Abwasser-Monitoring zu Covid-19

Vorlage: 2021/0520
Art: Antrag
Datum: 22.04.2021
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Offen
Erwähnte Stadtteile: Neureut

Beratungen

  • Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 22.06.2021

    TOP: 24

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Beratung im Fachgremium/Arbeitskreis

  • Ausschuss für öffentliche Einrichtungen (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 24.06.2021

    TOP: 4

    Rolle: Entscheidung

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • Antrag
    Extrahierter Text

    Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier FW|FÜR-Gemeinderatsfraktion Eingang: 22.04.2021 Vorlage Nr.: 2021/0520 Abwasser-Monitoring zu Covid-19 Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 22.06.2021 24 X Ausschuss für öffentliche Einrichtungen 24.06.2021 4 x 1. Die Stadtverwaltung veröffentlicht mit den aktuellen Infektionszahlen der 7-Tagesinzidenz die Virenlast von Covid-19 im Abwasser. 2. Die Stadtverwaltung legt die Einzugsgebiete der Virenlastmessung im Abwasser fest, die analysiert werden, um die Entwicklung ggf. pro Stadtteil lokalisiert darzustellen. 3. Die Stadtverwaltung sucht das Gespräch mit dem Landratsamt um die Messungen im ganzen Landkreis durchzuführen und zu veröffentlichen. Begründung Unsere Fraktion hat größtes Interesse daran die Karlsruher Bürger:innen über die objektive Infektionslage zu informieren, denn davon hängt die Beurteilung der Pandemie-Situation ab und entsprechende Maßnahmen zur Eindämmung des Infektionsgeschehens können entsprechend abgeleitet werden. Ein sehr präzises Instrument dazu ist die Messung der Virenlast im Abwasser. Diese Werte werden in Karlsruhe seit einiger Zeit im Klärwerk Neureut vom Technologiezentrum Wasser (TZW) erhoben und es gibt verschiedene wissenschaftliche Publikationen, welche die Genauigkeit der Abwasseranalyse bestätigen (vgl. Current Opinion in Environmental Science & Health 2020). "Aktuelle Studien bei COVID-19-Patienten belegen, dass infizierte Patienten SARS-CoV-2-Biomarker mit dem Stuhl in relativ hohen Konzentrationen ausscheiden. Daher kann Abwasser für ein integrales Monitoring des Einzugsgebietes genutzt werden, um Änderung im Infektionsgeschehen frühzeitig zu erkennen (Frühwarnsystem), die Dunkelziffer von COVID-19-Fällen auf der Populationsskala besser aufzuklären und die Ausbreitung von Infektionen zu erfassen." TZW Das Virus gelangt durch Ausscheidungen ins Wasser. Die gemessene Virenlast gibt Aufschluss über die Anzahl der Infektionen im jeweiligen Einzugsgebiet. Über die Abwasseranalyse lässt sich die Entwicklung der Corona-Infektionen mehrere Tage vor den offiziellen Fallzahlen vorhersagen. Zuerst zeigt sich das Corona-Virus im Abwasser, dann wenige Tage später in Statistiken zur Testung der Bevölkerung. Diese mehrtägige Zeitspanne ist entscheidend im Festlegen geeigneter Maßnahmen und sollte deshalb als zusätzlicher Orientierungswert zur unpräzisen 7-Tagesinzidenz hinzugenommen werden. – 2 – Durch die Messung der Virenlast im Abwasser können sich Krankenhäuser auf zu erwartende Auslastung der Intensivstationen besser einstellen. Außerdem kann sich die Stadt auf Schließungen und Öffnungen in Gastronomie und Einzelhandel genauer vorbereiten. Die Analyse der Abwasserwerte ist entscheidend, um den Ist-Zustand der Infektionssituation überhaupt zu kennen. Dies ist die Grundvorraussetzung für jede Beurteilung der Lage und verlangt deswegen höchste Priorität. Weitere Informationen Current Opinion in Environmental Science & Health (2020). Environmental Health: COVID-19, Volume 17, https://www.sciencedirect.com/journal/current-opinion-in-environmental-science-and- health/vol/17/suppl/C (Abgerufen am 20.04.2021). Ghernaout, D. und Ghernaout, B. (2020). Controlling COVID-19 Pandemic through Wastewater Monitoring. Open Access Library Journal, Volume 7, 1-20. doi: 10.4236/oalib.1106411 (Abgerufen am 20.04.2021). Testzentrum Wasser (2021). "Abwasserbasierte Epidemiologie". https://tzw.de/projekte/projektdetails/detail/abwasser-basierte-epidemiologie (Abgerufen am 20.04.2021). Unterzeichnet: Jürgen Wenzel Friedemann Kalmbach Petra Lorenz

  • StN Abwassermonitoring
    Extrahierter Text

    Stellungnahme zum Antrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier FW|FÜR-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2021/0520 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: TBA Abwasser-Monitoring zu Covid-19 Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 22.06.2021 24 x Ausschuss für öffentliche Einrichtungen 24.06.2021 4 x Kurzfassung Die im Text der Begründung dargestellten Punkte entsprechen dem derzeitigen Kenntnisstand. Für Karlsruhe kann man ergänzen, dass bereits im Frühjahr 2020 mit der Etablierung der Methodik begonnen wurde und hierzu auch schon Proben aus dem Zufluss zur Kläranlage Karlsruhe genutzt wurden. Im September 2020 war die Methodik dann soweit etabliert. Ab diesem Zeitpunkt wurden regelmäßig Proben (sogenannte 24 h Mischproben) aus dem Zufluss zur Kläranlage auf SARS-CoV-2-Biomarker analysiert. Das Forschungsprojekt zu diesem Thema, das unter Leitung des Technologiezentrums Wasser (TZW) läuft, startete offiziell Mitte Oktober 2020. Seit dem 8. März 2021 werden die aktuellen Ergebnisse aus dem Forschungsvorhaben an das Tiefbauamt gesendet, welche diese Daten dem Krisenstab der Stadt zweimal pro Woche zur Verfügung stellt. Zwischen dem Technologiezentrum Wasser (TZW) und dem Tiefbauamt als städtische Fachdienststelle besteht ein intensiver fachlicher Austausch. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen | Erträge (Zuschüsse und Ähnliches) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzüglich Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja ☐ Nein ☒ Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja ☐ Nein ☐ Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: ☐ Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) ☐ Umschichtungen innerhalb des Dezernates ☐ Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – 1. Die Stadtverwaltung veröffentlicht mit den aktuellen Infektionszahlen der 7-Tagesinzidenz die Virenlast von Covid-19 im Abwasser. Die Entscheidung einer Veröffentlichung der wissenschaftlichen Zahlen, die einen Trend darstellen und nicht in Echtzahlen umgerechnet werden kann, wird als nicht sinnvoll erachtet. Die Daten werden als Steuerungsinstrument zum Umgang und zur Bewertung des Infektionsgeschehens direkt an den Verwaltungsstab der Stadt Karlsruhe weitergeleitet. 2. Die Stadtverwaltung legt die Einzugsgebiete der Virenlastmessung im Abwasser fest, die analysiert werden, um die Entwicklung ggf. pro Stadtteil lokalisiert darzustellen. Eine Festlegung von Teilgebieten beziehungsweise Untersuchung nach Stadtteilen ist analytisch nicht umsetzbar. Die hohe Anzahl an Proben, die hierbei genommen werden müsste, kann vom Labor des Technologiezentrums Wasser nicht abgearbeitet werden. Die Analytik der Proben ist sehr aufwändig und komplex und ist deshalb von der Anzahl begrenzt. 3. Die Stadtverwaltung sucht das Gespräch mit dem Landratsamt, um die Messungen im ganzen Landkreis durchzuführen und zu veröffentlichen. Es steht jeder Gemeinde mit Kläranlage frei beziehungsweise den Gemeinden, welche ihr Abwasser nach Karlsruhe leiten, ein Abwassermonitoring auf SARS CoV-2-Biomarker separat zu beauftragen und zu etablieren. Vom Technologiezentrum Wasser wird derzeit geprüft, in welchem Umfang zusätzliche Leistungen angeboten werden können. Außerdem umfasst das Einzugsgebiet der Kläranlage Karlsruhe Teile des südlichen Landkreises (zum Beispiel Ettlingen, Malsch, Beierbachverband und Teile von Rheinstetten). Weiterhin ist das Landratsamt fester Bestandteil des Krisenstabes. Insofern dienen die gewonnenen Daten und Erkenntnisse sowohl dem Stadt- als auch dem Landkreis.

  • Protokoll GR TOP 24 22.06.2021
    Extrahierter Text

    Niederschrift 26. Plenarsitzung des Gemeinderates 22. Juni 2021, 15:30 Uhr öffentlich Gartenhalle, Kongresszentrum Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 23. Punkt 24 der Tagesordnung: Abwasser-Monitoring zu Covid-19 Antrag: FW|FÜR Vorlage: 2021/0520 Beschluss: Behandlung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen am 24. Juni 2021 Abstimmungsergebnis: Keine Abstimmung Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 24 auf und teilt mit, der Antrag werde ohne Ausspra- che in den Ausschuss für öffentliche Einrichtungen verwiesen. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 29. Juni 2021