Altdeponie Grötzingen

Vorlage: 2021/0502
Art: Anfrage
Datum: 19.04.2021
Letzte Änderung: 03.03.2025
Unter Leitung von: Ortsverwaltung Grötzingen
Erwähnte Stadtteile: Grötzingen

Beratungen

  • Ortschaftsrat Grötzingen (öffentlich/nicht öffentlich)

    Datum: 28.04.2021

    TOP: 14

    Rolle: Kenntnisnahme

    Ergebnis: Keine Angabe

Zusätzliche Dateien

  • TOP 14 Vorlage 164 FDP Anfrage Altdeponie Grötzingen
    Extrahierter Text

    Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Altdeponie Grötzingen FDP-Ortschaftsratsfraktion Vorlage.: 164 Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Grötzingen 28.04.2021 14 x ☐ Bis etwa Anfang der 70er Jahre wurde in Grötzingen für viele Jahre eine sogenannte Bürgermeister-Deponie unterhalten, das „Baggerloch“: Nördlich des Areals des heutigen ASV westlich der Schrebergartenanlage, gelegen im oder am Schutzgebiet für Wasser und Natur, war eine mehrere Hektar große, etwa 1 bis 2 m Tiefe Deponiekuhle unterhalten worden. Das heißt, hierhin wurden sämtliche Abfälle, Müll und Anderes unkontrolliert verbracht: Hausmüll, Altreifen, Motorenteile, Öle, Schutt, vermutlich auch Chemie, durchaus auch gewerbliche Abfälle, Aschen, Schlacken und Unmengen heute gar nicht mehr zulässiger Stoffe. Eine Reglementierung der Lagerung existierte kaum oder gar nicht. Die Deponie wurde vermutlich nie nach heutigen Standards fachgerecht saniert, lediglich abgedeckt und bewaldet. Anfang der 90er Jahre wurde in Karlsruhe systematisch mit der Aufarbeitung und Auswertung solcher wilden Deponien begonnen. Von rund 3.200 alten nicht registrierten Müllkippen die man zwischen Bruchsal und Achern fand, wurden nach Angabe der LUBW insgesamt 2.553 untersucht, bei 2.475 sei nichts zu beanstanden gewesen (?) Von den restlichen 78, werden derzeit 48 untersucht, 20 werden dauerhaft kontrolliert, 10 befänden sich in Sanierung. 1.215 Deponien seien gar noch unkontrolliert! Die FDP bittet die Ortsverwaltung darum zu prüfen: • Ob die Grötzinger Deponie bereits untersucht/erfasst ist? Mit welchem Ergebnis? • Ob dauerhaft kontrolliert wird; wenn ja, was? (Grundwasserströme Wasserqualitäten Bodenbelastungen) • Ob der Abbauprozess beobachtet wird und ob Grundwassereinflüsse festzustellen sind oder waren. • Des Weiteren ist im Rahmen dieser Fragen zu prüfen ob die Deponie nicht saniert/entfernt werden muss. Anfrage

  • TOP 14 Vorlage 164 StN FDP Anfrage Altdeponie Grötzingen
    Extrahierter Text

    Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Altdeponie Grötzingen FDP-Ortschaftsratsfraktion Vorlage Nr.: Nr. 164 Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Grötzingen 28.04.2021 14 ☒ ☐ Die Anfrage kann seitens der Stadtverwaltung wie folgt beantwortet werden: Ob die Grötzinger Deponie bereits untersucht/erfasst ist? Mit welchem Ergebnis? Die „Grötzinger Deponie“ ist bei der Stadt Karlsruhe unter der Bezeichnung „Altablagerung Sandäcker“ und der Objekt-Nummer 01309-000 im Bodenschutz- und Altlastenkataster erfasst. Die Fläche umfasst das Flurstück 6038/3 und liegt damit abseits der Kleingartenanlage und der Emil-Arheit-Halle. Ein Lageplan hierzu ist angefügt. Die Deponie wurde von 1945 bis Anfang der 1970er Jahre betrieben. Die mittlere Auffüllmächtigkeit liegt bei etwa zwei Metern. Zur Ablagerung kamen hauptsächlich Haus- und Sperrmüll, Bodenaushub, Bauschutt und Schlämme. Die Rekultivierung erfolgte im Jahr 1973 als Waldfläche. Bis 1994 wurden zu verschiedenen Zeitpunkten technische Untersuchungen durchgeführt. Eine Gefährdung durch Deponiegas oder des Grundwassers wurde nicht nachgewiesen. Ob dauerhaft kontrolliert wird; wenn ja, was? (Grundwasserströme, Wasserqualitäten, Bodenbelastungen) Nach der Erkundung waren keine weiteren Maßnahmen erforderlich. Weitere Kontrollen fanden daher nicht statt. Ob der Abbauprozess beobachtet wird und ob Grundwassereinflüsse festzustellen sind oder waren. Erste Deponiegasmessungen fanden 1977 statt. Bereits damals kam die Landesanstalt für Umweltschutz Baden-Württemberg zu dem Ergebnis, dass gegen die geplante Nutzung der Fläche als Spielwiese keine Bedenken bestehen (die Planung wurde nicht realisiert). 1985 wurde abstromig der ehemaligen Deponie eine Grundwassermessstelle errichtet, die jährlich beprobt wurde (vermutlich bis 1988). Eine Grundwasserverunreinigung wurde nicht nachgewiesen. Im Jahr 1994 wurden erneut Deponiegas- und Grundwasseruntersuchungen durchgeführt. Während innerhalb des Deponiekörpers lokal noch Methankonzentrationen nachgewiesen werden konnten, wurde an der Oberfläche kein Methan gemessen. Auch bei der erneuten Grundwasseruntersuchung an der bereits 1985 errichteten Grundwassermessstelle wurde keine relevante Grundwasserverunreinigung nachgewiesen. Stellungnahme zur Anfrage – 2 – Des Weiteren ist im Rahmen dieser Fragen zu prüfen, ob die Deponie nicht saniert/entfernt werden muss. Aus bodenschutzrechtlicher Sicht besteht für die Altablagerung derzeit kein Sanierungsbedarf. Lageplan Altdeponie Quelle: Umwelt- und Arbeitsschutz, Stabsstelle Umweltschutz