Anpassung der Eintrittspreise des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe
| Vorlage: | 2021/0382 |
|---|---|
| Art: | Änderungs-/Ergänzungsantrag |
| Datum: | 23.03.2021 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Offen |
| Erwähnte Stadtteile: | Keine Angaben |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 23.03.2021
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: mehrheitlich zugestimmt
Zusätzliche Dateien
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Änderungsantrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier SPD-Gemeinderatsfraktion Eingang: 23.03.2021 Vorlage Nr.: 2021/0382 Anpassung der Eintrittspreise des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 23.03.2021 21 x Die Verwaltung verringert die Eintrittspreiserhöhung für Kinder (6 bis 14 Jahre) von 1€ auf 50 Cent und setzt den Preis somit auf 5,50 € ab 1.10.2021 fest. Begründung: Die regelmäßige Erhöhung der Zooeintrittspreise resultiert aus dem Haushaltsstabilisierungsprozess der Stadt Karlsruhe. Im Vergleich mit anderen Städten sind die Eintrittspreise in Karlsruhe weiterhin mit am günstigsten. Karlsruhe ist zudem eine von wenigen Städte, in denen der Eintritt für Kinder von 3-5 Jahren kostenlos ist. Für Kinder von 6-14 Jahren halten wir eine Preiserhöhung von 50 Cent für angemessen und ausreichend. Unterzeichnet von: Parsa Marvi Michael Zeh Yvette Melchien
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Stellungnahme zum Änderungsantrag Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier SPD-Gemeinderatsfraktion Vorlage Nr.: 2021/0382 Verantwortlich: Dez. 6 Dienststelle: Zoo Anpassung der Eintrittspreise des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe Gremium Termin TOP ö nö Gemeinderat 23.03.2021 21 x Kurzfassung Der Gemeinderat lehnt den Änderungsantrag der SPD-Gemeinderatsfraktion vom 23. März 2021, die Erhöhung der Eintrittspreise für Kinder von sechs bis 14 Jahren auf 0,50 Euro zu reduzieren, ab. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen | Erträge (Zuschüsse und Ähnliches) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzüglich Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja ☒ Nein ☐ 170.000 Euro Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja ☐ Nein ☐ Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: ☐ Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) ☐ Umschichtungen innerhalb des Dezernates ☐ Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen Bei der Anhebung der Eintrittspreise 2018 wurde seitens der Verwaltung auf eine Erhöhung der Eintrittspreise für Kinder um 0,50 Euro verzichtet, um gerade im Bargeldgeschäft glatte Preise zu gewährleisten und damit den Kassiervorgang möglichst zügig abwickeln zu können. Mit der Erhöhung um nunmehr 1,00 Euro wird diese ausgelassene Erhöhung nachgeholt und das Verhältnis zwischen dem Eintrittspreis für einen Erwachsenen und eines Kindes von 2 : 1 wiederhergestellt.
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Niederschrift 22. Plenarsitzung des Gemeinderates 23. März 2021, 15:30 Uhr öffentlich Gartenhalle, Kongresszentrum Der Vorsitzende: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 16. Punkt 21 der Tagesordnung: Anpassung der Eintrittspreise des Zoologischen Stadtgartens Karlsruhe Vorlage: 2021/0118 dazu: Änderungsantrag: CDU Vorlage: 2021/0370 Änderungsantrag: DIE LINKE. Vorlage: 2021/0380 Änderungsantrag: SPD Vorlage: 2021/0382 Beschluss: Der Gemeinderat beschließt nach Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und im Hauptausschuss zum 1. Oktober 2021 A) die Anhebung der Eintrittspreise gemäß Anlage 1 (verändert durch den SPD-Änderungsantrag) B) die Anpassung der Struktur der neuen Preisgruppen und Ermäßigungen Abstimmungsergebnis: Beschlussvorlage: Bei 36 Ja-Stimmen, 8 Nein-Stimmen und 1 Enthaltung mehrheitlich zugestimmt Änderungsantrag CDU: Bei 16 Ja-Stimmen und 28 Nein-Stimmen mehrheitlich abgelehnt. Änderungsantrag DIE LINKE.: Bei 8 Ja-Stimmen und 37 Nein-Stimmen mehrheitlich abgelehnt Änderungsantrag SPD: Bei 36 Ja-Stimmen und 9 Nein-Stimmen mehrheitlich zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 21 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen und im Hauptausschuss. – 2 – Stadträtin Rastätter (GRÜNE): Wir Grünen werden heute dieser Verwaltungsvorlage zur mode- raten Erhöhung der Eintrittspreise des Zoos zustimmen mit einer kleinen Ausnahme, und zwar wollen wir auch, dass bei den Jugendlichen nicht von 5 auf 6 Euro erhöht wird, sondern ledig- lich um 10 Prozent, wie auch bei den anderen Erhöhungen das durchschnittlich der Fall ist. An- sonsten werden wir zustimmen. Wir lehnen auch eine Verschiebung der Erhöhung ab und können das auch sehr gut begründen. Es ist eine moderate Erhöhung. Wir haben einen der attraktivsten Zoos in Deutschland. Wir ha- ben aber im Gegensatz dazu extrem geringe Gebühren, die Liste ist ja beigelegt worden, wie so- zial unsere Eintrittsgebühren zum zoologischen Stadtgarten ausgestattet sind. Wir haben seit Jahren immer dafür gesorgt, dass sie auch relativ gering bleiben, und es gibt dazu auch noch so- ziale Kriterien, wie Familienkarten, und die Jahreskarten sind außerordentlich günstig. Bei nur vier Eintritten hat man dann schon eine Jahreskarte wieder drin. Das heißt, die Gebühren sind auch noch an sich gering und sozial gestaffelt. Von daher sehen wir keinen Grund, warum wir keine moderate Erhöhung durchführen sollen. Es ist auch so, dass wir sehr viel Geld in den Zoo investiert haben in den letzten Jahren. Wir ha- ben die Tierhaltung deutlich ausgebaut und es wird auch von den Menschen begrüßt. Wir ha- ben dazu noch den Artenschutz-Euro, der freiwillig bezahlt wird, praktisch von allen, die den Eintritt bezahlen. Also von daher ist es aus unserer Sicht gerecht, jetzt die Gebühren in der mo- deraten Form anzupassen, angesichts der extrem dramatischen Haushaltslage der Stadt Karls- ruhe. Stadtrat Zeh (SPD): Den Zoo kann jeder genießen, das ist sicherlich ganz klar in Karlsruhe, ob Jung oder Alt. Er hat eine wunderschöne Gartenanlage, Blüten en masse, die Tierbegegnungen erfreuen jeden und es gibt massenhaft Spielplätze für Kinder. Das ist natürlich ein wichtiges Kin- derparadies. Es zeigt sich auch, in normalen Jahren kommen 1 Million Besucher. Damit ist er unter den Top 10 in Deutschland. Der Zoo macht auch sehr viel für den Artenschutz. Es gibt Tiere, die in der freien Wildbahn aus- gestorben oder sehr rar sind. Das heißt, er hat durchaus auch weitere Funktionen. Bei den Kos- ten muss man natürlich sehen, der Kostendeckungsgrad ist nur 32 Prozent. Das heißt, für jeden Euro, der als Eintrittspreis bezahlt wird, legt die Stadt 2 Euro drauf. Deshalb ist auch eine Erhö- hung durchaus angemessen. Wir haben auch sehr viele Investitionen getätigt in letzter Zeit, die rechtfertigen das auch. Auch die Besonderheit, dass durch Corona die Jahreskarten und die Schließzeiten sozusagen verlängert wurden, auch das ist ein sehr gutes und deutliches Angebot. Wir meinen, Karlsruhe ist kinderfreundlich, Karlsruhe sollte auch kinderfreundlich bleiben. Des- halb ist natürlich das große Plus auf jeden Fall, dass Kinder unter sechs Jahren auf jeden Fall eintrittsfrei sind und deshalb haben wir den Änderungsantrag gestellt, dass eben die Preise für Jugendliche nicht um 1 Euro, sondern nur um 50 Cent erhöht werden. Wir halten das für den richtigen Weg, auch in Anbetracht der Haushaltssituation. Ich verstehe nicht, warum die CDU das ganz verschieben will. Letztendlich hat Frau Meier-Augenstein gerade in Punkt 18 ja be- gründet, dass die CDU mehr auf Haushaltsstabilität achten will. Da müssen Sie eigentlich doch diesem im Hauptausschuss gefundenen Kompromiss, dass man zum 1. Oktober erhöht, durch- aus weiter zustimmen. – 3 – Auch noch ein Wort zum LINKEN-Änderungsantrag. Dem liegt natürlich ein idealistisches Welt- bild zugrunde. Wir haben es ja im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen auch diskutiert. Letzt- endlich gab es auch schon in der Vergangenheit solche Tage, wo jeder zahlen konnte, was er wollte, und statt dann 11 Euro bei Erwachsenen, kamen nur 5 Euro dabei raus. Dass also letzt- lich die gleichen Einnahmen erzielt werden, liebe LINKEN, kann man nicht nachvollziehen. Es ist halt fern der Realität, dieser Ansatz. Daher halten wir unseren Änderungsantrag für richtig und werden auch der Gesamtvorlage mit der Erhöhung zum 1. Oktober zustimmen. Stadtrat Hock (FDP): Auch meine Fraktion hat den Kompromiss, den ich eigentlich gedacht habe, dass wir den im Hauptausschuss soweit dann auch besprochen hätten, gerne so mitgetra- gen. Meine Fraktion hat ja schon damals gesagt, dass wir auch für die Verschiebung dieser Er- höhung sind in den Oktober. Deshalb war für uns jetzt natürlich klar, wie der Kollege Zeh ge- rade gesagt hat, die Haushaltskonsolidierung wird in vielen Bereichen auf uns zukommen, und wenn man sieht, in welcher Lage Karlsruhe im Moment im Vergleich steht, ist es wahrscheinlich wichtig, dass man jetzt auch diese adäquate Erhöhung macht. Der Kollege Zeh hat gerade diesen Antrag von der SPD angesprochen. Diesen Antrag, den findet meine Fraktion auch gut und den würden wir gerne auch heute so unterstützen. Den Antrag der LINKEN würden wir ablehnen wollen. Was man nicht ganz außer Acht lassen darf bei der ge- samten Diskussion, ist und war, ich kann mich noch gut daran erinnern, dass wir einem ehema- ligen Bürgermeister im Amt vorgeworfen haben, dass er Jahre lang nichts im Zoo erhöht hat, und dann kam irgendwann mal die Erhöhung auf einen Schlag, wo dann riesige Diskussionen waren. Damals haben wir uns eigentlich darauf verständigt, dass man sagt, man will sich jetzt die Zahlen dann auch kontinuierlich die Jahre über anschauen und dann adäquat auch etwas erhöhen. Jetzt hat man das gemacht, natürlich zu einem Zeitpunkt der Corona-Krise, wo wir ge- sagt haben, viele Leute sind in Kurzarbeit etc. Wir haben dann gesagt, zum angedachten Zeit- punkt nicht, aber eine spätere Erhöhung können wir gerne mittragen, aber dass man sich das alle zwei Jahre mal anschaut, das ist richtig, und das sollte auch so weiterhin verbleiben. Des- halb konnte ich den Änderungsantrag der CDU jetzt nicht ganz verstehen, weil auch sie hat da- mals gefordert, dass man sich das immer wieder anschauen muss und dann eine kontinuierliche Erhöhung, eine Preisanpassung macht. Deshalb war ich jetzt verwundert, dass man jetzt das so nicht sieht. Also von daher gesehen, den CDU-Antrag würden wir nicht mitgehen wollen, SPD Ja und LINKE würden wir ablehnen. Stadtrat Hofmann (CDU): Vielleicht kann ich ein bisschen Licht in das Dunkle bringen. So schnell ändern sich die Zeiten, dass die CDU eine Verschiebung fordert und Die GRÜNEN alles mitstim- men, aber ich denke, wir sind gar nicht so weit voneinander entfernt, denn grundsätzlich haben wir auch im Hauptausschuss gesagt, wir stehen natürlich für die moderaten Erhöhungen. Das ist auch ganz klar, das muss auch so sein, damit wir auch zumindest eine einigermaßen Deckung der Kosten immer wieder hinbekommen. Wir haben lediglich dort eingebracht, und da war ich es auch, der das gefordert hat, dass der Zeitpunkt einfach falsch ist. Deswegen haben Sie dann vorgeschlagen, das im Oktober zu machen. Jetzt sind wir noch mal in uns gegangen und haben überlegt, na ja, der Zoo steht jetzt wahrscheinlich vor der nächsten Schließung schon wieder. Das heißt, der ist wieder zu und dann, wenn er wieder aufmachen darf, dann kommt die Preis- erhöhung. Wir reden hier gerade im Übrigen von drei Monaten. Das heißt, wir haben ja auch reingeschrieben, wir wollten das ganze Thema in die Haushaltsberatung mit reinnehmen und dann diese moderate Erhöhung machen, zu der wir voll stehen, weil wir natürlich auch eine Konsolidierung des Haushalts haben wollen. Das kann ich den Kolleginnen und Kollegen – 4 – versichern. Da werden wir auch nicht abweichen, aber wir reden hier gerade um drei Monate Unterschied. Sie machen es zum 01.10. und wir haben gesagt, wir gehen zum 01.01. da rein. Wir wollten es in der Haushaltsdebatte nur noch mal diskutieren und dort entsprechend mit- aufnehmen. Das Zweite ist genau der gleiche Punkt, was wir gesagt haben, dass wir eben die Kindererhö- hung etwas zu heftig fanden. Da würden wir gerne auch auf die 10 Prozent gehen. Also, der ein- zige Unterschied zwischen den zwei Anträgen jetzt von der SPD und von uns, ist, dass die SPD schon zum 01.10. die Erhöhung haben wollte und wir es in der Haushaltsberatung einfach noch mal und voraussichtlich ab dem 01.01. haben wollen, insbesondere aufgrund der Tatsache, weil der Zoo jetzt ja auch wieder wahrscheinlich geschlossen wird. Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Wir reden über nicht einmal ein Drittel der Finanzierung des Zoos, denn dieser Anteil erfolgt über den Eintritt. Jetzt ist aber der Zoo anders als ein Zirkus oder als eine Abendveranstaltung, denn die Kosten sind unabhängig, sind weitgehend unabhängig von der Anzahl der Besucher. Die Kosten entstehen zum größten Teil, ob Besucher kommen oder nicht, denn die Kosten entstehen ja durch die Haltung der Tiere, durch den Erhalt der Gebäude, durch den Erhalt der Außenanlagen. Das heißt, wir müssen gucken, dass wir möglichst viele Be- sucher in den Zoo bringen. Am Ende muss das Produkt aus Eintrittspreis und Anzahl der Besu- cher maximal sein, denn das ist der Kostenbeitrag, den wir von den Eintritten bekommen, also das Produkt aus der Anzahl der Besucher von dem Eintrittspreis. Deswegen glauben wir, dass es falsch ist, die Eintrittspreise zu erhöhen, weil damit die Anzahl der Besucher reduziert wird. Es ist ja so, die teuersten Besuche im Vergleich sind die einzelnen Erwachsenen, also jemand, der vielleicht am Bahnhof auf seinen Anschlusszug wartet und sich dann überlegt, in den Zoo zu ge- hen oder eben Menschen, die in Karlsruhe zu Besuch sind, da haben wir eben die Befürchtung, dass die durch zu hohe Preise eben ein Stück weit zu einem gewissen Prozentsatz davon abge- halten werden, in den Zoo zu gehen. Deswegen sind wir gegen die Erhöhung der Eintrittspreise insgesamt. Aus unserer Sicht ist der Antrag der Stadtverwaltung der Weitestgehende, weil der die höchste Erhöhung zum frühmöglichsten Zeitpunkt fordert. Deswegen würden wir den gerne zuerst abstimmen, um ihn ablehnen zu können, und dann würden wir uns dann strategisch ver- halten, wenn es um die Änderungsanträge geht. Stadtrat Braun (KAL/Die PARTEI): Meine Fraktion wird die Beschlussvorlage heute ablehnen. Wir sehen zwar durchaus auch die Möglichkeiten wie die anderen Fraktionen, wie und wo man die Eintrittspreise noch erhöhen könnte. Das rechtfertigt sicherlich schon der Blick auf den bun- desweiten Vergleich, wie wir gehört haben, solcher Zoopreise, aber für meine Fraktion kann eine Erhöhung eben nur dann erfolgen, wenn ein fixer Großteil dieser Mehreinnahmen auch tatsächlich für den Tier- und Artenschutz verwendet werden muss. Ein solches Modell sehen wir heute noch nicht, und daher lehnen wir zum jetzigen Zeitpunkt jegliche Erhöhungen der Ti- cketpreise ab. Stadträtin Binder (DIE LINKE.): Liebe Kolleginnen und Kollegen, ich weiß nicht, ob Sie unseren Antrag tatsächlich genau gelesen haben. Es geht uns darum, tatsächlich mal ein anderes Modell anzustreben. Auf der einen Seite sind wir uns ja selten mal mit der CDU so einig, aber wir halten auch den Zeitpunkt jetzt gerade zu Corona, zum Ende dieser Pandemie, für den ungeeignetsten überhaupt, um hier über Preiserhöhungen zu reden. Ich glaube, es ist für die Menschen so ext- rem wichtig, lebensnotwendig, wieder Perspektiven zu haben, und der Zoo in Karlsruhe ist tat- sächlich so eine Perspektive, als Naherholungsraum, als Lernort für viele Kinder und für – 5 – Familien, um ganz einfach auch mal durchzuschnaufen, gerade in einer Zeit, wo sie kaum eine Chance haben, irgendwo anders hinzugehen. Also die Flüge nach Malle und so weiter werden ja hoffentlich noch gecancelt, aber ich denke wirklich, Familien brauchen irgendwie einen Auslauf, und dies bietet tatsächlich dieser Zoo. Dieser Zoo hat deshalb so hohe Besucherzahlen, weil es humane Preise sind, und wenn wir die jetzt aufgeben, im Glauben, damit unseren Haushalt sanieren zu können, dann muss ich echt sagen, also tut mir leid, diesen Glauben habe ich nicht. Im Gegenteil, ich glaube wirklich, man muss versuchen, die Menschen in Karlsruhe, die es sich leisten können, stärker zu beteiligen, und das wäre mit so einer Solidaritätskarte möglich. Der Unterschied zu diesen Aktionstagen ist der, die meisten Menschen, die es sich leisten können, können das an einzelnen wenigen Tagen im Jahr mal machen. Diese Aktionstage sind garantiert nicht die Tage, wo diese gut situierten Menschen in den Zoo gehen, sondern genau die Menschen reingehen, die eben ansonsten nicht genügend Geld dafür haben, und dann wundert man sich, dass bei den Aktionstagen die Eintrittspreise- oder Erträge, die da erreicht wurden, unter dem Durchschnitt liegt. Das ist doch völlig logisch, das war vorhersehbar. Die Menschen, die es sich nicht leisten können, gehen an diesen Tagen. Für die Menschen, die es sich leisten können, behaupte ich mal, wäre die Soli- Karte eine sehr hilfreiche Sache. Warum soll man denn das nicht einfach mal ausprobieren? Also ganz ehrlich, für mich ist es einfacher, mal 20 Euro zahlen, um in den Zoo zu gehen, als noch mal einem Verein beizutreten, wie die Freunde des Zoos, denen wir wirklich dankbar sein können, aber es kommt für mich einfach nicht in Betracht. Ich würde auch die Jahreskarte von mir aus für 100 Euro kaufen, einfach aus Solidarität. Warum glauben denn alle, dass diese Soli- darität nicht funktionieren soll? Deshalb, wir treten mit unserem Änderungsantrag an gegen die Erhöhung. Im allerschlimmsten Fall würde man dem CDU-Antrag zustimmen, damit es wenigs- tens für die Familien noch irgendwie gemäßigt ausfällt. Stadtrat Kalmbach (FW|FÜR): Ich behaupte mal einfach so, die Preise bleiben human. Nach der Erhöhung werden die immer noch human bleiben und sein. Deswegen, wir werden der Verwal- tungsvorlage folgen. Erstens hatten wir einen Qualitätssprung hinter uns und zweitens fordert jede Preiserhöhung, die wir aussetzen, eigentlich noch eine sehr viel extremere Preiserhöhung zu einem späteren Zeitpunkt. Deswegen sind wir zu der Strategie gekommen, regelmäßig zu er- höhen und gemäßigt zu erhöhen und das ist gemäßigt, was die Verwaltung vorschlägt. Ich möchte noch mal daran erinnern, wir hatten 2016 einen Erwachsenenpreis von 10 Euro und für Kinder von 5 Euro, genau die Hälfte. Wir würden jetzt wieder in die alte Systematik reinkom- men, die Erwachsenen 12 Euro und die Kinder 6 Euro. Das wäre genau wieder in dieser Syste- matik. Wir haben nur zwischendrin die Erhöhung bei den Kindern ausgesetzt, und deswegen er- scheint der Sprung so hoch. Es wäre logisch und richtig, diese 12 und 6 Euro so zu belassen, wie die Verwaltung das vorschlägt. Dann noch ein Wort zum Artenschutz-Euro. Ich bin ja sehr dafür, dass der Artenschutz betrie- ben wird und dass der Euro erhoben wird, aber ich behaupte mal, 90 Prozent der Menschen, die den Euro bezahlen, wissen nicht, dass sie ihn bezahlen. Er ist nicht freiwillig, er ist unbe- wusst, und dadurch nehmen die Leute das als einen Preis in Kauf. Also, es müsste doch ein biss- chen bewusster gemacht werden, was sie Gutes tun und sie machen das auch gerne. Das fände ich einfach fair und transparent. Der Vorsitzende: Wir kommen zur Abarbeitung. – 6 – Herr Stadtrat Dr. Schmidt, es werden erst die Änderungsanträge aufgerufen und dann die even- tuell veränderte oder eben auch unveränderte Beschlussvorlage. Insofern stimmt Ihre Ansage, das Weitestgehende zuerst auf die Reihenfolge der Änderungsanträge, aber wir können nicht zuerst die Beschlussvorlage ablehnen und anschließend die Änderungsanträge genehmigen. Das leuchtet, glaube ich, ein. Der weitestgehende Änderungsantrag ist der Änderungsantrag der LINKEN, nämlich, diese Er- höhung gar nicht durchzuführen, und den stelle ich jetzt hier zur Abstimmung und bitte um Ihr Votum - das ist eine mehrheitliche Ablehnung. Dann rufe ich auf, den Änderungsantrag der CDU, allerdings beschränkt auf das Thema Ver- schiebung der Erhöhung. Das stelle ich jetzt zur Abstimmung - auch das ist eine mehrheitliche Ablehnung. Dann stelle ich zur Abstimmung den zweiten Teil des CDU-Antrags und den Antrag der SPD, den Beitrag für die Minderjährigen auf 5,50 Euro festzulegen. Da bitte ich um Ihr Votum. Das ist eine mehrheitliche Zustimmung. Damit stelle ich die Beschlussvorlage der Verwaltung zur Abstimmung, verändert an der Posi- tion Beitrag für die Minderjährigen von 6 Euro auf 5,50 Euro und bitte jetzt um das Votum - das ist eine mehrheitliche Zustimmung, vielen Dank. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 15. April 2021