere Jugendliche. Die Teilnehmen- den erhalten Unterstützung in schwierigen Lebenssituationen. #vernetzt und kompetent - sozial und digital Jugendliche mit Unterstützungsbedarf beim sozial/analogen und digitalen Lernen. Digitale Bildung - Teilhabe – Zukunft Unterstützung für Kinder und Jugendliche aller Schulformen ab Klasse 7 und deren Eltern. AusdrucksStark Angesprochen sind Jugendliche mit und ohne Migrationshintergrund. Perspektiven für junge Menschen Zielgruppe sind benachteiligte junge Menschen aus prekären Verhältnissen. SozA 16.03.2022 – TOP 2 Junge Menschen unterstützen – Ausbildung in Pandemie-Zeiten sofort und deutlich stärken Auswahl an Aktivierungs- und Vermittlungsmaßnahmen (AVGS) Name Zielgruppe Individuelles Bewerbungscenter Individuelles Bewerbungscoaching für Kunden und Kundinnen u.a. mit Schwerpunkt auf Kommunikationstraining. Mit den Kundinnen/Kunden werden Strategien/Argumentationslinien entwickelt, um z.B. Lebenslaufbrüche, Kündigungen oder längere Zeiten der Arbeitslosigkeit beim Arbeitgeber besser erklären zu können. Coaching zur Förderung der Arbeitsfähigkeit Methodisches Coaching rund um Gesundheit und Arbeitsfähigkeit Fallmanagement für Personen mit Suchtproblemen Intensive Unterstützung für Suchtkranke, u.a. Hilfe zur Überwindung der Sucht, Unterstützung beim Entwickeln neuer Ideen und beim beruflichen Wiedereinstieg. Erfolgreiche Wege zurück in die Arbeit! Ein Angebot für Personen mit gesundheitlichen Einschränkungen (psychischer oder psychosomatischer Art) mit sozialpädagogischer Einzelberatung. Stabilisierung der Beschäftigung Einzelcoaching zur Stabilisierung der Beschäftigung. Inhalte u.a.: Kommunikationsmodelle, Verhalten, Team- und Arbeitskompetenz Durchstarten - mit neuer Perspektive (U25) Ein Angebot für U25-Kunden/Kundinnen mit der Hauptthematik sozialpsychiatrischer und psychischer Beeinträchtigungen, die Stabilisierung und intensive Unterstützung bei Problemlösungen benötigen. Aktivierendes Einzel- u. Familien- management Aktivierendes Einzel- und Fallmanagement mit den Inhalten: Einzelgespräche und Gruppengespräche mit der gesamten Bedarfs- gemeinschaft, Information und Beratung, Entwicklung einer Strategie zur beruflichen Integration, umfassende persönliche Analyse, bei Bedarf Begleitung zu Behörden. Arbeit und Sprache Umfassendes berufliches und berufssprachliches Qualifikationstraining inklusive sozialpädagogisches Einzelcoaching, um die Heraus- forderungen und Schwierigkeiten der verschiedenen Lebensbereiche zu überwinden. Bestärken (berufliche Stärken entdecken) Coaching zur beruflichen (Neu)Orientierung für Arbeitssuchende: Erarbeiten einer beruflichen Perspektive, Entwickeln von Lösungs- strategien, Erstellen von Bewerbungsunterlagen und Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Integrations- coaching Integrationscoaching für verschiedene Zielgruppen: Standortbestimmung, Potentialanalyse, Entwicklung von beruflichen Perspektiven und einer individuellen Arbeitsmarktstrategie, Selbstmarketing, Umgangsformen.
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Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2021/0779 Verantwortlich: Dez. 3 Dienststelle: SJB/JuSoDi Junge Menschen unterstützen – Ausbildung in Pandemie-Zeiten sofort und deutlich stärken Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 28.09.2021 32 x Sozialausschuss 16.03.2022 2 x Jugendhilfeausschuss 19.10.2022 8 x Kurzfassung Der Jugendhilfeausschuss nimmt die Stellungnahme abschließend zur Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Ja ☐ Nein ☒ ☐ Investition ☐ Konsumtive Maßnahme Gesamtkosten: Jährliche/r Budgetbedarf/Folgekosten: Gesamteinzahlung: Jährlicher Ertrag: Finanzierung ☐ bereits vollständig budgetiert ☐ teilweise budgetiert ☐ nicht budgetiert Gegenfinanzierung durch ☐ Mehrerträge/-einzahlung ☐ Wegfall bestehender Aufgaben ☐ Umschichtung innerhalb des Dezernates Die Gegenfinanzierung ist im Erläuterungsteil dargestellt. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Im Juni 2021 stellte die GRÜNE-Gemeinderatsfraktion den Antrag „Junge Menschen unterstützen – Ausbildung in Pandemie-Zeiten sofort und deutlich stärken“. Dieser wurde am 28. September 2021 im Gemeinderat als Tagesordnungspunkt 32 beraten und in den Sozialausschuss verwiesen. In der Sitzung des Sozialausschusses vom 16. März 2022 wurde dieser Antrag beraten und die Aus- führungen des Jobcenters zur Kenntnis genommen. Weiterhin wurde die Anfrage der GRÜNE-Ge- meinderatsfraktion dahingehend präzisiert, dass es inhaltlich primär um Jugendliche geht, die nach dem Schulaustritt aus dem Unterstützungssystem „verschwinden“ und die Fragegestellung aufgewor- fen, wie diese auch mit den Instrumenten der Jugendhilfe erreicht und unterstützt werden können. Auf Zusage des Vorsitzenden erfolgt hierzu diese Stellungnahme. Folgende Fragestellungen wurden in den Jugendhilfeausschuss verwiesen: Warum gibt es in Karlsruhe im Unterschied zu anderen Städten keine Zahlen zu sogenannten ver- schwundenen Jugendlichen? In Karlsruhe werden wie in anderen Städten Zahlen dazu erhoben, wie viele junge Menschen die Schule ohne einen Abschluss verlassen. Selbstverständlich wird auch in Karlsruhe in enger Zusammen- arbeit zwischen dem Stadtjugendausschuss e.V., dem Jobcenter und der SJB versucht, diese jungen Menschen dabei zu unterstützen, den für einen gelingenden Einstieg ins Berufsleben so wichtigen Schulabschluss zu erlangen. Was bisher nicht erhoben wurde, ist die Zahl der jungen Menschen, die unterjährig das Schulsystem ohne klaren Verbleib verlassen. Dieser Problematik sind sich die handelnden Akteure bewusst, und es wurde in der aktuellen regionalen ESF-Strategie (Europäischer Sozialfonds) genau dieses Thema zu ei- nem Schwerpunkt erklärt. Dementsprechend werden in Karlsruhe nicht nur Zahlen zu den sogenannten verschwundenen Ju- gendlichen erhoben, es gibt vielmehr klare Ansätze, diese zu erreichen und zu unterstützen. Hatten benachteiligte Jugendliche in den letzten beiden Jahren eine viel geringere Chance auf einen Praktikumsplatz und war es schwieriger, sie zu erreichen? Alle jungen Menschen hatten in den letzten Jahren eine geringere Chance, Praktikumsplätze zu be- kommen und sich somit berufspraktisch auf ihr Arbeitsleben vorzubereiten. Dieses liegt darin begrün- det, dass viele Unternehmen in der Pandemie kaum oder gar keine Praktikumsplätze angeboten ha- ben. Das gerade benachteiligte junge Menschen viel geringere Chancen hatten, stimmt allerdings nur teil- weise. Gerade für diese Zielgruppe gab und gibt es viele Unterstützungsinstrumente, die den Zugang zu praktischen Arbeitserfahrungen ermöglichen. Insgesamt ist aber sicherlich problematisch für alle jungen Menschen, dass viel weniger Möglichkeiten für Praktika zur Verfügung standen und immer noch stehen. Inwieweit die sprachlichen Ausdrucksmöglichkeiten abgenommen haben, lässt sich aus Sicht des Fach- amtes noch nicht valide beurteilen. – 3 – Wie kann die rechtskreisübergreifende Zusammenarbeit zwischen Trägern, Jugendhilfe und Jobcenter noch weiter verstärkt werden, sodass keine Lücken entstehen und wie kann erreicht werden, dass die Träger tatsächlich konkurrenzlos zusammenarbeiten können? Die Akteure der Jugendberufshilfe und der beruflichen Bildung sind, auch und gerade rechtskreisüber- greifend, sowohl im institutionellen wie im informellen Austausch. Hierbei steht immer das Ziel im Vor- dergrund, zeitnahe und passgenaue Hilfen für jeden jungen Menschen anzubieten. Dieses Ziel wird ohne eine Konkurrenz der Angebote und immer im Sinne der Zielgruppe verfolgt. Die kommunale Steuerung in der Stadt Karlsruhe erfolgt über die „Modellregion Übergang Schule Be- ruf“ und ist an den Stadtjugendausschuss e.V. delegiert worden. Das Regionale Übergangsmanage- ment-RÜM ist hierbei das strategische und bildungspolitische Instrument, welches an der Gestaltung der Übergänge Schule Beruf ansetzt mit dem Ziel, Schülern den direkten und passgenauen Einstieg in Ausbildung und Beruf zu ermöglichen. Auf Initiative der Akteure in der Modellregion ÜSB hat der Gemeinderat im Juli 2020 einstimmig den Aufbau einer Jugendberufsagentur Karlsruhe, das „Haus der kurzen Wege“ beschlossen. Mit der ge- meinsamen Entwicklung und Koordination wurde der Stadtjugendausschuss e.V. beauftragt. Ziel ist, die Zusammenarbeit der Rechtskreise noch weiter zu verbessern, und den jungen Menschen niedrigschwellige Unterstützungsangebote in einem „Haus der kurzen Wege“ zu ermöglichen, im Sinne der Konzeption eines One Stop Government. Sicher kann punktuell die Zusammenarbeit noch weiter verbessert werden, aber insgesamt verfügt die Stadt Karlsruhe hier über hervorragende Strukturen, und gerade in den letzten Jahren wurden rechts- kreisübergreifende Angebote auf- und ausgebaut. Ist die individuelle Unterstützung für Jugendliche, die den Schulabschluss nachholen wollen, ausrei- chend? In der Stadt Karlsruhe gibt es diverse Möglichkeiten, einen Hauptschulabschluss nachzuholen. Diese reichen von kommerziellen Angeboten bis zu Kursen der Volkshochschule. Die Sozial- und Jugendbe- hörde berät hierzu selbstverständlich die jungen Menschen. Ein besonderes Angebot zur Erreichung eines Hauptschulabschlusses stellt der vom Verein für Jugend- hilfe durchgeführte Hauptschulkurs im Rahmen einer Hilfe zur Erziehung dar. Dieses ist ein Vorberei- tungskurs zur Erlangung des externen Hauptschulabschlusses. Im Vordergrund steht die Förderung und Bildung von Jugendlichen, die aufgrund ihres sozialen Verhaltens an einer Regelschule als nicht mehr beschulbar gelten oder die 9-jährige Schulpflicht erfüllt haben. Sie trauen es sich zu und sind motiviert, in einem Schuljahr den Hauptschulabschluss zu erreichen. Aus Sicht des Fachamtes ist die individuelle Unterstützung für Jugendliche, die den Schulabschluss nachholen wollen, ausreichend.