Differente Zahlen an den Grundschulen in Durlach bezüglich des Übertrittes auf ein Gymnasium
| Vorlage: | 2021/0276 |
|---|---|
| Art: | Antrag |
| Datum: | 02.03.2021 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Stadtamt Durlach |
| Erwähnte Stadtteile: | Durlach |
Beratungen
- Ortschaftsrat Durlach (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 10.03.2021
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: Kenntnisnahme
Zusätzliche Dateien
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Extrahierter Text
Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Differente Zahlen an den Grundschulen in Durlach bezüglich des Übertrittes auf ein Gymnasium B ́90/DIE GRÜNEN-OR-Fraktion eingegangen am: 14.01.2021 Vorlage Nr.: 2021/0276 Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Durlach 10.03.2021 2 ☒ ☐ Im Jahresbericht 2019 des Karlsruher Schul- und Sportamtes zeigen die prozentual angegebenen Zahlen, die Auskunft zur Übergangsquote von Schülerinnen und Schülern auf ein Gymnasium geben, dass es erhebliche Unterschiede zwischen den vier Durlacher Grundschulen gibt: ausgewiesen werden für: die Pestalozzi Schule Durlach 37 %, die Oberwaldschule Aue 42 %, die Bergwaldschule 75 % und für die Schlossschule Durlach 81 %. Zum Vergleich: für den Stadtkreis Karlsruhe wird im Jahr 2019 die Übergangsquote von der Grundschule auf das Gymnasium mit 59,5 % angegeben, für das Land Baden-Württemberg liegt diese Quote für den gleichen Zeitraum bei 43,3 % (Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: www.statistik-bw.de/BildungKultur/SchulenAll- gem/13015213.tab?R=KR212 und www.statistik-bw.de/BildungKultur/SchulenAllgem/AU_uebergaenge.jsp). In unterschiedlichen wissenschaftlich evaluierten Studien und in wissenschaftlicher Literatur werden sehr diffe- renziert die unterschiedlichen Blickwinkel auf den Übergang von Grundschule in die Sekundarstufe 1, aufgezeigt (z.B. Band 34 „Der Übergang von der Grundschule in die weiterführende Schule – Leistungsgerechtigkeit und regionale, soziale und ethnisch-kulturelle Disparitäten vom Bundesministerium für Bildung und Forschung aus dem Jahr 2010; (z.B. Becker, R., & Lauterbach, W. (2004). Dauerhafte Bildungsungleichheiten - Ursachen, Mechanismen, Prozesse und Wirkungen. In R. Becker, & W. Lauterbach, Bildung als Privileg? Erklärungen und Befunde zu den Ursachen der Bildungsungleichheit. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissen- schaften/GWV Fachverlage GmbH) Antrag – 2 – Die doch sehr unterschiedlichen Quoten des Überganges von Grundschule auf Gymnasium innerhalb eines ver- gleichbar kleinen Ortes wie Durlach lassen damit einige Fragen wichtig werden: - Welchen Einfluss haben die bestehenden Schulsprengel in der Stadt Durlach auf diese Entwicklung? - Benötigen Schulen Unterstützung – zum einen als beurteilendes System, zum anderen: welche Kriterien zur Beurteilung der Lernenden liegen tatsächlich zu Grunde, die einen Erklärungsansatz für die diffe- renten Zahlen im Übergang auf ein Gymnasium sind? - Wie kann das Stadtamt und auch der Ortschaftsrat dazu beitragen, allen Schülerinnen und Schülern des Ortes das individuell bestmögliche Bildungsangebot und die dazu benötigte Unterstützung zukommen zu lassen? Antrag: Wir bitten das Stadtamt Durlach in Zusammenarbeit mit den zuständigen Stellen der Stadt Karlsruhe, Antworten auf die oben formulierten Fragen zu finden. Zudem muss es als unabdingbar gesehen werden, eine Sozialraum- analyse in Auftrag zu geben, die eine verlässliche Basis darstellen kann, um Strategien entwickeln zu können. Inhalt dieser Sozialraumanalyse muss es auch sein, die Bedarfe der jeweiligen Grundschulen genauestens zu erfassen und dementsprechend Lösungsansätze zu generieren. Zudem kann der frühkindliche Betreuungs- und Bildungsbereich detailliert erfasst und evaluiert werden. unterzeichnet von: Elke Frey Christina Stolz Bündnis 90/Die Grünen
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Extrahierter Text
Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Differente Zahlen an den Grundschulen in Durlach bezüglich des Übertrittes auf ein Gymnasium B ́90/DIE GRÜNEN-OR-Fraktion eingegangen am: 14.01.2021 Vorlage Nr.: 2021/0276 Gremium Termin TOP ö nö Ortschaftsrat Durlach 10.03.2021 2 ☒ ☐ Kurzfassung Der Ortschaftsrat nimmt Kenntnis. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen | Erträge (Zuschüsse und Ähnliches) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzüglich Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja ☐ Nein ☒ Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja ☐ Nein ☐ Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: ☐ Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) ☐ Umschichtungen innerhalb des Dezernates ☐ Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☒ Ja ☐ positiv ☐ negativ ☐ geringfügig ☐ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☐ Ja ☒ durchgeführt am 10.03.2021 Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit Stellungnahme zum Antrag – 2 – Ergänzende Erläuterungen Die Verwaltung nimmt zu den aufgeworfenen Fragen folgendermaßen Stellung: 1. Welchen Einfluss haben die bestehenden Schulsprengel in der Stadt Durlach auf diese Entwicklung? Die Einteilung der Schulbezirke obliegt nach §25 des Schulgesetzes den Schulträgern. Es ist die Aufgabe, eine gleichmäßige Auslastung der Schulen herbeizuführen. Des Weiteren spielen die Themen „fußläufige Erreichbarkeit“ und „Schulwegsicherheit“ eine große Rolle. Das soziale Gefüge in der Einwohnerschaft in den Stadtteilen spielt dabei keine Rolle. 2. Benötigen Schulen Unterstützung – zum einen als beurteilendes System, zum anderen, welche Kriterien zur Beurteilung der Lernenden liegen tatsächlich zu Grunde, die einen Erklärungsansatz für die differenten Zahlen im Übergang auf ein Gymnasium sind? Diese Frage kann vom Schulträger nicht beantwortet werden. Das Staatliche Schulamt teilte folgendes mit: „Das soziale Gefüge in der Einwohnerschaft Durlach ist in den Stadtteilen sehr unterschiedlich. Zahlreiche sehr unterschiedliche Faktoren beeinflussen die Übergangsquote von Kindern auf die weiterführenden Schulen“. 3. Wie kann das Stadtamt Durlach und der Ortschaftsrat dazu beitragen, allen Schülerinnen und Schülern des Ortes das individuell bestmögliche Bildungsangebot und die dazu benötigte Unterstützung zukommen zu lassen? Die Übergangsquoten von Kindern auf weiterführende Schulen werden durch zahlreiche Faktoren beeinflusst. Die Rahmenkonzeption und Richtlinie „Ganztagsangebote für Grundschulkinder“ die zuletzt am 24. November 2015 fortgeschrieben und durch den Gemeinderat verabschiedet wurde, stellt eine umfassende Gesamtstrategie dar. Sie verfolgt das Ziel eines aufeinander abgestimmten Konzepts von Bildung, Erziehung und Betreuung, um die individuellen Interessen und Kompetenzen aller Schüler/innen bestmöglich zu fördern. Darüber hinaus bietet die öffentliche Jugendhilfe zahlreiche Maßnahmen an, beispielsweise Schulsozialarbeit, Angebote der offenen Kinder- und Jugendarbeit und Hilfen zur Erziehung, um Kinder und Jugendliche in ihrer individuellen Lebenssituation und ihrem Bedarf entsprechend zu begleiten, zu stärken und zu unterstützen. Eine Herausforderung für die Umsetzung von unterstützenden Maßnahmen von Schüler/innen zur Förderung der individuellen Kompetenzen sind oftmals Zugangshürden, insbesondere für Familien in Armutslagen. Hier können Ortsverwaltung und Ortschaftsrat durch aufklärende Öffentlichkeitsarbeit einen Beitrag dazu leisten, individuelle Zugangshürden abzubauen. Darüber hinaus wäre es zielführend, die Situation mit den Schulleitungen und der Schulsozialarbeit der Durlacher Grundschulen zu erörtern, um gegebenenfalls vorhandene Handlungsbedarfe zu identifizieren. Weiteres: Eine Sozialraumanalyse für den Stadtteil Durlach kann aus Sicht der Stadtverwaltung (Sozial- und Jugendbehörde) für die vorliegende Anfrage keine neuen Erkenntnisse generieren, so dass auf diese verzichtet werden kann.