Kommunale Entwicklungszusammenarbeit (KEZ) der Stadt Karlsruhe - Grundsatzpapier
| Vorlage: | 2021/0138 |
|---|---|
| Art: | Beschlussvorlage |
| Datum: | 08.02.2021 |
| Letzte Änderung: | 03.03.2025 |
| Unter Leitung von: | Stabsstelle Außenbeziehungen und Strategisches Marketing |
| Erwähnte Stadtteile: | Daxlanden |
Beratungen
- Gemeinderat (öffentlich/nicht öffentlich)
Datum: 22.06.2021
Rolle: Entscheidung
Ergebnis: einstimmig zugestimmt
Zusätzliche Dateien
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Beschlussvorlage Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Vorlage Nr.: 2021/0138 Verantwortlich: Dez. 1 Dienststelle: SAM Kommunale Entwicklungszusammenarbeit (KEZ) der Stadt KA - Grundsatzpapier Beratungsfolge dieser Vorlage Gremium Termin TOP ö nö Ergebnis Hauptausschuss 15.06.2021 5 x Gemeinderat 22.06.2021 6 x Beschlussantrag (Kurzfassung) 1. Der Gemeinderat nimmt das Grundsatzpapier zur „Kommunalen Entwicklungszusammenarbeit“ (Anlage 1) zur Kenntnis und stimmt den politisch-strategischen Eckpunkten zur kontinuierlichen Stärkung des Handlungsfelds bis 2030 im Kontext der „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten der Stadt zu. 2. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, wie die Unterstützung der Landespartnerschaft Baden- Württemberg – Burundi mit den vorhandenen Ressourcen umgesetzt werden kann. 3. Der Gemeinderat stimmt dem Vorschlag der Verwaltung zu, bis 2030 eine Projektpartnerschaft mit einer Kommune auf dem afrikanischen Kontinent aufzubauen. Die Verwaltung wird beauftragt, in den kommenden Jahren potenzielle Partnerschaften zu prüfen und die erforderlichen Ressourcen zu ermitteln. Finanzielle Auswirkungen Gesamtkosten der Maßnahme Einzahlungen | Erträge (Zuschüsse und Ähnliches) Jährliche laufende Belastung (Folgekosten mit kalkulatorischen Kosten abzüglich Folgeerträge und Folgeeinsparungen) Ja ☒ Nein ☐ Derzeit noch nicht bezifferbar Drittmittelfinanzierung wird angestrebt Derzeit noch nicht bezifferbar Haushaltsmittel sind dauerhaft im Budget vorhanden Ja ☐ Nein ☒ Die Finanzierung wird auf Dauer wie folgt sichergestellt und ist in den ergänzenden Erläuterungen auszuführen: ☐ Durch Wegfall bestehender Aufgaben (Aufgabenkritik) ☒ Umschichtungen innerhalb der Dezernate ☐ Der Gemeinderat beschließt die Maßnahme im gesamtstädtischen Interesse und stimmt einer Etatisierung in den Folgejahren zu. CO 2 -Relevanz: Auswirkung auf den Klimaschutz Bei Ja: Begründung | Optimierung (im Text ergänzende Erläuterungen) Nein ☐ Ja ☒ positiv ☒ negativ ☐ geringfügig ☒ erheblich ☐ IQ-relevant Nein ☒ Ja ☐ Korridorthema: Anhörung Ortschaftsrat (§ 70 Abs. 1 GemO) Nein ☒ Ja ☐ durchgeführt am Abstimmung mit städtischen Gesellschaften Nein ☒ Ja ☐ abgestimmt mit – 2 – Ergänzende Erläuterungen „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit“ im nationalen und internationalen Kontext: Alle Kommunen im Globalen Norden und im Globalen Süden sind bei der Umsetzung der Agenda 2030 und den 17 Nachhaltigkeitszielen (Sustainable Development Goals, SDGs) angesprochen. Die Stadt Karlsruhe hat bereits 2016 die Erklärung „2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“ des Deutschen Städtetags und des Rates der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) unterzeichnet und damit ihre Bereitschaft erklärt, sich für die Ziele der Agenda 2030 zu engagieren. Die Umsetzung von SDG Nr. 17 („Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“) umfasst sowohl Maßnahmen der Entwicklungspolitik hier als auch Maßnahmen der Entwicklungszusammenarbeit im Globalen Süden. Unter kommunaler Entwicklungszusammenarbeit (KEZ) versteht man die direkte Zusammenarbeit zwischen einer Kommune in Deutschland und Kommunen oder anderen Partnern in Ländern des Globalen Südens in Form von Projekten bzw. Projektpartnerschaften: Entwicklung von lokalen Lösungsansätzen durch wechselseitigen Fach- und Erfahrungsaustausch sowie deren konkrete Umsetzung. Die Stadt Karlsruhe orientiert sich hierbei an den Empfehlungen der „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt“ (SKEW; vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungspolitik finanziertes Kompetenzzentrum für kommunale Entwicklungspolitik in Deutschland), der Bertelsmann- Stiftung, der kommunalen Spitzenverbände und des Rates der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE). Die SKEW unterstützt Kommunen in Deutschland und im Globalen Süden bei Themen der Kommunalen Entwicklungspolitik inklusive der KEZ durch Information, Beratung, Qualifizierung und mit Fördermitteln. Darüber hinaus orientiert sich die Stadt Karlsruhe an Publikationen des Städtetags Baden-Württemberg: „Handbuch zu kommunaler Entwicklungspolitik“ und das in Kürze erscheinende „Handlungskonzept für die kommunale Entwicklungspolitik in Baden-Württemberg“. Umwelt- und Klimaaspekte gehören zu den Fokusthemen künftiger KEZ-Maßnahmen der Stadt Karlsruhe. Bisher und aktuell in Umsetzung bzw. in Entwicklung befindliche KEZ-Maßnahmen ▪ Klimapartnerschaft Karlsruhe – San Miguel de Los Bancos (Ecuador) ▪ Unterstützung des Projekts „Schulausbau in Haiti“ im Rahmen der bundesweiten Initiative „1000 Schulen für die Welt“ (Gemeinderatsbeschluss vom Dezember 2019) ▪ Wirtschaftspartnerschaft Karlsruhe – Pune („India Board Karlsruhe“) mit eigenem Kooperationsbüro in Pune sowie Einzelprojekten mit Mumbai, Nagpur und Aurangabad ▪ Fachaustausch und Vernetzung Klima, Energie und Technologietransfer (Ostafrika, Fokus Uganda und Dschibuti) ▪ Projekt „Verwaltungs- und Managementberatung ÖPNV-System Kampala (Uganda)“ ▪ Projekt „Collaboration for Active Mobility in Sub-Saharan Africa“ (Beratung der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft HsKA) ▪ Aufbau eines Ostafrika-Netzwerks in Karlsruhe. Eine Projektpartnerschaft mit einer Kommune in Burundi als Karlsruher Beitrag zur Landespartnerschaft Baden-Württemberg – Burundi (Prüfauftrag Gemeinderat 2014), wurde wegen der instabilen politischen Lage vor Ort nicht weiterverfolgt (Entscheidung Hauptausschuss April 2015). Zielsetzung bis 2030 Vor dem Hintergrund der gesellschaftspolitischen Entwicklungen ist es das übergeordnete Ziel, das Handlungsfeld KEZ bis zum Jahr 2030 politisch, strategisch und organisatorisch im Gemeinderat, der – 3 – Verwaltung und den städtischen Gesellschaften fest zu verankern. Ziele und Erwartungen bis zum Jahr 2030: ▪ „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit“ ist ein in Politik, Verwaltung und städtischen Gesellschaften anerkanntes und aktiv bespieltes Handlungsfeld. ▪ Die KEZ in Karlsruhe richtet sich an nationalen und internationalen Schwerpunktsetzungen aus (Beispiel: Afrika). ▪ Für das Handlungsfeld KEZ gibt es eine zentrale, federführende Zuständigkeit im Organisationsplan der Stadtverwaltung. Die federführende Organisationseinheit ist mit einer zentralen Koordinierungsstelle (Voll- bzw. Teilzeit) ausgestattet. ▪ Das Handlungsfeld KEZ ist thematisch breiter aufgestellt, eine größere Anzahl von Ämtern und städtischen Gesellschaften übernimmt fachlich Verantwortung. Den Dienststellen stehen dafür ausgewiesene finanzielle und personelle Ressourcen zur Umsetzung von Maßnahmen zur Verfügung. ▪ Eine Projektpartnerschaft zwischen Karlsruhe und einer Kommune auf dem afrikanischen Kontinent ist initiiert. ▪ Die Stadt wirbt erfolgreich Drittmittel für KEZ-Projekte und Maßnahmen ein (z.B. bei der SKEW). Diese sind für die Karlsruher KEZ eine essenzielle Voraussetzung. ▪ Eine kontinuierliche Zusammenarbeit städtischer Dienststellen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren der Entwicklungspolitik hat sich etabliert. ▪ Mindestens eine Stadträtin bzw. ein Stadtrat vertreten die Stadt Karlsruhe im KEZ-Ausschuss des Rates der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE). Die Umsetzung des Grundsatzpapiers erfolgt unter Berücksichtigung der derzeitigen schwierigen Finanzsituation der Stadt Karlsruhe. CO2-Relevanz Ein Teil der laufenden bzw. geplanten Maßnahmen hat eine direkte oder indirekte CO2-Relevanz im Sinne von CO2-Einsparungen in den Projektpartnerstädten, beispielsweise die Klimapartnerschaft mit San Miguel de Los Bancos (Schwerpunkt: Aufforstung) und die beiden Projekte in Uganda („Verwaltungs- und Managementberatung ÖPNV-System Kampala“, „Collaboration for Active Mobility in Sub-Saharan Africa“). Anlagen 1. Grundsatzpapier „Karlsruhe in der „Kommunalen Entwicklungszusammenarbeit“ (KEZ) – Politischer Kontext, Status quo und Zielsetzung zur Stärkung des Handlungsfelds KEZ bis 2030“ 2. Erwartungen, Vorschläge und Anregungen von ausgewählten zivilgesellschaftlichen Akteuren der Karlsruher Entwicklungspolitik 3. Laufende Maßnahmen zivilgesellschaftlicher Akteure der Karlsruher Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit 4. Laufende Maßnahmen der „Kommunalen Entwicklungszusammenarbeit“ und der „Kommunalen Entwicklungspolitik“ aus den städtischen Ämtern und Gesellschaften – 4 – Beschluss: Antrag an den Gemeinderat – nach Vorberatung im Hauptausschuss: 1. Der Gemeinderat nimmt das Grundsatzpapier zur „Kommunalen Entwicklungszusammenarbeit“ (Anlage 1) zur Kenntnis und stimmt den politisch-strategischen Eckpunkten zur kontinuierlichen Stärkung des Handlungsfelds bis 2030 im Kontext der „Nachhaltigen Entwicklungsziele“ unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten der Stadt zu. 2. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, wie die Unterstützung der Landespartnerschaft Baden- Württemberg – Burundi mit den vorhandenen Ressourcen umgesetzt werden kann. 3. Der Gemeinderat stimmt dem Vorschlag der Verwaltung zu, bis 2030 eine Projektpartnerschaft mit einer Kommune auf dem afrikanischen Kontinent aufzubauen. Die Verwaltung wird beauftragt, in den kommenden Jahren potenzielle Partnerschaften zu prüfen und die erforderlichen Ressourcen zu ermitteln.
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Gedruckt auf 100 Prozent Recyclingpapier Stabsstelle Außenbeziehungen und Strategisches Marketing (SAM) Dr. Eberhard Fischer, R1871 (Hartig, R1877) 27. Mai 2021 Grundsatzpapier „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit“ (Maßnahme unter Ziel 3 der Karlsruher Internationalisierungsstrategie 2020) Hier: Textentwurf für GR-Sitzung in KW 25 (Vorberatung Hauptausschuss in KW 24) Das Grundsatzpapier wird der RIS-Vorlage als Anlage 1 beigelegt. Karlsruhe in der „Kommunalen Entwicklungszusammenarbeit“ (KEZ) – Politischer Kontext, Status quo und Zielsetzung zur Stärkung des Handlungsfelds KEZ bis 2030 I. KEZ im nationalen und internationalen Kontext 1. Globale Verantwortung und die Agenda 2030 als Basis Politische Leitlinie auf internationaler und nationaler Ebene seit einigen Jahren: Aus Entwicklungshilfe wurde Entwicklungszusammenarbeit; Entwicklungspolitik richtet sich als Zukunftspolitik an globalen Strukturen und Prozessen aus, um den Herausforderungen der Einen Welt gerecht werden zu können. Dies betrifft auch die kommunale Ebene als Ort des tagtäglichen Miteinanders und zentralen Mitgestalters der Einen Welt. 1 Alle Kommunen dieser Welt stehen trotz ihrer ungleichen Rahmenbedingungen letztendlich vor den gleichen globalen Herausforderungen. Mit der Agenda 2030 hat sich die Weltgemeinschaft globale Nachhaltigkeitsziele (Sustainable Development Goals, SDGs) für eine sozial, wirtschaftlich und ökologisch nachhaltige Entwicklung gesetzt. Die 17 Ziele gelten universal und für alle Länder gleichermaßen. Sie reichen von der Beseitigung des weltweiten Hungers über die Stärkung von nachhaltigem Konsum und nachhaltiger Produktion bis hin zu Maßnahmen für den Klimaschutz. Insbesondere SDG 17 („Partnerschaften zur Erreichung der Ziele“) bildet die Basis für „Kommunale Entwicklungspolitik“ (KEPol) und für „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit“. Alle Kommunen im Globalen Norden und im Globalen Süden sind bei der Umsetzung der Agenda 2030 angesprochen, sowohl vor Ort in der eigenen Kommune als auch in kommunalen Projektpartnerschaften. Der wechselseitige Fachaustausch und die konkrete Umsetzung von Projekten sind Teil der kommunalen Partnerschaftsarbeit. Lokale Lösungsansätze zu globalen Fragen im Sinne der Agenda 2030 zu entwickeln und in Form von Projekten durchzuführen, bedeutet die Übernahme von globaler Verantwortung. 2 1 Servicestelle Kommunen in der Einen Welt, https://skew.engagement-global.de/zehn-fragen-zu-kommunalen- partnerschaften.html#anker2 2 „SDG-Indikatoren für Kommunen – Indikatoren zur Abbildung der Sustainable Development Goals der vereinten Nationen in deutschen Kommunen“, Nov. 2020, S. 155, 156 – 2 – Die Stadt Karlsruhe hat bereits 2016 die Erklärung „2030-Agenda für nachhaltige Entwicklung: Nachhaltigkeit auf kommunaler Ebene gestalten“ des Deutschen Städtetags und des Rates der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE) unterzeichnet und damit ihre Bereitschaft erklärt, sich für die Ziele der Agenda 2030 zu engagieren. Weitere Konzepte, Strategien und Berichte mit Bezug zu den Zielen der Agenda 2030: ▪ „Klimaschutzkonzept 2030“ (April 2020) ▪ Internationalisierungsstrategie „Internationales Karlsruhe 2030 – innovativer.nachhaltiger.weltoffener“ (November 2020) ▪ Korridorthema „Meine grüne Stadt Karlsruhe“ (Juni 2017, im Rahmen des IQ-Prozesses) ▪ Internationalisierungsstrategie der Wirtschaftsförderung (in Erarbeitung, einschließlich Zielmärkte Indien und Afrika) ▪ Nachhaltigkeitsbericht der Stadt Karlsruhe (in Erarbeitung) 2. Grundlegende Definitionen und Begrifflichkeiten Die Stadt Karlsruhe orientiert sich hierbei an den Empfehlungen der „Servicestelle Kommunen in der Einen Welt“ (SKEW), der Bertelsmann-Stiftung, der kommunalen Spitzenverbände und des Rates der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE). 3 Die SKEW ist ein vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungspolitik (BMZ) finanziertes Kompetenzzentrum für kommunale Entwicklungspolitik in Deutschland. Durch Information, Beratung, Qualifizierung und mit Fördermitteln unterstützt die SKEW Kommunen in Deutschland und im Globalen Süden bei Themen der Kommunalen Entwicklungspolitik. Darüber hinaus orientiert sich die Stadt Karlsruhe an den einschlägigen Publikationen des Städtetags Baden-Württemberg: dem „Handbuch zu kommunaler Entwicklungspolitik“ und dem in Kürze erscheinenden „Handlungskonzept für die kommunale Entwicklungspolitik in Baden-Württemberg“. Kommunale Entwicklungspolitik (KEPol) Alle Mittel und Maßnahmen um die wirtschaftliche, soziale und politische Entwicklung der Länder des Globalen Südens zu fördern. Auf kommunaler Ebene umfasst dies sowohl Maßnahmen hier (z.B. entwicklungspolitische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit, nachhaltige Beschaffung, Fairer Handel) als auch Maßnahmen im Globalen Süden. 4 Kommunale Entwicklungszusammenarbeit (KEZ) Die direkte Zusammenarbeit zwischen der Kommune in Deutschland und Kommunen 3 „SDG-Indikatoren für Kommunen – Indikatoren zur Abbildung der Sustainable Development Goals der vereinten Nationen in deutschen Kommunen“, Nov. 2020 4 Vollständige Definition siehe: „SDG-Indikatoren für Kommunen – Indikatoren zur Abbildung der Sustainable Development Goals der vereinten Nationen in deutschen Kommunen“, Nov. 2020“, S. 154 – 3 – oder anderen Partnern in Ländern des Globalen Südens in Form von Projekten. 5 KEZ ist Teil der Entwicklungspolitik. Länder des Globalen Südens Die Mehrzahl dieser Länder liegt in Afrika, Latein- und Südamerika sowie Asien. Maßgeblich für die Einstufung ist die „DAC-Liste der Entwicklungsländer und -regionen“ der OECD 6 . So unterschiedliche Länder wie Burundi, Dschibuti, Ecuador, Indien, Türkei oder Uganda zählen dazu, also neben sehr armen Ländern auch so genannte „Schwellenländer“. Die Stadt Karlsruhe verwendet durchgängig den Begriff „Länder des Globalen Südens“. Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklungspolitik Wirtschaftliche Zusammenarbeit bildet ein Handlungsfeld der Entwicklungspolitik und damit auch der KEZ. Die Förderung der wirtschaftlichen Entwicklung soll neben der sozialen und politischen Entwicklung des Globalen Südens Hauptziel des entwicklungspolitischen Engagements von Kommunen sein. 7 Wirtschaft und Entwicklungspolitik heißt „nachhaltiges Wirtschaften im Sinne des in Einklangbringens von sozialen, ökologischen und wirtschaftlichen Entwicklungszielen – im eigenen Unternehmen und zusammen mit allen PartnerInnen.“ 8 Dieses Grundsatzpapier hat die Kommunale Entwicklungszusammenarbeit im Fokus und beleuchtet die weiteren Aspekte von Kommunaler Entwicklungspolitik nur insoweit, als diese in direktem Zusammenhang damit stehen. II. Status Quo der Kommunalen Entwicklungszusammenarbeit (KEZ) in Karlsruhe Aktuell sind folgende KEZ-Maßnahmen in Umsetzung bzw. in Entwicklung: ▪ Klimapartnerschaft Karlsruhe – San Miguel de Los Bancos (Ecuador) Zuständigkeit: KEK, SAM ▪ Unterstützung des Projekts Schulausbau in Haiti im Rahmen der bundesweiten Initiative „1000 Schulen für die Welt“ (Gemeinderatsbeschluss vom Dezember 2019) Zuständigkeit: nph Kinderhilfe Lateinamerika zusammen mit Dez. 5, UA ▪ Wirtschaftspartnerschaft Karlsruhe – Pune („India Board Karlsruhe“) Eigenes Kooperationsbüro in Pune sowie Einzelprojekte mit Mumbai, Nagpur und Aurangabad 5 Vollständige Definition siehe: „SDG-Indikatoren für Kommunen – Indikatoren zur Abbildung der Sustainable Development Goals der vereinten Nationen in deutschen Kommunen“, Nov. 2020, S. 153 6 Auf internationaler Ebene legt der Ausschuss für Entwicklungshilfe (Development Assistance Committee, DAC) der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) fest, welche Länder und Regionen als „Entwicklungsländer“ bzw. „Entwicklungsgebiete“ gelten. 7 „SDG-Indikatoren für Kommunen – Indikatoren zur Abbildung der Sustainable Development Goals der vereinten Nationen in deutschen Kommunen“, Nov. 2020, S. 153, 154, 157 8 „Handlungskonzept für die kommunale Entwicklungspolitik in Baden-Württemberg“, Städtetag Baden- Württemberg, Entwurf (Stand: März 2021) – 4 – Zuständigkeit: Wifö mit Beteiligung von StPlA, SAM, KMK, KTG, KME, Stadtwerke und weiteren Fachämtern ▪ Fachaustausch und Vernetzung Klima, Energie und Technologietransfer (Ostafrika, Fokus Uganda und Dschibuti) Zuständigkeit: Wifö, EnergieForum, Technologietransfermanagement ▪ Projekt „Verwaltungs- und Managementberatung ÖPNV-System Kampala (Uganda)“ Zuständigkeit: TTK, StPlA, KVV/VBK, SAM, Wifö ▪ Projekt „Collaboration for Active Mobility in Sub-Saharan Africa“ Beratung der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft (HsKA) Zuständigkeit: StPlA ▪ Aufbau eines Ostafrika-Netzwerks in Karlsruhe Zuständigkeit: Wifö Ein Teil der laufenden bzw. geplanten Maßnahmen hat eine direkte oder indirekte CO2- Relevanz im Sinne von CO2-Einsparungen in den Projektpartnerstädten, beispielsweise die Klimapartnerschaft mit San Miguel de Los Bancos (Schwerpunkt: Aufforstung) und die beiden Projekte in Uganda („Verwaltungs- und Managementberatung ÖPNV-System Kampala“, „Collaboration for Active Mobility in Sub-Saharan Africa“). Es besteht zudem eine Landespartnerschaft Baden-Württemberg – Burundi. Der Prüfauftrag des Gemeinderats aus dem Jahr 2014 zur Initiierung einer Projektpartnerschaft mit einer Kommune in Burundi wurde wegen der instabilen politischen Lage vor Ort nicht weiterverfolgt (Entscheidung Hauptausschuss im April 2015). Derzeit wird die Landespartnerschaft von Seiten der Stadtverwaltung mit der Fair-Trade- Initiative „Karlsruher Fächerkaffee Burundi“ in Form einer Kooperation der lokalen Agenda 21 mit dem Verein Aktion Dritte Welt e.V. (AEW e.V. – Weltladen Karlsruhe) durch den Umwelt- und Arbeitsschutz unterstützt (siehe Anlage). Abweichend von der DAC-Liste und den o.g. Definitionen hat sich die Stadtverwaltung in Karlsruhe entschieden, die Projektpartnerschaften mit den türkischen Städten Van und Sakarya nicht unter den Begriff KEZ zu subsummieren. Trotz der laufenden und in Planung befindlichen Maßnahmen und der Aufwertung des Themas durch die Karlsruher Internationalisierungsstrategie kommt dem Handlungsfeld KEZ in der Mehrzahl der Karlsruher Ämter und Gesellschaften bisher nur eine geringe Bedeutung zu bzw. ist gar nicht präsent. Gründe dafür sind: ▪ Das Fehlen einer Gesamtstrategie und von Grundlagenarbeit für eine gesamtstädtische und fachlich fundierte Herangehensweise und Umsetzung des Handlungsfelds KEZ. ▪ Das Fehlen einer zentralen, federführenden und strategisch-koordinierenden Zuständigkeit für KEZ in der Organisationsstruktur der Stadtverwaltung, hinterlegt mit entsprechenden Stellenanteilen. ▪ Das Fehlen einer zentralen Kontaktstelle für die Zivilgesellschaft, hinterlegt mit entsprechenden Stellenanteilen; eine durch die SKEW geförderte Projektstelle lief 2019 aus. ▪ Das Fehlen ausreichender personeller und finanzieller Ressourcen für die Projektarbeit in den KEZ-aktiven städtischen Ämtern und Gesellschaften. – 5 – ▪ Nur punktuelle Einbeziehung des Know-hows zivilgesellschaftlicher Akteure der Entwicklungszusammenarbeit in die Strategie- und Projektarbeit. III. Die Zukunft der Kommunalen Entwicklungsarbeit (KEZ) in Karlsruhe 1. Herausforderungen und Zielsetzung bis 2030 Vor dem Hintergrund der gesellschaftspolitischen Entwicklungen ist es das übergeordnete Ziel, das Handlungsfeld KEZ bis zum Jahr 2030 politisch, strategisch und organisatorisch im Gemeinderat, der Verwaltung und den städtischen Gesellschaften fest zu verankern. Ziele und Erwartungen bis zum Jahr 2030: ▪ „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit“ ist ein in Politik, Verwaltung und städtischen Gesellschaften anerkanntes und aktiv bespieltes Handlungsfeld. ▪ KEZ in Karlsruhe richtet sich an nationalen und internationalen Schwerpunktsetzungen aus (Beispiel: Afrika). ▪ Für das Handlungsfeld KEZ gibt es eine zentrale, federführende Zuständigkeit im Organisationsplan der Stadtverwaltung. ▪ Das Handlungsfeld KEZ ist bei der federführenden Organisationseinheit mit einer zentralen Koordinierungsstelle (Voll- bzw. Teilzeit) ausgestattet. ▪ Das Handlungsfeld KEZ ist thematisch breiter aufgestellt, eine größere Anzahl von Ämtern und städtischen Gesellschaften übernimmt fachlich Verantwortung. Den Dienststellen stehen dafür ausgewiesene finanzielle und personelle Ressourcen zur Umsetzung von Maßnahmen zur Verfügung. ▪ Eine Projektpartnerschaft zwischen Karlsruhe und einer Kommune im Globalen Süden ist initiiert. ▪ Die Stadt wirbt erfolgreich Drittmittel für KEZ-Projekte und Maßnahmen ein (z.B. bei der SKEW). Diese sind für die Karlsruher KEZ eine essentielle Voraussetzung. ▪ Eine kontinuierliche Zusammenarbeit städtischer Dienststellen mit zivilgesellschaftlichen Akteuren der Entwicklungspolitik hat sich etabliert. ▪ Mindestens eine Stadträtin bzw. ein Stadtrat vertreten die Stadt Karlsruhe im KEZ- Ausschuss des Rates der Gemeinden und Regionen Europas (RGRE). Die Umsetzung des Grundsatzpapiers erfolgt unter Berücksichtigung der derzeitigen schwierigen Finanzsituation der Stadt Karlsruhe. 2. Klimapartnerschaft Karlsruhe – San Miguel de Los Bancos Die Klimapartnerschaft wird in den kommenden Jahren verstetigt. Die Strukturen für eine Weiterentwicklung der Partnerschaft sind in Los Bancos sowohl auf Verwaltungsebene als auch auf politischer Ebene (Kantonsrat) gegeben. Auch auf Seiten der Stadt Karlsruhe gibt es bei der – federführenden – Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) die erforderlichen personellen Ressourcen auf Führungs- und Sachbearbeiterebene. Mit der Artenschutzstiftung und den Stadtwerken sind engagierte Partner an der weiteren Umsetzung der Einzelprojekte beteiligt (siehe Anlage). – 6 – 3. Ostafrika-Aktivitäten der Wirtschaftsförderung (Fokus: Uganda und Dschibuti) Für entwicklungspolitische Maßnahmen in und zu Uganda und Dschibuti liegt die Federführung bei der Wirtschaftsförderung. Dazu gehört insbesondere der Aufbau eines Afrika-Netzwerks in Karlsruhe: gemeinsam mit Akteuren aus Wirtschaft (PTV, EOSD, Kreuter, Rothweiler), Wissenschaft (KIT, Fraunhofer ICT, Eifer Institut) und Verwaltung sowie unter Einbeziehung bestehender Netzwerke wird ein regionales Netzwerk zu Afrika aufgebaut. Im Zusammenspiel der Initiativen aus Smart Cities (Kampala, Karlsruhe, mögliche Kooperation mit Straßburg) und dem Technologietransfer Karlsruher Wissenschaftseinrichtungen wird eine zentrale Ansprechperson für wirtschaftliche Kooperationen mit afrikanischen Partnern etabliert. Das Afrika-Netzwerk dient der Kommunikation der Wirtschaftsförderung zu den Themen mit Afrika-Bezug. Es dient als Katalysator für die Initiierung neuer Projekte und Kooperationen zwischen Karlsruhe und afrikanischen Partnern. Einzelprojekte, wie beispielsweise das laufende Projekt „Verwaltungs- und Managementberatung ÖPNV-System Kampala“, sollen möglichst so ausgestaltet werden, dass sich aufbauend Folgeprojekte ergeben. 4. Umsetzung der Landespartnerschaft Baden-Württemberg – Burundi Eine über die aktuellen Maßnahmen hinausgehende Unterstützung der Landespartnerschaft (siehe oben) ist derzeit mangels personeller und finanzieller Ressourcen nicht möglich. Getragen wird die Landespartnerschaft hauptsächlich von den vielfältigen, langjährigen und oftmals ehrenamtlichen Aktivitäten und Initiativen der Karlsruher Zivilgesellschaft, beispielsweise durch Vereine, Netzwerke, Organisationen und Schulen. Diese Akteure wünschen von Seiten der Verwaltung ein größeres Engagement zur Umsetzung der Landespartnerschaft. Vorschläge dazu von Seiten der Zivilgesellschaft und des Burundi-Kompetenzzentrums der Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden-Württemberg (SEZ) betreffen das gesamte Feld der KEPol, nicht nur KEZ-Maßnahmen (siehe Anlage). Vor einer etwaigen Projektpartnerschaft muss geprüft werden: ▪ die politische Situation und die Sicherheitslage in Burundi ▪ die Eignung der vorgeschlagenen Kommunen für eine Kooperation mit der Großstadt Karlsruhe (Mehrwert für beide Seiten) ▪ die Verfügbarkeit von Fördermitteln (z.B. von SEZ, SKEW) 5. Kernindikatoren zur Umsetzung von SDG 17 Die Stadt Karlsruhe richtet ihre aktuellen und künftigen Maßnahmen zur Stärkung der KEZ an den SDGs aus, hier insbesondere SDG 17 („Partnerschaften zur Erreichung der – 7 – Ziele“). Dafür orientiert sie sich an den fünf Kernindikatoren, die die kommunalen Spitzenverbände, die SKEW, der RGRE und die Bertelsmann Stiftung den deutschen Kommunen zur Umsetzung der SDGs an die Hand geben. Auch andere Städte wie z.B. Mannheim, Stuttgart und Bonn orientieren sich an diesen Indikatoren. Ausgaben für Entwicklungszusammenarbeit und -politik: ▪ Ausgaben für Projekte der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit je 10.000 EinwohnerInnen ▪ Ausgaben für entwicklungspolitische Projekte und Entwicklungszusammenarbeit je EinwohnerIn Partnerschaften und Projekte mit Partnern in Ländern des Globalen Südens: ▪ Anzahl der Partnerschaften mit Partnern in Ländern des Globalen Südens je 10.000 EinwohnerInnen ▪ Anzahl der mit Partnern in Ländern des Globalen Südens durchgeführten KEPol- Projekte im Verhältnis zur EinwohnerInnenzahl Entwicklungspolitische Projekte: ▪ Anzahl der entwicklungspolitischen Projekte, an denen die Kommune im Berichtsjahr beteiligt war, je 1000 EinwohnerInnen IV. Rahmenbedingungen für laufende und künftige KEZ-Maßnahmen in Karlsruhe Die folgenden Rahmenbedingungen sollen dem Gemeinderat, der Verwaltung und den städtischen Gesellschaften eine grundsätzliche Orientierung bei der Ausgestaltung des Handlungsfelds KEZ geben. An der Erarbeitung der Eckpunkte haben sich zivilgesellschaftliche Akteure beteiligt. Sie bieten den Ämtern und städtischen Gesellschaften künftig bei der Auswahl von Partnern und Projekten sowie bei der Umsetzung von Einzelmaßnahmen Unterstützung. ▪ Agenda 2030 und SDGs als übergeordneter Rahmen: Die Stadt Karlsruhe richtet ihre laufenden und künftigen KEZ-Maßnahmen in ihrer Themen- und Zielsetzung sowie in der Arbeits- und Herangehensweise an der Agenda 2030 und den SDGs aus, so wie viele andere Städte in Deutschland und weltweit. Neben Umwelt- und Klimaaspekten stehen auch Fragen der sozialen Gerechtigkeit und der Menschenrechte sowie Bildungs- und Genderaspekte im Fokus der KEZ. ▪ Einbettung in Strategien und Initiativen von Land, Bund und EU: Die Stadt orientiert sich bei strategischen Überlegungen und der Festlegung von Zielsetzungen in Einzelmaßnahmen an relevanten Strategiepapieren und Handlungs- konzepten der Landes-, Bundes- und EU-Ebene. Dies stellt sicher, dass die Karlsruher KEZ über alle politischen Ebenen legitimiert ist und damit auch der Zugang zu entsprechenden Fördermitteln offensteht. – 8 – ▪ Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen Akteuren der Entwicklungs- zusammenarbeit: Die Stadt bezieht bei der Strategie- und Projektarbeit verstärkt die Expertise, Handlungsempfehlungen und Maßnahmenvorschläge von zivilgesellschaftlichen Akteuren der Entwicklungszusammenarbeit ein. Eine Verschneidung mit Projekten der Zivilgesellschaft wird angestrebt, daraus resultierende Synergien werden genutzt. ▪ Begleitung der KEZ durch lokale entwicklungspolitische Arbeit: Die Stadt nutzt ihre Angebote der entwicklungspolitischen Bildungs-, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit, um diese gezielt mit ihren KEZ-Maßnahmen zu verschränken. Die Stadtgesellschaft und insbesondere junge Menschen werden für entwicklungspolitische Zusammenhänge und den Mehrwert kommunaler Partnerschaften mit dem Globalen Süden sensibilisiert. ▪ Hilfsleistungen: Die Stadt Karlsruhe erachtet ihre Partner im „Globalen Süden“ nicht als Empfänger von Hilfsleistungen, sondern als gleichberechtigte Projektpartner. Maßnahmen, die der „klassischen“ Entwicklungshilfe zuzuordnen sind, sollen daher künftig die Ausnahme bleiben, zum Beispiel wenn eine akute Notlage besteht. ▪ Fachaustausch auf Augenhöhe: Projekte streben eine partnerschaftliche Zusammenarbeit auf Augenhöhe und mit beiderseitigem Nutzen an (wechselseitiger Wissens- und Erfahrungsaustausch). Handlungsfelder, Projektziele und Maßnahmen werden gemeinsam festgelegt und sind angepasst auf die konkreten Bedarfe vor Ort. Für den nachhaltigen Projekterfolg sind Eigenverantwortung („Ownership“), Eigenleistungen und Eigenengagement der Partner-Kommune im Globalen Süden unabdingbar. ▪ Multi-Stakeholder-Ansatz: Die Stadt bezieht verstärkt das fachliche Know-how von Karlsruher Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen sowie von Organisationen und Vereinen der Entwicklungszusammenarbeit in städtische KEZ-Projekte ein. Problemstellungen sollen so ganzheitlich erfasst und bearbeitet werden. Dies entspricht SDG 17 (Unterziel 17.16): Ausbau der Globalen Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung durch Multi-Akteurs-Partnerschaften, die Wissen, Fachkenntnisse, Technologien und eigene finanzielle Ressourcen einbringen. ▪ Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Unternehmen in der KEZ: Wirtschaftliche Zusammenarbeit im Globalen Süden ist Teil der Karlsruher Entwicklungszusammenarbeit. KEZ-Projekte unter Beteiligung von Unternehmen müssen sich an entwicklungspolitischen Zielen orientieren. Der Aspekt der Gewinnmaximierung tritt dabei zurück. Die Förderung der lokalen Wirtschaft im Globalen Süden schafft nachhaltige Perspektiven für Wachstum und Arbeitsplätze. ▪ Drittmittel: Die Stadt Karlsruhe sieht in Förderprogrammen ein wichtiges Instrument, um KEZ intern zu stärken. Diese schaffen einen Anreiz, sich in KEZ-Kooperationen – 9 – einzubringen. Interessierte Ämter und städtische Gesellschaften werden verstärkt bei der Einwerbung von Drittmitteln unterstützt. ▪ Gremien- und Netzwerkarbeit: Die Stadt Karlsruhe nutzt gezielt Gremien und Netzwerke auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene, um von der KEZ-Expertise anderer Städte zu profitieren und um die Karlsruher KEZ-Projekte nach außen sichtbar zu machen. V. Weitere Anlagen Anlage 2: Erwartungen, Vorschläge und Anregungen von ausgewählten zivilgesellschaftlichen Akteuren der Karlsruher Entwicklungspolitik Anlage 3: Laufende Maßnahmen zivilgesellschaftlicher Akteure der Karlsruher Entwicklungspolitik und - zusammenarbeit Anlage 4: Laufende Maßnahmen der „Kommunalen Entwicklungszusammenarbeit“ und der „Kommunalen Entwicklungspolitik“ aus den städtischen Ämtern und Gesellschaften Beschluss: 1. zur Freigabe an AL Dr. Fischer 2. nach Freigabe zum Versand an alle beteiligten bzw. genannten Dienststellen und zivilgesellschaftlichen Akteure 3. danach: Finalisierung entsprechend den Rückmeldungen, Eingabe ins RIS durch Zentrale Dienste in KW 19 4. danach: zur Freigabe an Dez. 1, ggf. Eingabe von Änderungen im RIS 5. WV: Sitzung Hauptausschuss (KW 24), Sitzung Gemeinderat (KW 25) 6. z. d. A. SAM Sachbearbeitung Regina Hartig R 1877 Ausgef. Ziff. am Hz. Ziff. ab am Hz. G:\SAM\14-Internationales\02_Kommunale Entwicklungszusammenarbeit\06_Grundsatzpapier KEZ 2021\210420_Grundsatzpapier KEZ_überarbeitet_RH_ef_03.docx
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1 Grundsatzpapier Kommunale Entwicklungszusammenarbeit – Anlage 2 Erwartungen, Vorschläge und Anregungen von ausgewählten zivilgesellschaftlichen Akteuren der Karlsruher Entwicklungspolitik Im Rahmen der Erstellung des Grundsatzpapiers wurden ausgewählte zivilgesellschaftliche Akteure der Karlsruher Entwicklungspolitik gebeten, ihre Erwartungen an das Grundsatzpapier zu formulieren sowie Vorschläge und Anregungen zur Stärkung des Handlungsfelds einzureichen. Einzelne Forderungen und Vorschläge sind in das Grundsatzpapier eingeflossen. Die folgende Zusammenstellung listet alle eingegangenen Beiträge unverändert und unkommentiert auf. Es hat noch kein Abgleich mit den aktuell in den städtischen Dienststellen laufenden Maßnahmen stattgefunden. Zu Einzelaspekten ist die Verwaltung bereits mit den zivilgesellschaftlichen Akteuren im Gespräch. Thema Akteur Beitrag Beiträge zum Handlungsfeld „Kommunale Entwicklungszusammenarbeit“ (KEZ) Personelle Ressourcen für KEZ Netzwerk Eine Welt Karlsruhe Forderung nach einem ämterübergreifenden, hauptamtlichen Ansprechpartner bei der Stadtverwaltung: ▪ soll sowohl die zivilgesellschaftlichen Akteure als auch die städtischen Dienststellen unterstützen ▪ soll entwicklungspolitische Aspekte stärker in den Fokus des städtischen Handelns bringen und umsetzen (z.B. faire Beschaffung fördern und den Bereich BNE/Bildung für nachhaltige Entwicklung in Schulen fördern) ▪ soll für eine sinnvolle Vernetzung innerhalb der Stadtverwaltung und in die Zivilgesellschaft sorgen ▪ soll Übersichtlichkeit, Transparenz, Austausch und Interessenausgleich organisieren Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung Netzwerk Eine Welt Karlsruhe Durchführung einer Evaluation über bislang geleistete Kooperationen der Stadt mit der Zivilgesellschaft im Bereich KEZ: ▪ Was ist gut gelaufen? ▪ Was nicht? ▪ möglichst zukünftig regelmäßige Evaluationen dieser Art Kooperationen mit Partnern im Globalen Süden Netzwerk Eine Welt Karlsruhe (Projekt-) Partnerschaften mit Kommunen bzw. Partnern im Globalen Süden werden begrüßt und prinzipiell für sinnvoll erachtet: Stadt Karlsruhe Stabsstelle für Außenbeziehungen und Strategisches Marketing 2 ▪ nicht nur mit Partnern aus afrikanischen Ländern, auch mit Partnern aus Lateinamerika und Asien ▪ Ziele: Verbesserung des gegenseitigen Verständnisses, gegenseitige Unterstützung ▪ Bewusstsein, dass die Länder des Globalen Südens die Hauptlast des von den Industrieländern verursachten Klimawandels zu tragen haben ▪ falls es lokale Projekte und NGOs in den Partnerländern gibt, sollte der Kontakt zu diesen hergestellt werden, um diese einzubinden. ▪ gegenseitiges Lernen (Auch wir können von den Ländern des Globalen Südens lernen!) Kooperationen mit Partnern im Globalen Süden Netzwerk Eine Welt Karlsruhe Zusammenhang mit Agenda 2030 und SDGs: ▪ bei allen relevanten Aktivitäten der Stadt sollte die Frage mitgestellt werden, ob diese aus Sicht der 2030-Agenda heraus zielführend sind. ▪ und da sollte es keinesfalls nur um Umweltaspekte gehen, sondern auch um Fragen der globalen sozialen Gerechtigkeit und der Menschenrechte. ▪ ganz wichtig ist die Berücksichtigung der Frage, welche Folgen die Aktivitäten der Stadt und die Kooperationen der Stadt in Bezug auf die Menschenrechtssituation, die Umwelt, die Frauenrechte und die soziale Situation bei den Kooperationspartnern in den Ländern des globalen Südens haben. Werden Menschenrechte beachtet, werden demokratische Kräfte gestärkt etc.? Kooperationen mit Partnern im Globalen Süden Frau Holzhäuer-Ruprecht (Regionalpromotorin BW) Vorrangiger Bezug zu den SDGs: ▪ UN Nachhaltigkeitsziele ▪ Paris Agreement ▪ Agenda 2030 ▪ Verpflichtung Deutschland, Baden-Württemberg, Karlsruhe (inkl. Verpflichtung der Umsetzung durch Kommune, Wirtschaft und Zivilgesellschaft) Kooperationen mit Partnern im Globalen Süden Netzwerk Eine Welt Karlsruhe KEZ und wirtschaftliche Zusammenarbeit: ▪ zivilgesellschaftliche Aspekte (insbesondere Menschenrechtssituation) soll mitgedacht werden ▪ jeder Technologietransfer muss unter diesem Aspekt kritisch überprüft werden (z.B. keine IT-Produkte, die zur Überwachung geeignet sind, zur Verfügung stellen). ▪ parteipolitische Interessen sollen zurückgestellt werden 3 ▪ bei wirtschaftlichen Partnerschaften sollte die Erreichung des 1,5°C-Ziels zugrunde gelegt werden; dafür sind nachhaltige Kooperationen zwischen Firmen der TRK, seiner Forschungseinrichtungen, den Verbänden, interessierten zivilgesellschaftlichen Vereinigungen und entsprechenden Partnerorganisation in Ländern des globalen Südens zu fördern Kooperationen mit Partnern im Globalen Süden Bernd Renner KEZ und wirtschaftliche Zusammenarbeit: ▪ eine ggf. zukünftige KePol-Stelle sollte thematisch breiter aufgestellt sein, d.h. nicht nur Themen wie fairer Handel, sondern auch Unterstützung von KEZ- Projekten abdecken ▪ eine nachhaltige lokale Wirtschafts- und Wissenschaftsförderung sollte Teil des Grundsatzpapiers KEZ sein ▪ bei Forschungskooperationen sollte darauf geachtet werden, dass parallellaufende zivilgesellschaftliche Folgeprojekte mit kleinen begrenzten Mitteln im engen Projektumfeld möglich sind (das bringt Akteure aus der Wissenschaft mit Projekten an der Basis in Berührung) ▪ bei Bildungsthemen (Ausbildung, Fortbildung) sollte auf personelles "Pooling" zusammen mit anderen Organisationen zurückgreifen (Vereinfachung von bürokratischen Hürden) Kooperationen mit Partnern im Globalen Süden Netzwerk Eine Welt Karlsruhe Multilaterale Partnerschaften: ▪ auch multilaterale Partnerschaften sind denkbar (=> dadurch größere Bandbreite an Aktivitäten auf verschiedensten Ebenen möglich) Kooperationen mit Partnern im Globalen Süden Netzwerk Eine Welt Karlsruhe, Frau Holzhäuer-Ruprecht (Regionalpromotorin BW) Kriterien für die Auswahl der Projekte, u.a.: ▪ Anpassung auf die Bedürfnisse vor Ort ▪ Fokus auf Ökologie und Nachhaltigkeit ▪ Hilfe zur Selbsthilfe (bzw. Begleitung zur Selbsthilfe: Fr. Holzhäuer-Ruprecht), besondere Unterstützung von Frauenprojekten ▪ Unterstützung von Projekten des fairen Handels ▪ bei Klimapartnerschaften/ Klimaprojekten: Einbeziehung des Karlsruher Klimabündnisses, Erstellen eines ökologischen Fußabdrucks (dies könnte auch als Projektarbeit an Schulen vergeben werden) Kooperationen mit Partnern im Globalen Süden Netzwerk Eine Welt Karlsruhe Qualifizierung und Bildung: ▪ Karlsruhe setzt sich als Technologie- und Wissensstadt insbesondere für die Qualifizierung und Bildung der Menschen in den Partnerländern ein und fördert 4 Bildungsmöglichkeiten für junge Menschen im universitären und berufsbildenden Bereich. ▪ es soll ein Süd-Nord-Austausch in Form von mehrmonatigen Praktika etabliert werden Kooperationen mit Partnern im Globalen Süden Frau Holzhäuer-Ruprecht (Regionalpromotorin BW) Einbeziehung von Vereinen: Fokus auf Kooperationsprojekte mit Wirtschaft und Vereinen (u.a. Migrantenorganisationen), sog. "2+2-Projekte" (mindestens je 2 Partner in 2 Ländern) Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung Netzwerk Eine Welt Karlsruhe, Frau Holzhäuer-Ruprecht (Regionalpromotorin BW) Lokale Migrantenorganisationen in die KEZ einbeziehen: ▪ gegenseitiges Lernen unterstützen ▪ Austausch und Kooperation fördern ▪ Bildung von Synergien zu entwicklungspolitischen Projekten und Themen zivilgesellschaftlicher Akteure inklusive den Migrantenorganisationen ▪ migrantische Expertise über Herkunftsländer einbeziehen Landespartnerschaft Baden- Württemberg - Burundi: kommunale Projektpartnerschaft Netzwerk Eine Welt Karlsruhe Initiierung einer kommunalen Partnerschaft: ▪ bei der Aussetzung der Verfolgung einer Karlsruher Projektpartnerschaft mit Burundi soll es nicht um ein endgültiges Streichen des Vorhabens gehen, sondern nur um eine Verschiebung, bis die Umstände es erlauben, das Vorhaben wieder aufzunehmen. => diese Klarstellung ist dem Netzwerk wichtig; dies sollte aus dem Grundsatzpapier hervorgehen ▪ die geplante Projektpartnerschaft der Stadt sollte umgesetzt werden und auf den vielfältigen Aktivitäten der Karlsruher Zivilgesellschaft aufbauen Landespartnerschaft Baden- Württemberg - Burundi: kommunale Projektpartnerschaft Burundi Kids e.V. Initiierung einer kommunalen Partnerschaft: ▪ die politischen Entwicklungen (Neuwahlen, politischer Wechsel, neuer Präsident, Wiederaufnahme der Beziehungen EU-Burundi) werden als positiv eingeschätzt: Zusammenarbeit auf kommunaler Ebene sollte nicht mehr grundsätzlich ausgeschlossen werden. Man sollte ggf. eine Gemeinde finden, bei der man sicher sein kann, dass die Akteur*innen nicht unbedingt in der (Hardliner-)Linie des Regimes liegen, sondern moderatere Positionen einnehmen und ernsthaft für die Entwicklung ihrer Kommune/ihres Landes einstehen ▪ inhaltliche Ansatzpunkte (die auch politisch nicht riskant wären): Landwirtschaft, Solarenergie (und andere erneuerbare Energien), Gesundheitswesen/Krankenhäuser 5 ▪ städtische Einrichtungen motivieren zur Partnerschaft mit entsprechenden Einrichtungen in Burundi (z.B. Städtisches Klinikum) ▪ Unterrichtsmaterialien zu Burundi (die seit langer Zeit von SEZ bzw. Bildungsinstitutionen in BaWü entwickelt werden) den Karlsruher Schulen zur Verwendung empfehlen ▪ bestehende Kontakte/Partnerschaften (z. B. Europäische Schule u.a.) durch die Stadt unterstützen und auch sichtbar machen, z.B. bei Veranstaltungen oder in städtischen Publikationen (z. B. Stadtzeitung) ▪ Synergien zwischen den Aktivitäten zu/in Uganda und Burundi generieren: Vorteile und Gemeinsamkeiten herausstellen (beide Länder sind Mitgliedsstaaten der EAC; ggf. Dreieckspartnerschaft prüfen, um neue Initiativen und Möglichkeiten zwischen Burundi und Uganda anzuregen) Landespartnerschaft Baden- Württemberg - Burundi: kommunale Projektpartnerschaft Burundi Kids e.V. Handlungsfelder, Kooperations- und Finanzierungsmöglichkeiten: ▪ Bildungsbereich: insbesondere im Bildungsbereich bestehen hierzu Möglichkeiten, z.B. durch die Förderung bestehender Schulpartnerschaften/Initiierung neuer Schulpartnerschaften (z.B. wenn sich eine Karlsruher Schule eine Partnerschaft wünscht und nicht weiß, wo...?); Förderung von SchülerInnenaustauschen bzw. LehrerInnenaustauschen (ggf. in Kombination mit Austauschprogrammen der Engagement Global / ENSA) ▪ Einbindung des KIT: Hochschulen in BaWü (wie z.B. Tübingen oder Hohenheim) pflegen bereits enge Kooperationen mit der Université de Bujumbura. Das sind z.T. Forschungsprojekte in Burundi zusammen mit dortigen Fakultäten; z.T. aber auch Stipendien/Studierendenaustausch. Das KIT könnte z.B. ebenfalls ein Stipendium für Burundi reservieren. ▪ Einbindung der Pflegeschule Karlsruhe und der pädagogischen Hochschule Karlsruhe: Praktika/Ausbildung für BurunderInnen in Karlsruhe ermöglichen – oder Einsätze/Praktika für SchülerInnen aus Karlsruhe in Burundi ▪ Deutschkurse: die SEZ BaWü hat in Kooperation mit der Université de Bujumbura offizielle Deutschkurse eingeführt, die mit offiziellen Zertifikaten abgeschlossen werden können; ggf. kann seitens Karlsruhe hierzu ein Beitrag geleistet/angeknüpft werden ▪ Finanzierung: eine eigene Förderlinie für Burundi bei der Partnerschaftsbörse Eine Welt Karlsruhe einrichten (analog zur Burundi-Förderlinie „bwirkt!Burundi“ bei der SEZ BaWü, zusätzlich zu den anderen Förderlinien); dies müsste allerdings gut durchdacht werden, insbesondere mit Blick auf andere Karlsruher Gruppen, die nicht zu Burundi arbeiten 6 Landespartnerschaft Baden- Württemberg - Burundi: kommunale Projektpartnerschaft Burundi Kids e.V. Aktivitäten zu Uganda und Burundi verbinden: ▪ z.B. in Form einer Dreieckspartnerschaft; dies könnte auch die Möglichkeiten und Spielräume in der Öffentlichkeit erweitern; die Menschen würden auch nicht auf ein Thema/Land festgenagelt, sondern könnten es sich quasi „aussuchen“ – das eine ist frankophon, das andere anglophon, beide sind aber Mitgliedsstaaten der EAC. ▪ besonders für Schulen ergibt sich hier ein interessanter Aspekt: Vielfalt ▪ das würde auch neue Möglichkeiten eröffnen in Bezug auf entwicklungspolitische Bildungsarbeit: weg vom verwirrenden Terminus „Afrika“, hin zur spezifischen Betrachtungsweise unserer Partner(länder). Anbieten könnte man Vorträge zu beiden Ländern / unterschiedlichen Themen, die die KA-Partnerschaft betreffen... oder allgemein. An öffentlichen Veranstaltungen (Kinderrechtefest, Stadtfest, etc.) könnte man explizit die beiden Länder/Vertretungen/Gruppierungen (Ländervereine, Diaspora, warum nicht auch die Botschaften?) einladen, ihr Land zu präsentieren. Beiträge zu „Kommunaler Entwicklungszusammenarbeit“ (KEZ) und Entwicklungspolitik Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung Netzwerk Eine Welt Karlsruhe Konkrete und frühzeitige Einbindung der relevanten zivilgesellschaftlichen Gruppen und Transparenz in den kommenden entwicklungspolitisch relevanten Prozessen: ▪ Wer wird gefragt, wer wird eingebunden? ▪ Welche AkteurInnen sind eingebunden (auch im Partnerland)? Der Input zivilgesellschaftlicher Gruppen muss ernstgenommen und umgesetzt werden. Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung Netzwerk Eine Welt Karlsruhe Koordiniertere, transparentere Zusammenarbeit: ▪ Das Netzwerk regt eine Koordinierung und Zusammenarbeit aller BMZ finanzierten Maßnahmen wie EZ Scout IHK, SKEW Engagement Global, SEZ und DEAB Promotorenprogramm an. Öffentlichkeitsarbeit zu KEZ Frau Holzhäuer-Ruprecht (Regionalpromotorin BW) Mehrwert aufzeigen: Den Mehrwert aus den globalen und kommunalen Partnerschaften für die Zivilgesellschaft aufzeigen, worin sich die Notwendigkeit für die Investitionen in personellen und finanziellen Ressourcen in den Ämtern begründet. Öffentlichkeitsarbeit zu KEZ Netzwerk Eine Welt Karlsruhe Verstärkte Öffentlichkeitsarbeit: Die EZ-Themen (und verwandte Themen) sollen von der Stadt offensiver in die Öffentlichkeit getragen werden, u.a. durch Einbezug Karlsruher Medien (auch Initiativen 7 des Bundes und des Landes) und immer wenn möglich im öffentlichen Raum z.B. Museen. Unterstützung zivilgesellschaftlicher Aktivitäten Deutsch-Afrikanischer Verein (DAV) Unterstützung zivilgesellschaftlicher Aktivitäten durch das Grundsatzpapier: Das Grundsatzpapier leistet einen Beitrag dazu, uns als Partnerschaftsverein in die Lage zu versetzen, eigenständig Maßnahmen der kommunalen Entwicklungspolitik zu konzipieren und durchzuführen. Beiträge zum Handlungsfeld Entwicklungspolitik Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung Netzwerk Eine Welt Karlsruhe Bereitstellung von Räumen u.a. für die Gruppen des Netzwerks Eine Welt: ▪ "Globales Klassenzimmer" (Red.: Beispiel Stuttgart) ▪ Ziel: Thema "Eine Welt" noch sichtbarer machen Zusammenarbeit von Zivilgesellschaft und Stadtverwaltung Frau Holzhäuer-Ruprecht (Regionalpromotorin BW) Anregung zur Einrichtung eines "Haus des Globalen Südens" bzw. "Afrikahauses": ▪ kann genutzt werden u.a. zur Gegenüberstellung der letzten ca. 5000 Jahre Geschichtsschreibung aus der Perspektive jeweils gleichzahliger Schreiber aus dem Globalen Süden und Norden (Schlagwort: Wurzeln der Menschheit in Afrika) Faire Beschaffung - allgemein Netzwerk Eine Welt Karlsruhe Ausweitung der fairen Beschaffung: Die konkrete faire Beschaffung in städtischen Dienststellen und städtischen Gesellschaften sollte weiter verstärkt aufgenommen werden, wobei wir gerade das aktuell laufende Pilotprojekt zu fairen Textilbeschaffung positiv hervorheben wollen. Landespartnerschaft Baden- Württemberg - Burundi: Karlsruher Fächerkaffee Netzwerk Eine Welt Karlsruhe Ausweitung der Verbreitung und Bekanntheit des Fächerkaffees: ▪ der Karlsruher Fächerkaffee läuft nicht primär wegen der Landespartnerschaft Baden-Württemberg – Burundi, sondern vor allem auch wegen der geplanten Projektpartnerschaft der Stadt Karlsruhe mit einer Kommune in Burundi ▪ der Fächerkaffee könnte als konkretes Beispiel für faire Beschaffung/ Kooperation bei städtischen Veranstaltungen genutzt und ausgeschenkt werden ▪ Ausschank/Angebot in allen Behörden/Ämtern – begleitet mit einer entsprechenden Öffentlichkeitsarbeit ▪ Entwicklung von Ideen zur Weiterverbreitung des Fächerkaffees im Rahmen städtischer Aktivitäten (u.a. Geschenke zu Jubiläen, Präsente für offizielle Besuche) 8 Landespartnerschaft Baden- Württemberg - Burundi: Karlsruher Fächerkaffee Burundi Kids e.V. Am Burundi-Partnerschaftskaffee festhalten und Potenziale nutzen: ▪ Fächerkaffee bei städtischen Veranstaltungen ausschenken und zur Kommunikation (in Sachen Partnerschaft mit Burundi, fairer Handel usw.) als konkretes Beispiel nutzen ▪ den Fächerkaffee bekannt(er) machen, z.B. in den städtischen Betrieben, in den Behörden usw. ausschenken; Landkreis mit einbeziehen ▪ regelmäßige Bewerbung in Pressemitteilungen zu bestimmten Anlässen, bei denen es sich anbietet; ganz speziell und offensiv (aber nicht nur!) während der „Fairen Wochen“ ▪ gezielte Mitteilung zum Fächerkaffee an Karlsruher Schulen, am KIT, an anderen Hochschulen und ihre Kantinen; Anbieten, mehr dazu zu informieren (über eine einfache Infomail hinaus); schulisches und studentisches Publikum ist bekannterweise sehr offen für soziale und faire Themen, u.a. zu fairer Beschaffung ▪ Bewerbung bei Firmen (viele Firmen möchten sich ihm Rahmen von CSR besser positionieren; hier hätten sie ein faires „Karlsruher“ Produkt) Landespartnerschaft Baden- Württemberg - Burundi: kommunale Projektpartnerschaft Burundi Kids e.V. Sensibilisierung der BürgerInnen für Burundi und Sichtbarkeit der Burundi-aktiven zivilgesellschaftlichen Akteure: ▪ Erstellung, Finanzierung, Druck eines Info-Flyers/Info-Postkarte o.ä. (etwas „Greifbares“ zur Partnerschaft wäre die Grundlage für alles weitere, ggf. in Kombination mit dem „Fächerkaffee“ ▪ die Ausstellung der SEZ, die kostenlos ausgeliehen werden kann, zu mehreren Anlässen nach KA holen ▪ ODER: Eine eigene Karlsruher Ausstellung, orientiert an der des Landes, erstellen und zum Ausleihen anbieten (dabei kann die gesamte Themenpalette von Menschenrechte über Bildungschancen bis zu fairer Beschaffung bearbeitet werden – zwar am Beispiel Burundis, aber übertragbar auf viele andere Länder und Bereiche ... dadurch wäre es eine Ausstellung, die von allen Akteuren genutzt werden könnte, nicht nur von denen, die zu Burundi arbeiten) ▪ für eine breitere Bekanntheit und „Sensibilisierung“ wäre in jedem Fall die Einbindung von Medien notwendig, die das Thema aufgreifen und weiterverbreiten Landespartnerschaft Baden- Württemberg - Burundi: kommunale Projektpartnerschaft Burundi Kids e.V. Einbindung von Karlsruher Medien: ▪ es ist z.B. hilfreich, zu bestimmten Gelegenheiten (Weihnachten, Kinderrechtetag/Kinderrechtefest, Stadtgeburtstag etc.) in entsprechenden Pressemitteilungen auf die Partnerschaft des Landes (und Karlsruhes) mit 9 Burundi hinzuweisen – und in dem Zug ggf. auf den Partnerschafts-Kaffee „Fächerkaffee“ ▪ ggf. in dem Zuge auch gleich weiterführende Infos anbieten, sollte Interesse bestehen Messestand Offerta Netzwerk Eine Welt Karlsruhe, Bernd Renner Grundsätzliche Überlegungen und Unterstützungsbedarf: ▪ Evaluation: Macht der Messestand auf der Offerta (noch) Sinn? Welche Ziele werden mit dem Messestand verfolgt? Wie könnte er verändert werden? ▪ Unterstützungsbedarf: Der Messestand hat bisher nur funktioniert, weil seitens des Netzwerks Eine Welt der enorme Planungs- und Organisationsaufwand für diese Aktion (ca. 16 Arbeitsstunden pro Jahr mit Messestand) ehrenamtlich vom Netzwerk-Lenkungskreis übernommen wurde. Es wäre schön, wenn der Messestand auch organisatorisch von der Stadt oder von hauptamtlichen Promotoren unterstützt werden könnte. Ansonsten steht zu befürchten, dass sich keine Freiwilligen finden, die diese Arbeit übernehmen können. ▪ Erweiterung: Das Netzwerk regt an, über eine Erweiterung der Nutzung des Messestandes nachzudenken, z.B. könnte die Stadt im jährlichen Wechsel mit den Netzwerkgruppenstand Themen zur Kommunalen Entwicklungszusammenarbeit oder geplanten Städtepartnerschaften vorstellen. ▪ Kooperation zu Schwerpunktthemen: Es könnte geprüft werden, ob nicht einzelne schwerpunktmäßige Außendarstellungen der Stadt (ggf. auch der Wirtschaftsförderung) zusammen mit dem Netzwerk erfolgen könnten. G:\SAM\10-Aktuelles\2021\05_Mai 2021\KEZ_Akteure\Grundsatzpapier KEZ_Anlage 2.docx
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Extrahierter Text
Grundsatzpapier Kommunale Entwicklungszusammenarbeit – Anlage 3 Laufende Maßnahmen zivilgesellschaftlicher Akteure der Karlsruher Entwicklungspolitik und -zusammenarbeit Titel der Maßnahme: Schulpartnerschaften Karlsruhe – Bujumbura – Ngozi (Burundi) Wer ist beteiligt? Burundikids e.V. // Europäische Schule Karlsruhe, Merkur Akademie Karlsruhe, Fichte-Gymnasium Karlsruhe // Ecole Polyvalente Carolus Magnus, Ecole Technique de l’Education Environnementale Was ist das Ziel? Kontakt, Vernetzung, Austausch zwischen Schüler*innen und Lehrer*innen sowie entwicklungspolitische Bildungsarbeit und Fundraising in Deutschland Motivation für die Umsetz ung der Maßnahme Zunehmendes Interesse an globalen Zusammenhängen der Einen Welt, soziale, wirtschaftliche, gesellschaftliche und Klimafragen /Beitrag zur offiziellen Länderpartnerschaft Burundi – Baden-Württemberg Handlungsfeld und Zielgruppe Handlungsfeld: Bildung und Umwelt-/Ressourcenschutz Zielgruppen: Schüler*innen und Lehrer*innen in Karlsruhe, Bujumbura und Ngozi Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? SDG 4: Hochwertige Bildung SDG 5: Geschlechtergleichheit SDG 12: Nachhaltige/r Konsum und Produktion SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele Erfolge – Was ist das Besondere? Direkter Austausch zwischen allen Beteiligten inkl. Besuche, erfolgreicher Betrieb der Schulen in Burundi Wirkung – Was hat sich seither verändert? Besseres Verständnis für globale Themen und Zusammenhänge, beidseitige Lerneffekte Schaffung innovativer Bildungsangebote in Burundi Kontakt und weitere Informationsquellen Burundikids e.V. Email: post@burundikids.org, Tel.: +49 (0)162 4975426 www.burundikids.org, https://www.youtube.com/user/burundikids Stadt Karlsruhe Stabsstelle für Außenbeziehungen und Strategisches Marketing Titel der Maßnahme: „Karlsruher Fächerkaffee“ aus Burundi für Karlsruhe Wer ist beteiligt? Der Weltladen Karlsruhe, der Agenda-Verein Karlsruhe, das Umweltamt der Stadt Karlsruhe, Weltpartner Ravensburg, Kooperative Mbuneramiryango Burundi Was ist das Ziel? Mithilfe des Produktes Kaffee Karlsruher Bürger*innen die Idee nachhaltigen Wirtschaftens nahezubringen und für das Engagement der Stadt und des Weltladens Karlsruhe in diesem Bereich mit einem konkreten Produkt zu werben und diesem Engagement ein Gesicht zu geben. Karlsruher Bürger*innen können sich mit diesem Produkt identifizieren und auch gegenüber anderen für nachhaltigen Konsum werben. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme Es gibt viele Städte, die nachhaltige Kaffees als sogenannte Agenda-Kaffees in Kooperation (meistens mit Weltläden) haben. Karlsruhe hat mit dem Fächerkaffee endlich einen solchen Kaffee eingeführt. Anlass war die geplante Projektpartnerschaft mit einer Kommune in Burundi, die aufgrund der schwierigen politischen Verhältnisse bislang noch nicht umgesetzt werden konnte. Mithilfe des Fächerkaffeeprojektes des Karlsruher Weltladens konnte dennoch schon ein Projekt initiiert werden, welches fairen Handel mit Burundi unterstützt und ein schönes greifbares Beispiel ist für partnerschaftliches Engagement sowohl der Stadt als auch der Zivilgesellschaft. Handlungsfeld und Zielgruppe Zielgruppe sind die Bürger*innen der Stadt – sowohl Privatpersonen als auch als Mitarbeiter*innen der Stadt und von privatwirtschaftlichen Betrieben, außerdem Gäste der Stadt auf der Suche nach einem nachhaltigen Reisemitbringsel. Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? Die SDGs 1, 2, 3, 8, 10, 11, 12, 17 werden im Kern umgesetzt, weitere Ziele wie 4, 5, 6, 9 und 15 werden mit gefördert. Erfolge – Was ist das Besondere? Der Karlsruher Fächerkaffee wird sehr gut angenommen und sowohl von Privatpersonen als auch von städtischen Stellen und Privatfirmen regelmäßig abgenommen. Er wird auch gerne verschenkt und ist somit ein guter Botschafter für das Engagement der Stadt. Es wurden auch schon viele Vorträge, Workshops und Stände zu dem Thema vom Weltladen organisiert und durchgeführt, um die Thematik den Bürger*innen näher zu bringen. Dabei hat die Stadt auf ihrer Seite so gut wie keinen Aufwand für die gesamte Aktion. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Für die Kooperative Mbuneramiryango ist die Initiative der Stadt ein wichtiger Wirtschaftsfaktor – Karlsruhe ist ein nicht unerheblicher Abnehmer der Kooperative geworden. In Karlsruhe ist der Karlsruher Fächerkaffee ein schönes (greifbares und auch verschenkbares) Beispiel für nachhaltigen Konsum und für das Nachhaltigkeitsengagement der Stadt. Kontakt und weitere Informationsquellen Aktion Eine Welt e.V./Weltladen Karlsruhe, Kronenstr. 21, 76133 Karlsruhe Email: Weltladen-ka@web.de www.aewev.de Titel der Maßnahme: Fahrräder und Solarkocher für Norduganda Wer ist beteiligt? Jugendhilfe Ostafrika e.V. Karlsruhe in Zusammenarbeit mit Bicycle Sonsorship Project and Workshop (BSPW), Jinja, Uganda Was ist das Ziel? Bau einer Fahrradwerkstatt in Norduganda, in der Nähe von einem der großen Flüchtlingslager; flankiert wird die Maßnahme durch die Ausgabe weiterer Solarkocher in das Lager. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme Der Norden Ugandas ist besonders wenig entwickelt und gleichzeitig Anlaufstelle für viele Flüchtende aus den Anrainerstaaten. Da Uganda alle Geflüchteten aufnimmt, sind sehr große Lager entstanden. Um den besonders armen Norden zu unterstützen und um einen Beitrag zum sozialen Frieden zu leisten, möchte die Jugendhilfe Ostafrika in Zukunft dort Fahrräder ausgeben. Dazu wird die notwendige Infrastruktur benötigt. Parallel dazu werden Solarkocher in die Flüchtlingslager ausgegeben, um brennholzsparendes Kochen zu ermöglichen. Handlungsfeld und Zielgruppe Verbesserung der Mobilität und der Versorgung mit nachhaltiger Energie Lokale Bevölkerung, Geflüchtete Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? SDG 1: Keine Armut SDG 2: Kein Hunger SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie SDG 10: Weniger Ungleichheiten SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele Erfolge – Was ist das Besondere? Von der Fahrradvergabe profitieren seit etlichen Jahren viele Familien. Dies belegen wissenschaftliche Untersuchungen und individuelle Interviews. Die Vergabe der Solarkocher schützt wertvolle Baumbestände in den Flüchtlingslagern. Die Werkstatt in Jinja hat sich durch die langjährige kontinuierliche Zusammenarbeit zwischen der Jugendhilfe Ostafrika e.V. und BSPW zu einem handwerklichen Zentrum entwickelt, das für die Qualität seiner Produkte bekannt ist. Dort werden Fahrräder montiert, die Gestelle für die Solarkocher hergestellt und Dreiräder für Gehbehinderte gefertigt. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Ein Fahrrad ist ein Entwicklungsmotor für Familien des ländlichen Raum Ugandas. Wasser und andere Alltagsgüter müssen nicht mehr mühsam auf dem Kopf transportiert werden, Waren können auf entferntere Märkte gebracht werden, Kleinbauern erreichen ihre Felder leichter. All dies steigert den Wohlstand. Schulgelder können aufgebracht werden, die Familie bekommt neue Perspektiven. Bisher bereits ausgegebene Solarkocher verbesserten die Situation der Geflüchteten. Kontakt und weitere Informationsquellen www.jugendhilfe-ostafrika.de E-Mail: jugendhilfe-ostafrika@web.de Eva Rudolph, Auer Straße 66, 76227 Karlsruhe Titel der Maßnahme: Ethno-Biolab (Lima / Peru) Wer ist beteiligt? Latinka e.V. – Gemeinnütziger Karlsruher Verein für Sozialprojekte in Lateinamerika und FICUS – Desarrollo Socioambiental Was ist das Ziel? Erstellung eines mobilen Labors in Lima – Peru für Workshops im Bereich Ethnobotanik in Schulen im urbanen Raum, um zur Erfüllung des Lehrplans beizutragen sowie indigenes Wissen weiterzuvermitteln und aufzuwerten. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme In Peru werden weniger als 3 % des nationalen BIP für die Bildung aufgewendet. Nach Angaben des Bildungsministeriums erreicht nur eine Mindestanzahl von Schüler*innen die erwarteten Leistungen. So erreichten zum Beispiel nur 8,5 % der Schüler*innen der Sekundarstufe II die erwarteten Lernziele für Wissenschaft und Technologie. In den meisten dieser Fälle verfügen die Schulen nicht über die notwendige Ausstattung für den Unterricht. Handlungsfeld und Zielgruppe Ein mobiles Labor besucht Schulen mit geringen Ressourcen. Mit Hilfe dieser Ausrüstung veranstalten wir Workshops zu den Pflanzen des Landes mit einem interkulturellen Schwerpunkt, da Peru ein Land mit einer hohen kulturellen Vielfalt ist und wir das Wissen der Vorfahren aufwerten und zurückgewinnen wollen. Interkulturelle Bildung ist in Peru bisher vor allem auf ländliche Gebiete und indigene Gemeinschaften beschränkt, das Projekt soll zur Erhaltung des indigenen Wissens innerhalb der Stadt beitragen. Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? SDG 4: Hochwertige Bildung SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele Erfolge – Was ist das Besondere? Der Projektvorschlag wurde von Schullehrer*innen und Fachleuten im Bereich der zweisprachigen interkulturellen Erziehung vorgestellt und validiert. Die Lehrer*innen hielten es für notwendig eine zusätzliche Beratung zu bekommen, unabhängig von den Workshops, so dass ethnobotanische Inhalte in ihren Unterricht aufgenommen werden können. Der Projektvorschlag wurde dahingehend angepasst, dass er die Unterstützung von Schullehrer*innen unter Berücksichtigung der ihnen zur Verfügung stehenden Ressourcen, die Corona- Realität und ihres jährlichen Bildungsplans umfasst. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Das Projekt läuft gerade an. Kontakt und weitere Informationsquellen Latinka e.V. – Gemeinnütziger Karlsruher Verein für Sozialprojekte in Lateinamerika Titel der Maßnahme: Computerkurs (Choma / Sambia) Wer ist beteiligt? Beteiligt sind unsere Partnerorganisation Mmabana mit den Computerkurslehrer*innen Brian Ndunga und Comedy Madali und dem Programmkoordinator Patson Mwiinga und die jungen Erwachsene aus Choma in Sambia und den Vororten, welche an den Kursen teilnehmen. Was ist das Ziel? In den Computerkursen sieht Mmabana eine nachhaltige Möglichkeit, junge Menschen in und um Choma mit Fähigkeiten auszustatten, welche ihnen auf ihrem weiteren Bildungs- und Lebensweg nützen und ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt erheblich verbessern. Gleichzeitig gewinnen sie in der Organisation mehr Selbstbewusstsein und werden zu Eigenverantwortung ermutigt. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme Die Motivation für dieses Projekt war und ist, dass mit der zunehmenden Bedeutung der Fähigkeiten im Umgang mit dem Computer eine wichtige Qualifikationsmöglichkeit entstanden ist, welche an einigen staatlichen Schulen in der Region nicht oder nur wenig unterrichtet wird. Das Projekt bietet dazu einen Zugang für alle. Handlungsfeld und Zielgruppe Handlungsfeld: Der Umgang mit dem Computer insbesondere mit Office-Anwendungen Zielgruppe: Junge Erwachsene nach Abschluss der Schule Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? SDG 4: Hochwertige Bildung → Das Verständnis und der Umgang mit dem Computer ist für eine weiterführende Bildung nach dem Schulabschluss und auch für viele höher qualifizierte Berufe unabdinglich. SDG 10: Weniger Ungleichheiten → Da der Kurs kostenlos angeboten wird, erreicht Mmabana besonders Teilnehmende, welche sich andere Angebote nicht leisten können. Bei der Auswahl der Teilnehmer*innen wird darauf geachtet, sozial benachteiligte und finanziell schwächer gestellte Menschen zu bevorzugen. Auch auf die Unterstützung junger Frauen wird besonderer Wert gelegt. Erfolge – Was ist das Besondere? Die Kurse sind für die Jugendlichen kostenlos und können aufgrund der Mithilfe der Teilnehmenden in anderen Projekten der Organisation so angeboten werden. Neben den Unterrichtseinheiten beteiligen sich die Jugendlichen am wöchentlichen Youth Club sowie an den Sport-Aktivitäten, dem Culture Dance und dem Chor der Organisation. Außerdem gibt es meist zweimal jährlich ein Youth Camp (eine mehrtägige Freizeit). Es ist also nicht nur ein Computerkurs, sondern es entsteht auch ein Raum, in dem die jungen Menschen sich unter Gleichaltrigen entwickeln und einbringen können an einem Ort des Empowerments, der ihnen Orientierungshilfe im Leben und individuelle Unterstützung bietet. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Knapp 100 Jugendliche absolvieren seit vielen Jahren jährlich einen Computerkurs bei Mmabana. In Kooperation mit dem lokalen College Choma Trades Training Institute (Mawagali) erhalten sie ein Zertifikat, welches ihnen ihre erlernten Fähigkeiten im Umgang mit dem Computer bestätigt und weitere Ausbildungs- oder Berufsperspektiven eröffnet. Kontakt und weitere Informationsquellen Email: kontakt@mmabana.org www.mmabana.org Titel der Maßnahme: UNDUGU Society of Kenya: Beratende Unterstützung in Organisationsentwicklung, Management und Finanzen (Nairobi / Kenia) Wer ist beteiligt? UNDUGU Freundeskreis Karlsruhe e.V., UNDUGU Nairobi (Board of Directors), UNDUGU Freundeskreis Niederlande Was ist das Ziel? Unterstützung in der Organisationsentwicklung (insbesondere: Einstellung eines neuen Direktors als Gesamtleiter von UNDUGU Nairobi) und der Finanzverwaltung (insbesondere: Restabwicklung mit der Organisation Kindernothilfe) Motivation für die Umsetzung der Maßnahme UNDUGU ist eine Nichtregierungsorganisation, die seit 1973 in den Slums von Nairobi (Kenia) mit Straßenkindern arbeitet. Durch den COVID-19-Tod des Übergangsleiters und die Kündigung der vorherigen Leitung wegen Unregelmäßigkeiten steht die Organisation aktuell ohne Leitung da. Um negative Auswirkungen dieser Leitungs- und Management-Vakanz auf die fachliche Arbeit zu verhindern, leistet der UNDUGU Freundeskreis Karlsruhe e.V. beratende Unterstützung in dieser Interimsphase. Handlungsfeld und Zielgruppe Organisationsentwicklung, Verwaltung, Finanzen Nichtregierungsorganisation in Nairobi (Kenia) Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? Mit der Maßnahme wird die Handlungsfähigkeit der Organisation sichergestellt in Bezug auf die Erziehung und Ausbildung von Straßenkindern, die Beratung von Schulabgängern, die Vergabe von Krediten, das Community Development und die Gesundheitsvorsorge. Die Maßnahme unterstützt damit die folgenden SDGs: Ziel 1: Keine Armut Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen Ziel 4: Hochwertige Bildung Erfolge – Was ist das Besondere? Direkte Management-Unterstützung durch Problemanalyse und lösungsorientierte Beratung; Strategieentwicklung gemeinsam mit dem UNDUGU-Board of Directors Wirkung – Was hat sich seither verändert? Schnelle Stabilisierung der Organisationsstruktur und der Handlungsfähigkeit von UNDUGU Nairobi Kontakt und weitere Informationsquellen Bernd Renner, 2. Vorsitzender, UNDUGU Freundeskreis Karlsruhe e.V. Email: bernd@renner-ingenieur.de www.eine-welt.de/mitglieder/undugu-freundeskreis-e-v/ Titel der Maßnahme: UNDUGU Society of Kenya: Versorgung der Projektaußenstelle Kitengela mit Wasser via Solarenergie (Kenia) Wer ist beteiligt? UNDUGU Freundeskreis Karlsruhe e.V., UNDUGU Nairobi (Board of Directors), Firma Borealis Berlin Was ist das Ziel? Die Abhängigkeit der Projektaußenstelle von dem schwankenden Stromnetz soll verringert und damit gleichzeitig eine Kostenreduzierung erreicht werden. Die Maßnahme stellt zudem die Bewässerung der Farmaktivitäten zur Eigenversorgung sicher. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme UNDUGU ist eine Nichtregierungsorganisation, die seit 1973 in den Slums von Nairobi (Kenia) mit Straßenkindern arbeitet. Die Maßnahme soll den Betrieb der Projektaußenstelle sicherstellen, in der aktuell 21 gefährdete Straßenkinder (Kinderprostituierte) betreut werden. Handlungsfeld und Zielgruppe Energieversorgung Gefährdete Straßenkinder Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? Mit der Maßnahme wird direkt SDG 6 (Ausreichend Wasser in bester Qualität) umgesetzt und damit indirekt die folgenden SDGs: Ziel 1: Keine Armut Ziel 3: Gesundheit und Wohlergehen Ziel 4: Hochwertige Bildung Erfolge – Was ist das Besondere? Dauernde Bewässerung für einen geplanten Feldanbau zur Eigenversorgung und sauberes Trinkwasser Wirkung – Was hat sich seither verändert? Die Maßnahme befindet sich noch in einem frühen Stadium. Kontakt und weitere Informationsquellen Bernd Renner, 2. Vorsitzender, UNDUGU Freundeskreis Karlsruhe e.V. Email: bernd@renner-ingenieur.de www.eine-welt.de/mitglieder/undugu-freundeskreis-e-v/ Buthaina Ibrahim Email: buthaina@undugusociety.org Hamed Beheshti, Firma Borealis Berlin Titel der Maßnahme: 2. Forum „Energiewende in der Stadtentwicklung – Entwicklungszusammenarbeit“ Wer ist beteiligt? Voraussichtlich: IFEEA (Initiative für Erneuerbare Energien und Anlagen des Deutsch-Afrikanischen Vereins), Partnerschulen in Karlsruhe, Weltladen, Umweltorganisationen, Stadtwerke Karlsruhe, Ingenieure ohne Grenzen, unsere Partnerkommunen im Globalen Süden (Sô Ava und Abomey-Calavi in Benin) etc. Was ist das Ziel? Das Forum „Energiewende in der Stadtentwicklung – Entwicklungszusammenarbeit“ will einerseits durch die geplanten Vorträge, praxisorientierte Workshops und Infostände (dieses Jahr auch virtuell) die entwicklungspolitische Bildungs-, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit der Vereine und Institutionen verstärken und sichtbar machen. Andererseits hat das Forum sich zum Ziel gesetzt, die Zivilgesellschaft – insbesondere junge Menschen – für entwicklungspolitische Zusammenhänge, Umweltthemen und den Mehrwert kommunaler Partnerschaften mit dem Globalen Süden zu sensibilisieren. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme Die Ideenwerkstatt zur „Karlsruher Internationalisierungsstrategie 2020“ hat dazu beigetragen, uns zu motivieren und uns als Partnerverein im Bereich der kommunalen Entwicklungspolitik weiter zu engagieren. Handlungsfeld und Zielgruppe Seminare, Kampagnen und Praxisworkshops der Maßnahmen, die unternommen werden müssen, um die Ziele der Energiewende mit der Zivilgesellschaft, Institutionen und Ämtern sowie insbesondere mit jungen Menschen zu erreichen. Entwicklungspolitik- und - zusammenarbeit, Partnerschaftsarbeit mit dem Globalen Süden (Partnerkommune Sô Ava in Benin) Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? Agenda 2030 mit folgenden SDGs: SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz SDG 4: Hochwertige Bildung SDG 7: Bezahlbare und saubere Energie SDG 15: Leben an Land vor allem SDG 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele Erfolge – Was ist das Besondere? Unsere Kampagnen, Informationsarbeit und Publikationen haben dazu beigetragen, dass viele Schüler*innen in Karlsruhe überhaupt von der Agenda 2030 der Vereinten Nationen und den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) erfahren haben. Sie setzen sie nun in die Praxis um. Durch Video-Konferenzen können wir Ideenaustauch und Fachwissen mit unseren südlichen Partnerkommunen durchführen. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Einführung z.B. in manchen Schulen Fairtrade Kiosk, Energiesparprogramme, Umweltthemen in Quartieren (Stadtteilen); z.B. Repair-Cafés, Parking Days, Nachbarschaftshilfe und -Austausch etc. Kontakt und weitere Informationsquellen DAV Deutsch-Afrikanischer Verein Postfach 111531, 76065 Karlsruhe Email: info@dav-germany.de Titel der Maßnahme: Kinderschutzhaus für Kinder und Jugendliche in Notsituationen (Casa mi Esperanza, Honduras) Wer ist beteiligt? nph Kinderhilfe Lateinamerika e.V.; Partnerorganisation nph Honduras (nuestros pequenos hermanos); DINAF (honduranische Behörde für Kindheit, Jugend und Familie), USAID (US-amerikanische Entwicklungshilfebehörde), örtliche staatliche Jugendämter Was ist das Ziel? Kindern und Jugendlichen zu helfen, die schnell aus Risikosituationen geholt werden müssen und temporären Schutz und medizinische Versorgung brauchen. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme nph Honduras (gegründet 1985) kümmert sich bereits seit Jahren um Armutsprobleme, die in den Gemeinden außerhalb des nph Kinderdorfes auftreten. Deshalb ist es uns auch ein Anliegen, Kindern zu helfen, die schnell aus Risikosituationen geholt werden müssen und temporären Schutz brauchen. In Honduras werden immer wieder Kinder von den Behörden aufgegriffen, die ohne erwachsene Begleitperson und ohne Bleibe sind oder auf der Flucht in die USA aufgegriffen werden. Leider ist der Staat nicht in der Lage, diese Kinder in einer sicheren Umgebung unterzubringen, bis geklärt ist, wo sie leben können. Die honduranische Behörde für Kindheit, Jugend und Familie (DINAF) hatte uns deshalb gebeten, ein Übergangshaus zu eröffnen. Das Casa Mi Esperanza (= Haus Meine Hoffnung) wurde am 19. Juli 2017 von der First Lady von Honduras eröffnet. Handlungsfeld und Zielgruppe In Umsetzung der UN Kinderrechtskonvention geht es um die Sicherung des Kindeswohls, insbesondere den Schutz vor Missbrauch und Vernachlässigung und vor sexualisierter Gewalt. Zielgruppe: Kinder und Jugendliche in Notsituationen Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? Bildung ist oft der einzige Weg, um aus dem Teufelskreis der Armut auszutreten. Sowohl während des Aufenthalts der Kinder im nph Übergangshaus als auch später, wenn die Kinder in ihren Familien oder einem Kinderdorf/heim dauerhaft leben können, bieten wir unsere weitere Betreuung und Hilfe an und ermöglichen damit insbesondere den Besuch der Schule (SGD 4: Hochwertige Bildung). Durch die vielen Akteure in diesem Projekt (s.o.) werden wichtige Partnerschaften und die Zusammenarbeit gefördert (SGD 17: Partnerschaften zur Erreichung der Ziele). Erfolge – Was ist das Besondere? Seit 2017 haben mehr als 150 Kinder und Jugendliche (Stand: Dez. 2020) Zuflucht im nph Kinderschutzhaus gefunden. Circa 60% der Kinder konnten aufgrund der guten Arbeit unserer Sozialarbeiter wieder zu Verwandten ziehen. Knapp 15% der Jungen und Mädchen konnten nicht mehr in ihre Familien zurückkehren, fanden aber in unserem nph-Kinderdorf ein neues Zuhause. Die übrigen Kinder konnten auf andere Kinderheime verteilt werden. Durch die gute Zusammenarbeit zwischen den örtlichen Behörden, USAID und nph Honduras sowie den Spender*innen aus der nph Organisation konnte ein weiteres wichtiges Projekt zum Schutz von Kindern dauerhaft ins Leben gerufen werden. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Die Familien, in die wir Kinder und Jugendliche reintegrieren konnten, werden auch weiterhin von nph betreut; ihnen wird so die Möglichkeit gegeben, weitere Hilfsangebote anzunehmen und ihren Kindern den Schulbesuch zu ermöglichen. Ohne die finanzielle Unterstützung und fortlaufende Betreuung bliebe vielen Kindern der Zugang zu Bildung verwehrt. Kontakt und weitere Informationsquellen https://www.nph-kinderhilfe.org/eine-schule-fuer-haiti nph Kinderhilfe Lateinamerika e. V. Tullastraße 66, 76131 Karlsruhe Marion Heigl, Projektspenden, Tel.: 0721 35440-167 Email: marion.heigl@nph-kinderhilfe.org Titel der Maßnahme: Gemeinschaftsinitiative „1000 Schulen für unsere Welt“: Schulausbau in Haiti Wer ist beteiligt? nph Kinderhilfe Stiftung, Stadt Karlsruhe => Aufruf an Karlsruher Bürger*innen und Unternehmen: "Karlsruhe baut eine Schule in Haiti“ Was ist das Ziel? Wir benötigen für den Bau einer Schule in Haiti 200.000 Euro. Dieses Projekt ist Teil der bundesweiten Gemeinschaftsinitiative "1000 Schulen für unsere Welt", welche vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) ins Leben gerufen wurde und von den drei kommunalen Spitzenverbänden unterstützt wird. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme Gemeinsam mit vielen Städten und Kommunen 1000 Schulen in Ländern dieser Welt zu bauen, ist motivierend. Durch viele verschiedene Aktionen und Aufrufe kann durch viele kleine Spenden Großes bewirkt werden, aber auch durch große Einzelspenden... Noch sind die 1000 Schulen lange nicht erreicht! Handlungsfeld und Zielgruppe Handlungsfeld sind die jeweiligen Städte oder Kommunen. Zielgruppen sind deren Bewohner und Menschen, Vereine, Unternehmen, Verbände, Stiftungen, die sich engagieren möchten und vielleicht auch einen Bezug zum Thema Bildung haben. Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? Bildung als ein wichtiger Aspekt um Wege aus der Armut zu finden. Hilfe zur Selbsthilfe kann so langfristig möglich werden. Vor allem SDG 4 (Hochwertige Bildung) und SDG 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele) werden hiermit umgesetzt. Erfolge – Was ist das Besondere? Bisher (Stand 9.4.2021) wurden schon über 130 Schulbauprojekte angestoßen. 84 Projekte sind bereits voll finanziert und 64 Schulen wurden sogar schon eröffnet. Das Thema Entwicklungszusammenarbeit wird durch diese Initiative zum Thema in den Städten und Kommunen und diese haben gleich konkrete Möglichkeiten, wie sie handeln können. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Es wurden schon einige Schulen gebaut. Auch die Zusammenarbeit von Städten und Hilfsorganisationen der Entwicklungszusammenarbeit kann dadurch profitieren. Kontakt und weitere Informationsquellen https://www.nph-kinderhilfe.org/eine-schule-fuer-haiti https://www.1000schulenfuerunserewelt.de/#Traegerkommunen nph Kinderhilfe Lateinamerika e. V. Tullastraße 66, 76131 Karlsruhe Marion Heigl, Projektspenden, Tel.: 0721 35440-167 Email: marion.heigl@nph-kinderhilfe.org Titel der Maßnahme: Bildungsarbeit mit Karlsruher Schulen Wer ist beteiligt? Die Aktion Eine Welt e.V. (AEW) hat einen ihrer Schwerpunkte in der entwicklungspolitischen Bildungsarbeit und Fragen des Nachhaltigen Wirtschaftens an praktischen Beispielen erarbeitet und vertieft. Seit über 20 Jahren beschäftigt die AEW eine hauptamtliche Bildungsreferentin und hält ein spezielles Angebot für Schulen bereit, das von einem wachsenden Kreis von Lehre*rinnen regelmäßig genutzt wird. Was ist das Ziel? Es geht uns darum, an gelebten Beispielen den Schüler*innen zu erklären, wie nachhaltiger Konsum aussehen kann. Gerade die komplexen Nachhaltigkeitsziele für Deutschland (die SDGs) können somit an praktischen Beispielen erklärt werden; Handlungskompetenzen, die Auseinandersetzung mit den Nachhaltigkeitszielen und die Selbstwirksamkeit werden gestärkt. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme Die schwierigen Nachhaltigkeitsziele und -themen rund um den Themenkreis des globalen Lernens sollen an nachvollziehbaren lebenspraktischen Beispielen jungen Menschen nahegebracht werden. Sie sind in der Leitperspektive der Bildungspläne verankert. Gerade die junge Generation muss die nachhaltige Entwicklung gestalten und benötigt dafür Werkzeuge. Handlungsfeld und Zielgruppe Im Zentrum unserer Aktivitäten stehen neben den Unterrichtseinheiten zum Themenbereich Fairer Handel und Nachhaltiges Wirtschaften besonders auch die vielen Beratungsgespräche bezüglich Literatur und Recherche, Nutzung der Bibliothek, Projekttageplanungen, Unterrichtsvorbereitungen, spezielle Nachhaltigkeitsprojekte und Hintergrundinformationen mit Lehrer*innen. Gleichzeitig haben wir auch häufig Schüler*innen und Schülergruppen zu Gast im Weltladen, die an einer Hausarbeit, einem Referat, einem Projekt o.ä. arbeiten und nach Informationen suchen. Zielgruppen sind Schulklassen aller Schularten und Jahrgangsstufen ab der 3. Klasse. Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? Alle Nachhaltigkeitsziele werden erklärt und diskutiert. Das ist auch nötig, weil in den Unterrichtseinheiten immer wieder deutlich wird, dass die Nachhaltigkeitsziele tatsächlich noch nicht bekannt genug sind. Erfolge – Was ist das Besondere? Wir sind schon seit vielen Jahren mit Bildungsarbeit in Karlsruhe aktiv und gut vernetzt mit Schulen und Lehrer*innen. Wir bekommen immer wieder gute Rückmeldungen und haben mit dem Weltladen einen attraktiven außerschulischen Lernort mit Bibliothek. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Wir tragen dazu bei, dass immer wieder neue Schüler*innengenerationen eine Vorstellung von nachhaltiger Wirtschaft und nachhaltigem Handeln bekommen und auch praktisch nachvollziehbare Beispiele kennenlernen, wo dies bereits gelebt wird. Kontakt und weitere Informationsquellen Aktion Eine Welt e.V. / Weltladen Karlsruhe Kronenstr. 21, 76133 Karlsruhe Email: Weltladen-ka@web.de www.aewev.de Titel der Maßnahme: UNICEF-Arbeitsgruppe Karlsruhe Wer ist beteiligt? Ehrenamtlich Engagierte der UNICEF-Arbeitsgruppe aus Karlsruhe und Umgebung zusammen mit Schüler*innen (im Rahmen des UNICEF- Junior-Teams) und Student*innen aus der Region Karlsruhe . Was ist das Ziel? Schutz von weltweit besonders benachteiligten Kindern vor Gewalt, Ausbeutung, Krankheit und Hunger durch Programme für Bildung, Nothilfe, Trinkwasserversorgung, medizinische Versorgung. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme Wunsch nach Verbesserung der Lebenssituation von besonders benachteiligten Kindern in Ländern des Globalen Südens. Handlungsfeld und Zielgruppe Sammeln von Spenden zugunsten der Projektarbeit von UNICEF Deutschland durch Aktionen wie UNICEF-Grußkartenverkauf, Organisation von Aktionen (z.B. Schüler*innenläufe, „Lesen für UNICEF „Kochen für UNICEF“, „Kürbisschnitzen für UNICEF“) Präsentation der Arbeit von UNICEF und Sensibilisierung der Menschen in der Region Karlsruhe für Anliegen von UNICEF durch Vorträge in Schulen, im Rahmen von Ausstellungen, Infoständen anlässlich besonderer Aktionstage (z.B. Kinderrechtefest) u.v.m. Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? SDG 1: Keine Armut SDG 2: Kein Hunger SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen SDG 4: Hochwertige Bildung SDG 10: Weniger Ungleichheiten (insbesondere Rechtsgleichheit) Darüber hinaus die Förderung gesunder Lebendgrundlagen in Ländern des Globalen Südens. Erfolge – Was ist das Besondere? Beitrag der Arbeitsgruppe Karlsruhe zu den Erfolgen der weltweiten Arbeit von UNICEF, nämlich Halbierung der Kindersterblichkeit in den vergangenen 30 Jahren, Verbesserung der Schulbildung, Bekämpfung / Ausrotten von Krankheiten durch Impfkampagnen, Verbesserung der Situation von Kindern in Katastrophen- und Nothilfegebieten. Wirkung – Was hat sich seither verändert? s.o. Kontakt und weitere Informationsquellen UNICEF Arbeitsgruppe Karlsruhe Kriegsstraße 144, 76133 Karlsruhe Arbeitsgruppenleitung: Ursula Grass Email: info@karlsruhe.unicef.de www.karlsruhe.unicef.de Titel der Maßnahme: Schulneubau für Kisanga Valley Grundschule (Kichwamba/Fort Portal in Uganda) Wer ist beteiligt? Jugendhilfe Ostafrika e.V. und Morence Mpora Rural Famliy Was ist das Ziel? Ein Schulneubau für die Kisanga Valley Primary School Motivation für die Umsetzung der Maßnahme Die Kisanga Valley Primary School in Kichwamba/Fort Portal in Uganda war ein in die Jahre gekommenes Strohlehmgebäude, das in den letzten Jahren die Regenzeiten nur noch mit jeweils großen Schäden überstand. Diese Bauweise hält in einem Land mit extremen Wetterbedingungen nicht allzu lange stand. Während der Regenzeiten herrschte Einsturzgefahr. In den Trockenzeiten waren die Gebäude extrem staubig. Handlungsfeld und Zielgruppe Sanierungsmaßnahme, die den Kindern des Kisanga Valley in Westuganda bei Fort Portal zu Gute kommt. Im Dezember 2020 begannen die Bauarbeiten für ein Schulgebäude mit sieben Klassenzimmern, einem Verwaltungstrakt und sanitären Anlagen. Das Baumaterial sind gebrannte Ziegel, die lokal hergestellt werden. Die Gebäude erhielten ein Blechdach. Derzeit wird der Innenausbau sowie das Einsetzen der Türen und Fenster realisiert. Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen SDG 4: Hochwertige Bildung SDG 6: Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen Erfolge – Was ist das Besondere? Die Arbeit der Sek II-Schule wurde im vergangenen Jahr prämiert. Bedingt durch die Corona-Pandemie war es möglich, in sehr kurzer Zeit genug Bauarbeiter*innen in der näheren Umgebung zu finden. Auf diese Weise konnten wir einen Doppeleffekt erzielen: Nicht nur bekommen die Kinder ein neues Schulgebäude, sondern auch einige der durch die Pandemie schwer betroffenen Familien in der Umgebung können ihre Einkommen verbessern. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Die Jugendhilfe Ostafrika e.V. unterstützt seit 1993 Waisenkinder und Kinder, deren Eltern kein Schulgeld bezahlen können. Zudem begleitet sie Morence Mpora Rural Famliy, die sich dadurch erheblich weiterentwickelt hat; viele Kinder und Jugendliche erhielten eine Perspektive. Nach der Sek I/II-Schule erhält nun die Primary School ebenfalls ein neues Gebäude. Kontakt und weitere Informationsquellen www.jugendhilfe-ostafrika.de Ansprechpersonen: Christa Frei, Kirschstr. 21c, Karlsruhe-Daxlanden Margit Gärtner, Email: margaro@web.de Eva Rudolph, Email: jugendhilfe-ostafrika@web.de Titel der Maßnahme: Workshop Pakete von GloW Karlsruhe e.V. Wer ist beteiligt? Vier Workshopreferent*innen von GloW Karlsruhe e.V. (M.Sc. in Biodiversität und Umweltbildung) bzw. 2-3 ehrenamtliche Referent*innen Was ist das Ziel? GloW möchte insbesondere bei jungen Menschen (Handlungs-) Kompetenzen für eine zukunftsfähige Gestaltung der (Um-) Welt stärken und vor dem Hintergrund der notwendigen gesellschaftlichen Transformation „empowern“. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme GloW Karlsruhe e.V. möchte gern als außerschulischer Lernort für Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) und Globales Lernen in Karlsruhe dazu beitragen, dass diese Themen stärker in den schulischen Unterricht gebracht und den jungen Menschen nahegebracht werden: Sie sind schließlich diejenigen, die in Zukunft die nachhaltige Entwicklung gestalten und dafür Werkzeuge benötigen. Bislang hat die (in der Leitperspektive der Bildungspläne verankerte) BNE kaum Eingang in das Lehramtsstudium und die Schulen gefunden; die Umsetzung ist oft vom Engagement der einzelnen Lehrkraft abhängig. GloW möchte daher die BNE in Karlsruhe fördern und den Lehrkräften Impulse und Bestärkung zur Umsetzung im Unterricht bieten. Handlungsfeld und Zielgruppe Handlungsfeld: Außerschulische Bildung Zielgruppen: Schüler*innen weiterführender Schulen aller Schulzweige, Kinder- und Jugendgruppen (z.B. Konfirmanden-gruppen, Umweltgruppen) Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? Nachhaltigkeitsziele: Stärkung Handlungskompetenzen, Partizipation, Mündigkeitsbildung, kritische Reflektion vom eigenen Lebensstil / eigenen Werten, kritische Meinungsäußerung, individuelle und gemeinschaftliche Gestaltung von nachhaltiger Entwicklung, Verortung im globalen Gefüge, Schulen von Selbstwirksamkeit, Schulung des Verantwortungsbewusstseins, Verständnis der Komplexität von nachhaltigen Problemen (bzw. ökologisch-ökonomisch-soziale Komponente), sensibilisieren für globale Abhängigkeiten, anstoßen von interdisziplinären Lernprozessen. Erfolge – Was ist das Besondere? Trotz des gerade begonnenen Projekts gibt es bereits viele Workshop-Anfragen und großes Interesse bzw. Unterstützungsbereitschaft von verschiedenen Akteuren. Das Besondere an GloW sind die innovativen Workshop Pakete: Nicht nur einzelne Workshops werden durchgeführt, sondern ganze Pakete angeboten, um langfristige Lernprozesse zu ermöglichen. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Das Projekt befindet sich in der Anfangsphase, daher kann über die Wirkung bislang eher wenig gesagt werden. Aber die Workshops, die GloW bereits durchgeführt hat, haben durchweg positives Feedback und Lob erhalten bzw. haben die beschriebenen Lerneffekte angestoßen. Kontakt und weitere Informationsquellen Website: www.glow-karlsruhe.org Email: info@glow-karlsruhe.org Instagram: GloW Karlsruhe e.V. Tel: 0176 43345151 Titel der Maßnahme: (Kooperations-)Veranstaltungen von GloW Karlsruhe e.V. Wer ist beteiligt? Vier Workshopreferent*innen von GloW Karlsruhe e.V. (M. Sc. in Biodiversität und Umweltbildung) bzw. 2-3 ehrenamtliche Referent*innen Was ist das Ziel? GloW möchte als weiteres Ziel die breite Öffentlichkeit auf Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) aufmerksam machen, Impulse für individuelle nachhaltige Handlungsalternativen bieten und zusammen eine nachhaltige (Zukunfts-) Gestaltung der Stadt Karlsruhe vorantreiben. Darüber hinaus möchte GloW durch die Kooperation mit anderen Akteuren nachhaltiger Entwicklung in Karlsruhe die Vernetzung eben dieser Gruppen stärken. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme GloW Karlsruhe e.V. möchte gern als außerschulischer Lernort für Bildung, für nachhaltige Entwicklung und Globales Lernen in Karlsruhe dazu beitragen, dass nachhaltige Entwicklung stärker im Raum Karlsruhe verankert wird, und Bürger*innen Impulse bzw. das Handwerkszeug an die Hand gegeben wird, diese umzusetzen. Handlungsfeld und Zielgruppe Handlungsfeld: öffentliche Veranstaltungen wie Diskussionen, Vorträge, Stadtrallye etc. Zielgruppe: alle interessierten Bürger*innen Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? Nachhaltigkeitsziele: Stärkung Handlungskompetenzen, Partizipation, Mündigkeitsbildung, kritische Reflektion vom eigenen Lebensstil / eigenen Werten, kritische Meinungsäußerung, individuelle und gemeinschaftliche Gestaltung von nachhaltiger Entwicklung, Verortung im globalen Gefüge, Schulen von Selbstwirksamkeit, Schulung des Verantwortungsbewusstseins, Verständnis der Komplexität von nachhaltigen Problemen (bzw. ökologisch-ökonomisch-soziale Komponente), sensibilisieren für globale Abhängigkeiten, anstoßen von interdisziplinären Lernprozessen Erfolge – Was ist das Besondere? Trotz des gerade begonnenen Projekts gibt es bereits vonseiten anderer Gruppen / Initiativen in Karlsruhe wie der Kulturküche, dem Quartiersprojekt etc. großes Interesse an Kooperation bzw. gemeinsamen Veranstaltungen. Das Besondere an den Veranstaltungen bei GloW ist, dass GloW durch diese versuchen möchte, die Akteure nachhaltiger Entwicklung in Karlsruhe zusammenzubringen bzw. eine Vernetzung aufbauen. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Das Projekt befindet sich in der Anfangsphase, daher kann über die Wirkung bislang eher wenig gesagt werden. Die Stadtrallye, die GloW gerade als digitale Eröffnungsfeier anbietet (auf der Website zum Herunterladen), wurde bereits vielfach gelobt. Kontakt und weitere Informationsquellen Website: www.glow-karlsruhe.org Email: info@glow-karlsruhe.org Instagram: GloW Karlsruhe e.V. Tel: 0176 43345151 Titel der Maßnahme: Reading & Writing Club in Jerusalem (Region Choma, Sambia) Wer ist beteiligt? Beteiligt sind unsere Partnerorganisation Mmabana mit dem Leiter Emmanuel Mudenda, der pädagogischen Fachkraft Bronscar Masani mit dem Team für Bildungsarbeit bei Mmabana und Kinder aus der Region Jerusalem (Ort in der Region von Choma, Sambia). Was ist das Ziel? Kinder in einem abgelegeneren Gebiet namens Jerusalem werden auf den Schulbesuch vorbereitet. Langfristig soll den Kindern der Zugang zum staatlichen Schulsystem ermöglicht werden. Dazu kann zukünftig die finanzielle Unterstützung von Schulgebühren, Schuluniformen und Materialien gehören, aber auch eine angestrebte Partnerschaft mit der Organisation ZOCS (Zambia Open Community Schools), um in dem Gebiet die Eröffnung einer Schule zu unterstützen. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme Wir und unsere Partnerorganisation wollen Kindern und Jugendlichen durch Bildung Chancen eröffnen und nachhaltig die Gesellschaft stärken. Während des Corona-Network-Projects, einer Informationsaktion zum Coronavirus und den erforderlichen hygienischen Maßnahmen, wurden die Mitarbeitenden auf die Situation vor Ort aufmerksam und beschlossen den bereits vorhandenen Education Support der Organisation in Choma auch außerhalb der Stadt zu etablieren. Handlungsfeld und Zielgruppe Die Zielgruppe sind Kinder ohne Zugang zu staatlichem Schulunterricht im Alter von ca. 6-10 Jahren in der Region Jerusalem. Diese werden in den Hauptfächern unterrichtet, es wird aber auch individuelle Unterstützung auf Grundschulniveau geboten. Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? SDG 4: Hochwertige Bildung → Mmabana versucht, den Kindern einen Zugang zu staatlicher Schulbildung zu ermöglichen. SDG 10: Weniger Ungleichheiten → Die Mitarbeiter*innen fahren in ein ländliches Gebiet, in dem der Zugang zu Schulbildung stark eingeschränkt ist. Mmabana unterstützt dabei besonders Mädchen und Kinder mit körperlichen Beeinträchtigungen. Erfolge – Was ist das Besondere? Besonders ist, dass das Projekt durch Sambier*innen, welche auch in der Umgebung aufgewachsen und vernetzt sind, durchgeführt wird. Neben den angestellten Mitarbeiter*innen unterstützen junge Erwachsene, welche gerade einen kostenlosen Computerkurs bei Mmabana absolvieren, das Projekt. Dadurch kann eine nachhaltige Wirkung erzielt werden, da die Mitarbeiter*innen die Lebenswelt der Kinder nachvollziehen können und den Unterricht nach deren Bedürfnissen gestalten. Wirkung – Was hat sich seither verändert? 30 Kinder wurden Anfang 2021 im Kurs registriert. Sie werden zweimal wöchentlich in den grundlegenden Fächern, wie Englisch und Mathematik, unterrichtet. Kontakt und weitere Informationsquellen Email: kontakt@mmabana.org www.mmabana.org Titel der Maßnahme: Ausstellung „Glaubensflüchtlinge Heute“ Wer ist beteiligt? Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV), Regionalgruppe Karlsruhe Was ist das Ziel? Die Unterdrückung der Religionsfreiheit ist ein weltumspannendes Thema. Die Ausstellung informiert exemplarisch. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme Am Schicksal von drei Religionsgemeinschaften (Yeziden, koptische Christ*innen, muslimische Uigur*innen) zeigt die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) in einer Ausstellung, dass Glaubensverfolgung nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in der Gegenwart bittere Realität ist und Krisen, Flucht und Vertreibung schürt. Handlungsfeld und Zielgruppe Darstellung in Ausstellung Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? Schutz vor Vertreibung und Prävention gegen Genozid Erfolge – Was ist das Besondere? Thematisierung des Themas Religiöse Verfolgung, ein Schicksal, das Menschen aller Religionen betrifft. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Öffentlichkeitsarbeit, Bildung Kontakt und weitere Informationsquellen Gesellschaft für bedrohte Völker Regionalgruppe Karlsruhe Burkhard Gauly Wiesbadener Str. 20b, 76185 Karlsruhe Email: karlsruhe@gfbv-rg.de www.gfbv.de
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Extrahierter Text
Grundsatzpapier Kommunale Entwicklungszusammenarbeit – Anlage 4 Maßnahmen der „Kommunalen Entwicklungszusammenarbeit“ und der „Kommunalen Entwicklungspolitik“ aus den städtischen Ämtern und Gesellschaften Titel der Maßnahme: Klimapartnerschaft Karlsruhe – San Miguel de Los Bancos (Ecuador) Wer ist beteiligt? Stadt Karlsruhe (laut Gemeinderatsbeschluss Juli 2016), Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur KEK (fachtechnisch verantwortliche Organisation), Kanton San Miguel de Los Bancos (SMLB), Ecuador Was ist das Ziel? Die Internationalisierungsstrategie der Stadt Karlsruhe hat das Ziel, globale Verantwortung zu übernehmen und Nachhaltigkeit und außereuropäische Kooperationen zu fördern. In diesem Zusammenhang leistet die Klimapartnerschaft primär einen aktiven Beitrag im Bereich Klimaschutz und ferner mit Blick auf den Erhalt von Artenvielfalt und soziale Entwicklung. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme Der Ausbau der kommunalen Zusammenarbeit im Bereich Klima und Umwelt dient dem Ziel der Partner in Ecuador, SMLB zu einem „grünen Kanton“ zu machen. Parallel verfolgt die Stadt Karlsruhe das Ziel der Klimaneutralität. Die Entwicklung der Partnerschaft wurde maßgeblich unterstützt durch das BMZ-Programm „50 kommunale Klimapartnerschaften bis 2015“. Kommunales Handlungsfeld und Zielgruppe Sensibilisierung und konkrete Maßnahmen zugunsten von Klima und Umwelt Zivilgesellschaft beider Partnerkommunen, ferner Verwaltungen, besondere Akteursgruppen (z.B. Bildungseinrichtungen, Kooperativen, NGO) Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? SDG 13: Maßnahmen zum Klimaschutz Dies schließt auch die Anpassungsfähigkeit mit Blick auf klimabedingte Katastrophen ein sowie die damit verbundene Wissensvermittlung. Erfolge – Was ist das Besondere? Aufforstungsaktivitäten seit 2015 kombiniert mit Umweltbildung und Aufklärung der lokalen Bevölkerung (z.B. betroffene Anwohner*innen, Schulgruppen im Rahmen von Schulaustauschen), um die Nachhaltigkeit des Projekts sicherzustellen; Schulpartnerschaften mit konkreten Projekten (z.B. Baumschulen), erste Schritte für ein Abfallmanagement. Ab Juni 2021 wird zunächst für 18 Monate ein Entwicklungshelfer für kommunales integriertes Umweltmanagement in SMLB eingesetzt (finanziert über das BMZ). Die Arbeitsschwerpunkte der Fachkraft sind Abfall-/Wassermanagement und die Umsetzung des Handlungskatalogs. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Dank Förderung durch das Programm Nakopa und den Karlsruher Klimafonds (www.karlsruher-klimafonds.de) konnte wertvoller sekundärer Regenwald aufgeforstet und dauerhaft gesichert werden. Das Projektgrundstück wurde 2019 als Schutzgebiet deklariert und wird in kommunale Konzepte vor Ort eingebunden (z.B. als „grünes Klassenzimmer“). Auch die Kooperation mit benachbarten Kommunen soll mit Blick auf Walderhalt und Aufforstung verstärkt werden, vor allem auch zum Schutz von Fließgewässern. Kontakt und weitere Informationsquellen Stabsstelle Außenbeziehungen und Strategisches Marketing (SAM) Nicole Walther, Frederike Groß Tel.: +49 (0)721 133-1871 Email: sam@karlsruhe.de Karlsruher Energie- und Klimaschutzagentur (KEK) Maria Gagliardi Email: gagliardi-reolon@kek-karlsruhe.de https://www.karlsruhe.de/b4/international/entwicklungszusammenarbeit/ecuador Stadt Karlsruhe Stabsstelle für Außenbeziehungen und Strategisches Marketing Titel der Maßnahme: Fachaustausch und Vernetzung Energie, Klima und Technologietransfer (Ostafrika mit Fokus Uganda und Dschibuti) Wer ist beteiligt? Wirtschaftsförderung Karlsruhe, EnergieForum/ Technologietransfer, Stadt Kampala, Stadt Djibouti, Teilnehmer: Gründerallianz, Firmen sowie Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen Was ist das Ziel? Delegationen aus Karlsruhe, Kampala und Dschibuti tauschen sich zu den Themen Technologietransfer Klima und Energie, Wasser, Mobilität, Stadtplanung, Müllentsorgung (Müllvermeidung) und Startup-Ökosystem aus. Motivation – Warum wollten Sie das Projekt umsetzen? Aufgrund der Cluster Expertenreisen des EnergieForums zur Marktrecherche im Bereich Energie sind diese Beziehungen nach Uganda und Djibouti aufgebaut worden. Es wurden große Potenziale erkannt und die Beziehungen vertieft. Hieraus entwickelten sich weitere Themen (s.o.). Mehrere Gegenbesuche der afrikanischen Interessenten wurden in Karlsruhe vom EnergieForum und der Technologietransfermangerin in allen angefragten Themen betreut. Es wurden mehrtägige Workshops organisiert, die als Best Practice- Beispiele des Wissens- und Technologietransfers gelten. Kommunales Handlungsfeld und Zielgruppe In einigen Bereichen (z.B. Mobilität, Energieinfrastruktur (Stadtwerke), Stadtplanung) wurden Karlsruher Fachämter mit einbezogen. Im Startup-Ökosystem wurden Verbindungen und Netzwerke aufgebaut. Welche Nachhaltigkeitsziele werden bedient? Grundsätzlich sind die Klimaziele weltweit zu erreichen und die Werte zu verbessern. Ein Austausch von Kommunen, Wirtschaft und Wissenschaft ist hier sehr wichtig. SDG 1 Keine Armut, SDG 6 Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen, SDG 7 Bezahlbare saubere Energie, SDG 13 Maßnahmen zum Klimaschutz, SDG 17 Partnerschaften zum Erreichen der Ziele Erfolge – Was ist das Besondere? Beispiele seit 2018: mehrere Firmenkooperationen Karlsruhe / Kampala im Bereich Energie und Wasser (SDG 1, 7, 17); Hochschule Karlsruhe und Karlsruher Firmen rüsten mit Hilfe von EU-Fördermitteln Krankenhäuser in Uganda mit PV-Solaranlagen und Anlagen zur Wasserreinigung auf (SDG 6, 13, 17); Workshops mit Eifer Institut, Fraunhofer ICT, Stadtwerke Karlsruhe, Stadtplanungsamt sowie Karlsruher Firmen zum Thema Energie, Mobilität und Infrastruktur (SDG 1, 6, 13 ); Startup-Ökosystem wurde mit der Gründerallianz und der Pioniergarage vertieft (SDG 1, 17). Zudem finden Veranstaltungen wie „Afrika im Blick“ und die „Regionalkonferenz“ in Karlsruhe statt. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Die Stadt Karlsruhe/ Wirtschaftsförderung hat eine 50% Stelle für das Thema Afrika geschaffen, um die Aktivitäten von Wirtschaft, Wissenschaft und Kommune weiter zu vernetzen. Die bestehenden Beziehungen werden vertieft, weitere Projekte und Kooperationen in Verbindung mit Förderprogrammen werden angestrebt. Es bildet sich ein Afrika-Hub aus den verschiedenen Akteuren (u.a. Ministerien, Firmen, Forschungs- und Entwicklungs-Einrichtungen, verschiedene Netzwerke). Ansprechperson und weitere Infos Andrea Bühler, Clustermanagerin Energie Forum, Technologietransfermanagement Wirtschaftsförderung der Stadt Karlsruhe Tel: +49 (0)721 133-7334 Email: andrea.buehler@wifoe.karlsruhe.de Kontakt Zielmarkt Afrika allgemein: Lara Prolingheuer, Wirtschaftsförderung, Internationales Tel.: +49 (0)151 543933169 Email: Lara.prolingheuer@wifoe.karlsruhe.de Titel der Maßnahme: Partnerschaftsbörse Eine Welt Karlsruhe Wer ist beteiligt? Der Gemeinderat hat im Jahr 1987 den Beschluss gefasst, den Karlsruher „Eine-Welt-Gruppen“ seine Unterstützung zu gewähren. Rat und Hilfe über Grenzen hinweg war das Anliegen, das der Gemeinderat mit finanziellen Mitteln aus dem städtischen Haushalt unterstützen wollte. Entstanden ist daraus der Verein „Partnerschaftsbörse Eine Welt Karlsruhe e.V.“. Der Verein setzt sich zusammen aus aktiven und ehemaligen Mitarbeitenden der Karlsruher Stadtverwaltung sowie aus Eine Welt Aktiven, die mit der Stadtverwaltung eng verbunden sind. Was ist das Ziel? Ziel ist die Unterstützung der Karlsruher Eine Welt Gruppen bei deren Hilfsprojekten im Bereich der Entwicklungszusammenarbeit (Organisationen mit Sitz oder Ortsgruppen in Karlsruhe mit Projektpartnern im Globalen Süden). Jährlich werden ca. 25 Projekte über den Verein „Partnerschaftsbörse Eine Welt Karlsruhe e.V.“ unterstützt. Voraussetzung für eine Förderung: Die Projektpartner stellen eigene finanzielle Mittel mindestens in Höhe der gewährten Fördersumme für das Projekt zur Verfügung und es gibt einen verantwortlichen Projektpartner vor Ort. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme? Der Grundgedanke ist, unbürokratisch vor Ort benötigte Hilfe zu leisten. Die Förderungen sind als Hilfe zur Selbsthilfe gedacht, die der Verbesserung der Lebenssituation und der Reduzierung von Ungleichheiten bei den jeweiligen Projektpartnern dienen sollen, beispielsweise durch einen Zuschuss zum Bau einer Schule, zur Bohrung eines Brunnens oder zur Erweiterung einer Krankenstation. Kommunales Handlungsfeld und Zielgruppe Entwicklungszusammenarbeit: Die Partnerländer sind oft geprägt von Defiziten in den Bereichen Gesundheit, Bildung Sozialwesen, Infrastruktur und in der demokratischen Entwicklung. Mit dem Förderbeitrag unterstützt die Stadt, gemeinsam mit den Eine Welt Gruppen, Förderprojekte nach dem Prinzip einer globalen Partnerschaft. Damit leistet sie mit ihrem entwicklungspolitischen Engagement einen Beitrag zur globalen nachhaltigen Entwicklung. Zielgruppe: Karlsruher Organisationen und deren Partner vor Ort in sogenannten Schwellenländern, vorwiegend im Globalen Süden. Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? SDG 1: Keine Armut, SDG 2: Kein Hunger, SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen, SDG 4: Hochwertige Bildung, SDG 5: Geschlechtergerechtigkeit), SDG 6: Sauberes Wasser, SDG 7: Saubere Energie, SDG 8: Menschenwürdige Arbeit, SDG 9: Unterstützung einer funktionierenden Infrastruktur. Diese Nachhaltigkeitsziele sollen in den Alltag der Menschen hier und im Globalen Süden integriert werden. Erfolge – Was war/ist das Besondere? Karlsruhe ist eine von wenigen Kommunen, die 2021 bereits im 34. Jahr Hilfsprojekte der Entwicklungszusammenarbeit in Ländern des Globalen Südens regelmäßig in größerem Umfang unterstützt. Die Unterstützung ist ein Anliegen der Stadt, das von einer breiten Mehrheit im Gemeinderat mitgetragen wird. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Die geförderten Projekte verändern sich im Laufe der Jahre und entwickeln sich zunehmend eigenständig. Organisationen und Vereine aus Karlsruhe erfahren Unterstützung und Wertschätzung. Ansprechperson und weitere Infos Bettina Lisbach, Ernststraße 95, 76131 Karlsruhe Tel: +49 (0)721 133-1055 Email: partnerschaftsboerse-eine-welt@karlsruhe.de Titel der Maßnahme: Wirtschaftspartnerschaft Karlsruhe – Pune (Indien) Wer ist beteiligt? Stadt Karlsruhe: Netzwerk „India Board Karlsruhe“ (Wifö, SAM, StPla, KMK, KME, KTG, Stadtwerke, Kulturamt, Unternehmen, Forschungseinrichtungen, Hochschulen, sonstige) Indien: Projektpartner in der Stadt Pune (Indien), Firma Let’s bridge IT als Betreiberin der Karlsruher Repräsentanz, Handelskammer MCCIA Pune sowie Kooperationen mit weiteren Städten im Staat Maharashtra (Mumbai, Nagpur, Aurangabad) Was ist das Ziel? Die Partnerschaft zwischen Karlsruhe und Pune ist ein gelebtes Beispiel für eine multilaterale globale Partnerschaftsarbeit. Seit 2014 betreibt Karlsruhe eine Repräsentanz in Pune. Seit 2017 vertritt diese auch ganz Baden-Württemberg im Staat Maharashtra. Ziel ist die Unterstützung von Firmenansiedlungen und Investitionen in beide Richtungen, die Initiierung von Kooperationen und Projekten sowie Technologietransfer. Bearbeitet werden insbesondere die Kompetenzfelder Smart City Development, IT, Artificial Intelligence, nachhaltige Mobilität und Energiemanagement. Weitere Felder sind die Gewinnung von Fachkräften, Kooperationen im Bildungswesen sowie soziokultureller Austausch. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme? Etablierung einer gelebten Partnerschaft in verschiedenen kommunalen Handlungsfeldern: Wirtschaft, Kultur, Wissenschaft, Tourismus etc. Erschließung eines Wachstumsmarktes für die Region Karlsruhe, Steigerung der internationalen Strahlkraft des Standortes Kommunales Handlungsfeld und Zielgruppe Kommunale Wirtschaftsförderung, Kultur, Stadtplanung und Stadtentwicklung; Karlsruher Fachämter und städtische Gesellschaften, Vertreter von Wirtschaft und Wissenschaft sowie Zivilgesellschaft Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? SDG 4 (Hochwertige Bildung), SDG 7 (Bezahlbare und saubere Energie), SDG 6 (Sauberes Wasser und Sanitärversorgung), SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), SDG 9 (Industrie, Innovation und Infrastruktur), SDG 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden), SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz), SDG 16 (Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen, SDG 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele) Erfolge – Was ist das Besondere? Regelmäßige Veranstaltungsformate und Delegationen in beide Richtungen öffnen den Teilnehmern Märkte und fördern die deutsch- indische Zusammenarbeit. Erfolge sind u.a. indische Firmenansiedlungen wie die der High-Tech-Firmen Sönteva und Sikraft Infotech. Niederlassungen bzw. Produktionsstätten in Indien wurden von Karlsruher Firmen wie abas Software, RTE Akustik & Prüftechnik oder aluplast aufgebaut. Zudem konnte das Karlsruher Start-Up „Ineratec“, Preisträger des deutschen Gründerpreises 2018, mit einem indischen Partner verbunden werden. Zu konkreten Projekten gehört das erfolgreich abgeschlossene City-to-City-Pairing mit der Stadt Nagpur zur Implementierung eines Public Bike Sharing Systems im Rahmen eines EU-Programmes. Der Austausch auf Augenhöhe fördert Perspektivwechsel und Lernprozesse auf Karlsruher Seite, beispielsweise durch Best Practices der indischen Verwaltung im Digitalisierungsbereich. Derzeit ist ein IT-Fachkräfteprogramm für Karlsruhe und Baden-Württemberg im Aufbau, das den akuten Mangel der lokalen Firmen an diesen Experten beheben soll. Aber auch im Kulturbereich findet ein reger Austausch statt, wodurch die breite Öffentlichkeit erreicht und kulturelles Verständnis gefördert werden kann. So gehören die jährlich stattfindenden „Indian Summer Days“ schon fest zum Karlsruher Jahresprogramm. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Die Sichtbarkeit von Karlsruhe als internationaler Player wird nachhaltig gestärkt, lokal, regional, bei Land und Bund, sowie bei EU- Projekten, in Indien und bei weiteren globalen Partnern. Neben wirtschaftlichen Interessen unterstützt Karlsruhe gleichzeitig die nachhaltige Stadtentwicklung in Indien und übernimmt globale Verantwortung. Es passiert Wissenstransfer auf Augenhöhe, das Verständnis für indische Kultur und wirtschaftliche Chancen wächst. In Karlsruhe entwickelt sich ein starkes India Board Netzwerk mit allen Indien-interessierten Akteuren, ein Ökosystem zur Integration indischer und weiterer ausländischer Firmen und Institutionen wird gestärkt. Ansprechperson und weitere Infos Wirtschaftsförderung Karlsruhe Simone Pflieger Telefon: +49 (0)721 133-7341 Email: simone.pflieger@wifoe.karlsruhe.de Internet: www.karlsruhe.de/wirtschaft, www.india-karlsruhe.com www.lets-bridge-it.com/karlsruhe-pune Titel der Maßnahme: Verwaltungs- und Managementberatung ÖPNV-System Kampala (Uganda) Wer ist beteiligt? Transport Technologie-Consult Karlsruhe GmbH (TTK), Stadtplanungsamt (StPlA), Wirtschaftsförderung (Wifö), EnergieForum/ Technologietransfer, Karlsruhe Verkehrsverbund (KVV), Stabsstelle Außenbeziehungen und Strategisches Marketing (SAM), relevante Fachämter der Stadtverwaltung Kampala (Kampala Capital City Authority, KCCA) Was ist das Ziel? Gemeinsame Definition eines Rahmenplans für die Organisation des ÖPNV in Kampala als Voraussetzung zur Einführung eines leistungsfähigen Systems des ÖPNV. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme? Ein nachhaltigeres Transportsystem mit höherer Effizienz und als Voraussetzung für verbesserten Klimaschutz im Verkehr. Kommunales Handlungsfeld und Zielgruppe Handlungsfeld: Stadtplanung/-entwicklung, Verkehrsplanung/ÖPNV, Kommunale Entwicklungszusammenarbeit/Internationale Zusammenarbeit, Wirtschaftsförderung Zielgruppe: Öffentliche Verwaltung im Globalen Süden Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? SDG 17 (Partnerschaften zur Erreichung der Ziele) in Verbindung mit SDG 11 (Nachhaltige Städte und Gemeinden) und SDG 13 (Maßnahmen zum Klimaschutz) Erfolge – Was ist das Besondere? Das Projekt befindet sich in der (frühen) Initiierungsphase. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Das Projekt befindet sich in der (frühen) Initiierungsphase. Ansprechperson und weitere Infos Stabsstelle Außenbeziehungen und Strategisches Marketing (SAM) Regina Hartig Telefon: +49 (0)721 133-1877 Email: regina.hartig@sam.karlsruhe.de Titel der Maßnahme: Fairtrade Stadt Karlsruhe Wer ist beteiligt? Beteiligt ist ein breites stadtgesellschaftliches Spektrum – z. B. Schulen, Vereine, Kirchengemeinden, Institutionen, Gastronomie und weitere Anbieter fair gehandelter Produkte sowie die Stadtpolitik. Gebündelt und koordiniert werden Zusammenarbeit und gemeinsame Öffentlichkeitsarbeit vom Umwelt- und Arbeitsschutz – insbesondere im Rahmen der Fairen Woche mit erhöhter Sichtbarkeit, die von den einzelnen Gruppen nicht geleistet werden kann. Was ist das Ziel? Seit 2010 trägt Karlsruhe den Titel „FAIRTRADE-STADT“. Erneuert wurde der Titel zuletzt im August 2020 für weitere zwei Jahre. Karlsruhe erfüllt damit alle fünf Kriterien der Fairtrade-Towns Kampagne. Ziel ist es, das städtische und zivilgesellschaftliche Engagement für den Fairen Handeln und ein gerechteres Zusammenleben in der Einen Welt zu stärken und auszubauen. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme? Die Auszeichnung „FAIRTRADE-STADT“ ist das Ergebnis einer erfolgreichen Vernetzung von langjährig Engagierten aus der Zivilgesellschaft, Politik, Schulen, Kirchen und Wirtschaft. Dahinter stehen vielfältige Akteur*innen, die Produkte aus Fairem Handel anbieten und kaufen und sich für Menschenrechte, die Reduzierung von Ungleichheit und die Verbesserung der Lebenssituation besonders benachteiligter Bevölkerungsgruppen einsetzen. Die Steuerungsgruppe der Fairtrade Stadt umfasst Teilnehmende aus den Bereichen Bildung, Kirchen, lokaler Handel und Initiativen. Der Umwelt- und Arbeitsschutz organisiert die Treffen und unterstützt mit eigenen Aktivitäten und entsprechender Öffentlichkeitsarbeit dabei, den Fairen Handel und die Agenda 2030 mit den 17 Nachhaltigkeitszielen in den Fokus der Bürgerschaft zu rücken. Im Jubiläumsjahr 2020 initiierte die Stadt z. B. eine Ausstellung und eine digitale Stadt-Rallye zum Fairen Handel. Seit 2009 finden jährlich die Fairen Wochen in Karlsruhe statt. Kommunales Handlungsfeld und Zielgruppe Die Handlungsfelder reichen von der städtischen Beschaffung fair gehandelter Produkte über die Unterstützung des lokalen zivilgesellschaftlichen Engagements bis zur Stärkung der Angebote fair gehandelter Produkte im lokalen Handel durch gezielte Öffentlichkeitsarbeit. Weitere Schwerpunkte sind Nachwuchsförderung und Bildungsarbeit, Kooperationsprojekte und öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen sowie die Unterstützung bürgerschaftlicher Gruppen durch das Agendabüro. Zielgruppen sind Engagierte aus Zivilgesellschaft, Politik, Schule, Kirche und Wirtschaft, die sich für den Fairen Handel stark machen, die Bürgerschaft, in deren Fokus der Faire Handel und die Agenda 2030 mit ihren 17 Nachhaltigkeitszielen gerückt werden sollen, sowie die Mitarbeiter*innen der Stadtverwaltung. Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? Die Maßnahme berührt zahlreiche SDGs, in erster Linie SDG 1 und 2 für eine Welt ohne Armut und Hunger, Wohlstand für alle fördern durch gerecht gestaltete Globalisierung (SDG 3-9), den Planeten schützen durch die Begrenzung des Klimawandels und natürlichen Lebensgrundlagen bewahren (SDG 13-16), Frieden fördern, Menschenrechte schützen und gute Regierungsführungen unterstützen (SDG 5 und 10) und globale Partnerschaften aufbauen (SDG 17). Erfolge – Was ist das Besondere? Wesentliche Ergebnisse sind eine erfolgreiche Vernetzung der Akteur*innen aus der Zivilgesellschaft, eine positive lokale Entwicklung der Angebote des Fairen Handels und ihrer Bekanntheit in der Stadtgesellschaft sowie das Engagement vieler Bürger*innen, welches zeigt, dass eine Veränderung möglich ist, und dass jede und jeder dazu beitragen kann. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Die Veranstaltungsformate haben sich zahlreich und vielfältig entwickelt und verändern sich ständig weiter. Durch die sozialen Medien und die Corona-Pandemie hat die Veränderung bei den digitalen Formaten deutlich Fahrt aufgenommen. Das stellt die Akteur*innen vor neue Herausforderungen, eröffnet aber auch neue Chancen und Möglichkeiten, die zuvor nicht denkbar waren. Ansprechperson und weitere Infos Susanne Gerner und Susanne Volz Umwelt- und Arbeitsschutz, Umweltpädagogik und Öffentlichkeitsarbeit Markgrafenstraße 14, 76131 Karlsruhe Telefon: +49 (0)721 133-3114 Email: susanne.gerner@ua.karlsruhe.de, susanne.volz@ua.karlsuhe.de Internet: www.karlsruhe.de/fair Titel der Maßnahme: Karlsruher Fächerkaffee aus Burundi (Fair Trade) => siehe auch Maßnahmenblatt in Anlage 3 Wer ist beteiligt? Kooperationsprojekt: Fairtrade-Stadt Karlsruhe (Umwelt- und Arbeitsschutz), Weltladen Karlsruhe (Aktion Partnerschaft Dritte Welt e.V.), Karlsruher Netzwerk Eine Welt, Lokale Agenda 21 Was ist das Ziel? Der Karlsruher Fächerkaffee ist ein fair gehandelter, hochwertiger Kaffee, hergestellt aus den ausgezeichneten Kaffeebohnen der Kleinbauerngenossenschaft Mboneramiryango in Burundi. Ziel ist die Bekämpfung von Hunger und Arbeit: Mit seinem Genuss sichern die Käufer das Einkommen für zahlreiche Familien, die sich in einer Kleinbauerngenossenschaft mitten in Burundi zusammengeschlossen haben. Solche Initiativen sind gerade in Burundi, einem der ärmsten Länder der Welt, überlebenswichtig und ein Beitrag zur Bekämpfung von Hunger, Hoffnungslosigkeit und Armut. Der Fächerkaffee sensibilisiert für die Lebens- und Arbeitsbedingungen in Burundi und appelliert an die globale Verantwortung von Konsument*innen. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme? Mit dem Fächerkaffee aus Burundi wird die Landespartnerschaft Baden-Württemberg – Burundi unterstützt. Gleichzeitig stärkt der Fächerkaffee das Profil der Fairtrade-Stadt Karlsruhe. Die Stadt unterstreicht mit diesem Kooperationsprojekt einmal mehr ihre Vorbildfunktion, indem sie Projekte aus fairem Handel auf kommunaler Ebene direkt unterstützt. Kommunales Handlungsfeld und Zielgruppe Fairer Handel, Entwicklungspolitik, Entwicklungszusammenarbeit, Zielgruppe: Bürger*innen Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? Hier greifen mehrere SDGs ineinander: SDG 1 (Keine Armut), SDG 2 (Kein Hunger), SDG 3 (Gesundheit und Wohlergehen), SDG 4 (Hochwertige Bildung), SDG 5 (Geschlechtergerechtigkeit), SDG 8 (Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum), SDG 12 (Nachhaltige/r Konsum und Produktion) Erfolge – Was ist das Besondere? Mit dem Kauf von Burundi-Kaffee können die Konsument*innen direkt und ohne Umwege die Produzent*innen und ihre Familien unterstützen. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Mit dem Kooperationsprojekt sollte ein erster Schritt in Richtung Projektpartnerschaft mit einer Kommune in Burundi vorbereitet werden. Aufgrund der instabilen innenpolitischen, wirtschaftlichen und kritischen menschenrechtlichen Lage in Burundi ist jedoch eine weitergehende Kooperation leider bisher nicht möglich. Ansprechperson und weitere Infos Susanne Gerner und Susanne Volz Umwelt- und Arbeitsschutz, Umweltpädagogik und Öffentlichkeitsarbeit Markgrafenstraße 14, 76131 Karlsruhe Telefon: +49 (0)721 133-3114 Email: susanne.gerner@ua.karlsruhe.de, susanne.volz@ua.karlsuhe.de Internet: www.karlsruhe.de/fair Titel der Maßnahme: Entwicklungspolitische Bildungsarbeit Umwelt und Nachhaltigkeit Wer ist beteiligt? Umwelt- und Arbeitsschutz, Weltladen Karlsruhe, Verein Aktion Eine Welt e.V., Karlsruher Schulen, weitere zivilgesellschaftliche Akteure der Entwicklungspolitik Was ist das Ziel? Die Stadt Karlsruhe unterstützt die Bildungsarbeit zu Themen von Umwelt und Nachhaltigkeit an Karlsruher Schulen seit vielen Jahren mit dem Programm „Umweltthemen im Unterricht“. Dabei spielen auch Themen aus dem Bereich des Fairen Handels und der damit verbundenen entwicklungspolitischen Ziele sowie die 17 Nachhaltigkeitsziele der Agenda 2030 eine wichtige Rolle. In diesem Programm erhalten Karlsruher Schulen pädagogische Unterstützung durch externe Fachkräfte, deren Unterrichtseinheiten vom Umwelt- und Arbeitsschutz beauftragt und finanziert werden. Die Schulen können aus einem Themenkatalog die für sie interessanten Themen auswählen und anfordern. Im Weltladen bietet der Verein Aktion Eine Welt e.V. in Kooperation mit dem Umwelt- und Arbeitsschutz und dem Agenda 21 Karlsruhe e.V auch weitere Bildungsprojekte zu den 17 SDGs der Agenda 2030 an. Beispielhaft wird dabei gezeigt, wie die globalen Entwicklungsziele definiert sind und vom Fairen Handel in der Praxis umgesetzt werden. Die Bildungsmaßnamen verbinden Hintergrundinformationen mit praktischen Umsetzungs- und Handlungsalternativen für einen nachhaltigen Lebensstil. Darüber hinaus unterstützt die Stadt Kooperationen zwischen Karlsruher Schulen und Vereinen/Verbänden bei der Nachmittagsbetreuung. Auch Themen der Agenda 2030 stehen dabei seit einigen Jahren auf dem Programm. Beispielsweise erforschen Schüler*innen einer Karlsruher Grundschule die Bedeutung der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele (SDGs) der Agenda 2030 und erproben deren Umsetzung im Schulalltag. Unterstützt werden sie dabei von zivilgesellschaftlichen Akteuren, die selbst ein Projekt im Globalen Süden begleiten. Mit dem Nachhaltigkeitswettbewerb "Grüne Pyramide" wird das Engagement an Karlsruher Schulen, in der Kategorie Umwelt & Faire Welt unter anderem für entwicklungspolitische Themen ausgezeichnet. Mit eigenen Projekten informieren sie als Multiplikatoren ein breites Umfeld zu den 17 Nachhaltigkeitszielen und geben Handlungsempfehlungen zum Fairen Handel im Schulalltag. Auch Schulen, die sich als Fairtrade School zertifizieren lassen möchten, können dabei Unterstützung von der Stadt erhalten. Seit 2015 gibt es mit dem St. Dominikus-Gymnasium eine Fairtrade School in Karlsruhe. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme? Schüler*innen lernen durch die angebotenen Bildungsmaßnahmen viel über den Fairen Handel und können so ermessen, wie die Entscheidung, welche Schokolade wir kaufen oder welche Banane wir essen, einen großen Unterschied machen kann. Die Kampagne "Fairtrade-Schools" hilft dabei, die tollen Aktivitäten an den Schulen zu kommunizieren und neue Ideen zu entwickeln. Die Auszeichnung hat neben der Anerkennung auch Vorbildcharakter für andere Schulen. Wertschätzung für besonderes Engagement der Schüler*innen ermöglicht auch der städtische Nachhaltigkeitspreis „Grüne Pyramide“. Kommunales Handlungsfeld und Zielgruppe Unterstützungsprojekte auf dem Gebiet der Bildung für nachhaltige Entwicklung Zielgruppe sind Schulen und KiTas Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? Hier können alle 17 Nachhaltigkeitsziele einbezogen werden und inhaltlich vertreten sein. Erfolge – Was ist das Besondere? Das Thema Fairer Handel ermöglicht Schüler*innen handlungsorientiertes Erleben globaler Zusammenhänge. Sie können dabei, im Sinne der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE), soziale Verantwortung entwickeln, um eine verantwortliche und gerechte Zukunft zu gestalten. Nachhaltigkeit als Thema ist wichtig, damit junge Menschen bereits in der Schule begreifen, dass wir nicht allein auf diesem Planeten sind und eine globale Verantwortung tragen. Wirkung – Was hat sich seither verändert? In der Bildungsarbeit werden durch die Maßnahme die ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen unserer globalisierten Welt thematisiert. Auch die Bildungsziele der Schulen setzen vermehrt auf Nachhaltigkeit als Thema in den Rahmenlehrplänen, damit die Schüler*innen später im Alltag global verantwortlich handeln. Ansprechperson und weitere Infos Susanne Gerner und Susanne Volz Umwelt- und Arbeitsschutz, Umweltpädagogik und Öffentlichkeitsarbeit Markgrafenstraße 14, 76131 Karlsruhe Telefon: +49 (0)721 133-3114 Email: susanne.gerner@ua.karlsruhe.de, susanne.volz@ua.karlsuhe.de Internet: www.karlsruhe.de/fair Titel der Maßnahme: Beratung des internationalen Projektkonsortiums „Collaboration for Active Mobility in Sub-Sahara Africa (CAMA)“ Wer ist beteiligt? Stadtplanungsamt (StPlA) als Mitglied im Beratungsgremium („Advisory board“) des Projektkonsortiums; die Federführung liegt auf deutscher Seite bei der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft (HsKA), auf afrikanischer Seite bei der Makerere University Kampala/Uganda (MAK); die Stadtverwaltung Kampala (Kampala Capital City Authority, KCCA) ist ebenfalls Mitglied des Beratungsgremiums, so dass hier auch Synergien zu den weiteren Projekten mit KCCA gebildet werden können Was ist das Ziel? Ziel des Projekts ist es, den Wissensaustausch zur Förderung aktiver Mobilität zwischen Subsahara-Afrika und Deutschland zu fördern. Die deutschen Partner können auf umfangreiche Erfahrungen in der Förderung des Fuß- und Radverkehrs in Deutschland sowie international aufbauen. Darüber hinaus stellen sie eine Reihe von innovativen Werkzeugen (z.B. digitale Crowd-Mapping-Anwendung) sowie Forschungsmethoden (z.B. Lernallianzen, Living Labs) zur Verfügung. Die Partner aus Subsahara-Afrika bringen umfangreiche Erfahrungen mit den lokalen Herausforderungen und Lösungen zur Förderung aktiver Mobilität mit. Die Kombination beider Kompetenzen ist der Schlüssel, um die Förderung des Fuß- und Radverkehrs in Städten in Subsahara-Afrika weiter zu verbessern. Motivation für die Umsetzung der Maßnahme? Zu Fuß- und Radverkehr als aktive Mobilität wurden in der Forschung und Planung in Subsahara-Afrika oft vergessen; erst in den letzten Jahren bemühen sich nationale und lokale Behörden sowie internationale Agenturen verstärkt um dieses Thema. In Städten wie Nairobi und Kampala gibt es Bestrebungen, Fuß- und Radverkehrspolitik und Infrastruktur zu entwickeln. Diese neuen Infrastrukturprojekte haben jedoch nur einen minimalen Umfang, weisen gestalterische und planerische Mängel auf, die sie unpraktisch oder unattraktiv machen. Um die aktive Mobilität in Subsahara-Afrika weiter zu fördern und dabei auf bestehenden Aktivitäten aufzubauen, sind kombinierte Anstrengungen aus angewandter Forschung und Weiterbildung erforderlich, um die Bedürfnisse des Fuß- und Radverkehrs im afrikanischen Kontext besser zu verstehen. Kommunales Handlungsfeld und Zielgruppe Handlungsfeld: Stadtplanung/-entwicklung, Verkehrsplanung, Kommunale Entwicklungszusammenarbeit/Internationale Zusammenarbeit; Zielgruppe: Öffentliche Verwaltung und Wissenschaftsinstitutionen im Globalen Süden Welche Nachhaltigkeitsziele werden umgesetzt? Die Förderung aktiver Mobilität trägt direkt zum SDG 11 (Nachhaltige Städte) bei, insbesondere SDG 11.2 "Zugang zu sicheren, erschwinglichen, zugänglichen und nachhaltigen Verkehrssystemen für alle" bis 2030. Darüber hinaus ist die Förderung aktiver Mobilität auch zentral für das Erreichen einer belastbaren Infrastruktur (SDG 9), die Reduzierung von Ungleichheit (SDG 10), den Zugang zu Bildung (SDG 4), die Gleichstellung der Geschlechter (SDG 5) oder den Klimaschutz (SDG 13). Erfolge – Was ist das Besondere? Das Projekt ist noch in der Initiierungsphase. Wirkung – Was hat sich seither verändert? Das Projekt ist noch in der Initiierungsphase. Ansprechperson und weitere Infos Stadtplanungsamt Stefan Schwartz Telefon: +49 (0)721 133-6162 Email: stefan.schwartz@stpla.karlsruhe.de G:\SAM\10-Aktuelles\2021\05_Mai 2021\KEZ_Akteure\Grundsatzpapier KEZ_Anlage 4.docx
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Niederschrift 26. Plenarsitzung des Gemeinderates 22. Juni 2021, 15:30 Uhr öffentlich Bürgersaal, Rathaus am Marktplatz Vorsitzender: Oberbürgermeister Dr. Frank Mentrup 8. Punkt 6 der Tagesordnung: Kommunale Entwicklungszusammenarbeit (KEZ) der Stadt Karls- ruhe - Grundsatzpapier Vorlage: 2021/0138 Beschluss: 1. Der Gemeinderat nimmt das Grundsatzpapier zur „Kommunalen Entwicklungszusammen- arbeit“ (Anlage 1) zur Kenntnis und stimmt den politisch-strategischen Eckpunkten zur kon- tinuierlichen Stärkung des Handlungsfelds bis 2030 im Kontext der „Nachhaltigen Entwick- lungsziele“ unter Berücksichtigung der finanziellen Möglichkeiten der Stadt zu. 2. Die Verwaltung wird beauftragt zu prüfen, wie die Unterstützung der Landespartnerschaft Baden-Württemberg – Burundi mit den vorhandenen Ressourcen umgesetzt werden kann. 3. Der Gemeinderat stimmt dem Vorschlag der Verwaltung zu, bis 2030 eine Projektpartner- schaft mit einer Kommune auf dem afrikanischen Kontinent aufzubauen. Die Verwaltung wird beauftragt, in den kommenden Jahren potenzielle Partnerschaften zu prüfen und die erforderlichen Ressourcen zu ermitteln. Abstimmungsergebnis: Bei 48 Ja-Stimmen einstimmig zugestimmt Der Vorsitzende ruft Tagesordnungspunkt 6 zur Behandlung auf und verweist auf die erfolgte Vorberatung im Hauptausschuss: Ich würde in Anbetracht der Zeit jetzt auf die Einführung verzichten und vielleicht nachher noch ergänzen. Stadträtin Fahringer (GRÜNE): Unsere globale Wirtschaftsweise muss sich grundlegend ändern, damit alle Menschen faire Chancenerhalten. Mit dem Pariser Klimaabkommen und den globa- len Nachhaltigkeitszielen ist dafür der Rahmen gesetzt. Wir machen hier in Karlsruhe zwar nicht – 2 – die globale Strukturpolitik, können aber unsere Verantwortung als Kommune im Rahmen der Agenda 2030, Transformation unserer Welt, wahrnehmen, und das nicht nur am Papier. Dabei ist der Ausbau der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit der Stadt Karlsruhe ein Schritt, den wir GRÜNE heute gerne unterstützen. Die Vorlagen zeigen, dass hier schon sehr viel auf den Weg gebracht wurde und wie viele zivil- gesellschaftliche Akteur*innen daran beteiligt sind. Herzlichen Dank an dieser Stelle an all Sie, die hier ihr ehrenamtliches Engagement hineinstecken, und herzlichen Dank für die vielen Initi- ativen in der Entwicklungspolitik, in der entwicklungspolitischen Bildung und auch in der Ent- wicklungszusammenarbeit. Danke an dieser Stelle auch an die Stadtverwaltung für die Entwick- lung des Grundsatzpapiers zur Zusammenarbeit, das wir GRÜNE heute gerne zur Kenntnis neh- men. Entwicklungspolitisch können wir aber alle, das heißt, jede Einzelne/jeder Einzelne von uns da- zu beitragen, dass Chancengleichheit und Nachhaltigkeit global gestärkt werden, zum Beispiel indem wir Becherkaffee trinken. Den Kaffee gibt es bei uns hier im Weltladen. Er wird von Kleinbäuer*innen in Burundi produziert. Der Kaffee ist Fair Trade, die Bäuer*innen vor Ort haben sich in Genossenschaften zusammen organisiert und erhalten faire Bezahlung, und mittlerweile ist der Kaffee sogar biozertifiziert. Die Bäuer*innen profitieren von diesem ökologischen Landbau und den Mischkulturen rund um ihre Kaffeestauden, indem dort rund herum auch ihre eigenen Nahrungsmittel wachsen, die Artenvielfalt erhalten bleibt, der Kaffee mittlerweile eine bessere Qualität hat und sie auch viel mehr Kaffee ernten und damit auch ihre Erträge höher sind. Das wäre ohne die Landespartnerschaft mit Burundi nicht möglich geworden. Und doch liegt es an uns hier in Karlsruhe, diesen Kaffee auch zu trinken. Mir jeden- falls schmeckt er, vielleicht Ihnen ja auch. Zwar wurde vom Hauptausschuss 2015 eine kommunale Projektpartnerschaft mit Burundi ab- gelehnt, und die politische Situation ist und war in den vergangenen Jahren dort in der Tat sehr schwierig. Doch die Möglichkeiten zur Kooperation scheinen sich unter dem neuen Präsidenten etwas zu bessern. Wir GRÜNE befürworten den Ausbau der kommunalen Beziehungen zum Landespartnerland Burundi jedenfalls. Ob wir in Sachen kommunale Entwicklungszusammenar- beit weiterkommen, wird uns das Maß an den Kernindikatoren zeigen. Wir GRÜNE freuen uns auf die weiteren Schritte. Stadtrat Pfannkuch (CDU): Zunächst einmal möchte meine Fraktion wirklich herzlichen Dank dafür sagen, dass hier ein Papier vorgelegt wurde, das einen grundsätzlichen Ansatz hat, dass systematisch alle unsere Aktivitäten, die wir in Karlsruhe oder von Karlsruhe aus schon in punc- to Entwicklungszusammenarbeit betreiben, auf eine Stufe gestellt werden und damit den Überblick für uns alle erheblich erleichtert. Eine Großstadt wie Karlsruhe muss gerade im Sinne, wie Sie das auch gesagt haben, Frau Kollegin Fahringer, über den Tellerrand hinausschauen, muss natürlich solche Projekte haben. Das macht sie, um vor Ort punktuell zu lindern, zu er- leichtern. Aber wir machen das auch, um unserer eigenen Bevölkerung ein gewisses Gefühl dafür zu bie- ten, wie die Differenzen, wie die Unterschiede sind, was hier auszugleichen sein wird. Wir wer- den sicherlich an eigener Erfahrung sehr viel gewinnen. Das ist unheimlich wichtig für das grundsätzliche Verständnis über das Zusammenleben in unserer Welt. Gleichwohl, so, wie Sie das jetzt überhöhen, das kann ich nicht als sehr realistisch ansehen. Wir retten so die Welt si- – 3 – cher nicht, aber wir tun einen ganz kleinen Beitrag, und darauf kommt es uns an. Dieser Beitrag hat auch nur dann Effizienz, wenn er abgestimmt ist mit ähnlichen Kommunen unserer Art, die ähnliches denken und tun. Darauf kommt es meiner Fraktion an, Abstimmung koordinieren. Denn es macht keinen Sinn, dass wir einen Flickenteppich anrichten, der jedem wirtschaftliche Ressourcen kostet, aber nicht effektiv ankommt. Das Papier ist grundsätzlich sehr gut, muss allerdings immer vor der schwierigen Haushaltssitu- ation betrachtet werden. Stadtrat Marvin (SPD): Auch meine Fraktion begrüßt die Entwicklung dieses Grundsatzpapiers der kommunalen Entwicklungszusammenarbeit, das nicht nur den Status quo darstellt, sondern sich kluge nachhaltige Gedanken für dieses Jahrzehnt macht, wie dieses vom Budget her sicher- lich kleinere Thema, aber von seinem ideellen Wert, von seiner Ausstrahlungskraft her dann doch wichtige Thema weiterentwickelt werden kann. Diese Vorlage zeigt für uns in einer guten Weise, wie vielschichtig unsere kommunalen Aktivitäten gedient sind, sowohl von der Themen- setzung als auch von der regionalen Verteilung. Sie zeigen, wie vielschichtig der kommunale Beitrag aussehen kann, um Globalisierung nachhaltig und fair mit den Menschen zu gestalten und was wir tun können bei dieser einen Welt, die eben vor unserer Haustür beginnt und uns alle etwas angeht. Gefreut hat uns an der Vorlage die Betonung der Unterstützung und Hilfe für unsere Aktivitäten durch die sogenannten Servicestelle Kommunen in der einen Welt, eine Institution, die vor 20 Jahren durch die damalige Bundesministerin für Entwicklungszusammenarbeit, Heidemarie Wieczorek-Zeul, ins Leben gerufen wurde und im Nachhinein ja viel geholfen hat, dass die kommunale Entwicklungszusammenarbeit große Schritte nach vorne macht. Die in der Beschlussvorlage anvisierten strategischen Ziele bis 2030 und auch die organisatori- schen Konsequenzen für den Konzern Stadt finden unsere Unterstützung. Es ist richtig, den Aufbau einer Projektpartnerschaft in Afrika ins Auge zu fassen, aber sich nicht auf eine be- stimmte Region oder gar Kommune einzuengen. Richtschnur für eine verlässliche Partnerschaft bleibt für uns, wohlwissend, dass es oft fragile staatliche Strukturen gibt, ein gelebtes zivilge- sellschaftliches Engagement auf beiden Seiten und Vertrauensbildung. Wir sind zuversichtlich, dass hier etwas gelingen kann. Stadtrat Høyem (FDP): Für meinen persönlichen Wahlkampf habe ich das Thema Internationa- les Karlsruhe gewählt, denn so hat mein Leben sich entwickelt. Meine Frau hat mich gewarnt, die Karlsruher Medien, Karlsruher Politik, die Verwaltung und Gemeinderat sind an der interna- tionalen Perspektive nicht interessiert und für den Wähler ist das Wort International nicht posi- tiv besetzt, hat sie gemeint. Im Grundsatzpapier Seite 4 bis 5 schreiben Dr. Eberhard Fischer und Frau Hartig etwas Vergleichbares. Die schreiben, das Fehlen, das Fehlen, das Fehlen, das Fehlen und dann nur punktuelle Einbeziehung des Know-hows zivilgesellschaftlicher Akteure. Wir haben neulich hier im Gemeinderat Karlsruhe Internationalisierungsstrategie diskutiert. Das war auch das einzige Mal in meiner Zeit als Gemeinderat, als ich den Oberbürgermeister nach einer längeren Redezeit gefragt habe. Eine Mehrheit hat diesen Wunsch abgelehnt. Herr Ober- bürgermeister Dr. Mentrup, ich weiß aus eigener Erfahrung, dass Sie ganz persönlich an den internationalen Perspektiven und Möglichkeiten für Karlsruhe interessiert sind und für dieses arbeiten. Ich habe gehofft, als eine Stabstelle für Internationalität etabliert wurde, dass sich – 4 – dieses in der Weise auch in der Verwaltung und im Gemeinderat verbreitet. Bis jetzt war das leider eine Enttäuschung. Selbstverständlich stimmen wir der Beschlussvorlage zu, aber die Ziele sind sehr unverbindlich und nicht besonders konkret. Die Anlagen 2, 3, 4 sind ein Sammelsurium von großen und klei- nen lokalen Aktivitäten. Ich habe sehr großen Respekt für die vielen engagierten ehrenamtli- chen Menschen, die sich für die Entwicklungsarbeit einsetzen. Trotzdem hätten die Anlagen an Klarheit gewonnen, wenn man eine Art Bagatellgrenze benutzt hätte. Ein bisschen unangenehm ist es auch, dass Fördermöglichkeiten so eine große Rolle spielen. Moderne und zielführende Entwicklungszusammenarbeit muss professionell und auf Augenhöhe mit gegenseitigen Vortei- len durchgeführt werden. Ich bin in drei Entwicklungsprojekten mit Karlsruhe als Zentrum in- volviert. Die sind alle mehr als zehn Jahre alt und alle generieren weit über 100.000 Euro und funktionieren ohne öffentlichen Zuschuss. Sie kennen, Herr Oberbürgermeister, persönlich alle drei Projekte, die Mende Nazer Foundation in den Nuba Mountains, die Partnerschaft der Eu- ropäischen Schule mit Bujumbura in Burundi und die European Organisation for Sustainable Development. Wir haben in Karlsruhe und in der Regierung Karlsruhe ein großes internationales Potenzial. Lasst uns endlich dieses Potenzial verstehen und entwickeln. Stadtrat Haug (KAL/Die PARTEI): 2016 hat sich die Stadt Karlsruhe mit der Verabschiedung der Agenda 2030-Erklärung im Gemeinderat zur Unterstützung einer nachhaltigen Entwicklung auf kommunaler Ebene bekannt, also zu einem kommunalen Handeln, das sich an den Nachhaltig- keitszielen der UN orientiert. Und zu denen gehört auch das Ziel Nummer 17, das nachhaltige Entwicklungsziel mit den kommunalen Partnerschaften. Wenn wir globale Verantwortung übernehmen, dann ist das sozusagen unsere Pflicht. Nicht nur Karlsruhe, sondern alle Kommu- nen im reichen Norden müssen Verantwortung für die Entwicklung im globalen Süden über- nehmen. Das vorab, um die Dimension der Verpflichtung klar zu machen. Das vorliegende Grundsatzpapier fasst sehr klar die bisherigen Bemühungen der Stadtverwal- tung zusammen, mal tastend, wie auf dem afrikanischen Kontinent, mal schon seit Jahren, wie insbesondere bei der Klimapartnerschaft in Ecuador oder Indien. Das Papier zeigt aber auch sehr deutlich einen Zukunftsrahmen bis 2030 auf, und dass mehr passieren muss, dass wir un- sere Kontakte verstärken und verstetigen müssen, das Ganze idealerweise in Kooperation mit den Organisationen und Privatinitiativen aus der Karlsruher Gesellschaft. Das wird auch Geld kosten, das wird Personen in der Verwaltung bedeuten, die das Ganze koordinieren. Das Geld wird dafür zum hoffentlich großen Teil aus Fördermitteln stammen, die das Papier auch be- nennt. Aber wir werden mittelfristig auch eigene Mittel in die Hand nehmen müssen, zum Bei- spiel beim großen Ziel einer Projektpartnerschaft auf dem Kontinent jenseits des Mittelmeers. Gerade in Afrika müssen wir Europäer, Deutsche, Baden-Württemberger, Karlsruher*innen glo- bale Mitverantwortung übernehmen. Meiner Fraktion gefällt, dass das städtische Handeln koordiniert erfolgen soll mit einer Schwer- punktsetzung, die insbesondere innerhalb Baden-Württemberg und mit der Zivilgesellschaft abgestimmt ist. Darauf werden wir achten, insbesondere wenn es um unsere Finanzmittel und um Women Power in der Verwaltung geht. Wir werden darauf achten, dass Partnerschaften auf Augenhöhe stattfinden, mit Erkenntnisgewinn und Vorteilen für beide Partner. Denn nur dann ist es eine richtige Partnerschaft. – 5 – Stadtrat Dr. Schmidt (AfD): Wir als AfD-Fraktion tragen dieses Grundsatzpapier für die kommu- nale Entwicklungszusammenarbeit mit. Wir haben im Vorfeld darüber diskutiert. Wir finden den Ansatz der Verwaltung, auch in dieser problematischen Haushaltssituation so ein Projekt zu beginnen, gut und richtig, denn er kommt, wie uns gesagt wurde, ohne weitere Mittel aus, ein- fach durch Umschichtung bereits vorhandener Mittel. Die können dann genutzt werden, um viele Fördermöglichkeiten umzusetzen. Das heißt, am Ende gibt es einen deutlichen Mehrwert, nicht nur für die Städte und Gemeinden, mit denen wir zusammenarbeiten, sondern letztend- lich auch für uns als Stadt Karlsruhe. Stadtrat Kalmbach (FW|FÜR): Ich bin in Uganda in den Slums gewesen vor einiger Zeit. Das Größte, was ich dort erlebt habe, war die Freude der Menschen. Die war deutlich höher als bei uns im Westen. Deswegen sage ich, ist es nicht zuerst das, was wir den Menschen bringen, sondern wir können etwas empfangen. Wir können lernen, wie man trotz Krisen in großer Ar- mut freudig sein kann. Wenn wir das mitnehmen auf diesen Kontinent hier, dann haben wir viel gelernt. Deswegen ich finde es sehr gut, wenn wir auch nachhaltige Aspekte mit rüberbringen in diese Bereiche. Das finde ich sehr gut. Aber wenn das im Vordergrund steht, wird es funktio- nal und strukturell. Dann hat es nicht dieses Herz von dem Ganzen. Ich stehe grundsätzlich hinter dem Papier. Wir begrüßen das sehr. Aber es muss getragen wer- den von diesen persönlichen Beziehungen, und dass wir sagen, wir gehen dahin, um etwas zu lernen. Und vielleicht sind sie offen, auch von uns etwas zu empfangen. Aber wenn das nicht die erste Grundlage ist, dann halte ich es für schwierig. Also, von der Seite her gute Sache. Wir begrüßen es sehr, und wir sind da auf jeden Fall dabei. Der Vorsitzende: Ich möchte gerne ergänzen, dass ich glaube, dass die Übernahme globaler Verantwortung eigentlich nicht von der Kassenlage abhängen kann, sondern eine Art Grund- satzeinstellung ist und zunächst einmal das persönliche Interesse an der Lebenssituation, an der Kultur und an vielem anderen mehr, überall auf der Welt voraussetzt. Sonst macht das nämlich überhaupt keinen Sinn. Ich bin auch sehr dankbar, dass man sich von diesem Begriff Entwick- lungshilfe verabschiedet hat und zu einer Entwicklungszusammenarbeit kommt. Denn hier geht es nicht um das Geben und Nehmen und um das Besser-Sein oder Schlechter-Sein, sondern es geht um den gemeinsamen verantworteten Austausch für eine gemeinsame Entwicklung. Die setzt völlig unterschiedliche Lernerfahrungen frei, und vor allem begünstigt sie, dass man sich über viele Grenzen und Kontinente hinweg kennenlernt und damit natürlich ein ganz anderes Verständnis für diese Welt entwickeln kann. Und gerade deswegen, Herr Stadtrat Høyem, ist es, glaube ich, richtig, dass wir erst einmal ge- schaut haben, was gibt es denn alles und kann man das überhaupt transparent machen. Wir vergeben zwar jedes Jahr eine doch nicht allzu große Summe, aber für die einzelnen Projekte ist es immer eine schöne Unterstützung, aus unserem Eine-Welt-Forum an die verschiedenen Pro- jekte. Aber ich glaube, es ist noch viel zu wenig in der Stadtverwaltung angekommen und ver- netzt, was es schon alles gibt und wie man daraus eine größere Schlagkraft entwickeln kann. Und da tue ich mir natürlich schon ein bisschen schwer mit dem Vorwurf, warum wir keine Ba- gatellgrenze einführen. Wenn ich Bürgerinnen und Bürger einsammele zu einer gemeinsamen transparenten Darstellung aller ihrer Aktivitäten und nehme dann manche Rückmeldungen auf und manche nicht - ich weiß, das haben Sie nicht gemeint, aber es könnte eine Folge sein -, dann nehme ich lieber jetzt erst einmal alle Ideen und alle Vorstellungen und alle Kleinst- und – 6 – Kleinprojekte mit auf und biete sie wiederum in einer Anlage an, um möglichst eine bessere Vernetzung in der Stadt herzustellen. Denn eines ist uns aus unseren Städtepartnerschaften über Jahrzehnte klar, wenn es kein be- gleitendes Engagement aus der Bürgerschaft selber gibt, dann haben diese Städtepartnerschaf- ten am Ende nicht den Wert, in den wir sie entwickeln wollen. Und wir sollten uns auch davor hüten, es besser zu wissen als die Bürgerinnen und Bürger selbst und für die Bürgerinnen und Bürger entscheiden, welches ist jetzt das eine Land, welches ist jetzt die eine Stadt, mit der wir alles umsetzen und alles andere eben nicht tun. Insofern zeigen wir in unserem Papier auch Wege auf, auf der einen Seite, alle zu unterstützen, dadurch dass wir sie vernetzen und ihnen auch die politische Unterstützung gewähren, die sowieso schon aktiv sind, aber wir können uns etwa zum Beispiel auch eine vermehrte Anzahl an Kontakten auf dem afrikanischen Kontinent vorstellen, mit dem Ziel, dann vielleicht hier eine weitere, etwas konzentrierte Partnerschaft zu entwickeln. Das hängt aber auch nicht nur von uns ab, sondern es hängt auch davon ab, wo sich denn in der Bevölkerung ganz viel tut. Wir waren auch schon einmal kurz davor, auch mit externer Unterstützung, zu einer Stadt in Burundi Kontakt aufzunehmen. Seinerzeit hat dann aber die politische Situation es nicht mehr möglich gemacht. Auch das Land hat sich seinerzeit von Delegationen und Ähnlichem komplett zurückgezogen. Wenn sich da jetzt etwas tut, können wir auch das wieder erwägen. Was dann wichtig ist, Herr Stadtrat Pfannkuch, da stimme ich Ihnen zu, ich habe auch diesen Vorschlag kürzlich auf einer großen Sitzung des Städtetags in Baden-Württemberg gemacht, es wäre gut, wenn nicht jede Stadt für sich alleine irgendetwas macht, sondern dass sich zumindest die Städte zusammentun, die im selben Land oder in derselben Stadt etwas machen und man dann von Baden- Württemberg auch mit Landesunterstützung gemeinsam dort versucht, die Dinge zu koordinie- ren. Am Ende wird aber der Erfolg, egal ob kleines Projekt oder großes Projekt oder mit Netz- werk oder ohne Netzwerk, immer davon abhängen, ob am Ende die Menschen zusammen- kommen, die dieses Projekt gemeinsam zum Erfolg führen. Diese Gelegenheiten sollten wir unterstützen. Diese Gelegenheiten sollten wir ermöglichen. Zu diesen Gelegenheiten sollten wir anregen und gegebenenfalls dann, wenn wir merken, hoppla, hier entwickelt sich was, da kann die ganze Stadt dahinterstehen, würden wir dann wieder auf Sie zukommen, aber gleichzeitig verbunden mit der Aufforderung, auch an die Bürgerinnen und Bürger, auf uns zuzukommen. Ich war überrascht, als wir das erste Mal eine Delegation nach Uganda hatten, wie viele Bürge- rinnen und Bürger sich anschließend gemeldet haben, nicht nur aus Karlsruhe Stadt, sondern auch aus der Region, aus Bruchsal und anderswo, die gesagt haben, wir haben da schon Erfah- rungen, können wir uns nicht irgendwie zusammentun. Genau auf der Ebene, glaube ich, soll- ten wir uns noch einmal stärken und hier keinen Egotrip einer einzelnen Stadt oder für ein ein- zelnes Projekt machen, sondern versuchen, die Breite der Bürgerschaft mitzunehmen. Ich glau- be, da haben wir am Ende am meisten davon. Ich darf mich bei SAM und allen anderen Beteiligten noch einmal ganz herzlich bedanken. Ich war selber auf einem dieser Workshops. Das war schon viel Vorberatung, das war auch viel Do- kumentation. Das musste dann noch alles sortiert werden. Jetzt müssen wir wirklich alle ge- meinsam versuchen, daraus noch etwas mehr zu machen. – 7 – Damit stelle ich das heute hier zur entsprechenden Abstimmung. – Einstimmige Zustimmung, vielen herzlichen Dank. Das gibt, glaube ich, allen Beteiligten auch noch einmal den gehörigen Rückenwind. Zur Beurkundung: Die Schriftführerin: Hauptamt - Ratsangelegenheiten – 15. Juli 2021