Verschollene und wiederentdeckte (?) Skulpturen aus der Zeit vor der Bundesgartenschau 1967

Vorlage: 2021/0541
Art: Anfrage
Datum: 28.04.2021
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Beiertheim-Bulach, Daxlanden

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 22.06.2021

    TOP: 33

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Stellungnahme zur Kenntnis genommen

Zusätzliche Dateien

  • Anfrage
    Extrahierter Text

    Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Eingang: 27.04.2021 Vorlage Nr.: 2021/0541 Verschollene und wiederentdeckte (?) Skulpturen aus der Zeit vor der Bundesgartenschau Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 22.06.2021 33 x 1. Welche Erkenntnisse (einschl. Beurteilungen des Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau des KIT und des Stadtarchivs) hat die Stadtverwaltung über die in Bauhöfen des Gartenbauamtes gefundenen Skulpturen und andere historischen Fundstücke? 2. Hat die Stadtverwaltung Kenntnisse über weitere historische Fundstücke in Bauhöfen, Archiven der Stadtverwaltung? Wenn nein: hält es die Stadtverwaltung für zielführend, Bauhöfe, Archive u. a. systematisch nach verschollenen Fundstücken zu durchforsten? Wenn nein: warum nicht? 3. Wann werden die Ergebnisse der o. g. Anstrengungen, einschl. Bilder der Fundstücke im Kulturausschuss präsentiert? Spätestens in den 1960er Jahren galt in Karlsruhe und anderswo historische Bausubstanz nicht viel, wie es der Abbruch der Ruinen von Ständehaus und Hoftheater dokumentiert. Vor allem im Zuge der Vorbereitungen für die Bundesgartenschau, jenem "sommerlangen Fest', mit dem die Stadt 1967 das Ende der Wiederaufbauphase feierte, griffen die Umgestaltungsmaßnahmen entscheidend in die gewachsenen Strukturen der historischen Parkanlagen um das ehemalige Residenzschloss und des Stadtgartens ein. Denkmäler, Brunnen und Freiplastiken wurden ihrer bei der Entstehung bewusst gewählten und gestalteten Umgebung beraubt, indem man sie mehr oder weniger beliebig versetzte, beseitigte oder in Bauhöfen lagerte, wo sie schließlich in Vergessenheit gerieten oder verlorengingen. Mittlerweile erfuhr die Grüne Gemeinderatsfraktion auf Anfrage, dass in Bauhöfen des Gartenbauamtes Skulpturen und weitere historische Fundstücke „wiederentdeckt“ wurden. Uns wurde mitgeteilt, dass das Kulturamt mit verschiedenen, auch verwaltungsinternen Institutionen (KIT und Stadtarchiv) Kontakt aufnahm, um etwas über die historische und kulturelle Bedeutung dieser Fundstücke zu erfahren. Ziel der Anfrage ist es, den aktuellen Sachstand dieser Bemühungen zu erfahren. Unterzeichnet von: Michael Borner Renate Rastätter Thorsten Frewer Christine Weber Dr. Clemens Cremer Zoe Mayer Niko Riebel Sachverhalt / Begründung:

  • StN Verschollene Skulpturen
    Extrahierter Text

    Stellungnahme zur Anfrage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier GRÜNE-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2021/0541 Verantwortlich: Dez. 2 Dienststelle: Kulturamt Verschollene und wiederentdeckte (?) Skulpturen aus der Zeit vor der Bundesgartenschau 1967 Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 22.06.2021 33 x 1. Welche Erkenntnisse (einschl. Beurteilungen des Südwestdeutschen Archiv für Architektur und Ingenieurbau des KIT und des Stadtarchivs) hat die Stadtverwaltung über die in Bauhöfen des Gartenbauamtes gefundenen Skulpturen und andere historischen Fundstücke? Der Verwaltung sind die auf dem Gelände der Zentralen Werkstätten Litzenhardstraße (Bulach) verwahrten Objekte bekannt. Es handelt sich insbesondere um folgende Objekte: - Satteldachartiger Deckel aus Metall mit der Darstellung einer Urne auf dem Giebel. Er bekrönte ursprünglich den Sargaufzug im Feierraum des Krematoriums auf dem Hauptfriedhof. Der Deckel musste in den 60er- oder frühen 70er-Jahre einer modernen Lösung weichen. - Figur eines Lyra spielenden Apoll mit antikisierenden Schauspielermasken. Sie war Teil eines in den Putz eingelassenen Wandreliefs mit Keramikteilen der Karlsruher Majolika-Manufaktur, realisiert als Kunst am Bau im Foyer des ehemaligen Kleinen Hauses des Badischen Staatstheaters im Ostteil der Stadthalle am Festplatz. Vor dem Abbruch der Stadthalle in den späten 1970er-Jahren wurde die Reliefplastik aus dem Stadthallenportikus ausgebaut. - Bruchstücke eines Wegkreuzes, wahrscheinlich von einem privaten Grundstück in Daxlanden, seinerzeit vom Eigentümer ohne denkmalrechtliche Genehmigung entfernt. Sie wurden von der Stadt sichergestellt. - Schlüssellochartig gestaltete Sandsteinplatte, deren Herkunft nicht bekannt ist. - Vier gusseiserne Stützen aus dem Haus oder Stall eines historischen Gebäudes aus dem späten 19. Jahrhundert. Eine nähere Zuordnung ist nicht möglich. 2. Hat die Stadtverwaltung Kenntnisse über weitere historische Fundstücke in Bauhöfen, Archiven der Stadtverwaltung? Wenn nein: hält es die Stadtverwaltung für zielführend, Bauhöfe, Archive u. a. systematisch nach verschollenen Fundstücken zu durchforsten? Wenn nein: warum nicht? Die Verwaltung hat keine Kenntnis über weitere derartige historische Fundstücke auf ihren Grundstücken. 3. Wann werden die Ergebnisse der o .g. Anstrengungen, einschl. Bilder der Fundstücke im Kulturausschuss präsentiert? Die Situation der bezeichneten Fundstücke ist nicht befriedigend. Eine Rückführung in den historischen Zustand und Zusammenhang ist für keines der Objekte möglich. Die Verwaltung hat in den zurückliegenden Jahren – auch im Gespräch mit dem Land – die Einrichtung eines Lapidariums geprüft. Die Überlegungen führten mit Blick auf den geringen Objektbestand, die wohl eher zurückhaltend einzuschätzende historische und künstlerische Bedeutung der Objekte sowie in Ermangelung eines geeigneten Ortes zu keinem konkreten Ergebnis. Eine zufriedenstellende Lösung ist derzeit nicht in Sicht. Gleichzeitig ist festzustellen, dass im Rahmen von öffentlichen Bau-, Umbau- und Sanierungsvorhaben immer wieder historische und baukünstlerische Objekte entfernt werden und keine neue bauliche – 2 – Verwendung finden, aus Gründen des Respekts vor dem Objekt jedoch vor einer Zerstörung bewahrt werden. Auch hierfür gibt es derzeit keinen gesicherten zentralen Lagerort. Über die Situation soll in einer der nächsten Kulturausschusssitzungen berichtet werden.

  • Protokoll GR TOP 33 22.06.2021
    Extrahierter Text

    Niederschrift 26. Plenarsitzung des Gemeinderates 22. Juni 2021, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus Marktplatz Vorsitz: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 32. Punkt 33 der Tagesordnung: Verschollene und wiederentdeckte (?) Skulpturen aus der Zeit vor der Bundesgartenschau 1967 Anfrage: GRÜNE Vorlage: 2021/0541 Beschluss: Kenntnisnahme Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 33 auf und stellt fest, die Stellungnahme der Verwal- tung liege vor, der Gemeinderat habe Kenntnis genommen. (Keine Wortmeldung) Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 26. Juni 2021