Bekanntgaben
| Vorlage: | 2021/0296 |
|---|---|
| Art: | Informationsvorlage |
| Datum: | 10.03.2021 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Ortsverwaltung Neureut |
| Erwähnte Stadtteile: | Neureut |
Beratungen
- Ortschaftsrat Neureut (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 09.03.2021
Rolle: Kenntnisnahme
Ergebnis: Keine Angabe
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Der Tübinger Weg in der Coronakrise – hier die Strategie des Schnelltests 1.Anfang März Beginn der Testung gemeinsam mit dem Landratsamt (Arztmobil/Teststelle/Fieberambulanz) Bereits am 2. April 2020 begann Frau Dr. Federle die regelmäßige (PCR-)Testung in den Alten- und Pflegeheimen im Kreis Tübingen. Damals war nicht klar, wer für die Kosten aufkommen würde. Nachdem gleich im ersten Heim auf einer Station über die Hälfte der Bewohner*innen positiv getestet wurden, weil sie sich infiziert hatten, wurde die Öffentlichkeit aufmerksam. Die Stadt Tübingen bezahlte dann ab September 2020 für alle Bewohner*innen und das Pflegepersonal der Alten- und Pflegeheime in der Stadt PCR-Tests. Mit steigenden Infektionszahlen wurde die Bezahlung der routinemäßigen Tests auch von Heimbewohner*innen ohne Symptome vom Land übernommen. Als Mitte Oktober Schnelltests zugelassen wurden, sah Frau Dr. Federle, die seit dem Frühjahr darüber in intensivem Austausch mit Virologen der Uniklinik Tübingen stand, damit auch die Möglichkeit gegeben, die Besucher*innen zu testen. Im Falle eines negativen Testergebnisses wäre ihnen dann auch der Besuch der Angehörigen im Heim sorgenfreier möglich. Alle Heime wurden durch einen Aufruf in der örtlichen Tageszeitung darüber informiert, dass kostenlose Antigenschnelltests zur Verfügung stehen, um die Besucher*innen der Bewohner*innen zu testen. Außerdem standen ehrenamtliche Helfer bereit, um in jedem Heim die Mitarbeiter*innen im Umgang mit den Schnelltests anzuleiten. Innerhalb von 3 Wochen waren 80 % der Heime im Landkreis mit den ersten Tests versorgt und die Fachkräfte durch Ärzte und Pflegekräfte angeleitet. Die Anschubfinanzierung wurde von der Präsidentin des DRK-Kreisverbands, Frau Dr. Federle, durch Zuwendungen von verschiedenen Kommunen und Unternehmen erbracht. Damit konnte, bevor das Bundesgesundheitsministerium eine Finanzierung von Schnelltests sicherstellte, sehr frühzeitig eine Testung der Besucher*innen vorgenommen werden. 2. Testung der älteren Bevölkerung – Schutz der Menschen außerhalb von Alten- und Pflegeheimen Im Herbst 2020 konnte endlich die Idee umgesetzt werden, dass die Besucher*innen von älteren Menschen und die pflegenden Angehörigen den Virus nicht zu ihren vulnerablen Verwandten tragen sollen. Mithilfe der Schnelltests konnten die Getesteten schnell davon Kenntnis erlangen, ob ihr Besuch bei den älteren Angehörigen oder bei Verwandten, die einer Risikogruppe angehörten, ein Risiko darstellt. Zum Glück hat die Präsidentin des DRK-Kreisverbandes ein Arztmobil – ein umgebautes Wohnmobil – zur Verfügung, das bereits in der Flüchtlingskrise nach 2015 für die ärztliche Versorgung von Migrant*innen eingesetzt wurde und über Spenden finanziert worden ist. Mit diesem Arztmobil wurden schon seit Beginn der Pandemie Tests in den Pflegeheimen und an mobilen Standtorten durchgeführt. Dieses Arztmobil wird jetzt auch für die mobile Testung der Angehörigen von Pflegebedürftigen eingesetzt, sowie bei Menschen, die viel Kontakt zu anderen Personen haben, andere besuchen wollen oder einfach Angst haben, infiziert worden zu sein. Ausdrücklich wurden Infizierte und Personen mit Symptomen an die Corona-Praxen oder Fieber-Ambulanz verwiesen. Für die regelmäßigen Schnelltests kaufte das DRK diese Tests auf eigene Rechnung. Gleichzeitig konnte aber die örtliche Tageszeitung (das Schwäbische Tagblatt) dazu gewonnen werden, ihre jährliche Weihnachtsspendenaktion auch für diese Tests auszuschreiben. Die Reaktion war sensationell. Zusammen mit den Spenden, die die Empfänger*innen freiwillig beim Test bezahlen, konnte so viel Geld eingesammelt werden, dass die Kosten der Tests mehr als gedeckt werden konnten. Seit 26.11.2020 finden die Tests auf dem Tübinger Marktplatz statt. In Tübingen wird an 4 Tagen getestet, im Landkreis Tübingen an zwei Tagen getestet. Die Nachfrage bei den Menschen ist riesig, vor Weihnachten wurden bis zu 600 Menschen an einem Tag getestet, die Schlangen vor der Teststation waren bis zu 1000 m lang. Die Testtermine wurden auf 2 Stunden festgelegt, nach Weihnachten wurde die Zeitdauer jetzt auf 1 Stunde reduziert. Die Nachfrage liegt derzeit bei ca. 100 bis 150 Personen pro Tag. Wie ist die Organisation geregelt? Der Standort des Arztmobils wird durch die jeweiligen Kommunen festgelegt. Die Orte müssen frei zugänglich sein, leicht zu erreichen und die Einhaltung der Abstandsregeln auch bei hohem Besuch gewährleisten. Parkplätze in der Nähe sind sehr hilfreich. Die Werbung über die Zeiten und die Orte der Testung läuft über eine sehr umfangreiche Presseberichterstattung des Schwäbischen Tagblatts. Die Zeiten und Orte wurden immer beibehalten, damit diese sich auch bei den Menschen einprägen. Die Plakate für die Aktion werden von Dieter Thomas Kuhn und Philipp Feldtkeller entwickelt. Die Verteilung wird in ehrenamtlicher Arbeit geschultert. Das Testteam unter der Leitung von Frau Dr. Federle besteht aus Ehrenamtlichen des DRK- Kreisverbands Tübingen, des Kreisseniorenrats, Christa und Michael Lucke und anderer Ehrenamtlichen, die von der Aktion begeistert sind und tatkräftig mithelfen. Dazu gehört auch Dieter Thomas Kuhn einschl. Familienmitgliedern. So können die vielen Testungen an den 5 Tagen in der Woche gut bewältigt werden. Nachdem die Auswertung der Tests im Arztmobil vorgenommen werden kann, braucht es – trotz teilweise eisiger Kälte, die mit Heizstrahlern abgemildert wird – keine große Ausstattung. Die mobile Praxis besteht aus einigen Gartenstühlen und Bistro-Tischen, die im Freien stehen, um eine Ansteckung so gering wie möglich zu halten. Eine Überdachung in Form von Markisen und Schirmen wird gestellt. Es wird strikt auf die Abstandsregeln geachtet und die Warteschlangen entsprechend dirigiert. Bei Bedarf steht Unterstützung des Ordnungsamtes bereit. Der Selbstschutz der Ehrenamtlichen steht an erster Stelle. Die Tests werden mit Sehbrille und Maske, Kitteln, Haarschutz und Handschuhen durchgeführt. Desinfektionsmittel werden wie die Handschuhe in großen Mengen verbraucht. Die Organisation ist sehr einfach. Der Dienstplan wird über eine Whatsapp-Gruppe und eine einfache mobile Anwendung erstellt. Da sich die Testwilligen sich nicht vorher anmelden müssen, werden als erstes Namen und Wohnort aufgeschrieben. Jeder erhält eine Nummer, die dann für die weitere Bearbeitung der Tests verwendet wird. Außerdem werden großzügig FFP-2 Masken verteilt. Abstandhaltend werden die Tests nacheinander durchgeführt. Nach ca. 20 Minuten liegt das Ergebnis vor, die getesteten Personen werden mit ihrer Nummer identifiziert und über das Ergebnis informiert. Die Testungen werden i.d.R. durch 2 Fachkräfte abgenommen. Diese testen bis zu 100 Personen in einer Stunde. Bei hohem Aufkommen wird die Zahl der Tester*innen entsprechend erhöht. Für die Auswertung der Tests werden 1 bis 2 Personen benötigt, die Erfahrung bei der Auswertung von Tests haben. Bis zu drei Ehrenamtliche werden benötigt, um die Anmeldung und die sonstigen Verwaltungsarbeiten zu erledigen. Dazu gehört auch die Übermittlung der Ergebnisse an die getesteten Menschen. Wer eine Bescheinigung über die negative Testung benötigt, bekommt eine Bescheinigung, die dann beim Besuch in Kliniken und Pflegeheimen verwendet werden kann. Positiv getestete Personen bekommen auf jeden Fall bei der Belehrung eine Bescheinigung, die sie bei den PCR-Tests vorweisen können. Alle positiv getesteten Personen werden unverzüglich dem Gesundheitsamt gemeldet und fließen auch in die täglich zu meldenden Zahlen der Infektionen des Amtes mit ein. Die bei diesem Testangebot mithelfenden Ehrenamtlichen finden nach wie vor eine hohe Anerkennung durch lobende Worte der Getesteten, kleine Aufmerksamkeiten (Schokolade, Pralinen, Kaffee) oder zahlreiche Spenden, mit denen die Tests, die Schutzausrüstung und die Desinfektions- Maßnahmen gut finanziert werden können. 3. Neueste Entwicklung Zur Weiterentwicklung des Test-Verfahrens werden jetzt die Tests „Panbio Nasal” von der Fa. Abbott eingesetzt. Diese haben den Vorteil, dass sie einen Abstrich nur noch im unteren Nasenbereich erfordern und daher auch von Nichtfachkräften durchgeführt werden können. Ideal ist der Einsatz für Lehrer*innen, Erzieher*innen und ältere Schüler*innen. Dadurch kann ein hoher Schutz vor dem Virus einfach erreicht und ein Unterricht wieder ermöglicht werden vorausgesetzt, die A-H-A-L- Regeln werden weiterhin befolgt. Außerdem ist dadurch ein besserer Überblick über das Infektionsgeschehen und dessen Entwicklung möglich. Ältere Schüler*innen können diesen Test bei sich selbst machen, bei jüngeren Schüler*innen ist der Einsatz von ehrenamtlichen Helfer*innen möglich. Sollten Schulen nicht in der Lage sein, die regelmäßige Testung zu organisieren, besteht die Möglichkeit, diese zwei- bis dreimal wöchentlich in bestimmten Zeitfenstern beim Arztmobil durchzuführen. Die Pflege- und Altenheime können ihre Besucher auch zum Arztmobil schicken, wo sie kostenlos und ohne Anmeldung getestet werden und eine Bescheinigung über das negative Testergebnis ausgestellt bekommen. Auch die bisherigen Testzentren werden entlastet, wenn kein Fachpersonal mehr für diese neuen Schnelltests eingesetzt werden muss. Ehrenamtliche können nach Einweisung diese Tests selbständig durchführen. Diese Teststrategie sollte auch auf andere Berufsgruppen wie Polizei, Verkaufspersonal etc., die in engem, beruflich bedingtem Kontakt zu möglicherweise Infizierten stehen, ausgedehnt werden. Dies ist mit den neuen, preiswerten Schnelltests (4,65 € zzgl. MWSt.), die nur noch einen Abstrich im unteren Nasenbereich erfordern, noch viel einfacher zu bewerkstelligen. Bei Ausweitung dieser Testungen können sowohl ein besserer Überblick über das Infektionsgeschehen als auch Erkenntnisse über berufs- und personenbezogene Infektionsrisiken gewonnen werden. Der positive Eindämmungseffekt der Testung kann nur dann eintreten, wenn Bürger den Test regelmäßig, kostenlos und ohne Anmeldung oder langwierige Registrierungsverfahren an möglichst leicht zugänglichen Orten bekommen können. 4. Fazit: Insgesamt kann die öffentliche Testung sehr einfach durchgeführt werden. Wer über kein Arztmobil verfügt, kann die Test in einem offenen Zelt, in einer gut durchlüfteten Ladenpassage oder einem anderen, leicht zugänglichen überdachten Ort anbieten und in einem angrenzenden Raum auswerten. Das Modell ist also übertragbar, sobald eine Kommune, Institution oder Organisation gefunden ist, die die Test bestellt und mit öffentlich zur Verfügung gestellten Mitteln oder mit Spendengeldern finanziert. Zusammen mit den anderen Modulen der als Tübinger Weg bekannt gewordenen Strategie zur Eindämmung der Pandemie hat dies zu einer vergleichsweise niedrigen Auslastung der Klinikbetten geführt und derzeit auch zu einer im Bundesdurchschnitt geringeren Sieben-Tage-Inzidenz bei den Neuinfektionen. Der Landkreis Tübingen ist derzeit nicht als Risikogebiet einzustufen, da der Wert unter 50 liegt. Angesichts der erschreckend hohen Zahlen an Opfern gerade unter den Bewohner*innen der Heime und unter den Hochaltrigen ist der strikte Schutz dieser Gruppe das oberste Ziel der Pandemiebekämpfung. Dazu arbeiten in Tübingen alle Beteiligten eng zusammen, um dieses Ziel zu erreichen. Dazu gehört eine intensive Öffentlichkeitsarbeit, eine frühzeitige Verteilung von Masken für die über 65-jährigen, die vergünstigte Benutzung von Anrufsammeltaxis und aktuell die anlaufende Unterstützung von Impfwilligen, die aus eigener Kraft die Impfzentren nicht erreichen können. Diese Anstrengungen werden in Tübingen solange fortgesetzt, bis die Pandemie dauerhaft eingedämmt und ein „normales“ Leben wieder möglich ist.
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Extrahierter Text
Testzentrum Neureut 1.Arbeitsschritte 2.Logistik 3.Akzeptanz 4.Zwei Umsetzungsvorschläge Arbeitsschritte •Schnelltest oAbstrich oBetropfen, 15 min. warten, ablesen oMitteilen, ggf. beraten, ggf. PCR-Test einleiten •PCR-Te s t oAbstrich oLaborversand oLaborergebnis entgegennehmen oMitteilen, beraten, Meldepflichten erfüllen Logistik Schnelltest •Arbeitsplätze oFalls 6 Tests je Std. (1 Test / 10 min.): 1 Arbeitsplatz oFalls 30 Tests je Std. (1 Test / 2 min): 3 Arbeitsplätze / Arbeitsstraßen oZeitliche Planung ? Mengenplanung ? Mit / ohne Anmeldung ? •Beschaffung Material: s. oben •Kosten oBezahlsystem (Bar, Kreditkarte, EC-Karte) oGgf. teilweise kostenfrei (Nachweise? Berechtigungsscheine ? Unterschiedliche Kostenträger?) •Hygienekonzept und dessen Überwachung •Selbstschutz Test-Personal •Dokumentation: oFormulare, Aufklärung, Unterschriften mit scan, sichere Archivierung, Datenschutz •Haftpflichtversicherung •Verknüpfung mit Möglichkeit zu PCR-Te s t Akzeptanz •Bevölkerung: oSchnell, unkompliziert, mit UND ohne Anmeldung, drivein / walkin, kostenfrei soweit möglich •Stadtverwaltung ??? •Gesundheitsamt ??? Umsetzungsvorschlag I •Diejenigen machen lassen, die es schon können •Am Neureuter Platz •Z.B.: oder Nächste Schritte wären: Anfragen Anbieter, Anfrage Stadtverwaltung, Anfrage Gesundheitsamt Umsetzungsvorschlag II „Tübinger Modell“ der Schnelltests (auf Basis Ehrenamt und kommunale Leistung) •Zahlreiche Ehrenamtliche, incl. deren Schulung, •Tests bevorzugt nasal (viel einfacher !) •Kostenfrei / hohes Spendenaufkommen / Kostenanteile bei Stadt und Land •Logistische Unterstützung DRK und städt. Ämter •Intensive PR durch lokale Presse, langer PR-Vorlauf •Campingbus mit Vorzelt, Gartenstühle etc. •Komplette Meldung positiver Ergebnisse an Ges-Amt •Parallel Versorgung der Heime mit Schnelltests •Aktuell 100 – 150 / Tag, bisheriges Maximum 600 / Tag •Flankierende Pandemie-Maßnahmen: Kostenlose Masken, Taxi zum ÖPNV- Preis, Transport zum Impfzentrum. –Die Stadt WILL DAS! •Strategiepapier liegt vor •Eine „explosive“ Treiberin!